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ut-aer /lnzeiger
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bt. 190 —1927
Fulda, Dienstag, 16. August
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4. Jahrgang
Deutscher AtlanKflug abgebrochen
Das sang ’ für , für Dop- terffe und An-
2 000 leiste von onen Uuer
m, 1 fid >erJ
cin- üchs- : mit ^kUW und dM erste ilung
„Rmell" und „Europa"
I • zuMgekehrt.
Widrige Wetterverhältnisse.
Wegen des anhaltenden Sturmes auf dem Mntischen Ozean mußte auch das nach der Not- Liung der „Europa" weitergeflogene zweite Mmsesflugzeug „Bremen" die Weiterfahrt ab- Men und zurückkehren. Westlich von Irland Mc bis „Bremen" kehrt und richtete den Kurs öfelser nach der Heimat. Am 16.30 kam sie in MM an und landete glatt. Die Piloten sind Wlauf.
I Trotz Sturm und Wetter wollten die ersten Piloten, & seinerzeit den Europa—Amerika-Flug wagten, die Amzoscn Nungesser und Coli, den Atlantik auf alle Fälle treueren. Ihr Schicksal, der Untergang in den Wellen, tjtraget es gibt zu denken Anlaß. Die deutschen Atlan- MM hatten vor ihrem Start noch ein Telegramm an Ä Mütter der beiden verunglückten Franzosen geschickt. Dir Wen nach ihrem jetzigen Aufstieg mit denselben Ge- Wyu kämpfen gehabt, aber sie zogen aus dem Schick- Ml Nungessers und Colts die richtige Lehre, das heißt, sie taten zurück, als es noch Zeit war.
I Am Sonntag mit 18 Uhr 20 Minuten startete die DZremen" mit Loose und Köhl als Piloten und WMtzerrn von H ü h n e s e l d als Passagier. Der Flug keM-Dublin ist mit einer durchschnittlichen Geschwin- xigkeii von 118—128 Kilometern in der Stunde vor sich
MMnzm. Das ist ein äußerst längs« m e s Tempo, Icstudrrs wenn man bedenkt, daß man vorher mit einer Weistgeschwindigkeit von etwa 135 bis 140 Kilometerstun-.
Mietet Katte. Die ..Bremen" ist in Hannover. Osna- Mms Wakefield und Tombi (England), dann in Dublin , worden und flog dann über Irland in der Rich- WâantL Dann kamen Meldungen, das Flugzeug hab,: dcger des herrschenden außerordentlich starken Gegen- ^ndes am Montag den Rückflug angetreten. Um 8 Uhr ' Limiten ist es nach einer Meldung der Junkers- über dem Flughafen Chapel gesehen worden. De>- ■—fallt der Meldung war folgender: „Nach unver- Meldungen aus Mittelengland scheint sich daS WMug „Bremen" wegen des Herrschenden außerordent- »stacken Gegenwindes auf dem Rückweg zu befinden. âMug soll 8.53 Uhr über dem Flughafen Chape> W 11.15 Uhr über Pulham gesichtet worden sein mit bzw. südsüdöstlichem Kurs." Eine Bestätigung der kam dann erst um 16 Uhr 30 Minuten aus Desfach W vie Flieger glücklich landeten.
M DreifiuRöenflng der „(StiroH"-
M 'M Sonntag um 18 Uhr 25 Minuten startete die
mit den Wcltrekordfliegeru Edzard und Risticz M'^ifauer Flugplatz und am selben Tage um 21 Uhr M Men ging sie wieder in Bremen nieder. Ihre Rück- Ml ist auf
,t du
iE s d» -iE n ab-
Nan" : ein- M ft? ave- ■
ernste Motorstörungen
die sich nach etwa ständiger Fahrt über k Nordsee plötzlich eingestellt hatten und die Flieger "nd Edzard nach vergeblichen Ver- r-.cyur Behebung des Schadens zur Umkehr zwangen. ! '"Zündung des Landungsplatzes in Bremen gestaltete NM) schwierig. Schließlich konnten aber die Flieger des Landungsplatzes entdecken. Die Landung trotz alter Vorsicht der Flieger ziemlich hart, konnte s M . persönlichen Schaven der beiden Flieger und Passagiers Knickebocker durchgeführt werden. ; Fahrgestell imirbe jedoch unter der starken Last (sie f lv !;>800 Kilogramm Betriebsstoff von Dessau aus ' ^ldjäbigt und einer der Propeller ge- c n.
