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Zulöaer /lnzeiger

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Nr. 28 1929

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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg §ulöa. und Haunetal * Zulüaer Kreisblatt

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Fulda, Samstag. 2. Februar 6. Jahrgang

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Traurige Bilanz.

Aufregende Unterhaltungen. Mord und Totschlag.

Unreife Jugend.

Alle« was wahr ist, dem großen Pudlikinn hat es in diesen zurückliegenden Wochen, mit denen das neu« Jahr seinen Einzug bei uns gehalten hat, an a u f r e g e n d e r Unterhaltung ganz gewiß mcht gefehlt. E.n form, liebes Wetteifern scheint entbrannt zu sein, um die Zeit- genossen mit interessanten, mit erschütternden und zu­weilen auch mit sehr erheiternden Geschehnissen in Atem zu halten. Wir wurden zwischen UnglückSbotschaf- ten und verbrecherischen Großtaten ständig hin- und hergeschleudert, und wem es nur darauf an- kommt, sich nicht darüber beklagen zu müssen, daß die Welt da draußen sozusagen nicht von der Stelle rücke, daß dieser W'Ntertage ewiges Gleichmaß seinen Lebensdrang nicht lähme oder einschlSfere, der ist wahrhaftig in dem nun obgelaufenen Monat Januar auf die Kosten gekommen. Lassen wir nur einmal rasch eine kleine, ziemlich flüchtig und ebenso willkürlich zusammengestellte Mordbilanz Revue passieren, wobei im wesentlichen nur die Chronik der Neichshauptstadt Berücksichtigung gefunden hat.

Da wird schon vom Neujahrstage allein über sieben C e l b st m 0 r d f ä l l e in Berlin berichtet. Bald darauf wird ein unbekanntes Mädchen im Grunewald ermordet aufgefunben, ein Gastwirt in der Stadt beraubt und er­mordet. Am 7. Januar wird ein Generaldirektor in Berlin auf der Straße niedergeschlagen Es folgen in den Tagen vom 9. bis.10. Januar drei S ch ü l e r s e l b it - morde ein lLiähriger Oberjckundaner in Liegnitz, ein 1!>jähnger Junge in Hannover, ein 21jähriger Student in Berlin Zur Abwechslung hören wir tags darauf, daß in Oberbayern ein zwölfjähriger Knabe seinen neunjährigen Spielkameraden erschossen Hai, während am 11. Januar von dem Selbstmord eines mit seinen Nerven zu rammengebrochenen Unterprimaners in Preußisch-Evlan ( richtet wird. Am gleichen Tage erreicht uns die Nach- ' " e »es Doppelraubmordes in einer Breslauer Gast- lv 'Maf^und zugleich von der schrecklichen Katastrophe n der hochangesehenen schleswig-Holsteinischen Familie v »Esmarch, der Mann und Frau zum Opfer fielen. Am 15. Januar wird im Oldenburgischen ein 21jähriges Mädchen mit durchschnittener Kehle tot aufgefunden, w hr n Berlin sich abermals ein 21 jähriger Student b n Schwermut das Leben nimmt. Zwischen- d werden an der holländischen Grenze vier Poli­is e n von kundiger Hand ermordet. Am gleichen Tage scheide wieder in Berlin ein l7jähriger Lehrling ans dem Lebn weil er glaubt, sich vor den Folgen wiederholler § »'Versäumnisse fürchten zu müssen Wieder zwei Tage b' r befördert ein angesehener Ber'-ner Verleger seine Frau und seine zwei Kinder ins Jenseits, selbstverständlich nicht ohne diese schaurige Tat sofort auch seinerseits mit dem Tode zu büßen. Am 23. Januar wird ein I4jähriges Mädchen von ihrem nicht viel älterenGeliebten" er­schossen der danach auch seinem Leben ein Ziel setzt, während in Köln ein Unterprimaner, der dieses Dasein n M mehr ertragen kann auf und davon gehl. Einen Tag darauf bringt die Kugel eines Zwanzigjährigen ans B ein Bürgerhaus in Berlin seinen jüngeren Bruder und dessen gleichaltrigen Freund zur Strecke. Am 25. Januar w n wir von einem vierfachen Kindermord, dwsmal in Essex, am 28. von dem spurlosen Verschwinden Passer Sekundaner in Breslau und am 29. bringt Berlin wieder durch den Selbstmord zweier auf geschäftliche Tolvege geratener Bankiers in angenehme Erinnerung, ^cn Abschluß bildet am 30. Januar eine 15jährige Ber- wnerin die Anstoß daran nahm, daß die Mutter ihr die Erlaubnis zurTeilnahmeaneinem Vergnügen E b i ch l u g! also Strick her ausgehängt, fertig. Aber wie k n8t, diese Liste kann auf alles andere, nur nicht auf Voll- s ndigkeit Anspruch erheben; sie soll auch lediglich eine , "ung davon vermitteln, in welcher Richtung sich die 2 "ckchheit unserer Tage fortzubewegen im Begriff ist.

