Einzelbild herunterladen
 

J?2il1927

M-aer Anzeiger

s°HI. Will läßt ^en. tad), enze oder enje man ein. orge und die uen- sein.

chkeit teine fällig igett nein- beob- t die iutem wohl, kann, oaher

reren : sind jun»

i sich, enne, attel- inbet inen linn-

und . Der stellt

ch zu.

jen»' waS tob.

lebe» eitet, . die ) wie

spät, ospc« apem fy sie diese«, waßei

über» > muß. to btt wspe«

Meint jeden Werktag. Bezugspreis: monat- [^ Mark. Bei LieferungsbehinSerungen üurch Mere Gewalten", Streiks, Aussperrungen, Lahnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Bsprüche. Verlag Zrieörich Ehrenklau, §ulöa, Mitglieö des Vereins Deutscher Zeitungsver- leaer. Postscheckkonto: Zranksurt a. M. Hr.i6oo9

MemeZeilung für eilige Leser.

f § preußische Ministerpräsident Braun hielt in Altona f nuficbenerregcH Rede wegen des Flaggenstreites und sich dabei besonders gegen den Reichsverkehrsminister

Zwischen Italien und Belgien ist eine Spannung cnt- die zur Abberufung des italienischen Botschafters aus Ml'gcsührt hat. 4

* 'M FlugzeugOld Glory", das die Atlantiküberguerung Miahm, gilt als verschollen; derSir John Carling" ist ^ nulcrwegs.

nnen

I!»

A ii und intW chtge-

Hom3 tl I bei Hin- Ägttl

ßeiU: r, als hätte, r u 19 6

t N er, wär F°>'

in el" Siede er ei»'

in g" passt

3«l H»e hin

)iÜe

M'

. Das Pulverfaß.

»B den Kreisen derKleinen Entente" erregt der â Zeitungsbesitzer Lord Rothermere lebhafte We. Er beschäftigt sich in seinen Zeitungen seit einigen Ken mit den Zuständen in U n g a r n und komint dabei « Ergebnis, daß dieses Land infolge der Frielxens- Me in einen Zustand versetzt ist, dem dringend im Liesse des europäischen Friedens abgeholfen werden m Ter Engländer vertritt dabei die Auffassung, daß in âl Linie das Ungarn angetane territoriale Unrecht der gutgemacht werden muß. Man kann es sich denken, ^j ein solcher Vorschlag bei den an Ungarn grenzenden Mn, die sich ja, um ihren ungarischen Raub zu be- M und zur gegenseitigen Unterstützung, zu der so- MmtmKleinen Entente" zusamniengefchlossen haben, eisben grössten Widerstand gestoßen ist.

Man wollte zuerst die ganze Angelegenheit möglichst Wen. Als das nichts half, versuchte man den Lord l völlig einflußlos und' als einen Mann mit über- Mten Ideen hinzustellen. Das verfing natürlich nicht. 3 Welt kennt den Einfluß dieses Nianiies gerade in ÄNgstechnischer Beziehung. Man kennt seinen Einfluß iiijbit englische Öffentlichkeit und weiß, daß er es auch i*bcn hat, eine große Anzahl a nc e r i k a n i s ch e r N»P für seine Anschauung günstig zu stimmen.

WW rechnete man damit, daß dem Manne einmal Etz über werde und er seinen Feldzug entstellen Ä Wh darin hat man sich geirrt. Der Lord fährt mittgröberes Geschütz auf und drühte sogar, dafür ein» liilcn zu wollen, daß den tviderspenstigen Staaten der eng» W uud der amerikanische Geldmarkt gesperrt würde, «dürfte nun nicht so leicht sein, zeigt aber immerhin ^uW Willen, den Kamps ivciterzuführen. Außerdem, hier es fertiggebracht, eine Reihe von englischen Unter- iliWitgliedern für die Frage zu interessieren, die dem- W die Verhältnisse an Ort und Stelle studieren wollen.

