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M-aer /lnzeiger

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Sir. 267 - 1927

Fulda, Montag, 14 November

4. Jahrgang

h Der Schlußstrich.

In Italien hat man in gewaltigen Feiern des Tages WM, da vor fünf Jahren Mussolini mit seinen MMarzhemden" den Marsch gen Rom unternahm und M.rrschaft der Liberalen mitsamt dem Parlament über »/» Haufen rannte. Die fünf Jahre faschistischer Herrschaft »^Italien bedeuten aber nicht bloß eine Festigung und Ifiiien Ausbau der Machtstellung Mussolinis und seiner MMnger, sondern weit mehr als dies: eine völlige innere Umstellung des Staates und seiner Bürger. Erbarmungs- M hat er jeden Gegner hinausgejagt, hat die Partei, die Mch einen geringen Widerstand zu leisten versuchte, zer- Mmettcrt. Das Parlament, in dem seit der letzten so- Miannten Wahl überhaupt nur Faschisten sitzen, war Mussolinis gefügiges Werkzeug oder vielmehr es war Wherslüssig, war Abstimmungsmaschine. Und wenn er jetzt Mich den Großrat der Faschistischen Partei das Parlament «Gsagen abschaffen und durch eine andere Körperschaft »Hetzen läßt,so ist das nichts weiter als der Sch l u ß st r i ch Hinter die fünfjährige E nt iv i ckl u n g.

I Aber diese Maßnahme hat doch noch einen tieferen jChm, wenn man sie vergleicht mit der Entwicklung, die Hie anderen europäischen Staaten genommen haben. Ruß- Hmd, Osterreich-Ungarn, Deutschland wandelten sich von Her Monarchie zur Republik, zur Demokratie also, in der lieber Staatsbürger als Mensch die gleiche Einwirkungs- Hiiözlichkeit auf die Zusammensetzung der Volksvertretung Ilias. Im stärksten Gegensatz zu dem demokratischen Ge- Itanfcii, der den Menschen als E i n z e l Persönlichkeit liiertet, steht der faschistische Gedanke, der den Menschen, »ch den Staatsbürger, nur im Zusammenhang mit seinen Mellschastlichen und wirtschaftlichen Bindungen wertet. Mic Schärfe, mit der von dem Faschismus der Organis-r- HMSgedanke bis ins Letzte durchgeführt worden ist, ist Stärke, enthält freilich auch die Schwäche, nur daun tafelt zu können, wenn der Führer da ist, die weitere, das Verantwortlichkeitsgefühl des seinen abzuschwächen. In allen anderen Ländern Müwpas erringt die demokratisch gewählte Volks- iretitng immer größere Rechte, setzt sie sich doch auch W Spanien, wo ihre Rechte stark verkürzt waren, all- B wieder durch. In Italien herrscht allein die fährerpLAonliHkeit^ Jie könnte aber nicht herrschen in geschieht, wenn nicht in den fünf Jahren des Faschismus ganz Italien, manchmal allerdings unter Hießt unerheblichen! Zwang, faschistisch geworden wäre. Deswegen leisten die Deutschen in S ü d t i r 0 l einen Widerstand, weil sie dieses italienische Denken nicht bloß nicht mitmachen können, sondern auch nicht mit- mochen wollen. Denn Faschismus und Italien ist nach Ansicht Mussolinis bis zum letzten seiner Anhänger herab 'iisselbe.

