Zul-aer Anzeiger
Erscheint jeden Werktag. Bezugspreis: monat- Uch 2 Mack. Bei LieferungsbehinSerungen durch „höhere Gewalten", Streiks, Aussperrungen, Bahnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Ansprüche. Verlag Krieörkch Ghrenklau, Zulöa, Mitglied des Vereins Deutscher Zeitungsveeleger. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Hr. 16009
Nr. 171 —1927
Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zul-a- und Haunetal ♦ Zulöaer Kreisblatt Redaktion und Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 ❖ Zernsprech-^nschluß Nr.9S9 Nachdruck der mit * versehenen flrtitel nur mit Seitenangabe „ZulSaer srnzeiger'gessattet.
Tlnzrigenpreks: §üe Behöröen, Genossenschaften,Banken usw. beträgt öieKleinzeile 0.30311s., für auswärtige Auftraggeber 0.25 Mk., für die Reklamezeile 0.90 Mk. 11. alle anderen 0.15 Mk., Reklamezeile 0.60 Mark ❖ Bei Rcchnungsstel» lung hat Zahlung innerhalb 8 3agcn zu erfolgen 4- Tag- und platzvorschciftcn unverbindlich.
Fulda, Montag, 25. Juli
4. Jahrgang
Kleine Zeitung für eilige Leser.
* $« ^^ltungsrai der Deutschen Neichspost hat der be- antragtcn Portoerhohung zugestimint.
^.'^^'^^^M?kler Loose und Risticz, die über 54 ©tun- SbB b 4 f bleiben wollten, mußten nach 19 Stunden not- brr^^ ric^ctc in der Elbegegend bei Witten- vcrge große Verwüstungen an.
(SthKui l™[?at L" einer für die Öffentlichkeit bestimmten mön^ ^ d-e Drauerfeierlichkciten in Ru- mgincn mcht durch Kundgebungen zu stören gedenke.
Streit um die Zeit.
. , „Da streiten sich die Leut' herum." Oder man kann auch ein anderes Sprichwort anwenden, das freilich nicht mehr ganz zeitgemäß ist: „Ein Streit um des Kaisers Bart." Es handelt sich dabei nämlich um den „Kampf", wo überall in Deutschland die 24-Stunden-Zeit e i n g es ü h r t werden soll und wo nicht- Bei der außerordentlichen Liebenswürdigkeit, mit der sich die Regierung des Reiches und die Preußens jetzt gegenseitig behandeln, wäre es ja fast ein Wunder zu nennen, wenn man auch in einer solchen „Lebensfrage" einig wäre. Auch hier klafft ein Konflikt, der geradezu „unüberbrückbar" erscheint. Das Reichskabinett ist nun in die Ferien gegangen, nachdem es vorher auch noch die welterschüt- ternde Frage der 12- oder der 24-Stunden-Zeit in längerer Debatte beschäftigt hat. Und dort war man. der Ansicht, es sei vollständig genug, wenn die Reichsbahn, internationalem Brauch zufolge, die 24-Stunden-Zeit ein- führe. Sonst solle man bei der guten alten 12-Stunden- Zeit bleiben. Gerade Dr. Stresemann soll es gewesen sein, der der Ansicht war, in Deutschland sei man so sehr an die 12-Stunden-Zeit gewöhnt, daß man mit diesem guten alten Brauch nicht brechen dürfe.
Ganz anders ist das Preußenkabinett! Das steht politisch auf einem ganz anderen Standpunkt und scheint auch deswegen dafür zu sein, das auch in Kleinigkeiten zn dokomentieren. Während auf Grund der Beschluß- fassnng des Reichskabinctts alle ReiKsbehörden arrge- wiesen sind, sich keine neuen Uhren anzuschaffen, sondern die 12-Stnnden-Zeit beizubehalten und sich um die 24- Stnnden-Zählnng nicht zu kümmern, ist das Preußenkabinett ganz anderer Ansicht. Dort hat man sich nämlich auch eingehend mit der Uhrenfrage beschäftigt und dabei ein Loblied gesungen auf die 24-Stunden-Zeit. Glänzend habe sie sich bewährt, bei der Eisenbahn und bei der Neichspost; die Bevölkerung sei schlankweg begeistert von der Neuordnung und kein Mensch wolle mehr dem alten Brauch huldigen. Und da sich dieser Begeisterung auch das Preußenkabinett anschloß, so wurde der Runderlaß des preußischen Innenministeriums heraus- gebracht, wonach alle preußischen Behörden die 24-Stun- den-Zählung einführen müssen.
