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Fuldaer Anzeiger

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Nr. 12 1929"

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

Zulöa- und Haunetal »Zulöaer Kreisblatt

RsSaktton und Geschäftsstelle: MLHlenstraZe 1 Zernsprech-RnschluK Nr.-S-

UachSruS 6er mit * versehenen Artikel nur mit Quellenangabe .Zulöaer pnjeiger'gestattet.

Fulda, Dienstag, 15. Januar

Mzeigrnprels: Für Behörden, Genossenschaft ten,Banken usw. beträgt die Kleinzeil« 030 HIL, für aumoörtig» Auftraggeber 0.25 Mk^fâr die Reklamezeile 0.90 Mk. u. alle «aderen 0.15 Mk* Reklamezelle 0.60 Mark Bel Rechnungostel- - hing hat Zahlung innerhalb 8 Tagen zu erfol­gen Tag- und Platzvorschrkstea uaverbladllch.

6. Jahrgang

Kleine Zeitung für eilige Leser

* Reichsäußcnminister Dr. Stresemann trat in einer Ver­sammlung des ÄngesteNtonbnndes der Deutschen Volkspartei für baldige Reform des Reichstaaswahlrechles ein

* Der Parteitag der Sächsischen Sozialdemokratie übte scharfe Kritik an der Haltung der Reichstagsfraktion der Deutschen Sozialdemokratie.

* Im Saarkohlengebiet sind heftige Lohnstreitigkeiten zwischen Gewerkschaften und Regierungskommission aus- gebrochen. die bereits zu einer starken Einschränkung der Förderung geführt habe».

* Zu amerikanischen Vertretern auf der Konferenz zur end­gültigen Schuldenregelung Deutschlands ans dem Weltkriege find die Herren Pierpont Morgan und Owen Young ernannt worden.

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ZN der Zange.

Der Kohlenüberfluß der Welt. ^

Allzuviel ist ja bei der internationalen Kohlenwirtschaftskonferenz nicht herausge- kommen, die in Genf unter deutschem Vorfitz von einer besonderen Delegation des Wirtschaftsausschuffes beim Völkerbund veranstaltet worden ist. Diesmal waren nur die Bergwerksbesitzer vertreten, aber demnächst sollen auch die Bergarbeiter dort ihre Wünsche und Klagen vor­bringen dürfen.

Europa erzeugt viel mehr Kohlen, als »s selbst ver­braucht oder nach überseeischen Kontinenten absetzen kann, und besonders krisenhaft liegen die Dinge jetzt in den beiden Hauptexportländern der Vorkriegszeit, England Alle Versuche der englische:

und Deutschland. Alle Versuche der englischen R»- gierung, die Zahl der ständig arbeitslosen Bergarbeiter

etwa ein Fünftel der früheren Gesamtbelegschaft von

1,1 Millionen durch Übersiedlung in andere Berufe oder durch Förderung der Auswanderung herunterzu- . drucken, sind ebenso gescheitert wie das Bemühen, den âvwtz dr.engtiiÄen Kohle im Ausland so zu steigern, daß eine Wiedereinstellung der Arbeitslosen hätte erfolgen können._ Und es ist fast eine Strafe des Schicksals, daß diese Schwierigkeiten hauptsächlich durch gewisse Be­stimmungen des Versailler Friedens herbeigeführt worden sind: man hat durch die Losreißung des kohlenreichen Ost­oberschlesiens die Voraussetzung für die jetzt in Skandi­navien und dem Ostseegebiet überaus schmerzlich empfundene polnische Konkurrenz geschaffen und hat durch die deutschen Sachlieferungen namentlich an Italien und an Frankreich große Verluste aus dem dortigen Absatz­markt erfahren; exportiert Deutschland doch etvf Grund v»u Sachlieserungsverträgen jährlich rund elf Millionen Tonnen Kohle oder Koks ins Ausland

