Zul-aer Anzeiger
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Nr. 119 — 1929
Fulda, Freitag, 24. Mai
6. Jahrgang
Das Eisenbahnunglück bei Kerzell
Der Basel-Berliner D-Zug entgleist. — 5 Schwerletzte, 7 Leichtverletzte. Zu schnelles Fahren die Ursache des Unglücks.
Ein schreckliches Eisenbahnunglück hat sich gestern nachmittag in nächster Nähe Fuldas ereignet. Im Bahnhof Kerzell ist der Feriisch»ellzug Basel—Berlin FD 5 um 16.15 Uhr beim Durchfahren des Ueberholungsgleises aus den Schienen gesprungen und zum Teil umgestürzt. 13 Reisende wurden bei dem Unglück verletzt, davon 5 schwer. Die Ursache des Unglücks soll darin zu suchen sein, daß der Schnellzug entgegen der Fahrbestimmung das Ueberholungsgleis mit unverminderter Schnelligkeit durchfuhr. Sofort nach Bekanntwerden des Ungücks hat sich eine Eerrchtskommission des Amtsgerichts Fulda an die Unfallstelle begeben und Ermittungen über die Ursache des Unglücks angestellt. Der Oberstaatsanwalt aus Hanau war ebenfalls anwesend. Die genaue Ursache konnte jedoch bisher noch nicht einwandfrei sestgestellt werden.
Die amtliche Darstellung.
Die Reichsbahndircktion Frankfurt a. M. teilt zu dem Ker- zeller Eisenbahnunglück mit:
Im Bahnhof Kerzell bei Fulda wird die Fliedebrücke zur Zeit umgebaut. Infolge dieser Arbeiten müssen die Züge der Richtung Frankfurt a. M.—Fulda im Bahnhof Kerzell durch das Ueberholungsgleis geleitet werden, das mit einer Geschwindigkeit von 45 km durchfahren werden soll. Die Ursache der Entgleisung ist wahrscheinlich darin zu suchen, daß der verunglückte Schnellzug mit unverminderter Geschwindigkeit
Motive, stiirzie um und riß den folgenden Packwagen und drei Personenwagen mit sich. Sechs Reisende wurden schwerer und sieben leichter. verletzt. Die Schwerverletzten wurden dem Fuldaer Landeskrankenhaus zugeführt, die leichter Verletzten fetzten ihre Reife fort.
Die Namen der Verletzten sind:
1 .) Fräulein Susanne Rothe aus Berlin-Dahlem, der ein Fuß abgequetscht wurde und im Fuldaer Landeskrankenhaus das Bein abgenommen werden mußte.
2 .) Iakob Saffran aus Frankfurt a. M.-Schwanheim, der eine Gehirnerschütterung und leichte Kopfverletzungen erlitt;
■ 3.) ein Herr Braun, von dem genaue Personalien noch nicht feststehen, und der Rückenquetschungen erlitt;
4 .) Lokomotivführer Seifert aus Erfurt, der eine Gehirnerschütterung und Handverletzungen davontrug;
5 .) Lokomotivheizer Eckhard aus Erfurt, der ebenfalls eine Gehirnerschütterung und Rippenverletzungen erlitt.
Unter den Leichtverletzten befindet sich der Zugführer Hügel aus Frankfurt a. M., der über Rückenschmerzen und Herzbeklemmungen klagte, und der zukünftige Frankfurter Schauspielintendant Dr. Kronacher aus Leipzig, der einen Bluterguß an der Schläfe davontrug.
, Eine unergründliche Vorsehung hat innerhalb dreier Tage in der Nähe Fuldas sich zwei Eisenbahnunglücke ereignen lassen. Am Dienstag mittag erfolgte im Hünfelder Bahnhof ein glücklicherweise noch harmlos verlaufener Unfall, und gestern nachmittag entgleiste im Bahnhof Kerzell der Basel-Berliner LuxwAug und stürzte teilweise um. Als gestern nachmittag gegen 4.30 Uhr die ersten Nachrichten von dem Kerzeller Un= glück bei uns eintrafen, glaubten wir zunächst an eine Wiederholung der Gerüchte vom vergangenen Dienstag. Bald aber mußten wir uns leider durch verschiedene telefonische Anfragen von der Tatsache eines ernsten Eisenbahnunglücks in nächster Nähe Fuldas überzeugen lassen. Rasch brachte uns das Auto aus der Stadt. Unterwegs überholten. wir zahlreiche Kraftmagen. Motorräder und Radler, die alle in größter Eile der Unfallstelle zustrebten. Vor Eichenzell erreichten wir ein Lastauto, das eine Abteilung der Fuldaer Freiwilligen Sanitätskolonne zum Kerzeller Bahnhof brachte. Kurz vor Kerzell staute sich bereits der Verkehr, zahlreiche Autos hielten an den Straßenseiten, wir mußten zu Fuß weiter.