Der Grundgedanke des Faschismus ist neben der Be- ioniing des Nationalen, der angeblichen Sendung Italiens «der Welt, letzten Endes das Solidaritätsgefühl. Dieses nicht bloß äußerlich den alle Lebensverhältnisse ec- jaffenbert und zusammenfassenden Organisationen zu- Mnde, sondern hat, wenigstens äußerlich, in Italien auch bm Geg em satz zwischenKapital und 91 r = ^it" überwunden. Ans ihm heraus ist es infolgedessen M die letzte Folgerung, wenn in dem vorgeschlagenen Zot der Vierhundert" selbstverständlich nur Vertreter ses Faschismus sitzen, die noch besonders hinsichtlich w faschistischen Gesinnung auf Herz und Nieren ge­lüst werden. Die Betonung, daß nur das produktive Molk, das in den 13 Wirtschaftsorganisationen Italiens Milos zusammengefaßt ist, die Vertreter wählen darf, ist weitere Folgerung aus jenem Grundgedanken, daß der sich, wie etwa in Südtirol, der Organisation »Mhält, auch damit dieses letzten Bürgerrechts verlustig

I So hat sich in Italien eine Entwicklung vollzogen, die entgegengesetzt ist der Entwicklung aller anderen Mander. Allerdings nicht in einem Punkte: das ist die twiâku n g seines starken N a t i 0 n a l g e - ^M§. Die Vernachlässigung, die Italien nach dem M^ammenbruch der Mittelmächte und, als es nun die einzuheimsen galt, damals von den Verbündten Wen hat, der Kampf aller gegen alle, dazu bolsche- UWche Strömungen waren die Gründe, daß sich der »Mismus als Gegenwirkung gegen diese drei Er- MM"ugen durchzusetzen vermochte. Das Entscheidende dabei war die Persönlichkeit des Führers, und er jetzt die letzten rein äußerlich gewordenen Hem- beseitigt, so hat damit der Faschismus innerlich »"'Werk vollendet. Wieweit er infolgedessen gegenüber M "slderweitigen europäischen Entwicklung zum stören» âment wird oder geworden ist, dafür haben sich 'lnsätze gezeigt und werden weitere Tatsachen nicht Darüber, wie schwer diese Entwicklung unsere M-n Volksgenossen in Südtirol getroffen hat, braucht Wort mehr verloren zu werden und ist jedenfalls s Deutsche bei d e r Beurteilung des »i« mus überhaupt das W i ch t i g st e. Auch Ä^nträume, die aus dem Triumph des Faschismus Jahren hinsichtlich der italienischen Außenpolitik Dqrji^sprossen sind, haben bisher so gut wie gar keine D-J/'f.getragen. Jetzt, da der Faschismus innerlich zu geschlossenen Volkseinheit geworden ist und ba» Zeichnung als Partei ihren Sinn verloren hat, Gefahr eines Einsetzens dieser gesammelten «öch außen hin allerdings allmählich größer.

, ^Stellung en iU^ Zeitung für den Monat Dezqmber werden jetzt ""genommen.

Treue Freunde Oesterreichs

Deutscher Ministelbchch in Österreich

Marx und Stresemann reisen nach Wien.

Reichskanzler Dr. Marx und Reichsaußenminister Dr. Stresemann statten in diesen Tagen der österreichischen Bundeshauptstadt Wien einen Besuch ab. Sie wieder­holen hiermit einen Höflichkeitsakt, der ihnen schon ein­mal vor etwa dreieinhalb Jahren Veranlassung gegeben hat, den Regierungsstellen in der Donaustadt ihre Auf­wartung zu machen. Reichskanzler Dr. Marx hat dem Berliner Vertreter derNeuen Freien Presse" längere Er­klärungen gegeben, in denen die Gründe für die jetzige Wiener Reise der beiden Minister dargelegt werden.

Dr. Marx sagte: Der Reichsaustenminister und ich legen den grössten Wert daraus, die persönlichen Beziehun­gen zwischen den deutschen und den österreichischen Staats­männern fortzusetzen und lebendig zu erhalten. Unser Besuch ist eine Erwiderung des Besuches, den der öster­reichische Bundeskanzler Ramek vor einiger Zeit in Ber­lin abgestattet hat. Große politische Auseinandersetzungen sind nicht beabsichtigt und werden während unseres Wiener Besuches sicherlich nicht stattfinden. Der Reichsaußen- ministcr Dr. Stresemann trifft, wenn er zur Völkerbund- tagung nach Genf fährt, dort regelmäßig drei- oder vier­mal im Jahre mit den Staatsmännern der Entente zu­sammen. Die Besprechungen mit ihnen gehören in Gens zu seinen wichtigsten Aufgaben und für andere Be­sprechungen bleibt wenig Zeit übrig. Es ist daher ganz natürlich, daß der deutsche Reichskanzler und der deutsche