Der Konflikt ist also da, ein so unsagbar schwerer Konflikt, daß er in seinen Folgen überhaupt noch gar nicht zu übersehen ist. Zwar ein Gutes wird er haben: das Publikum, das sich in der Behördenobganisation, der Zuständigkeit der einzelnen Ämter und Behörden schon längst nicht mehr ausfindet, wird aus die Art und Weise endlich darüber unterrichtet, welche Behörden zur Reichs- Verwaltung und welche zur preußischen Landesverwaltung gehören. Es wird also solch eine Art staatsbürgerlichen Unterricht geben, — was ja angesichts der p 0 l it i s ch e n U m b i l d u n g i n D e u t s ch l a n d gewiß einen Vorzug bedeutet! Aber sonst — wenn eine Reichsbehörde irgendeine Zeitangabe macht, die sich innerhalb der 12-Stunden-Zählung bewegt, so wird umgehend nr- schriftlich seitens der zuständigen preußischen Behörde um nähere Aufklärung gebeten werden. Was dazu beitragen wird, daß der nicht gerade sehr geringe Schriftverkehr der Behörden noch ein bißchen mehr anschwillt. Und wenn man sich dann im Reiche auf den Standpunkt stellt, daß we 24-Stunden-Zahlung offiziell gar nicht existiert, sozusagen ein Privatvergnügen Preußens ist, so ergeben sich daraus auch allerhand amüsante Zwischen- l a l l e, an denen der unbeteiligte Zeitgenosse seine Freude haben wird, übrigens hat — und das kompliziert die ganze Geschichte noch bedeutend — auch jene Institution die 24-Stunden-Zählung eingeführt, von der die Souveränität des deutschen Volkes repräsentiert wird, der Reichstag nämlich, gegen den somit das Reichskabinett wider den Stachel leckt.
Böse Menschen werden behaupten, daß die preußische Regierung ihren Beschluß gefaßt hat, um wieder einmal das Reich ein bißchen zu ärgern. Davon kann natürlich gar keine Rede sein. Denn, wie gesagt, man behandelt sich la gegenseitig mit der größten Liebenswürdigkeit. Von einem Konflikt kann gar nicht die Rede sein. Bloß von dem, daß man eben wieder einmal bewährtem Gebrauche gemäß nebeneinander h e r r e g i e r t und sich gegen jene Uniformierung wehrt. Wenn sich das Ausland gleichfalls darüber amüsiert, so mag man ihm dieses Vergnügen Nlhrg lassen. Aber Sorgen haben wir, Sorgen!
For-errmgen der österreichischen Heimaiwehren.
i Die Untersuchung der Wiener Zwischenfälle. '
Die Bundesleitung der alpenländischen Heimatwehren hat an den Bundeskanzler Dr. Seipel folgendes in poli- iifdjen Kreisen stark beachtetes Telegramm abgesandt:
„Im Namen sämtlicher alpenländischen Heimatwehren ersuche nh, allen etwaigen Versuchen, die Schuldigen der Ereianisse vom 15. ^uH in die Regierung zu nehmen, un-
Erhöhung der
Die Portoerhohung beschlossen.
Annahme der Gebührenvorlage im Verwaltungsrat.
Nach langer, sehr lebhaft geführter Debatte im Verwaltungsrat der Deutschen Reichspost wurde die Gebührenvorlage, die eine Erhöhung des Portos auf allen Gebieten des Postwescns bringt, angenommen.
Briefe und Drucksachen.
