Einzelbild herunterladen
 

Ail-aer Anzeiger

Erscheint fe-en Werktag. Bezugspreis: monat- Tch S Mark. Bei Lieferungsbehinöerungen durch höhere Gewalten", Streiks, Aussperrungen, Bahnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Ansprüche. Verlag Friedrich Ehrenklau, Fulda, Mitglied des Vereins Deutscher Zeitungsver» leger. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. £te. 16009

Tageblatt für Rhön un- Vogelsberg Zulöa- unö Haunetal-Zulöaer Kreisblatt

Re-aktion un- Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 Zernfprech-Rnschluß Nr.9S9

Nachdruck der mit* versehenen prtiFel nur mit d^uellenonpobe$uidoer ^n^eiger'geflattet.

Rnzeigenpreks: Für Behörden, Genossenschaf­ten,Banken usw. beträgt dieKlcinzeile 0.30 Hfl?., für auswärtige Auftraggeber 0.25 Mk., für dle Reklamezeile 0.90 Mk. u. alle anderen 0.15 Mk., Reklamezeile 0.60 Mark Bei Rechnungsftel» lung hat Zahlung innerhalb 8 Tagen zu erfol­gen < Tag- und Platzvorschristen unverbindlich.

Nr. 1641927

Fulda, Samstag, 16. Juli

4. Jahrgang

Kleine Zeitung für eilige Leser.

* Das Reichsarbeitsminlsterium und das Reichsinnen- ministerium haben neue Bestimmungen über die Verwendung der vom Reichstag bewilligten 25 Millionen für Kleinrentner erlassen.

* Der Reichsrat hat gegen die vom Reichstag angenommene Zollvorlage keinen Einspruch erhoben.

* In Wien ist es zwischen der Arbeiterschaft und der Polizei zu ernsten Zusammenstößen gekommen, bei denen cs bisher 15 Tote und 100 Verletzte gegeben hat.

* In Südfrankrcich, in der Pyrenäengegend, herrschte ein Zyklon, der arge Verwüstungen in Tarbes anrichiete.

* über dem großen Ozean befinden sich drei Flugzeuge, die neue Rekorde erzielen wollen.

Ltnglückszeiten.

Dieinternationale Katastrophenkommission". Ver­heerende Naturereignisse. Bewährte deutsche Tat­kraft. Gegen Vergiftung der Volksseele.

In Genf war man üntér führender Mitwirkung unseres früheren Reichsinnenministers Külz eben dabei, eine übervölkliche Hilfsorganisation für außergewöhnliche Unglücksfälle einzurichten. Eineinternationale Katastrophenkommissio n", wie sie alsbald von irgendeinem der berufsmäßigen Spötter getauft wurde, die die unermüdlichen Anstrengungen des Völkerbundes zur Ausbreitung von Frieden und Glückseligkeit in der Welt mit ihren beißenden Reden begleiten.

Man kann nun gewiß der Ansicht sein, daß es auch schon früher bei großen Elementarereignissen, von denen bald dieses, bald jenes Land heimgesucht wurde, an Be­kundungen internationaler Solidarität durchaus nicht ge­fehlt hat. Man kann wohl die berechtigte Frage aufwerfen, ob ein kunstvoll und mühselig aufgebauter Apparat Völker- bundmäßiger Herkunft und Jnstanzenhäufung in gleicher Weise imstande sein würde, mit der gebotenen Schnellig­keit und Zielsicherheit einzugreifen, wo immer die Kräfte des unmittelbar betroffenen Landes zur Bewältigung der Not nicht ausreichen. Wie gar soll es nun erst werden, wenn die Genfer Herren sich einer solchen Fülle ver­heerender Naturereignisse gegenübersehen, wiè wir sie jetzt schaudernd Tag für Tag über uns Herein­brechen sahen? Die entsetzlichen Folgen der Unwetter­katastrophe im Sächsischen Erzgebirge werden unge­zählte Wochen und Monate beanspruchen, bis auch nur das primitivste Alltagsleben dieser bemitleidenswerten Ort­schaften wieder als gesichert gelten kann. Reich, Staat und Gemeinden werden gewiß mit oft bewährter de u t - scher Tatkraft ungesäumt ans Werk gehen, um wiederaufzubauen, was diese losgelassenen Mächte der Hölle binnen wenigen Minuten zerstört haben. Sollten sie, wenn jene internationale Katastrophenkommission jetzt schon fix und fertig bereit stände, etwa warten, bis man in Genf mit den unvermeidlichen Reden und Untersuchungen, der Sammlung von Gutachten und Berichten, der Ein­bringung der notwendige» Geldmittel kostbare Zeit ver­braucht und zuletzt vielleicht zu verständigen Entschließun­gen gelangt? Darauf wird sich keine Länderregierung einlassen nicht einmal die P a l ä st i n e n s i s ch e, die, kaum, daß die entfesselten Wassermassen der Müglitz und der Gottleuba sich verlaufen hatten, in ihrem Gebiet wieder andere Elementarkräfte zu spüren bekam, denen gleichfalls Hunderte von Menschenleben zum Opfer fielen.

