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EMM jeden Werktag. Bezugspreis: monat- LJ z Mrk. Bei Lieferungsbehinderungen durch I Höhere Gewalten", Streiks, Aussperrungen, ° Lahnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Mxrüchc. Verlag Kriedrich Threnkiau, §ulda, Mitglied des Vereins Deutscher Zeitungsver- leger. Postscheckkonto: Arankfurt a. M. He. 16000
»r. 38 — 1928
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Kleine Zeitung für eilige Leser.
I * ^je Regierungsparteien haben im Reichstag eine Anfrage gebracht, was die Regierung zu tun gedenke, um eine Mere Bodenständigkeit der Landarbeiter herbeizusühren.
[ * ^eI Gesamtverband Deutscher Melallindustrieller hat beeilen am 22 Februar die Gesannaussperrung vorzunehmen, Ln bis dahin die Teilstreiks in der mitteldeutschen Melall- dsiistrie nicht beendigt sind. Es würden 800 000 Arbeiter tu Frage kommen.
* zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland sollen Lieit Verhandlungen über einen demnächst abzuschließenden Wedsgerichtsvertrag schweben
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Alte Kamellen.
hiiiraré hat die alte, fröhliche Gewohnheit seiner MuiNagsreden doch noch nicht ganz aufgegeben; sucht er Mimer wieder nach einer Gelegenheit, das tausendmal âiiMrochene Märchen der deutschen Kriegsschuld immer Ärm erzählen. Er ist überhaupt für das Mârchen- cWlen; eigenartig ist es, wie sich in diesem Kopfe dre Senmnaenheit malt. In Elfatz-Sothringen rumort es „„.er Der Oberfläche; dort will man sich doch nicht so nu- iidinat von Paris aus regieren lassen, wie es die sran- Mische Regierung wünscht. Man will die eigene Sprache Mohren, ist stolz auf seine alte Kultur und denkt än die Mn Versprechungen, die einst von Paris aus den ,,un- erlösten Provinzen" im Augenblick ihrer „Befreiung ge- mailt worben sind. Es kam aber alles ganz anders und so ist Die elsässische Autonomiebewegung gerade im Hm- bliSuusden Charakter dieses Volksstammes durchaus verglich. Sie ist keineswegs das Werk eines „kleinen ■äufleijjg“, wie es Poincars in seiner diesnraligen sonn- teePc auf einem Bankett in Straßburg hinstelltc, das
von elsässischen Bürgermeistern gegeben wurde. Er „ Wunderdinge erzählt, was alles der bevorstehende |$ro$ gegen die Autonomisten ans Tageslicht bringen irr^ @r hat gefabelt von intimen Beziehungen, dw fcli iutrmoirristen mit fremden — lies: deutschen —- po- löschen Kreisen hätten, und verbat sich mit geschwollenem Wihos jede Einmischung Fremder in die innen ^anz-)- sisâ« Angelegenheiten. Sein Hohn über jene Auto- noniiften,- bie es vorzogen, rasch über die Grenze zu gehen, sls sich verhaften zu lassen, ist mehr als billig, denn gegen bin Geiicralstaatsanwalt in Mülhausen, der die Unter, chlmg zu leiten hat, werden derartig schwere Vorwurse >c Asionfälschung und Aktenbeseitigung erhoben, daß das ie Verfahren von vornherein sehr stark naw K b i < ^tsjustiz riecht. Poincars wird also erst einmal matten müssen, ob jene Wunderdinge, von denen er ^Ä, nun auch wirklich bewiesen werden können.
