Iulüaer Anzeiger
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Nr. 36 — 1929 BSESS— ==
Fulda, Dienstag, 12. Februar
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6. Jahrgang
Reparatlonraurschntz zusammengetreten
Dre Eröffnungssitzung.
Paris, 11. Febr. Tie Sachverständigen des Nepara» tisns-Ausschuffes haben heute nachmittag im Hotel „Georg V." ihre erste offizielle Sitzung abgehalten. Die Sitzung wurde von Owen Young präsidiert, der den ihm am Samstag angebotenen Vorsitz bei den Arbeiten des Komitees nach Rücksprache mit der amerikanischen Regie, rung angenommen hat.
Vor Eröffnung der Sitzung und nachdem die Delegierten ihre Sitze bereits eingenommen hatten, waren zahl« reiche Photographen und Kinooperateure ermächtigt worden, Aufnahmen zu machen. Auch die Journalisten waren während dieser Zeit zugelaffen worden. Dann aber wurden die Presse- und Kinoleute ersucht, den Saal zu verlassen, der hermetisch verschlossen wurde.
Täglich zwei Sitzungen.
Paris, 11. Febr. Die Eeschäftssitzung des Sachverständigenausschusses veröffentlicht folgendes Kommunique:
Die erste Sitzung des Sachverständigenkomitees wurde im Hotel Georg V. abgehalten. Der Gouverneur der Bank von Frankreich, Moreau, eröffnete diese. Owen Young, der einstimmig zum Vorsitzenden gewählt wurde, über-
der einstimmig zum Vorsitz, ~ ; ~
M^rcpnprniMret^ k^^E^ beschlossen, Zahlung seihet eigenen Schulden und' einen weiteren Be-
1 n eneraHel r etartat ö" schaffen, sondern den Sekretär trag für seine Miederaufbauarbeiten; Italien fordert
Nlâont-n b<>« K^--- mit h,orstm w^ ... t-i— ebenfalls, in die Lage versetzt zu werden, seine Schulden bezahlen zu können. Belgien weise darauf hin, daß es eine Reihe von Jahren nicht die gleichen Zahlungen erhalten habe wie jetzt, d. h. 4% % der Dawes-Annuitäten. Morgan habe darauf erklärt, ter amerikanische Standpunkt sei, das Reparationsproblem wie eine große internationale Bankangelegenhelt unter Berücksichtigung aller berechtigten Forderungen zu regeln.
des Präsidenten des Komitees mit diesem Amt zu betrauen, sofern dies notweirdig werden Zollte. Der Sekretär Owen Youngs, Bate, wurde demzufolge zum Generalsekretär ernannt.
Moreau schlug darauf, unterstützt von Dr. Schacht, vor, an den General Dawes folgendes Telegramm zu senden: i zweite Cachverständigenkomitee drückt Ihnen im Augenblick seines Zusammentretens seine Hochachtung aus und
9er römische Vertrag unterzeichnet
-^tsitL^L ößtQniillltiltTfiPlir tre Wnm I Widerspruch steht, vom Italienischen Staat vermieden und nicht Ville I erlaubt werden wird. Der Staat anerkennt alle von der Kirche eingesetzten Feiertage als Staatsfeiertage. Die Seelsorgefrei-
ww. Rom, 11 Febr. Nach privaten Informationen besteht der Vertrag zwischen, dem Heiligen Stuhl sind Italien aus einem Vorwort und 27 Artikeln. Diese Artist bestimmen, daß die katholische Religion gemäß der Verfassung Staatsreligion ist. Der Heilige Stuhl erhält die volle und albsolute Souveränität im Vatikan in seinem jetzigen Umfang. Der neue oatika» nijchc Staat wird ausschließlich vom Heiligen Stuhl ohne Ein- Mischung der italienischen Regierung verwaltet. Die Grenzen die es Staates sind zu ersehen aus der anliegenden Karte. Die italienische Regierung gründet in der vatikanischen Stadt alle esientlichen Verkehrseinrichtungen, darunter eine Eisenbahnstation sowie direkte Verkehrsverbindungen mit der übrigen Welt durch Telegraph, Radio, Telephon und Post. Ein besonderes Abkommen wird abgeschlossen über die vatikanischen ®tr» -hrsmittel zu Lande und in der Luft