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Zul-aer Anzeiger

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Nsâint jeden Werktag. Bezugspreis: monak- 9 Mark. Bei Lieferungsbehinöerungen durch höhere Gewalten", Streiks, Aussperrungen, i Hehiifpcrre usw. erwachsen dem Bezieher keine ssn/prüche. Verlag Friedrich Ehreirklau, §ulda, Mitglied des Vereins Deutscher Zeitungsver- stger. Postscheckkonto: Zrankfurt a. M. Ur-iLoos ^226^1927

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

Zulöa- und HauaetKl Zulöaer Kreisblatt Reöaküon und Geschäftsstelle: Mühlensicaße 1 Zernsprech-Rnschluß Nr.H89 Nachdruck der mit * versehenen flrtike! nur mit Tuellenansabe.§ulâaer srnZeiger"gLstattet.

Fulda, Dienstag, 27. September

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4. Jahrgang

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Wer Vorstoß gegen Deutschland.

Hetzreden in Belgien und in Frankreich.

Die Stimmung in Genfer Völkerbundkreisen hat sich gegen Schluß der jetzigen Tagung stark verschlechtert. Her- uergerufcit wurde diese kühle Atmosphäre durch eine Rede des belgischen Ministerpräsidenten Jaspar, die nicht nur Sei der deutschen Delegation starke Verstimmung hervor- gkkufett, sondern auch in anderen politischen Kreisen des Lölkerbundes einen äußerst ungünstigen Eindruck erweckt hat. Der belgische Ministerpräsident benutzte die Ein­weihung eines Denkmals zu Ehren des belgischen Staats­mannes Bcernaert, der im politischen Leben Belgiens inè führende Rolle gespielt hat und im Jahre 1912 ver­erben ist, zu einem maßlosen Ausfall gegen Deutschland. |n der Rede sagte Jaspar in bezug aus Beernaert u. a.:

Er hat nicht die furchtbaren Tage erlebt, in denen die Masion derermit den reinen Händen" unser unschuldiges Vaterland der Brandstiftung, vcm Mord und der Verwüstung ausgeliefert hat. Er hat die unentschuldbaren Füsilierungen von Frauen, von Greisen, von Kindern in der Wiege nicht teengelerut. Sein Herz krampfte sich nicht zusammen an- gcsichts des systematischen Raubes unserer industriellen Aus- nistnng. Er erlebte weder Löwen, noch Vistz, noch Tamines, noch Aerschot, noch Dmant. Er hat nicht mehr mit Augen, dic vor Entsetzen brannten, den langen Zug unserer Mit- bürger davonziehen sehen müssen, die wie Sklaven zu Tausen­den deportiert wurden. Auch die letzte Prüfung blieb ihm erspart, sein geliebtes Vaterland gegen den Hast und die Ver- fambung verteidigen zu müssen, die hartnäckig und uner­müdlich bemüht sind, mit den üblen Dünsten der Lüge und desübelwollens Belgiens Heroismus und Leiden zu trüben.

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des Weltfriedens hiu; nicht etwa aber jene, vte reine Denkmalseinweihung vorübergehen lassen, ohne alte An­schuldigungen gegen Deutschland aufzuwürmen oder neue zu ersinnen.

Mr Hr'e Abrüstung.

Annahme der fünf Entschließungen in Genf.

Die Vylkerbuudversammlung hat am Montag fünf Entschließungen des Abrüstungsausschusses ein

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Durch diese Rede Jaspars ist nach Auffassung der mischen Delegation in Genf eine völlig veränderte und « Lage eingetreten. Ursprünglich sollten am Montag ^Handlungen mit dem gegenwärtigen ersten belgischen Werten in Genf, Senator Brouköre, wegen einer ge- Amsmen Verlautbarung über den vorläufigen Verzicht

< È ich i e d s g e r i ch tl ichs n Untersuckpung der F r a "uraffäre beginnen. Durch die Rede des 6et

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^.sgischen Aimsterpräsidenten sind aber die deutsch-belgischen Ver- WMungen über diese Frage stark in Zweifel gestellt !Mden. Zwar fand die schon seit längerem in Aussicht kommene Aussprache zwischen der belgischen und der mischen Delegation statt, doch wurden zu Beginn der wedjung von den Belgiern Erklärungen über m näheren Absichten verlangt, die der belgische Minister- Nbent mit seinen scharfen und verletzenden Aus» swingen etwa gehabt hat. Von dem Ergebnis dieser Klärungen wird dann das weitere Verhalten der deut- M Delegation abhängig sein.

