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Zulöaer /lnzeiger

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Tageblatt für Rhön unö Vogelsberg Iulöa- unö Haunetal* Iulöaer Kreisblatt Reöaktkon und Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 Fernsprech-Rnschluß Ht.989 Nachdruck der mit * versehenen Artikel nur mit Quellenangabe .Fuldaer flnzriger'gegattet.

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Nr. 2H6 1927

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Fulda, Montag 19. Dezember

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4. Jahrgang

Parker Gilberts Jahresbericht.

Das dritte Dawes-Lahr.

Mit reichlicher Verspätung veröffentlicht jetzt der Reparationsagent seinen und seiner Unteragenten Bericht über das dritteDawes-Jahr", das bereits am 1. Sep­tember abgelaufen war. Man hat dem Erscheinen dieses natürlich wieder sehr umfangreichen Berichts mit einiger Spannung entgegengesehen im Hinblick auf die Ausein­andersetzungen, die zwischen Parker Gilbert und der deutschen Reichsregierung Ende Oktober stattgefunden hatten und die so großes Aufsehen in Deutschland und auch darüber hinaus erregten. Daß der Generalagent fest- stellt, Deutschland habe seine Verpflichtungen aus dem Dawes-Abkommen auch im dritten Jahre restlos und pünktlich erfüllt, können wir zwarmit Ge­nugtuung" aufnehmen; aber diese Genugtuung hat einen für uns sehr säuerlichen Beigeschmack!

Wichtiger aber als diese Feststellung sind die Schlußfolgerungen, die der Reparationsagent 'aus der ganzen bisherigen Entwicklung der Dawes-Zah- lungen zieht und die er in seinem Memorandum an die Reichsregierung bereits andentcte; man kann sie kurz dahin zusammenfassen: Parker Gilbert weiß nicht, wie er die in breiteren und immer breiteren Strömen in seine Kasse hereittflutenden deutschen Zahlungen verwerten soll, ohne die deutsche Währung durch Überweisung größerer Summen in bar an die Reparationsgläubiger zu ge- Fährden. Nicht die Erfüllungsmöglichfeit des Dawes- Planes an sich ist zum Kern des ganzen Pro­ll l e n: s geworden, sondern dieser Bartransfer, die Ver­wendung der Gelder für deutsche Sachlieserungen, die mit Reichsmark bezahlt werden, also des Ankaufs von Devisen nicht benötigen, stößt auf immer engere Grenzen, ist jetzt aus die Hälfte der Gesamtsumme herabgesunken. Was also tun? Die Gläubiger, besonders England und Frankreich, wollen mehr bares Geld sehen.

Da macht nun Parker Gilbert einen Vorschlag, der darauf hinausläuft, die deutsche Reparation s - schu l d e n d g ü Ht g f c st ; u s c tz e il auf einer absoluten Grundlage, die keinerlei Maßnahmen zumSchutze des Transfer" vorsteht. Das heißt nichts anderes, als daß die Vorteile, die uns der Dawes Plan hinsichtlich der Be schränkung des Bartrausfers-Itabilerhaltung der deut­schen Währung - gewährt, wegfallen sollen, die deutsche Regierungunter eigener Verantwortlichkeit, ohne auslän­dische Überwachung und ohne Transferschutz" handelt. Das heißt weiter zwar eine entschiedene undentscheidende Kritik an den Grundlagen des ganzen Dawes-Planes ausüben, heißt aber vor allem: Deutschland ist verantwort­lich nicht bloß für die Aufbringung der Zahlungen, sondern auch für ihre Transferierung. Hiergegen wird man in Deutschland so theoretisch verlockend an und für sich namentlich Ive gen des künftigen Fortfalles jeder ausländischen Kontrolle ein solcher Vorschlag ist doch die stärksten Bedenken geltend machen müssen, solange nicht unser gesamtes Wirtschafts- und Finanzsystem auf eine ganz andere Grundlage gestellt, nämlich sehr viel besser konsolidiert sind, damit nicht durch einen Fortfall jeglichen Schutzes unsere Währung, die durch die wachsende deutsche Auslandsverschuldung und durch die große Passivität unserer Zahlungs- und Handelsbilanz schwer- bedroht ist, nun auch noch durch einen hemmungslosen Bartransfer neuen Gefahren ausgesetzt wird.

