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I Zul-aer /lnzeiger

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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zulöa- und Haunetal *Zulöaer Kreisblatt Reâaktion und Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 §ernsprech-^nschluß Nr.9S9

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pH -1927

Fulda, Donnerstag, 1. September

4. Jahrgang

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Mischer Wahlsieg im Memel-Gebiet

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Sas Memelland ist deutsch.

Litauens Wahlniederlage.

Durch den Friedensvertrag von Versailles wurde das Welland vom Deutschen Reich abgetrennt und stand M Februar 1920 bis Anfang 1923 unter französischer Wallung. Im Februar 1923 sprach sich die Pariser Wichasterkonferenz für die Angliederung an Litauen M Gewährung selbständiger Verwaltung aus, die dem I «â auch einen eigenen Landtag zubilligte. Ein Gou- [ fjfucur übt die oberste Gewalt aus. Seit jener Zeit gibt mLitauen die erdenklichste Mühe, das Gebiet feines mischen Charakters zu entkleiden. Keine Rücksichtslosig- yjcin Hinwegsetzen über die Verträge scheute man dabei N litauischer Seite. Mit welchem Erfolg, zeigt die I M Wahl zum Memellandtag, die schon vor der end- »Mm Feststellung der Resultate einen gewaltigen Sieg

Deutschen erkennen läßt.

I Die Wahlen zum Memelländischen Landtag werden IMde Mandatsverteilung bringen: deutsche Par- f leien22, Groß-Litauer 4, Kommunisten 2, Aufwertungs- I Mr t. Die Wahlbeteiligung betrug in der Stadt 73, t stillt Lande etwa 60 Prozent gegen rund 85 Prozent I total ersten Landtagswahlen. In der Stadt Memel IM nach der ersten Zählung Stimmen abgegeben: für I iit deutsche Memelländische Volkspartei 8548 (12 194), I «Mirtschaftspartei 732 (208), Sozialdemokratische I Wei 1449 (2643), Kommunisten 2391 (1146), Groß- I Nilische Parteien 1076 (428). 93 Stimmen fielen noch I die Anfwertnngspartei. Die in Klammern stehenden I Wen zeigen die Stimmenverteilung bei der letzten Wahl I is »er 1925 an. Wahlberechtigte sind 20 100 vor- I laben.

Also. trotz der geringeren Wahlbeteiligung ist das I si^mmberhältnis ungefähr das gleiche geblieben wie | 1®. Äi ist aber zu berücksichtigen, daß zahlreiche

Deutschgesinnte, die nicht für Litauen optiert hatten, in­zwischen zur Auswanderung veranlaßt worden sind und durch einwandernde Litauer ersetzt wurden, die bereits mitwählen durften. Die Wahlmüdigkeit gegen 1925 hatte Platz gegriffen, als die mit großer Energie im Februar geführten Wahlvorbereitungen plötzlich abgebrochen wer­den mußten. Außerdem war es infolge der strengen amtlichen Pressezensur nicht möglich. die Wähler hin­reichend aufzuklären. Fast alle von Amts wegen bestellten Wahlbeamten waren Litauer, ferner stand die ganze Öffentlichkeit während der Wahlzeit unter stärkstem mili­tärischen Druck. Aber trotz aller Schikanen, trotz aller Be­einflussung ist der Gedanke der deutschen Kultur- gemeinschaft nicht zu beeinträchtigen gewesen, weder in der Stadt Memel, noch in den Landbezirken.

Ergebnisse aus Land und GLadi.

Von insgesamt 200 Landbezirken wurde in 130 Be­zirken der Wahlausfall im Laufe des Mittwochs festge- stellt. In diesen Landbezirken hatten erhalten: Memel­ländische Volkspartei (deutsch) 7200. LandwirtfchaftS- vartei 12 000. Sozialdemokraten 3000, Kommunisten 1000, Aufwertnngsbnnd 1200. grostlitauische Parteien zusam­men rund 4000. Aus Stadt Memel und den 130 Land­bezirken zusammen ergab sich nachmittags folgendes Stimmeneraebnis: Volksnartei 15 700. LandwirtschaftS- vartei 12 800. Sozialdemokraten 4400. Kommunisten 3200, Aufwertungsbund 1300, grostlitauische Parteien zusam­men 5200 Stimmen.