Briand über die Außenpolitik

wtb. Paris, 13. Nov. In Nantes wurde heute die Kan­didatur Briand für die kommenden Kammerwahlen aufgestellt. Im Verlauf eines ihm zu Ehren veranstalteten Banketts ergriff Außenminister Briand das Wort zu einer großen außenpoliti­schen Rede. Er erinnerte daran, daß er bereits 1921 in, Cannes eine erste Anstrengung unternommen habe, um in Europa unb in der Welt einen soliden Frieden zu schaffen. Er habe damals die Grundlage für eine Organisation gelegt, auf der er gehofft habe, ein dauerhaftes Gebäude errichten zu können. Die Er­eignisse hätten es damals nicht gestattet; die Stunde sei früht gewesen. Inzwischen aber sei es ihm gelungen, im kerbund das Notwendige zu veranlassen, mit dem Hinte

ver-

früht gewesen. Inzwischen aber sei es ihm gelungen, im Völ­kerbund das Notwendige zu veranlassen, mit dem Hinterhalt daß er im Namen der ungeheuren Mehrheit der Franzosen spreche, und dem jetzigen noch beunruhigten Europa sei es ihm gelungen, die Friedensaussichten zu vertiefen. Was kann Frank­reich jetzt tun, um seiner Vergangenheit treu zu bleiben und die Zukunft, auf die es Anspruch hat, zu haben? Es kann sich nur entschlossen dem Frieden zuwenden und die Völker auffordern, im Falte eines Konfliktes juristische Verhandlungen zu organi­sieren. Ich sehe durchaus nicht ein, in wiefern die Organisie­rung des Frieden den Mut und die Moral einer Nation herab­mindern könnte.

Zwei Völker, das deutsche und das französische Volk haben sich jahrhundertelang bekriegt. Nur Blut hat die Seiten der Ge­schichte gefärbt. Mußte man weiter Zorn, Haß und Mißver­ständnis unter ihnen aufrechterhalten? Mußte man sie nicht vielmehr entschlossen einander zuführen und ihnen s doch nicht mehr in den Waffen die Losung"? Ich als habe das Volk, das gestern unser Fe' den Völkerbund einzutreten. Ich füh

sagen,sucht als Franzose eind war, aüfgeforbert, in hle mich dadurch nicht her­abgesetzt und habe auch nicht das Gefühl, daß es Frankreich dadurch herabgewürdigt hätte. Im Völkerbund haben wir Ge­legenheit gehabt, uns gemeinsam um die Aufrechterhaltung des Friedens zu bemühen. Ich kann nichts gegen die Haltung der Männer sagen, jnit denen ich das Locarno-Abkommen unter- ichnet habe

zeichnet habe. Männer wie Luther und Stresemann, die na­türlich die Liebe zu ihrem Lande geleitet hat und die sich um

3m Schatten der Neuwahlen.

Dr. Stresemann über politische Tagessragen.

. In einer in Halle veranstalteten Versammlung der Deutschen Volkspartei sprach Reichsminister des Äußern Dr. Stresemann. Hinsichtlich der Wirtschaftslage betonte Dr. Stresemann, daß wir trotz unserer augenblicklich durch eine gute Konjunktur günstigen Wirtschaftslage zu größ­ter Sparsamkeit gezwungen seien. Eine Vielseitig­keit der Verwaltungen, wie sie das Deutsche Reich sowie die Länder und Gemeinden sich jetzt leisteten, entspräche nicht unserer tatsächlichen finanziellen Lage. 91 uf dem Ge­biete der Verwaltnngsreform müßten entscheidende Schritte getan werden. Man dürfe Länder, die die Absicht hätten, als Reichsländer in dem Reiche aufzugehen, und nicht mit anderen Ländern sich verschmelzen wollen, daran nicht hindern.