9er Hauptzorn richtet sich dabei gegen die T f ch e ch 0- WHhi, der ein deutliches Spiegelbild vorgehalten ->rd. Der Welt wird hier wohl zum erstenmal aus En- ^Minde der wahre Charakter dieses Staates enthüllt. Kd Rothermere betont, daß es einen eigenen Tschechen- früher nie gegeben hat, sondern nur ein Böhmen, Mi auch erinnert wird an den Anteil, den eine eng- Prinzessin in der böhmischen Geschichte spielte. Dieses Men setzte sich aus vielen Völkerschaften zusammen, die tW, darunter etwa drei Millionen Deutsche Mme Million Ungarn, zu Tschechen machen will. Nicht Unrecht wird auf die Gefahren hingewiesen, die durch Zichechisierungsmethoden der Prager Machthaber für Europäischen Frieden entstehen, so daß Europa alle lf hat, diesesPulverfaß" zu beseitigen.

, <»rd Rothermere ist absolut nicht deutschenfreundlich. Megenteih er weist darauf hin, daß es ihm nur daran jMité Ungarn, wenn man seine Klagen verstummen guten Freund Englands und Frankreichs auf v^?Einentè zu machen. Trotzdem hat die ganze An- ÖM auch für uns das größte Interesse, zumal bei der jetzigen Genfer Vorgänge, wo ja : Saaten, die in einer ähnlichen Lage wie die jr^üowakei sind, sich mit allen Kräften bemühen, ihre , ^öen zu stabilisieren, d. h., den an andern fW ^SangLnen Raub zu verewigen und die Aus- ^5U der Friedensverträge durch die Siegerstaaten als 1 K nie tangere hinzustellen.

^S^iäje ZeitungDaily Mail" erinnert im Zu- lh5nn9 mit der Rothermere-Aktion an einen Brief arges an einen Ungarn aus dem Jahre 1921.

3 ;meist dieser englische Staatsmann im Hinblick auf A c l?no ungarischen Gebietes an die Tschecho- hr drief Clemenceaus hin, den dieser 1919 âl e Delegation richtete mit dem aus- ^in'uetfe, daß die Staatsmänner die Möglich- ^» hätten, einzelne Klauseln der Friedcns- ",|ietiTiA,?^cr-a 6 5 u ä n b e r u. Das kann in diesem Zu- 10 ^^rstanden werden, daß auch territoriales " llutgemacht werden kann. Es heißt nämlich be teb-!??E Briefe, daß der Friede Elrropas nur i!iießiLA,. Dritte, wenn allen Nationen in gleicher würde. deutsch,, Gründen ist es empfehlenswert, wenn auch Äeus^7iifElchkeit dieser Nothermere-Angelegenheit Sereni '^kt. Was für Ungarn gilt, gilt in noch I, das. sj^o^. T*1.1' u n s. Es ist nicht uninteressant zu .Wit regt 1 JsV^Jnen Stellen der Welt schon das Ge- Achland Ls darauf hingewiesen wird, daß auch $ totan tvordea jst^ 111 ^Atonaler Beziehuilg Un-

ilt

s t

n ^1

lng., hte^

je èst 'he. iriff

. ?Niu ^"Ostmanöver der Rheinlandbesatzurlg.

it'S beiaus die hier siaitsindenden Herbst- öki>» "Zischen ff W und britischen Rheinarmee haben 'L"» Lbm ÄkÄber auf Antrag der den.schen Be- n erjd^n acs Betretens der Weinberge durch occ

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zulöa- unö Haunetal >Iulöaer Kreisblatt

Redaktion und Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 Zernsprech-ftnschluß Nr.HSH

Nachdruck der mit * versehenen Artikel nur mit Ducllenangabe^Zulâaer Anzeiger "gestattet.

Fulda, Freitag, 9. September

Wirrwarr in Genf

Streit um die Zriedeusresolution.

Heftige Kritik am Völkerbund.

