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Jin 2561927

Fulda, Dienstag, 1. November

4. Jahrgang

Kleine Zeitung für eilige Leser.

I ^^ bekannte Publizist Maximilian Harden ist im Alter Lgg Jähren gestorben.

rg^ Sturm über England und der Nordsee hat 75Todcs- l^géforbert und mehrere Schiffe schwer beschädigt.

Italien ereigneten sich an dem Faschistenlage ein Eisenbahn- und ein AutobusUnglück. Bisher werden Mote gemeldet.

s^litf den griechischen Staatspräsidenten Konduriotis wurde Alenka! "verübt, bei dem der Präsident durch einen «Uverschuß verwundet wurde. _____

Lin Rechenschaftsbericht.

In den letzten Wochen ist in den verschiedenen Partsr- MN schon mehrfach das Thema der Reichstags- -niwahl berührt worden und man mühte sich auf der Achten wie auf der Liuken ab, schon jetzt eine Wahl- pn r01e zu finden. Das scheint etwas übertrieben vor- iätiij )U fein, weil doch kaum damit zu rechnen ist, daß itt Reichstag auseinandergeht, ehe er sein natürliches, Mungsmäßiges Ende erreicht hat. Daran ändert ach nichts, daß jetzt auch der Reichskanzler Dr. Marx Dieser Frage das Wort ergriffen hat. Er hat in einer rofen Rede in Essen einen Rückblick auf die Politik der mMgenen Monate gegeben, nicht so sehr als Reichs- «isler, sondern als Chef seiner Partei. Wandte er sich Ä zunächst gegen die Vorwürfe, die man ihm des- Kjen aus den eigenen Reihen her gemacht hatte, weil rine Regierungskoalition mit den Deutschnationalen ^gegangen war. Man weiß, daß dieser Entschluß in der Mrumspartei vielfach scharf getadelt worden ist, vor ck» deswegen, weil aus der Arbeitsgemeinschaft mit toi Deutschuatioualen eine Gesinnuugsgemeinschaft zu toben schien. Dr. Marx erklärt nun aber als Partei- MN das Zentrum nicht auf Gedeih und Verderb mit W verbunden sei; ohne jegliche Bindung vor wie aiden Wahlen will das Zentrum bleiben.

?rr Pärteivorsitzende Marx hat aber die Gelegen- Miner Rede dazu benutzt, um auch als Reichskanzler Il^Rchem Die Zurücknahme einer Anzahl ^ e r B e s a tz u n g s t r u p p e n aus 64m besetzten Misten der französischen Regierung zügesagt und W.tet worden. Dr. Marx gibt der Hoffnung Aus- X daß dieses Versprechen auch loyal und in vollem "fange durchgeführt wird, benutzt außerdem die 'l'liide, um wieder einmal darauf hiuzuweisen, daß die Glige Räumung des besetzten Gebietes D Forderung ist, die das deutsche Volk immer wieder -^n muß und erheben kann, weil es den Beweis ge- ^rt hat für die friedliche Einstellung seiner Politik, ^sfallend war das Aufsehen, das die Rede des ^ichsp r ä s i d e n t e n bei der Enthüllung des "Meubergdenkmals vielfach erregt hat, eine Rede, die «hl von mir als auch vom Außenminister gebilligt °Wm war," fügte Reichskanzler Dr. Marx noch üe- M, hinzu. Auch er verspricht sich nichts von einer . "''uo>! zwischen den beteiligten Mächten, gibt aber wieder dem Wunsche Ausdruck, daß wissen- 1 H l i ä) e Forschungen und unparteiische

