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-âint jeden Werktag. Bezugspreis: monat- M 0 Mark. Bei Lieferungsbehmöerungen durch Vg^e Gewalten", Streiks, Aussperrungen, Laimsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Hasprüche. Verlag Friedrich Ghrenklau, Fulda, Mslied des Vereins Deutscher Zeitungsver- jegkk. Postscheckkonto: Frankfurt a. m. nt.16009

KlemeSeitung für eilige Leser.

* Fm Laufe der Woche wollen mehrere Flieger den Atlantik überqueren, darunter die bekannten Piloten Loose und jföimecfe.

? * Die Wiener Gemeindewache wird auf Verlangen der interalliierten Kontrollkommission wieder aufgehoben.

* Präsident Coolidge hat amerikanischen Pressevertretern gegenüber erklärt, daß er am 4. März 1929 aus bem Amte scheiden werde.

* In Newvork wurden mehrere Untergrundbahuhöfe durch Vombenexplosionen zerstört, in Philadelphia eine Kirche teil- meist durch ein ähnliches Attentat vernichtet. Es handelt sich «scheinend um anarchistische Anschläge.

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Das Spiel geht weiter.

Wenn die planmäßig begonneneEnthüllungs"- Aon über angebliche deutsche Rüstungspläne oder Sii ebenso angebliche Verstöße gegen die Versailler Ent- Wnungsbestimmungen nicht einen so überaus ernst- Wn' politischen Hintergrund hätte, so wäre man bis- â versucht, über manches zu lachen, was dabei an Mismaterial" das Licht der erstaunt blickenden Welt , das aber in Paris, London und Brüssel überaus «Mt genommen wird. Oder man tut wenigstens so, M ob man es ernsthaft nimmt.

Da ist ein Geheimbericht des Generals Guillau- mtt.dm er an den französischen Kriegsminister Painlevd und dm Außenminister Briand geschickt hat. Guillaumat i kommandiert die französischen Streitkräfte im besetzten

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Rheinland und berichtet nun furchtbare Dinge alles .Tatsachen" natürlich über die deutschen Rüstungen im besetzten Gebiet. Jawohl, im besetzten Gebiet, unter den Augen der 80 000 Franzosen, Engländer und Belgier. Da werden Sportgesellschaften, Reitervereine und ähnliches gegründet, alles nur, um die deutsche Wehr- sähiae Mannschaft und die Jugend militärisch auszu- Wn und ein Rekrutenheer zu schaffen. Denn sie mar­schieren, treiben körperliche Übungen, werden als Reiter mb SW?K/ahrer ausgebildet. Noch mehr aber, viel Vic! mehr: da zeigt sich, laut Guillaumat, unter der Be- bölkerung dasdeutliche Bestreben", sich unter den ver­schiedensten Vorwänden zu bewaffnen. Freilich wagt der so sehr um seiner oder der Besatzungstruppen Sicherheit besorgte General nicht zu behaupten, daß diMBestreben" auch Erfolg gehabt hat.

, Noch aus einigen anderenTatsachen" werden die finsteren Pläne der deutschen Regierung deutlich sichtbar: w hat Wege und Eisenbahnlinien ausbessern lassen, Mt den Bau neuer Brücken alles natürlich nur, um Tchnelligkeit des deutschen Aufmarsches zu beschleu- JW Und wozu das Radio? Auch dieses dient nur ? Zweck, die Schlagkraft des deutschen Heeres zu er- Tagt Guillaumat. Er sagt auch, daß das Flug-, W zuletzt das Segelflugwesen, eine Gefahr für die Be- g bedeute. Man sieht also, von ivelch furchtbaren ^iohreu diese umgeben ist, und das war alles nur mög- toeil man der deutschen Regierung Konzessionen ^' ^ sich im besetzten Gebiet also in dein Sinne be- A kann, den Guillaumat und der französische General- ' 'Wrfäugig enthüllen.