kN Neanflieger Edzard äußerte sich folgendermaßen k mnc Notlandung: „Zwischen Oldenburg und Emden Ivir in ein schweres Gewitter. Unaufhörlich uin- ans die Blitze und schwarze Wetterwände schlossen Gut hundert Kilometer nordwestlich Borkum RZiN'.sere Maschine von Gewitterböen IN a r g e s ch ü t i e I t. Plötzlich stellten wir fest, daß MESuch noch unser Motor überaus unregelmäßig MiN^^ entschloß mich daher im Einverständnis mit Unseren Herzens zur Umkehr. Ich habe das Ge- behandelt zu haben, indem ich nmkehrte. Ich .reincn an und landete auf dem Flugplatz. Jn- Verhältnis zum Leergewicht dreifachen Be- I â ? rbrachdas Fahrgestell und der Schwanz Adjx ^^es zerknickte. Rumpf und Kabine blieben Insassen unverletzt. Ich hoffe, den Flug bal- liL. Schals antrctenzu können. Die Ent- I ^^^uöer liegt bei den Junkers-Werken." —
I , Stark beschädigt.
P hatte übrigens bereits in der Gegend FühluüA mit der „Bremen" verloren.
Shi«? "UÄrsuchung der „Europa" hat ergeben, Matz s ^eug bei der Notlandung auf dem Bremer Ria u Ä Schäden erlitten hat. Der Propeller t mehr geworden, ebenso ist das Fahrgestell F&ttabm ^»^'schen. Die „Europa" ist gänzlich zu- ‘ und liegt auf 2er Erde, Der Schwanz ist
völlig abgebrochen, so daß man mit Besttmmtycll an- uchmen kann, daß das Flugzeug vorerst nicht wieder flug- fertig gemacht werden kann.
Nur eine Person in der ganzen Welt wird sich über diese allzu kurze Reise der „Europa" gefreut haben, das ist die Gattin des Passagiers Knickebocker, die in Bremen weilte und ihren Gemahl so schnell Wiedersehen sonnte. Aber ein solches Unternehmen erfordert Ausdauer — und es ist noch nicht aller Tage Abend.
Das Junkers-Flugzeug „Europa" wird von Bremen nach Dessau zurücktransportiert werden, wo erst nach dem Eintreffen der mit dem Begleitflugzeug „G. 31" zurückerwarteten Flieger Edzard und Nisticz ein Beschluß über einen weiteren Flug gefaßt werden wird.
Auch das Begieiisiugzeug gelandet,
Das Begleitflugzeug der Junkers-Werke, „G 31", das die Amerikaflieger bis Irland bringen sollte, ging zuerst nieder. Bei dem Nebel und den ungünstigen Wetterver- Hältnissen hielt man es für ein zu großes Risiko, Die schwere Junkers-Maschine nach England über das Wasser fliegen zu lassen.
§M§ Ltnweiier über dem Ailanièk.
Nach amerikanischen Wettermeldungen herrschte au! dem Atlantischen Ozean Weststurm der Stärke 11 bis 12. Die Windverhältnisse werden weiterhin beeinflußt durch die Lage der Tiefdruckgebiete. Südlich des Kerns herrsch Westwind, nördlich davon Ostwind. In den letzten Tagen lag nun der Kern der atlantischen Depression ziemlich weit im Süden, so daß auf dem größten Teil der Flugstrecke Ostwind zu beobachten war. Seit Sonnabend hat sich nun jedoch der Kern weiter nordwärts verschoben, so daß sick dementsprechend auch die Wcstwiudzone weit nach Norden ausgedehnt hat. Die Gegenwinde treten bis über die Hälfte der Flugroute auf. Erst dann, über der zweiten Hälfte des Ozeans, flauen sie etwas ab. Über der Milt: des Ozeans ist ein ganz schwaches Tiefdruckgebiet in End Wicklung begriffen, das nordostwärts vordringt und Anschluß an das über Irland liegende Tief gefunden hat.
Amerikanische ârbersiiungsn.