über italienisches Getbiet. Ueber die in der vatikanischen Stadt wohnenden Personen übt der Heilige Stuhl die vollen Hoheitsrechte aus. Besondere Vorrechte werden allen kirchlichen Würdenträgern gewährt, auch wenn sie nicht in der vatikanischen Stadt wohnen, ebenso pen -Altgliedern des päpstlichen Hofes und derjenigen Beamten, der Heilige Stuhl für unabkömmlich erklärt. Die Extenri- tcrialität wird den vatikanischen Basiliken verliehen, sowie eins» Nn Gebäuden und Palästen außerhalb der vatikanischen Stabt, m denen der Heilige Stuhl die päpstlichen Aemter und erfür» Veilchen Büros für seine Verwaltung unterhält. Italien e»- beim Heiligen Stuhl eine Botschaft und der Heilige «iiihl beim italienischen Hofe eine Nuntiatur. Dieser Nuntius wird der Doyen des diplomatischen Korps beim Quirinal sei«. ^ Sehenswürdigkeiten und Kunstdenkmäler im Vatikan und w Lateran werden weiter dem Publikum zugänglich sein. Die -verbrechen, die in der vatikanischen Stadt begangen werden, werden vor den italienischen Behörden auf Grund einer Dele- gation des Heiligen Stuhls abgeurteilt. Diese Delegation kann von Fall zu Fall erteilt werden, oder ein für alle Mal. Die vatl.anlsche Autorität wird diejenigen Flüchtlinge, die sich -vergehen schuldig gemacht haben, die nach der Gesetzgebung bei- oer Staaten verfolgt werden, ausliefern. Der Heilige Stuhl ertlart, daß er nicht beabsichtigt, und daß er nicht tgilnehmen wlro an zeitlichen Kompetitionen mit den anderen Staaten und Nicht an internationalen Konferzen, die zu solchen Zwecken ein- erufen werden, es sei denn, daß seine Vermittlung, von den interessierten Mächten angcrufen wird, aber der Heilstge Stuhl Ahalt sich vor, seine moralische und geistige Macht in/ bie Wag- zu werfen in allen solchen Fragen. Die vatikankisthe Stadt infolgedessen stets und ewig als neutrales un’e unvorletz- ^rcs Gebiet zu betrachten sein Der Vertrag schließt mit den Sorten: Der Heilige Stuhl erklärt, daß mit diesem heutigen Ertrag alles gegeben worden ist, um in vollkomimener Unab- und Freiheit der freien Seelsorge vpn Rom und Weltkinbc zu genügen. Deswegen erklärt, der Heilige vruhl endgültig die römische Frage für erledigt und anerkannt 7 'chilenischen Staat unter der Regierung des Hauses Sa- 'vycn mit Rom als Hauptstadt. Italien seinerseits anerkennt SW- al der vatikanischen Stadt unter der Souvèräni-tät des Wligen Vaters und anerkennt, daß das Earawtiogesetz ^1 ^’ ebenso wie alle Gesetzesbestimmungen, die diesem ^rrag widersprechen.
Tas Konkordat besteht aus 45 Artikeln. Cs wird darin be- >""urt, daß alles,, was mit dem heiligen Charakter Roms in
es hofft, ern ebenso nützliches Werk zu vollbringen, wie dasjenige, das unter Ihrem Vorsitz im Jahre 1924 vollbracht wurde.
Das Hotel Georg V. ist zum Ver' wählt worden. Es wurden außerdem e
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sen, keine Berichte über die Sitzungen auszugeben, sondern lediglich den Schlußresultaten Rechnung zu tragen.
Nach der Uebernahme des Präsidiums durch Owen Young setzte Moreau kurz den französischen Standpunkt auseinander. Die Delegierten Stamp, Pirelli, Francqui, Mori, Morgan und Dr. Schacht äußerten sich hierauf dem von Moreau vorgebrachten Standpunkt. Eine D' kussion wurde darauf über Einzelfragen eröffnet, die in der nächsten Sitzung geprüft werden sollen. Das Komitee wird jeweils an Wochentagen um 11 Uhr und nachmittags um 3 Uhr zusammentreten. Ueber die Sitzungen wird keinerlei Mitteilung gemacht werden. Das Komitee wird sich morgen Dienstag 11 Uhr wieder versammeln.