Das Absonderlichste seiner Ausführungen aber nt shl die Behauptung, Frarekrsich habe nach 1871 sich angst- davor gehütet, nach dem verlorenen Elsaß-Lot ar: n gen blicken. Als ob es in Paris nicht Statuen der Verben Städte Straßburg und Metz gegeben hatte, die lähklich am io. Mai, dem Tage des Friedensschlusses, Trauergewänder gehüllt wurden! Zu ihren Füßen tden^ Kränze niedergelegt, vor ihnen mürbe die höfische Jngeitd gernahnt, niemals diesen Verlust bttgessen. Höchstens ein Poincarè kann bestreiten, sah ' Wancheideè, der Wunsch und der Versuch, die ver- ckcn Provinzen wicdcrzueroberu. Zielpunkt und Lett' » der gesamten französischen Politik seit 1871 gew-nen obwohl Deutschland es wirklich nicht an Versuchen hat en lassen, in ein besseres Verhältnis zu Frankrerch zu >ne». Jedesmal erfolgte aber von Paris aus die Ab- dvug unseres Entgegenkommens. Dies ist die oifto’ 'Wahrheit, die die Welt kennt. .
HJotHcaré hat dann im Anschluß an diese lmto- , b Donguichoterien schnell auch noch den ^enttdnit w Schuld an der Bewegung im Elsaß zugescarreben, / das war auch nur der Übergang zu dem, was Absicht seiner Rede war. Eine Wahlrede war 'denn am 22. April wird in Frankreich gewählt. also auch in Elsaß-Lothringen. Da gilt "nolgedessen, die Gemüter cinzuheizcn. So ganz / Bedenken ist man in Paris denn doch nicht, sich bei dieser Gelegenheit herausstellen würde, die . oiulstische Bewegung im Elsaß sei doch nicht ganz so j.^outend, wie man in Paris das immer behauptet und • .Q» auch Poincar« erklärt. Gerade deswegen hat ; letzt die Führer gcfaugcugcsetzt oder zum Verlassen --audes gezwungen. Der bevorstehende Prozeß lou viw?E tun und man wird ihn schon so aufziehen, wie ./puschen Absichten es verlangen. Aber alles va» M nuht verhindern, daß es im Elsaß unter der Ober- dc m^ter gärt. Unb daran ändert selbst die schönste l-vnicarès nicht das geringste.
„Nieder mit poincarè!"
bsâ?^âvas aus Straßburg berichtet, kam es bei der » L??"^aros zu einem Zwischcnsall. Als Porncaro ^Bug bestieg, rief der kommunistische Abgeordnete "d ch,^ ?ew Bahnhofsplatz: „Nieder mit Poincarol, ii. ^^"wr Freunde stimmten ein Pfeiff o it ritt lchüno^"S° stürzte sich, so heißt es in der Hapas- c zu L?ter, auf sie und die Polizei hatte große Muhe, fügt u^en. Sie mußte sie, von der Menge stark be- asten ?\ das Gebäude der kommunistischen Gewerk- brden Gleiten. Ein Schmied und ein Eisenbahner >w l”e0CÄ Widersetzlichkeit verhaftet. Gegen Hüber ’egen » } ans Mey stammenden Kommumstcn wurde ^stellt, "eidlgung des Ministerpräsidenten Strafantrag
Tageblatt für Rhön unö Vogelsberg Iulöa- und Haunetal »Zulöaer Kreisblatt Redaktion und Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 ❖ Zernfprech-^lnschluß Nr.-S- NachöruS -er mit ♦ versehenen Artikel nur mit TueUenangabe .Zulöaer Anzeiger'srstattet.
Fulda, Sienstag, 14. Februar
Aussperrung von 800 000 Arbeitern
Alle Näder stehen still.
Generalaussperrung' in der Metallindustrie.
Wie von Arbeitgeberseite mitgeteilt wird, hat der Ge ^amtvervand deutscher Metallindustrieller beschlossen, zur Ä .rftützung der bereits seit vier Wochen im Abwchr- campfe befindlichen mitteldeutschen Metallindustrie die Gcsamtaussprrrung in der deutschen Metallindustrie ab 22. Februar vorzunehmen. Bon dieser Massnahme werden insgesamt 750 000 Arbeiter betroffen, so dass von diesem Zeitpunkt ab einschliesslich der in Mitteldsrtschland aus- gesperrten Metallarbeiter 800 000 ArbeAer ausgesperrt sein würden.
