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Erscheint feöen Werktag. Bezugspreis: monat­lich 2 Mark. Bei LieferungsbehinSerungen durch höhere Gewalten", Streiks, Aussperrungen, Dahnfperre usw. erwachsen üem Bezieher keine Ansprüche. Verlag Friedrich Ehrenklau, KuiSa, NitglieS öes Vereins Deutscher Zeitungsoer­leger. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. He. 16009

Nr. 274 1927

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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zulöa- und Haunetal * Iuèöaer KreisblaL Reüaktion und Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 Zernfprech-Anschluß Hr. 989

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Fulda, Mittwoch, 23 November

4. Jahrgang

Kleâne Zeitung für eilige Leser

: «Der Reichstag ist wieder zu einer längeren Tagung zu­ll ^mugetreten.

I * Die deutsche Außenhandelsbilanz hat sich im Oktober I Mitter verschlechtert; Die Passivität beträgt 284 Millionen I Mk!

I * Tag Thermometer ist in Mittel- und Ostdeutschland bis I auf 15 Grad Kälte gefallen. Die Schileegestöber in Mittel- I KiitfcälauD haben den Eisenbahnverkehr stark behindert.

* Das Kabinett Jaspar in Brüssel ist zurückgetreten. Der I gènlg hat Jaspar wiederum mit der Käbineitsbildung be­ll «chragt.

Schlechte Witze.

Dce ganze Abrüstungsfrage ist ein Witz, aber ein schlechter. Lord Cecil, der englische Vertreter beim Völker- 16101b, hat unter lautem Protest sein Amt niedergelegt und tot einigen Tagen im englischen Parlament mit ein Inktlichkeit gesprochen, die den für die Nichtabrüstung Sei« Rtwortlicheu recht unangenehm gewesen ist. So ünan- zenehm, daß man es für zweckmäßig hielt, die Kunde in die Welt zu setzen, daß England einen Kreuzer von der Miste gestrichen habe. Die Welt wird diese Nachricht mit ziemlicher Fassung eutgegengenommen haben. Zwei- itOos hat sie darob sogar gelächelt wie über einen schlechten W: denn gleichzeitig erfuhr man von den außerordent­lich weitgehenden Anstrengungen Nordamerikas, seine Seo- mcht so auszugestalten, daß sie sogar die englische über« treffen soll. Und das heißt in einer Zeit, da sich die Gr­ündungen technischer Art, die für die militärische Rüstung Äwertbar sind, ja geradezu überstürzen, doch wohl eine Re Menge. Wir Deutsche jedenfalls find ja durch das Mat der Versailler Mächte genötigt, Diesen Anstrenguu- jen tatenlos zuzuschauen, obwohl wir missen, daß ein großer Teil der Riesensummen, die wir als sogenannte ftiGeulschädigung, als ^.Wiederherstellung b».;i von uns -erurfachten Kriegsschädeu" zu bezahlen haben, für diese f toMttpecfe verwendet wird.

I ÄMSitz ist diese Abrüstungssra^, aber einZ'ch.echter. ^ iE cr wird nicht bester dadurch, daß nun auch S»w- je trüb la n b an den Beratungen der wieder einmal $11« smnmenrretenden Abrüst'imgskommifsiön in Genf tets« "Wen wird. Der Beginn dieser Verhandlungen ist für ^ie nächste Woche angesrtzt worden und Rußland wird Litwinow dorthin schickest,,um daran teilzunehmen. Ruß­land steht ja außerhalb des Völkerbundes, sogar sehr außerhalb, weil cs glaubt, daß sich die ganze Tendenz dieses Bundes gegen Rußland richtet. Die Russen haben !a die Folgerungen aus den politischen Verhältnissen der Mi-und Nachkriegsjahre gezogen und sich selbst eine -'"Mee geschaffen, deren Gefechtsivert doch nicht Nr so gering ist wie damals, als sich die frisch geborene cowjelregicrung gegen manche Angriffe zu verteidigen hatte. Man weiß, daß erst im allerletzten Augenblick und nur M französische Hilfe 1920 Polen vor einer Niederlage weiter und für die gesamte Entwicklung des bolschr- dusiischen Gedankens bedeutsamster Art gerettet werden wie. Trotzki hat dafür gesorgt, daß es heute vielleicht '»ch aussichtsloser.ist, Rußland zu attackieren als.damals.

