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jlt, 257 1927

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Fulda, Mittwoch, 2. November

4. Jahrgang

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Kleine Zeitung für eilige Leser.

I »Reichsaußenminister Dr. Stresemann hielt in Dresden L- Rede, in der er sich gegen die in Deutschland überhand- Lnen&c Neigung zu Festen und zu üppiger Lebensführung Mdte.

I # Sem Vernehmen nach will die Reichsregierung die kMung eines Reichskommissariats für Reparationen be­säßen, das die Abwicklung der Geschäfte mit dem Repara- Uiisagenten erleichtern soll.

# Der bekannte Kunstflieger Plauth ist in Dessau tödlich ver- «gliickl.

! » Rußland hat seine Vertreter zur Teilnahme an der Vor- Mtendcn Abrüstungskommission in Genf angemeldet.

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I Erziehung zum Staat.

I ' Je mehr man sich dem Wahlkampf nähert, . desto listiger benlühen sich Parteien und Parteiführer, das- Mige zu finden, was man im politischen Leben eine IMlparole nennt. Man ist jetzt noch reichlich in Ver- iMheit: denn man weiß aus langjähriger Erfahrung, büß gerade im deutschen Volk die W a h l m ü d i g k e i t I« weitverbreitete Krankheit ist, die nur durch eine IO schlagkräftige Wahlparole, nur bei einer besonderen Mlegenheit überwunden werden kann. Die Tatsache, daß Wiche Wahlmüdigkeit vorhanden ist, ist an sich beklagens- Imert, mögen für sie auch noch so viel berechtigte oder un- iMchtigte Gründe eine ziemlich fadenscheinige Erklärung lieben. Denn in einem Staat, der sich selbst regiert, regiert auch das Volk und.es muß die Formen nutzen, die selbst sich gab und in denen es regiert. Die Wahr- VchMng des Wahlrechts ist der Ausdruck dafür, daß die Idzièhung zum Staat wenigstens den ersten Schritt getan IW, und es stand darum jenseits jeder parteipolitischen lUchrünkung, berührte die Schmerzen und Wünsche einer

Partei, wenn Reichskanzler Dr. Marx in einer Redc liiiM.-Gladbach einmal das Problem der Erziehung zum MM zum Gegenstand feiner Ausführungen wählte. -

Erziehung zum Staat ist nidjt etwa zu verwechseln tiber Übermittlung staatsbürgerlicher, verfassungsrecht- MM. historischer, pölitisclfer Kenntnisse, sondern ist vor MM Willenserziehung, ist Erregung des Ver - M^w v rt l i ch k e i t s b e w u ß t s e i n s als Staats- Ner bi§ zur praktischen Betäti g u n g dieses Wvußtseins. Voraussetzung für diese staatsbürgerliche

Ziehung ist, wie Marx sagte, dieVermittlung und Ver­dung unanfechtbarer Erkenntnis über die realen Staats- Wtoenbigfeiten". Die Ansichten über das, was für den otaat notwendig ist, werden allerdings immer ausein- Mdcrgehen wie die Meinungen darüber, ob die vermittelt« ^kmntuis anfechtbar oder unanfechtbar ist. Aber schließ- Schift jedes Menschenwissen ein Stückwerk, nur muß de; ^ille vorhanden sein, es auszubauen und die Ser ant Altung dafür praktisch zu übernehmen, so gut oder sc ,öMt die Erkenntnis sein mag. ...

Es gibt in Deutschland noch kleine Kreise, die das «len des Staates von heute bekämpfen der Kamp E immer noch um die Staats form. Wenn bei diesem 'Mf der zweite Wunsch, den Dr. Marx zum Ausdruc Eitzte und der zugleich auch der zweite Schritt auf dem <W der Erziehung zum Staate ist, nämlich die M i l d e - "" g der politischen K a m p f s i t t e. N,- die Er- MSung zur Achtung vor der gegnerischen Überzeugunc Grundlage des Kampfes erreicht werden würde, sc M^idas schon zu dem letzten Ziel hinüber, das die eigent

Aufgabe jener Erziehung zum Staat ist: es ist vei zurErhaltungdes nationalen Staate- Kl (einer Einigkeit und Geschlossenheit lener Lebensform, die sich das deutsche Volk in jähr W^ertelangem Kamvfe errungen und gerade in letzte;

"^ mühsam erhalten hat. Des Deutschen größte; i[tf daß nur allzuoft bei ihm diese bei anderen Vöb selbstverständliche Erkenntnis nur sehr mangelhaft Mnuüelt ist und ebensooft die Wahrung dringendster na viel zu engen parteipoli

Interessen geopfert wird. Älber der Staat, du on sie ist doch das Ganze, die Partei aber nu; M ^ll des Volkes! 'Selbstbestimmung und Selbst. «Wvortung darin muß man dem Reichskanzler un zustimmen kann aber nur auf dem Boden diese; I 'Mis entstehen.