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Trommelfeuer

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Bemerkenswert ist die Energie, mit der sich der Nische Außenminister, Dr. Stresemann, in einer Unter« tuung mit demMatin"-Redakteur Sauerwein hinter È Taimenbergrede Hindenburgs gestellt hat; besonders «r die darin aufgestellte Forderung nach Einsetzung , - °"'es unparteiischen Schiedsgerichts,. ^ die Anschuldigungen gegen Deutschland unter« , sollte. Ursprünglich doch ein Vorschlag, der vom '".«Ischen Minister Vandervelde ausgegangen war, ist er R die Brüsseler Regierung abgelehnt worden man W also wirklich nicht die überaus große Schärfe des in einer Rede, die der belgische Ministerpräsident Mr bei der Enthüllung eines Denkmals für einen

Ms längst vor dem Kriege verstorbenen belgischen Ihmann hielt. War also schon die Gelegenheit selbst M Haaren herbeigezogen, so sticht die bissige Ironie, der Jasper über Hindenburgs Rede herfüllt, be« W drastisch von den ruhigen, würdevollen Worten - rutschen Reichspräsidenten ab. Alle jene Anschuldi- VN gegen Deutschland, wie man sie schon bei der Malsenthüllung in Dinant von sich gegeben hatte, M wiederholt, unterstrichen aber das deutsche Er- 7 um Schaffung eines unparteiischen Gerichtes lehnt

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fahrend Poincarö, der am Sonntag gleich drei der- K Enthüllungsreden hielt, sich diesmal ziemlicher befleißigte, hat sein Kabinettskollege, Justiz- B a r t Hou, dessen Rede wir gestern veröffentlich- i Burückhalung mehr als reichlich wettgemacht. Die iitanv-r^ bei einer Denkmalseiuweihung

gell ' Hirschauer von sich gab, sind natür-

5 e rednerische Trommelfeuer auf ibiirt r Z d K'igt, daß man es drüben genau ver- die deutscheKriegsschuld" als der wich- des Versailler Vertrages

- Man war in Genf dabei, über den wieder

P Uni /^11 belgischen Vorschlag einer unpartei- Ersuchung des Franktireurkrieges, worauf ,ort eingegangen war, eine protokollarische Munn bn^Vu verfassen, wonach auf eine solche Unter« '^t dora.^.verzichtet, demgeschichtlichen Urteil" aber .Me w . werden sollte. Da hinein platzie jetzt belgischen Ministerpräsidenten, der dieses ^Mnca^ als feststehend bezeichnet, genau wie ' Wr vvd hundert andere französische Stäats-

m1 ^veralè seit Friedensschluß immer wieder selten genug haben Deütschlands maß- ^ bvii " hiergegen Protest eingelegt; nun fordert iyjt Völliges Stillschweigen, nur von uns.

aber nicht, so stellt man ü n s als Störer

Die Beisetzung v. Maltzans.

Beteiligung zahlreicher Diplomaten.

' Am Dienstag nachmittag werden die sterblichen Über­reste des bei Schleiz verunglückten deutschen Botschafters Freiherrn v. Maltzan in Groß-Luckow (Mecklenburg) bei- gesetzt. Für den Reichspräsidenten wird Ministerialdirektor Kopke an den Beisetzungsfeierlichkeiten teilnehmen. Der Außenminister Dr. Stresemann wäre gern selbst erschienen, um seinem Freunde die letzte Ehre zu erweisen, ist aber in Genf unabkömmlich und läßt sich ebenfalls durch Ministe-

stimmig angenommen. Die erste dieser Entschließungen fordert, daß die Zivilaviatik nur wirtschaftliche Ziele verfolgen darf, und verlangt die Förderung von Abkommen zwischen den Luftfahrigesellschaften der einzel­nen Länder. Mit der zweiten und dritten Entschließung stimmt die Versammlung den Beschlüssen und Empfeh­lungen des Rates über beschleunigten Z u s a m men - tritt und Beschlußfassung in Krisen- fällen zu. Die vierte Entschließung betrifft den fin­nischen Antrag, eine finanzielle Hilfe für an­gegriffene Staaten im voraus zu organisieren, und empfiehlt die Fortsetzung der Vorarbeiten zürn Ab­schluß eines entsprechenden Staatenabkommens.

