Zul-aer Anzeiger
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^r. 45 —1928
FulÄa, Mittwoch, 22. Februar
5. Jahrgang
©tosen spricht in Genf.
Deutschlands Standpunkt.
^ic zweite Sitzung des Sicherheitskomitees in Genf tiMe eine vielbeachtete Rede des deutschen Vertreters. Tiaatssekretärs z. D. von Simson. Die Rede wurde von »ii Seiten als das Bemerkenswerteste b^jdjnet, was ^ Verhandlungen bisher gezeitigt hatten. Sie entsprach M Gedankengängen, welche die deutsche Regierung bis- dki schon entwickelt hat, erweiterte diese aber noch und -nMstc sie durch bestimmte Vorschläge. Herr von Sim- sm begründete in der Hauptsache folgende Anregungen:
s Ein Abkommen, in dem sich die Staaten vcryflich- toi, einstweilige Verfügungen des Bölkerbunvrates »us- Mhren, nach denen im Konfliktfalle alle vorgreifenden Mmehmen hinsichtlich des Streitgegenstandes verhindert werden sollen,
2. ein Abkommen, nach dem die Staaten sich vrr- Pslichtcn, im Falle einer Krise die Aufrechterhaltung des militärischen Standes wie bisher zu sichern,
3. ein Abkommen, nach dem im Falle des Ausbruches ton Feindseligkeiten die Empfehlungen des Rates zum Aschlnst eines Waffenstillstandes angenommen werden, wobei die bereits in das Gebiet eines anderen Staates kinsedrungenkn Truppen zurückgezogen und eine neutrale Seite zwischen den beiden streitende«? Staaten geschaffen werk
Dem Gedanken der regionalen Pakte steht der deutsche Nieter wenig erwartend gegenüber. Rach dem Deut» Km delegierten sprachen der japanische Vertreter Sato fWdcr polnische Vertreter Sokal, die beide die deutschen k Sitzungen als sehr interessant bezeichneten. Jns- f Wherc - forderte Sokal eine gründliche Prüfung der '^^W über den militärischen Stand beim AnsbWch von' "Äp-seligkeiten.
Dsr Moskauer Plan
^M einer amtlichen Meldung siebt der von der russischen '^olegation in Genf überreichte Gmwasfnungsvorschlaa Mende Punku vor-
i völlige Abrüstung innerhalb von vier Jahre». Berens 11,1 ersten Jahre soll eine Herabsetzung Der Heeresstärke um ’ ■ Prozent dufchgesührt. alle Gaffenvorrätc sollen vernichtet. «!>c Kriegsiustiiut« aufgelöst und dir stuft und StiegSslotle °!v Äampsmittel stirbt mehr verwende! werden 2 Für Die Renten drei Fahre schlägt der Entwurs eine vollkommene ^.Mobilisierung der Armeen, Die Zerstörung per bei den uupxciucilen noch vorhandenen Waffen sowie die Umstellung ^' Kriegs- und Luftflotte und auch der Kriegsindustrie aus Vicdenszweckc vor 3. Die Budgets des Kriegs- und Marm. - Allister ien sollen anderen Ministerien ini Durchführung der ^riistung überwiesen und nur als Unterstützungen für du ^mobilisierten Soldaten verwendet werden, bis diese ander
Nachklänge zum Krantz-Prozeß.
^« der Frejhmh erfolgte. ■
1 \ 11 r! cilsh c ii r ü 11 d u 11 g i in K r a n 0 P r 0 z c ß. hi tiniJ^V ^^ Moabiter Strafgerichss hob sich, wie das "blich-H -J°’c,'‘?.n großen Prozeß pi.erwarten war, von Den lowjV, Ennaiiuristifchcn Jenen durch tiefschürfende phiso- 'g»,-H. ^cbnüfengängc pvriciihasl ab. Es handelt sich dir â;. > n J”n "" alltägliches Erlebnis. Sehr Dcudtdi hat Wetli^-^ Strafverfahrens ausgezcigl, zu welchen rtUtenh ^ führen taun und führen Hwß, wenn die wirb le hf V* Pflichtbewußtsein- und Selbstzucht erzogen s?ur* die Diesem Prozeß zugrunde liegende "or>(„ i'^F'^^ll neue, aber wcrivvut Lebrc bestätigt infoititH, qj4’\!u her Fugcndcrzichung in erster Linie daraus "^ziibjss,.,, iu^llbeWußWu in Verbindung mit Willensstärke !> höb^ ,,. .""^ ^rtzuentwickeln. Solche Eharaktcrschulung Nle« 'm ^!^" als Wissensmacht und Geisteskraft.