u ii g e n die Wege imd Pläne aufdecken, die zum Beginn.des Weltkrieges geführt haben. Den; das dann erst gesprochen werden kann, werde sich Volk unterwerfen müssen, so schmerzlich es auch M werde.Bis dahin empfinden wir die Behauptung, Deutschland den europäisches Brand entfesselt, iBchwer und tief verletzende Ungerechtigkeit." . W Weite übertrieben, wenn man die innen- und »Apolitischen Ausführungen des Reichskanzlers und »^^uinsparteivorsitzeuden nun als Zeichen dafür nehmen als rechne man in Regieruugskreisen etwa mit Neuwahlen. Gewisse Auseinandersetzungen dem Zentrun; und den Deutschuatioualen Hin- Mj'^wniger Fragen der Innenpolitik haben offenbar M Nicht einen irgendwie erheblichen Grund zu tiefer leni Zwiespalt abgegeben; die politischen Probleme »Wenwärtigen Augenblicks haben ihren Druck gelteud um all die theoretischen Auseinandersetzungen $ gäenstreit, Staatsf 0 rm üsw. zu ver- M > , ir. Marx sprach jedenfalls in Sätzen, die den ke Mur Versöhnung deutlich verspüren lassen. »L^mpf um die Staatsform hat sich dc.nu ist dem WE?azlxr ohne weiteres recht zu geben im letzten

schon erheblich abgeschwächt, weil sich die Repu- festigte, daß die Deutschnationalen in die "3 eintraten und in der Regierung eifrig mit- . Trotzdem will Dr. Marx aber nichts davon Wablparole mitzumachen, die sich allein auf Wq-^^um stützt uud eine Abwchrfront gegen die Herstellen will. Der Vorsitzende der ^i gibt eben deutlich zu verstehen, daß beim W : 7? -Wählkampf eine gemeinsame Schl âchtreihe der W ZsWen Negierungskoalition vereinigten Parteien » bt werden soll. Vorläufig aber bleibt man nicht etwa auë Liebe zueinander, sondern, gemeinsame politische Ziele erreichen will.

I ^« Echo der Reichskanzlerrede. I Basische Presse beschäftigt sich in ausführlicher I Rede des Reichskanzlers. Das sehr weit rechts I Paris" wirft die Frage ,auf, welchen Zweck M {»gen w Isanzösischeu Außenministers nach bicfeii AuS- I Äh mji° Reichskanzlers habe uNd was aus Europa wenn sich Deutschland genügend stark fühlen u fiubet in der Wiedergabe der Rede als Ziesten Satz die Feststellung DY Marx',.daß das

3i Sem Itttitit Mf da MWa 6WM

In Athen gab ein Mann namens Safirèos K u s i 0 s einen Revolverschus; auf den Staatspräsidenten ab in dem Augenblick, als Konduriotis sein vor dem Rathaus? hal­tendes Automobil besteigen wollte. Die Kugel drang dem Präsidenten in die Schläfe und blieb dort stecken. Der Präsident stürzte zu Boden und musste ins Krankenhaus gebracht werden, wo das Geschoß durch eine Operation entfernt werden mußte. Die Angaben über die Folgen der Verwundung weichen stark voneinander ab. Wäh­rend die ersten Meldungen nur von einer leichten Ver­ätzung zu spechen wußten, kamen später Behauptungen von ernster Natur der Wunde. Die vor dem Rathaus ver- sammelte Menge hatte sich auf den Attentäter geworfen, um ihn zu lynchen; die Polizei konnte ihn aber in Sicher­heit bringen.

Konduriotis hatte der Eröffnung des Kongresses aller Bürgermeister Griechenlands beigewohnt. Als er her­auskam, erfolgte das Attentat. Der -Präsident ist

am

.Präsident Kondüriotis.

Knochen der rechten Stirnseite verletzt. Er hat die Ope­ration gut überstanden und konnte bereits in seine Privat- Wohnung zurückkehren. In der Klinik fanden sich sämt­liche Minister und andere Würdenträger sowie die Leiter der diplomatischen Vertretungen ein- Bereits früher ein mal ist auf Konduriotis ein Attentat, und zwar von einer, Angehörigen der Mouarchistenpartei verübt worden.

Der Attentäter.