Litwinow hat, ehe er nach Genf führt, auch uoch aiis- nicklich erklärt, daß durch seine Teilnahme an den Be­dungen einer Völkerbundkommissiou nicht das geringste |®i der Stellung Rußlands zum Völkerbünde geändert M. Immerhin scheint aus seinen Ausführungen her- Eingehen, daß Rußland gegen die V e r s ch l e p p u n g s- °rsuche in der A b r ü st u » g s f r a g e sehr cner- "chprotestiereu will. Und das ist ein weiterer Witz Mit wird der russische Vertreter in der Abrüstungs- ^iffion zu einem Per bündeten der beut« LV« Delegati on. Man deukt unwillkürlich an das fuhjahr 1918, als die Vertreter der bolfchewistischen '^ictregierrlug mit den Deutschen in Brest-Lilowsk ber« wlt und den deutschen Militärs gegenüber allein mit ^ ^dee der Weltrevolutionieruug gefochten haben, aller- V vergeblich. Jetzt will Litwinow allen Nachbarn des Äschen Staates einen Nichtangriffspakt vor­igen. Dabei kann Rußland auf alle Fälle nur fle« 'Men, wenigstens für den Augenblick. Verträge sind Auch ganz schöne Dinge, solange man sie hält, und kein i V zweifelt da." c, daß das Rußland von heute sich Teufel um alle akte und VWinbarungen kümmern Wenn es den Augenblick für günstig und ge- Men hält, mit W. 'engewält seine Ansprüche auf jene . geltend zu m cheu, bic man ihm entrissen hat. ,'?^ngs rvirb, mie die Dinge nun einmal liegen, die Beteiligung an b cr Ab stu ng s- C u z in Genf die Arbeiten dieser Kommission .- s ich noch ergebnisloser machen, als sie es an und für sind. Wirtschaftlich stehen die Völker Europas 1 gegenüber bis an die Zähne gerüstet und es ist & M "atürliche Folge davon, daß sie das auch mèlitä- ' und daß dies fürs, erste so bleiben wird.

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Wiederbeginn des Reichstages

io. Berlin, 22. November.

Eine zahme Sacke blieb die Wiedereröffnung des Reicks- tageS nach vierwöchiger Arbeitspause, obwohl bei Der sibirischen Kälte, die über uns hereingebrochen ist, hübsche Ge­legenheit gewesen wäre, sich durch gewaltige Reden für längere Frist in innerliche Glut zu versetzen. Daraus wurde iiiditä, selbst Dann nicht, als nach Der fast ohne Äußerung vor kick gebenden Erledigung geringerer Angelegenheiten der Kommu­nist körnte unter voller Ausnutzung der emstündigen Rede­zeit zu einem Vorstoß gegen Das deutsche Hândel.s- abk 0 mmeu mit Frankreich ausholte und es für eine hinterlistige AuZgeburl der Bourgeoisie erklärte. Vorher hatte der Nationalsozialist Stöhr sich die Presfevorwttrse verbeten, die vor den Ferien gegen ihn erhoben wurden, als" er d e dritte Lesung des Abkomnkens über Die Regelung der Sozial- reittnervorlage im Saargebiet verhindert-'. Nur in Fürsorge für die wirklichem Jutcresseu der. Sozialrentner habe er das getan, was auch an Der Saar selbst durchaus anerkannt worden fei.

Vor der Tagesordnung verlangte ferner der Kommunist Rüdeldie Behandlung der Krisenfürsorge, ohne damit durch- zudriugen Und nach dem Abgeordneten Hörul e begann der Sozialdemokrat W i f s e l l, der frühere Minister, ebenfalls tief in Die Materie Des deutsch-französischen Handelsabkommens bi nabelt au dien Selbst das kurze Erscheinen des soeben aus Braunschweig zurückgekehrten Reichsaußenministers Dr. § t r e s e m a n » und seine sichtlich zufriedene Miene vermochten Die Stimntung im Saal nicht zu heben.

Lebhafter ging es in den Fraktiouszimmern zu, wohin sich die im Plenum unsichtbaren Abgeordneten aus fast allen Pae- teien in der Verborgenheit unterhielten Dos Beamteu- vefoldungsgcfetz was wird mit ihm und Den Be­denken des R e p a r a < i 0 n s a g e n r e n'c Das ist die drin­gende Frage. Diese Wocke wird ivohl bis zum Ende mit Er­wägungen darüber auSgefüRt bleiben, in der nächsten Woche denkt man an diese die Allgemeinheit berührenden Probleuce zu kommen. Das R e - ch s s di u l g e fe tz Dürfte erst im Früh­jahr der Entscheidung entgcgcnrcifen. Also für ein paar Tage ist Ruhe sicher bisher muß man sich mit den von den Ängst­lichen gemalten Sturm Zeichen begnügen.

