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Jlt. 191 -1927
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4. Jahrgang
ee^iEaeeswasRgawBi»«^
Meute französische Deutschlandhetze.
DÄtsiHs TWpey am Mem.
Gegen jede Verminderung.
Nicht etwa eine Tatsache, sondern mir die kürzliche Deutung, daß die französische Besatzung nm Rhein ent- ^rechend den Verträgen vernnndert werden könnte. läßt ^M-rcichs Chauvinisten nicht zur Ruhe lammen. Das Wcist der erneute Vorstoß, der soeben in dem nationalen „Echo de Paris" unternommen wird. Das KIM wendet sich in scharfer Weise gegen eine noch so qssinge Verminderung der Rheinlandtruppen. Das Ml- erwähnt kurz die politische Seite der Rheinland- pigc, die insbesondere durch zwei bedeutungsvolle Noten bc§ englischen Außenministers Chamberlain an Briand teWHb geworden sei. Von den Schreiben Chamberlain sei das zweite für Frankreich vollkommen unan- r^itibar.
Zu Wirklichkeit hat Chamberlain bekanntlich kaum Ms anderes gesagt, als daß unter den veränderten Uirfiändeil, der Erfüllung aller Verpflichtungen durch Deutschland, eine wiederholte Prüfung über die Möglich- teit der Truppenverminderung nicht ganz von der Hand zu weisen sei. Das „Echo de Paris" ist aber schon in Keberhitze geraten oder stellt sich wenigstens so. Es phantasiert von einer deutschen Armee von 250 000 Berufssoldaten, die in allerkürzester Zeit die französischen Befatzunastruppen von 45 000 Mann hinweg- MN könnten. Die jetzige Stärke der französischen Rhein- iandtzuppen bilde die einzige Sicherheit Frankreichs und rätfe auch nicht um einen einzigen Mann geschwächt Werden. Es sei zu befürchten, daß Briand in Genf seine Handlungsfreiheit nicht mehr besitzen werde und daß er eine deutsche Forderung nicht ablehnend werde bescheiden können.
Nebenbei meldet sich auch der bekannte Professor Bafrh, der Vorsitzende der französischen Liga für Menschenrechte. Er erklärt, schon seit Wochen gewußt
Ä, daß die deutschen Militärs verzweifelte An
Kommt ein neuer Ozeanflug?
Whlands Piloten nicht entmutigt.
Arbeiten in Dessau und Köln.
Die Meinungen über eine baldige Wiederholung des -Mnsluges sind geteilt. Wie cs heißt, hält Professor bie Jahreszeit für zu ungünstig, da die Tage nicht lang genug sind und sich im Herbst die Ncbel- uSling auf dein Atlantik verstärkt. Die Piloten denken ■ M h o f f n u n gsfrcudiger. Sie wollen den Versuch unter allen Umständen wagen, da sie so- der Güte der Maschine überzeugt, wie auch ^1.10- ihre eigene Person für ein solches Unter- i emzusetzen.
mw Dessau und Köln ist man an der Arbeit. Die ist bekanntlich völlig unbeschädigt angefommen, ..Wem erneuten Flug von Loose und Köhl stände » ^9C. An Stelle der „Europa" (D. 1197), soll ■ k<. umständen die in Bereitschaft stehende dritte hJ B des gleichen Typs, „D. 1198", für den Ozean- werden, da es sehr leicht möglich ist, daß Attttenneldungen vom Atlantik einen neuen Start Unorb-V or die „Europa" wieder völlig instandgesetzt SiivXi ^ic dritte Maschine ist bis in die letzten . n .ullsprobiert und wäre ohne weitere Vor- stcnHi ^" imstande, zusammen mit der „Bremen" zu
Könneckes probeflÄge.
deutsche Pilot, der die Atlantikreise an- >iii!l'^ Voraussicht nach der jetzt in Köln weilende I i«â^ ^in. Er führt Verhandlungen mit einem per- I den Flug interessierenden Amerikaner, I J ylug mehr eine w i r t s ch a s t l i ch e B c d e u - I die aber erst bei der Landung in Amerika I Ä>-^Meinung treten wurde. Es ist aber mit der Lübt,?. 8u 'rechnen, daß sich diese Verhandlungen n 0 ch I seit ^’ c 9 anze Woche hinziehen. In der Zwischen- Win Hunecke dauernd Probeflüge unternehmen.