Ein wilder, völlig ungeregelter Kampf u m die Abjatzgebiete das ist der augenblickliche Zustand in der internationalen Kohlenwirtschaft. Und doch liegt der Gedanke eines internationalen Erzengungs- und Ab- satzubereinkommens in der Luft, weil dies allein die Krise überwinden lassen kann. Das merkt man in allen Ländern und 10 ist man mit allen Mitteln bestrebt, sich schon früh- zeitlg für die kommende Absatzverteilung möglichst ön stiern. In irgendeiner Form haben alle Staaten, Die »..äs tKuommen mitmachen, aus diesem Grunde offene oder versteckte Subventionen ihrer Kohlenwirtschaft emgeführt T. u"t Ausnahme von Deutschland. Das können wir uns nämlich finanziell nicht leisten, besonders nicht etwa daS Beispiel Englands und Pol-ns nachahmen, wo der Kohlenabsatz durch sehr weitgehende Ermaßt- gungeu der Eisen bahnt« rife wirkungsvoll gefordert wird. Dadurch ist schließlich die Privatwirtschaft- liche Konkurrenz immer mehr zu einem staatlichen Macht­kampf zwischen den wichtigeren Kohlcnerzeugungsländern geworden, was die Verwirklichung des Gedankens, die Kohlenwirtschaft international zu regeln, keineswegs er- leichtert. Auch auf der Tagesordung der Genfer Wirt­schaftskonferenz stand als besonderer Punkt die Aus- Wikkung oer Ltaatssubventionen auf Erzeugung, Handel, Verteilung und Absatz der Kohle, ohne daß man aber bei der Besprechung über eine vorsichtige Zurückhaltung hin- auskam. Am schärfsten geht bei dieser staatlichen Forcic- Ning der Kohlenausfuhr Polen vor und das erklärt die Hartnockigkeit, die von der Warschauer Regierung bei den ieuisch-polnlschen Handelsvertrags-Verhandlungen be­wiesen wird, wo man ein außerordentlich großes Ausfuhr­kontingent nach Deutschland verlangt.

So sitzt die deutsche Kohlenwirtschaft nicht bloß i n r " Zange zwischen Englund und Polen, n^rndazu tritt als jüngster Konkurrent im Rheinland

Aitz4\ , J ' ......, «"öi^i ovvimiiiiviu im yii/ciniunu

no»^ ^vlland auf, das seine Aohlionbergwerke erheb- 1 seino/âsiebaut hat und im Begriff ist, durch Ausbau ! falma^slnnln^eg suten Anschluß an den Rheinschiff- 1 IT^9 ?u si'tden. Außerdem ist, auch durch den Ver-

»t^1?9, Frankreich durch den Erwerb der lothrin- worden ^ ^Irländischen Bergwerke zu einem Lande gc-

Hinrh»« V !»»u«h«iiw's» oetgroene zu einem rranoe ae- verbraiâ^»^^ gleichfalls mehr Kohlen erzeugt als Melt k Koh lenüberflu ß überall in der wendiakoU^ ^öeorie auch die Erkenntnis von der 910 t» Wirtschaf mternationalen Regelung der Kohlen- alle und 'daru" Praxis ein mordender Kampf aller gegen L Vordrün-^^'^o sinkende Absatzmöglichkeit durch

Arten her Kraft- und Wärinc- fräfte9 &L^ $ Elektrizität. Ausnutzung der Wasser- ÄiÄ Braunkohle, shstcutatische Ratio- ÄS - s° sehen die Dinge döbe de^"-iuâ ^'â>t zu Witzt die Bergarbeiter sind sckaf eu in âr etwas Ordnung zu darin auch ^aun/w^l""^ ^er, und in Gerts ist man hm erst ^nl ^ Die Krise muß offen- 3it einer ^ gefährlicher werden, ehe sich der Wille einer Verständigung durchsetzen Tann.

I

pier-ollt Morgan Sachverständiger.

Wendung in der Reparationsfrage. |

Allgemeine Überraschung.