Die Untersuchung hat ergeben, daß der fünfundzwan­zigjährige Attentäter vor 14 Tagen aus Larissa nach Athen gelommeu ist, wo er in einem Restaurant als Be­diensteter tätig war. Bei der Vernehmung erklärte er, daß er wegen eines Ohrenleidens nach Athen gekommen sei, um Ausnahme in die Klinik nachgesücht habe, aber abgewiesen worden sei. Er habe auch versucht, bei dem Präsidenten Konduriotis vorzukommen, da er aber ab­gewiesen mürbe, habe er Rache am Präsidenten nehmen wollen. Die weitere Untersuchung scheintPher zu ergeben.

deutsche Volk nur aus moralischen Beweggründen auf der Er­forschung der Wahrheit bestehe. Für. denExcelsior" bedeutet die Rede die Forderung:Die Alliierten müssen das Rhein­land räumen". Die Linkspresse begnügt sich mit einer Wieder­gabe der Rede.

Deutscher Tag in Amerika.

Jubelfeier der Vereinigten Deutschen Gesellschaften.

Der in diesem Jahre in Newyork statfindende Deutsche Tag besam diesmal sein besonderes Gepräge durch die gemeinsam mit ihn; abgehultene Feier des fünf­undzwanzigjährigen Bestehens der Vereinigten Deutschen Gesellschaften. Unter starker Beteili­gung aus allen Kreisen der Deutschamerikaner nahm das Fest einen eindrucksvollen Verlauf. Unter den Teil­nehmern bemerkte man u. a. den deutschen Generalkonsul v 0 n L e w i n s k i, die Konsuln Heuser und Drechsler und den Bundessenator Copeland. Der Kommandeur des Newyorker Kriegshafens, Konteradmiral P I u n k e t t, er­innerte in einer Ansprache an die Mitarbeit Amerikas bei der Gründung einer preußischen Kriegsflotte. General­major James McRae, der Kommandeur des Newyorker Militärbezirks, hob in seiner Rede die Verdienste Steubens um die Schaffung des amerikanischen Heeres hervor.

potLiische J^unötoaik

Deutsches Neiâ

Die Frage der Arbeitszeit.

Vom Sozialpolitischen Ausschuß des Neichswirt- schaflsrats ist ein Teilgu.tachten . zu dem Entwurf des Arbeitsschutzgesetzes erstattet worden. Zahlreiche Sach- Ver kündige haben mitgewirkt. Es ist aber nicht möglich gewesen, eine Verständigung in den Fragen des Gcltungs- vereiches wie auch per allgemeinen Regelung der Arbeitszeit zwischen den Arbeitgebern und Arbcit- uehmern herzustcllen. So kam cs, daß alle Beschlüsse nur knappe MehrheitsbeschlüsseJinb uH man sich Vorbehalten

daß der Attentäter bereits mit dem Entschluß, den Präü- dcnten zu ermorden, von Paris abgefahren ist. Er soll den Plan auch einigen Athener Bekannten, darunter einem Studenten, mitgeteilt haben. Die Polizei will kommu­nistische Schriften in dem Gepäck des Kustos gefunden haben. Er selbst bestreitet, Kommunist zu sein.

Ein Iahrhrmdert für den Faschismus."

Rede Mussolinis in Rom.

Bei der fünften Jahresfeier des Marsches der Fa­schisten auf Rom fand in Villa Glori, einer der Vorstädte Roms, eine Truppenschau statt, an der die Na­tionalmiliz und Abteilungen der Land-, See- und Luftkräste teilnahmen. Die Stadt war festlich geschmückt, Truppen durchzogen mit Musik die Straßen und Menfchcnmassen sammelten sich, um der Feier beizuwohnen. Mussolini erschien zu Pferde in Uniform des Kommandierenden Ge­nerals der Miliz und begab sich zur Truppenschau. Nach der Schau hielt dann Mussolini seine Ansprache. In allen Städten Italiens fanden Feierlichkeiten statt.

,Italien gehört uns!"