Hierzu wird von Arbeitgeberseite erklärt, daß die mitteldeutsche Metallindustrie die Unterstützung der gesamten deutschen Metallindustrie in dem ihr ausgezwungenen Abwehrkampf gefunden habe, weil die bisher rasch aufeinanderfolgenden Lohnerhöhungen unter keinen Umständen fortgesetzt werden könnten, wenn der gegenwärtige deutsche Preisstand gehalten werden solle. Dies sei die unumgängliche Voraussetzung für die Aufrechterhaltung des jetzigen Beschäftigungsgrades.
Von Arbeitgeberseite wird weiter erklärt, cs sei zu fordern, daß das Schlichtungsverfahren nach einheitlichen wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolge. Es sei nicht angängig, daß, wenn einmal für einen großen Bezirk ein Lohnsatz von 78 Pfennig für angemessen und dann für verbindlich erklärt wird, kurz darauf, wenn es sich um einen kleinen Bezirk handelt, die Verbindlichkeitserklärung des gleichen Lohnsatzes abgelehnt werde. Da die gesamte deutsche Metallindustrie der Ansicht fei, daß der gegenwärtig noch befriedigende
Beschäftigungsgrad durch Preiserhöhungen nur verschlechtert werde und itutwiG-ujme .die.mühsam ^.wordene. Stellung auf dem Weltmarkt gefährdet sei, habe sie den von der mitteldeutschen MetaÜindustrie geführten Äbwehrkamps gegen ungerechtfertigte Lohnforderungen seiner grundfatz- Uchen Bedeutung wegen zu ihrem eigenen gemacht
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Acht die AeiHMsneMchl?
io Berlin, 13. Februar.
Die Ruhepause deS Sonntags. Die verschiedenen Partei- und Fraktionsberatungen der letzten Tage, selbst bet Hindenburg-Brief an Marr — alle Diese Momente haben feine Erleichterung bei Der schweren Krisenslimmung im innenpolitischen Leben gebracht Im Gegenteil, ganz unverhohlen rourbe heute von dem unmittelbar bevorstehenden und formellen Auseinandersallen der Regierungskoalition und Der Dantu verbundenen Auflösung des Reichstages gespiochen
Die Stellungnahme zum Hindenburg-Brief der an Die wichtigen, Dem Reichstag noch obliegenden Arbeiten erinnerte, hat Die Parteien wohl in Bewegung gebracht, aber keinerlei Klärung über das Grundproblein — Die abweichenden Anschauungen in Der Schulsrage — ungebahnt Die Deulschnatio- nale Polkspar,e> betonte, daß nach ihrer Auffassung Vic Mahiuing des Reichspräsidenten an Die Parteien in erster Linie Dahin gehe, sich über das Schulgesetz zu einigen. Nur dadurch würde auch eine wirkliche Voraussetzung für Die Erledigung Der anderen Ausgaben geschaffen werden, etc sähe es als erste Ausgabe an, alles zu tun, was in ihre» Kräften steht, um Die Schwierigkeiten zu beseitigen, die einer Einiguna über das Schulgesetz emgegenstchen. Also von einer Vertagnna dieses Kernpunktes wollen die Dcutschnauonalcn wenig wissen. Dagegen berührte Die Rcichstagssraktivn der Deutschen Volkspariei Diese Materie in ihrer Entschließung kaum, ist anscheinend mit einem Zurückstcklen etnver. standen und sagt nur, eine vorzeitige Auflösung des Reichs- Inges sei untunlich wegen Der anderen Dnngcnb nach Erledigung schreienden Aufgaben Die erste Sitzung des vS n ter« fraktionellen Ausschusses Der Regierungsparteien führte auch nicht weiter Das Zentrum 'vll vielmehr de. Deutschen Volkspartei nahegclegt haben, ihre Minister aus der Regierung zurückzuztehen. Beim Zentrum wie der der Bayerischen Volkspartes vertrete man Die Austastung, daß sich die Deutsche Volkspartei Durch ihre Haltung zum Sâmlgcsetz außerhalb der Richtlinien Der RegierungserklSrung vom 3 Februar d. I. und