Die fünfte und wichtigste Entschließung empfiehlt 1. die Entwicklung der Schiedsgerichtsbarkeit durch Ab­schluß von zwischenstaatlichen oder Kollektivverträgen, um das Vertrauen zu schaffen, das für einen vollen Erfolg der Abrüstrlngskoufcrenz unerläßlich ist; 2. den beschleu­nigten Abschluß der technischen Vorarbeiten für die Ab­rüstungskonferenz; 3. die Bildung eines Sonderkomitees zum Studium der Sècherheitssragc und der durch Schiedsgerichtsbarkeit erreichbaren Garantien; dieses Sonderlonritee wird vom Vorbereitenden Abrüstungs­ausschuß gebildet.

Die Untersuchung des Sonderkomitees soll sich er­strecken auf folgende drei Möglichkeiten: a) Aktion des Völkerbundes ziir Herstellung eines Netzes von zwischen­staatlichen und KelltzktivWeds- und, -sicherheilsver- trägen, b) systematische Vorbereitung zur Ausführung der Paktverpflichtungen und c) Abschluß von Vereinbarun­gen, die zwischen einzelnen Staatengruppen ohne Prä­judiz der Paktverpflichtungen eingegangen werden könn­ten, und Auskunftserteilttng an den Rat über die Höhe der Streitkräfte, die die einzelnen Regierungen für Konfliktfälle in bestimmten Gebieten etwa dem Rate zur Unterstützung seiner Beschlüsse oder Empfehlungen zur .Verfügung stellen würden.

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Bericht Dr. Pünders über die Genfer Tagung.

Staatssekretär in der Reichskanzlei Dr. P ü n d e r ist aus Genf zurückgekehrt und hat inzwischen dem Reichs­kanzler nnd dem Stellvertreter des Reichskanzlers, Exz. Hergt, vorläufigen Bericht über die diesjährige Völker­bundtagung erstattet.

Unterredung Stresemanns mit de Vrouüèrx.

Genf. Reichsaußcnminister Dr. Stresemann empfing nach der Konferenz, die er mit Briand hatte, noch den bel­gischen Senator de Brvuckère. Die Unterredung dauerte'' 15 Minuten. Dann hatte der rumänische Außenminister Titu- lescu eine ebenfalls kurze Besprechung mit dem deutschen Außenminister.

Briands Rückkehr aus Genf.

wtb. Paris, 26. September. Briand beabsichtigt bereits heute nach Paris abzureisen.

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Das Flugzeugunglück bei Schleiz,

bet welchem sechs Personen, u. a. Freiherr v. Maltzan, tödlich verunglückten. Unser Bild zeigt das abgestürzte Flugzeug.

rialdirektor Köpke vertreten. Außer zahlreichen Herren vom Auswärtigen Amt begibt sich auch der amerikanische Botschafter in Berlin, Schurman, nach Groß-Luckow.

?l!s der Zug mit der Leiche v. Maltzans aus Schleiz in Berlin auf dem Anhalter Bahnhof eintraf, hatten sich dort ihm zu Ehren mehrere Diplomaten und der Reichstags­präsident Löbe eingefunden. Der Sonderwagen mit dem Sarge des Botschafters ist dann sofort nach Groß-Luckow weitergeleitet worden.

Im Auswärtigen Amt laufen noch immer zahlreichs Beileidstelegramme aus den verschiedensten Staaten ein; sie sind ein Beweis dafür, welcher großen Beliebtheit unb- AuerkelmunaMaltzün. sich, übcuiü yw bat

HLnöestburg-Ieier in Chikago.

Die Last des Dawes-Planes. x

In Chikago fand unter dem Vorsitz von Dr. Otto Schmidt eine Hindenburg-Feier statt, an der etwa 4500 Personen teilnahmen. Der deutsche Generalkonsul Simon wohnte der Feier bei. Der amerikanische Senator Lewis gedachte in einer längeren Ansprache zunächst v. Maltzans, mit dem er bereits in Deutschland zusammengearbectet habe und den er als Mensch und Diplomat hochschätze.

Den Reichspräsidenten v. Hindenburg schilderte der Redner als eine in Krieg und Frieden gleich starke Persön­lichkeit, die dem deutschen Volke in schwerster Zeit zum Wiederaufstieg verholfen habe. Sollten jemals wieder schwere Konflikte unter den Rationen entstehen, so könne Amerika sicher sein, daß.es in der Hindenburg-Republik, in Deutschland, einen treuen Freund finden werde. Der beste Wunsch für Hindenburgs Geburtstag sei die Hoffnung, das; dein deutschen Volke die Last des Dawes-Planes von den Schultern genommen werde.