Neben dem schon früher genannten Owen Young ist nunmehr als zweiter amerikanischer Sachverständiger für die Konferenz zur endgültigen Schuldenregelung Deutschlands aus dem Weltkriege der größte Bankier Newyorks, dessen Machtbereich sich über die halbe Welt er­streckt, Pierpont Morgan, ernannt worden Da­nach hat die Reparationskommission ihre Einladungen endgültig an Owen Young und John Pierpont Morgan in Rewyork ergehen lassen. Als Stellvertreter dieser beiden Sachverständigen ist der Bostoner Rechts­anwalt Thomas Perkins ausersehen. In allen drei Fällen soll die Einladung bereits angenommen worden sein. Die Ernennung Morgans hat überall große Über­raschung hervorgerufen, soll aber namentlich in Berlin mit uneingeschränkter Genugtuung ausgenommen worden sein.

Man hält dafür, daß Pierpont Morgans Ernennung Gewähr dafür biete, daß aus den Verhandlungen auch etwas herauskommen werde. Denn sonst hätte er das Amt nicht übernommen. Die Meinung wird allerdings vertreten, Pierport Morgan werde gegen der Versuch auf­treten, die deutschen Neparationsscheine schon in nächster Zeit auf den amerikanischen Markt zu werfen. Sein Ver­langen werde es sein, zunächst einmal festzustellen, was und wieviel Deutschland zu bezahlen habe, damit die amerikanischen Bankiers in der Lage wären, zu erkennen, ob genügend Sicherheit für etwaige Geldanlagen vor­

Ostpreußen a'S Vorposten des Reiches.

MW Vortrag des O.be rpresidenten Stehr.

Auf der Vollversammlung der Industrie- und Handels­kammer zu Essen hielt Der Oberpräsidem der Provinz Ost­preußen Ernst Siehr einen Vorirag über .Die Provinz Ost­preußen als Vorposten des Reiches" Er führte u a aus, ei« ietzi wo die Ruhr und die erste Zone wieder frei seien und die Westgrenze als gesicheri zu bezeichnen sei, die schwerste Gefahr für Deukschlands Zukunft im Osten vornehmlich in der Irage ob Ostpreußen gehalten werden könne, liege Polen habe die Wichtigkeit dieses Vorpostens von Anfang an klar erkannt. ®er glauben wollte, daß die breite Masse des pol»

Vmkeâ die Hoffnung Ostpreußen zu gewinnen, für alle Zeiten aufaegeben habe, irre sehr. Die Mittel, mittels deren diese Kreise des polnischen Volkes zum Ziele zu gelangen hofften, seien jetzt allerdings weniger die der militärischen Gewalt als vielmehr wirtschaftlicher Art. Der Korridor be- beute für Ostpreußen

ein wirtschaftlich toteS Gebiet.

Die landwirtschaftlichen Produkte müsse Ostpreußen jetzt allein jenseits deS Korridors absetzen: die durch die Zwischenschal­tung des Korridors verursachte jährliche Mehrbelastung durch Frachten berechneten die »stpreutzischen Handelskammern über» etnfhmmcnb auf 19,5 Millionen Mark. Die abgeschniirte Lage der Provinz veranlasse leider auch heuie noch immer das reichsdeutsche Kapital zu einer nationalpolitisch sehr bebent« licken Zurückhaltung gegenüber Investierungen. Grundstücks- käufen und Hergabe von Hypotheken

Demgegenüber müsse die Bedeutung der ostpreußischen Landwirtschaft für die Ernährung des deutschen Volkes für die Verbefferung unserer Handelsbilanz und für die Aufrecht­erhaltung der Währung gegenüber der Vorkriegszeit betont werden. Ostpreußen sei

der größte Viehtieferant des Reiches.

Außer der eigenen Bevölkerung in Stadt und Land ernähre es noch etwa drei Millionen Menschen mit Brot und Fleisch. Auch für den inneren Markt Der deutschen Industrie spiele Ostpreußen als Abnehmer eine erhebliche Rolle. Auch die An­sätze von Industrien in Ostpreußen Dürfe man infolge der augenblicklichen Wirtschaftskrise nicht oerfümmern lassen: im Gegenteil müßten sie unter allen Umständen erhalten werden, da sie für die menschenarme Provinz von lebenswichtilwr Be­deutung seien, zmnal Die Arbei lerschaf, dieser Betriebe nicht von anderen Betrieben ausgenommen werden könnte. Ober» Präsident Siehr stellte dann Die Iorderung auf, daß

