Einzelbild herunterladen
 

Zulöaer MnZeiger

Erscheint seSen Werktag. Bezugspreis: monat. lich 2 Mark. Bei rteferungsbehinöerungen durch höhere Gewalten", Streiks, Kusspernmgen, Bahnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Ansprüche. Verlag Krieürich Chrenklau, $ulèa, Mitglied des Vereins Deutscher Zeitungsver- leacr. Postscheckkonto: 5rankfurt a. M. He. 16000

Tageblatt für Rhön unK Vogelsberg Zulöa- und Haunetal Zulöaer Kreisblatt ReöaMon und Gefchcr'stsftelle: Mühlenstraßs 1 Zernfprech-^lnsèhluA Nr. -S- NachSruck »er mit 0ersehenen Rrtlfel nur mit QptUenangnb« .Julio« finget ger'gt staffel.

Rnzetgenpreis: Zür Behörden, Genossenscha^ ten,Danken usw. beträgt die Kleinzeii» 030 Mk., für auswärtige puftraggebre 0.25 Mk., für die Reklamezeile 0.90 Mk. u. alle «aderen 0.15 Mk^ Beklamezelle 0.60 Mark Bei Rechnungsstel­lung hat Zahlung innerhalb 8 tagen zu erfol­gen tag» und Platzvorschristeu unverbindlich.

Nr. 80 1929

Fulda, Samstag, 6. April

6. Jahrgang

Die Sachverständigenvorschläge.

Französische Presse stimmen.

wtb. Paris, 6. April.Echo Le Paris" glaubt über ' die gestrigen Verhandlungen, die die Führer der Delega­tionen Frankreichs, Englands, Italiens und Belgiens ein- > zeln mit Dr. Schacht geführt haben, berichten zu können, Lag : die Franzosen an ihrer Forderung auf Zahlung ihrer Schulden zuzüglich 50 Milliarden Franks als Entschädi­gung für die Reparationen festhielten. Das Blatt glaubt zu wissen, Latz Dr. Schacht, als diese Ziffern der Franzosen mitgeteilt worden seien, erstaunt gewesen sei, jedoch die Verhandlungen nicht abgebrochen habe, sie dauerten viel­mehr an. Es sei jedoch wenig wahrscheinlich, daß der deutsche Schuldner und die Hauptgläubiger sich von selbst : verständigten. Obwohl die deutsche Delegation noch keine ! positiven Vorschläge gemacht habe, sei der Unterschied zu ' groß. Das Schicksal der Sachoerständigen-Konferenz werde - also wohl auf den Plan hinauslaufen, den der amerika- nische Schiedsrichter ohne Zweifel alsbald vorlegen werde. , Nach deni Plan würde Owen Poung die Annahme folgen­den Systems empfehlen:

Zwei Annuitäten von 1700 Millionen Mark, drei Annuitäten von 1900 Millionen Mark, 32 An­nuitäten von 2100 Millionen Mark.

Durch diese 37 Annuitäten würden die Forderungen der Gläubiger wegen der Reparationen im eigentlichen Sinne des Wortes getilgt werden. Dom 37. bis zum 59. Jahre würde man von Deutschland nur die Begleichung der an Amerika zu leistenden Zahlungen verlangen. Die Summe, die die 4 Gläubigerstaaten zu fordern gewillt seien, werden vomMatin angegeben, der erklärt: Man sehe nicht ein, wie die alliierten Sachverständigen die Regierungen mid Parlamente ihrer Länder Veranlassen könnten, eine An­nuität von weniger als 1800 Millionen Mark anzuneh- mcn, wovon 900 Millionen Mark als Entschädigung für die Reparationen im eigentlichen Sinne des Wortes die­nen, eine Summe, die nach 37 Jahren in Wegfall käme. Etwa 900 Millionen Mark würden die Annuitäten zur Tilgung der Schulden darftellcn, die in 12 Jahren auf 1700 Millionen steigen und 58 Jahre lang zahlbar sein sollen, falls nicht, wie doch wahrscheinlich, vorher eine Regelung mit Amerika getroffen werde. Diese Zahlen seien nicht dazu angetan, die deutsche Oeffentlichkeit in Bestürzung zu versetzen, sie lägen merklich unter den Ziffern des Dawes-Planes. Sie stellten während der ersten 37 Jahre eine durchschnittliche Annuität von etrva 2350 Millionen

Zeppelinsahrten zu ermäßigten preisen.

Das Sommsrprogramnr des Luftschiffes.