Hinsichtlich des Reichsschulgcsetzes führte Dr. Strese­mann aus, daß die Deutsche Volkspartei gegenüber diesem Gesetz durchaus positiv eingestellt sei, aber nichts rvirke weniger aus sie als die ausgesprochene Drohung, daß mit dem Nichtzustandekommen des Neichsschulgesetzes auch die Koalition fiele. Denn einmal sei in dieser Frage kein Kompromiß wie bei wirtschaftlichen Dingen vorge­schrieben und weiter habe cs die Deutsche VolkSpnrtei nicht vergessen, daß bei dieser Koalition die Deutsche Bolkspartei nicht die Nehmende, sondern die Gebende gewe­sen i st.

Ein besonderes Kapitel seiner Rede widmete Dr. Stresemann der Lage der Landwirtschaft, die im Gegensatz zu unserer gegenwärtig günstigen in­dustriellen Lage mit Verlust arbeitet, und bereu Situation durch ihre starke Verschuldung besonders unerfreulich sei. Gerade weil wir die Kaufkraft und die Produktion der Landwirtschaft dringend benötigen, ist es Pflicht, auf sie

Nelchsaußenminister einmal eigens nach Wren reisen, uttt die Verbindung mit der engbefreundete» österreichischen Regierung aufrechtzuerhalten. Schon diese Erwägung müßte dazu führen, daß man an unserem Wiener Besuch nichts Auffallendes findet. Wahr­scheinlich wird u. a. auch von dem Entwurf des neuen Strafrechts die Rede sein, das beiden Staaten gemeinsam sein soll.

Wir wollen, so schloß Dr. Marx, durch unsere Reise keine bestimmten politischen Zwecke erreichen, sondern kom­men nach Wien als treue und aufrichtige Freunde des Österreichischen Staates und Volkes.

Willkommene Gäste.

Die Wiener Presse beschäftigt sich eingehend mit dem Besuch der beiden deutschen Staatsmänner. So schreibt das Organ der Christlich-Sozialen,Die Reichspost", unter der ÜberschriftWillkommene Gäste aus Deutschland" einen warmen Begrüß,ingsartikel. in den: das Blatt auch die Frage der deutsch-österreichischen Beziehungen und die Locarnopolitik berührt. Auch die Neue Freie Presse" verbindet einen Artikel zum Gedenk­tag der Österreichischen Republik mit Beqrüßungswortcn an Marx und Stresemann, durch deren Besuch die tradi­tionelle tiefe Zusammenarbeit zwischen Österreich und dem Mutterlande gefördert werde.

Auch die Anschlußfrage spielt in den Begrüßungs­artikeln eine Rolle,' und in der Öffentlichkeit ist im Zu­sammenhang hiermit das Wort von derProvinz des deutschen Herzens" aufgetaucht, als die gern die Oster- Teicbische Republik dem Deutschen Reich aelten möchte.