Nach diesen Beschlüssen kosten zukünftig Ortsbriefe 8 Pfg., Fernbriefe 15 Pfg. bis 20 Gramm, Ortspostkarten 5 Pfg., Fernpostkarten 8 Pfg., Drncksachenkartcn 3 Pfg., Drucksachen bis 50 Gramm 5 Pfg., bis 100 Gramm 8 Pfg., bis 250 Gramm 15 Pfg., bis 500 Gramm 30 Pfg., bis ein Kilogramm 40 Pfg., Päckchen bis ein Kilogramm 40 Pfg. (bisher 30 Pfg.).
Die Gebühren für Pakete. werden danach bis 5 Kilogramm wie folgt festgesetzt: 1. Zone 50 Pfg«, 2. Zone 60 Pfg., 3. Zone 80 Pfg., 4. Zone 80 Pfg., 5. Zone eine Mark. Für jedes weitere Kilogramm 10 bzw. 20 bzw. 30 bzw. 35 bzw. 40 Pfg.
Angenommen wurde weiter ein Antrag Dr. Nobis, wonach im Paketverkehr zwischen Ostpreußen und dem übrigen Reich 311m Ausgleich der in Polen liegenden Strecken die Gebühr der jeweilig nächstniedrigen Zone in Ansatz gebracht wird. Desgleichen wurde eine Entschließung angenommen, wonach die Reichspostverwaltung die Einführung eines Zwei- bis Drei-Kilogramm-Paketes zu billigem Einheitssatz zum 1. Oktober d. I. in Erwägung ziehen soll. Dagegen wird das eingeschriebene Paket in Zukunft abgeschasft.
Eine Reihe weiterer Bestimmungen wird gleichfalls nach den Vorschlägen des Arbeitsausschusses angenommen.
So beträgt in Zukunft die Versicherungs gebühr für. W e r t s e n d u n g e n 10 Pfennig, die EilZustellgebühr für Briefsendungen im Ortszustellbezirk 40 Pfg., im Landzustellbezirk 80 Pfg., für Pakete im Orts-
1/20 Matt. Die Gebühr für Bahnhofsbriese beträgt für ven -Kalendcr^ monat 18 Mark, für die Kälenderwoche 6 Mark; die Gebühr für Einlieferung von Einschreibsendungen usw. außerhalb der Postschalterstunden 30 Pfg.; die Paketlagergebühr 15 Pfg.
Für Postanweisungen beträgt die Gebühr bis 10 Mark 20 Pfg., bis 25 Mark 30 Pfg., bis 100 Mark 40 Pfg., bis 250 Mark 60 Pfg., bis 500 Mark 80 Pfg., bis 750 Mark 1 Mark, bis 1000 Mark 1,20 Mark.
Die Gebühr für - -
telegraphische Postanweisungen
beträgt bis 25 Mark 3 Mark, bis 100 Mark 3,50 Mark, bis 250 Mark 4 Mark, bis 500 Mark 4,50 Mark, bis 750 Marl 5,50 Mark, bis 1000 Mark 6,50 Mark, über 1000 Mark für je 250 Mark 1 Mark.
Hart gekämpft im Verwaltungsrat wurde um das Porto für Ortsbriefe, für das bekanntlich im Entwurf 10 Pfg. vorgesehen waren. Es ist schließlich gelungen, hierfür ein Porto von 8 Pfg. festzusetzen. Wie umkämpft gerade diese Position der Vorlage war, geht wohl am besten daraus hervor, daß die Ermäßigung^der Gebühren mit 21 gegen 19 Stimmen beschlossen wurde. Abgelehm wurde ein Antrag, der ein ermäßigtes Porto für Kartend riefe vorschen wollte, die allgemein als Briefe des kleinen Mannes gelten.
beugsamen Widerstand entgegenzusetzen. Die Heimat- wehren müßten sonst Maßnahmen schärster Art ergreifen." gez. Steindle.
