fulöaer Anzeiger
..^nt jeden Werktag. Dezugsprek: mvaat.
mgck. Lei Lieferungsbehmöerungen durch Mere Gewalten', Streiks, Aussperrungen, «fcnfntrre usw. erwachsen dem Dezieher keine Tüche. Verlag Medrich Eh-enklau, §ulüa, Km des Vereins Deutscher Zeitungsver. kg« Postscheckkonto: Zrankfurt a. SL Nr.^6oos
Tageblatt für Rhön und Vogelsberg
ZulSa- und Haunetal *Zulöaer Kreisblatt
Re-aktion und Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 ♦ Zerrrfprech-finfchluß Nr. 984
Nachdruckter mit* »trftbetien NrNtrlnur mit «ItzrLrmmgvde.Zul-a«finzLiS^Sestattet.
Kazeigenprers: §ür Schörüen, Genossensihas. ten,Sanken usw. beträgt dieKleinzesie 030 Hit., für auswärtige Auftraggeber 0.25 Mk., für die Reklamezeile 0.?0 Mk. u. alle anderen 0.15 !M., Reklamezeile 030 Mark ❖ Sei Rechnurrgsstel- fang hat Zahlung innerhalb 8 Tagen zu erfolgen » Tag- und Platzvorschristen unverbmölich.
5-1928
Fulda, Freitag, 9. März
5. Jahrgang
Mâ Zetkuny für eNsge Leser —
r^r Völkerbundrat hat beschlossen, die 1926 ausgetretenen tat« Brasilien und Spanien wieder zum Beitritt aufzu- wm.
h Metallarbeiter Berlins haben den Schiedsspruch des MÄers abgelehnt; der Reichsarbeitsminister Hal jetzt zu Weiden.
l England richtete wegen der andauernden Zwistigkeiten mit eine scharfe Note nach Kairo.
König der Wahabiten hat den Feldzug gegen die WK» Schutzgebiete Irak und Transjorvanien begonnen.
Verkehr tut not.
I U Reichsverkehrsministerium ist zu einer kleinen zusammengeschrumpft, aber seine Bedeutung ist
Wig gewachsen. Während die Reichsbahn selbständig »MM ist, aber unter dem Druck der Dawes-Lasten gar L baran denken kann, ihr Netz auszudehnen, sondern »mit begnügen muß, ihren Betrieb auf der Höhe zu Eten und nur die unbedingt notwendigen Verbesserun- MiMführen, sind gerade die Zweige des Verkehrs, die Khefem Ministerium angeregt und geleitet werden, in Wachsen.
■ $or ein paar Tagen hat der englische Verkehrs- mitgeteilt, im vergangenen Jahre seien auf der Mimen Eisenbahn 47 Millionen Fahrgäste weniger be- M-Ätvorden als im Jahre 1926. Grund: der empor- MMde, sich ins Ungeahnte ausdehnende Auto- »itkhr. Der hat auch in Deutschland eine Entwicklung Lm, wie man sie selbst in der Nachkriegszeit kaum ■Jiiglid) gehalten hätte, und daran hat das Reichsver- - MÄrißerium seinen voll gerüttelten Anteil. Es sind M.iiftwagen und die Kraftlinien, deren MW und immer dichtet ganz Deutschland überzieht. MWahn beteilig^ sich nicht daran, aber die Post tüt M ::: allem eine große und immer noch steigende 9ln= M «isiast mit Unterstützung
»«OTber der Länder gegründet werde« und sich i WAeils ausgezeichnet rentieren. Dieses moderne Ver- WÄiel kann sehr leicht eine Bresche in verkehrsarme Mkaiischlands legen, wo der Bau einer Eisenbahn aus MÄlstätsgründen eine Unmöglichkeit ist. . Viel kann hier noch geschehen. Es darf nicht mehr vor- daß es größere Dörfer, ja kleinere Städte gibt, bét nächsten Eisenbahnstation ein paar Meilen sind und sie nur auf eigenem Fuhrwerk erreichen Mit geringen Mitteln ist dem abzuhelfen und die Witting lehrt, daß die Verkehrsmöglichkeit zu stärkerem WM geradezu anreizt und daß infolgedessen neu ein- WEie Verkehrsmöglichkeiten sich auch dort rentiere«, Rechenstift dies vorher verneinte. Wenn das WWehrsmnnsterimn in den Grenzen finanzieller Weiten hier treibend und fördernd vorgeht, so wird WEich d a § platte Land ihm bafür dankbar ■ -ein sonstigen Ausbau des Verkehrsnetzes sind aber W ^tnge Grenzen gesetzt, vor allem dem Ausbau des Wietzes. Dabei spielt bekanntlich der M i t t e l l a n d- eine besondere Rolle. Selbst ältere Zeitgenossen w kaum noch des berühmt gewordenen Wortes „Ich werde mir doch mit diesem Lausekanal den Bauch stoßen lassen." Der Streit ist ver-
M der damals so hohe Wellen schlug. Aber der MaManal wird wohl erst in sechzehn Jahren fertig ostdeutsche Landwirtschaft hat andere Sorgen !w Furcht, durch den Bau des Mittelland- KJSt die ausländische Getreidekonkurrenz bis in 5 Osten hineingeführt werden.