"ungsflug mit der Gesamtbelastung von 3660 ^i vollauf befriedigt; er beabsichtigt, die W-'^â^ fortzusetzen und eine Belastung von 3800 I Ä an Bord zu führen.
“U1,tet Stehr, der als Begleiter des Fliegers Kernen °!^.dem beabsichtigten Ozeanflug in Aussicht ge- I cin -^mln eingetroffen. Könnecke empfindet I^Whn^ gegenüber dem «deutschen Prestige k r ' Rückkehr der beiden Dessauer Flugzeuge in r auch n , di ach mie vor lehnt er es rundweg ab, sgj . lr un geringsten unter den Druck der öffent- Htzcu zulasten a$öeinc'ncn Spannung und Erwar.
Die, , Echo aus aller Wett.
ÈC5t Junler^È.^^khr aller Piloten nach Dessau hat □ ^lÜclwunüb^ ^wohl wie den Fliegern eine Flut s iegen. Bèsm >-!^^^^en "us In- und Ausland ein- ^öchtzstex j ^tu herzlich gratulierte der amerikanische
■ 1 111 a n dem Professor Junkers, der
strengungen machten, sich den Bestimmungen ves Versailler Vertrages zu entziehen. Sie hätten die Absicht, ein stärkeres deutsches Heer zu schaffen, den Völkerbund vor eine vollendete Tatsache zu stellen und schließlich über Polen herzufallen.
*
Were Aufgabe in GM.
Wer wirklich von den Dingen in Deutschland etwas weiß, muß sofort erkennen, daß es sich um eine planmäßige Hetze handelt, ganz gleich, ob die Schreier dieser oder jener Art bewußt oder unbewußt ihre Fanfaren erschallen lassen. Man will eben in Frankreich trotz des nachgewiesenen fast einhelligen Friedenswillens in Deutschland das Pfand am Rhein nicht aus der Hand .assen, um bei allen politischen und wirtschaftlichen Fragen stets eine Gewaltdrohung über den Rhein richten zu können. Voraussichtlich werden sich unsere Vertreter in Genf demnächst nicht dadurch abschrecken lassen und unsere berechtigten Forderungen auf endliche Rheinlandräumung m it allem Nachdruck vertreten.
Dsr angebliche Gaarhahnschntz.
N u r e i n e f r a n z ö s i s ch e F e l d b a h n a b t e i l u n g.
Zum Abschluß eines Mietvertrages wegen der Unter- Vringungsräume für den Bahnschutz erschienen in Neunkirchen ein Oberregierungsrat von der Regierungskom- mission und ein f r a n z ö s i s ch e r O f f i z i e r. In dem Mietvertragsentwurf werden als Vertragsabschließende auf der einen Seite die Stadt Neunkirchen und auf der anderen das f r a n z ö s i s ch e K r i e g s m i n i st e r i u m, Abteilung F e l d e i s e u b a h n , genannt. Die Stadtverwaltung hat daraufhin die Unterzeichnung des Vertrages abgelehnt mit dem Bemerken, daß nach den Genfer Abmachungen französisches Militär im Saargebiet keine Aufenthaltsbefugnisse mehr habe und daß daher für die Stadt ein Vertrag mit dem französischen Kriegsministerium als ausländische Behörde nicht in Frage kommen könne.
ebenso zuversichtlich antwortete. Er führte zum Schlüsse seines Schreibens aus:
„Es würde uns eine ganz besondere Freude bereiten, wenn es uns möglich sein sollte, im Flug über den Atlantik Grüße und Worte der Hochschätzung für das Volk Lindberghs, Chamberlins und Byrds überbringen zu können, welches in so großherziger und sympathischer Weise unser Vorhaben begrüßte und unterstützte."
Der Direktor des Norddeutschen Lloyd, Geheimrat S t i m m i n g , drahtete:
„Beglückwünsche Sie zu den Leistungen Ihrer Flugzeuge. Daß die „Bremen" nach 2 2 st ü n d i g e m Fluge in schwerem Gewitter unbeschädigt nach Dessau zurückkehren konnte, ist eine Glanzleistung desMaterialsunddcrBesatzung. Wir wollen aus den gewonnenen Erfahrungen lernen. Grüßen Sie die braven Besatzungen beider Flugzeuge und seien auch Sie auf das herzlichste gegrüßt."