Die polizeiliche Untersuchung wegen der Vorgänge am 15. und 16. Juli und das Strafverfahren gegen die Verhafteten gliedert sich in zwei Teile: in die Untersuchung der rein kriminellen Dinge, also Brandlegung, Totschlag, Raub und Plünderung, und in die der politischen Zusammenhänge. Interessant ist, wie das „Neue Wiener Tageblatt" erfährt, die Feststellung, daß nahezu 50 Prozent der Verhafteten schwer vö r b e st r a f t e Verbrecher sind, darunter einer wegen Brandlegung mit fünf Jahren Gefängnis und ein anderer wegen Mordversuchs mit vierjähriger Kerkerhaft. Die Untersuchung der politischen Zusammenhänge erstreckt sich dem „Neuen Wiener Tageblatt" zufolge auf die Agitation von kommunistischer Seite und auf die Hintermänner jener Provokateure, welche bei der Demonstration die Arbeiterschaft verhetzt und durch ihr aggressives Vorgehen gegen die Wache deren Einschreiten veranlaßt haben. Diese Provokateure waren es auch, die das Kommando zum Sturm auf d i e Wa ch st» b e u n d auf den I u st i z p a l a st sowie die Aufforderung zu den Brandlegungen gegeben haben. Es scheint, wie das „Neue Wiener Tagblatt" weiter meldet, klar hervorzugehen, daß tatsächlich ein P n t s ch p l a n Vorgelegen hat und daß es nur dem energischen Einschreiten der Polizei zu danken ist, wenn dieser Putschplan vereitelt werden konnte. Eine Anzahl von Zeugen können bekunden, daß am vergangenen Freitag wie auch am Sonnabend ein regelrechter Stafetten- dienst zwischen den Schauplätzen der blutigen Ereignisse und gewissen bolschewistischen Personen organisiert war, die sich in Wien aushalten.
Dèr Wiener Gemeinderat, dessen Mehrheit sozialistisch eingestellt ist, beschäftigte sich in einer längeren Sitzung mit den letzten blutigen Unruhen. Nach längerer Beratung,- während der es auch zu Lärmszenen kam, namentlich, wenn sich die Parteien gegenseitig die Schuld an dem Blutver
Postgebühren.
Der Ausschuß des Verwaltungsrats beschloß ferner, anläßlich des 80. Geburtstages des Reichspräsidenten ( Wohltätigkeitsmarken mit dem Bilde Hindenburgs ( herauszubringen, die den doppelten Preis kosten sollen- Die Marken sollen, wenn sie sich bewähren, später als einfache Briefmarke verwendet werden. Ein sozialistischer Antrag, auch eine Friedrich-Ebert-Markc zu schaffen, soll nach den Ausfchußbeschlüssen erst entschieden werden,' wenn sich die Hindenburg-Marke bewährt hat.
Dem Verwaltungsrat der Deutschen Reichspost ist jetzt die Bilanz für den 31. März 1927 und die Gewinn» und Verlnstrechnung für die Zeit vom 1. April 1926 bis 31. März 1927 vorgelegt worden. In dem Bericht sagt die Reichspost, daß das Gesamtergebnis zwar noch als befriedigend angesehen werden könne, daß es aber mit aller Deutlichkeit zeige, daß die für 1927 zu erwartenden Mehrausgaben ohne Gebührenerhöhungen nicht gedeckt werden können.
Zur psrioechöhung.
Die Termine der Gebührenerhöhung.
Als Termin für die Inkraftsetzung der neuen Vorlagen ist allgemein der 1. August in Aussicht genommen, mit Ausnahme des Paketverkehrs und der Zeitungsge- dühren, wobei die technischen Vorbereitungen eine Hinausschiebung bis zum 1. Oktober bedingen.
Gegenüber Zeitungsmeldungen, daß Neichswirt- schaftsminister Dr. Curtius sich gegen die geplante Portoerhöhung ausgesprochen habe, erklärte der Reichspost-- minister im Verwaltungsrat der Reichspost mit aller Bestimmtheit, daß der Reichswirtschaftsminister gegen die Gebührenerhöhung niemals Einspruch erhoben, im Gegenteil der Gebührcnerhöhung allerdings unter Bedenken gegen einige wenige Gebührensätze wiederholt ausdrücklich zugestimmt habe.