über die im Laufe dieses JahreS geplanten weiteren Fahrten desS r a f Zeppelin" teilt der Luftschiffbau ^riebrid)ël)afeu mit, daß etwa am 22. April die zweite Mittel meerfahrt erfolgt, die ungefähr zweieinhalb Tage dauern fou. Me wird in das westliche Mittelmeer- bccken führen. Etwa Anfang Mai wird dann anschließend snie Fahrt nach Wien ausgeführt werden und soweit bte Bewölkung im Gebirge es zuläßt auch nach anderen Städten Österreichs. Die Fahrt wird etwa zwölf Stunden dauern.

. Etwa Mitte Mai sott ihr die e r st e Amerika- l ü h r t dieses Jahres, für die nur ein Aufenthalt von etwa drei Tagen in den Vereinigten Staaten vorgesehen 'st, folgen.

, Anfang bis Mitte Juni sott eine weitere A in e - r > k a f a h r t durchgeführt werden.

. Für den Hochsommer ist eine Fahrt über' Ost- if dj 1 a n b geplant, die eventuell mit einer Zwischen- aiidung in Berlin in zwei Abschnitten durchgeführt werden sott. Der erste Abschnitt würde dann umfassen die Strecke FriedrichshafenS ch l e s i e nBerlin, der zweite Strecke Berti nO st p r e » tz e nFriedrichshafen.

Über weitere Fahrten wie zum Beispiel nach West- "fnhchland ist noch nichts beschlossen. Ebenso sind für

Fahrt um die Welt, die etwa für Anfang 'Woi gedacht ist, alle technischen Vorbedingungen noch W völlig geklärt. Doch ist anzunehmen, daß die Lösung toltb^ vorhandenen Schwierigkeiten rechtzeitig gelingen K $u Mittelmeerfahrt und die beiden Amcrikafahrtcn fürs1' cr^er Linie zu Studien und Ansbildungsfahrten sehr-Besatzung bestimmt, so daß auf ihnen nur eine be-

e 'wMÜ von Passagieren mitgenommen werden man 1 c Fahrpreise sind dementsprechend auf ühr- A "rk bzw. 2000 Dollar festgesetzt worden. Die Ü'^en Fahrten sollen reine Passagierfahrten mit ent- billigeren Fahrpreisen sein. Soweit Platz u ist werden Passagen für die Wiener Fahrt ifc von 600 Mark pro Person und für die n11 - Ostpreußen-Fahrt zum Preise von 1000 Mark nebw 'P,eri3cn können. Für die letztgenannte Fahrt cm ' die Vertretungen der Hapag auch Teilbuchungen Die Strecke FriedrichshafenSchlesienBerlin 'tchShA 60ÄS ^^° Berlin-Ostpreußen Fried- weit^^ ^üschenzcit wird die Werft dazu benutzen, einige zunebm-i, ^^ Verbesserungen an bem Luftschiff vor- fa'brtrn ^,^" Zweckmäßigkeit sich bei den Versuchs«

. 1111 «.Unter und. bei der Oriencreiso rrarhou im*

Mark und während der letzten 21 Jahre eine solche von 1700 Millionen Mark dar.

Sowohl dasEcho de Paris" als auch derMatin" nennen Zahlen. Da die Delegationen sich unter einander verpflichtet haben, über die geführten Verhandlungen das strengste Stillschweigen zu beobachten, müssen die Angaben der beiden Blätter mit dem größten Vorbehalt ausgenom­men werden.

Parleieinigung ßbrr hm Gai 1929?

Tie Bildung der Koalitionsregierung.

Die fortgesetzten Beratungen der beteiligten NcichS- tagSfrartionen und ihrer Finanzsachverständigen über den ReichshanShalt und die damit verbundene Bildung einer tragsähigen Koalitionsregierung tm Reiche konnten am Freitag nachmittag zu Ende geführt werden. Es soll dem Vernehmen nach eine Verständigung dahin erzielt worden sein, daß ein decluugsbcdürftigcs Defizit noch in Höhe von etwa 150 Millionen übrigbleibt.

Mit dem Ergebnis der Verhandlungen wird sich zu- nächst das R c i H H k a b i n e 11 zu beschäftigen haben. Am nächsten Dienstag treten die beteiligten Reichstags­fraktionen wieder zusammen, um die Berichte ihrer Unter­händler entgegenzunchmen und ihre Stellungnahme zu den Vorschlägen festzulegen. Am Mittwoch nimmt der Haus- Haltsausschuß seine Arbeiten am Etat auf. Auf der Tagcs- ordnung stehen zunächst die kleineren Etats des Reichs­präsidenten, des Reichstages, Les Reichskanzlers, für Ver­sorgung-- und Ruhegehälter, des SparkommissarS und der RcichsschulL.