In K 0 wn 0 fand alsbald unter dem Vorsitz des litauischen Präsidenten W 0 l d e m a r a s. ein Kabinetts­rat statt, der zu den aus den Wahlen zu ziehenden Folge­rungen Stellung nehmen sollte. Die Herren mögen be­schließen, was sie wollen an der Tatsache, daß das Memelgebic^ trotz der Bestimmungen von Versailles und Paris ein n e u t s ch gesinntes Land geblieben ist und bleiben k%b, können sie nichts ändern!

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Äl Europa-Amerikaflug begonnen

SiNlanb nachKanada unterwegs Zwei Männer und eine Frau im Flugzeug. .Am Mittwoch um 7.30 Uhr ist die Fokker-Maschine 'J^t Raphael" in Upavon in der Grafschaft Wiltshire Mgland) mit dem Ziel Ottawa in Kanada gestartet. Satzung besteht aus Kapitän Hamilton, Oberst ^nchin und der Prinzessin Löwenstein-Wert- 'um- Freudenberg. Der Start vollzog sich glatt. Das «Wug nahm bei günstigem Ostwind Kurs über Bath.

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sie Prinzessin Löwenstein-Wertheim erschien, be- Ie' bon dem katholischen Erzbischof von Cardiff, auf -WMatz. Kurz vor dem Start segnete der Erzbischof ^"Neug und wünschte den Fliegern eine gute Reise.

«tcirt regnete es leicht. Die Prinzessin war etwas ist sie überzeugt, daß das Abenteuer mit einem n )v^ und daß sie die erste Frau sein wird, £ 'Santis überflogen hat. Sie hat nur einen kleinen eine Hutschachtel mitgenommen. Während der Fahrt wird sie selbst steuern.

7 Weiterlage auf Nm Ozean.

7 âer Mitteilung der Deutschen Seewarte über ^Verhältnisse auf dem Atlantischen Ozean liegt ^lekuckgebiet noch unverändert zwischen ^rllind und erstreckt sich mit einem Aus- bis zum 45. Breitengrad. An der ameri* berrschen auf der Nordseite dieses Hoch- ' frische Südwestwinde.

*

56!. ^"uecke wechselt den Funker.

°"°lik!" Start zum Amerikaflug hat sich durch einen tücett ihm und dem Funker Wall von neuem ^EA ii,w. verlangte durch seinen Rechtsanwalt, 1 Serben en Ergebnis des Unternehmens beteiligt il,m jedoch abgeschlagen wurde. Auf Gerung hat Könnecke auf die weiteren beichtet und sich einen anderen Funker iilct^obnin, ^^0^611- dlu seine Stelle ist nun ein ge- d getreten. Mit ihm will Könnecke starten, iUmmgSuerf)iinniffe erlauben.

LevineDrouhin sind wieder gut.

Die Gattin des Ozeanfliegers Levine hat bei ihrem Advokaten Drvuhin die Konventionalstrafe von 10 0 0 0 0 Frank ausgezahlt, da Levine von dem mit Drouhin ge­schlossenen Vertrag zuriickgetretsn ist. Frau Levine ist darauf nach London abgereist. Damit ist der Konflikt Le­vineDrouhin beigelegt und der Amerikaner kann starten, ohne wieder Prozesse am Halse zu haben.

Die amerikanischen Weltflieger in Belgrad.

Zu Ehren der in Belgrad gelandeten amerikanischen Weltflieger Schlee und Brock veranstaltete die Stadt Bel­grad einen feierlichen Empfang. Die Flieger setzten da­nach ihren Flug nach Konstantinopel fort.

Die beiden amerikanischen Weltflieger haben gestern ihren Flug von Konstantinopel nicht fortsetzcn können, da noch ver­schiedene Formalitäten wegen der Uebersliegung türkischen Ge­bietes zu erledigen waren. Diese Verzögerung bedeutet einen eintägigen Verlust für die Flieger. Sie hoffen, heute nach der mesopotamischen Hauptstadt Bagdad weiterfliegen zu können.

Ftugunfäile.