Eines jedenfalls geht aus Parker Gilberts Bericht hervor: der Dawes-Plan steht schon jetzt mitten in der Krise.

Der Stricht des Reparütionsagenten.

Geist freundschaftlicher Verständigung."

Der Bericht des Reparationsagenten, der in acht Kapitel zerfällt, zählt 172 Seiten. Es kommt dann hinzu ein Anhang mit.statistischem Material sowie der bekannte Briefwechsel zwischen dem Reparationsagenten und der Reichsregierung, so daß der Gesamtbericht im englischen Bert insgesamt 239 Seiten umfaßt. Der Bericht beginnt einer Einleitung, es folgen dann die acht Kapitel und nne allgemeine Schlußfolgerung.

Der Bericht wird in deutscher Übersetzung erst in °üva zwei Wochen vorliegen. Nach einem vorläufigen lnszug wird in der Einleitung festgestellt, daß der Plan 'md die Übertragung normal funktionieren. Es folgt dann eine Schilderung der Entwicklung der öffentlichen Flnanz- und Kreditgebarung in Deutschland, wie es seinerzeit aus dem Memorandum bekanntgeworden ist. ^lese Entwicklung, erklärt der Reparationsagent, brachte ec- mit sich, daß er am 20. Oktober ein Memorandum der deutschen Regierung übermittelte, dessen Veröffentlichung m beiderseitigem Einvernehmen zusammen mit der Ant hort beschlossen wurde. Gilbert erkennt an, daß die Re- merung inzwischen genügende Schritte zur Besser u n g d e r Lage unternommen hat. Vor und seit der Über- Z'Vnng des Memorandums sind die aufgeworfenen Klagen oft mit dem Finanzminister und anderen Mit- 'cEu der deutschen Regierung besprochen worden. Es ""rbei nur um Fragen der Finanzpolitik, der 6 lanzverwaltung und nicht um Fragen persönlichen

"der persönlicher Verhältnisse gehandelt. Die E^hungen zwischen der Regierung und der Dawes- tatsächlich nach wie vor durch den Geist Verständigung gekennzeichnet.

Nationen lahalen Lieferung der Repa

^ü Deutschen Reiches. Zu dem folgenden

s- ^W.tH die TransferIÜber- I lcfr u« dritten Reparmiousjabr am

Milliarden Reichsmark aeaen L17 Milliarden Reichsmark

im zweiten Reparationsjahrè beliefen. Der Anteil der über» tragung in fremder Währung betrug 49,45 Prozent, der Rest entfällt auf Sachlieserungen. Das Kapitel 3 handelt von der Reichsbahn Solange die Ausgaben nicht durch Bettiebseiu-- nahmen finanziert werden können, tönm sich die Reichsbahn drirch kurzfristige Bankenkredite helfen.

Das vierte Kapitel handelt vom Haushalt und betont zunächst die Notwendigkeit flüssigen Kapitals für die moderne Wirtschaft. Das flüssige Kapital fei aber in Deutschland durch die Znslation vernichtet worden. Tie allgemeine Wiederher stellung setzt die Stabilität der Währung und wohlgeordnete Finanzen voraus. Der Haushalt des Reiches für 1928'29 weist anerkennenswerte Fortschritte aus, namentlich im Bruch mit der seitherigen Tradition außerordentlicher Ausgaben, die aus Anleihen genommen werden. Ernsthafte Anstrengungen sind also nach den Feststellungen Parker Gilberts unternommen worden. Kapitel fünf spricht vom Umfang der öffentlichen Schuld, Es wird feftgeficKt, daß die gesamte Schuld der öffentlichen Körperschaften in Deutschland elf Milliarden Reiwsmark beträgt.