Bericht des „Matin" über die erste Sitz sig des SachverstSndigen-Ausschusses. ami
wtb. Paris, 12. Febr. „Matin" glaubt i die Aus- fiihrungen der einzelnen Delegationen itrpei5 ersten Reparatlonsiachverständigen-Litzuna berichten zu können, Frankreich, so habe Moreau erklärt, verlange die Be-
heil wird garantiert. Der geistliche Zuspruch bei den militärischen Körperschaften wird zugesichert, die Wahl der Bischöfe und Erzbischöfe erfolgt nach dem für Polen jüngst festgesetzten Konkordat. Es folgt sodann die Regelung der kirchlichen Gesetzgebung und der Anerkennung der religiösen Orden als juristische Personen. Bezüglich des Eherechts wird die Wirkung der rein kirchlichen Ehe anerkannt und die italienische Regierung erklärt, daß sie alle gerichtlichen Urteile der geistlichen Gerichte anerkennen wird, sowohl was die Nichtigkeitserklärungen der geistlichen Gerichte betrifft, wie die Dispense. Der Religionsunterricht wird nicht nur in den Volksschulen, sondern auch in den Mittelschulen erteilt werden. Das Programm hierfür wird allgemein vereinbart werden Die katholische Aktion wird anerkannt. Die finanzielle Regelung besteht in der direkten Ueberweisung von 750 Millionen Lire und einer Milliarde in Staatsrenten (Consols). Wie verlautet, wird eine Bestimmung des Konkordats erklären, das die Bistumsgrenzen den Landes- und Provinzialgrenzen entsprechen sollen.
wtb. Rom, 12. Febr. Das Regenwetter, das gestern in Rom herrschte, machte die Veranstaltung von Freudenkundgebungen aus Anlaß des Vertragsabschlusses zwischen Vatikan und Quiri- nal zunichte. Es war kaum eine Fahne zu sehen. Für den heutigen Tag aber hat die faschistische Partei ihre sämtlichen Mitglieder aufgeboten. Sie werden vormittags um 11 Uhr auf dem Petersplatz erscheinen. Nachmittags wird dem König eine große Huldigung auf dem Quirinalplatz dargebracht werden. Zur Mitwirkung bei dieser Veranstaltung sind auch sämtliche Frontteilnehmer-Verbände aufgefordert worden. Der Gouverneur von Rom hat eine Proklamation erlassen, in der er auf die Bedeutung des gestrigen Tages hinweist. Heute abend wird ein großer Teil von Rom, besmrders das am Vatikan gelegene Stadtviertel, festlich beleuchtet sein. Die Straßenbahnen und sonstige Fahrgelegenheiten tragen heute Flaggenschmuck. Die Privatpersonen sind von den Behörden ersucht worden, ihre Wohnungsfenstcr und Geschäfte ebenfalls mit Flaggen zu versehen. Am Nachmittag werden von amtlichen in Rom befindlichen Musikkapellen Platzkonzerte veranstaltet.
C :: 7' Sei Bitterfeld.
Bitterfeld, 12. Febr. Gestern abend kurz vor Mitternacht fuhr der Schnellzug Berlin—Stuttgart, 21.03 ab Berlin, nachdem er das Haltesignal in Gräfenhainichen überfahren hatte, in der Station Burgkemnitz auf den Schlafwagenzug Berlin—München auf. Der vordere Teil eines Schlafwagens wurde zum Teil eingedrückt. Wie verlautet, sind 4 Schwer- und 17 Leichtverletzte zu beklagen. Die Verletzten stammen mit Ausnahme eines Müncheners, eines Amerikaners, eines Fabrikdirektors aus Triest und eines Ulmers sämtlich aus Berlin. Nach einer späteren Meldung ist ein Zugführer seinen Verletzungen erlegen.
politische Rundschau.
Deutsches Neich.
Erhöhte Revisionösumme beim Reichsgericht. '
Nach einer mit dem 15. Februar in Kraft tretenden Verordnung der Reichsregierung beträgt die Revisionssumme in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten künftig 6000 Mark. In den Sachen, in denen das Berufungsurteil vor dem 15. Februar verkündet ist, bleibt es bei der bisherigen Revisionssumme von 4000 Mark. Ein gleichzeitig in Kraft tretendes Gesetz ermöglicht es dem Reichsgericht. im Interesse der Beschleunigung des Geschäfts, ganges in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten von der mündlichen Perbandlung über eine Revision abzusehen.
Eigene Politik im Berliner Rundfunk.
Die Rede, die Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius vor einigen Tagen vor der auswärtigen Presse hielt, wurde durch den Berliner Rundfunk am gleichen Abend verbreitet. Nun hat jemand vom Nundsunkunternehmen „Drahtloser Dienst Aktiengesellschaft" den Hörern der übrigen Rundfunkgesellschaften einen Auszug aus der Rede im Rahmen der Berichterstattung über die Tagesereignisse gegeben. In diesem Auszug sind an der Stelle, wo Curtins von der „Notwendigkeit des Zusammenwirkens aller Parteien" in der Reparationsfrage gesprochen hatte, die Worte „einschließlich der Kommunisten" binznqcküg: worden, wodurch diese Stelle einen von dem Redner nicht gewünschten Sinn erhielt. Es ist natürlich einige Aukregung über diese selbständige Korrektur öpn Ministerreden im Rundfunk entstanden.— Rach Mit» , lnngen des Drahtlosen Dienstes hat es sich um den ironischen Scherz eines Redakteurs gebandelt, der alsbald seines Postens enthoben wurde. Nicht allein ein ironischer, sondern auch ein ziemlich schlechter Scherz.
