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ul-aer Anzeiger

Erscheint feöenWerktag.Bezugsprelö: monatlich 6.20 RM. Bei âserungsbehinöerungen durch höhere Gewalten", Streiks, Aussperrungen, Bahnsperre usw. erwachsen öem Bezieher keine ir uche. Verlag Kricörich Ehrenklau, Fulda, 7,? ./eö des Vereins Deutscher Zeitungsver- leger. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 16009

5U 237 1929

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zul-a- und Haunetal »Zul-aer Kreisblatt Redaktion und Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 Zernsprech-flnschluß Nr. 484 Nachdruck der mit * versehenen Artikel nur mit chuellenangabr .Zulâaer finzetger'gestattet.

Fulda, Mittwoch, 9. Oktober

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6. Sabtgang

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Konferenzeinladungen.

Die nach den Besprechungen Macdonalds mit _____ Präsidenten der Vereinigten Staaten angekündigten Ein­ladungen zu einer Seeabrüstungskonserenz in London Januar 1930 sind mittlerweile nach Paris, Rom, Tokio und Washington ergangen. Die Einladung an Amerika ist von einer längeren Denkschrift begleitet. Es soll sich bei den ersten Vorschlägen im wesentlichen um folgende Punkte handeln:

dem

ü Die gegenwärtigen Verhandlungen sind als Resultat und Erfolg des Kellogg-Paktes aufzusassen. 2. Für alle Klassen von Kriegsschiffen wird der Grundsatz der Parität angenommen, soweit die Schiffe nicht bereits von frühe­ren Washingtoner Abkommen getroffen seien. 3. Wün­schenswert erscheint cs. die Frage einer Revision der Lebensdauer der Schlachtschiffe anzuschneiden, um die Durchführung des vollen Ersatzprogramms zu vermeiden, das im Washingtoner Vertrag von 1922 vorgesehen ist. 4. Beide Regierungen sind der Ansicht, daß die Unter * seeboote völlig abgeschafft werden müssen. Diese Maßnahme kann aber nicht ohne Zustimmung allE /'Wiaien Mächte erfaßen.

* , Kleine Zeitung für eilige Leser

* Bei einer Rede über die Nachfolgeschaft Dr. Stresemanns j im Auswärtigen Amt betonte der ZentrumsvoMtzende, Prälat ; Kaas, er für seine Person komme bei einer Wiederbesetzung j

L^es.Amtes nicht in Frage.

* ®te Einladungen zur Seeabrüstungskonferenz in London

rinnt über den gegenwärtig, __________... ---------------WWW , stimmungen über die Arbeit sind mit eingehender Begründung an die fünf in Betracht vor, daß durch die neuen Bestimmungen der jährliche kommenden Mächte versandt worden....... Fehlbetrag im günstigsten Falle um 100 Millionen

- - ".......... - HlM^MüwgWÄa,. tiM..in Marl vermindert wird. Da der Fehlbetrag bisher rund lebhaft für die Rückgabe Käme- 280 Millionen Mark betrug, so bleibt noch ein Fehlbetrag

einem veröffentlichten Artikel runS und Togos an Deutschland ein.

Kamerun und Togo.

Rückgabe an Deutschland?

Der englische Zeitungskönig Lord Rothermere, der eine Anzahl der wichtigsten englischen Blätter in seiner Hand vereinigt und der auch bereits als Luftschiff­fahrtsminister im englischen Kabinett saß, hat kürzlich eine Reise durch Deutschland gemacht. In einem jetzt in der Daily Mail" erscheinenden Artikel über die Reise, be­titeltWird die Republik Bestand haben?" sagt Lord Rothermere, er glaube nicht an die Wiederaufrichtung der Monarchie in Deutschland. Die Republik habe in den zehn Jahren ihres Bestehens viel an Autorität gewonnen und jetzt erst den Triumph der Räumung der Rheinlande er­rungen. Die anderen Staaten müßten der republikanischen .--deutschen Regierung helfen, sich weiter zu stärken. Er rate zu diesem Zwecke der britischen Regierung, als praktischen--. Schritt die R ü ck e r st a t t u n g des vormaligen Deutsch- Kamerun und des britischen Anteils an T o g o als Akt internationalen guten Willens ernstlich zu erwägen. Es wäre klug, die deutsch-britische Freundschaft durch einen solchen tatsächlichen Beweis der Versöhnung zu besiegeln.

