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Zulöaer /lnzeiger
Erscheint feöen Werktag. Bezugspreis: monatlich 2 Mark. Bei Lieferungsbehmöerungen durch 'höhere Gewalten", Streiks, Tlusfperrungen, Bahnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Ansprüche. Verlag Krieörich Threnklau, Zulda, Mitglied des Vereins Deutscher Aeitungsver- leger. Postscheckkonto: Zrankfurt a. M. M.a6ooo
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Meine Zeitung für eisige Leser.
* Kiel lief der neue Kreuzer „Karlsruhe" unter An- wcseichcit des Reichswehrministers vom Stapel. Oberbürger- mcister Finter aus Karlsruhe hielt die Taufrede.
* Die deutsche Handelsbilanz im Monat Juli weist eine Massivität von 430 Millionen Mark aus. Seit September migen Jahres ist es nicht mehr gelungen, eine aktive Han- relsbilanz herbeizuführen.
* Eine Offizicrsrevolle zugunsten des früheren Diktators Mgalos wurde in Athen unterdrückt.
* über sämtliche Städte des nordöstlichen Teils der Ver- âchten Staaten wurde der „Kleine Belagerungszustand" »Mngt, um Unruhen aus Anlaß der Erregung über den -^ Saeco und Vanzetti zu verhindern.
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Ein Schritt vorwärts.
Belgien hat die deutsche Reichsregierung davon verständigt, daß es nichts gegen eine gemeinsame Untersuchung der Vorgänge beim sogenannten Frantureurkrieg in Belgien im Jahre 1914 einzuwenden habe. Die deulsctie Regierung hat daraufhin der belgischen Regierung mitteilen lassen, daß sie die belgische Erklärung begrüße und damit einverstanden sei, alsbald in Verhandlungen über die Einsetzung einer unparteiischen Untersuchnngskommission einzutreten.
Zaid nach Unterzeichnung des Versailler Friedensrates setzte die damalige deutsche Nationalversammlung eine ständige Kommission ein, die einmal die Ursachen des deutschen Zusammenbruches, dann die Deutschland ^geworfenen Verstöße gegen das Völkerrecht und damit im Zusammenhangs auch die Frage der S ch u l d am hieße genau prüfen sollte. Nebenher lief das große linternehmen des Auswärtigen Amtes, das alle deutschen dUomatischen Urkunden seit 1870 bis zum Weltkrieg ver- öMtüchèn ließ. Es ist dies vielleicht das bisher größte st cMmme Aktenwerk und eine treffliche Unterstützung bet Witai des Untersuchungsausschnsses. Deutschland wollte dadurch beweisen, daß es alles tun will, um die WM UMen.der Weltkatastropye enthüllen zu helfen, und daß es andererseits in nichts das Licht der Welt zu icheuen habe. Deshalb wurden alle deutschen Aktenschränke geöffnet. Jeder, dem es wirklich ernst mit der Erforschung der Wahrheit ist, braucht nur zuzugreifen. Notwendig ist es Merdlilgs, daß auch vou der Gegenseite so verfahren wird. Damit hapert es allerdings gegenwärtig noch sehr.
Der erwähnte Untersuchungsausschuß hat nun kürz- eine seiner Arbeiten zum Abschluß gebracht, indem er N ^Material zusammenstellte, das über die angeblichen «»stoße gegen das Völkerrecht vorgebracht war. Er hat t^rsch gesichtet und sich auch nicht gescheut, ein Urteil »u fallen, das, wie in der Frage der Deportation der bcl-
Leiter während des Krieges, nicht einfach alle Eichen Maßnahmen guthieß. Ein großer Teil dieser ^Aientlichuugen hat nun in Belgien großen Wider- MMl hervorgerufen, da dadurch viele der Behauptungen Ahnert wurden, die man in Brüssel aufstellte, um das 4lche Verhalte« währeud und nach dem Kriege Deutsch- » gegenüber zu rechtfertigen. Es kam zu Notenaus- Meinungsäußerungen zwischen den Vertretern eiligen Regierungen, die schließlich zu dem ttber- --mmen führten, vorläufig einmal die Frage des Jeuffrf'tl reurkrieges in Belgien und der von angewandten Gegenmaßnahmen durch eine """Iche Kommission untersuchen zu lassen. Ob man teils le ruderen Streitfragen mit Belgien so erledigen wird noch verhandelt.