'"'durch 'VJ-f "Zustellung des Tatbestandes anlangt, so wird sie baß gerade die wichtigsten Elemente zur Gj^,,^ "^ Tatbestandes fehlen, nämlich die Bekundung P'°* ^ und Hans Stephan, Den bei Den Toten ^'Rflcbiteh-t« m Gewisscnhafteste Prüfung, aller
1 VnrrrmfHi âwcismittel tat not, denn nach dem «schein ^««(öot.-i r.«^^" sowohl was Die ersten Aussagen des bgén ; n lclbH als auch die 'Befunbungcn der bei Den ein 'Grifft 'o'nnen, Der Hilde Scheller und Ellinor Ratti mr ginn im . ^
Tret ft' ■ 111 "ß* 11111 ben Kopf des Angeklagten.
^ik'iö-i,?"^ "übölt die Anklage. Erstens Den unerlaubte» ftd^ jâ;.^ »weiten« Die Verabred»«» zur Ermordung Der JHNag ‘ l-?niien« die Beteiligung (in Günter Schellers ^fieubcfiii« »bepyan. Zu dem Punkte „unerlaubter ^ifeiijcbcm lVilct,t'"’ än sagen. Tr.r An geklagte batte keinen Plt’rt'Diiuo'ii(,„‘^ «'bi er selbst zu. Also bat er gegen die .rFerabrkd ' ‘r den Wafscnvcsitz gefehtl. Die Anklage wegen 11 d,? vu j, i ,1,m Morde" uw der Hilde Schell ört ist zuletzt ( ^(^ bmeingetcmm?.-.
; .""Heu uu ‘ u - "L-orrfpruch^ in dc Aussagen der beiden .ar ' ^ugm-en Gilde Stiniler und Ellinor Raul -
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r^1 jU toi£.^ bes Angetlaglen von seiner Unschuld z^^^'l otier11?.1“" bül' Momente nämlich. Die für seine Mil
-fT'^drua "undesien für seinen nicht energisch genug !-iH'"'!'ü:ei, «77ÜN0N Versuch. Die im Zustande Der Welt Bum tretet 'm ^ocnvcrachreMen Stimmung iöner Nach«, I ' "'"riipD .l”eMbc)timmttiig gelrosfene „Verabredung" " < leren" sprechen, lassen sich auch daraus er
weitige Beschäftigung gefunden haben 4 Tie Kontrolle über die Durchführung der Abrüstungskonvents cn in Den einzelnen Ländern sollen stündige internationale Kontrollkommissionen übernehmen, denen Vertreter der gesetzgebenden Körperschaften, der Öffentlichkeit und der arbeitenden Klaffe angeboren sollen.
Französische Meinungen.
In der Dicnstagsitzuiig des Sicherheitskomitees nahm der französische Vertreter Paul-Boncour das Wort, der die deutschen Anregungen als außerordentlich interessant bezeichnete, jedoch hinzufügte, daß sie nach seiner Auffassung nichts wesentlich Neues bringen. Er betonte, wie stark Sicherheit und A b r ü st n n g miteinander verknüpft seien. Für eine fühlbare Herabsetzung der Rüstungen seien meßbare und greifbare Sicherheiten als Ergänzung der durch Den Pakt geschaffenen Sicherheit notwendig. Weiter warnte er vor einer weiteren Untersuchung des Artikels 16 über die wirtschaftlichen, finanziellen und militärischen Sanktionen, da eine solche Untersuchung zurzeit aussichtslos wäre und vielleicht das Gegenteil der gewollren Wirkung zur Folge haben könnte, wohl aber unterstütze er die Aufforderung, den Artikel 11 über die dem Völkcrbundrat gegebenen Vcruultlungs- und SchlichtiingSmögliMèiten weiter zu durchforschen. Für Den Fall militärischer Vorbereitungen zweier Staaten trat er für die Einsetzung einer internationalen Kontrolle ein.