Die Nachfolge Giresemanns.

Wer soll Außenminister werden?

über dem Sarge Stresemanns hat sich die Grabes- oecke geschlossen. Und wenn auch sein Amt provisorisch von dem Gesinnungsgenossen des Verstorbenen und Mit­arbeiter im Kabinett, dem Reichswirtschaftsministers Dr. Curtius, verwaltet wird, so wird sich auf der innen­politischen Tribüne die Frage nach der definitiven Nach­folgeschaft bald genug erheben.

Schon wurde sie auf der Herbsttagung der rheinischen Z e n t r u m s p a r t e i in Köln angeschnitten. Bei den Gedenkworten für Stresemann kam

Prälat Kaas, der Parteivorsitzende, grundsätzlich auf das Erbe zu sprechen. In der Öffentlichkeit, führte Kaas aus, sei auch sein eigener Name genannt worden. Aber er habe schon seinerzeit in Essen dargelegt, daß für ihn als Parteiführer die Übernahme eines Ministeriums nicht in Frage komme. Er habe vielmehr es sich zur Aufgabe ge= fe^t den Typ des an Ministerposten völlig uninteressierten Parteiführers wiederherzustellen. Trotzdem könne es dem Zentrum nicht gleichgiiltig sein, w i e das Ministerium besetzt werde. Bei einer endgültigen Besetzung, ganz gleichgültig, ob es sich um einen Parlamentarier- oder um einen Beamte« handle, müsse das Zentrum ver­langen, daß alle Mitglieder des Kabinetts die Gewähr für innere Festigkeit in den innen- und außen­politischen Aufgaben böten.

Auf der anderen Seite verkündigt der Sozial­demokratische Pressedienst, die Sozialdemokraten würden sich jedem Versuch widersetzen, bei der Ernennung eines Nachfolgers Stresemanns eine Umbildung des ge­samten Kabinetts herbeizuführen. Keinen ihrer jetzigen Vertreter würden sie opfern, selbst wenn ihnen ein an­deres Ressort zur Verfügung gestellt würde. Ebenso- wenig sei die Sozialdemokratie geneigt, einen Bernfs- d i p l o in a t e n zum Minister des Auswärtigen bestim­men zu lassen.

^ diesem Programm ist zu ersehen, daß man b*- Einschrankung des Schlachtschiffbaues durch Verkürzung threr Lebensdauer erzielen will. England will offenbar durch die Abschaffung der U-Boote eine größere Sicherheit für seine ausgedehnte Handelsschiffahrt erzielen. Die kürzere Dienstleistung der Schlachtschiffe soll durch Ver- Minderung dieser schweren Waffe die Kriegsmöglichkeiten verringern. über die Kreuzer, die eine Art See­polizei darstellen, und in denen England bis jetzt weit überlegen ist, ist anscheinend noch kein Übereinkommen erzielt worden.

Fnedeusrede Macdonalds.

Der englische Ministerpräsident hielt vor dem Ameri­kanischen Senat gelegentlich seines Besuches eine Rede, in der er seinen starken Friedenswillen betonte. England und Amerika hätten nicht die Absicht, sagte er, eine die anderen Mächte etwa ausschlieheade Allianz zu schließen. Ein derartiger Versuch würde nicht der Wohlfahr>- der Welt dienen. Ein wirklicher Friedensbund könne nicht allein zwischen Amerika und England, sondern nur mit Einbeziehung aller anderen zivilisierten und ehrlichen Völker unter der Sonne geschaffen werden. In diesem Sinne sei er, Macdonald, einig mit dem soeben verstor­bnen großen deutschen Staatsmann Gustav Strese­mann, auf dessen Grab er einen Kranz niederlege.

Fürssrgs für die Arbettslosen.

Jn Deutschland und im Ausland.