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Bruncht man dieser entsetzlichen Häufung schlimmer und schlimmster Verirrungen, zusammn,gedrängt auf den lurzen Zeitraum eines Monats. noch viel Worte hinzn- rnnigen? Auf die schaudererregende Tatsache noch be- wnvcrs hinzuweisen, wie derAnteilder Jugend und darunter noch ganz unreifer Jugend an diesen »."den und Selbstmorden mehr und mehr ziinimmt? ^«t so her Erfolg aller unserer Jugendgesetze, unserer wzialen Fürsorgemaßnahmen, unserer ständig steigenden

'Wendungen für das sittliche und leibliche Wohl der nder unseres Volkes aus? Woher sollen wir den Mut lein .dtsetzung aller dieser mit großer Hingabe ge- . neten Arbeit nehmen, wenn der Revolver schon in ^M Umfang in zarte Knaben- oder Mädchenhände gerät vbmD" "«Heil über Unbeil anrichtet? Ist es nicht J'^chl doch ein Übermaß von Freiheit, drs äugend von heute eingeräumt wird? Wir wissen mit Sittenpredigte» ist heute kein Staat zu und die Kinder lieben es sehr der Zucht der Er- i,^wteilen zu entlaufen, gerade wenn sie ihrer am meisten « "' '^^^ darum werden Eltern und Lehrer / Verantwortung für das Heranwachsende Geschlecht 0 ?noch lange nicht überhoben und statt die jämmerlichen

^.' 6*c sich in dieser Januarbilanz so traurig offen- sio^'^?"""^^ ö" beklagen, wenn es zu spät ist, sollten La ^ch'öeitig Erwägungen darüber anstelle», ob und wie ° Möglich sein könnte, zu verhüten, daß schließlich die y.V6f'ahreSrechnung 1929 diesem vielsagenden Anfang

^ixd unS aber, bei dem atemranbenden Tempo, das s>'^^-"iwicklung eingeschlagen hat, überhaupt noch die k,s°I"chkeit zur Besinnung und zur Eirckehr erhalten Eiben? Dr. Sir.

Der Reichspräsident will keine Krise.

Große Koalition in Sicht?

Preußen wartet a b.

Reichspräsident von Hindenburg hatte Freitag eine längere Unterredung mit dem Reichskanzler Müller, deren Gegenstand die Frage der Umbildung der Reichsrcgicruiig bildete Bon beiden Seiten wurde dabei der entschiedene Wille ausgesprochen, in der jetzigen Lage unter allen Um- ftânden eine Kabinettskrise zu vermeiden, deren Gefahr bei dem Festhalten der verschieden interessierten Parteien an ihren Forderungen gewachsen war. Reichskanzler ler verließ den Reichspräsidenten mit der von diesem unter» ftiiUten Absicht, seine Verhandlungen mit den Partei­führern »»verweilt fortzusetzen und nach Möglichkeit daS Zustandekommen der Großen Koalition im Reiche zu fördern.