Nach einigen Bemerkungen des finnischen Delegierten teilte der Präsident des Ausschusses, B e n e s ch , mit, daß die GeneraldebgUe wahrscheinlich am Mittwoch abend zu Ende gehen würde Die nächste Sitzung ist für Mittwoch vormittag einberufen worden.
Auffassung in Berlin.
In Berliner politischen Kreisen rechnet man damit, daß die Verhandlungen des SiÄerheitskomiiccs in Gens bis kurz vor Dem Beginn oe» Tagung oes Völkerbund- rätss dauern werden, die am 5. März beginnt Nach Der Generaldebatte werden die Verhandlungen in der Kom- miflionsarbeit fortgesetzt werben. Man erklärt sich mit den Anregungen Simsons in Genf vollständig einverstanden. Im Anschluß an Die Ratstagung des Völkerbundes wird am 15- März Die Vorbereitende Abrüstungskonferenz ihre Verhandlungen sortscyen. Deutschland bleibt bei der stets vertretenen Auffassung, wie auch Simson in Genf sagte, daß die Abrüstung eines der wesentlichsten Elemente der Sicherheit varstelle. Nicht zu billigen sei der Gedanke, daß auf Dein Gebiete der Ab rüsimig nur Fortschritte erfolgen könnten wenn das Sicherheitskomitee zu ganz bestimmten prifritocn Ergebnissen gelange. Man hofft, daß es diesem Komitee ge- Uh gen wird, positive und praktisch brauchbare Arbeit zu leisten. Hieran werde Deutschland bereitwillig mit. arbeiten.
klären, daß Krantz dem (Munter scheuer gegeniwer „Komovic: spielte".
Bei der Bemessung des Strafmaßes wegen unerlaublenl Waffenirggens war zu berücksichtigen, einmal, daß Der An < geklagte ein junger Mensch und bisher nnbeftratt, anbererfciteS aber, daß der Angeklagte Don in seinen eines Unreifen! - Händen befindlichen Revolver in einem Augenblick ans Der Hand gab, in dem er Wissen mußte, daß der Revolver in des gereizten Günter Schellers Hand Unheil wirken mußte. Daher kam das Gericht zu einer Gefängnisstrafe von Drei W 0 ch c n.
Das Urteil wurde von Den Hörern mit lautem Be i fall ausgenommen. Vor dem Gerichtsacbäuvc wurden Krantz Dvanonen hargebraebi.
Krantz macht sein Abitnrientencxamen.
Der Primaner Krantz ist wieder in das Kraukenvans zu rückgekchrt. Er wird Dort noch wenige Tage unter ärzNicher Aufsicht bleiben, unt Die qcsimdbcir.^schädlichen Folgen Der Untersuchungshaft und Die Aufregungen des Prozesses zu überwinden. Dann wird er sich erneut aus Die Rcnfcprusun^ vorbereiten. Rechtsanwalt Frcv bar Der A»trag gestellt, Krantz zur Reifeprüfung trotz Der Vor FEtz' zuzulaßen -. es ist bereit > von Der schulderwakmng in Ansfichi gestellt, ^aß der Annag: genehmigt wird.
Protest der Hausfrauenvereine.