In Chikago waren auf die Nachricht vom Abflug hin die Arbeiten für die Empfangsvorbereitungen beschleunig! worden. Der Empfang der deutschen Flieger sollte in keiner Weise dem nachstehen, der Lindbergh bereitet wurde. Colonel Lindbergh selbst hat von Newhork aus den Junkers-Fliegern besten Erfolg wünschen lassen. Auch Philadelphia hatte alle Vorbereitungen beendet.
Die amerikanischen Rundfunksender unterbrechen ihr laufendes Programm, um das Publikum über den Verlauf des Fluges zu orientieren. Die Vereinigten Deutschen Gesellschaften haben eine Erklärung veröffentlicht, in der sie die Bedeutung des Transozeanfluges für die Beziehungen der beiden Länder betonen. Trotz der Rückkehr der beiden deutschen Atlantikflieger loben die Amerikaner ihre Tapferkeit. Sie haben ihr Leben nicht sinnlos geopfert, um ihre Tatkraft für große Leistungen für das Deutsche Reich noch aufzusparen.
Die Franzosen noch nicht gestartet.
Die „Columbia", das Flugzeug Levines und Drou- Hins, ist von unbekannter Hand beschädigt worden und muß erst repariert werden, bis es die Reise über den Atlantik antreten kann. Auch die anderen französischen und englischen Flieger warten wegen des ungünstigen Wetters noch weiter auf den Abflug.
Die Besatzung der „Germania".
In der Besatzung der „Germania" Könneckes, der jetzt in Köln weilt und Probeflüge macht, ist ein Wechsel eingetreten. Im Interesse der sicheren Durchführung des bevorstehenden Fluges ist Graf Sol m s zu dem Entschluß gekommen, daß die Bedienung der Funkanlage des Flugzeuges in die Hand eines erstklassigen Funkers gelegt wird. Durch den Rücktritt des Grafen ist in der Übernahme des größten Teils der Kosten des Fluges durch Graf Solms keine Änderung eingetreten. Könnecke beabsichtigt, nach einem erfolgreichen Flug mit einem für einen speziellen Zweck neu zu bauenden größeren Flugzeug int nächsten Jahr einen großen Flug zu unternehmen, bei dem Graf Solms sein Begleiter sein soll.
Die Landung der ^VremLK".
Berlin. In Berliner Liiftfnhrttrciscn wird die Durch- 'ührung des Rückfluges und der Landung der „Bremen", als ane große flugtechnische Leistung bezeichnet. Dabei wird ln- londers hcrvargchobcn, daß Kölst und Loose die Maschine nicht rgendwo rinterwegs abgcsctzt, sondern trotz der anßcrvrdcnt- üchen Witternngsschwicrigkeiten sicher in den Hcinrntßascn zurückgcführt haben. Der Entschluß zu dem Rückflug wird als Die einzigmögliche Lösung angesehen, und cs wird besonders «nertannt, daß die Piloten ihn gefaßt haben, obwohl pc iianir- !ich den Ehrgeiz hatten, den Flug nach Amerika, wenn» irgendwie möglich, zu Ende zu führen.
Die Glanzleistung-der Motoren.
Dessau. Die Piloten der „Bremen" wissen die Motoren über alles zu rühmen. Sie haben infolge des Unwetters fast die ganze Zeit mit Volldampf arbeiten müssen, während im allgemeinen der Motor bald nach dem Aufstieg gedro,selt wird. Teilweise mußten sic unmittelbar über den Erdboden fliegen und Bäume förmlich überspringen. Die gute Arbeit der Motoren hat die Piloten nur in der Auffassung bestärkt, daß der AtlaNtikWg schließlich gelingen wird.
Kleine Zeitung für eisige Leser.
* Auf der Würzburger Tagung der Saarvereine wurde in einer Entschließung die Rückgliederung des Saargebietes zum Deutschen Reich gefordert.
* Von den zwei Flugzeugen, die am Sonntag in Dessau starteten, um den Atlantik zu überqueren, mutzte das eine, dis „Europa", nach dreistündigem Fluge landen, das andere, die „Bremen", kam wegen widriger Wettcrverhältnisse nach 22 Stunden nach Dessau zurück.
* Aus Portugal wird gemeldet, daß die Regierung Herr der Lage sei und daß die Anführer deportiert werden sollen.