In Genfer Völkerüundkreisen herrscht großer Wirr­warr, der durch die polnischen Friedenspaktvorschläge ver­ursacht worden ist. Die Großmächte hatten sich dieser Vorschläge angenommen und waren nach langwierigen geheimen Beratungen übereingekommen, ihren Inhalt ab­zuändern und den dann sertiggestellten Text als eine Friedensresolution gemeinsam bei der Völker­bundversammlung einzubringen. Diese Friedensresolu- tion sollte von Polen, England, Frankreich und Deutsch­land unterzeichnet werden, wobei auch noch andere Mächte ihre Unterstützung zugesagt hatten. Der Kernpunkt dieser Resolution bestand in der Erklärung, daß jeder zur Lösung internationaler Konflikte unter» nommene Krieg verboten bleibt und alle internationalen Streitigkeiten durch friedliche Mittel ent­schieden werden müssen. Polen, das ursprünglich seine Zustimmung zu dieser neuen Resolution gegeben und auf die Einbringung seiner ursprünglichen Vorschläge ver­zichtet hatte, hat im letzten Augenblick seine Unterschrift unter diese Resolution wieder zurückgezogen, angeblich, um aus Warschau neue Instruktionen in dieser Frage ein­zuholen. Indessen heißt es, daß hinter diesem Schritt Polens wieder Frankreich stehen soll, das versucht, von England eine weitergehende Formulierung der Resolution zu erlangen, um damit vor allem den polnischen Wünschen entgegenzukommen, die auf eine unabänderliche Festlegung der jetzigen Grenze Polens Hinzielen.

Die Schwierigkeiten werden noch vergrößert, wenn man hört, daß auch Holland nicht darauf verzichten will, seine Anträge auf die Wiederaufnahme der Beratung der Grundsätze des Genfer Protokolls, das eine obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit in allen internationalen politischen und rechtlichen Fragen vorsieht, zur Abstimmung in der Völkerbundversammlnng zu stellen, überhaupt zeigen sich in dieser Sitzung die.PertreLer der kleinen Staaten gegen­über den Großmächten ziemlich aufsässig und die in der Tendenz ziemlich übereinstimmenden Reden der Ver­treter der kleineren Mächte wenden sich gegen die Sonder­politik und das überwiegen des Einflusses der Groß­mächte im Völkerbund.

Der dänische Minister des Äußeren betonte die Not­wendigkeit der Verwirklichung der allgemeinen Ab- rüstungsvetpflichtung, während der Japaner Adatzi für eine wirksame Wiederaufnahme der Abrüstungsarbeiten plädierte, die mit Geduld und Beharrlichkeit gelöst werden könnten. Der litauische Ministerpräsident, Woldemaras, gelangte zu der Feststellung, daß der Völkerbund die Pflicht habe, den Frieden zu organisieren; könne er das nicht, fo werde er verschwinden.

Der Präsident der Norwegischen Kammer, Hambro, griff die Großmächte des Rats in scharfen Worten an und

Der Zwiespalt in öer Flaggeufrage.

In einer Versammlung zu Altona kam der preu­ßische Ministerpräsident B r a u n auf die Flaggenfrage zu sprechen und wandte sich dabei gegen die Ansichten, die bekanntlich Reichsverkehrsminister K 0 ch kürzlich bei einer Festrede vor dem deutschnationalen Arbeiterverein in Stettin vortrug. Nach dem amtlich bekanntgegebenen... Wortlaut sagte Ministerpräsident Braun u. a :

Mir ist bekannt, daß, obwohl die Reichsversafsung nur tue schwarz-rot-goldene Nationalflagge und die schwarz-weiß-rote Handelsflagge mit der Gösch kennt, eine schwarz-weiß-rotc- Kriegs flagge existiert, die ich, worüber ich nie einen «Weisel gelassen habe, für verfassungswidrig ansehe. Wenn Herr Minister Koch aussührt, es sei selbstverständlich,, daß die Ncichssarbcn geachtet werden müßten, weil sie verfassungs­mäßig seien, und gleichzeitig hervorhebt, daß ein Teil des deutschen Volkes, zu dem er sich wohl auch rechnet, tu den nar­ben Schwarz-Weiß-Rot eine gerade heute lebendige und in die llukuust weisende Mahnung sehe, so muß ich daraus ent­nehmen, daß Herr Koch und seine Parteifreunde die ver­fassungsmäßigen Reichsfarben wohl achten wollen, das aber am würdigsten durchzufiihren glauben, indem, sie sie in die Tasche stecken und ihre schwarz-weiß-rote Parlclfahne offen tm Winde flattern lassen, wenn sie auf den republikamfchen Richt­linien des Herrn Reichskanzlers Marx ihrem in die Zukunft weisenden Ziel, der Monarchie, entgegenschreiten.