Auch die ausländische Presse ist des Lobes voll. Allgemein wird anerkannt, daß die „Bremen" 3200 Kilometer, d. h. die Hälfte der Flugstrecke, unter widrigen Wetterverhältnissen zurückgelegt hat. Die Franzosen wenden sich gegen die mysteriöse Haltung Levines und erklären, die einzige Mannschaft, auf die Frcmkreich heute eine sichere Hoffnung setzen könne, seien Coste und Le Brix.
VolZâusiß sein weiterer Ozeanflug ab Dessau.
Dessau. Die Besprcchnngcn, die Dienstag bei Prof. Junkers mit den leitenden Herren der Junkers-Werke und den Piloten der „Europa" und der „Bremen" stattsanden, dauerten bis in die späten Nachmittagstunden. Sie bcschus- tigien sich vor allem mit der Sichtung und Erörterung der Erfahrungen des ersten Versuches zur Ozeanuberguerung und führten zunächst zu dem Ergebnis, daß für das erste eine Wiederholung des Fluges nicht in Frage kommt. Ann, wenn günstiges Wetter eintreten sollte, würde in den nächsten Tagen ein neuer Start also nicht erfolgen. Ob er darüber hinaus noch vor dem Eintritt der Herbstwettervcrivde statt- finbett wird, hängt von den weiteren Beratungen ab.
Kleine Zeitung für eilige Leser.
* Reichskanzler Dr. Marx hat ein Begleitwort für das Hindenburg-Volksbuch geschrieben, in dem er Hindenburg den „Vater des Vaterlandes" nennt.
* Die Rcichsrcgicrung veröffentlicht jetzt die Begründung zum Entwurf des Kricgsschädcnschlußgesetzes.
* Ob der deutsche Orcanflug bald wiederholt wird, steht noch in Frage. Professor Junkers soll dagegen, die Piloten sollen dafür sein.
* Die Sowjetregierung bat die Teilnahme an der Weltver- kehrskonfercnz in Gens, die sic bereits zugefagt hatte, wieder abgelehnt.
Die Hindenburgspende.
Führer und Volk ist der Mann, der vergangene Größe durch Gegenwart führt zur Zukunft an.
Walter von Molo.
Vaier des BaieâKdes.
Reichskanzler Dr. Marx zur Hindenburg-Spende.
Dem von der Geschäftsstelle der Hindenburgs - Spende herausgegebeneu und demnächst erscheinen-», den Hindenburg-Volksbuch hat Reichskanzler Dr. Marr eine Würdigung Hindenburgs gewidmet, in der es Qpißt:
Als am 12. Mai 1925 Generalfeld marschalL v. Hinde n bürg das Anrt des deutschen Reichspräsidenten übernommen hatte, wurde keine leichte Bürde ans die Schultern eines Mannes gelegt, der sich bereits im einem langen Leben voll Pflichttreue und Hingabe iw Frieden und Krieg für das Wohl des deutschen Volkes eingesetzt hatte. Die Geschichte kennt wenige Beispiele, in denen ein gleicher Dienst am Vatericrnde in so hohem Alter gefordert wurde.
In der Ansprache, die ich am Neujahrs tage des> Jahres 1927 an den Reichspräsidenten gerichtet habe, konnte ich bereits in Dankbarkeit und Genugtuung sest- fieHen, daß sich die politische Leitung in zunehmendem. Maße auf einen die verschiedensten Bevölkerungsschichten und Parteigruppieruugen unrfassenden Willen zum Wiederaufbau der deutschen Weltgeltung mit den Mitteln einer ebenso sehr auf die friedliche Verständigung wie auf die Wahrung der nationalen Würde bedachten Politik stützen durfte. Der Ruf, mit beut Reichspräsident von Hindenburg bei seinem Amtsantritt in feierlich-ernster Stunde das deutsche Volke über alle Sonderintercssen hinaus zur Mitarbeit an dem Wiederaufbau des deutschen Gemeinschaftslebens aufgefordert hatte, hat also reiche und kostbare Frucht ge^ tragen. ‘
Der große Gedanke der Volksgemeinschaft hat in gemeinsamer Arbeit des. Reichspräsidenten, der Reichsregierung und des Reichstags das politische und wirtschaftliche Wollen des deutschen Volkes in stets stärkerem Maße und weiterem Umfange erfüllt. Das Vorbild aber in dieser so erfreulichen Gestaltung ist Reichspräsident v. Hindenburg gewesen.