Kapitel sechs befaßt sich mit Kredit und Währung. Tie Besserung der Konjunktur hat sich in der Hauptsache auf den Jnlandsmarkt beschränkt. Die Verbrauchspreise sind in der letzten Zeit gestiegen. Die Zunahme der Jnlandskonjunktur führt zu einer Steigerung der Einfuhr und dies wiederum zu einer erweiterten Kreditinanspruckmahmc. Kapitel sieben beschäftigt sieb mit dem Außenhandel. Der Rcparationsaus- schuß stellt fest, daß Deutschland noch für einige Zeit aus­wärtiger Anleihen benötigen wird. Besonders schwierig sei in diesen! Zusammenhang das Problem der inneren Preis­steigerung.

Räch einer in Kapitel 8 gegebenen eingehenden Schilderung der Wirtschaftslage Deutschlands kommt der Generalagent dann zu seinen

Schlußfolgerungen.

Die.bisher ergriffenen Maßnahmen der Finanzreform sind ermutigend. Die wahre Antwort wird aber von den praktischen Resultaten abhängen. Glücklicherweise sei die Aufgabe eitrsach. Das Urteil über die Lage kann aber nicht nur auf die äußeren Schwierigkeiten begründet ivepdon, sondern m,tß auch bk Schwäche des Transser- schutzsystems berücksichtigen. Die Latsüche dieses Schutzes hindere die öffentlichen Stellen, die volle Verünwortung ihrer eigenen Handlungswctsc zu übernehmen. Die Un­gewißheit der.Höhe der deutschen Reparationsschuld führe überall zur Unterdrückung der normalen Initiative und der im eigeilen-Interesse Deutschlands liegenden Refor- men. Das von den Sachverständigen vorgesehene Schutz­system ist, so führt der Generalagent schließlich aus, nur Mittel zum Zweck gewesen, nämlich ein dringendes Gegenwartsproblem zu lösen und Transferrèsultatc zu erzielen. Der einzige Weg hierzu ist aber die end­gültige F e st s e tz un g der deutschen Repara- t i 0 n s sch it l d auf einer absoluten Basis ohne Transfer- schutz. über den Zeitpunkt dieser Festsetzung haben die Sachverständigen natürlich nichts gesagt. Wir leben noch in der Versuchszeit. Weitere Erfahrungen sind nötig. Das Vertrauen, der wesentlichste Faktor zu einer gegen­seitig befriedigenden Endregelung, besteht bereits. Proben hierfür liegen vor. Aber keines der großen Probleme kann nach Meinung des Generalagenten endgültig gelöst kerben, bevor nicht Deutschland vor die endgültige Aus­gabe gestellt ist, unter eigener Verantwortung, d. h. ohne ausländische Aufsicht und ohne Transserschutz, zu handeln.

KmWki AußlartèThiKa.

Gereizter N 0 t e n iv e ch s è l.

Dqs heftige Vorgehen oer sogenannten Nankina- rctwhptg in verschiedenen ihrem Einfluß unterworfen:!! Städten hat zu viplomatlschen Weiterungen geführt. Marschall T s ch i a n g k a i s ch c f hat die Mitglieder des Sowjetgeneralkonsulats, der Sowjcthanvelsdelegation und der Dalbynk in Schanghai aufgefordert, bis späte­stens Mittwoch Schanghai zu verlassen. Die russischen Gebäude sind von Truppen Tschiangkaischeks abgesperrt worden. In Hankau haben die chinesischen Behörden das sowjetrussische Konsulat besetzen und sämtliche Chinesen und Russen, die in den Räumen angetroffen wurden. bcr= Haften lassen. Danach begann man in der ganzen Stadt mit her Verhaftung verdächtiger Kommunisten. In Kan­ton soll der sowietrnssische Vizekonsul erschossen worden sein. Die einlaufenden Schreckensnachrichten sind zum großen Teil nicht kontrollierbar, doch scheint die Nanking- regierung zum Bruch mit Rußland entschlossen zu sein.