Die Rede Brauns hat die Diskussion in der Preße über die Flaggenfarben wieder hell auflodern lassen und Ministerpräsident Braun erfährt zunc Teil recht kräftige Kritik in den ihm entgegengesetzt eingestellten Zeitungen. So schreibt ein rechtsstehendes Berliner Blatt:Es sollen in diesen Tagen verschiedenst ichs Bemühungen tm Gange gewesen sein, um den unseligen Flaggenstreit, schon Nils Rücksicht auf den bevorstehenden 80. Geburtstag be» Reichspräsidenten, durch eine irgendwie geartete Verstän­digung aus der Welt zu schaffen. Herr Braun kann für sich in Anspruch nehmen, diese Bemühungen durch seine Alto­naer Rede von Grund auf überflüssig gemacht zu haben.

Das Schreiben des preußischen Ministerpräsidenten Brann an die Staatsminister über das Verhalten der B er - k in er H viels in der FlaggenMge hat letzt 31t Verordnun­gen einzelner Ministerien geführt, ras Prengifche .'nrustentll- blatt veröffentlicht einen Runderlaß des Ministers dc s^ 0 n - n e r 11 und des F i n a 113 m i 11' st er s, in dem das âee ben wiedergegeben und nngeordnel wird, daß die nachg.oid- neten Behördeii und ihre Beamten in den bon . raun i ge­nannten Hotels amtliche Veranstaltungen niwt abhallett und andere Veranstaltungen dort in amtlicher Clgcnschaft nicht besuchen dürfen.

Anzeigenpreis: $ür Behörden, Genossenschaf­ten,Banken usw. beträgt ü-eKlemZeile 0.30 litt., für auswärtige Auftraggeber 0.25 Mk., für die Reklamezeile 0.90 Mk. u. alle «nüeren 0.15 Mk., Reklamezeile 0.60 Mark Bei Rechnungsftel- lang hat Zahlung innerhalb 8 ITagen zu «fol­gen Dag- und Plahvorschristen unverbindlich.

4. Jahrgang

warf ihnen vor, daß noch nicht ein einziges ständiges Rats» Mitglied das Statut des Ständigen Internationalen Ge­richtshofes im Haag unterzeichnet habe. Ferner beschwerte er sich scharf über die

Geheimpolitik der Raismitgrieder, besonders einer Gruppe von Großmächten, wodurch die Gefahr geschaffen worden sei, daß die öffentliche Meinung der Welt sich gegen die Arbeiten in Genf wendet. Hambro glaubt ein Nachlassen des öffentlichen Interesses gegenüber dem Völkerbünde bereits heute feststellen zu können. Im Zusammenhang mit der Kritik an der Geheimdiplomatie des Rates verlangte Hambro, das? sich die 22 zurzeit in Genf weilenden Außenminister bewußt sein sollten, daß sie nicht blos? als Aussenminister, sondern auch als Vertreter des Völkerbundes nach Genf kommen. Es wäre auch besser, wenn die Ratsmitglieder nicht so sehr aus den Kreisen der hauptstädtischen Diplomatie der Großmächte entnom- men wären.

Einen Verteidiger seiner Politik hat der Völkerbund in der Person des griechischen Delegierten Politis, der es tu Abrede stellte, daß ein Versagen des Völkerbundes in bestimmten Konfliktsfällen zu verzeichnen sei. Außerdem bestritt er, daß durch die Geheimdiplomatie irgendwelche Nachteile für die Völkerbundstaaten entstanden seien. Hauptschuld an diesen Auffassungen sei die Übertreibung der Meinung von der Macht des Völkerbundes, der eine freie Verbindung Gleichgeordneter sei, die der eigenen Initiative der Mitglieder freien Spielraum lasse. Im übrigen trat er für die Verwirklichung des Genfer Proto- . kolls ein. Die Ausführungen des griechischen Delegierten überraschten bei den Vertretern der kleinen Nationen, doch wird darauf hingewiesen, daß Politis mit seiner Rede auf die Erlangung einer Kandidatur im Rate hingezielt habe.