Wir dürfen und wollen, geeint in gleicher Liebe zum Vaterlande, aem Reichspräsidenten am 80. Geburtstage in hoher Ehrerbietung Dank aussprechen für all sein sorgen und Mrheu my..dâWM des. ârtfchxtz Pater- landes. Den schönsten Ruhm, Vater des Vaterlandes zu sein, wird ihm das deutsche Volk an diesem Tage dankbar zuerkennen.
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Annahmestellen für die Hindenburg-Spende sind alle Postanstalten, Eisenbahnschälter, Banken, Sparkassen und die bekannten Postscheckkonten (3. B. Berlin 73 800).
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Nach dem unterbrochenen Ozeanflug.
Mit inniger Teilnahme hatte das deutsche Volk ohne Rücksicht auf die Parteistellung den Flug der. beiden Transozeanflugzeuge. „Bremen" und „Europa" von Dessau aus verfolgt. Man war sich überall der Schwere der Aufgabe, die sich unsere Flieger gestellt hatten, bewußt. Man saunte die Ungunst der Witterung und merkte selbst deren ständige Verschlechterung. Aber man war so durch" drungen von der Tüchtigkeit unserer Piloten und der Vortrefflichkeit des deutschen Materials, daß man ein Mißlingen für ausgeschlossen hielt. Mit großem Schmerze mußte man jedoch hören, daß die „Europa" auf der Nordsee umkehren und in Bremen notlanden mußte, wobei sie argen Schaden erlitt. Die „Bremen" aber flog noch und überlvand alle Widrigkeiten des Wetters. An diese Hoffnung klammerte man sich, bis auch hier die Kunde kam, daß "baS Flugzeug, der Gewalt der Elemente weichend, hatte u m k e h r e n. müssen. .
Selbstverständlich hat dieses Mißgeschick in der weitesten deutschen Öffentlichkeit das größte Bedauern her- vorgerusen. Der Flng über den Ozean von West nach Ost war schon verschiedentlich geglückt. Er ist bedeutend leichter als der umgekehrte Weg. Dazu waren schon verschiedene Ansätze gemacht worden, aber es war nur einmal zu einer eigentlichen Tat gekommen. Das war der Flug der Franzosen Nungesser und Coli, der so tragisch endete und den beiden das Leben kostete. Unter diesen Umständen kann man es keinem Deutschen verdenken, Venn sein Herz höher geschlagen hätte in dem Gedanken, daß deutschen Fliegern zum ersten Male das Wagnis der Überquerung des Atlantischen Ozeans von Europa nach Amerika geglückt wäre. Diese Hoffnung ist nun durch das Mißgeschick unserer Flieger zunichte gemacht worden.
Ist jedoch angesichts dieser Tatsache ein Grund zur Mutlosigkeit vorhanden? R ein, im Gegenteil, das Ziel ist zwar nicht erreicht, der Versuch hat uns jedoch gezeigt, daß es erreichbar ist und daß wir mit unserm Material die Tat durchführen können. Dazu brauchen wir uns nur die Einzelheiten vor Augen führen. Die „Bremen" hatte schon den offenen Ozean erreicht, als sie umkehreu mußte. Sie hat in diesen 22 Stunden, wo sie in der Luft Ivar, an 3200 Kilometer zurückgelegt. Das ist die Hälfte der Strecke nach Newyörk. Die Motoren waren bei der Landung in so glänzeisder Verfassung, daß sie die andere Hälfte vermutlich ebenso leicht überwunden hätten, hätte das Wetter nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Kampf gegen einen Sturm von zeitweiliger Stärke 12, den jeder Seefahrer fürchtet, konnte dem Motor und dem Fahrzeuge selbst nichts anhaben. Er hatte aber den Ben- zittvorrat derartig erschöpft, daß bei Weiterfahrt der Tod auf offenem Meere sicher gewesen wäre. Aus allen diesen Umständen können wir die Zuversicht schöpfen,-daß der