sich denken, daß dieses Abkommen in der nicht geringes Aufsehen erregte. Ist es doch li>im»>^"^ eine der uns früher feindlichen Regie- Wai v "^ unparteiische Untersuchung einer Sache ein- ürikâ^ 'nehr oder weniger auch die ganze Frage der anfrollen muß. An diese Frage durfte bisher feier werden. Alle deutschen Anregungen nach kÄ hin wurden stets schroff zurückgewiesen. Der 8rdn?m - ^^ einfach und klar. Um eine Verteidigung Besingen eines solchen Gewaltfriedens, wie es 'Hnho A ^' 5“ haben, mußte man schon gewichtige NnX SW^^n- Ein solcher Grund war das Märchen ^lt ^ e i »schuld Deutschlands am Kriege, vor dem eigenen Gewissen und dem Ge- "^olt entlasten, warum man das Deutschland ^tbipr+^}1^ Waffenstillstandes gegebene Versprechen I^bng nach den 14 Punkten Wilsons richten ^^. *n Aussicht genommenen unparteiischen ^'^ Vorkommnisse in Belgien heranskom- vcan natürlich noch nicht wissen. Es wäre allzu großen Hoffnungsfreudigkeit Dafür haben wir schon mit ähnlichen Ein- 1 u trübe Erfahrungen gemacht. Vielleicht
'Nen' -r>âuze für uns nicht so günstig ab, wie wir es er- hat das ganze Verfahren aber doch ein immer wieder darauf zurückgreifen ?^b, ptis, "weisen, daß hier eine alliierte Macht selbst Ä Fragen nicht einseitig durch Macht- ^ der Ei - " ^vnnen. Das ist ja der Vorwurf, den s, Früher L '"""^ gemacht haben. ^ei Friedensverhandlungen üblich, Miragen PrS.(l ,e tn offener Aussprache die schweben- Meist den Natürlich zog schließlich der Be- n '^Mmen "rzereu. Aber es war doch der Stachel .6-5 von vornherein auf eine Vergewal- aiM^’ solche wAM’ ®‘e Sieger des Weltkrieges schlu- in den Wind. Sie wollten 1 11,1 offen ein'nâ/, ""ibauen. Sie haben bisher noch ‘'•miteljen gewagt, welch schlechten Erfaß-
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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Iulöa- und Haunetal.Zulöaer Kreisblatt
Redaktion und Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 ❖ Zernfprech-Rnschluß Nr. 989
Nachdruck der mit * versehenen Artikel nur mit «huellenangobe „Zulâaer finzeiger"gestaSet.
Fulda, Montag, 22. August
Belagerungszustand in Nordostamerika.
AlambereWast wegen Sacco und Vanzetti.
Schärfste Vorsichtsmaßregeln.
Die Verwerfung des Wiederaufnahmegesuches im Fall Sacco-Vanzetti durch den Obersten Gerichtshof von Massachusetts hat zu außerordentlichen Maßnahmen der Behörden in den Vereinigten Staaten geführt, für die in der bisherigen Geschichte — abgesehen von Kriegszeiten — kaum ein Beispiel zu finden ist.
Es wird gemeldet, daß über sämtliche nordostamerr- kanische Städte, Newyork, Boston, Philadelphia und Chikago der „kleine" Belagerungszustand verhängt worden ist. Urlaub an Polizisten wird nicht mehr bewilligt. Sämtliche öffentlichen Gebäude stehen unter verstärktem Polizeischutz. In Chikago wurde eine Anzahl von Leuten unter besondere Polizeiaufsicht gestellt. Die Polizei hat Anweisung erhalten, Demonstranten sofort zu zerstreuen, wenn Ausschreitungen zu befürchten sind.
Die Polizeipräsidien erließen Befehl, an allen öffentlichen Gebäuden, Brücken, Untergrund- und Hochbahnen starke Polizeiwachen aufzustellen, um Bombenattentats zu verhindern. Außerdem patrouillieren vor sämtlichen bekannten Versammlungslokalen und auf öffentlichen Plätzen starke Polizeiaufgebote. Polizeiautos und berittene Abteilungen durchstreifen die Straßen. Die New- Yorker Polizei hat Befehl, die Personen, die Pakete tragen, vor Betreten der Untergrundbahnhöfe zu untersuchen, wenn sie es für notwendig hält.