die Interessen ihres Landes kümmerten und erbittert vertei- tigten, haben loyal gehandelt. Ich kann ihnen nichts vorwer- fen. Ich habe nicht gezweifelt, daß sie dies tun würden und mutz, um gerecht und ehrlich zu sein, hinzufügen, daß diejenigen, die die besiegte Nation vertraten, als sie mit mir, dem Ver­treter der siegreichen Nation, zusammenkamen, um von Frieden zu sprechen, gezwungen waren, eine Geste zu tun, die einen ganz besonderen Mut bedeutet und eine ernste Sache gegenüber der Oeffentlichkeit ihres Landes war. Und das hat auf mich gro­ßen Eindruck gemacht. Briand erinnerte dann an die Friedens­worte, die er vor der Aufnahme Deutschlands in den Völker­bund gesprochen hat.Staatsmänner irren, wenn sie nur die besonderen Interessen ihres Landes zum Siege führen und nicht auch der Sache der ganzen Menschheit dienen. Ich hätte im Völkerbund schon Gelegenheit gehabt, bittere Worte zu sprechen, die dem Frieden nicht gedient hätten. Ich habe es nicht getan, sondern Worte gesprochen, die das Herz des deutschen Volkes berührten, ihm begreiflich zu machen, daß, nachdem man sich auf den Schlachtfeldern gegenüber gestanden hat, man sich auch auf dem Felde des Friedens offen und loyal gegenübertreten kann. In der Geschichte haben sich das deutsche und das französische Volk oft gegenüber gestanden und auf beiden Seiten hatte man denselben Mut und dieselbe Tapferkeit gezeigt. Das deutsche und das französische Volk sind große Völker, sie haben Vorzüge und Fehler, wie alle Völker, verschiedenen Charakters. Warum sollen sie in allen 10, 20, 50 Jahren aufeinanderstürzen ? Wenn das wirklich so sein sollte, dann müßte man an der Zukunft der Völker verzweifeln. Ich rechne es mir zur Ehre an. von Deutsch­land gefordert zu haben, daß es am Friedenswerk unter Auf­rechterhaltung der unterzeichneten Verträge und unter der Be­dingung gegenseitiger Loyalität mitarbeitet. Briand fordert dann, daß die politischen Abkommen durch Wirtschaftsabkom­men vervollkommnet werden und suchte schließlich zu beweisen, daß der vor 2 Tagen unterzeichnete französisch-südslawische Ver­trag auch ein Friedensvertrag sei, der keinen anderen Staat bedrohe.

Rücksicht zu nehmen bei denjenigen Handclsvertragsvcr- Handlungen, bei denen wir in der schweren Lage find, für unseren Export die erforderlichen Möglichkeiten zu schaffen, zumal wir nicht nur die Aufrechterhaltung, sondern tue Steigerung des Exports brauchen und dabei gegen die Absperrungspolitik anderer Länder zu kämpfen haben.

Es komme vor allem darauf an, aus landwirtschaft­lichem Gebiete dafür zu sorgen, daß unsere P r 0 d u k - tion eine steigende wird und daß auch die starken Persön­lichkeitswerte, die in einer bodenständigen Landwirtschaft wurzeln, erhalten bleiben.

Dr. Stresemann richtete zum Schluß seiner Darlegun­gen an seine Parteifreunde d'e Mahnung, sich darauf ein- zurichten, daß man nicht unbedingt mit einem normalen Ablauf der gegenwärtigen Wahlperiode des Reichstages rechnen könne. Der Wahlkampf werfe seine Schatten vor­aus. Er lehne es ab, heute schon eine Wahlparole,aus- zugeben, da nicht die Wahlparole des Tages entscheidend sein werde, sondern der Erfolg der seit der Umwälzung geleisteten sachlichen Arbeit.

Rem (Brunft zum NessiMism^S."

M a i il z er R eb.e d c 3 R e i ch 3 j u st i 5 m i n i st c r 3.

In einer Wahlversammlung ;u Mainz führte Reichs- justizminister Hergl aus, cs sei charakteristisch, wie stark bei allen Besprechungen über die Reich.-Politik im Auslande wie im Inlands gerade an das Verholten der Tculscimaiio- nalen als , einen offenbar entscheidenden Punkt angeknüpft werde Man dürfe die Lovolitöt bei Partei nicht bezweifeln. Innenpolitisch benutzten die Teutfeimotiottalen die gegcn- w rüge Zeit nur zur praktischen Arbeit, l nicht aber zur Lösung schwerwiegender staatspattttscher Fragen

Die Teuischnationnlcn zögen trotz aller lln'icbsamkeitcn der Außenpolitik, nicht etwa die Konsrguenz, daß sie die ab» geschloffene« Berträae aufrufen, die Lerpflichtungen übersetz