^AM darunter guckt der Pferdefuß hervor: der Be- fcV^.. es auf Grund diesesBeweismaterials" für ^Jständlich, daß aus dem Rheinland die Besatzung .11 ich t entfernt werden darf, deren Anwesenheit iM?^ des deutschen Programms" zwar nicht ^ß^rn, aber doch verzögern könne; wenn die Be- ^2 abmarschiert sei, dann sei auch dies nicht mehr

sich in Deutschland den Kopf zerbrochen, Ä--1 ^e dunklen Quellen für die Anschuldigungen -J^ belgische Kriegsminister de Broqueville Deutschlands Abrüstung richtete; vielleicht war dieser Lj, ^nllaumats auch eine von diesen Quellen. Mög- x ^u alles heutzutage, da man eine geschlossene Aktion -J^tjchland in Gang gebracht hat, um eine ent- fA - Atmosphäre auf der bevorstehenden Genfer i zu schaffen. Denn das ist dieses - t' letztes Ziel und deswegen kann man über einen n,. v,e den oben angeführten des Generals Guillau- "°tt Nicht lachen.

panischer Vorstoß in China.

l a nl ni e n g e h e n mit England?

fies) in Schanghaier politischen Kreisen verlautet, soll ^ikH " ^ur Aufstellung gewisser Forderungen ent- die den kriegführenden chinesischen Par- liz werden sollen.

s^W s "Üblich für den Fall, daß keine Einigung W f^ ch'uesischen Norden und den. Süden zu- ore Beibchaltung der Truppen-

e kifften der Schantuugprovinz androhen. Die /^ haben Ä^?"^èn sollen utrgefâhr denselben Jn- r^Üftiieriei^6 ?^ â5 ausgestellten. Man befürchtet 'üunneii V*'«?^ eine Annahme der japanischen Be- ' ^ Kolvnirn" ^schurei und die Mongolei zujapa- Dazu S "^en würde.

2 ^eudeckun^ZEldet, daß England den Japa- ')i^cirutifteii !& ,^ste und sich mit den japanischen Kricklet widerstanden erklärt habe. Andererseits "'Ag eine'V? ''??sscheu den Truppen von Hankau und r a n d i g u n g erzielt worden sei.

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

Zulöa- und Haunetal »Zulöakr Kreisblatt Redaktion und Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 Zernsprech-flnschluß Hr.989 Nachdruck der mit * »ersehenen Reffte! nur mit <yueUenangabe,ZulöaerflnZeiger"gestaaet.

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Fulda, Montag, 8. August

Die Attentatspanik in Amerika

Nomhenexploßonen in

Aewyork and Philadelphia.

( Vier Untergrundbahnhöfe zerstört.

In großen Schrecken ist namentlich die Bevölkerung der großen nordamerikanischen Städte gesetzt worden. Fast gleichzeitig wurden Bombeuanschläge an verschie­denen Stellen verübt, die große Zerstörungen anrichteten und auch Menschenleben vernichtet haben sollen, obwohl darüber zunächst keine Mitteilungen ausgegeben werden.

Auf der Newhorker Untergrundbahn erfolgten in der Nacht vier gewaltige Explosionen. Die Anschläge ereig­neten sich auf der Broadway-Linie, 28. Straße, und auf der Fourth-Avenue-Linic, 23., 28. und 33. Straße. Nach den ersten Berichten wurden durch die Broadway-Explo­sion sieben Personen verletzt. Nicht nur der Untergrund bahnverkehr wurde unterbrochen, sondern auch der Straßenbahnverkehr. Der Broadway war in der Nähe der Explosionsstellc mit Glassplittcrn und mit Waren be­deckt, die durch die Gewatt des Luftdrucks aus den Laden- fenstern herausgeschleudert worden waren. Die Polizei nahm Absperrungen vor, um Plünderungen der in Mit­leidenschaft gezogenen Länden und Banken zu verhüte«. Die Polizei gibt an, es hätten nur zwei Explosionen statt­gesunden.

Die Erregung auf ven Untergrundbahnlinien stieg ins Ungeheure. Die Züge mußten überall angehalteu werden. Sechs Häuserblocks Weit wurden in den Wolken­kratzern die Fenster zertrümmert, in Hotels und Restau­rants wurden die Gäste von ihrey Stühlen geschleudert. Eine Person wurde verhaftet, doch scheint es sich dabei nur um einen Plünderer und nicht um einen Attentäter zu handeln. Von den Verbrechern selbst fehlt jede Spur.

Ungefähr um die nämliche Zeit, wie bald eintreffenbe Berichte besagten, wurde ein Bombenattentat auf die Emauuel-Presbytcrien-Kirche in PhiladUphia unter­nommen, das ebenfalls große Verwüstnngeu anrichtete. Der um die Kirche liegende Block von 15 Straßen wurde in Mitleidenschaft gezogen. Der Luftdruck war so stark, daß sogar einige Straßenbahnwagen umgewotfen wur­den. Der Attentäter warf die Bombe von der Straße ails mitten in den Kirchenraum; er konnte entkommen, ohne erkannt zu werden.

