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[247-1927

Fulda, Freitag, 21. Oktober

4. Jahrgang

Kleine Zeitung für eilige Leser.

Lebn Rcichsarbeitsminister sanden Schlichtungsverhand- statt, um den Streik im mitteldeutschen Braunkohlen-- zu beenden *

L^r Reichstag wird sich voraussichtlich am Sonnabend, den I gtober, wieder für längere Zeit vertagen.

i München ist der frühere bayerische Ministerpräsident, I MH Knilling, infolge einer Operation gestorben. t #an Mexiko fand ein überfall aus einen Eisenbahnzug (j bei Dem acht Personen getötet wurden.

Das Elsaß brennt."

Das Elsaß brennt!" so lautete das Urteil eines iralen Berichterstatters, der kürzlich das frühere Mand besucht hat. Die französische Presse ist an» W mit den sorgenvollsten Schilderungen ständigen Verschärfung der Lage und die französische» mutig weiß sich keinen Rat.

Als die Franzosen 1918 ins Elsaß einzogen, glaubten «ach den Darstellungen, welche ihnen die Revanche- issc gemacht hatte, daß sie in ein im Herzen gut fran- M Gebiet kämen, das keinen anderen Wunsch kenne, so schnell wie möglich restlos in Frankreich aufzugehen, (er geschickter Regie inszenierte Feierlichkeiten, bei m man allerdings schon dazu greifen mußte, die Uchen Bauernmädchen durch kostümierte Pariser Minnen zu ersetzen, ferner die Kriegsmüdigkeit der der Front liegenden Vogesentäler und der Zweifel, ob Wand sich je wieder werde aufrichten können, kamen Franzosen entgegen. Ohne Widerstand zu finden, nten sie in den ersten Wochen den Versuch machen, alle nerungen an die deutsche Zeit zu tilgen und nament-- »die Schulen ganz auf das Französische umzustellen, »kill junges Geschlecht zu erziehen, welches die Sprache litt Eltern vergessen sollte.

I Wer die Flitterwochen dauerten nicht »ze. Das Wort, welches ein vertriebener deutsch- »AM Elsässer beim Abschied feinen Landsleuten zu- müßt noch einmal französisch werden, um ganz reisen, wie deutsch ihr seid!" bewahrheitete sich Mischend schnell. Die Wirkungen der Abschneidung »Lothringens von seinen natürlichen wirtschaftlichen wütigen traten nicht einmal so stark in den Sorbet» ö, weil Deutschland in den Krämpfen der Inflation ,1111b der französische Frank gegenüber den deutschen Äonen eine Edelvaluta darstellte. Die Gegenwehr be- «daher aus ganz idealen Gründen. Die deutsche Münalgesetzgebung, die deutsche Sozialversicherung liefen sich als solche Fortschritte gegenüber den fran» Mn Zuständen, daß sich hier das Rad der Entwick- Ki; nicht rückwärtsdrehen ließ und jeder Versuch, dem ^ eines dieser Rechte aus Gründen einer Angleichung M französischen Zentralismus zu nehmen, Erbitte- und Empörung erweckte. Um dieAssimilierung" Schleunigen, hatten die Franzosen innenfranzöfische Wie in großer Zahl nach dem Elsaß versetzt, Leute, Mj mit den Einwohnern nicht verständigen konnten, M Titten und Anschauungen mitbrachten und sich Wenig wohl fühlten, daß sie nur einen Wunsch Wieder weg aus diesen Gefilden der elsässischen und heim ins gesegnete Frankreich! Man wußte W anders zu helfen, um die für die französische Lautung nötigen Beamten zu erhalten, als ihnen eine