teatte bie übrWystimmend dem Etats- Kompromiß ihre Billigung geben werden, soll lautLokal- anzoiger" am Mittwoch beim Wiederbeginn der Verhand­lungen des Hauptausschusses des Reichstages ein gemein- famre Ant.rag der fünf Parteien dem Ausschuß vorgelegt werden. Man hält es in parlamentarischen Kreisen für wahrscheinlich, daß gleichzeitig mit der Vorlage eines sol­chen Antrages eine Vereinbarung über die Einsetzung eines interfraktionellen Ausschusses erfolgen würde, und daß ebenso mit der Berufung von drei Zentrumsmitgliedern in das Reichskabinett zu rechnen sein werde, womit dann die große Koalition im Reiche gebildet sein würde. Offen bliebe dann natürlich die bekannte Forderung der Deut­schen Volkspartei nach gleichzeitiger Lösung der Koali- tionsfrage für Preußen.

Opfer des Verkehrs.

Zu her Eisenbahnkatastrophe in Rumänien, der 10 Tote und zahlreiche Schwerverletzte zum Opfer fielen die ersten Meldungen haben sich als übertrieben herausgeftellt wird noch mitgeteilt :

Die Lokomotive, zwei Personenwagen und der Gepäck­wagen wurden vollständig zertrümmert, die Schienen aus einer Strecke von 200 Meter aufgeriffen. Der Sach­schaden beläuft sich aus 20 Millionen Lei. Wie weiter gemeldet wird, sind bereits einige der Schwerverwunde­ten gestorben. Der in dem Nnglückszug reisende ehe­malige Ministerpräsident und jetzige Senator Vaitoianu kam unverletzt davon.

Wie die Blätter inelden, ist das Unglück durch einen Weichensteller und durch den diensthabenden Stations­beamten verschuldet worden. Tic beiden Beamten sind verschwunden: man vermutet, daß sie Selb st mord begangen haben, um sich ihrer Verhaftung zu entziehen. Bei den drei entgleisten Wagen handelte es sich um je einen Wagen erster, zweiter und dritter Klasse. In dem Wagen dritter Klasse befanden sich hauptsächlich Sol­daten der Bukarester Garnison, während in den beiden anderen Wagen zahlreiche Kaufleute aus Bukarest reisten.

Neun Personen im Schlafwagen verbrannt.

In der Nähe der Eisenbahnstation Fusan (Korea) entstand in einem D-Zug ein Brand. Vier Schlafwagen gingen in Flammen auf. Soweit bisher festgestellt werden konnte, sind neun Personen «ins Leben ge­kommen. 21 Verletzte wurden geborgen.

Vier Opfer eines Scheuuenbraudcs.

In der ungarischen Gemeinde Kethely entstand in einer Scheune ein Brand, der aus das banebenfiehenbe Haus Übergriff, in dem drei Familien wohnten. Das Feuer breitete sich so rasch aus, daß sich ein Teil der Haus­bewohner nicht mehr retten konnte. Z w c i F r a u e n "iib ein sechsjähriges Kind k a m e u i u b c n F ( n m tu c n u m : ein Landwirt erlitt lebensgefährliche Brandwunden, ein zweiter wurde infolge ber, großen Aufregung b u r ch e i 11 e n H erz schlag getöte t.

Schivercr Eisenbahnunfall in Ostafrika.

In Beira (Mosambik) entgleiste ein Güterzug beim Rangieren und zertrümmerte drei Hütten von Ein­geborenen. 18 Eingeborene wurden getötet oder schwer verletzt.

Meine Zeitung für eilige Leser

* Die Reichsreaterunq veröffentlicht einen neuen Erlaß über lue^erroeHbunfl der offiziellen Reichsslaggc Schwarz-Rot-

* 3n den Besprechungen der beteiligten Parteien über die Gestaltuna des Reichseiais für 1929 und die Bildung der Re- ^^^"äskoalttion soll ein vorläufiges Einverständnis erzielt

* Auf der Eisenbahnfirecke Bukarest-Jasiy entgleiste ein' Personenzug in folge falscher Weichenstellung. Zehn'Tote und zahlreiche Schwerverletzte wurden bisher aus den Trümmern gevor^en.

Die Truppen der nationalen Nankingregierung haben die Llad! Hankau erobert. Die widerstrebenden Kräfte der Gegen- regterung befinden sich aus dem Rückzüge.

^W»â»i^»«»>sWè««»ElL^^-^2^L^iM^sM«L^- -â, -. i^mjm^msmigMMi

Neuer Klagtzenerkaß.

Verfügungen der Reichsregierung.