I ächt immer werden in Wahlzeilen aber die letzter IJiwöi S ch i 'ck s a l sfragen einer Natior MtzMbn und man mag vielleicht der Meinung sein, das um sehr eigennützige Probleme einzelne;

1^?' Stäube oder Parteien handelt. Unendlich schwierig streifanu' Oegeneinander abzuwägen, was dem Sonder- % , I zu gelvähren ist, ohne gegen das Allgemeinintev MX »en. Solch n Urteil mag es richt;c teteber rt?3er falsch bleiben hat aber auch seinerseits tzâ âs Voraussetzung den Willen, unbedingt dac tanzen über das Sonderinteresse von Partei MetT. Klasse zu erheben. Selbst daran fehlt es Mw s immer wieder, wenn es sich selbst nur darum Stimmabgabe ein solches Urteil zu fällen rMii H zum Staat ist also Erweckung des Met M 0 e r Verantwort u n g, die der Staats- ^siildc«^""âen gegenüber nicht bloß dunkel zu Mfiu ; wndern klar zu entwickeln, vor allem aber iMiobiM ü betätigen hat. So manches Mal ist schon NHii2°Jben' an die Stelle des Wahlrechts die M Stant -4 äu setzen, aber das wäre keine Erziehung Mt oder'»Ä^er« nur ein Beweis dafür, daß ein Volk Min ; mehr bereit oder fähig ist, seine Geschicke i- Hand zu nehmen.

Vor wichtigen Beschlüssen.

Reichskabmett und Reparationsfrage

Schaffung eines Reparationskommissariats

Das Reichskabinett wird in den nächsten Tagen wieder zu einer Sitzung zusammentreten, nachdem Reichskanzler Dr. Marx von seiner Rheinlandreise und Reichsaußen- minister Dr. Stresemann aus Dresden wieder in der Reichshauptstadt eingetroffen sein werden. Neben laufen­den Angelegenheiten wird sich das Reichskabinett mit der Wiederaufnahme der deutsch-polnischen H a n d e l s v e r t r a g s v e r h a n d l u n g e u beschäfti­gen, die schon vor längerer Zeit abgebrochen worden sind, da in der Frage des sogenannten Niederlassungsrechtes der Deutschen in Polen und der Einfuhr polnischer Er­zeugnisse nach Deutschland, insbesondere von Schweinen und Kohlen, damals keine Einigung erzielt werden konnte. Wie es heißt, soll in der Frage des Niederlassungsrechts bereits eine Annäherung zwischen der deutschen und der polnischen Auffassung zu verzeichnen sein und auch der Kohlenexport soll keinen' Schwierigkeiten mehr unter­liegen, da Polen für seinen Kohlenüberfluß inzwischen ein Absatzgebiet in der Tschechoslowakei gefunden hat, wäh­rend Du Höh« der Schweineausfuhr nach Deutschland noch immer stark umstritten ist.

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Zdea! der Volksgemeinschaft.

Fn seiner Rede in M.-Gladbach, in der er sich mit siaatspolitischen Fragen beschäftigte, gab Dr: Marx seiner Aèeinung dahin Ausdruck, daß politischer Kampf sein müsse, aber er müsse ans der Achtung vor der gegnerischen Überzeugung gegründet sein. Mit wärmster Zuversicht sprach Reichskanzler Dr. Marx die.Erwartung aus, daß das deutsche Volk, das ip. den letzten Jahren so außer­ordentlich Großes für seinen politischen, wirtschaftlichen und geistigen Neubau geleistet habe, auch diese zum Ideal d e r, V 0 l k s g e m e i nschaft führende innere Erneuerung, eine wahrhaft staatsbürgerliche Einstellung sich erkämpfen werde. Und vor allem- müsse die J 11 g e u b , nuf der Deutschlands Zukunstshoffnungen ruhen, dieses hohe Ziel des einigen Natioiialstaütes, der sich auf gegen­seitiger Achtung der Volksbürger und auf der einmütigen klaren Erkenntnis ' der siaatspolitischen Notwendigkeiten aufbaue, mit allen Kräften zu erreichen suchen.