Bei Durchsuchung der Kirche in Philadelphia fand man noch eine zweite Bombe, die nicht explodiert war. Sie bestand aus einer Kanne mit Nitroglyzerin und war mit einer Zündkappe versehen, die offenbar versagt hatte. Die Bombe wurde Sachverständigen zur Untersuchung übergeben und man hofft dadurch den Urhebern der Atten­tate auf die Spur zu kommen.

Eine der Explosionen in Newyork entstand dadurch, daß der Untergrundbahnzug über eine auf den Schienen liegende Bombe hinwegfuhr, die bei der Berrihrung mit den Rädern des ersten Wagens in die Luft ging. Dabe: wurden der Zugbegleiter und ein Passagier schwer ver­letzt. Auf der anderen Station ist die Bombe auf eine bestimmte Zeit abgestimmt gewesen; sie explodierte in der Nähe des Schalters, wobei eine Fahrkartenverkäufern- ebenfalls schwer verletzt wurde.

Anarchistische Aacheakie.

Allgemein ist die Meinung, daß es sich bei den Bombenanschlägen um Racheakte der Anarchisten handelt, die ihre Ursache in der Angelegenheit SaccoVanzetti haben. Jedoch wird behauptet, daß durch solchen Terror die Möglichkeit der Begnadigung für die beiden Ver­urteilten nicht vermehrt, sondern auf ein Nichts ver­mindert ist. Die Bevölkerung ist aufs äußerste erbittert. Die Hinrichtung Saccos und Vanzettis soll in ver Rach^ vom 10. zum 11. August stattfiuden. Den Verteidigern Saccos und Vanzettis ist auch Professor Francis Bahre von der Harvard-Universität beigetreten, ein Schwieger­sohn Wilsons. In den nächsten Tagen sind weitere Schritte der Verteidigung beim Obersten Staatsgerichts­hof von Massachusetts und beim Obersten Gericht in Washington geplant, um die Aufschiebung der Hinrich­tung zu erreichen. Aufsehen erregte die Meldung, daß die Argentinische Kammer einen Beschluß gefaßt hat, beim Washingtoner Parlament zugunsten Saccos und Vanzettis zu intervenieren.

Vorfichismüßregeln.

Infolge der Attentate in Newyork und Philadelphia sind in allen größeren Städten Amerikas sofort umfang- reiche Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden. Das Oberste Gericht in Washington erhält jeden Tag einen Stoß Drohbriefe, in denen weitere Attentate angekündigt werden. Alle Untergrundbahnstationen in Newyork sind von der Polizei besetzt worden, da man weitere Attentate befürchtet. Die gesamten Polizeikräfte Newyorks in Stärke von 14 000 Mann sind zum Schutz der öffentlichen Gebäude, Bahnstationen, Museen und Börsen mobilisiert worden.

Neue Bombenanschläge.

;Sn Baltimore und Argentinien.

> Die Erregung in Nordamerika wurde noch gesteigert durch Mitteilungen über einen Versuch, das Haus des Bürgermeisters vou Baltimore durch eine Bombe in die Lust zu sprenge n. Während der Bürgermeister sich aerobe außerhalb der Stadt aufhielt, befanden sich seine

4. Jahrgang

Gattin, seine Kinder und andere Angehörige im Hause, Die Bombe explodierte in der Nähe der Veranda, die sie zerstörte. Verletzt wurde niemand. Die Feuerwehr fand in dem Wohnhause des Bürgermeisters noch eine zweite 4^cmbc.

Wie aus Montevideo gemeldet wird, wurde eine nicht explodierte Bombe vor der dortigen Zweigstelle der Newhorker National City-Bank gefunden.

In einem Restaurant in C h i k a g 0 und einem kleinen Laden in Rochester erfolgten Explosionen. Die Polizei bringt diese Fälle jedoch nicht mit der Sacco-Van- zetti-Angelegenheit in Zusammenhang.

Gewaltakte in Argentinien.

Die Bewegung für einen Generalstreik als Sym­pathiekundgebung für Sacco und Vanzeèti dehnt sich in Argentinien ans. Aus dem Innern des Landes werden Gewaltakte gemeldet. In Pergamine in der Provinz Buenos Aires wurde vor einem Automobilgeschäst eine Bombe geworfen. Die Schaufenster wurden zertrümmert. Eine weitere Bombe wurde auf eine Eisenbahnstrecke geschleudert, richtete jedoch nur unbedeutenden Schaden an.