L ^ erfreuliches Bild zeichnete der Minister LA Emporblühen der Luftschisfahr t. L A mutz man schon sagen, denn der Zeppelin wird L. ,1' überqueren, seine Aufgabe wird cs sein, den LtoiTS1^ Zur Wirklichkeit zu machen und das ^i-s.^ dabei übrigens auch finanziell beteiligen. A Luftschiffahrt die eigentliche Luftfahrt, die ■ des Flugzeugverkehrs. Da können wir ! tiJjA - D e u t s ch l a n d i n d e r W e l t v 0 r an ! vermieden, den Rummel der Ozeanfliegerei icli-AA Amerika soll es ja schon einen Verein len. ^uten geben, die über den Ozean fliegen b?t in J deutsche Luftfahrt steht auf festerö'm Bode«. W inn« < lm besetzten Gebiet noch immer unfrei, ^Zsiiin^ im eigentlichen Hoheitsgebiet der Be- 1teieiAe' Eifrig wird denn am Ausbau auch dieses Flicker N ^arbeitet; liegt doch — uub das ist ein "cm0 JAA^ — Deutschland im Mittelpunkt Widtton ^enLttftverkehrs und ist bestrebt, M we'ro? dieser Vorteil in sich schließt, möglichst ^'’inifJJ "sinnliche an der Rede des Reichsver- 11 ihre A , vr wohl die Ankündigung, daß die Eisen- Jr SeithiA'c nicht erhöhen werde. Vor h ^treten nämlich, eine solche Tariferhöhung . ^unij'; ^ ist vermieden worden, weil es cin- > i" »ich -„werden mußte. Täriferhöhüngen be- Jn ivir auch Einuahmeerhöhuttgen und so Ju uu laufenden Jahre vorläufig nicht ^l>t. nl“ das, Gott fei es geklagt, bisher schon
^^ auf diese Zeitung derzeit entgegengenommen.
Aufforderung zur Rückkehr nach Genf
Spanien und Brasilien sollen nicht beiseitestehen.
Wiederbeitritt gewünscht.
Bei Beginn der Donnerstagsitzung des Völkerbund- rates schlug der Präsident, der kolumbische Delegierte Urrutia, dem Völkerbundrat vor, ein von dem Präsidenten des Rates im Namen sämtlicher Mitglieder unterzeichnetes Schreiben an Brasilien und Spanien zu richten mit der Aufforderung, ihre Beschlüsse aus Austritt aus dem Völkerbund einer Nachprüfung zu unterziehen, um eine Rückkehr der beiden Staaten in den Völkerbund zu ermöglichen. Der Präsident wies daraus hin, er sei überzeugt, daß alle Mitglieder des Rates seine Ausfassung teilten, da es Aufgabe des Völkerbundes wäre, im Interesse des Friedenswerkes des Völkerbundes das möglichste zu tun, um die wertvolle Mitarbeit Brasiliens und Spaniens im Völkerbund für die Zukunft zu sichern. Die Regierungen von Brasilien und Spanien müßten aufgefordert werden, zu prüfen, ob die Gründe, die im Jahre 1926 ihren Beschluß veranlaßten, heute noch so schwerwiegend seien, daß der Beschluß weiter ausrechjerhalten werden müßte. Der Rat müßte den beiden Mächten ans seiner Verantwortung gegenüber der Welt und den Friedensaufgaben des Völkerbundes heraus den Beweis geben, daß er aus eine Zusammenarbeit mit ihnen den größten Wert lege.
Der Präsident schlug Vor, in einer der nächsten Sitzungen des Rates den Text des Schreibens an die beiden Regierungen dem Rat vorzulegen. Die übrigen Ratsmitglieder schlossen sich dem Vorschläge des Präsidenten an.
3ni Namen der deutschen Regierung erklärte Retchsaußenminister Dr. S tr e s e m a n n, er habe es stets als ein besonders schmerzliches Zusammentreffen der Ereignisse empfunden, daß in dem Augenblick, als Deutschland in den Völkerbund eintrat, zwei große Nationen ihre Mitarbeit am Völkerbund einstellten, wodurch eine empfindliche Lücke entstanden sei. Spanien und Brasilien seien zwei Länder, mit denen Deutschland in nahen und freundschaftlichen Beziehungen stehe. Der Wert ihrer Mitarbeit im Völkerbund brauche daher von ihm nicht besonders hervorgehoben zu werden. Beide Länder seien zweifellos berufen, in Zukunft im Interesse des Völkerbundes erneut sehr wertvolle Dienste zu leisten. Er sönne daher nur aufrichtig das Vorgehen des Ratspräsi. denten begrüßen.
