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Fuldaer Anzeiger

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Tageblatt für Rhön und vsgèlsber^ Zulöa- und Haunetal »Zulöaer Kreisblatt Redaktion und Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 Zernfprech-Anfthluß Üt.9$9

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Fulda, Montag, 12. März

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5. Jahrgang

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Meine Zeitung für eklige Leser.

* 3it Genf wurde zum Mitglied der Saarkommission der Riiiacrmeister von Helsingfors, Ehrenroth, an Stelle des aus- ^ibenben Belgiers Lambert gewählt.

* Als einziger geschäftsführender Minister in Mecklenburg- MeliH fungiert gegenwärtig der sozialistische Freiherr teil Leibnitz.

I * 3m Württembergischen Landtag erklärte Staatspräsident Kizille, die Reichstagswahlen würden nach seinen Erkundi-- WMN bei der Reichsregierung entweder am 13. oder am War stattfinden. liegen die Unterzeichnung des Freigabegesetzes für das Mc (deutsche) Eigentum erhebt der Präsident der Vcr- lâizien Staaten Bedenken.

f Hände hoch!

1 Eine Gerichtsszene. Aus der Anklagebank sitzt ein Keines, schwächliches Männchen. Angeklagt wegen Tot- Wgs. Ursache: Hausklatsch, Zänkerei zwischen den ein­ten Mietern, die infolge der Wohnungsnot in einem >thjen, viel zu engen Raum zusanuncngepreßt sind. Aus der Zankerei werden Streitigkeiten. Der jetzt auf der An- dagebank Sitzende fühlt oder glaubt sich bedroht und Mist in die Tasche, holt die Pistole heraus und schießt Mos".

: Welch' eine Rolle die Pistole im Krantz-Prozeß ge- ra hat, weiß man ja. Der Primaner hatseine" Role in der Tasche. Warum ist man nicht dem nach- Mngèn, woher er die Waffe bezogen hat? Wegen un- pten Waffenbesitzes ist Krantz verurteilt lvorden. Es ilich festgestellt werden müssen, wer ihm die Pistole der-

hat.

gerade einen Gesetzentwurf über

. Der Reichsrat hat ja ge ^ Wellung und den V

MWellung und den Verkauf von Schußwaffen und Mon beraten. Für den Erwerb sott ebenso wie für M Wüng von Schußwaffen eine besondere Bescheini-

fN iurch die Behörde vorgeschrieben sein. Diesen WâMn gibt es ja schon jetzt aber man sieht immer inuM wieder, daß diese Vorsichtsmaßreget versagt. mW Waffen im Besitz von Leuten, selbst Jugendlichen, toben, die sicherlich keinen Waffenschein haben, ihn auch ^erhalten würden. Und trotzdem steckt ihnen die Pistole ^CI Tasche, können sie Munition kaufen. Wenn in allen Wen, bet denen jemand im unbefugten Besitz einer «Waffe ermisst wird, nicht bloß der Besitzer bestraft, MM darüber hinaus auch nachgeforscht würde, von P die Waffe erworben worden ist, und dem Verkäufer ordentliche Strafe aufgebrummt würde- dann würden $ Nützlichen Bestimmungen nicht bloß auf dem Riet stehenbleichen.

I Kan hat zweifellos mit Erfolg dafür gesorgt, Sw1 politischen Kampf, daß bei Versammlungen, dir üblichen Waffen nicht mehr geführt werden dürfen, remoilstrationen sogar vielfach der Stock zu Hause werden muß. Infolgedessen bleibt für diese Waffen nur das Bierseidel, die Faust und das f s übrig. Im allgemeinen trägt man doch Be- seine abweichende politische Überzeugung durch L swwlenkugel kundzutun. Diese - Wildwestzustände l"'Acr sind zweifellos doch besser geworden. Trotz- e es nicht schaden, wenn hier noch viel I 'c r bll rch gegriffen würde.

