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Fulda, Donnerstag, 2. Februar

5. Jahrgang

-pell Dr. Stresemanns an Frankreich.

âS beste Mittel der

; Verständigungspolitik.

Deutscher Reichstag.

W Titzung.) CB. Berlin, 1. Februar.

Lt zweite Beratung vcs Haushalts des Auswärtigen r - rulde sorrgesctzt

6 Al Stöcker (Komm.) erklärte, die Rede des Äbg von L^gortngboöen hätte bei den Deutschnationalen einen Lj mangenehmen Eindruck gemacht Im Grunde seien m Wischnationälen genau so verliebt in Die treudeulschen L des Außenministers wie die Sozialdemokraten. Liierten.)

>Hg Graf Rrvcntlow (Nat.-Soz.) bezetchnete Ole deutsche Kolitis als eine konsequente Unwahrhaftigkeit dem deut- kn Alle gegenüber Das Auswärtige Amt sei geradezu iFiliale von Briand Der Geheimfonds des Aus- kjtii Amtes müsse gestrichen werden, und der Außen- Liln müsse über die bisherige Verwendung seiner Mittel L*it ablegen Dre ictzige Außenpolitik sei ein nieder- itiei, infamer Verrai des Volkes Der Redner erhielt Wimen Ordnungsruf

IM von Graesc (Volk) erklärte, die lehlge Außenpolitik WAÄk Den Zusammenbructi der Deuts dien Wirtschaft Bon I Mnims dieser Zusamnicnhänge werde das Volk ab- M Tnrcb die Gründung rein materiell orientierter WM mit Dci fevigen Handelsvertragspolitik werde Die IrtidMit, vor allem Die Landwirtschaft. Dem Untergang »iWkbcn. Die Deuisckmaüonalen sollten endlich erkennen. K Üe mit ihrer Unterstützung Der Stresemann-Politik einen Will Weg gegangen seien. Sie sollten im vaterländischen Mich Die Koalition zusammenbrechen lassen und mit dem M Wiilnsain Den Kampf für Die deutsche Freihell führen. RM- llrbahnS (Linksloinm.) stimmte dem Vorredner WM in, vaß Die jetzige Außenpolitik aus Täuschung des Wir beruhe.

[ Mauftenminister Dr. Stresemann

F', er sönne nicht mit dein Abgeordneten von Lindcincr [tot des Abgeordneten von Frcytagh-Loringhovcn als F mertDollc Ergänzung Der Ministcrrcde betrachten. Die Wnmionalcn hätten die Locarnopolitik nicht terminiert Mannt. Ahr Vertreter Dr. Hoettsch habe auch in Genf gearbeitet. Wenn der Abg von Freylagh-Lvringhvvcn k Whi von der deutsch-französischen VerständigungS- fordcrc, so liege darin ein Gegensatz zu der Haltung Piraftion. Es trifft nicht zu. daß diese Politik in eine MM geführt hätte Herr von Frcytagh-Lorinqhoven habe IM neuen Weg angebahm. den Deiitfchland gehen r llll! den RechtSgcdankcn im Bolle dnrchzuseircn. was F MS deutsche Bestreben gewesen sei Deutschland hätte I èu obligawrischen Schiedsgerichtsverpflichtung Den Sroftmädnen ein Beispiel gegeben und Damit Den M der kleineren Staaten errungen Deutschland wolle die M dci qegcnscitigcn Verständigung nicht verlassen Der Pinincrtrafl habe die Freiheit des Luftverkehrs und viele M Erlcichlrriingcn für Deutschland gebracht. Der Fort- Ml wnne natürlich nur schrittweise kommen.