Ungarn und Rumänien.
u n
Interesiant war in der Sitzung noch die Behandlung des g a r i I dj e n Optanten st reites, wobei der ungarische
Orden und Tèiel.
E r k l ä r u n g e n d e s R e i ch s i n n e n m i n i st e r s.
Die Frage der Wiederverleihung von Orden und Titeln, die in der letzten Zeit wiederholt besprochen wurde und auch bei der Anwesenheit von Aman Ullah in Berlin eine Rolle spielte, wurde wieder im Hauptausschuß des. Reichstages behandelt. Für die Wiedereinführung der Orden plädierte ein weiblicher Abgeordneter der Bayerischen Volkspartei, Frau Lang. Sie fragte mit Bezug auf den Besuch des afghanischen Königs, ob es denn schöner sei, statt der Orden — Zigarettenetuis zu verteilen.
Reichsinnenministcr v. Keudell erwiderte, daß bic Wiedereinführung von Orden in erster Reihe vom aupen- politischen Standpunkt aus interessiere. Das hat man in der letzten Zeit oft gehört. Das Auswärtige Amt empfindet es als schmerzlich, daß es nicht die Möglichkeit hat, hervorragende Persönlichkeiten des Auslandes mit Orden»- auszeichnungen zu bedenken. Man müsse sich für erwiesene Freundlichkeiten mit anderen Aufmerksamkeiten revanchieren, die weit teurer zu stehen kommen und doch nicht so hoch in Geltung stehen, weil sic nicht sichtbar zu
^Dr. v. Keudell vertröstete auf die Zukunft, die vielleicht — im Wege einer Verfassungrändcrung — die Orden und Titel ivieber bringen werde.
ZLn Saud im Vormarsch.
Die Führer der drei wichtigsten Araberstänlme an der Grenze des Iraks haben mit ihren Truppen nach einer Zusammenkunft bei dem König der Wahabiten, Ibn Saud, den Vormarsch in der Richtung auf Koweit und Transjordanien nngetreten. Wenn Ibn Saud seine gesamte Macht von mindestens 300 000 Mann gegen Transjordanien und das Jrakgebiet einsetzen sollte, so würde die Entsendung bedeutender britischer Streitkräfte nach. Bagdad notwendig werden.
Die Regierung von Palästitla trifft beschleunigt Verteidigungsmaßnahmen gegen die Bewegung des Waha- ditenköuigs Ibn Saud. An der transjordanischen Grenze wurde der Kriegszustand verhängt. Alle auf Urlaub befindlichen Offiziere und Mannschaften sind zurück- gerufen worden. Die in Ramle in Palästina stationierte zweite Panzerwagenkompagnie der britischen Luftstrclt- kräfte ging nach Amman ab. Aus Ägypten sind Truppen und Flugzeuge, von denen jedes 20 Mann fasten kann, nach Amman abgesandt worden. Man hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, daß es sich nicht als notwendiger^ weisen wird, die verfügbaren Verteidigungsstreitkräfte zu verstörten.
Verireter, Gras A p p 0 n h i, u a. erklärte, die ungarische Regierung sei zu. ihrem großen Bedauern nicht in der Lage, fieb den Vorschlägen des tn Genf eingesetzten Dreierkomitees anzuschließen. Tie ungarische Regierung habe der rumänischen in der Oprantenfrae praktische Vorschläge gemacht, woraus diese mit einer Art Ultimatum geantwortet habe. In Erwiderung auf die Ausführungen Apponvis entwickelte der rumänische Außenminister Titulescu den Standpunkt der rumänischen Regierung zu den ungarischen Vorschlägen. Die ungarische Regierung fordere eine bevorzugte Berücksichtigung der ungarischen Optanten, indem sie die Entschädigung für die Ungarn in Goldwährung verlange, während die übrige rumänische Bevölkerung die Folgen des Währungszusammenbruches in Rumänien zu tragen hätte. Ungarn besäße kein Recht, eine bev^zugte Stellung zu verlangen.
- *
Oberschlefische Krage.