Aus einer Darstellung, die das Reichsarbeitsministe-

jen Stand der gesetzlichen Be- ckslosenfürsorge gab, geht her-

r rund

280 Millionen Mark betrug, so bleibt noch ein Fehlbetrag von 180 Millionen. Es gibt in Deutschland 17 Mil­lionen Verstcherungspflichtige (in England 12, in Rußland

11, in Italien 3%). Die Einnahmen der für die Versicherung in Betracht kommenden Anstalten beliefen sich in Deutschland im letzten Jahr auf 855 Millionen Mark (in England 860 Millionen Mark, in Rußland 110, in Italien 40 Millionen Mark). Die Ausgaben für die Arbeitslosenversicherung betrugen im letzten Jahr in Deutschland 1065 Millionen Mark (in England 1000, in Rußland 250 Millionen Mark, Italien unbekannt). Un­terstützt wurden aus diesen Beträgen in Deutschland cm Jahr 1,3 Millionen Arbeitslose (in Rußland von 1,4 Millionen Arbeitslosen nur die Hälfte). In Deutschland erhält ein Arbeitsloser monatlich rund 67 Mark (in Ruß- land bestenfalls 36 Mark). Unter ariderem wurde darauf hingewiesen, daß in Zukunft auch die höheren und leiten­den Angestellten bis zur Gehaltsgrenze von 8400 Mark in die Versicherung mit einbezogen würden.

P-Ae Ä^ für d e produltive Erwerbslosenfürforae.

Berlin. Eine der demnächst zu lösenden Hauptaufgaben des Reichstages wird es sein, für den bevorstehenden Winter Mittel für die. Aufrechterhaltung der produktiven Erwerbs losenfürsorge zu schaffen. Der zuletzt bereitgestellte Betrag von rund 77 Millionen ist völlig erschöpft. Da mit einem Steigen der Erwerbslosigkeit in der üblichen Art für den Winter zu rechnen ist, wird die Schaffung eines neuen Fonds als eilige Aufgabe betrachtet. Die Verhandlungen darüber schweben denn auch schon seit einiger Zeit. Da jedoch die bis­her gepslogenen interfraktionellen Verhandlungen im Reichs­tag eine Einigung über den bereitzustellenden Betrag nicht ermöglichten, ist ihre Fortsetzung, die für Mittwoch nachmittag geplant war, zunächst ohne Angabe eines Termins, verschoben worden. Es wird sich einmal darum handeln, rund 30 Mil­lionen durch einen Rachtragsetat für das laufende Geschäftsjahr Xrei zu machen und darüber hinaus im Wege des Vorgriffs auf das Etatsjahr 1930/31 andere Beträge zu erhalten. Vor allem denkt man auch an den Bau von Landar beiter- w o h n u n g e n durch die produktive Erwerbslosenfürsorge.

Deutsch-schwedische

Handelsvertragsverhandlungen.

Die Besprechungen eröffnet

In Stockholm haben am 8. Oktober Verhandlungen über den Abschluß eines neuen Handelsvertrages zwischen der deutschen und der schwedischen Regierung begonnen. Die Regierungsdelegierten sind an diesem Tage zu einer ersten Fühlungnahme zusammengetreten. Aus Berlin sind Geheimrat Waldeck und Ministerialrat Hernitz als Vertreter der deutschen Regierung in Stockholm ein- getroffen. Die schwedische Delegation leitet Landshövding

Eric Trolle.

Lohnerhöhung für englische Schiffsarbeiter.

Nach Verhandlungen über die Forderung einer Wochenlohnerhöhung von fünf Schilling beschlossen dre Vertreter der meisten Schisfbaugesellschaftcn in einer Ver­sammlung in London, das Angebot der -lrveltgever an­zunehmen, die allen während der gewöhnlichen .lrbeitv- stunden tätigen gelernten Arbeitern einen .tormalwochen- lohn von drei Pfund Sterling und den ungelerntes Arbeitern einen solchen von 41 Schilling geben Woller^ Dies bedeutet eine Wochenlohüerhohung von ein bis fünf Schilling für zahlreiche Schiffbauarbeiter. Die Tischler und Kesselschmiede waren nicht vertreten.

Paul Reynaud über seine Reise nach Berlin.