Zulage zu bewilligen, wie sie die französischen in den Kolonien erhalten. Damit war eine M^ugung der fremden gegenüber den einheimischen geschaffen und die Elsaß-Lothringer fühlten sich Anamiten und Senegalnegern auf eine Stufe ge- inzwischen traten aber die furchtbaren der französischen S ch u l p 0 l i t i k zu- einem so hochentwickelten Kulturlande mußten M,^^uerkskain>nern feststellcn, daß sich unter den M,i,"U!senen nicht einer befand, der richtig deutsch ^fifcl) schreiben konnte. Alle die Schuljahrgänge, B>k, erstenSegen der Französierungsversuche Leibe erlebt haben, sind B i l d u n g s - geworden, die kein Fortkommen in der Welt sie nicht noch fleißig nachholen, was die Labung versäumt hat. * die Mißstimmung, das sogenannteMa- bedrohlicher angewachsen, so bedurfte es keiner Zwischenfälle, um es zum Sturm zu ^sese Zwischenfälle blieben bei der beider- M^'"ueseligen Erregung nicht aus. Die politischen! uufangs ihren Frieden mit Frankreich ge-, Kurden mitgerissen. Die Zeitungen schwenk- .. anderen, in das Lager der RegionalisteN die Heimatrechte und die deutsche Eigenart .nten und sie erhalten wollten. Bald aber

W im, ^üonalistische Programm der Volksstimmung bot bildete sich der H e i m a t b u n d, der» M^elbstu^! >ang an autonomistisch eingestellt war, b. h^ Altung von Elsaß-Lothringen, allerdings im o^ünzösischen Staates, anstrebte. Zwei neue Abm,»?^anden, dieZukunft", die schnell über ^hej^ B^ten verfügte, und die viel radikalere Don m, 009 Auflage), Heransgegeben vom Baron M^Wein,- ^' bem Sohn des früheren deutschen In"bes n UJ1^ Sprößling einer der ältesten Familien Sehier^ nun begingen die Franzosen einen Wch^^ln ,>pr ihrer Nervosität griffen sie zu Gewalt- Wtzm LUlliér iT^ett die Führer des Heimatbundes und- inz â^'.^lhastem Vorwand den Baron Zorn von J der ^»Ngnis. Die Antwort war die Grün--- de» P 11 t 0 n 0 m i st e n p a r t e i", die damit B x Verbund anzurufen und zu verlangen-

Berhandlungen im Bergarbeiterftreik.

EiniglUlgsversvche im

ReichMbeiiMmisteriunl.

Die Forderungen der Parteien.

Im Reichsarbeitsministerimn haben am Donnerstag die Verhandlungen zur Beilegung des Lohnstreiks im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau begonnen. Den Vor­sitz führte der Schichter für Oberschlesien, Professor Dr. B r a h n, der auch die bisherigen ergebnislos verlaufenen Schlichtungsverhandlungen in diesem Streik geleitet hat. Zu Beginn der Verhandlungen machte Prof. Dr. Brahn den Versuch, die Verständigung zwischen beiden Parteien hcrbeizusühren, ohne daß ein Schiedsspruch gefällt zu

werden braucht. Hierbei erhoben die Vertreter der Arbeit­nehmer die Forderung nach einer durchschnittlichen Lohn­erhöhung von 15 Prozent, während die Arbeitgeber daran sesthielten, einer Lohnerhöhung nur dann zustimmen zu können, wenn sie auch gleichzeitig eine Kohlenpreis­erhöhung im Gefolge habe.

Nachdem eine gütliche Einigung nicht erzielt werden konnte, trat der Schlichtungsausschuß in Funktion, der nach eingehenden Beratungen der Lage einen Schiedsspruch fällen wird. Erst wenn eine der bei­den Parteien gegen diesen Schiedsspruch Widerspruch er­heben wird, wird der Reichsarbeitsminister Dr. Brauns in den Streik eingreifen und den Schiedsspruch für ver­

daß Elsaß-Lothringen als ein Gebiet nationaler Minder­heiten das Recht erhält, durch eine V 0 l k s a b st i m - m u n g zu entscheiden, ob es weiter zu Frankreich gehören will. Unter dem Druck dieser Bewegung haben die Fran­zosen schleunigst eingelenkt und der deutschen Sprache in den Schulen größere Rechte bewilligt, doch werden diese Zugeständnisse als völlig unzulänglich von der Volks­mehrheit kritisiert und der schwerste Kampf steht noch bevor, wenn Frankreich Ernst mit seiner Absicht macht, die innenfranzösifchen Kirchengesetze in Elsaß-Lothringen zur Durchführung zu bringen.