Damit außerhalb Der Rcgikrungsmchrhc.l gestellt liabc^ärt ^ Deutsche Volkspartei wieder, die Be- Häuptling. Die Haltung der Deutschen Volkspartei in der vrage des Schulgesetzes bedeute einen Bruch der «"einbarten Richtlinien. fet völlig willkürlich und finde weder ,n dem Wortlaut noch im Sinne Der vereinbarten Richtlinien die geringste Stütze Wer etwas andere« sage, zeige damit nur. ba_E er den Bruch Der Koalition wolle Im übrigen hatten Die volksparteilichen Vertreter '" Interfraktionell^ bereits erwidert, daß sie über Die Zurückziehung ihrer Minister selbst zu befinden habe» Inzwischen hat der R.-Äschul äusschuß der Deutschen VolkSpartc, es am Sonntag ur richtig erklärt, wenn Die Parte, v.e Ver kirchlich ung der Volksschule zu verhindern suche, und Die Haltung der Reichstagsfraktion ausdrücklich gebilligt und ihr Kumt Dan. ausgesprochen. Vom Zentrum hört man, «er Leranlaster des Vorstoßes gegen Die Volkspartei. Herr von &uérarD. beharre trotzdem bei seiner Meinung und werde dabe' von seiner Fraktion gedeckt Inzwischen bemerk, d'- !K-ln.fdic Volkszeitung zu Dem Schlußergebnis der Tagung des volkS- parteilichen SchulauSschufl-s. man könne diedort llemacht-n Ausführungen ruhig als G r a b g e 1 a n g für das Rc-chs- schulgesctz betrachten Es Durfte wentg Wert haben, noch weiter zu verhandeln.
Vnzergenprers: $ür Behöröen, Genossenschaft ten/Vanken usw. beträgt öieKlemzeile 0.30 Mk., für auswärtige Auftraggeber 0.25 Mk., für die Reklamezeile O.oo Mk. u. alle anderen 0.15 Mk., Reklamezeile 0.60 Mark ❖ Bei Rechnungsstellung hat Zahlung innerhalb 8 Tagen zu erfolgen ❖ Tag- und Plahvorfchristen unverbindlich.
5. Jahrgang
Der Zustand, daß jeder Tarifablauf die Gewerk- fchaften zu einer Lohnforderung veranlasse, sei voKswiri- 'chaftlich untragbar, da er zu dauernder Beunruhigung der Wirtschaft und, falls den Forderungen immer wieder nachgegeben werde, durch die aufeinanderfolgenden Lohn- und Preiserhöhungen auf die Dauer
zu einer Schraube ohne Ende und damit zu einer vollkommenen Unterbindung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie auf dem Weltmarkt führen müsse. Daraus ergebe sich, daß die Auseinandersetzung in Mitteldeutschland richtunggebend für die Lohnpolitik der deutschen Industrie werden müsse.
Generaldirektor Hillmann von den Krupp-Gruson- Werken in Magdeburg begründete in einer, Presse- besprechung die Stellungnahme Der Metallindustrie anch damit, daß die Gewerkschaften in Mitteldeutschland die , Verhandlungen plötzlich abgebrochen haben, obwohl eine Verständigung noch hätte erzielt werden können. Zur Begründung der ablehnenden Haltung der Arbeitgeber verwies Generaldirektor Hillmann ferner auf die stark gesunkene Nenkibilität der Metallindustrie. Bei 110 Maschinenfabriken z. B. sei der Reingewinn von 12^ Prozent vor dem Kriege auf 1, 4 Prozent im Jahre 19251926 zurückgegangen. Etwa drei Viertel aller Maschinenfabriken zahlen keineDividende mehr, und viele weltbekannte Werke arbeiten seit Jahren mit großem Verlust.
Abwartende Haltung des ReichsarbetiS- ministeriumS.
Das Reichs arbeit sMinisterium will zunächst abwarten. Bis zu dem entscheidenden Termin sind eS noch zehn Tage, und es ist zu hoffen, daß das Ministerium rechtzeitig energisch auf ein? Einigung zwischen den Parteien drängt, damit nicht ein für die ganze deutsche Wirtschaft unheilvoller Arbeitskampf heraufbeschworen wird. Es würde sich hier um den größten Lohnkampf in d^ ! deutschen Geschichte handeln.