Anläßlich eines im Berliner RÄchswinschaftsrat von Der Zentrale Der Hausfranenvereinc Groß Berlins veranstalteten- DiskufsiouSuachmitiags wurde auch Stellung nun Krantz Prozeß genonuncu. Ans Dem Gedanken heraus, daß Der Berufsorganifmion Der Hausfrauen nicht nur Die Wirtschaft liebe ,Förderung des Hausbaltcs am Herzen liege, sondern ebensosehr die Frage der ethischen und mo-alischen Belange Der Familie, leite Die Organisation der Hausfrauen ihr Recht her, protestierend gegen die Art Der Behandlung. Die dieser Prozeß von Der Zn ui; und einem ! eil der Presse vor der Öfsenilnd - kcil gefunden habe und die zu einer
Gefo.br für die Jugend
geworden sei, vorzugebcn. Einstimmig, wurde folgende Eni nuließung angenommen: Die Zentrale der Hausfranenvereinc Gr oh Berlins (Landcsverhaud des Rciciisvcrbandcs deutscher HaussrauenvereineI hat mit Sorge und Befremden aus den Bettungen die bogenlangen Erörterungen über geschlechtliche Vorgänge aus dem Mordprozeß Krantz ersehen. Sie kann nickt anerkennen, daß an der öffentlichen Bekanntgabe so häßlicher Vorgänge ein dringendes Allgemeinintcresse besteht, und ricktet daher namens der in ihrer Organisation nnammcnacschloffenen
Hausfrauen und Mütter an den Herrn Zustlzmtmßcr als nein berufenen Vertreter gesunder und moralischer Rechtspflege das Ersuchen, sich dafür einzusetzen, daß, sofern in Prozessen eine breitere EröAcrung geschlechtlicher Vorgänge unerläßlich erscheint, dann durch Ausschluß der Öffentlichkeit oder sonst in geeigneter Weise Vorsorge getroffen wird^ daß nicht dadurch ^as Schamgefühl verletzt oder die Phaniafke der Jugendlichen vergiftet wird.
Was sagen Sie bloß zu diesem Prozeß?
Von Thea Hohenfels.
Primanerliebe — sie ist eigentlich nichts Neues. — Zu allen Zeiten hat sie existiert. Zu allen Zeiten ist eS vorgekommen, daß der Junge, in dem der Mann erwachen will, das Mädel, das Die Kinderschuhe austritt, nach einander Ausschau halten und sich verliebt in Die Augen sehen. Schon unsere Urururgroßeltern taten das, als sie jung waren. Sie haben sich auch getroffen auf stillen Parkwegen, wenn Der Flieder blühte und der Mond über die Berge sah. Sie haben sich wohl auch zu verstohlenem Händedruck, ja auch — gestehen wir es ganz ruhig ein. — zu verstohlenem Kutz zusammengefunden.
Der alte Den^Akiba hat schon recht, es gibt nichts Neues unter der Sonne: auch die Vorkommnisse, die im P r 0 z e tz .Er a n y zur Verhandlung standen, sind nicht, neu. Warum wurden sie trotzdem zur Sensation? Warum hietz in den letzten Wochen in Stadt und Land und überall, wo Menschen, sich trafen, die erste Frage immer: „Was sagFn Sie blotz zu diesem Pro-- z e tz ?" Man bat sehr viel über ihn debattiert, mdn hat ihn von allen Seiten beleuchtet und durchgehechelt und seine — beinahe hätte ich gesagt — Darsteller mit ihm. Was was cs, das die „alte Geschichte" mit eincmmal so völlig neu, so aufreizend neu erscheinen ließ? Vielleicht, daß da noch etwas Neues darüber lag? Etwas, was sie herausrückte aus dem Rahmen bisherigen Geschehens?
Immer hat Jugend im Übergangsalter ihre Sinne spielen lassen und nach dem anderen Geschlecht aus- geschaut, sagte ich: — daran liegt es gifo nicht. Es^ ist aber so, daß man früher solche Dinge in der Stille ab- machte, M& vor allen Dingen E l t.e r n da waren, die über die halbreife Jugend wachten und ihr ungezügeltes, jäh erwachendes Sinnenleben leise und zart unter Oberaufsicht nahmen. Jugend hat feine Tugend, sagt man. Man Darf sie also nicht in Versuchung führen, man Dars ibn nicht Gelegenheit geben, jugenoliche. Unbeherrschtheit übir Die Stränge schlagen zu lassen.