In der innenfranzösischen Presse aber begegnet man Auslassungen, daß es ein s ch w e r e r F e h l e r d e s V e r- sailler Vertrages gewesen sei, dasFrankreich innerlich entfremdete Elsaß-Lothringen" unter falschen Voraussetzungen zu annektieren. Statt daß Frankreich das Elsaß assimiliert habe, beginne das Elsaß die ganze französische Verfassung zu vergiften. Die französischen Arbeiter fordern eine Ausgestaltung der Sozialge,etz- aebung nach dem im Elsaß bestehenden deutschen Muster, die Städte drängen auf eine freiere Kommunalverwaltung und, was vielleicht das schlimmste ist, während Frankreich früher keine Minderheitenfragen kannte, sind jetzt die Bretonen, die Flamen, die Basken und die itattenrschen Korsen aufgewacht und beginnen sich mit den Eliassern mnb Lothringern zum gemeinsamen Schutz der Hermat- -rechte und der Mutterspraâ zusammenzuschließen.

Die Kreditlage der Landwirtschaft.

Eine Sitzung im Reichsernühruugsministerium. '

Zu den verschiedenartigen Mitteilungen betreffend eine vertrauliche Sitzung im Reichsernährungsministerium über die Kreditlage der Landwirtschaft wird halbamtlich festqestellt, daß zwischen den amtlichen Stellen, den Zentral- krcditinstituten und den landwirtschaftlichen Spitzenver- bänden über den Ernst der Lage durchaus Einmütigkeit bestand Das Ergebnis der sehr eingehenden Beratungen^ läßt sich dahin zusammensassen, daß die Rentenab... Wicklung auf jeden Fall durchgefuhrt werden soll und daß die landwirtschaftlichen Spitzenverbände darauf hin­wirken werden, daß jeder Landwirt, der irgend dazu im­stande ist, seinen Verpflichtungen nachkommt. Wenn dies geschieht, werden die Kreditinstitute in der Lage sein durch sorgsamste Prüfung im Einzelfall eine Exlstenzgefahrdung der Betriebe zu vermeiden. Dre Besprechung ergab ferner.

bindlich erklären, so daß damit dann das Ende des Streiks erreicht würde. Man rechnet damit, daß zu Beginn der nächsten Woche die Arbeit in den Gruben wieder ausge­nommen werden kann.

Die Streiklage in Mitteldeutschland.

Die Zentralstreikleitung Halle teilt mit, daß im all­gemeinen neue Momente in der Streiklage nicht in Er- scheinung getreten seien. In den Bezirken Ober- und Niederlausitz sei eine Ausdehnung zu verzeichnen, so besonders in Forst und in Klettwitz. Im Durchschnitt verrichteten im gesamten mitteldeutschen Streikgebiet etwa acht Prozent der Belegschaften Notstandsarbeiten. Zahl­reichen Arbeitsinvaliden und Schwerkriegsbeschädigten sei Die Genehmigung zum Weiterarbeiten erteilt worden.

Über die Streiklage im Bezirk Frankfurt a. d. O. teilt die dortige Bezirksstreikleitung mit, daß der Stteik nun­mehr allgemein sei. Nur fünf Prozent der Belegschaften verrichteten im Auftrage der Streikleitung Notstands- arbeiten.

Lohnforderungen im Ruhrgebiet.

In den letzten Tagen im Ruhrgebiet abgehaltene Konferenzen und Versammlungen des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter haben eine Entschließung an­genommen, in der an die Regierung das dringende Ersuchen gerichtet wird, die unterbrochenen Verhandlun­gen mit den Vertretern des Deutschen Gewerkschaftsbundes zur Besprechung der Lohnfrage sofort wieder aufzunehmen. Die Ausbesierung der Bergarbeiterlöhne mus?, so heißt es in der Entschließung weiter, gleichzeitig mit dem Inkrafttreten der Besoldungserhöhung erfolgen. Die Not der Bergarbeiter ist groß und schnelle Hilfe ist deshalb dringend notwendig.