Entsprechend einer vom letzten Reichstag gefaßten Entschließung hat die Reichsregierung folgenden Erlaß herausgegeben:

Die Reichsregierung erachtet es als eine nationale Pflicht und staatspolitische Notwendigkeit, daß bei Ver­anstaltungen, an denen Vertreter der Reichsregierung oder der ihr Nachgeordneten Behörden teilnehmen, dem Ge­danken der Reichseinheit und der Reichstreue durch eine würdige Hervorhebung der verfassungsmäßigen Reichs- farben Schwarz-Not-Gold deutlich Ausdruck verliehen wird.

Sie ordnet daher an, daß Vertreter von Reichs­behörden an Veranstaltungen, bei denen Flaggenschmuck verivenbet wird, nur dann teilnehmen dürfen, wenn die Reichsfärben an hervorragender Stelle gezeigt werden und ihnen überhaupt ein angemessener und würdiger An­teil an dem Flaggenschmuck eingeräumt wird. Vor der Entscheidung über die Teilnahme der Behördcnvertreter ist festzustellen, ob und inwieweit den Erfordernisse» dieses Erlöstes genügt ist; nötigenfalls ist auf eine entsprechende "Ausschmückung in den Reichsfarben hinzuwirken. Diese Feststellungen und die etwa erforderliche Einwirkung auf die Veranstalter liegen gegebenenfalls nach Fühlung­nahme mit der am Orte befindlichen Landesbehörde dem Leiter der in Abschnitt 2 des Erlasses über Hoheits- Einordnungen vom 20. März 1929 genannten Behörde ob. Die hiernach zuständige Stelle hat das Ergebnis ihrer Feststellungen den übrigen Reichsbehörden, Neichsstellen und Reichsanstaltcn mitzuteilen."

Srohender Eisenbshlierffre'k?

Die Ausstandsvorbereitungen abgeschlossen.

Die Bezirksleitung Sachsen des freigewerkschaft- lichcn Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands teilt mit, daß neben den großen Ortsgruppen in Chemnitz, Leipzig, Zwickau, Reichenbach usw. auch die mittleren und kleineren Gruppen einen möglichen Streikbeschluß gebilligt hätten. In Dresden fanden zwei Eisenbahner- versantmlungen statt, die sich ebenfalls für die vom Ver- bandsvorstand eingeleiteten Maßnahmen anssprachen. Die Vorbereitungen für den Ausstand feien abgeschlossen. Die Bezirksleitung unterbreitete gleichzeitig den Beschluß des Verbandsvorstandes, daß nur die Weisungen des Verbandes befolgt werden dürften

Wie weiter besannt wird, fand in K 0 t i b u s eine Sitzung der Bezirksvorstände des Einheitsverbandes im Bereiche der ReichSbahndirektion Halle mit den Geschäfts­führern der großen Ortsgruppen statt. Voraussichtlich werden am kommenden Sonntag in Falkenberg die Be­vollmächtigten des Reichsbahndircktionsbezirkes Halle zur Lage Stellung nehmen. In dieser Versammlung wird auch die Bezirksleitung Sachsen vertreten sein.

*

Vertreter des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts­bundes, des Deutschen Gewerkschaftsbundes und des Ge­werkschaftsringes deutscher Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenverbände traten zu einer Sitzung zusammen, um über die Maßnahmen zu beraten, die sie angesichts der Llblchnung der Lohnforderungen der Eisenbahnergewerk­schaften durch die Reichsbahnhauptverwaltung für notwen­dig halten. Trotz der ungewissen Lage, die zunächst zu einer abwartenden Haltung nötigt, haben die Spitzenorganisa- tionen beschlossen, sich im Einvernehmen mit den ihnen angeschlossenen Eisenbahnergewerkschaften in einer besonderen Eingabe an die R e i ch s r e g i e r u n g unb die Reichsbahnhauptverwaltung zu wenden, durch die schon jetzt weitere Verhandlungen an- gestrebt werden sollen.

Höpker-Aschoff über neue Steuern.

Der preußische Finanzminister Dr. Höpker-Aschosf sprach in einer demokratischen Versammlung zu Hamm in Westfalen über die ©teuerprobleme, zunächst über die Einbeziehung ber freien Berufe in die Gewerbe steuer. Der Minister führte it. a. aus: Der Landtag muß noch eine Zweidrittelurehrheit für den Beschluß" auf- bringen, da der Staatsrat Einspruch erhoben hat. Ari besten würde der Zweck des Abbaues der übermäßigen Realsteuern, die das Fünffache der Vorkriegszeit auf -singen, erreicht werden durch Wiedereinführung de>- V i n t 0 m m e n ft e u e r 3 u f d? I â g e der Gemein de n. Die Besteuerung der öffentlichen Betriebe ist eine Notwendigkeit. Die öffentlichen Betriebe iverben aber den preußischen Steuer» bereits unterworfen. Grund­sätzlich falsch ist es, daß die öffentlichen Betriebe von den