Ein französischer Marineflieger, der mit seinem Be­gleiter, einem Mechaniker, einen Flug rund um Frankreich durchgeführt hatte, überschlug sich mit seinem Apparat beim Landen auf dem Flugplatz Le Bourget. Das Flugzeug ging in Flammen auf uud wurde vollkommen vernichtet.

Das seit Sonnabend vermißte jugoslawische Flug­zeug wurde unterhalb der Isabella-Spitze an einem G l e t s ch e r nächst der Reutlinger Hütte aufgefunden. Das Flugzeug war total zertrümmert. Es scheint an den Gletscher angefloaen und bei dem Anprall sehr beschädigt worden zu sein. Neben dem Flugzeug lag der Pilot, ein jugoslawischer Oberleutnant, mit mehreren Schenkel- brüchen; beide Füße hatte er verloren. Etwas abseits lag der Kommandant des Fliegergeschwaders, Oberst Petro­witsch, tot, aber ohne Verletzungen. Er hatte anscheinend Hilfe suchen wollen, war aber in dem Unwetter schließlich zusammengebrochen und ist dann e r f r 0 r e n. Der töd­liche Absturz ereignete sich westlich be* Arlbergs. An­scheinend hatte das Flugzeug aus dem Nebel und Schnee­treiben nicht herausfinden können und ist infolgedessen an die Gletscherwand angestoßen.

polens Kampszölle.

Der Handelspolitische Ausschuß des Reichstages stimmte soeben dem jüngst unterzeichneten deutsch- französischen Handelsvertrag zu. Mit Aus­nahme der Kommunisten sprachen sich alle Redner dafür aus. Es wurden zwar Bedenken geltend gemacht, schließ­lich aber betonte man doch, diese seien gegenüber der Tat­sache zurückzustellen, daß hier endlich einmal ein großer Schritt nach vorwärts getan wurde, um in die. deutsch­französischen Wirtschaftsverhältnisse eine gewisse Festigkeit zu bringen. Unsere Unterhändler haben also wirklich ernste Arbeit geleistet, die um so höher einzuschätzen ist, wenn man die zu überwindenden Schwierigkeiten berück­sichtigt, die beinahe noch in letzter Stunde das ganze Werk in Gefahr brachten. Nach Zustimmung des Ausschusses steht dem nichts mehr im Wege, daß der Vertrag am 6. September in Kraft tritt. Der Reichstag hat zwar noch später seine Zustimmung zu geben. Es ist jedoch nicht daran zu zweifeln, daß der Vertrag auch dort eine große Mehrheit findet.

So erfreulich es ist, wenn im Westen allmählich klare Verhältnisse eintreten, so bedauerlich ist es, daß das im Osten nicht glücken will. In der Kabinettssitzung vom Dienstag kam man auch auf die Tatfache zu sprechen, daß Polen jetzt wirklich die Verordnung erlassen hat, wonach es ab 26. Dezember seine Maximalzölle ver­doppelt, soweit dem nicht Handelsverträge entgegen­stehen. Gleich, als die Absicht der polnischen Negierung bekannt wurde, haben die deutsche Presse und die deutsche Öffentlichkeit gewußt, daß sich das Ganze gegen Deutschland richtet. Von polnischer Seite ist dies zwar noch kürzlich bestritten und darauf hingewiesen worden, daß es noch andere Staaten gibt, mit denen Polen keinen Handelsvertrag besitzt. Demgegenüber ist zu betonen, daß diese es handelt sich meist um kleine Staaten so gut wie gar keine Handelsbeziehungen oder nur sehr geringfügige zu Polen haben.

Pflichtgemäß hat denn auch der deutsche Vertreter in Warschau die polnische Regierung im Auftrage der Neichsregierung darauf aufmerksam gemacht, welchen schlechten Eindruck diese Maßnahme, wenn sie erfolgen sollte, in Deutschland machen würde. Wenn sie Wirklichkeit geworden ist, wird man natürlich erneut in Warschau vor- fteüiL, werden. Allerdings ist kaum damit zu rechnen, daß Polen vorläufig seine Haltung ändert. Es wird wiedep schöne Worte machen, hervorheben, wieviel ihm an guten Beziehungen zu Deutschland liegt, aber zugleich darauß aufmerksam machen, daß die handelspolitische Lage Polens eine Zurücknahme der Maßnahme leider nicht zu­lasse, doch von einer Unfreundlichkeit gegen Deutschland nicht die Rede sein könne.