Mi nabe daraus hingewiesen, daß cs sich in Locarno nur it f a n g einer gemeinsamen Politik zur Erhaltung WMenè gehandelt habe Denlschland sei schon um seiner i Mlung willen zu einer solchen Politik genötigt Nalsir- j M Locarno noch nicht jede Spannung beseitigt, aber Röchle cs als seine Ausgabe, daran zu arbeiten. Darum auch

I nn die französische Ad reffe die Mahnung |ton tut das eure, daß Die Idee von Locarno (%> MS deutschen Volkes werden könnte. Ein fran«

E Senator ha, gesagt. Deutschland habe durch Den rw Vertrag das modernste Heer der Welt bekommen Wir empfehlen allen Mächten Der Welt, sich ein

I..Heer dieser Art anzuschasjc» (Sehr gut.) Die

Wwt Seite gegen eine Rheiulandräumung aii- ^.Argumente treffen nicht den Kern Ganz unver- K, Die Erklärung. Deutschland müsse erst ^nne Re- . l-'^tpflichiungen erfüllen Die Rhèinlaiidbesctzung ® «uct) nach Dem Versailler Vertrag so lange dauern, Mc Million bezahl! fei Wenn aber Frankreich Die « der Besetzung als einen Machtsaktor betrachtet, so 1 J ' "w zu verstehen, daß es Diesen Machtsaktor für j. ®cQenleiftitng aus Der Hand geben »volle.

^ Wie. daß Die leitenden französischen Kreise zu der tiui?11 ~en' öa6 sie mit schneller Räumung des Rhein- n to  Vertiefte Wirkung für die Verständigungspolitik üubtnCn ®8 fcl nicht zu verkennen, daß Der Gedanke der «Kirhe^ ^^ ver Bildung Der fetzigen Regierung iton Fortschritte gemacht habe Diese wachsende Ver- ^rde nullt erschüttert werden durch eine parla-

Ki bnn. "tgleisung. Die man im Reichstag erlebte

Vp daß es gelingen werde, bald Die letzten Hemm« " ' isvollen Zusammenarbeit

!u bp .;< 8 gelingen werde. t,&en- die einer Wirkung.

Ith Mch am Werke des Weltfriedens noch entgegen- '-Beifall.)

^ed? Altscheid (Soz.): Der gestrige Zwischenfall ks-ieit,» Q^l8t' welch falsches Spiel die Deulschnatio- m das tm ^utschnationalcn Agitationsreden draußen ^lilarin. Serial, womit die französischen Reaktionäre Pbernidt? ^^Ehrlichkeit der deutschen Verstälidigungs- '"hchlaiid, ^ir »vollen das parlamentarische System «tadln« iku hinein brauchbaren Instrument der Außen- k ' Welt sei willens, auf dem Wege der Ver- r1 des Ul Deutschen Volke vckranzuschreitcn. Die E*it des »>?^?^"stcrK wird getragen von der großen f^r Gro^^âien Volkes. Sie stützt sich auf die Regle­rs sei m., v.^ die außenpolitisch schon vorhanden n iEhi uitTtiC c beweis für die Notwendigkeit, schleunigst P Su Niaöi-, ^"rmcll bestehenden Regicrungskoalition P uiti nä A . Das liege im Interesse des deutschen i^ 3c>nk>nn^ Edens unter den Völkern. (Beifall links

Dr. SA11

^C1?als Vp.) kritisierte die englische Politik in

Rc .^n cKolonien in Afrika. Diese Politik wider- Q Wätf)^' Egten Grundsätzen des Bälkerbundes für Die

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Rmchsantzcnminlstcr Dr. Stresemann erklärt hierzn, die deutsche Regierung werde sich gegen eine Verletzung Der Man- datsgrundsätzc wenden r

Damit schloß die Aussprache.

Von den Kommunisten war ein Mitztraucnsvotum gegen den Außenminister cingcbracht worden, der gegen die Antragsteller und Die Völkischen abgelchni wurde. Der Etat wurde nach den Vorschlägen des Ausschusses mit den Ausschußentschlietzungen angenommen

Ohne Aussprache wurde Der Gesetzentwurf über die Ein­berufung des Ständigen Internationalen Gerichtshofes im Haag in erster und zweiter Beratung angenommen.

Daraus vertagte sich das Haus auf Donnerstag.

*

Die Berliner Presse zur zweiten Rede Dr. Stresemanns.