Is- "otl^ freilich ist dabei, daß der persönliche durch die Sicherheitsbehörden verstärkt wird, w den letzten Tagen ist wieder besonders laut geklagt worden, daß dieser Schutz versagt hat. Demonstranten wurden überfallen und cs ent- geradezu Straßenschlachten. Unerfreuliche sur den kommenden Wahlkampf! Dabei spielt c auch wieder so manches Mal eine verhängnis- Ljwd auch hier sind es recht oft Jugendliche, mu ^âwßwaffe in der Tasche haben. Auch jener Prä- dem der Atten- ^uiliche Stund verbrachte ein paar recht un- n64' Kriege hatte ja fast jeder fluiia?»", Gewehr i:nb nur mit größter Aèühe ist es efcnt* Ausnutzung scharfer Strafbestimmungen Lm bipf»rtr!ytIi^cu Zustand ein . Ende zu bereiten, hm fnJj "Entwaffnung", die die allgemeine Zustim- Whsj h nun auch mit derselben Schärfe weiter durch- hnbehipr ~lüenn ieder, der int unbefugten Besitz Mplarisuw ^i^^affe betroffen wird, eine wirklich hl SßorFnn, RWC zu spüren befommt, bann werden feig crJ«tfie wie die geschilderten sich nicht mehr so W bei »»- ?' .Wildwestzustände dürfen denn doch hie m0P^UlteiBe«. Und wo der Besitz einer Schuß- Miakeit I'- wird, da soll eine Prüfung der Not- htnb acl4 ^'o^U' die den Dingen wirklich auf den P auf dcui hu ct wird solche Notwendigkeit iiameut- M wirb .."SN Lande bestehenbleiben, aber hoffent- wbcherheit ""^w Gesetz der bisherigen Unklarheit und Zeiten. !' diesem Gebiet recht bald ein Ende

AeèchMyg bcr Fxxjgâvorlage durch Coolidge.

SL1^ M^nV Präsident Coolidge hat dic Vorlage »r^^t % ?ks beiitfdicn Eigentums nunmehr doch jdN'° des beütn^er Unterzeichnung der Vorlage über bit ü>Jb?Re Ä deutschen Vermögens durch Prä- kj^ der «Ä dresc Gesetze 8 k r a s t erlangt. Die Vor- ü^>?'°,s, Greon . ^^üssc des Repräseiuanleuhauses und pittklw^der Qu» .ww Smoot, drückten ihre große Befried!- R diese schtviorige, viele Jahre heftig nm- |tiii L ^ Stnntsk ! öur Zufriedenheit beider Länder gc« I ^i flUbr(^^^«»»emeMt wurde erklärt, daß man, nach

nun Gesetz geworden sei. bcuinädiü Ber-

Deutsche und ausländische Filme

Die Mmprufung in DeMhland.

Erklärungen des Reichsinnen mini st ers.

Bei den Verhandlungen im Haushaltsausschuß des Reichstages entwickelte sich beim Etat des Innern eine nicht uninteressante Aussprache über die Verhältnisse im deutschen Filmwesen. Bedenken, die gegen das Ein­dringen namentlich amerikanischer Filme bestehen, wurden laut. Auch hielt man das bisherige System bei der be­hördlichen Prüfung über Zulassung der Filmvorführungen für nicht genügend geklärt.

Der Berichterstatter, der Zentrumsabgeordnete Dr. Schreiber, bringt die Besorgnis vor einer Amerika­nisierung der Filme, Typisierung z.B. durch dasAmerican Girl", zum Ausdruck. Er fragt, ob nicht mit Hilfe der Filmsteuer ein Schutz erreicht werden könne. Recht große Geschmacklosigkeiten seien z. B. von der Münchener Film­stelle durchgelassen, schlimmere, als sie Berlin gestatte. Das Personal zum Prüfen sei recht knapp. Von sozialistischer Seite wird auf die noch immer von einzelnen behördlichen Stellen geübte Verfolgung des Potemkinfilms hin­gewiesen und Aufhebung der Filmprüfftellen gefordert.