* Der chinesische Generalissimus Tschinkaitschck ist vom Oberkommando zurückgctreten und will sich ganz von der Politik zurückziehen.
Das unruhige Portugal.
Aus Lissabon kam die Kunde von dem AusbruÄ einer neuen Revolte mit dem Versuche, die jetzige Regierung zu stürzen. Wie immer bei solchen Gelegenheiten, widersprachen sich die ersten Meldungen. Eine offizielle Auslassung der portugiesischen Regierung behauptete, daß t's beim Versuch geblieben sei und die Regierung vollkommen die Lage beherrsche. Von anderer Seite wurde- über Paris gemeldet, daß das Ganze einen ernsthaften Charakter trage. Die Regierung sollte aus Lissabon geflüchtet sein und sich in einem benachbarten Ort nieder
gelassen haben. Schwieriger wurde die Beurteilung Angelegenheit noch, weil gleichzeitig
der sich
verlautete, daß
Portugiesischer Staatspräsident Carmona. auch in Oporto Unruhen gezeigt hätten. Das war
ein
Anzeichen dafür gewesen, daß die Bewegung keinen reinen lokalen Charakter trug, wie es nach den ersten Meldungem der Fall zu sein schien.
Wenn man die verschiedenen sich widersprechendem Meldungen aus Lissabon kritisch betrachtet, dann hat fid? diese letzte achtzehnte Revolte in den sechzehn Jahren fei' Bestehen der Republik ungefähr so abgespielt: Der General Carmona, gleichzeitig Ministerpräsident unt» Präsident der Republik, war bereits mehrfach aufgefordert worden, eines der beiden Ämter aufzugeben. Er ließ sich endlich dazu herbei, den Obersten Pasos S 0 n z a zum Vizeministerpräsidenten zu ernennen. Dieser, ein den Linksparteien artgehörender Offizier, war der Mehrzahl der Mitarbeiter des Präsidenten verhaßt, da diese größtenteils Monarchisten sind. Es bildete sich eine Verschwörung, an der sich zahlreiche Offiziere beteiligten. Diese drangen mit vorgehaltenem Revolver in den Ministerrat ein unv forderten die sofortige Demission Carmonas. Nach der Weigerung des Ministerpräsidenten gaben die Verschwörer mehrere Schüsse ab, die Carmona und einige Minister: verletzten. In der Aufregung entkamen die Attentäter, die Garnison wurde alarmiert.
Der Putsch selbst verlief anscheinend in der für Portugal üblichen Weise. Während in vielen anderer! Ländern bei solchen Gelegenheiten die Landgerichte viel Arbeit bekommen und Todesurteile gefüllt und auch vollstreckt werden, ist man in Portugal nicht so heftig, vermutlich, weil die Unruhen im allgemeinen wenig Blut erfordern und anscheinend schon zu einer Landesgewohnheit geworden sind. So hat man auch diesmal nur zu dem Brauche der Verbannung gegriffen — w c n n man den einlaufenden Nachrichten trauen darf. Die Hauptführer, darunter der Oberst Camara, sollen an Bord eines Kriegsschiffes gebracht werden, das sie nach einiger Zeit auf den Cap Verwischen Inseln absetzen soll. So würde in einem ge- Wissen Sinne gleichzeitig für eine Vermehrung der weißen Bevölkerung der afrikanischen Kolonien Portugals gc- sorgt. Außer nach den Cap Berdischen Inseln wurden int Laufe der letzten Jahre zahlreiche andere Rebellenführer auch nach Angola und Mosambik geschickt. Eine Internierung an Bord von Kriegsschiffen im Lissaboner Hafen oder in den dortigen Forts hatte sich als unzweckmäßig herausgestellt, da die Betreffenden mit Hilfe von Freunden doch bald wieder befreit wurden.
Der Grund zu dieser immerhin milden Behandlung von Aufrührern dürfte vor allen Dingen auch darin liegen, weil jeder in Portugal und besonders jeder Politiker weiß, daß vermutlich die Revolution, um die es fid? gerade handelt, doch nicht die letzt e ist. Denn durch die Niederschlagung irgendeines Putsches ist bisher nie ein dauernder Zustand geschaffen worden. Das ganze Staatswesen befand sich eben nur weiter im sogenannten