So umschließt allerdings eine Kette gemein­samen L e i d e s die Völker im Morgen- imb im Abend­land. Wir werden uns wieder einmal der zu oft ver­gessenen Tatsache bewußt, daß wir alle ohnmächtige Ge- schöpfe in der Hand höherer Gewalten sind, die trotz unab­lässig fortschreitender Zivilisation immer noch in einem Augenblick zu zerstören vermögen, was Tausende von Menschenhänden in jahrelanger Arbeit einem unwilligen Boden, einem mißgünstigen Geschick abgerungen haben. Irgendwie scheint uns die Welt aus den Angeln ge­worfen zu sein, ohne daß unsere Gelehrten zu sagen wüßten, wen oder was sie dafür verantwortlich zu machen hätten. Wer möchte da wohl glauben, daß der gute Wille des Völkerbundes die außer Rand und Band geratene Ordnung der irdischen Dinge wieder herzustellen oder auch nur in ihren unheilvollen Wirkungen wesentlich abzu­schwächen vermöchte?

Doch dürfen über den großen die kleinen Katastrophen nicht übersehen werden. Sie pflegen sich zwar nicht mit donnerartigem Getöse einzustellen, auch wenn sie gelegent­lich von Revolverschüssen begleitet sind. Aber wo sich sest- stellen läßt, daß sie auf Ursachen allgemeiner Art zurück­gehen, wäre es frevelhafte Unterlassungssünde, wollte man die Augen gegen sie verschließen, bis jeweils wieder einmal ein Unglück geschehen ist.

Der preußische Minister des Innern hat kürzlich den Polizeibehörden eingeschärft, was gegenüber gewissen A u s w ü ch s e n bei T h e a t e r r e v u e n usw. ihres Amtes ist. Seine Aufmerksamkeit war durch einen sehr dankenswerten Landtagsbeschluß auf die außerordentlich große Gefährd ungunseresöffentlichen,kul- t U r e l l e n und sittlichen Lebens durch die in keinerlei Kunstinteressen begründete Aufführung der so­genannten Theaterrevuen mit sehr ausgiebigen Nackt- d a r st e l l u n g e u hingelenkt und er war gebeten wor­den, dagegen die geeignet erscheinenden behördlichen Maß­nahmen zu treffen. Der gleiche Landtagsbeschluß hatte al'cr auch die Tatsache unterstrichen, daß sehr eindeutige Schlager, Couplets, Lieder durch Verbreitung von ^rammophonschallplatten heute bis in die kleinsten und abgelegensten Dörfer und damit zugleich bei ^r Schuliugend nicht nur der Stadt, sondern auch

Barrikadenkämpfe in Wien.

Blutige Ausschreitungen in Oesterreichs Hauptstadt.

Wien in Aufruhr.