SeuWands Sotschoster in Washington.

Die meisten Aussichten, der Nachfolger des verunglückten Botschafters von Maltzan in Washington zu werden, hat gegenwärtig Botschaftsrat von Prittwitz und Gaffron, der jetzt der deutschen Botschaft in Rom allgehört.

Dr. jur. Friedrich Wilhelm von Prittwitz und Gaffron wurde am 1. September 1884 als ältester Sohn des Obersten Mar von Prittwitz und Gaffroü in Stuttgart geboren. Nach vollendetem rechtswisseltschäktsichen Studium wandte er sich

der diplomatischen Laufbahn zu. kam vor dem Kriege zu den Botschaften in Washington und Petersburg und war in der letzten Zeit im Kkieae in der Reichskanzlei tätig. 1920 kam er als Konsul nach Trieft ^Nnd lWt ass Botschaftsrat zur deutschen Botschaft in Rvm. Er bermaf)lte sich, 1920 mit Marie Luise Gräfin Strachwitz, einer. Tochter des un Sep­tember 1914 an den Folgen einer Verwundung verstorbenen Rittmeisters d. L» Grafen Adalbert Strachwitz von Groß- Zanche, und Caniminetz. Jnneflpolltisch steht Herr von Pritt- lvitz ans dem lüilen Flügel der Mittelpärteien.

WittschaWlage mh übedriebener LuW.

Re d e Dr. St re-sein an ns in Dr cs den.

Am -Reformationstage sprach Reichsallßenminister Dr. Stresemänit in Dresden bei einem Festessen ber Dresdener "Kaufmannschaft und berührte dabei den auf­fälligen Gegensatz zwischen den Klagen über die Wirt­schaftslage Deutschlands pnd die üppige Lebensführung mancher. Schichten. . Dr. Stresemann sagte u. a.:

Wenn aüw die UixtsüWslsbntwjülung in den letzten Jabreit' eine aünttjacre acworden ist unb wenn wir heute

Die wichtigste Entscheidung, die das Neichskabinett in den nächsten Tagen zu treffen haben wird, wird seine Antwort auf die Denkschrift des Reparationsagenten Parker Gilbert sein. Diese Antwort soll jetzt erteilt werden, nachdem die mündlichen Verhandlungen zwischen dem ReichsfinanZminister, dem Neichsaustenminister und dem Neparationsagenten über die letzten Ausstellungen Parker Gilberts zum Ausgabenetat des Reiches beendet worden sind. Als ein Ergebnis der letzten Verhandlungen zwischen den Neichsstellen und dem Reparationsagenten scheint die Schaffung der Stelle eines besonderen Reichs­kommissariats für Reparationen heraüszuspringen. Dieser Reparationskommissar soll vor allem die Aufgabe haben, den Verkehr mit dem Reparationsagenten zu besorgen und eine enge Fühlungnahme zwischen den drei hmrpt- fächlich an der Reparationsfrage beteiligten Reichs- Ministerien, also dem Reichsfinanzministerium, dem Aus­wärtigen Amt und dem Reichswirtschaftsministeriunr, her­zustellen.

Für den Posten des Reparationskommissars wird be­reits ein ernsthafter Kandidat genannt. Es handelt sich um den früheren Staatssekretär Bergmann, der sich während seiner Tätigkeit in Paris und in Berlin mit Reparationsfragen befaßt hat. Dr. Bergmann würde dann wieder in den aktiven Reichsdienst zurückkehren.

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aus einen Tiefstand der Erwerbslosenzissern zurückblicken können, wie er in Vorkriegszeiten nicht, erreicht wurde, so darf doch kein Zweifel darüber bestehen, daß diese Entwicklung erhebliche Gefahren in sich birgt, weniger Gefahren für die Gegenwart als

Gefahren für die Zukunft.

