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fulöaer Mzelger

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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg- Zulöa- und Haunetal *§ulöaer Kreisblatt

Reöaktion und Geschästsstelle: Mühlenstraße 1 §ernfprech-Bnsthluß Nr. 989

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st 207-1927

Fulda, Montag, 5. September

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4. Jahrgang

Meine Zeèirmg für eilige Leier.

* Don Deutschland und Italien ist ein Vertrag unterzeichnet worden zur gegenseitigen Wiedergutmachung der Beschlag- ^mutigen im Kriege.

i Die achte Mitgliederversammlung des Reichsverbandes W ratschen Industrie in Frankfurt a. Main ist geschlossen Widm. Als nächster Tagungsort wurde Breslau bestimmt.

* gn Dortmund ist die 66. Versammlung der deutschen MwWen in Anwesenheit des Reichskanzlers und des päpst- Nuntius Pacelli eröffnet worden.

I »Der englische Kapitän Courtney ist mit einem Wasserflug- ly^um Ozeanflug von Plymouth abgeflogen.

Zelgim will keine Klarheit.

Der Rücktritt des belgischen Kabinetts von dem kürzlich gefaßten Plan, mit Deutschland gemeinsam eine Untersuchung über den bel­gischen Franktireurkrieg 1914 zu veranstalten, hat überall verblüffend gewirkt. Die An­gelegenheit w'âd wahrscheinlich in Genf zur M ' Sprache kommen.

1 Der belgische Ministerrat erklärte sich plötzlich gegen N ton belgischer Seite selbst gemachten Vorschlag, den M-belgischen Streitfall über die Vorgänge des zünktireurkrieges in Belgien durch einen un- i ^Äschen Ausschuß entscheiden zu lassen. Es ist klar, «dieser Rücktritt von einem eigenen Entschluß nicht minder deutschen Presse das größte Aufsehen erregen «hie. Das Befremden darüber spricht ja auch aus den Mßermigen Dr. Stresemanns, die er sofort in lW nach Bekanntwerden der Tatsache deutschen Presse- Itoctern gegenüber getan hat.

! Mit Erstaunen vernahm man aber auch in Deutsch- kW die Begründung, mit der man die sicherlich auch der Wschen Regierung unangenehme Geschichte zu bemän­gln suchte. Die Furcht, daß durch das Bekanntwerven ioder Erörtern vieler Einzelheiten der damaligen Vor- I Iommis die Leidenschaften im deutschen und im bel- LMenNle erneut aufgewühlt werden könnten, ist zwar

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juudeMdet. Man kann es eher verstehen» wenn eine

um die Annäherung zu fördern, etwas wtcrlätzt, was sie sonst für nützlich hält. Scharf zurück- pfoeiien ist der Versuch, D e u t s ch l a n d die Schuld an P® Scheitern der Verhandlungen zuschieben zu wollen.

ist erfreulich, daß der Reichsaußenminister selbst mit Mr Deutlichkeit klipp und klar unterstrich, daß die A n - Mung von Belgien ausging und Deutschland MMls, wie man es ihm jetzt von belgischer Seite unter- will, verlangte, daß dabei auch noch andere Gegen- Äde und die Streitfälle mit anderen Mächten in die Versuchung einbezogen werden sollten.

Der Grund der Ablehnung ist wohl eher im schlechten Wissen zu suchen. In einer Art von Gerechtigkeitsauf- Mung hat man sich seinerzeit Hinreißen lassen, an der Weckung der Wahrheit mithelfen zu wollen. Später Mu dann allerlei Bedenken. Erstaunlich dabei ist nur, setzt auch Minister Vandervelde mitmacht. Eine Miche belgische Auslassung betont die Einstimmig- her Kabinettsmitglieder. Vandervelde war per- M von Genf nach Brüssel zurückbeordert worden, muß Mauch für Zurücknahme des früheren Beschlusses ge- haben. Von Vandervelde war die Idee ausge- die ganz im Rahmen seiner bisherigen Politik müssen sich besondere Einflüsse geltend gemacht wenn in letzter Stunde auch er umfiel.