Der fünfte Jahrestag der faschistischen Revolution könnte keine würdigere und feierlichere Weihe erhalten als diefe Versammlung des bewaffneten Volkes. Die Versamm­lung, die sämtliche bewaffneten Kräfte des Landes in einer Atmosphäre von glühendem Kameradschaftsgeist, in be­dingungsloser Einigkeit vereint sieht, könnte nicht anders fein, weil, wenn auch die Tätigkeit eines jeden verschieden ist, die Treue, die Liebe zum Vaterland und der Wille, das italienische Volk groß zu machen, allgemein sind. Wir sind entschlossen, unsere Revolution, was es auch kosten mag, im Lande und die Rechte Italiens in der Welt zu ver­teidigen. Das beginnende sechste Jahr widerlegt die lächer­lichen Schwätzer, die voraussehen wollten, daß unser Re- gierungssystem nicht von langer Dauer sein würde. Wir haben ein ganzes Jahrhundert vor uns und unsere ent­waffneten und überall zerstreuten Feinde Verdiener; nur unser Mitleid und unsere Verachtung. Machen wir unser Vaterland groß durch. unsere Mühe, unsere Opfer und unsere Arbeit! Wem gehört dieses Italien? Die ge­waltige Masse der Soldaten, Legionäre, Seeleute und Faschisten antwortet mit einem ungeheuren Schrei:Es gehört uns!"

Anfälle am Faschiftentage.

Ein Eisenbahn- und ein A u t 0 b u s u n g l ü ck.

Auf der Strecke Bari-Locorotondo stieß ein Extrazug mit einem Personenzug zusammen, wobei der Extrazug entgleiste, alle feine Wagen umstürzten und zertrümmert wurden. Von den Insassen es waren Faschisten wurden sieben getötet und 106 mehr oder weniger schwer verletzt. 80 Verletzte wurden ins Krankenhaus ge­bracht. Der Extrazug sollte die Faschisten zur Jahresfeier nach Bari bringen.

Auf der Fahrt zur faschistischen Jahresfeier hat sich noch ein zweites Unglück ereignet. Bei Opensa stürzte ein Lastwagen einen Abhang hinunter. Dabei wurden sieben Faschisten a e t ö t e t.

bat, den von den Beschlüssen abweichenden Stand­punkt in Minderheitsgutachten der Reichsregierung zu unterbreiten.

Hirtsiefer über Wohnungsfragen.

Auf dem Essener Bezirksparteitag des Zentrums sprach der preußische Wohlfährtsminister Hirtsiefer über Wohnungsfragen. Der Redner erörterte die Ur­sachen der Wohnungsnot. Wegen der Schwierigkeiten Der Geldbeschaffung sei die Hauszinssteuer eiugeführt worden. Den Gegnern der Häüsziüsstcuer hielt der Minister vor, Laß die Hausziussteuer zurzeit noch immer ihre Berech­tigung habe, weil das Ergebnis der Reichswohnuugs- Zählung vom Mai dieses Jahres in Deutschland einen Fehlbetrag von 770 000 Wohnungen aufweise. An Stelle der Wohnungszwangswirtschast müsse ein sozial gerecht ausgestattetes Mietrecht treten. Gegen Willkürakte Der Vermieter müssen gesetzliche Schutzmittel für den Mieter gefordert werden. Der Minister wies zum Schluß auf die große Zukuilftsaufgabe hin, für das breite Land erweiterte Siedlungsmöglichkeiteu zu schaffen und Wohnviertel nach genauen städtebaulichen Prinzipien erstehen zu lassen.

Spanien

/ X Regierung und Arbeiterschaft. Veranlaßt durch eine Anfrage, erklärte Ministerpräsident Primo de Rivera in der Nationalversammlung, die Regierung wache darüber, daß die Arbeitgeber ihre Verpflichtungen gegenüber den Arbeitnehmern gewissenhaft erfüllen; schon aus Gerechtig­keitsgefühl werde die Regierung niemals gestatten, daß die Interessen der Arbeiter verletzt werden. In Konflikte zwischen Arbeitern und, Unternehmern greife die Regie­rung erst im letzten Augenblick ein und nur dann, um Ein­griffe, die den Arbeitern schaden könnten, zu verhindern. Wenn die Regierung,die Industrie schütze, so geschehe dies, damit die Löhne und sonstigen Errungenschaften der Arbeiter aufrechterhalten werden. Andererseits schütze die Regierung Eigentum und Ordnung im Lande.

Mus Zn- unv Ausland.

Rom. Der Papst erteilte dem Bischof Havasaka, dem ersten eingeborenen Bischof in Japan, die feierlichen Weihen.