Die Verhältnisse im Hause Schelle^ sind glücklicherweise noch nicht typisch für das deutsche Farntttenleben. Im Lande draußen, in den kleinen Städten der Provinz kennt man sie nicht. Aber sie mahnen uns, sic nicht typisch werden z u lassen. Daß sie es aber werden können, diese Gefahr liegt sehr nabe, und das ist es, was diesen Prozeß so aufpeitschend machte. Unsere Ureltern hatten es verhältnismäßig leicht, ivac^ same Augen ans ihre Jugend zu halten. Das Leben riß die Halbwüchsigen noch- nicht so stark heraus aus dem Elternhause, wie das heute geschieht. Sie waren a-ucli noch nicht gezwungen, Den Kampf um das Dasein aufzunehmen, sie hatten noch seinen eigenen Verdienst, sie waren abhängig von Vater und Mutter und blieben das oft beinah Dis zur Mündigkeit. Das gab den Eltern von vornherein H n t e r Hä t, das ließ Die Kmder sich fügen unter vernünftiges Gebot. Sie taten dqs mitunter auch mit Grollen und mancher junge Bengel hat wohl schon damals, genau so wie heute Nan6, gescholten und gemurrt tvider die „Unvernunft Der Alten" und Die Spießige seit Der Lehrer. Aber er tat da.- hübsch für sich, fügte sich doch und fügte sich solange, bis er eines Tages einsah und mit Dank begriff, daß die Unvernunft der Alten im Grunde genommen ganz vernünftig gewesen war.
- Man bat die Frage aufgeworfen, ob cs. richtig gewesen sei, diesen Prozeß in voller Offene lichkeil zii v e r handel n. Es lassen sich viele Gründe für und wider an führen. Ein Gutes wird die Öffentlichkeit gehabt haben: wenn Der Prozeß den Alten, den Eltern wie den Lehrern und den Erziehern, ein Licht bat a it s g e h e n lassen über das, was unserer Jugerrd droht, baph hat er ein K 111111 r w c r k getan. Vielleicht dämmert es doch ans vcrfcbicDcnen Zeiten, daß es so nicht ivoitergebt, wie man es bisher gehen ließ. All Die schönen, modern sein sollenden Erziehnngsgrunb sätzc, nach denen sich Der Halbreife aus sich selbst heraus entwickeln und seiii Leben formen soll, sie haben in diesem Prozeß ein rettungsloses Fiasko erlebt. Halbreife sind Erziehungsybjestc hieß es in einem der Gerichtsberichte - ja, dag sind sie allerdings. Es tut not, daß wir uns darauf ivicdcr besinnen und es Den Halbreifen selber klarmacheu, daß sie cs sind. Dabei kommt es natürlich daraus an, daß Die Erziehung auch richtige Wege geht. Nicht der Prügclpädhgöge, nicht der Autoritütsscr, der einig nebenher grämelt „du sollst und du sollst nicht" - der Fre u n d soll im Barer, die F r e u n d t u in der Mutter neben der Jugend stehen. Wer eine Bergtour in das Hochgebirge machen will, nimmt sich tinen Führer und vertraut sich ihm an — bedingungslos. I ft nicht auch daS Leben der Jungen e i n W e g bergan? Macht ihr Eltern, ihr Väter und Mütter, daß eure Rungen nnp Mädel in euch Den Führer setzen, dem sic ohne Widerrede folgen, sicher, daß er allein sie am besten an allen Abgründen vorüber, durch alle Wetzer intD Gefahren hindurch zur strahlenden Höhe führen kann. Nur Erziehung, die solches Vertrauen erwirbt, ist wirk liebe Erziclmng, nur durch sie werden Sumpfblüten ver mieden, wie dieser Prozeß sie uns vorgefühtt hat.
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