W Pan braucht nur einen Blick in die französische Presse I l/Mn Zeit zu tun, um den wahren Urheber zu Es sind die chauvinistischen Kreise Frank- die ihren ganzen Einfluß aufboten und sofort ^" Auftauchen dieser Idee Front dagegen Der erste Schritt zur Erforschung der Wahr- unzweifelhaft weitere nach sich gezogen und das lIWurch den Versailler Vertrag geschaffene Lügen- L,?0n der Alleinschuld Deutschlands ins Wanken ge- . mußte auf alle Fälle verhütet werden. Daß den Winken Frankreichs gehorchen würde, be- K;'.111 icw die Reden bei der Denkmalsenthüllung in "t^bie im direkten Gegensatz zu der Tatsache M daß man sich einige Tage vorher mit der Ein- des Untersuchungsausschusses einverstanden er- vachzuprüfen, ob die in den Reden gegen M-Auud erneut geschleuderten Beschuldigungen auch } berechtigt sind.

Mai».Nhöösische Auffassung hat wieder einmal gesiegt, i^doch nur ein zweifelhafter Sieg sein. Der .endlich die Augen darüber aufgehen, wer der Europa ist. Das ständige Ausweichen vor mlchkeit zur Erforschung der Wahrheit muß ivwken, daß man in dem Widerstrebenden beu M' '^ht'. Der jetzige so beschämenswerte Beschluß Regierung wird auch in dieser Beziehung ^en. Schon als seinerzeit in Belgien Stim- toai' Eupen und Malmedy Deutschland eher endlich die Beziehungen zu Deutschland

Whiirüvi^ bucher zu gestalten, da war cs Poincard, der sverträge geben selbst die Möglichkeit, in Bestimmungen umzustoßen, wenn sich dafür als falsch herausstellen. Diesen laßt Frankreich nicht gelten, während es an ^twcac Deutschland Ungünstigen Bestimmungen "alt. Vandervelde will in Genf nähere Er- N ihm ,^ben. Hoffentlich gibt dabei Dr. Strese- r^enin ""ch. Herrn Briand deutlich zu verstehen, O'beMZ bu) mit dein Locarnogeiste verträgt, wenn A'^en wi^beit auf ihrem Marsche ständig Steine in

MmisterSesrWMgeN in Genf

Dr. Sirefemünns

Genfer Besprechungen.

Polen wünscht einen Nichtangriffspakt.

Die öffentliche Sitzung des Völkerbundrates am Sonnabend war nur von kurzer Dauer. Chamberlain legte einen Bericht über die Durchführung der grie - chisch -bulgarischen Flüchtli.ngsfürsorge vor. In dem Bericht wird darauf aufmerksam gemacht, daß ohne das Eingreifen des Völkerbundes in der An­gelegenheit der griechisch-bulgarischen Flüchtlingsfürsorge der Friede Europas bedroht worden wäre. Der Bericht des italienischen Senators Scialoja über den Weltnothilfe­kongreß wurde ohne Debatte angenommen. Die Konven­tion soll der Vollversammlung vorgelegt werden. Sodann nahm der Rat, wie bereits gemeldet, den Vorschlag des. chilenischen Delegierten für die Aufhebung der Flu gzeugbaubeschrün ! ung in Danzig an.

Wichtiger als diese offiziellen Sitzungen sind auch in dieser Tagung wieder die privaten Begegnungen der Staatsmänner. So hatte Neichsaußcnminister Dr. Strese­mann eine längere Unterredung mit dem englischen Außenminister Sir Austen Chamberlain, die das ganze Gebiet der schwebenden politischen Fragen behandelte. Verschiedene Besprechungen zwischen den Vertretern der Locarnomächte dürften sich anschließen. Vor allem ist man auf die Unterredung Stresemanns mit Briand ge­spannt, der in Gens jetzt eingetroffen ist und bereits an der Svnnabendsitznng teilgenommen hat. Er soll noch ziem­lich leidend aussehen.