Ostpreußen nicht aufgegcbcn werden dürfe, weil damit die TOOjäbrige Kolonisaiionsarbett Deutschlands im Osten auf Verlustkonto abgeschrieben werden müßten Wenn dieser allein stehengebliebene starke Pfeiler wertvoller Koloni- fationSarbeit zusammenbrechen wurde, dann müßte Deutsch­land damit alle Hoffnungei« auf eine spätere vernünftigere Grenzziehung im Osten für alle Zeilen begraben Er ver­lange, solange Der unnatürliche Zustand der Abschnürting Ost- Preußens nom Reetcbc bestehe, eine zielbewußte Forderung der oftpreufüMien Wirtschaft durch Reich, Staat und die deutschen Wirtschaftskreisc.

DieAus!ö?ung der preußischen Gutsbezirke

11321 Bezirke 1 928 a u s g e l ö st.

Der preußische Ministerpräsident und der preußische Minister des Innern haben dem Preußischen Landtag jetzt eine Denkschrift über die Durchführung der Auflösung der GutSbezirke zugehen lassen. Danach waren am 1. Januar 1928 11 894 Gutsbezirke mit 1 458 888 Ein­wohnern und einer Gesamtfläche von 8 470 847 Hektar vorhanden. Im Laufe des Jahres 1928 wurden 11 321 GutSbezirke mit 1 378 345 Einwohnern und einer Gesamt­fläche von 6 379 229 Hektar aufgelöst, so daß am 1. Januar 1929 noch 573 GutSbezirke mit 80 543 Einwohnern und einer Landflächc von 2 091 018 Hektar vorhanden waren. Von den aufgelösten Gutsbezirken sind nach der Denk- schrist 411 Gntsbczirke in selbständige Landgemeinden uingcwandelt worden. In den übrigen Fällen sind die aufgelösten Gutsbezirke ganz oder teilweise mit angrenzen­den Land- oder Stadtgemeinden vereinigt bzw. mit solchen oder mit Gntsberirken rufammenseleat worden.

handen sei. In diesem Sinne dürfte die Meinung der deutschen Kreise sich mit der Morgans decken. Auch im Reich wurde stets an der Forderung festgehalten, eine be­stimmte Schuldsumme zu nennen mit anschließender Prü­fung, ob die deutsche Wirtschaft in der Lage sei, die zu übernehmenden Lasten bei ausreichender Sicherung der Existenz der Polksmassen zu tragen.

Aus dem Weißen Hause.

Die angeblichen Erklärungen des Sprechers im Amerikanischen Repräsentantenhaus in Washington (Weißes Haus) über die Tilgung der deutschen Repara­tionsschuld, die danach angeblich nur in der Weiteraus­wirkung des jetzigen Dawes - Plans bestehen könnte, hatten zum Schluß der vorigen Woche ziemliches Aufsehen und auch einige Beunruhigung in bezug auf den Zweck der neuen Konferenz hervorgerufen.-

Zu dieser Beunruhigung hat nun das amerikanische Staatsdcpartemcnt in Beantwortung einer Anfrage des Botschafters Schurman in Berlin mitgeteilt, die Meldung sei gänzlich unbegründet. Der Präsident habe sich über die Summe, die als Deutschlands Gesamtschuld festgesetzt werden solle, in keiner Weise geäußert und auch nichts dar­über gesagt, wie viele Jahreszahlungen Deutschland leisten solle.

Nach der Ernennung Pierpont Morgans erwartet man die Bekanntgabe über den Zusammentritt der Kon­ferenz in allernächster Zeit. Es ist die Rede davon, daß einer der Amerikaner, wahrscheinlich Owen Young, den Vorsitz übernehmen wird.

Giresemann für Wahlreform.

Eine Rede an die Angestellten.