Wie die Verteidiger von Sacco-Vanzetti bekanntgeben, ist einer der Verteidiger, Richard Evarts, auf die Sommerbesitzung des Richters Morton vom Bundesappellationsgericht gefahren. Er beabsichtigt, Richter Morton zum Eingreifen zu veranlassen, damit er den Befehl
Richter Thayer.
erläßt, Sacco und Vanzetti dem Appellationsgerichr oor- zuführen, womit gleichzeitig die vorläufige Hinausschie
rungen sie gemacht haben. Der frühere polnische Ministerpräsident S k r z y n s k i betonte neulich, daß Clemenceau und Lloyd George recht schlechte Friedensverträge gemacht hätten. Lloyd George hat auch selbst einmal in einer schwachen Stunde bekannt, daß alle Völker gleichmäßig in die Weltkatastrophe hineingetaumelt seien. Deutschland will von keiner Schuld, die es beging, freigesprochen werden. Es will nur nicht als der Allein- schuldige dastehen. Bisher halten aus Furcht vor der Wahrheit unsere früheren Gegner ihre Archive noch immer größtenteils geschlossen. Belgiens Vorgehen schlägt hier die erste Bresche. Die übrigen werden folgen müssen, wenn sie sich nicht der Gefahr aussetzen wollen, ihr Zögern als das Eingeständnis dafür aufgefaßt zu sehen, daß sie seinerzeit bewußt ein großes Unrecht begingen unter dem Vorgeben, Recht und Gerechtigkeit in der Welt wiederherstelleu äit wollen.. ______________
Die Ehrung des Reichspräsidenten.
Der Geschäftsstelle der Hindenburg-Spende sind zahlreiche Mitteilungen zugegangen, denen zufolge Büsten und Plaketten des Reichspräsidenten mit der Angabe vertrieben werden, daß ein bestimmter Teil des Erlöses der Hindenburg-Spende zugeführt wird. Es kann selbstverständlich keinem Geschäftsmann verwehrt werden, von dem Erlös seiner W-are einen Anteil Wohlfahrtszwecken zuzuführen. Etwas anderes ist es aber, wenn durch entsprechende Reklamemaßnahmen der Anschein erweckt werden soll oder entsteht, als ob vertragsmäßige Vereinbarungen mit der Hindenburg-Spende vorlägen oder als ob die Hindenburg- Spende mittelbar oder unmittelbar V e r k ä u f e r i n wäre. Die Hindenburg-Spende macht deshalb darauf aufmerksam, daß sie mit keine m Unter n e h m c it Vereinbarungen über den Vertrieb von Plaketten und Büsten getroffen hat. Sie wird es auch in der Zukunft ab lehnen, derartige Vereinbarungen zu treffen. Ihrerseits gibt sie lediglich das Birch „Reichspräsident Hindenburg" heraus.
Anzeigenpreis: Zur Behörden, Genossenschaften,Banken usw. beträgt dieKieinzeile 0.30 Mk., für auswärtige Mustraggeber 0.25 !Nk.,für die Reklamezeile 0.90 SIL u. alle anderen 0.15 Mk., Reklamezeile 0.60 Mark ❖ Bei Rechnungsstellung hat Zahlung innerhalb 8 Tagen zu erfolgen ❖ Tag- und Plahvorschristen unverbindlich.
4. Jahrgang
bung der Hinrichtung verbunden wäre. Ferner ist der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staten in Washington angerufen worden. Bei Richter Thayer (siehe Abbildung), der seinerzeit das Urteil sprach, ist Aufschub der Hinrichtung beantragt worden. Vanzettis Verteidiger bc hauptet, daß sein Klient wahnsinnig geworden sei. Bon amtlicher Seite wird demgegenüber erklärt, daß die Verurteilten keine Anzeichen einer körperlichen oder geistigen Krankheit aufweiscu.
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Der Oberb undesri ch ter lehnt Aufschub ab.
Der Oberbundesrèchter Holmes hat für die oberste Berufungsinstanz den Antrag der Verteidigung Saccos und Vanzettis auf weiteren Aufschub der Strafvollstreckung abgelehnt, so das? die Hinrichtung erfolgen wird, wenn der Gouverneur Fuller die Verurteilten nicht b e - na bi g L
Der Erste Anwalt Hill hat in einem Schreiben an Gouverneur Fuller um weiteren Aufschub der Hinrichtung Saccos und Vanzettis ersucht, um eine Verhandlung vor dem Obersten Bundesgericht zu ermöglichen. Die Verteidiger Saccos und Vanzettis konnten das Revisionsgesuch dem Obersten Bundesgericht nicht einreichen, da die Ge- »ichtsbeamLen erklärten, das Gesuch habe wegen Fehlens -er Prozeßakten nicht die vorgeschriebene Fassung. Den Anwälten der Verurteilten ist auch die Erlaubnis zum Appell an das Bundesdistriktgericht für Berufungsfälle versagt worden. Damit scheint das Schicksal Saccos und Vanzettis besiegelt zu sein.