In Genfer Kreisen erregt eine Meldung desPetit Parisien" Aufsehen, wonach Polen die Einbringung eines Vorschlages vor der Völkerbundversammlung beab­sichtigt, einen a l l g e m e i n e n N i ch t a n g r i f f s p a k t zu schließen. Nach. Erkundigungen in den verschiedenen interessierten Genfer Lagern erscheint die Feststellung an­gebracht, daß eine Vorfühlung über eincri solchen Vor­schlag kaum stattgefunden hat. Trotzdem nimmt man hier an, daß Polen mit einem solchen Vorschlag hervortreten und damit eine G e s a m t a k t i'on d e s l k e r b u n -

Erklärungen Girefemsnnö in Genf.

In der von der belgischen Regierung nach dem Ministcr- beschlusscc zur Ablehnung der Untersuchung herausgegebenen Veröffentlichung heißt es, der Ministerrat habe die Vorschläge Deutschlands nicht annehmen können, da eine Untersuchung über den Franktireurkrieg wahrscheinlich die Leidenschaften stark auswühlen würde. Dazu bemerkt der in Gens weilende Reichsaußenminister:

Ich bin von der Veröffentlichung auf das äußerste be­fremdet. Der wirkliche Sachverhalt ist vor kurzer Zeit, näm­lich am 19. August, in einer mit der belgischen Regierung ver­einbarten Veröffentlichung gleichzeitig in Brüssel und Berlin bekanntgegeben worden. Daraus geht klar hervor, daß die b e l- g l s ch e'Regierung die Initiative ergriffen hat, indem sic in einer amtlichen Note die Aufmerksamkeit der deutschen Regierung daraus lenkte, daß die belgische Regierung mit einer unparteiischen Untersuchung der deutsch-belgischen Streitfrage einverstanden sei. Die deutsche Regierung hat dieses Angebot selbstverständlich angenommen, ohne daß sie ihrerseits . irgendwelche neuen Anträge oder Anregungen auf diesem Ge­biete an die belgische Regierung gestellt hätte. Es ist deshalb unverständlich, daß in der neuen belgischen Bekanntmachung oon einer deutscherseits angestrebtcnAusdehnung auf andere von der belgischen Regierung ins Auge gefaßte Fragen gesprochen und daß der deutschen Regierung dabei die Forderung der An Wendung eines gleichen Verfahrens gegenüber anderen Mächten unterstellt wird. Ich kann diese Behauptung nur auf eine Verkennung des wahren Sachverhalts seitens des belgischen Kabinetts zurückführen."

Schluß des Frankfurter Mustrietages.

Nächster Versammlungs 0 r: Breslau.

Am zweiten Tage der Verhandlungen waren als Gaste er- kckienen u a der preußische Handelsminister Dr. S ch re t be r, S Ä n 2>| ^cr und der bayerische Minister- vräsidenl Dr H e l d Der öffentlichen Sitzung ging eine ge­schlossene Geschästsberatung voraus Von den-angenommenen Satzungsänderungen ist bemerkenswert, daß der Lerban

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botenen Einschränkung industrieller Veranstaltungen unb d^r dL vLutwenen Kosten Äe.3mraßen Die nächste Tagung soll in Breslau stattfinden. Die öffentliche ~aaung mürbe durch Geheimrat Dr. Duisberg eröffnet. Dann erhielt Direktor Hans Krämer das Wort zu seinem Eintrag über

beU Wettbewerb der Völker um die Qualitätsarbeit.

Krämer führte u a. aus: Due zu bea,ltwortende Frage ist, ob S. VW»«WK^äA

beffit wird Schund. Siegt der QuatitätSgedanke am dem n ma^ dann »vird die Qualitätsproduklion ebenso zur Massenproduktion werden können wie die der billigen stapel- "'"^beimrat B ü ch c r sprach überDie volkswirtschaftliche

'HA 3 1 Xdn werden Ourdt eine ständige Verbilligung der Waren ohne Lermuidernng ihrer Qualität.

des herbeizuführen suchen wird, die in einer gewissen Analogie zu den Bemühungen über das Genfer Protokoll stehen würde. Die Großmächte werden einer improvisierten Aktion von solcher Tragweite allerdings schwerlich ohne weiteres Folge geben können. Deutscherseits wird man vor genauer Kenntnis von Form und Inhalt eines der-- hrtigen Vorschlages keine Stellung nehmen können, da mit dem Vorschlag eines allgemeinen Nichtangriffspaktes sehr viel oder sehr wenig gesagt sein kann, je nachdem wie der, Gedanke formuliert wird.