Ein wesentlicher Hinderungspunkt der Einigung libeie bisher bekanntlich der Wunsch des Zentnims, durch Mindestens drei Minister im nmznbildcnden Kabinett ver­treten zu sein. Der zweite S' in des Anstoßes ist das k r» langen der Deutschen V 0 l k s p a r t e i, gleichzeitig mit der Nmäestaliung des Reichskabinetts müsse in Preußen e'n in der gleichen Richtung marschierender Ausbau des Prcnßenkabinetts geschehen. Preußen soll auch dazu bereit sein, bat aber durch den Mund seines

Aus den Parlament: n.

VieWartestandsbcamtcnvordkmsteichStag

(37 Sitzung.» CB Bertin I Februar.

Auf Der Tagesordnung stehi Die Dritte Berauing ves W aitie ft and sdeani le nge fetzet Ter Ausschuß bei sich nochmals mil Der Vorlage beschäftigte Hal Die Bestim­mungen des Reichstages In Der zweiten Lesung tn die Vor­lage eingearbeitet und einige Änderungen beschlossen

Abg. Golheinrr (Ttn.i gab seiner Enttäuschung darüber Aussrilck, Daß Die Erwartungen. Die an Die nochmalige Aus- schlißberaiung für eine Verbesserung Der Vorlage geknüpft worben waren, sich nicht erfüllt hätten Wenn du volle An- reebnung Der Wartezeit nach Dem Anirag Morath erst bei Dem Inkrafttreten bei neuen BeamtengesetzcS wirksam werden solle so hätte vaS gar keinen Erfolg

Avg. Torgler lKomm ) begründete eine Reihe kom- mumsttschri Abänderungsamräge ttiib wandte sich besonders geben die BestMmuug, daß die endgiilllg« Regetiiiig iiament« l Der Anrechnung Der Wartezeit bet Dem pensionSfähigen Tienftalter bis zur Verabschiedung des neuen Beamlengesetzes hlnansgeschoben werde» tost

Aach kurz n Ausführungen des Abg. VrsininghouS (D Vp.i Der eine Anfrage an Die Regierung gerietet hatte, wand!» sich Der Abq Sie nkopk tSoz.i besonders gegen den Voriours daß hier ein Versassu igsbrnch geplant sei

Adg Siegfried tWirischaslsparieit stimmt Der Vorlage jtt

Abg Schinidl-Slettin (Tut ) fragte die Regien,ng. ob Die Retchsbahngesellschasi irgendeine Zusage gegeben habe, ihre Warlestandsbeamien nach den Wünschen der Regierungs- parteien zu behandeln.

Die Aussprache ist damit geschlossen.

Nach Ablehnung kommunistischer und dcntschnationa'rr Änderungsanträge wird über Den £ 3 des Artikels >. Der die ZwangSpensionicrung der Scchzigjëhrigcn vorfchreibl, naiiirnb lich «bgcstimmt. Dafür werden abgegeben 258, Dagegen 12« Stimmen bei 26 Stimmcmhattnngcn

Auch über den Paragraph 5, wonach jeder Beamte zur vor­übergehenden Ticnft'e'ftung im Reichs- oder SanbcSbicnft ver­pflichtet ist, wird namentlich abgestimml und der Paragraph mit 266 gegen 120 Stimmen bei 23 Enthaltungen angenommen.

Deutschnationale und kommunistische Einträge auf volle Anrechnung der WartestandSzeit werden mit 285 gegen 126 Stimmen bei drei Enihaliungcn abgelehnt Abgelehnt wurde auch der beutfehnattonafe Eventualantrag, wonach die völlige Anrechnung spätestens am 1. April 1931 erfolgen soll: der Rest der Vorlage wurde in der Ausschußfasiuna angenommen

Ablebnunq des Gesetzes.

In der Schlnßabstiniinnng votierten gegen das Gesetz Dentschnationale. Kömiministen und Nationalsozialisten Die Bäuerische VottSvartci stimmte geteilt. Für den Gesetzent­wurf werden 259. dagegen 122 Stimmen abgegeben: 40 Ab geordnete haben sich en'imften. Präsident Löbe stellt fest, daß die Erfordernisse beb 8 76 Der Verfassung damit nicht erfüllt sind und daß das Gesetz nbge'etzni fei.