Also ausgesprochener Kampsnulle auf O^t ganzen ober vielmehr i n Der ganzen Linie Der bisherigen Regierungsparteien Cb Da wohl viel Hoffnung vorhanden ist. aus ver für heule adeno anberaumten zweiten Sitzung »es Inter- fr a k l i o n e l l e n Ausschusses, Der über Die Ver- milllungsvo-rschl â ye ves Reichsinnenmimsters von Keuvell beraten soll, könne eine Einigung hervorgchen, er» scheint recht fraglich Komm, sie nicht zustande, Vann bürsten die Parteien kaum noch länger zögern können. nie io ort angebrobten Folgerungen zu .neben 'm 3 e n t r u m soll Die Meinung Dabin geben, Dev ‘ des Etats sein Hindernis m Del ^eg gci' . v. wenn drc anveren KoalHio-isparleien lieb vorbei Darauf pflichten. Dem Reichspräsidenten Die Auflösung des Reichstages unmittelbar nach der Verabschiedung des Etats zu empfehlen. In Der Rechtspresse werden Pläne erörtert über Einsetzung einer vorläufigen Geschäftsregterung, einer Beamtenregierung. .
Avcr betbeS würde wohl nur eine kurze schonsrisl beitten. Der in einiger Zeit fast mit Naiurnotw.-nrigkeit Die Auflösung folgen müßte Dann hätten wir Neuwahlen im Spätsrühling ober im Frühsommer.
Die politischen Folgen eines Scheiterns des Schulgesetzes.
Trotzdem wie gemeldet die interfraktionellen Besprechungen über eine Lösung der Schulgesetzfrage heute fortgesetzt werden sollen, werden bereits von der „Germania" und anderen Blättern die politischen Folgen erörtert, die sich aus einem Scheitern der Verhandlungen ergeben würden. Das Berliner Zent- rumsorgan erklärt, daß das Scheitern des Schulgesetzes nur zur Folge haben könne, daß die Koalitionsgemeinschaft unheilbar erschüttert ist. Wenn nicht sofort ein Bruch der Koalition erfolgen, sondern diese als eine Zwangsgeineinschaft noch für gewisse Zeit weiter bestehen sollte, so wäre dies nur dem Umstand z umschreiben, daß noch einige wichtige Notstandsarbeiten erledigt werden müssen. Es handelt sich um den Etat und den Nachtragsetat, das Liquidationsschädengesetz und die Hilfe für die Landwirtschaft. Was das Strafgesetzbuch anbetrifft, so werde nichts anderes übrig bleiben, als durch ein Ueberlei- tungsgesetz die bereits geleistete Arbeit zu retten. Ein solches befristetes Wcitcrbestehen der Koalition komme jedoch, dem Zentrumsblatt zufolge, nur dann in Frage, wenn die Verhandlungen über den Etat und Nachträgsetat beschleunigt werden. Es müßte eine Beschränkung der Arbeit auf das Notwendigste Maß erfolgen. Es würde dann mit einer Verabschie^- bung des Etats und des Nachtragsctats innerhalb von vier Wochen gerechnet werden können, sodaß die Wahlen in die erste Hälfte des Mar — man spricht vom 13. Mai — fallen würden.
Die Zentrumsabgeordnctcn v. Euörard und Stegerwald haben gestern den Reichskanzler Marx ausgesucht, um mit ihm die Lage durchzusprechen. Sie haben den Reichskanzler von der oben skizzierten Stellungnahme des Zentrums unterrichtet, und, wie es in der „Voss. Ztg." heißt, soll Dr. Marx sich mit dem Vorschlag einverstanden erklärt und seine Bereitwilligkeit ausgesprochen haben, unter der Voraussetzung, daß die anderen Koalitionsparteien keine Einwendungen erheben, dem Reichs» Präsidenten in diesem Sinne seine Anträge zu stellen.