Eintritt in die Tagesordnung kommt Abg Stöhr (Nat.-Ioz.) auf den Zwischenfall in der letzten Ncichstagsutzung zurück. Stöhr hatte damals die dritte Lesung des Abkommens zur Verbesserung der Lage der Sozialrentner des Saargcbieies verhindert Er erklärt jetzt, daß deshalb eine Pressehetze gegen ihn ins Werk gesetzt worden wäre. Er habe nicht aus Recht­haberei gehandelt, sondern im Interesse der pfälzischen Sozial­rentner. Eine Versammlung derselben habe ihm recht gegeben.

Abg. Rädel (Komm.) verlangt die Behandlung der Krisen- fürforgefragen, da die Gefahr besteht, daß diese vom Arhcus- ministerium abgebaut würden. Der Antrag wird abgelehnr.

In allen drei Lesungen angenommen wird

der deutsch-tschechoslowakische Vertrag

über den Bau und den Betrieb einer Eisenbahn durch das Schweinitztal.

In erster und zweiter Lesung wird ferner der deutick- tschechoslowakische Vertrag zur Regelung einiger Greirzver- Hältniffe gebilligt. Es folgt die erste Lesung des , Handelsabkommens zwischen Deutschland und Frankreich.

Abg. Hörnte (Komm.) erhebt Bedenken gegen den Ver­trag.'der nur der deutschen bürgerlichen Gesellschaft Vorteile bringen würde.

Abg. von Richthofen (Dem.) begrüßte den Vertrag als einen wesentlichen Fortschritt in den dcutsch^sranzösischen Be­ziehungen. Im Interesse des deutschen Weinhandels sei aber eine Änderung des Verfahrens bei der Verzollung ocr Läger notwendig. Als eine Frucht der Genfer Wirtschafts- konferenz sei Die Einführung des Schiedsverfahrens bei Meinungsverschiedenheiten aus dem Abkommen zu begrüßen.

Ministerialdirektor Poffe vom Rcichswirtschastsministe- rium erklärte, die im Oktober begonnenen Verhandlungen mit der französischen Regierung über den

Warenaustausch mit dem Saargebiet

Sitzungsbericht.

(344. Sitzung.) CB, Berlin, 2? . November.

! Nack Eröffnung der ersten Sitzung uaF Der Pause imrD ein Antrag De5 Oberreichsanwaltcs, Der Die Genehmigung zur Verhaftung und Borkührung des Abg Reddermeher iKomni.) verlangt, dem Geschäitsor-nuilasausschiiß überwiesen. Vor

ÄÄ des belgischen Kabinetts.

An der R nst u n g s sr a ge gescheitert.

Seit längerer Zeit wurde in Belgien eine Verkürzung der militärischen Dienstzeit verlangt. Diese Forderung unterstützten namentlich die im Koalitionskabinett befind­liche« sszialistischen Minister, während der Kriegsminister sich ihm widersetzte, ja im Gegenteil umfangreiche Neu rttstungen zur Landesverteidiguna für notwendig hielt.

seien in den verschiedenen Teilen wieder ausgenommen wor­den. Über die Verzollung der noch in den Zollagern lagern­den französischen Weine seien gerade jetzt Beratungen im Gange. Zu der Frage der allgemeinen Zollsen- k un g werde sich die Regierung bei Beantwortung der sozial­demokratischen Interpellationen äußern

Damit schloß die Aussprache. Der Vertrag wurde in erster und zweiter Beratung angenommen. Die Dritte Beratung konnte nicht sofort votgenommen werden, da Ab­geordneter Frick (Nar.-Soz.) widersprach. Das Haus ver­tagte' sich auf Mittwoch.

Präsident Löbe teilte noch mit, daß Die Regierung Die Vorlage über Vereinbarungen für Die Sozialrentner des

icaRtivortung der sozial

Saärgebietes zurückgezogen habe, da die Angelegenheit auf dem Verordnungswege geregelt werden soll. Die kommu­nistische Forderung, einen Antrag auf Auflösung des Reichstages auf die Tagesordnung zu setzen, wurde ab- gelehnt.

Hergestellt und betonierte Unterstände für Maschinen­gewehre angelegt werden müßten.

Jaspar wieder betraut.

Nach einem Brüffeler Telegramm hat der König Jaspar mit der Neubildung des Kabinetts beauftragt, Jaspar hat sich seine endgültige Antwort Vorbehalten.