Die Vertragsverhandlungen mit Polen, wenn man überhaupt noch von solchen sprechen kann, gehen in einem derartigen Schneckentempo vor sich, daß es völlig ausge­schlossen ist, bis Ende des Jahres zu einem Handelsver­träge zu kommen. Es müßte denn sein, daß man deutscher­seits dem polnischen Erpressungsversuch, denn ein solcher liegt hier vor, stattgibt und die polnischen Bedingungen namentlich in der N i e d e r l a s s u n g s f r a g e , bei Fleisch, Getreide und Kohle annimmt. Da dies jedoch ausgeschlossen ist, so dürften die Verhandlungen vorläufig ins Stocken geraten.

Das ganze Vorgehen Polens ist mehr als eine Un­freundlichkeit. Wenn das Fortbestehen des jetzigen Zoll­zustandes wirklich eine Gefahr für Polen wäre, dann hätte man eine Verordnung mit sofortiger Wirkung erlassen. Man hat aber eine Frist von vier Monaten gesetzt, was deutlich eine Drohung für die Staaten bedeutet, die mit Polen verhandeln. Es wäre gut, wenn mit Rücksicht auf diese Tatsache die deutsche Antwort in Warschau an Deut­lichkeit nichts zu wünschen übrigließe. Vielleicht nimmt auch Außenminister Dr. Stresemann Gelegenheit, in Genf den polnischen Außenminister auf das Merk­würdige derartiger Verhandlungsmethoden aufmerksam zu machen.

Polen richtet sich so gern nach Frankreich, das es als erhabenes Vorbild ansieht. In Frankreich hat man sich lange gesträubt, Deutschland die nötigsten handelspoli- tischen Zugeständnisse zu machen. Die harte Notwendig­keit hat aber schließlich zu einer Einigung geführt. Man hat eingesehen, daß man bei weiterer Hartnäckigkeit selbst schließlich der Hauptleidende ist. Bei dem Zollkrieg mit Polen hat auch die deutsche Wirtschaft zu leiden. Aber schließlich ist die Einbuße für Polen doch größer, unter dessen Hauptabnehmern Deutschland ist. Darum ist anzu­nehmen, daß Polen schließlich wie Frankreich nachgibt, wenn es sieht, daß Deutschland lieber wirtschaftliche Ein­bußen erleidet, als daß es den Druckversuchen nacbgibti

' Kleine Zeitung für eilige Leser.

* Dem Auswärtigen Amt ist jetzt offiziell die Truppenredu- zierung im besetzten Gebiet mitgeteilt worden.

* Per Reicbslandbund hat sich wegen sofortiger Maßnahmen gegen die Erntescbüden an die Reichsregierung gewandt.

* In der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie ist das Große Los gezogen worden.

* Die Wahlen zum Memellänhischen Landtag haben mit einem bedeutenden Sieg der Deutschgesinnteil geendet.

* Ein englisches Flugzeug »Si Raphael" ist zum Ozean- flug gestartet. Unter den drei Insassen befindet sich eine Dame. .

Die Truppenreduzierung mitgeteilt.

Briand kommt doch nach Genf.

Das Auswärtige Amt in Berlin ist nunmehr von dem Beschluß der alliierten Regierungen über die bevorstehende Truppenreduzierung im besetzten Gebiet durch einen diplo­matischen Vertreter der Ententemächte benachrichtigt worden. Die Zahl der zurückzuziehenden Truppen wird sich auf 10 000 Mann belaufen, also 100 Mann mehr, als zunächst allgemein angenommen wurde. Über die Einzel­heiten der Truppenzurückziehung werden wahrscheinlich noch weitere Besprechungen stattfinden.

Der deutschen Delegation war diese osfiziellc Benach­richtigung vor ihrer Abreise nach Genf noch nicht bekannt. Unterdessen hat auch der englische Außenminister Chamber­lain die Reise nach Genf über Paris an getreten, wo er mit dem französischen Außenminister Briand eine Zu-