Drohung und Widerdrohung.

Dem russischen Konsul in Schanghai wurde eine Note des chinesischen AußemnirristeriMs dernationalen" Regie­rung übergeben, in der die Sowjetvertreter für den Aus brnch des kürzlichen Ausstandes in Kanton verantwortlich gemacht werden. Es werde daher fcft gestellt, daß die Vor rechte, die den russischen Konsuln im Gebiet der nationalen Regierung eingcräumt sind, anuußiert werden und daß die Sowiethandelsagenturen ihre Tätigkeit einzustellen haben.

Darauf hat der Außeukouuu.issar Tschitscherin aus Moskau in einer Protestnote geantwortet, die Sowjet- regierung habe niemals dienationale" Regierung an­erkannt. Die Ernennung der russischen Vertreter sei auf Grund von Verträgen mit der Pekinger Regierung im Jahre 1024 erfolgt. Die Sowjetkonsulare hätten sich in keiner Weise an einem Aufstand beteiligt oder ihn hervor­gerufen. Die Sowjetregierung behalte sich alle Schritte gegen die dunklen Absichten unterworfene sog. nationale Reaieruna in Nankina vor.

Kleine Zeitung für eilige Leser.

* Der Reichstag und der Preußische Landtag gingen am 17 Dezember in die Weihnachtsferien.

* Reichsaußenminister Dr. Stresemann hielt in Königsberg eine politische Ansprache, in der er die unauflösliche Verbin­dung Ostpreußens mit dem Reiche betonte.

* Die Arbeitgeber der westlichen Schwerindustrie haben die beiden Schiedssprüche über Lohn- und Arbeitszeit abgëlehnt.

* Zwischen der Sowjetregierung und der chinesischennatio­nalen" Regierung in Nanking hat ein scharfer Notenwechsel infolge der Ausweisung der Sowjetbeamten stattgefunden.___

Dr. Giresemann in Königsberg.

Ostpreußen wird nicht aufgegeben.

Reichsaußenmlnister Dr. Stresemann hielt wäh­rend feiner Anwesenheit in Königsberg mit einer Reihe ostpreußischer Sachverständiger aus Politik und Wirt­schaft eine geheime Besprechung ab, die in erster Linie der Frage des deutsch-polnischen Handelsvertrages ge­golten haben soll. Mitteilungen über den Inhalt der Be­sprechung wurden nicht gemacht. Dann war Dr. Strese­mann Gast des Königsberger Oberbürgermeisters Dr. Loh m e her und des Rektors der Universität, Prof. Dr. Keyserling. Später nahm Dr. Stresemann an einem von der Stadt Königsberg gegebenen Festessen teil, bei welchem er eine politische Ansprache hielt.

politische Ansprache des lieichsaußenminifferS.

Dr. Stresemann führte nach einer Rede des Ober-- Präsidenten, Dr. Siehr, gus, man müsse mit allem Ernst be- tonen, daß. Deutschland ein armes Land sei und daß man aüf jeden Fall auch den Anschein vermeiden müsse, daß es anders um Deutschland stehe. Man dürfe nicht mit einer glänzenden Fassade über das Hinterhaus hmwegläuschen, in dem heut» die meisten Deutschen zu leben gezwungen seien. Aus das baltische Gebiet, auf den P 0 l n i s ch-l i t a u i s ch e n Kon­flikt übergehend legte Reichsaußenminister Dr. Stresemann ein Bekenntnis zum Völkerbund ab, indem er erklärte, daß alles geschehen sei, um die Folgen dieses Konfliktes zu bannen. Der Völkerbund sei eine Methode, die darauf Hinziele, eine Verringerung der Rüstungen herbeizujüüren, wa^ ja namenu lich für Deutschland besonders wichtig sei. Schließlich äußerte sich Dr. Stresemann eingehend zu den ostpreußischen Fragen. Er verwies auf Hindenburg, an dem Ostpreußen einen so großen Freund habe, und dessen moralischer Einfluß, wie es ihn wohl seit Jahrzehnten in der Politik nicht mehr gegeben habe, nicht hoch genug veranschlagt werden könne