Im Rahmen einer Veranstaltung des Angestelltenan»- schusses der Deutschen Volkspartei nahm der Parteivor- sitzende, Reichsaußenminister Dr. Stresemann, das Wort. Er bedauerte in seiner Rede u. a. die Entwicklung zum Spezialistentum, die tm Parlament zu beobachten sei. Ebenso bedauerlich sei der Umstand, daß heute bereit» 70 Prozent des deutjchen Volkes Lohn- und GebaltA- empfänger seien. Er gab den jungen Kräften und Stän­den, auch der Angestellten- und Arbeiterschaft, den Rat, die Ellenbogen Zu gebrauchen, um sich durchzusetzeru Die An­gestellten müßten bei den kommenden Wahlen rechtzeitig Ausschau nach geeigneten Persönlichkeiten halten. Der Minister erklärte, er könne es mit Rücksicht auf seine inner­politische Einstellung nicht mit ansehen, daß die Deutsche Volkspartei als eine Partei hingestellt werde, der, wenn auch absolut fälschlich, äußerlich etwa ein antisoziales Ge- präge anhaften solle. Er appelliere an die Jugend, sich an den Wahlen zu beteiligen: denn wenn die Jugend glaube, neue Ideen durchsetzen zu können, müsse sie auch für diese Ideen kämpfen. Gewiß trügen auch andere Gründe zu der geringen Wahlbeteiligung bei, die »er allem im heutigen Wahlsystem ihre Ursache hätten, daS Gr mancher Hinsicht dringend einer Reform bedürje.

Mr Grhaièunß und Freiheit des Handwerks

Das Handwerk nimmt Stellung zur Reparationsfrage.

In Verbindung mit der Wiederaufnahme der parla­mentarischen Arbeit beabsichtigt die Gruppe der Hand­werkerbünde im Einvernehmen mit dem Reichsverband, des deutschen Handwerks, in den Tagen vom 10. bis 28. Februar in allen ihren Bezirke«: einheitliche Kund­gebungen zu veranstalten. Diese werden unter den Grund­gedankenFür Erhaltung und Freiheit des Handwerks* gestellt werden und sollen der Besprechung der gege»r- wärtigen wirtschaftlichen Lage und ihrer Beeinflussung durch die zukünftige Gesetzgebung dienen. Die einseitige und an der Oberfläche bleibende Darstellung des Repara­tionsagenten über die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft macht zudem eine eingehende Aufllärung der deutschen Öffentlichkeit über die tatsächlichen Verhältnisse, tm gewerblichen Mittelstand notwendig.

^ohnkonfliki im Gaarbergbau.

40 Prozent Förderungsminderung.

Die französische Bergwerksverwaltung hat eine neue Loh», ordnung erlassen, durch die die Häuer, d. h. die bestbezahlte Gruppe der Saarbergleute, zwar ein erhöhtes Einkommen, bta andere.« Grnpveii der Bergarbeiter aber ein- verminderte Ein­nahme erzielcit würden. Die Gewerkschaften haben diese nette Lohnordnung abgelehnt und die Bergarbeiter aufgefordert. grundsätzlich nur so viel Arbeit zu leisten, wie der Mindeft- lohn ausmachon würde. Die Auswirkung dieser Parole bie von fast allen Belegschaften befolgt wird, ist jetzt bereits darmr zu merken, daß die Förderung der Saargruben um ettva 40 Prozent zurückgegangen ist. Die Bergwcrksverwaltuna bat bcii von ihr belieferten Werken bereits angekündigt, daß ' '.eferungsemschränkung eintreten müsse. Im ganzen Saar- gebiet haben etwa hundert Bergarbeiterverjammlungcn statt« gefunden, in denen der Wille der Bergarbeiter zum Ausdruck kain, weiter an der Parole der Getvcrkschaftcn festzuhalten. )

Amerikanische Hilfe für Rußlands Land­wirtschaft.

Wie aus Newyork gemeldet wird, ist ein Herborragon. der Weueuproduzeut aus Montana, Tboniaö Campbell, nach Rußland abgereist, um dort im Einvernehmen mi^ den Sowjetbehörden amerikanische Methoden einzuführew. Der Plan soll die Aussaat amerikauischen Weizens auf einem Gebiet von zehn Millionen Acres und den Ankauf einer «rotzen Menoe amerikanischer Maschinen efttkchljâü.