Die Bergarbeiterverbände hatten unter dem 11. b. M^ an den Zechenverband ein Schreiben gerichtet, in dein um Verhandlungen über eine außertarifliche Lohn­erhöhung ersucht wurde. Der Zechenverband hat daraufhin den Bergarbeiterverbänden ein Antwort­schreiben zugesandt, in dem der Zechenverband bedauert, oem Ersuchen nicht entsprechen zu können, da er eine grund­legende Änderung der Verhältnisse nicht anzuerkennen vermöge.

Im übrigen verweist der Verband darauf, daß sich die wirtschaftliche Lage des Ruhrbergbaues in den letzten Monaten derart verschlechtert hat, daß sie viel mehr Verhandlungen über eine Lohnherabsetzung als über eine Lohnerhöhung bedingen würde.

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Die Schlichtungsverhandlungen zum Streik im Braunkohlengebiet.

wtb. Berlin, 20. Oktober. Die Schlichtungsverhandlungen zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern der vom Streik betroffenen Braunkohlengebiete, die gestern abend im Reichsarbeitsministerium wieder ausgenommen waren, wurden auf heute nachmittag 13 Uhr vertagt.

daß die Finanzierung der genossenschaftlichen Dünge­mittellieferungen voraussichtlich in dem gleichen Umfange wie im Vorjahre möglich sein wird.

*

Vom Reichslandbund wird zu dieser Richtigstellung der Berichte über das Ergebnis der vertraulichen Sitzung u. a. ^^e^ bereits zum Teil gemeldet, wurde in der Sitzung von sachverständiger Seite anerkannt, daß zwar etwa dw Hälfte der Anfang November fälligen restlichen 1.0 Mil­lionen der illiquiden Rentenbankwcchsel einkommen wurde, daß man aber hinsichtlich des Eintreibens des Restes Be­denken hege. Wenn daher in der Richtigstellung von einer Vermeidung der Existenzgefährdung gesprochen wird, so kann barur/tcr nur verstanden werden, daß unter allen Umstanden schon aus volkswirtschaftlichen Gründen eine Gefährdung der Weilerführung der Betriebe vermieden werden muß. Der Reichslandbund wird daher seine bereits eingeleiteten Schritte fortsetzen und von der Reichsregicrung wirkungsvollere Maßnahmen mit Überwindung der Schwie­rigkeiten fordern.

Die Seraiungsstelle für Ausländsanleihen

Erfolgte Einigung.

Alls unterrichteten parlamentarischen Kreisen in Ber­lin erfährt man, daß die Verhandlungen, die zurzeit im Reichssinanzministerium mit den Finanzministern der Länder über die neuen Richtlinien der Beratungsstelle für Ausländsanleihen geführt wurden, zum Abschluß ge­kommen sind.

Im wesentlichen war bereits Mittwoch eine Überein­stimmung zwischen Ländern, Reich und Reichsbank erzielt worden. Bei den Donnerstagsberatungen handelte es sich deshalb hauptsächlich noch um Formulierungen, für welche die Konferenz eineh Ausschuß eingesetzt hatte. Über diese Formulierungen ist nunmehr eine Einigung zustande gekommen, so daß die neuen Richtlinien, die für die An­leihebedürfnisse, aber auch für die hrungspolitik der Reichsbank von großer Bedeutung sind, gegeben sind. Das Ergebnis der Verhandlungen wird den Länder­regierungen mitgeteilt werden. Materiell haben die neuen Richtlinien in erster Linie den Zweck, die Wirtschafts- und währungspolitischen Gesichtspunkte, die die äußerste Beschränkung bei Aufnahmen von Auslandskrediten durch öffentliche Verbände gebieten, genauer Heranszu­arbeiten und zusammenzufassen.