Frankreich.
Scheinbarer Abschluß der Elastdebatten.
Die Aussprache über die elsässische Frage in der Französischen Kammer bat ihren Abschluß gefunden. Mit 466 geaen 10 Stimmen bei Stimmentbottuna der Sozialisten nahm das Haus den regierungsfreundlichen Antrag des Abg. Thomson von der radikalen Linken an, der folgen» den Wortlaut hat: „Im Vertrauen auf die treue Anhänglichkeit der elsässischen und lothringischen Bevölkerung zum einigen und unteilbaren Frankreich geht die Kammer unter Ablehnung jedes Zusatzes zur Taaesordnung über." Mit dem angenommenen Antrag hatte sich Poincars einverstanden erklärt. Ob nunmehr die Unzufriedenheit im Elsaß beschwichtigt ist? Schwer zu glauben, zumal, wenn man gleichzeitig vernimmt, daß die Regierung einen scharren Gesetzentwurf gegen alle Selbstverwaltungs- Wünsche vorbereitet hat. Zuvor war der sozialistische Antrag, der die Schaffung eines elsaß-lotbringischen Parlaments sowie jeder Ausnabmegefetzaebung zurückweist, die Notwendigkeit einer Verwaltunosreform. einer Steuerreform sowie des Zweisprachcnsvstems unterstreicht und schließlich die Einführung der Laiengesetzaebung fordert, mit 330 gegen 256 Stimmen abaclehnt worden.
Rußland.
Vorläufiger Ausfall der Sowjetmahlen.
Das vorloustae Ergebnis der Sowietwahlen aus dem Gebiet der Russischen Sowjetrepublik zeigt in den Städten eine Wahlbeteiligung von 67 Prozent, auf dem Lande von 59 Prozent Wahlberechtigter gegenüber 48 Prozent bei den letzten Wahlen, Der Prozentsatz der gewählten Sowiet- anhänger ist in den Städten um % Prozent aus 49 1 und auf dem flachen Lande um 1 Prozent auf 14,3 gestiegen.
Aus In- und Ausland
Berlin. Reichspräsident von Hindenburg empfing den Abschiedsbesuch des ReichsverkehrSministers a. D. von G u 4 r a r d.
Berlin. Die Ratiffkationsurkunden zu dem Abkommen zur Beilegung der finanziellen Streitfragen zwischen Deutschland und Rumänien vom 10. November 1928 sind im Auswärtigen Ami ausgetauschi worden. Das Abkommen ist nach seiner Ziffer 9 hiermit in Kraft getreten.
Essen. Rcicksmnenministck Severing Hai die Verhandlungen mit Den Tarifparleien in der Metallindustrie Nordwest zur Klärung Der Streitfragen, die sich aus Der Durchführung des Severingschen Schiedsspruchs ergeben haben, auf Man lag in Essen festgesetzt.
Belfast. Der führet der irischen Republikaner, Deva l e r a, der beim Überschreiten Der Grenze zwischen dem Irischen Freistaal und Ulster verhafte! worden war. wurde zu einem Monal Gefängnis verurteilt, weil er trotz des gegen ihn bestehenden Rusenthaltsverboles da» Gebiet von Nordirland betreten habe.
Prag. Der hier tagende Exckutivausschutz des Jnter- naltonalen Genossenschaslsverbandes hat Den Beschluß gefaßt, ein Gutachten über die Frage Der Kartelle und der Trusts, Vas von vier Raiionalökonomen von Weltruf ausgearbeitet werden soll, Herauszugebei».
Zur GaskaLastrophe in Neu-Isenburg.
Neu-Isenburg, 11. Febr. Ueber die vermutliche Ursache des Unglücks läßt sich im Augenblick noch kein abschließendes Urteil fällen, da der granithart gefrorene Boden erst mühsam mit Meißeln aufgehauen werden muß. Die Frankfurter Gasgesellschaft hat zur schnelleren Förderung der Arbeiten eine Hilfskolonne entsandt, obwohl Isenburg nicht mehr in ihr Bereich gehört und sein Gas von Offenbach bezieht. Die neun vergifteten Personen, vier Männer und fünf Frauen, befinden sich im Offenbacher Krankenhaus. Man hofft, sie durch Zuführung von Sauerstoff zum Inhalieren und Stärkung durch verschiedene Herzmittel dem Leben zu erhalten.