Japan und Deuischland.

, Äußerungen eines japanischen Staatsmannes.

Eine Anzahl japanischer Parlamentarier hält sich zurzeit in Berlin aus und ihr Führer, der Staatssekre­tär a. D. Bukichi Miki, äußerte sich in einer Unter­haltung mit einem Journalisten folgendermaßen:

Wir sind nach Europa gekommen, um die parlamen­tarischen und politischen Verhältnisse der europäischen Staaten zu studieren. Wir sind, von Paris kommend, in Berlin eingetroffen und beabsichtigen, am 27. September Berlin zu verlassen und zunächst nach London zu gehen. Von dort werden wir dann aller Voraussicht nach Anfang November wieder nach Berlin zurückkehren, um uns hier mehrere Wochen aufzuhalten. Wir werden dann besser Gelegenheit haben, mit Vertretern der Politik, des Han­dels,' der Kunst und Wissenschaft sowie mit den Führern aller politischen Parteien Deutschlands, besonders solcher, die an ostasiatischen Fragen besonderes Interesse haben, in Verbindung zu treten.

Auf die Frage, wie das japanische Volk über Deutschland denke, erklärte der Staatssekretär:Das japanische Volk achtet das deutsche Volk außerordentlich hoch wegen seiner erstaunlichen Leistungen während des Krieges und nach dem Kriege in seiner zähen Wieder­au fb a u a r b e i t. Es ist der Ansicht, und diese teile ich vollkommen, daß die ungeheure Leistung Deutschlands in der Bemeisterung seiner zerrütteten finanziellen und wirt- . schaftlichen Verhältnisse nach dem Kriege wenigstens so hoch, wenn nicht höher einzuschätzen ist als seine Lei­stungen während des Krieges. Wir Japaner sind über­zeugt, daß keine andere Nation in dieser Lage dieselbe Lebensenergie aufgebracht hätte und vaß jedes Volk von dem deutschen lernen könnte."

Meine Zeitung für eilige Leser.

* Die große Abrüstungsresolution ist vom Völkerbund an- gcuommen worden.

* Das Zentralkomitee der Badischen Zentrumspattei be­zeichnete den Entwurf für das Reichsschnlgesetz als eine brauch­bare Grundlage zur Regelung des Volksschulwesens. An Dr. Wirth wurde ein Schreiben wegen seiner abweichenden Stellung abgefanbr.

* Infolge bei Regen fälle der letzten Tage ist in den Alpen eine Hochwasserkatastrophe eiugetreien, die mehrere Todesopfer gefordert hat.

* In China sind durch einen Taifun 5000 Menschen ums Leben gesommert.

Vadisches gestern tmö Dr. Wirth.

Stellungnahme zu m Reich ssch ulgesetz.

Unter dem Vorsitz des Prälaten Dr. Sch 0 f 0 r und in Anwesenheit des Reichsfinanzmimsters Dr. K ö h l e r und des badischen Staatspräsidenten Dr. T r u n ck tagte in Freiburg das Zentralkomitee der BadischLu Zentrums- Partei. Vor Beginn der Sitzung teilte der Vorsitzende mit, daß nur die Mitglieder des Zentralkomitees der Sitzung beiwohnen könnten, auch Die Presse wurde nicht zugelassen.

In einem offiziellen Bericht heißt es, man sei einig gewesen darüber, daß der Schulenltvurs eine geeignete Grundlage für eine annehmbare Regelung des Volksschul­wesens biete, daß das badische Zentrum die Reichsver- sassung schon aus allgemeinen politischen Erwägungen ge­wahrt und die religiösen Ziele des Volkes unbedingt sicher­gestellt wissen wolle.

Über Dr. W i r t h; dessen ablehnende Ansicht über den Schulgesetzentwurs bekannt ist, wird in dem Bericht gesagt, daß der Reichstag^abgeordnete Dr. Wirth der Tagung serugeblieben ist, statt mannhaft seine Meinung durch per­sönliche Anwesenheit zu vertreten^ imt allgemein starkes Befremden Hervormrusen. Ein Schreiben an ihn über seine verösfentlichte Meinung wurde sestgelegt und an ihn abgesandt. Das einseitige Vorgehen des Reichstagsab- geördueten Dr. Wirth in der Schulsrage hat einer sried- lichen Lösung speziell in Baden nicht nur nicht gedient, sondern den alten noch neue Schwierigkeiten hinzugefügt,