In den Straßen fanden Demonstrationen statt. Die Ladenbesitzer wurden gezwungen, ihre Läden zu schlie­ßen. Diejenigen, die nicht geschlossen waren, wurden mit Steinen beworfen.

Ein unter dem Verdacht, an den Newhorker An­schlägen beteiligt gewesen zu sein, festgehaltener Mann hat ausgesagt, er heiße Maurice L. Seègcl, sei 30 Jahre alt und von Beruf Zahnarzt. Er sei vor 14 Jahren aus Rußland eingewandert. Seigel bestreitet, irgendwie an oem Fall Sacco-Vanzetti interessiert zu sein.

Sämtliche Untergrundbahnstationen stehen unter be­sonderer Bewachung, auch sämtliche öffentliche Gebäude, Gerichtsgebäude, Börsen, Kirchen, Klubhäuser und die wichtigsten Bureaus und Wolkenkratzer. Die unifor­mierte PöliM und, die Kriminalpolizei habeu^Mfehl, alle Personen, die verdächtige Pakete tragen, anzuhalten und deren Inhalt zu untersuchen. Für sämtliche Groß­städte des Ostens, z. B. Boston, Philadelphia und Balti- more, wurden ähnliche Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Verschiedene Personen wurden verhaftet, aber nach der Vernehmung entlassest. Bei den Explosionen auf den beiden Newhorker Untergrundbahnstationen wurden mindestens 20 Personen verletzt, davon zwei schwer. Auf dem Untergrundbahnhof 4. Avenue war die Bombe in Den Toilettenräumen versteckt worden.

Das Attentat in der Presbyterianerkirche in Phila­delphia ist zweifellos baranf zurückzuführen, daß de- Geist­liche am letzten Sonntag über den Fall Sacco und Van- zetti predigte und denroten Radikalismus" in scharfen Ausdrücken verurteilte.

Der Sekretär des Gouverneurs Fuller erklärte, der Gouverneur werde über die Petition, in der er um Ein­leitung eines neuen Prozesses in der Sache <-acco Ban- zetti ersucht werde, erst am Montag entscheiden.

Bewachung der amerikanischen Botschaft in Paris.

Die amerikanische Botschaft und die übrigen Dienst­stellen der amerikanischen Regierung in Pgris werden im Hinblick auf den Fall Sacco und Vanzetti scharf bewacht. Außer der Delegation des internationalen Gewerkschafts­kongresses ist auch eine Delegation der Internationalen Roten Hilfe auf der amerikanischen Botschaft erschienen, um für die Begnadigung Saccos und Vanzettis cunn- »reten. Der Ministerrat hat beschlossen, alle öffentlichen Kundaebunaen zugunsten Saccos und Vanzettis zu

Neue Erklärung Coolidges.

Rücktritt vom 21 m t a m 4. M ärz 1929.

Im Anschluß an den Abbruch der Genfer Marine- konferenz war berichtet worden, daß Präsident Coolidge 1929 eine neue Abrüstungskonferenz einberufen werde. Diesen Gerüchten tritt jetzt Coolidge selbst entgegen.

In seiner Sommerfrische in Rapid City hat er Presse- Vertretern gegenüber erklärt, daß er nicht die Absicht habe, noch eine Seeabrüstungskonserenz einzuberufen, da er am 4. März 192 9 znrücktretcn werde. Diese Erklä­rung wird allgemein so gedeutet, daß der Präsident unter keinen Umständen eine Wiederwahl annehrnen werde.

Nur der Vollständigkeit halber sei mitgeteilt, daß in Amerika die phantastischsten Meldungen über neue Flottenbaupläne der Vereinigten Staaten im Unuauf sind,

Deutsch-französische Handelsbeziehungen.

Noch kein Ergebnis.

Nach Beendigung des letzten Pariser Ministerrats wurde ein kurzes Kommunique ausgegeben, das nichts über die deutsch-französischen Verhandlungen sagt. Der Handelsminister Bokanowski gab auch beim Verlassen des Elysëes auf die Frage der Journalisten keine bestimmte Antwort, er sagte nur, daß der Abschluß der V e r * Handlungen bevorstehe. Ein neuer Ministerrat ist auf Dienstag angesetzt worden. Aus deutscher Seite wird es als fraglich angesehen, ob die Verhandlungen bis Uran versuchen, schon in den ersten Tagen der nächsten Woche zu einer Einigung zu gelangen. Nicht geklärt ist n. a. noch die Frage der Behandlung der elektrotechnischen Waren.