Einfuhrfreiheit und steuerliche Belastung.

Im Verlaufe der Debatte äußerte sich auch der Reichs­minister des Innern Dr. v. K e u d e l l zu den schweben­den Fragen:

Herr v. Keudell teilte mit, daß, nachdem die Einfuhr- Deschränkung der ausländischen Filme in Wegfall ge- kommen wäre, in Aussicht genommen sei, durch erneute Prüfung der steuerlichen Belastung das zu tun, was im Interesse der deutschen Filmindustrie nötig sei. Dass da­bei das Interesse an der Erhaltung und Förderung der

Letzte Verhandlungen in Genf.

Die rumänisch-ungarischen Fragen vertagt.

Der Völkerbundrat hat in öffentlicher Sitzung be­schlossen, die weitere Behandlung des ungarisch-rumä­nischen Optantenstreits auf feine nächste Session zu ver- tagen. Auch mit Bezug auf die übrigen Zwischenfälle will der Völkerbundrat zwei neutrale Sachverständige zu den weiteren Untersuchungen entsenden, welche das un­garisch-rumänische Schiedsgericht zum Optantenkonslut ergänzen sollen. .

Die durch den Völkerbundrat getroffene Ent,Mel­dung, wonach noch zwei neutrale Richter ernannt werden sollen, hat in rumänischen politischen Kreisen größte Be­stürzung hervorgerufen. Man rechnet bereits mit dem Rücktritt der Regierrmg.

Neues Mitglied der Saarregierrrng.

Sonnabend beschloß der Völkerbundrat in öffentlicher Sitzung die Vertagung des portugiesischen Anleihegefüchs auf die nädifte Session, genehmigte aber den endgültigen Plan für die Begebung der bulgarischen Stabilisierung^ anleihe in Höhe von fünf Millionen Pfund Sterling.

In einer geheimen Ratssitzung wählte der Rat an Stelle des ausscheidenden belgischen Mitgliedes der Saar­regierung Lambert den Bürgermeister von Helsing fors, den Finnländer E h r e n r o t h. Ferner hat der Rat die Mandate der übrigen Mitglieder der Saar regierung auf ein weiteres Jahr bestätigt. Präsident brr Saarregierung ist somit auch für die nächsten Jahre bet Engländer Sir ' Wilton. Ferner gehören der Saar regierung weiter an: der Saarländer Koßmann, der Franzose Maurice und der Tschechoslowake Veszenski.

Das neuernannte finnische Mitglied . der tsaar« regierung ist im Jahre 1877 geboren, Dr. jm.,- Bürger­meister von Helsingfors, .1919 finnländischer Handels- und auch Außenminister, Er spricht neben finnisch auch deutsch, englisch und französisch.

Der gegenwärtig in Genf weilende vulgärume Finanzministcr hat der deutschen Delegation offiziell bic Mitteilung gemacht, daß die deutschen Inhaber der bul­garischen Vorlriegsobligationen in Zukunft den eng lischen, französischen und holländischen Inhabern der bul garischcn Staatsanleihe gleichgestellt werden sollen, falls sie den Nachweis erbringen, daß sie die bulgarischen Staatsobligationen bis zum 8. Juli 1922 erworben haben.

Reichsminister des Äußern Dr. Stresemann wird vor seiner Abreise nach Berlin, die nicht vor Mon­tag erwartet wird, noch eine Reihe von Besprechungen mit in Genf anwesenden Außenministern haben, darunter eine Unterredung mit dem p ok n i s ch e n Außenminister Zaleski und eine zweite mit bent r u m äuis ch e n Außen­minister Titulescu, die beide den bevorstehenden Wirt- schastsveryandlungen mit diesen Ländern gelten.