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^Öie deutsche Nelegation für Genf.

l'iiiiF^. F^N'che Delegation für die neue Genfer Ab- ^'^^ wieder unter Führung des Grafen «eizsz^." ükhcn. Weiter gehören ihr an: Geheimrat ^» Bg^^è Vertreter des Auswärtigen Amtes, Oberst Nb Adm^- "^ Vertreter des Rcichswehrministeriums t Freiherr von Freiberg als Vertreter der Ostend-vAltung: Die deutsche Delegation für die an« ^eleinn», wtstagung wird wiederum aus Minister ' Dr. v. Schubert und Dr. Gans bestehen.

Ministerpräsident Jaspar.

Darüber ist es jetzt zu einem starken Konflikt im Kabinett gekommen, an den sich die Überreichung des Rücktritts- gesuchs des gesamten Ministeriums schloß.

Der Kriegsminister hatte dem Ministerrat eine Denk­schrift über die Lage der Armee vorgelegt, in der beson­ders die Einheiten, die Betvaffiuiug, das System der Be­festigungen und die Herabsetzung der Dienstzeit behandelt wurden. Der Minister fam zu dem Schluß, daß es iipn unmöglich gewesen sei, gegetlwärtig einen Gesetzentwurf, zur Herabsetzung der Dienstzeit einzureichen, er schlug viel- mehr Ausschußberatimgen vor. Doch darüber sonnten sich die Minister nicht einigen und cs erfolgte der Rücktritts- beschluß.

Das BlattEtoile Beige" will wissest, daß Kriegs­minister de Brocqueville sich dem Standpunkt des Generat­stabs allgeschlossen hat, wonach gegenwärtig von einer Pxr- kürzung der Militärdieustzcit überhaupt keine Rede sein könne. Ferner sei der Minister mit der zum Studium der großen Befestigungen eingesetzten Kommission einig, daß ein T"'.l d-r Befestigungen des rechten Mäasusers wieder»

Reichspräsident und HeiZsarmee»

Bramwell Booth über seinen Besuch bei Hindenburg.

In einem Presseinterview berichtete der in London wieder eingetrossene General der Heilsarmee Bramwell Booth über seine in Deutschland empfangenen Eindrücke. Er fügte:

Präsident Hindenburg hat aus mich den Eindruck eines Mannes von großem W 0 h l w 0 l l e n gemacht, der sich aufrichtig bemüht, den Menschen in der rechten Weise zu helfen. Als ich den Präsidenten in Begleitung meiner zweiten Tochter besuchte, sprach er in herzlichen Worten von der Arbeit der Heilsarmee und besonders von der Hilfe, die wir dem deutschen Volke in einer Zeit geleistet haben, als es von Not, Sorgen und Entbehrungen heim­gesucht war. Wir sprachen mit ihm von unseren Absichten bezüglich der Obdachlosen in Berlin und den anderen deutschen Städten. Er bezeugte großes Interesse und ver­sprach zu tun, was in seiner Macht stehe, um die Heils­armee bei ihren Bemühungen zu unterstützen.

König Albert von Belgien sprach mir ebenfalls seine größte Sympathie aus. Natürlich handelt es sich in beiden Ländern um die gleichen Probleme. Nur daß Unterschiede in ihrer Schwere bestehen. Deutschland hat uqch einen weiteren Weg zurückzulegen lind es schien mir, daß tue Zeichen der Erholttng in Belgien ausgesprochener waren als in Deutschland. Aber in beiden Ländern gibt es noch viel zu tun für die Unglücklichen und für diejenigen, die irgendwie aus ihrer Bahn geworfen sind und Schwierigkeit haben, zurückzukommen. In Deutschland wie in Belgien wurde ich mit größter Güte ausgenommen und ich bin auf­richtig dankbar für die Bezeugungen ber Wertschätzung des Werkes der Heilsarmee und für das Versprechen der Unterstützung, das mir zuteil geworden ist.

Deutsche Volkspartei oad Reichssthulgese-

.-Die Beschlüsse in B r au n stchw e i g.

Der Zentralvorstaud der Deutschen Volkspartei, der sich in Braunschweig vor allem-mit dem Reèchsschülgcsetz befaßte, nahm eine Entschließung an, in der folgende For» deruiigen ausgestellt werden:

1. Neben Sicherung der konfessionellen Bekenntnis­schule in ihrer geschichtlich gewordenen Art dauernde Er- holtuna der tfrÜHicbrn SimMavschulc