Nur die Milliarden, die hundertprozentig für produktive Zwecke Verwendung finden, sind eine gerechtfertigte Kapital- aufnahme, während nicht produktive Ausländsanleihe»: eine schwere Belastung für uns bedeuten.

Das Übermaß an Festen,

an Bauten usw. entspreche nicht unserer tatsächlichen Lage und erwecke im Auslande den falschen Eindruck, als Wenn das deutsche Volk, das den Krieg verloren habe, sich Dinge leisten könne, die denÄiegerftnaten" verwehrt sind. Dies sei eine große wirtschaftliche und politische Gefahr für uns. Dr. Stresemann wies daraus hin, wie. groß der Unterschied zwischen dem Sem des deupcheN Volkes, das durch angestrengte Arbeit gekennzeichnet sei, und dem Schein der Sorglosigkeit und des Lebensgenusses sei, der sich leider in Deutschland mehr und mehr zeige. Dr. Stresemann wies tut weiteren Verlaus seiner Darlegungen aus die Notwendigkeit der von der Reichsregierung erstrebten

Verwaltungsresorm

hin. Ein Volk könne nicht den größten Krieg der Welt­geschichte verlieren und sich dann ein Durcheinander und Nebenciiiauder von Behörden leisten, wie es in Deutschland der Fall sei Der Redner zitierte die Mahnung eines Loko­motivführers am List-Denkmal in Leipzig, in welcher der Wunsch äusgèsprochest sei, daß der Deutschen Reichsbahn bald anctz die V e-reinheitlichnng des Reiches folgen möge. Wir können und wollen kein Land zwingen, seine Selbständigkeit aufzn geben, aber wer den Weg zum Reiche finden will, dem darf er nicht verwehrt werden. Wir brauchen die Vereinheitlichung der Verwaltung aus den verschiedensten Gründen, nicht zuletzt,-nm uns unsere wirtschaftlichen Aus- stiegsnköglichkeilen zu erhalten.

> Politische Rundschau.

Deutsches Reich.

Der Reichskanzler über die Schulfrage.

In einer Elternversammlung der Katholischen Schick- organisation in Düsseldorf führte Reichskanzler Dr. Marx folgendes aus: An der richtigen.Lösung bei Schulfrage muß.jeder deutsche Staatsbürger das stärkste Interesse haben.. Was nns die Rejchsversassung an großen Grund- quadern unseres Staates geboten hat, müssen und wollen wir schützen. Elternrecht und G c w i f f c n â f r ei* heit sind Grundrechte des deutschen Staatsbürgers. Es muß ein Weg gefunden werden, daß diese Grundrechte nicht in leere Worte ausgelegt werden. Wir werden nnsere-Hand nicht dazu geben, baß irgendeine ehrliche Überzeugung vergewaltigt wirb; denn das gleiche Recht verlangen wir für uns. Wir wollen loyal mitüelfen an der Schaffung eines deutschen Schnlfriedens.. Nur so läßt ' sich das 'Fllttdamcttt für ' eine gedeihliche Entwicklung nttscres, Schulwesens- legen.

Die oberschlcsische Deutschenhetze vor dem Völkerbund.

Die Auflösung der Kattowitzer Stadtverordnetenver- . sanunlnng wegen ihrer deutschen Mehrheit tvird vermüt- lich abermals die Minderheitenfrage in Polnisch-Obi;r- schlesien zur internationalen Aussprache stellen. Der Vor­sitzende des Deutschen Volksbuudes, Abgeordneter Ul itz, kündigte an, baß- die Deutschen berechtigt seien, dem Auf- lösungsbeschluß. gegenüber an die Miuderheitsschutzbestitt;- mungen des Genfer Abkommens zu appellieren und däß .sie-das auch tun werden. Man»vermutet, daß die polnischen Behörden .noch weitere verträgsividrige Maßregeln in nächster Zeit gegen Gemeinden mit deutscher Mehrheit treffen werden^

Dr. Held für Staatsvereinfachung.

Der bayerische Ministerpräsident Dr. H e l d führte kn einer Rede zu Nürnberg aus: Wenn wir uns heute in einer schweren finanziellen Bedrängnis befinden, so geben wit doch die'Hoffnung nicht auf, daß bessere Zeiten kom- inen, Wenn Reich, Staat und Gemeinden es verstehen, sich auf die Gegeinvari einzurichten. Wenn die Staats-