Der Reich-außenminister bei Briand.

D e r I n h a l i d e r U n t e r r e d u n g.

Das Hauptereignis des Genfer Wochenendes war der Besuch Dr. Stresemanns bei Briand. Die Besprechung dauerte etwa IX Stunden, während der alle schwebenden politischen Fragen erörtert wurden. Zu Beginn dieser Woche soll eine Unterhaltung zwischen Chamberlam, Stresemann und Briand erfolgen.

Während von offiziöser Seite strengstes Stillschweigen über die Besprechung StMsemann-Briand beachtet wird, sickert aus privaten Quellen manches aus dem Inhalt der Unterredung durch. So sollen beide Minister den günstigen Eindruck dèr deutsch-französischen W i r t s ch a f t s v er­st ä n d i g u n g besprochen und ihren Willen bekundet haben, die Politik von Locarno fortzusetzen. Selbstver­ständlich ist in diesem Zusammenhang nicht nur von der bewilligten Truppenreduzierung im Rheinlande ge­sprochen, sondern auch das Problem der G e s a m t r ä u - m u n g zur Sprache gebracht worden. Dr. Stresemann soll auch mit Nachdruck darauf hingewiesen haben, daß die deutsche Delegation Wert darauf lege, die A brüstungs- behalte in Genf unbedingt entwickelt zu sehen. Er hat dabei auch wohl Briand Mitteilung gemacht, in welcher Art er selbst in der Abrüstungsdebatte zu Worte kommen will. .

Am Montag tritt die Völkerbundversammlung zu ihrer ersten öffentlichen Sitzung während der jetzigen Tagung zusammen.

Zum Schluß des Erössnungstages hatte now gejprocoen G. Müller-Orlingshausen über Vas ThemaDeutschland aus den Weltmärkten". Er zeichnete die Schwierigkeiten und die Ausgaben, die insbesondere dem Wiederaufbau der deut­schen Außenhandelsorganisation erwachsen sind.

Den Abschluß der Tagung

begleitete Geheimrat Dr. Duisberg mit einer Ansprache, in der er aus die Verpflichtung hinwies, die Folgerungen aus den sehr lehrreichen Vorträgen zu ziehen und neben der Her­stellung guter und billiger Massenartikel die Herstellung aller und neuer Qualitätsartikel zu fördern und zu steigern. Der Redner schloß mit einem begeistert ausgenommen Hoch auf Deutschland, woraus die Versammlung stehend das Deutsch­landlied sang. Den Ausklang der Tagung bildete eine gemein­same Rheinfahrt nach St. Goar, zu der der Mainzer Fabri- kantenverein einaeladen hatte.

Kacholökniag in Dortmund.

6 6. Versammlung der deutschen Kath 0 liken

Dortmund sieht diesmal die große Heerschau der deut­schen Katholiken in seinen Mauern unb die Stadt zeigt' auch in den entlegneren Straßen ein Hin und Her von Menschengruppen, wie sie sich nur bei ganz großen Kund­gebungen bemerkbar machen. Der diesjährige Kongreß gewiniit ein besonderes Interesse deshalb, weil man auf ihm lebhafte Erörterungen über die Spannungen er­wartet, die sich in den letzten Monaten bei der Z e n *1 tr um spartet bemerkbar machten. Der päpstliche Nuntius P a c e l l l traf, von Trier kommend, im Flug-i

zeug im Dortmunder Flughafen.ein. In seiner Begleitung befand sich auch Prälat Kaas. Der Nuntius mit Gefolge