Die Unfallstelle.
bot ein schreckliches Bild der Verwüstung und Vernichtung. Dicht vor der Eisenbahnunterführung am Bahnhof Kerzell lag die umgesturzte Schnettzugslokomotive, aus t*r der Keffel- vampf zischend ausströmte. Hinter dem Lokomotivtender, der sich weit in den Führerstand hineingeschoben hatte, lag der ebenfalls um gestürzte Packwagen. Im rechten Winkel zu diesem stand, quer über den zerstörten Gleisen, ein Personenwagen b Klasse, dessen beide Enden weggerissen waren, so daß die Torletten frei in der Luft hingen. Ein Fahrgestell dieses Wagens war bei der Entgleisung abgerissen und fortgeschleu- oert worden und lag in einiger Entfernung von dem Trümmer- Wufen. Senkrecht zu dem 1. Klassewagen, also parallel zu Packwagen und Lokomotive, lag ein umgestürzter 2. Klassemagen, dessen vorderer Teil in den querstehenden 1. Klasse- wagen tief hineingefahren war. Auf den Schnittpunkt dieser neiden Wagen war ein weiterer Personenwagen aufgefahren und bildete mit den beiden anderen Wagen ein wüstes Durcheinander von Holzsplittern unb Eisen teilen. In diesem Trüm- merhaufen vermutete man längere Zeit einen als vermißt ge- meldeten Reisenden. Glücklicherweise hat sich diese Vermutung nicht erfüllt.
Als wir zur llnglücksstellc kamen, waren die verletzten Reisenden bereits alle geborgen und notdürftig verbunden.
Der Rettungsdienst hatte gut geklappt!
Um 16.15 war von Kerzell aus dieEisenbahn-Sanitütskolonne und der Hilfszug alarmiert worden. Zu gleicher Zeit wurde auch die Fuldaer Freiwillige Sanitätskolonne vom roten Kreuz von dem Unglück benachrichtigt und alarmiert. Um 16.50 Uhr ging der Hilfszug vom Bahnhof Fulda ab, mit dem auch ein Teil der Freiwill gen Sanitätskolonne unter Führung von Kolonnenarzt Dr. Sebald zur Unglücksstelle fuhr. Kurze Zeit später waren auch die Fuldaer Krankenautos mit weiteren Sanitätsmannschaften und Hilfsmitteln (Sauerstoffapparaten usw.) unterwegs nach Kerzell, wo die restlichen Mitglieder der Sanitätskolonne einige Minuten später auf Autos und Lastkraftwagen mit Tragbahren und Rettungsgeräten eintrafen. Auch mehrere Fuldaer Aerzte waren sofort nach Bekanntwerden des Unglücks nach dem Kerzeller Bahnhof geeilt, wo sie den Verletzten die erste Hilfe zuteil werden ließen. Bereits 1 Stunde nach der Alarmierung waren die Schwerverletzten ins Fuldaer Landeskrankenhaus überführt, ein erfreulicher Beweis für die Schlagfertigkeit des Fuldaer Rettungsdienstes.
Die unverletzten Reisenden, die sich begreiflicherweise in größter Aufregung befanden, wurden in den unbeschädigt gebliebenen 3 Hinteren Wagen des Schnellzugs nach Fulda und später nach Eisenach gebracht, wo mittlerweile ein neuer Zug zusammengestellt worden war, der die Reisenden an ihr Reiseziel brachte.
Der Verkehr auf der Strecke Fulda—Frankfurt konnte trotz des Unglücks aufrecht erhalten worden. Die Züge Fulda- Frankfurt konnten ohne Störung auf dem üblichen Gleis verkehren. Der Verkehr in Richtung Frankfurt—Fulda mußte zwischen Neuhof und Fulda eingleisig geführt werden.
Ms Segelte“ Soli
Glatt gestartet und wohlbehalten gelandet.
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist gestern abend um 20.25 Uhr in Cuers-Pierrefeu glatt gestartet. Es befand sich um 21.40 Uhr^ über Marseille, 23.30 Uhr über Valence, 0.25 Uhr über dem 'ßac du Bourget, kurz nach 1 Uhr über Genf und um 1.35 Uhr über Lausanne.
Der Weg des Luftschiffes über der Schweiz.
Um 2.19 Uhr erschien das Luftschiff über Bern, überflog um 3 Uhr Luzern, um 3.25 Uhr Zürich, um 4.10 Uhr Konstanz und überquerte das Werftgelände um 4.35 Uhr.
Bor der Landung.