Berlin, 2. Febr. Die konservativeKrenzzeitung" bemerkt zu den gestrigen Aussührungen Dr. Stresemanns im Reichstag: Wir unterschreiben voll und ganz die Feststellungen des Frei- Herrn von Freytag-Lorènghoven, daß wir mit Locarno in eine Sackgasse geraten sind und neue Wege gehen müssen. Anders urteilt dieDeutsche Tageszeitung" : Gewiß hatte Stresemann in den einzelnen Punkten sich von der Aufsassung des deutschnotio- nalen Redners zu distanzieren, aber er bagatellisierte doch zu­gleich die Difsercuzpunkte und hob verschiedentlich das Gemein­same hervor. DieDeutsche Allgemeine Zeitung" hebt hervor, daß man am Schluß der außenpolitischen Reichstagdebatte eine kompakte Mehrheit trotz aller Vorgänge einen gemeinsamen Willen unterstellen muß:Die Wendung der Grundlinien un­serer Außenpolitik". DieTägliche Rundschau" betont, daß Sie weitreichende Uebereinstimmung über das Wesen und die Ziele der Außcupolitik wieder hergestellt war. DieGermania" be­grüßt es, daß Stresemann nochmals so klar und unmißverständ­lich den Weg der deutschen Außenpolitik gezeigt hat. DasVerl. Tageblatt" erklärt, daß sich in der Zielsetzung der ganzen deutschen Politik, den effernetz Vorhang zu beieitiaen. der noch. Immer Deutschland und Frankreich trennt, eine immer stärker anwach- fende Mehrheit des deutschen Volkes völlig einig sei. Zm Vorwärts" heißt es: Zur Politik der europäischen Friedens- ficherung durch deutsch-französische Zusammenarbeit hat sich Herr Stresemann gestern leidenschaftlicher Denn je bekannt. Auch ein Sozialdemokrat hätte es nicht besser sagen können.

*

Times-Leitartikel zur Stresemannrede.

wtb.London, 2. Febr.Times" sagt in einem Leitartikel Leitartikel zur Stresemannrede: Wir haben jed»« Anlaß, mit den realen und sichtbaren Wirkungen des wichtigen britischen An­teils am Locarnovertrag zufrieden zu sein. Unter anderem hat er das allmähliche Heranrücken der französisch-deutschen Verstän­digung ermöglicht, wobei Herrn Stresemanns letzte Rede eine wichtige Etappe bezeichnet. Einer der Hauptgründe, aus denen Großbritannien Diese Verpflichtung übernahm, war der Wunsch, einen direkten und sogar freundlichen Verkehr zwischen FraiF- reid) und Deutschland zu erleichtern. Das ist bereits in erheb­lichem Maße geschehen. Dieser Protest interessiert uns, aber wir können jetzt wenig tun, um ihn zu fördern oder zu behindern. Für Frankreich ist die Besetzung nicht nur ein militärischer Vor­teil, sondern auch ein Taufchgegenstand, Den es aus Klugheits- griinden nicht preisgeben will, wenn Deutschland nicht etwas wirklich Wertvolles dafür bietet. Herr Stresemann erkennt of­fenbar diesen wesentlichen Faktor in Der französischen Haltung und ist bereit, etwas zu gewähren, um einen Tausch zustande zu bringen. Brel interessanter als die Bereitschaft, einer Völker- bundkontrolle im Rheinland bis 1935 zuzustimmen, ist Die Anre- fung, daß Die Frage Der Räumung mit einer allgemeinen- ung Der verbleibenden wirtschaftlichen und finanziellen Ver­pflichtungen verbunden werden könnte. Diese vorsichtige Andeu­tung ausgedehnter wirtschaftlicher Möglichkeiten müßte Der gan­zen Erörterung eine neue Wendung geben.

*

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A n g c l> 1 i d) c r V 0 r schIa g Briand «.