Ein kleiner ^ëslâm^miftdji-iuiiuwt^-öÄ^^ Scheckverkehr- -dir—übrrweisungsgrbühr fallen gelassen worden ist. Ebenso ist von einer Erhöhung der Auszahlungsgebühr abgesehen worden.
Für Einzahlungen auf Zählkarten bis 10 M. verbleibt es bei dem bisherigen Gebührensatz von 10 Pf., Einzahlungen von 10—25 M. sollen 15 Pf. kosten, von 25—100 M. 20 Pf., von 100—250 M. 25 Pf., in den folgenden Stufen bis 1250 M. bleiben die Gebührensätze unverändert. Ferner ist für die Beförderung der Postscheckbriefe eine Gebühr vorgesehen, die bei Benutzung der besonderen gelben Briefumschläge 5 Pf. beträgt. Die von der Verwaltung vorgeschlagenc Gebühr von 5 Ps. für das Ausfertigen des Kontoauszuges ist abgelehnt worden.
Die Wortgebühr für gewöhnliche Jnlandstelegramme im Ortsverkehr wird 8 Pf., im Fernverkehr 15 Pf. betragen. Die bisherige Stundnngsgebühr für Aufgabe eines Telegramms durch Fernsprecher, die bisherige Gebühr für Mitnahme eines Telegramms durch die Zusteller von 10 Pf. und die Gebühr für Stundung von Telegraphengebühr kommen in Wegfall.
Die in der Vorlage vorgesehene Einrichtung, beim Verkauf durch Wcrtzeichcngeber (Automaten) eine 8-Pf.- Karte für 10 Pf. abzugeben, ist beseitigt worden. Es sollen Vorkehrungen getroffen werden, um auch durch Automaten die L-Pf.-Marken zum Nennwert abzngeben.
gießen vorwarfen, wurde ein Antrag auf Einsetzung von Untersuchungsausschüssen angenommen. Ferner wurde der Antrag des Führers der "christlich-sozialen Gemeinde- fraktion auf Auflösung der Gemeindeschutzwache abgelehnt.
Bei der Diskussion, die in der österreichischen Öffentlichkeit über die Wiener Krawalle entbrannt ist, spielt gegenwärtig die Frage eine Rolle, ob von der Polizei gegen die Aufrührer D n m - D u m - G e s ch 0 s s e ver- tvendet tvorden find oder nicht. Von sozialdemokratischer Seite wird nämlich die Verwendung solcher Geschosse be- hauptet, während die Polizei diese Behauptung strikt in Abrede stellt. Eine Untersuchung soll auch ergeben haben, daß d:c Behauptung der Sozialdemokraten nicht den Tatsachen entspricht.
Die Verhaftung bcë preußischen kommunistischen Landtagsabgcordnetcn Pieck in Wien hat zu einem d i - p l 0 m a t i s ch e n S ch r i t t der deutschen Gesandtschaft in Wien geführt, die ein Ersuchen des Präsidiums des Preu- ßischen Landtages wegen Freilassung des Abgeordneten übermittelte.
Zugleich wurde angefragt, ob es den Tatsachen entspreche, daß er nur wegen Überschreitung der Paßvorschriften verhaftet worden sei. Das Bundeskanzleramt erklärte, die Annahme, daß der Abgeordnete Pieck nur wegen Überschreitung der Paßvorschriften verhaftet worden sei, treffe nicht zu, sondern cs sei bei ihm auch kompromittierendes Material gesunden worden. Bevor die diesbezügliche beim Landesgericht anhängige Untersuchung nicht abgeschlossen sei, sei ein Einschreiten der Bundesregierung nicht möglich.
Wiederaufflackern des Brandes im Justizpalast.
Aus dem Justizpalast stiegen wieder an einer Ecke Flammen auf. Die Feuerwehr war gleich zur Stelle uns löschte in kurzer Zeit den Brand, der infolge Inbrandsetzung eines noch glimmenden Balkens durch Luftzug entstanden war.