In Wien sind blutige Straßenkämpfe entbrannt. Den Anlaß zu diefsn Kämpfen bot das Urteil des Wiener Schwurgerichts, das über einen Zusammenstoß zwischen Frontkämpfern und Mitgliedern des Rep»SM«nischen Schutzbundes im Januar d. I. in Schattendors zu be­finden hatte, bei dem ein Arbeiter und ein achtjähriger Knabe getötet und fünf Personen verletzt worden waren. Das Gericht sprach die drei angeklagten Frontkämpfer frei. Infolge dieses Freispruchs bemächtigte sich der Wiener Arbeiterschaft große Empörung, die ihre Wut in Demon­strationen und Tätlichkeiten ausließ.

Eingeleitet wurden die Demonstrationen gegen das Urteil durch Streiks der Arbeitnehmer bei einem Teil der Wiener Verkehrsmittel, des Wiener Elektrizitätswerkes und auch anderer Betriebe. Im Mittelpunkt der Demon­strationen standen das Parlament und der Justizpalast. Zwischen berittenen Wachleuten und den Demonstranten entstand vor dem Parlament ein regelrechter Kampf, bei dem die öffentliche Macht mit blanker Waffe gegen die Menge vorging. Auch wurden hier mehrere Schüsse ge­wechselt.

Zu weit ernsteren Szenen kam es vor dem Justiz­palast, vor dem die Menge Barrikaden errichtete. Um die Mittagszeit drang ein starker Trupp Manifestanten in das Justizgebäude ein, warf große Bündel von Alten auf die Straße, tog sie in Brand gesteckt wurden. Auch im Justizgebäude selbst wurde Feuer angelegt: ein Teil des Palastes soll bereits den Flammen zum Opfer gefallen sein, da der heranrückenden Feuerwehr durch die Demon­stranten jede Löscharbeit unmöglich gemacht wurde.

Vor dem Gebäude spielten sich wüste Szenen ab. Frauen, die unter den Demonstranten besonders stark ver­treten sind, fielen in Ohnmacht und mußten fortgeschafft werden. Im Justizpalast selbst sind mehrere Beamte mit Gisenstangen schwer mißhandelt worden.

Militär wird eingesetzt.

Da sich die Polizei als viel zu schwach gegenüber der erregten Menge gezeigt hat und der Polizeipräsident zudem den Auftrag gegeben hat, die Waffen zurückzu­ziehen, ist Militär eingesetzt worden, um die Re­volten niederzuschlagen. Aus die Kunde von dem Heran­rücken des Militärs zogen sich die Demonstranten nach dem Rathaus zurück, wo sie Barrikaden zu errichten begannen. Dafür gaben sie den Platz vor dem Justiz- gebäude frei, so daß die Feuerwehr dann zu den Lösch- arbeiten an das Gebäude herankam.

Bisher 15 Tote, 100 Verwundete.

Schutzbundabteilungen versuchen, aus die erregte Menge beruhigend einzuwirken. Doch scheint das bisher noch nickt gelungen zu sein. Im Gegenteil suchen sich die Demonstranten immer neue Objekte für ihre Angriffe aus. Verschiedene Zeitungsgebäude sind von ihnen qe- stürmt worden, wie überhaupt das Erscheinen der Mit­tags- und Abendblätter in Wien zur Unmöglichkeit ge­macht worden ist, so daß, wie immer in solchen Fällen, den Gerüchten Tür und Tor geöffnet sind. Bei den bisherigen Zusammenstößen soll es 100 Verwundete gegeben haben. Wie verlautet, sind bereits 15 Personen getötet worden.