Paris, 9. Okt. Der von seiner Reise aus Mexiko nach Frankreich zurückgekehrte französische Abgeordnete Paul Reynaud, hat angesichts der Veröffentlichungen der national­liberalen Korrespondenz Vertretern der französischen Presse Er­klärungen über die in der deutschen Veröffentlichung erwähnten Verhandlungen gegeben. Es handle sich, so führte er u. a. aus, um eine innerpolitische deutsche Angelegenheit, die rückwirkend eine innerfranzösische Angelegenheit ausgelöst habe. Seine an­geblichen Verhandlungen seien in Wirklichkeit nichts weiter ge­wesen, als eine Studienreise, die er im April nach Berlin un­ternommen habe, ebenso wie er sich einen Monat vorher nach London begeben habe. Eine solche Reise lohne sich schon. Deutsch­land habe ein doppelt Gesicht, auf der einen Seite das offizielle, das friedliche, und auf der anderen Seite eine fanatische Min­derheit, die unter außergewöhnlichen Umständen die Regierung wieder übernehmen könnte. Da er sich über die Gefahr ganz klar werden wollte, habe er mit Männern aller Parteien von der äußersten Linken bis zur äußersten Rechten gesprochen. Es sei natürlich sehr leicht, diese privaten Besprechungen als geheime Verhandlungen hinzustellen. Es sei wichtig, daß bei diesen Unternehmungen deutscherseits von einem Militärbünd­nis gesprochen worden sei, was auch Arnold Rechberg in Paris getan habe. Aber er habe sofort geantwortet, daß eine derar­tige Formel von der französischen Oeffentlichkeit niemals an­genommen werden würde. Vielleicht könnte man eine neu­artiges Formel finden, etwa dadurch, daß die deutschen und die französischen Truppen dem Völkerbund zur Verfügung gestellt würden. Jede Maßnahme wäre dazu angetan, in Europa in sicherer und vollständiger Weise den Frieden zu wahren. Nie­mals habe er durchblicken lassen, daß Frankreich dem polnischen Korridor wenig Bedeutung beilege, er habe im Gegenteil den Deutschen, die ein Bündnis mit Frankreich wünschten, vorge­halten, daß sie doch in Frankreich einen loyalen Verbündeten finden wollten, und Frankreich halte also auch an seinem Bünd­nis mit Polen loyal fest. Wenn die deutschen Nationalisten ihre Campagne gegen Polen und für die Revision der Verträge einstellen würden, dann würde die Atmosphäre der internatio­nalen Beziehungen eine ganz andere werden. Man könnte ge­meinsam die Mittel zur Wiedergutmachung gewisser übler Folgen der durch den Krieg geschaffenen Wirtschaftslage ins Auge fassen. Die Reichsregierung sei über die Unterredung ant Tage, nachdem sie stattfand, unterrichtet worden. Stresemann, mit dem er vor seiner Abreise eine längere Unterredung gehabt habe, hätte nicht einmal davon gesprochen. Er würde ihr wohl ebensowenig Bedeutung beigelegt haben, wie er, Reynaud, selbst. Man mache ihm zum Vorwurf, daß er mit Deutschland gesprochen habe. In gewissen Kreisen habe es den Anschein, als ob bei einer Unterredung zwischen Deutschland und Frank­reich unbedingt der Franzose eingewickelt werden müsse. Das wäre doch die Mentalität eines besiegten Volkes, Frankreich habe aber doch den Krieg gewonnen. Uebrigens soll nach dem Bericht eines Blattes der Abg. Reynaud erklärt haben, er persönlich habe überhaupt mit niemandverhandelt". Er sei gar nicht dazu befugt gewesen. Nach seiner Rückkehr habe er auch weder eine Unterredung mit dem damaligen Chef der Re­gierung, Poincarè, noch mit seinen politischen Freunden gehabt.

Der Untergang desHaakon VIT'.

Oslo, 8. Okt. Die hiesigen deutschen, dänischen, finnischen und schwedischen diplomatischen Vertretungen haben dem Mini­sterium des Aeußern gegenüber ihr Beileid anläßlich des Unterganges desHaakon VII" ausgesprochen.

Bergen, 8. Okt. Sechs Leichen von Personen, die bei dem Untergang desHaakon VII" ums Leben gekommen sind, sind gefunden worden. Offiziell rechnet man damit, daß mindestens 21 Personen ertrunken sind.