- Der Vökkerbundrat behandelte Mittwoch nachmittag noch eine Reihe von Fragen, deren wichtigste eine vom Deutschen Volksbund in Ostoberschlesien direkt an den Rat gerichtete Petition wegen der Schaffung einer Minderheiie »schule in Bicrtultowy, Kreis Rybnik, war. Die polnische Regierung erklärt dazu, die Frage eigne sich nicht zur augenblicklichen Behandlung, und gibt dafür verschiedene nicht besonders, stichhaltige Gründe an. Ter Raispräsident schlug in seiner Eigenschaft als Berichterstatter vor, die Prüfung der Angelegenheit so lange zu vertagen, bis der Haager Gerichtshof die von der deutschen Regierung Anfang dieses Jahres bei ihm anhängig gemachte Klage entschieden habe. Der Rat stimmte diesem Vorschläge zu.
Der Rat beschloß ferner, die für das in Rom zu errichtende Weltlehrfilminstitut vorgeschlagcne Satzung den mit der Pflege der internationalen geistigen Zusammenarbeit betrauten Stellen zur Begutachtung vorzulcgen Der deutsche Staatssekretär V. Schubert erklärte unter Hinweis auf die Bedeutung des Lehrfilms, daß Deutschland zur Zusammenarbeit auf- diesem wichtige« Erziebungsgebiet bereit sei. Er wünsche aber gleichzeitig, diese Zusammenarbeit nicht nur auf die Völkerbund- kommission für internationale geistige ZzMiNMNaibest. be- schrankt zu feiert, sondern erwarte, daß auch die in anderen Ländern bestehenden Lehrfilminstitutè. insbesondere der deutsche Lehrfilm und Vas Europäische Lehrfi l m i n st i t u t in Basel, herangezogen werden. Italiens Verireter Scialoja erklärte, daß die italienische Regierung diesen Wünschen vollkomnien entsprechen werde.
3m Juni erneute Gichecheitsberaiungen.
Das Sicherheitskomilee beendigte seine Arbeiten mit der Annahme des Musters eines gemeinsamen sowie eines zweiseitigen Nichtangriffspaktes nebst den erklärenden Noten. Es wurde beschlossen, daß die dritte Tagung
.spätestens Ende Juni stattfinden soll.
ro-
gramm dieser Tagung soll die zweite Lesung der Resolution sowie die Beratung der deutschen Vorschläge gesetzt werden.
Britisches Mimatum nach Kairo.
Der englisch-ägyptische Streitfall.
Die Londoner Regierung hat nach Kairo infolge der andauernden politischen Reibungen ein scharfes Ultimatum gesandt. Die Londoner Regierung erklärt, daß sie di« Einführung von Gesetzen verbiete, die dazu dienen könnten, die Verwaltung Ägyptens zu erschweren oder die britisch« Regierung in der Verteidigung der Interessen und bei Sicherheit der Ausländer in Ägypten zu behindern. Di« Note betont, daß sich England das Recht Vorbehalte, all« Schritte zu unternehmen, die zur Erfüllung der von bei britischen Regierung übernommenen Verpflichtungen eventuell notwendig sein sollten.
Sarwat Pascha, der nach dem Rücktritt des ägyptischen Kabinetts einstweilen die Geschäfte weiterführt, hat sofort nach London eine Antwortnote abgesandt, in der er erklärt, daß die zurückqetretcne ägyptische Regierung sich unmöglich mit der neuen Note befassen, könne und daß also die britische Regierung die Neubildung der ägyptischen Regierung abwârten müsse. I
Ein britisches Weißbuch über die letzte Entwicklung der britisch-ägyptischen Beziehungen ist in London veröffentlicht worden. Das Weißbuch betont, für den Schutz der britischen Reichsverbindu^gen sollte eine britische Streit- luach: in Ägvptcn verbleiben. Der Sudan sollte auf den ■ Vorkriegszustand zurückgeführt und die Wasserversorgung Ägyptens neu geregelt werden. Die ägyptisch-britischen Einigungsbemühungen sind aber an der Militärfrage wie an der Sudanfrage gescheitert, über beide Fragen konnte zwischen Sarwat Pascha und dem britischen Ägypten- kommissar keine Einiauna erzielt werden.
der
Aman Wah m England.
' Dic Besichtigung in Essen.
Nach dem überaus herzlichen Abschied in Berlin fuhr König von Afghanistan nach Essen, wo er auf dem
Bahnhof von Herrn und Frau Krupp von Bohlen und Halbach empfangen wurde. Im Wagen ging es zur Villa Hügels wo sich der König und die Königin kurze Zeit nach dem Eintreffen in ihre Gemächer zurückzogen. Am Donnerstag erfolgte die Besichtigung der Friedrich-Albert- Hütte in Rheinhausen.
Von Essen fuhr der König, dem man ein besonderes Geleit bis zur Grenze gegeben hat, direkt nach England. Dort soll ihm ebenfalls ein pornpösèr Empfang bereitet werden. Da Aman Ullah auch noch nach Moskau fahren will, wird er Deutschland voraussichtlich noch einmal besuchen.