Die letzten Wiener Meldungen besagen, daß die Sicherheitswache in Wien mit Gewehren bewaffnet gegen die Demonstranten vorgeht, die der bewaffneten Macht vorläufig auszuweichen scheint. Immerhin ist die Er­regung in der Donaustadt so gewaltig, daß mit neuen Zu­sammenstößen gerechnet werden muß.

des Landes Eingang finden, womit natürlich eine un­berechenbar umfassende Vergiftung der Volks­seele bewirkt wird, und daß deshalb auch die Verbrei­tung solcher unheilvollen Kunsterzeugnisse mit allen ge­eignet scheinenden Maßnahmen verhindert werden müsse. Grund genug für den Minister, seinen Behörden erneut einzuschärfen', daß auch nach Beseitigung der sogenannten Vorzensur die P 0 l i z e i zum Einschreiten gegen Theater- aufführungen verpflichtet ist, sobald der Inhalt eines Theaterstückes oder die Art seiner Ausführung geeignet ist, die öffentliche Sittlichkeit zu gefährden; ihnen auch die Rechtsprechung des Reichsgerichts in Erinnerung zu bringen, wonach Lautübertragungen bind) Grammophon­platten unter den Begriff der unzüchtigen Dar­stellung fallen, wenn die sonstigen Tatbestandsmerk- male der entsprechenden strafgesetzlichen Bestimmung vor- liegen. In solchen Fällen sollmit allem Nachdruck" ein- geschritten werden.

Gegen diesen Erlaß eines sozialdemokratischen Mi­nisters ist erfreulicherweise von keiner Seite Einspruch erhoben worden. Stimmt es aber nicht bedenklich, wenn die Regierung bis auf die Zeiten des Allgemeinen Preu­ßischen Landrechts zurückgeht, um sich einen Rechtstitel für die notwendige Bekämpfung solcher Schmutzleistun­gen zu holen, mit denen der gute Ruf unserer deutschen Kunst und Musik vor aller Welt geschändet wird?

__Neuere Meldungen.

Preßburg, 15. Juli. Die Telegraphen- und Telephon»«!- bindungen zwischen Preßburg und Wien find seit den Abend­stunden unterbrochen. Die Berichte, die aus verschiedenen, meist aus Privatquellen, bis in die Abendstunden hier einlangten, schildern die Lage in Wien am heutigen Nachmittag ungefähr folgendermaßen: Am Nachmittag kam es zwischen Demonstran­ten, deren Zahl auf 300 geschätzt wird, und Polizei in der NLH» der Botivkirche zu Zusammenstößen. Als die Polizei mit b« Räumung des Platzes begann, wurde aus den Reihen der Demonstranten gegen sie das Feuer eröffnet. Die Polizei er­widerte das Feuer. Den Demonstranten soll es gelungen fein, die Polizei zurückzudrängen. Die Menge stürmte dann gegen» den Justizpalast und zerschlug die Rohre der Gasleitung des Gebäudes. Das ausströmende Gas wurde dann angezändet, fodag das Gebäude in kurzer Zeit in Flammen stand. Unver­bürgte Nachrichten behaupten, daß durch den Brand auch das Parlament, das Nathaus und die Universität bedroht feien. Di« Polizei erlangt« jedoch schließlich das Uebergewicht über dis Demonstranten, die auch Barrikaden errichtet hatten, und di» Herrschaft über die ganze innere Stadt. Nach übereinstimmen­den Aussagen von Reisenden, die aus Wien hier eintrafen, ist es unmöglich, daß sich jemand über die heutigen Verhältniß» in Wien ein einigermaßen klares Bild machen kaim, der nicht mr- mittelbar im Stadtinnern, dem Zentrum der Ereignisse, an­wesend war. In den übrigen Stadtteilen Wiens timlaufenbe Gerüchte lauten sehr phantastisch. Alle Nachrichten aber be­stätigen, daß der Justizpalast vollkommen ausgebrannt ist. Dr« Wiener Straßenbahn, der Telegraph und das Telephon liegen still, jedoch wird in den Elektrizitätswerken gearbeitet. Allge­mein erwartet man, daß die Arbeiterschaft um 14 Uhr zu» Arbeit zurückkehren werde, doch scheint sich gerade zu dieser Zeit die Lage aufs äußerste zugespitzt zu haben. Die elektrische Bahn von Preßburg nach Wien verkehrt nur bis in die Vorstadt Schwechat und nicht wie sonst bis zur Wollneid«, sonst aber wird die Verbindung zwischen PreAurg und Wien von der elektrischen Bahn regelmäßig aufrecht erhalten.