Es folgte die 3weite Berauing Der Handwerts­novelle zur Gewerbeordnung Sie sieht ein modernes Wahlrecht bei der Handwcrlskammcr und eine Handwerksrolle vor in Die a^e selbständigen Handwerks­betriebe einjutragen sind Ter Ausschuß hat Den Entwurf in verschiedenen Punkten abgeändert. Die Neuregelung Wirb am 1. April in Krasl treten

Die Lage der Oomänenpäckier.

(3« Sitzung.» tt. Berlin. 1 Februar.

DaS Haus überweist zunächst Anträge Der WinschafiS- partei und der Nationalsozialisten, Die das StaaiSminiftenuin anläßlich her Brandts>a,tropfte im Warenhause Tietz in Berlin ersuchen, sofort Maßnahmen zur glößimöglichen Feuer- sicherhetl und zur Slcherheii Der Angestellten und bei Publi­kums in Warenhäusern zu treffen, ohne Aussprache dem Wohnungsaiisschuß - Die Vorlage über Änderung des Gesetzes über die Festsetzung der Gcmeindewahlen wird noch­mals an den Ausschuß verwiesen.

Tad Haus jeyi dann Die allgemeine Aussprache zur zweiten Lesung beS

Haushalts der GcstütSverwaltnng fort Die Aussprache drehte sich im wesentlichen um die Frs^e, pb ofiöteußiicbe Gestüte aufaeboben ober Derivat

S^nifterpräfibenten Dr Brann erklärt, das Beispiel des Reiches abwarten und dann seine Maßnahmen treffen zu wollen. Man hofft, daß die bisherigen Reibungen üch bei allseitigem guten Willen überwinden lassen und die Bildung der Großen Koalition in guter Aussicht steht.

Neue Führung der Volkspartei in Preußen.

Tic preußische SanbtagSfrafnon der Teutschen VolkSvartei wählte ihren neuen Fraklionsvorstaud, und zwar in folgender Zulammenfcynng: 1. Vorsitzender Stendel, Stellvertreter Schwarzhanpl. Beisitzer: Eichhoff, Tr. Leidig, Buchhorn, Frau v Kulefza, Tr. Böhm, Bauer tWa'denbnrM und Tr. Bölitz. Hinzu kommen für den Vorstand der Alterspräsident Tr Kriege und der Vizepräsident des Landtags, Tr. Wiemer Ter bis­herige ^rak ionsvorsitzende, Tr v Lampe, wurde zum Ehren­vorsitzenden gewählt.

Stresemann wird sprechen.

Im Reichstag beabsichtigt Sonnabend der Reichs- minifter des Auswärtigen, Dr Stresemann eine längere Liede über den auf der Tagesordnung stehenden Anti- fricpspaft l.KcNogg-Pakt) zu halten Außerdem wollen die Führer der großen Parteien grundlegende Erklärnngen abgeben: so sollen die Dentschnationalen vcrmnllich durch Graf Westarp, das Zentrum durch Dr. Kaas, die Sozialdemokraten durch Dr Breit scheid und die Demokraten durch Dr. Haas zu Worte kommen.

Werben sollen Die Abstimmungen Ober den Hsnsbatt fob n am 5. Februar vorgeuommeu werben. Das ^sus bc^inut Dann die 3weite

- Abg. Wrißcrmei «Ttn.i eniattet den ÄnSschiißbericht und i fleht hervor, daß Die Noitsge Der Pochier besonders erörtert worden sei Tie Tclbftbeivirudmftumi der Domänen hone große Zuschüsse erforderi Von allen Fratlioucn sei Die Be>ie» Tiiiig Der Arbeiicrivohnungsverhöltnissc aus Den Domänen als noltvendig bezeichnei worden Auch feien u a Maßnahmen zum Schutze der Winzer empfohlen worden