Die Rede des deutschen Rcrchsausicnministers Dr. (Stresemann zum Etat dcö Auswärtigen Amtes, in Der er nochmals mit besonderem Nachdruck Die Räumung des Rheinlandes verlangte, hat besonders in Frankreich die größte Beachtung gesunden. Der französische Außen­minister Briand wird selbstverständlich Gelegenheit nehmen, Dr. Stresemann zu antworten. Nach demEcho de Parrs" soll Briand Die Absicht haben, Deutschland eine neue Verringerung der Bcsatzungstrnppen nm 10 O(M) Mann anzubietcn, wodurch Die Truppenbcstände auf 50 000 Mann herabgesetzt würden. Das Blatt glaubt, daß Stresemann unter Umständen auf diesen Vorschlag etngehcn werde, da er sich sage, daß eine ständig geschwächte Besetzung als überflüssig erkannt und schlretzlich abge- schafft werden würde. ^

Der Pariser Korrespondent der amerikanischen Zei- tungNew Hort Herald Tribune", der gute Beziehungen zu französischen Regierungskreisen unterhält, will bereits die Gevankcngüttge Der kommenden Briand-Rede in Er­fahrung gebracht' haben. Danach wird Der französische Außenminister ausführen:. Die Besetzungsarmee sei Da, um zwei Funktionen zu erfüllen. Soweit Die erste, näm­lich Deutschlands Entwaffnung, in Frage komme, sei Die Pariser Regierung bereit, jene als aurchgeführt anzn- sehen. Die zweite Funktion ergebe sich aus Dem Reparci- tionsproblem. Die Rheinlandbesetzung sei vollkommen berechtigt, solange Die Reparationszahlungen in Betracht kämen. 'Eine Übereinstimmung mit Stresemann bleibe unmöglich, solange Deutschland nicht innere Garantien füi feine Zahlungen gebe. Es wird hierbei an Kredit' Verpflichtungen gedacht, _Dic Deutschland auf sich nehmen müsse und Die an Die Stelle Der Besetzung treten könnten.

Kleine Zeitung für eilige Leser

* Dr. Stresemann wandte sich im Reichstag nochmals' an die Adresse Frankreichs. Die Räumung des Rheinlandes vor­zunehmen

* Der Ständige Ausschuß des Deutschen Landwirtschasts- rais ist zum 22 Februar einberufen worden

* Der Reichslandbugd hat ein Slotprogramm ausgestellt und darin Mindestforderungen an Die Reichsregierung gerditet.

* Der neue Deutsche Botschafter von Prmw'tz und Saftcon ist vom Präsidenten Coolidge zur Überreichung seines Bc» glaubtgungsschreibens empfangen worden

Sollten sich diese Angaben bestätigen, so kann schon jetzt gesagt werden, daß Deutschland nicht daraus eingehen kann. Es ist zu wiederholten Malen von allen maßgeben- den Stellen betont worden, daß Deutschland Die Rhein­landräumung, auf die es einen moralischen Anspruch hat, nicht durch andere Verpflichtungen erkaufen wird.

Interessant in diesem Zusammenhang ist übrigens noch die Mitteilung des Blattes, daß der Reparationsagent Parker Gilbert bei seinem letzten Besuch in Paris Poin- caré gegenüber erklärt haben soll, daß die Besetzung im gegenwärtigen Augenblick noch notwendig sei, um die Re­parationszahlungen sicherzustellen. Herr Gilbert wird nicht umhin können, sich zu Dieser Angelegenheit zu äußern,

*

Locarno und Versailles.

, Im Französischen Senat entwickelte sich eine außen­politische Debatte. Dabei kamen einige Redner auch auf die Montagsrede des deutschen Außenministers im Reichstage zurück. So sagte Lucien Hubert, der deutsche Außenminister habe erklärt, daß er die Räumung des be­setzten Gebietes nicht durch neue, über den Versailler Vertrag hinausgehende Verpflichtungen ersaufen werde. Es sei neu, daß Frankreich über den Friedensvertrag hinausgehen wolle, da es doch immer in seinen Verträgen geblieben wäre. Hubert glaubt nicht, daß Locarrro den FZLdrNSvdrtrag aufgehoben habe. Ohne organisierte Schiedsgerichtsbarkeit fei keine Sicherheit und ohne Sicher­heit keine Abrüstung möglich. Der zur Rechten zählende elsässische Senator Eccard bemühte sich um den Nach­weis, daß die Politik in Deutschland im Gegensatz zu den von Stresemann in Genf und Locarno gegebenen Friedensversicherungen stehe. Bei der Berührung der Frage eines osteuropäischen Paktes warf Briand ein, daß er in seiner kommenden Rede sich hierüber ausführ­lich äußern werde.