Prag, 15. Juli. Meldungen, die aus Wien hier eingingen; besagen: Das Präsidium der Oesterreichischen Sozialdemickra- tischen Partei trat heute mittag zusammen und erklärte sich in Permanenz. Auch das ganze Plenum des Ausschusses der 6e< werkschaftszentrale wurde zur Mitarbeit eingeladen. Ueber diese Tagung »webe bisher kein offizieller Bericht ausgegeben, doch verlautet, daß beschlossen wurde, für Wien und Umgebung den Generalstreik der gesamten Arbeitersthaft zu proklamieren. Dieser soll auch auf die Vuchdruckereibetricbe ausgedehnt wer­den. Von Wiener Blättern wird morgen nur die Arbeiterzei­tung" erscheinen. Die SiraßsubahnangesteSteu und die Beam­ten des Post- und Tclegraphendienstes haben sich mit der Ar­beiterschaft solidarisch erklärt. Bisher ist es ungewiß, ob auch die Eisenbahnangestellten den Dienst einstellen werden. Nach einer um 19 Uhr eingegangenen Meldung soll das Präsidium der Oesterrcichrschen Sozialdemokratischen Partei beschlossen haben, eine Deputation ^um Bundeskanzler Seipel zu entsen­den und ihn zum Rücktritt aufzusorderu. Eine weitere Mel­dung aus Wien besagt: Vor dem Gebäude der Druckerei und Redaktion derReichspost" kam es zu stürmischen Demonstra­tionen. Die ongesammelten Demonstranten durchbrochen den Polizeikordon, der sie an dem Eindringen in das Gebäude hin­dern sollte. Das ganze Unternehmen wurde von den Demon­stranten verwüstet und auch die Druckereimaschiucn vernichtet. DieReichspost" wird nicht erscheinen.

Außerhalb Wiens in ben übrigen Bundesländern herrscht vollkommene Ruhe. Nach Ansicht der Blätter ist nicht an­zunehmen, daß, selbst, wenn es in Wien zur Ausrufung einer sozialistischen Republik käme, die übrigen Bundes­länder ihr Folge leisten würden.

Prag, 15. Juli. (Meldung des Tschechoslowakischen Pres­sebüros.) Die über die heutigen Ereignisse in Wien bis 19.50 Uhr hier eingegangenen Meldungen widersprechen! sich vielfach. Sicher ist, daß das Justizpalais brennt und daß der Brand nicht gelöscht werden kann, da die Demon­stranten die Feuerwehr daran hindern. Die Polizeiab­teilung, die der Feuerwehr ihre Tätigkeit ermöglichen soll­te, wurde entwaffnet, die Beamten wurden mißhandelt. Ein Wachtmeister soll hierbei von den Demonstranten er­schossen worden sein. Alle Meldungen stimmen darin über­ein, daß noch in den späten Nachmittagsstunden in ben Straßen Schüsse fielen. Doch hatte es um 18 Uhr den An­schein, daß die Polizei das Uebergewicht erlangt und die Demonstranten aus dem Stadtinnern zurückdrängt. Völ­lig widersprechende Meldungen liefen auch über das Ver­halten des Republikanischen Schutzbundes ein. Dem ei­nen Bericht zufolge ist diese Organisation bestrebt, um je­den Preis die Ordnung wieder herzustellen. Ihre Mit­glieder haben die in das Innere der Stadt führenden Brücken abgesperrt, um den Zustrom weiterer Demonstran­ten zu verhindern, während nach anderen Mitteilungen Züge dieser Organisation im Rücken der Polizei manövri- ren, sie aber nicht unterstützen, ja an ihrer Tätigkeit hin­dern sollen. Nachrichten, daß das Gebäude derWiener Neuesten Nachrichten", derRcichspost" und derOester­reichischen Tageszeitung demoliert wurden, werden be­stätigt. Nach einer anderen Meldung sollen sie in Brand gesetzt sein.

Ber», 15. Juli. (W.B) Die Telephonverbindungen nach Wien sind seit heute abend unterbrochen.