In Der allgemeinen Aussprache erklär« Abg Klaußncr CS03J, auf einer Reihe von staatlichen Domänen herrschten heute noch skandalöse Juba de die sich Der Finanzminisirr onsehen müsse. Tem Hofgängerwesen müsse ein Eiidc gemacht : Werften Aus vielen stoo liw n Domän n gebe eS keine i Gelegenheit, daß Die Toman narbeiter na Der Arbeit ihren Körper gründlich reinigen könnien Unerhört sei die An­drohung von Kündigungen wenn ein BciriebSra» etngcrichtvt V Je An den teuren Preisen für landwirtschaktliche Pro- dukte trage Die Hsnpischittd der Händler!

bg. Tr Kaiishotd tTtii > forbert in Anknüpfung an diese : AuSjührungen, aaß

Erzeuger und Bcrbrnnchcr näher zusniiimcilgebrschl w vn, Daß die Seite nicht tu lang sei zwischen beiden Wen» d Domsncnbanl Henie noch 12 Prozent Zinsen verlange so sc- Da3 unhaltbar' Tte Pochier müssen billige Kredttc er» h teil. Damit Die alten Pochier ihre Schulden bezahlen können. T in Dürfe aber auch dem alten Pöchi-er nicht neue Vasten au erlegen Dsntenswencrweisc habe der Ministet selbst an» erkannt, daß die Beschwerden über schlechte Behandlung der Tomänenarbeiter durch Tomäucnpächtcr meistens unbcgrüitbet seien

Abg Stemmler <Zlr 1 sühn aus Von einer Konkurrenz des Preußischen Staatc3 gegenüber dem Privatbesitz in den Ländern könne keine Rede sein Ter Staat habe auch die Pstichi zur Hebung der Volksgesundheit besttmuile Elnrict)- tungen zu unterhalten und zu stützen.

Preußen will antworten.

B"c von zuständiger preußischer Stelle in Bersin mltgekeilt wird, Hai der preußische Vkinisterpräsidenl nach Bekann'wrrden der von dem bai«erischcii Ministcrpräsidcnicu gegen Prei s;.» pcrich'ctcn Angriffe Den preußischen Gesandten in Mniiaien, Tr Denk, zur mündlichen Lerichiclststtuiig nach Berlin ge­rufen. Der preußische Ministerpräsident soll die Absich b n, in irgendeiner Form auf die bäuerische» Borivürsc aioualö fu^.ich zu erwidern.

Der Bericht über die Vorgänge in München war auf eine sog vertrauliche Besprechung mit Pressevertretern auf« gebaut, wurde aber von der Telegrommzcittmg einer N.v.ii- ßvdgabc der Münchener Neuesten Nachrichicii, verösfen l.cht. Die Münchener Neuesten Nachrichten selbst bemerken dop:, die Minister hätten beabsichtigt, Aufklärung über den Stan* der Dinge zu geben. Aber das Blatt glaubt sich in Obere 1- stintmung mit den Ministern zu wissen wenn cs sagt, baß Die Worte sich in keiner Weise gegen das Steich oder gegen "as Land Preußen richteten, mit dem Bayern in unaiisiöSl cr nationaler Gemeinschaft in Treue verbunden fei sondern nur gegen den für Deutschlands Einigkeit verhängnisvollen poli­tischen Mißbrauch, der mit den Machtmitteln und mit bem Namen beider Länder getrieben wird. Ähnlich äußern sich Alünchcncr Zeilung und Bäuerische Volksvarlei-Korrejponden^

Kleine Zeitung für eilige Leser

In einer Unterredung zwischen dem Reichspräsidenten und dem Reichskanzler soll sich Übereinstimmung darüber heraus- S" eilt haben, die Koalitionsverhandlnngen zu gutem Ende zu ton und jede Regierungskrins zu vermeiden.

* Zwischen Bauern und Preußen Hai sich infolge bc'anni- gewordener vertraulicher Äußerungen bäuerischer Minister eine Ari Äonstiklstimmung heranSgebitdel. infolge deren der preußische Vertreter in München zur Berichiersisitung nach Berlin berufen worden ist

* Im Sonnenburger ZuchibsuSprozeß wurde das Urteil ge­sprochen. Fünfzehn Augeklagie würben ireigefproehen, acht zu Geldstrafen unb einer zu Gefängnis verurteilt.