Präsident Coolidge erklärte, er beabsichtige sich nicht in die Angelegenheit einzumischen, da es Sache des Gouverneurs Fuller sei, ob er die beiden Verurteilten begnadigen wolle. Sowohl bei Coolidge wie bei Fuller liegen zahlr.^che ^iHi^i vor.
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Gouverneur Fuller.
„Schuhmacher gegen Schuhmacher", so nennt ein amerikanisches Blatt das Senfationsdrama von Massachusetts, das mit der Verwerfung der Berufung Saccos und Vanzettis sein vorläufiges Ende gefunden hat; nur das Schlußkapitel, das „Hinrichtung" oder „Begnadigung" überschrieben sein kaun, steht noch aus. Warum aber „Schuhmacher gegen Schuhmacher"? Weil der Mord, der vor sieben'Jahren den Anlaß zu dem Prozeß gab, sich in einer Schuhfabrik abgespielt hat, weil die Ermordeten in dieser Fabrik beschäftigt waren, weil der zum Tode verurteilte S a c c o von Beruf Schuhmacher war und weil, wie man jetzt herausgefunden hat, auch der Gouverneur Fuller, in dessen Hände das Schicksal beider Italiener gegeben war, gleichfalls aus dem Schusterhandwerk hervorgegangen ist. Fuller hatte als junger Bursche „Schuhmacher gelernt" und damals einen Wochenlohn von 7X> Dollar bezogen. Fuller kam mit 19 Jahren — heute ist er 48 Jahre alt — nach Europa, wo er in das Autofach ging. Hier brachte er es bald so weit, daß er sich selbst ein Auto anschaffen konnte. Später trat er der Direktion einer Bostoner Automobilbaugesellschaft bei und hier erwarb er sein großes Vermögen, das auf 40 Millionen Dollar geschätzt wird. Mit dem Reichtum kam der politische Ehrgeiz und der ehemalige Schuhmacher Fuller wurde Mitglied des Parlaments von Massachusetts, dann Mitglied des Repräsentantenhauses zu. Washington und schließlich Gouverneur von Massachusetts.
Ins Ikilschea um die Setoungsuerminberung.
Frankreich will 5000 Maun zurückzichen.
Allmählich erfährt man Näheres über den augenblicklichen Stand der Verhandlungen über die V e r m i u- deru n g der R h e i n l a N d b e s a H u n g. Deutschland, so meldet der „Petit Parisieu", habe, als die vollständige Räumung des Rheinlandes ausgeschlossen schien, die Verminderung der Besatzungstruppen auf die Garuisonstärke von 40 000 Mann, die sich vor dem Kriege im Rheinlaude befand, verlangt. Diese deutsche Forderung, die eine Verringerung der 70 000 Mann starken Besatzung um fast die Hälfte bedeutet hätte, habe nicht angenommen werden können.
Nun habe England eine Verminderung um 14 000 bis 15 000 Mann vorgeschlagen, wovon 12 000 auf die französischen, 1200 auf die englischen und 1500 Mann aus die belgischen Truppen entfallen sollten. Dieser Vorschlag von englischer Seite sei jedoch von der französischen Regierung auch nicht als annehmbar betrachtet worden. Die von den Franzosen in Aussicht genommene Zahl sei etwas niedriger als 5000. Diese Ziffer sei in der letzten Note England mitgeteilt worden. Es heißt auch, das? die französische Negierung bereit wäre, die kleinen Orte, besonders die Badeorte, zu räumen und die Besatzungs- Iruppen in den Großstädten zu konzentrieren.
Aus London wird demgegenüber gemeldet, daß England auf die französischen Vorschläge nicht einzugehen gedenke. Die Verhandlungen würden weitergeführt, es sei aber keineswegs sicher, ob sie noch vor der Völkcrbuud- tagung zn einem Ergebnis führen würden.
Die Hindenburgspenöe.
Helft Hindenburg helfen, der uns allen Führer und Vater ward in harter Kriegs- und Friedenszeit!
Cuno, Reichskanzler a. D.