Kurz nachdem das Luftschiff der Werft als letzten Standort Konstanz gemeldet hatte, riefen mehrere Böllerschüsse die Haltemannschaften zum Landungsplatz. Nach einiger Zeit rückten die Arbeiter der Werft teils auf Fahrrädern, teils zu Fuß auf dem Gelände ein. Um 4.30 Uhr hatte sich auch die Polizeimannschaft auf dem Gelände eingefunden. Der Chefkonstrukteur Dr. Dürr wartet aus dem Landeplatz die Ankunft des Schiffes ab. Das Wetter ist ausgezeichnet. An dem wolkenlosen Himmel steht noch die helle Vollmondscheibe. Nachdem das Schiff von Konstanz aus in einem großen Bogen nach Norden die Werft umkreist hatte, traf es aus südwestlicher Richtung auf dein Landeplatz ein und überflog ihn zunächst in Richtung nach dem See. Inzwischen haben sich die Landungsmannschaften und die Polizei auf dem Gelände verteilt. „Graf Zeppelin", von der Morgensonne beschienen, zog in langsamem Fluge über die Werft dahin und senkte sich über dem See.
„Graf Zeppelin" wieder in der Halle.
Gegen 5 Uhr kehrte der „Graf Zeppelin" von seiner Schlei- senfahrt über dem Bodensee, während der die Funkstation noch zahlreiche Telegramme absandte, wieder zu der Wvrft zurück und begann dann, von Westen kommend, das Landungsmanöver. 5.04 Uhr fielen bereits die ersten Haltetaue zur Erde. Langsam und vorsichtig senkte sich das Schiff weiter, nachdem es noch Wafferballast abgegeben hatte und war
um 5.10 Uhr glatt gelandet.
Die an Bord befindlichen 6 französischen Fahrgäste beobachteten von den Eondelsenstern aus mit großem Interesse die Landung sowie das Einbringen des Schiffes in die Halle, was durch das westliche Tor erfolgte. Um 5.30 Uhr war der „Graf Zeppelin" nach Stößiger Abwesenheit glücklich wieder untergebracht und wurde sogleich festgemacht. An Bord herrschte, wie man während der Landungsmanöver vielfach zu beobachten Gelegenheit hatte, eine ausgezeichnete Stimmung, was nach der herrlichen Fahrt im Mondschein über das Schweizer Bergland nicht wundernehmen konnte. Die 4 Motoren, mit denen das Schiff die Fahrt angetreten hat, — die Heckinaschinengondel war leer — haben während der Fahrt tadellos gearbeitet und es wurden teilweise Geschwindigkeiten bis zu 112 km pro Stunde erzielt. Kurz nach dem Eintreffen des Schiffes in der Halle verließen die Passagiere die Gondel. Zur Begrüßung der französischen Fahrtteilnehmer. die mit Kapitän Lehmann dem Schiff entstiegen, hatten sich neben Mitgliedern der Werft unter anderem auch die Vertreter der Behörden eingefunden. Im Namen des Reichswehnministeriums hieß Major Gelke von der 5. Reichs- wehrdivision in Stuttgart die französischen Offiziere auf deut-
Wenn man sich den Trümmerhaufen, die ineinandergefahrenen und umgestürzten Wagen anschaute,
so mußte man es geradezu für ein Wunder halten, daß nicht mehr Reisende bei dem Unglück verletzt wurden oder gar Todesfälle zu beklagen waren.
Es ist ein überaus glücklicher Zufall gewesen, daß der Zug, der nur 1. und 2. Klaffe führte, nur sehr schwach besetzt war, und "daß sich der größte Teil der Reisenden überdies zur Zeit des Unglücks gerade im Speisewagen befand, der am hinteren Ende des Zuges fuhr und völlig unbeschädigt blieb.
Die Fuldaer Bevölkerung wurde durch das Kerzeller Unglück begreiflicherweise in größte Aufregung versetzt. Wie am vergangenen Dienstag, schwirrten auch gestern wieder die tollsten und übertriebensten Gerüchte durch die Stadt. Man sprach von einer großen Zahl von Toten und Schwerverletzten. Unser armes Redaktions-Telefon kam nicht Mr Ruhe. Jeder wollte bereits wenige Minuten nach dem Bekanntwerden des Unglückes nähere Einzelheiten und genaue Angaben über die Toten und Verletzten wissen. Selbstverständlich konnten wir auf alle diese Fragen keine Auskunft geben, da wir uns zunächst selbst erst einmal über Art und Umfang des Unglücks unterrichten mußten.
In den Nachmittag- und Abendstunden weilte eine vieltausendköpfige Menge an der Unglücksstelle, um die Trümmerstätte in Augenschein zu nehmen. Wohl noch nie haben Frankfurter- und Kohlhäuser Straße einen derartigen Verkehr erlebt, wie gestern nachmittag und abend. Auto fuhr hinter Auto, unzählige Motorräder und Radfahrer sausten hin und her und brachten die vereinzelten Fußgänger in ständige Gefahr. Ein zweites Wunder ist es, daß bei diesem Riesenverkehr, der sich dabei noch in recht schnellem Tempo abspielte, keine Unfälle vorgekommen sind.