Wann antwortet Briand?

wtb. Paris, 2. Febr. Wie bereits berichtet, wird im Brr- louse der Finanzdebatte Ministerpräsident Poincarè heute nach- mittag in der Kammer das Wort ergreifen. Huf der Tagesord­nung des Senats steht die Fortsetzung der Besprechung derFa- terpcllation betr. Die Außenpolitik der Regierung.Petit Pa- risien" glaubt zu wissen, daß unter diesen Umständen unD ange­sichts der Tatsache, daß Briand den stenographischen Wortlaut ter zweiten Rede Stresemanns noch nicht durchgearbeitet haben dürfte, die Rede des Außenministers auf morgen oder vielleicht sogar ans kommenden Dienstag verschoben werden würde.Ma tin" dagegen nimmt an, daß Briand heute nachmittag seine an- gekündigte Rede halten werde.

Seid umschlungen, Millionen!

Es ist zum Trübsinnigwerden! Schon wieder ein Skandal, an" dem leider auch hohe Beamte wieder nicht ganz unbeteiligt sind, dem Schuldigen Hintergrund und Unterstützung gewähren, ohne genauere Kenntnis seines geschäftlichen Gebarens! Und durch einen plumpen Schwindel, indem er nur den Vornamen ändert, ge­lingt es dem vorbestraften Salomon Bergmann, dem Bankerotteur, der außerdem auch noch ein paarmal den Offenbarungseid geleistet hat, sich auch der Polizei gegen­über in eine Tarnkappe zu hüllen. Auch jetzt wieder der typische Jnflationsgewinnler, der bei der Stabili­sierung unserer Währung zusammenbricht.

48 Prozent an Verzinsung für das zur Verfügung ge­stellte Kapital das lockte. Das ließ jede Vorsicht außer acht. Und das lockte Höhe wie Niedrige zu einer Zeit, da man anderswo wohl nur den vierten Teil einer solchen Verzinsung erhielt. Niemand griff ein, weder die Gewerbepolizei noch die Industrie- und Handelskam» mern noch leider die Staatsanwaltschaft, obwohl entsprechende Anzeigen schon mehrfach eingetroffen waren. Ohne jede Überlegung erfolgten die Empfehlungen des Geschäfts durch hochstehende Begmte, die sich doch eigent­lich hätten sagen muffen, daß bei solcher Verzinsung, un­gerechnet noch die sonstigen Geschäftsunkosten, es nicht mit rechten Dingen, nicht reell zugehen könnte. Diesem Manne wurde Geld im Betrage von Millionen zur Verfügung gestellt, ivährcnd unzählige Kaufleute und Gewerbe­treibende vergeblich nach ein paar tausend Mark Betriebs­kapital schrien, lohnende Aufträge zurückweisen mußten, weil ihnen sein Geld zur Verfügung gestellt wurde. Die Versprechungen einer fast fünfzigprozentigen Verzinsung wirkten geradezu verheerend auf den privaten Geldmarkt. Freilich, der reelle Handel und das Gewerbe hätten so selbstmörderische Zinsen niemals zahlen können; das ging nur, wenn eben Betrug mit im Spiel war.

Wieder hat es sich mit drastischer Deullichkett herauSge« stellt, welchen Wert bisweilen solche geschäftlichen Referen­zen haben. Das Vernünftigste ist in einer von ihnen ge­sagt: selbstverständlich wird die Firma Bergmann nur solche Männer für Referenzen namhaft machen, von denen