Die Tatsache allein, daß am Dienstag zum ersten Male seit Bestehen der Republik das Reichskabinett und das Preußenkabiuett gemeinsam tagen werden, beweise, wie ernst man die ostpreußischen Dinge nehme. Der Minister sagte wörtlich:

Wir haben nicht gelernt, ohne Ostpreußen zu leben. Wenn Sie von jemandem hören, daß Ostpreußen ausgegeben worden sei, so schlagen Sie ihm bitte rechts und links um die Ohren."

Den Schluß der Rede bildete eine Mahnung, sich nicht unbegründetem Pessimismus hinzugeben, sondern in Erinne­rung an frühere schwere Zeiten Preußens und in Würdigung der Tatsache, daß die Zeit nach dem Abschluß des Krieges ein allmählicher Weg des Wiederaufstiegs gewesen sei, auf die eigene Kraft und die des Reiches zu vertrauen.

Aölehnnng hs§ Schiedsspruchs durch die Arbsiigeber.

Die StiLègungsdrohung bleibt aufrechtorhalten.

In einer Begründung der Ablehnung des Schieds­spruchs in der Eisenindustrie durch die Arbeitgeber wird u. «. darauf hmgewiesen, daß in dem Teil des Schieds­spruchs, der die Arbeitszeit regelt, die Röhrengießereien und Hochöfeugießereicn nicht berücksichtigt seien. Es fei unmöglich, in diesen Betrieben in der 3XVchtstunden- ^chicht zu arbeiten, da sonst ein erheblicher Produktions- Ausfall ^u befürchten sei. Sinngemäß müsse für diese Be­triebe die gleiche Regelung eingeführt werden wie für die Hammer- und Preßwerke und die entsprechenden Walr- werke.

Weiterhin geht die Begründung auf die durch den Schiedsspruch vorgenommene Erböhunq der Lo-nzu- schlage für M e h r a r b e i t von 12.5 auf 25 Prozent ein. Tue Arbeitgeberseite habe, um ein Entgegenkommen zu zeigen, freiwillig eine Erhöhung von 12.5 auf 15 Pro- jent angeboten, sie müsse darum nach dem ganzen Gang der Verhandlungen über die unerwartete Erhöhung auf 25 Prozent bestürzt sein. Die Exportfähigkeit sowohl der ettenschaffenden wie der e'senverarbeitenden Industrie, deren mißliche Lage auch von den Gewerkschaften an­erkannt ivorden fei, werde bei Bestehenbleiben des Spruchs lüciter verringert. Stattdessen billige aber der .Schiedsspruch den Arbeitern einen Lohnausgleich zu, der die Werke erheblich über die nur bedingten wirtschaft- Uchen Vorteile hinaus belastet, die die Werke durch dre S-onntagsarbert erzielen können. Daher müßten die beiden Schiedssprüche über Arbeitszeit und Löhne ab- geicimt werden.

Die Funktionäre des Deutschen Metallarbeiterver- baudrs nahmen in einer stark besuchten Versammlung in Bochum Stellung zu dem Schiedsspruch für die nordwest- !:chc Gruppe. Es wurde eine Entschließung gefaßt, in der es heißt: Der Schiedsspruch für die Löhne und die Arbeitszeit in der nordwestlichen Gruppe ist für den Deutschen Metallarbeitervcrband unannehmbar.

Eine zur Veröffentlichung gelangende offizielle Er- klärung von Arbertgeberfcite weist nochmals darauf Hist, daß die, Ankündigung der Stillegung in der Eisenindustrie aufrechicâtltcn werde und die. Frage der Kündigung noch in keiner Weise entschieden ist.