Der Bahnhof Kerzell wurde von einer vieltausendköpfigen Menge bis in die späten Abendstunden umlagert, die mit Interesse den Aufräumungsarbeiten an der Unglücksstelle zuschauten. Die ganze Nacht hindurch wurde von den Aufrau- mungsmannschaften eifrig an der Beseitigung der Trümmer gearbeitet. Heute früh waren die Aufräumungsarbeiten noch nicht beendet.
schem Boden herzlich willkommen. Die Willkommensgrüße der württembergischen Regierung überbrachte Polizeidirektor Quin* tenz-Friedrichshafen, wobei dieser den französischen Behörden gegenüber nochmals den Dank für die gute Aufnahme des Luftschiffes und seiner Besatzung in Cuers zum Ausdruck brachte. Im Namen der französischen Fahrtteilnehmer, die größtenteils in Uniform waren, sprach darauf der stellvertretende Marinechef im französischen Luftfahrtministerium, Marineingenieur Kahn in herzlichen Worten seinen Dank aus dafür, daß ihnen Dr. Eckener diese prächtige Fahrt zukommen ließ. Die während dieser Fahrt gewonnenen Eindrücke würden ihm und seinen Begleitern unvergeßlich bleiben. Am Schluffe seiner kurzen Ansprache bat der französische Redner den deutschen Vertreter schließlich, seinen Dank auch an die deutschen Regierungsstellen weiterzuleiten. — Auch die einzige an Bord befindliche Dame, die Amerikanerin Miß Mary Pierce, kam mit den übrigen Fahrtteilnehmern freudestrahlend und in glänzender Verfassung über die Schiffstreppe herunter. Als einer der letzten verließ Dr. Eckener den „Graf Zeppelin" und wurde von seiner Gattin in Empfang genommen. Nach dem kurzen Begrüßungsakt leerte sich die große Halle rasch. Die französischen Fahrtteilnehmer fuhren ebenso wie die meisten anderen Passagiere in Begleitung von Kapitän Lehmann im Kraftwagen jum Kurgarten-Hotel, um sich zunächst zur Ruhe zu begeben. Vor den Toren der Werft hatten sich inzwischen zahlreiche Zuschauer versammelt, um die Abfahrt namentlich der französischen Offiziere zu beobachten.
Dr. Eckeners Dank an die französischen Behörden und Soldate».
wtb. Paris, 24. Mai. Havas berichtet aus Toulon, daß der Präfekt des Departements Var, Cameau, und der Marine- Präfekt von Toulon, Admiral Vindry, vor der Abreise des „Graf Zeppelin" von Dr. Eckener an Bord empfangen wurden. Dieser bat sie, dem Luftfahrtminister und dem Marineminister den Dank auszusprechen für das Entgegenkommen, das diese Minister ihm und der Mannschaft des Zeppelin bewiesen haben. Dr. Eckener bot seinen Gästen Rheinwein und trank auf die französischen Aeronauten. Weiter wird berichtet, daß Dr. Eckener der Marineverwaltung eine Summe übergeben hat, um denjenigen Truppen, die bei den Landungs- und Startmanövern geholfen haben, eine Sonderration zu gewähren.
Dr. Eckener an die französische Presse.
wtb. Paris, 24. Mai. Dr. Eckener hat dem „Matin" eine Botschaft für die französische Presse übergeben, die lautet: „Nach den Nachrichten, die mir bei meiner Abfahrt aus Friedrichshafen Aeußerungen franzosenfeindlicher Art zuschrieben, habe ist) nicht mit einem so warmen Empfang durch die französische Presse gerechnet. Ich bedauere, daß gewisse deutsche Organe mir Worte zuschrieben, die ich niemals ausgesprochen habe. Ich würdige die wohlwollende und liebenswürdige Haltung der französischen Presse mir gegenüber. Ich danke ihr dafür aufrichtig und ich bin sicher, daß dieser unglückliche plötzliche Unfall glückliche Folgen für die Beziehungen unserer beiden Länder haben wird. Dies ist vor meiner Abfahrt von Toulon und Frankreich mein heißester Wunsch."
Ehrung der Toten der Dixmuiden.
wtb. Paris, 24. Mai. Der erste Offizier Lehmann sowie andere Offiziere. Ingenieure und Mannschaften des Luftschiffes „Graf Zeppelin" haben gestern auf dem Friedhof der Ortschaft Pierrefeu am Denkmal für die bei dem Unfall des Zeppelin- Luftschiffes Dixmuiden ums Leben gekommene Besatzung einen Kranz niedergelegt.