Wahl der drei nichtständigen Raismitglieder.

Die Wahl der drei nichtständigen Ratsmitglieder, die an die Stelle der ausscheidenden Ratsmächte Belgien, Salvador und Tschechoslowakei treten sollen, ist auf Don­nerstag, den 15. September, angefetzt worden. Künftig sollen die Ratswahlen jeweils am zweiten Montag im September, also eine Woche nach Beginn der Völkerbund­versammlung, erfolgen. Im Falle, daß ein ausscheidendes Ratsmitglied einen Antrag auf Wiederwählbarkeit stellt, soll die Völkerbundversammlung darüber am Vormittag des Wahltages entscheiden. Dementsprechend wird über den vorliegenden Wiederwählbarkeitsantrag Belgiens ebenfalls am Donnerstag, den 15. September, Beschluß acfatü werden.

Die Danziger Entscheidung vertagt.

Genf. Der Völkerbundrat, der am Donnerstag um 3.15 Uhr nachmittag zu einer Sitzung zusammentrat, hat die For­derung Danzigs, daß der Danziger Hafen nicht mehr als An- liegcplat? für polnische Kriegsschiffe in Betracht komint, vertagt.

Spannung zwischen Italien und Seigren.

Vor dem Abbruch der Beziehungen. |

In Brüssel liefen bei der Regierung in den letzten: Monaten wiederholt Beschwerden aus Rom ein, veranlaßt von Mussolini. Er erhob Einspruch dagegen, daß die belgischen sozialdemokratischen Minister tätig an Ver­anstaltungen teilnehmen, die sich gegen das jetzige Regi­ment in Italien wenden. Da die Vorstellungen Musso­linis ohne Wirkung blieben,, wurde der italienische Bot­schafter in Brüssel abberufen und nur ein Geschäftsträger; in Brüssel belassen.

Die Beziehungen zwischen Rom und Brüssel wurden andauernd schlechter. Zu Beginn dieser Woche hat nun auch der italienische Geschäftsträger, Bordonaro Belgien verlassen und die Leitung der italienischen Botschaft einem diplomatischen Kanzleibeamten überlassen. Dieser Schritt hängt, wie verlautet, mit der am nächsten Sonntag statt- findenden Mattcotti-Feier zusammen.

An diesem Tage findet im Volkshaus zu Brüssel die Enthüllung des Matteotti-Denkmals statt. Henderson, ehemaliger britischer Minister, wird das Denkmal über­nehmen, der deutsche sozialdemokratische Abgeordnete Müller, Leo Blum, französischer Deputierter, und die beiden in Frankreich in Verbannung lebenden italienischen Abgeordneten Turati und Mogdiliani werden bei dieser Denkmalsenthüllung Reden halten. Von den vier sozial­demokratischen Ministern Belgiens nimmt auf Wunsch der bürgerlichen Minister niemand an der Feier teil. Indessen führt die sozialdemokratische Presse Belgiens eine solche scharfe Sprache gegen Italien, daß deswegen eine neue Beschwerde aus Rom kam.

Höchsibezugsdauer in der Grnmbslosenfmforge.

Berlin. Bei der günstigen Entwicklung des ArbettS» Marktes hat der Rejchsarbcitsininiftcr die allgemeine Höchst- bezugsdauer in der Erwerbsloscnsürsorge mit Wirkung vvin 12. September 1927 ab grundsätzlich wieder auf das regel­mäßige Alaß von 26 Wochen festgesetzt. Bis zu 39 Wochen darf die Unterstützung nur noch in folgenden Berufen gewährt wer­den: Gärtnerei, Metallverarbeitung und Industrie der Ma- fchincn, Lederindustrie, Holz- und Schnitzstoffgewcrbe, Bc- .'leidungSgewerbe, Angestellte. Die Befugnis der örtlichen Stellen, zur Vermeidung unbilliger Härten die Uutcrstützungs- dauer im Einzel fall bis zu 13 Wochen zu verlängern, bleibt unberührt.