Handlungen mit der deutschen RcichSrcglcrung über Die Zu­lassung verspätet a n ge m c l d et c r Ansprüche amerikanischer Bürger beginnen lvcrdc. Es wurde jedoch be­tont, daß ein großer Teil dieser Forderungen von Leuten komme, die in Papiermark s p e k u l i c r l c n und ihre Verluste ersetzt haben wollten. Derartige Forderungen erachte die Regie­rung der Bereinigten Staaten als nichtcintreibbar. Sie wert­ste daher gar nicht erst einreidjen.

Lehr- und Kulturfilme im Vordergründe bleiben müßte, sei selbstverständlich. Er hoffe, daß man bei den Verhand­lungen mit den beteiligten Ressorts zu einem befriedigen­den Ergebnis gelangen werde. Die Beschleunigung der Prüfungen bei den Prüfstellen werde erstrebt.

Ministerialdirektor Pellengahr gab davon Kenntnis, daß von den 3172 geprüften Filmen 37 Filme, d.. h. 1,2 Prozent, verboten seien. Schließlich wurden die für die Prüfstellen ausgeworfenen Summen bewilligt. Es folgen die Kapitel derOberprüfungsstellen für Schund- und Schmutzschriften". Abschließende Urteilsmöglich­keiten liegen hier noch nicht vor.

Etwas früher hat Reichsminister von Keudell an gleicher Stelle zur Aufführung religiöser Filme (Lutherfilm) bereits ausgeführt, daß die Oberfilm­prüfungsstelle eine richterliche Behörde fei, also, daß das Reichsinnenministerium nicht in der Lage sei, in das Ver­fahren einzugreifen. Das Ministerium sei jedoch mit allen zuständigen Stellen einig, daß gerade bei religiösen Filmen das größte Taktgefühl am Platze sei.

Zur Technischen Nothilfe beantragten Sozialisten und Kommunisten im Reichshaus- baltsausschuß die Abschaffung, weil die Technische Nothilfe überflüssig geworden sei. Abg. Koch-Weser (Dem.) erklärte, daß er als Minister in den Jabren nach der Revolution die Technische Nothilse geschaffen habe und ihre Errichtung in den revolutionären und zerrissenen Zeiten noch heute für eine Not­wendigkeit ausebe. Eine plötzliche Abschaffung fei auch heute noch nicht möglich, wohl ein Abbau, der in schnellerem Tempo erfolgen sönne, als die Regierung vorsehe. Auch über die Handhabung der Technischen Nothilse ließe sich manches sagen. Entschieden rügte der Redner, daß in den höheren Schulen zur Teilnahme an der Technischen Notbilfe aufgeforbert werde, nicht einmal immer in taktvoller Weise.

Mkerbun-unlersuHirng in Ungarn.

Ungarn einverstanden.

In einer kurzen öffentlichen Schlußsitzung be­schloß der Völkerbundrat in der ungarischen WaffentranS- portaffäre auf Vorschlag des Treierkomitees Holland, Finnland und Chile unter Hinzuziehung von Sachverstän­digen der Völkerbundorgane die Untersuchung des Zwischenfalles weiter fortzuführen und, falls erforderlich, die Sachverständigen an den Ort des Zwischenfalles zu entsenden. Das Komitee soll dann dem Völkerbundrat nach dem Abschluß der Untersuchungen noch vor der Tagung des Böllerbundrates im Juni einen Bericht vor­legen.

Im Namen der ungarischen Regierung erklärte sich der ungarische Delgiertc mit dem Bericht einverstanden. Er wies darauf hin, daß er bereits bei den ersten Ver­handlungen eine Untersuchung an Ort und Stelle infolge des umfänglichen Tokumentenmaterials der Regierung nicht für erforderlich erachte. Wenn jedoch der Rat den Antrag des Dreierkomites annchmc und das Drcicrkomitee die Entsendung von Sachverständigen an Ort und Stelle beschließe, so würden die ungarischen Behörden alles tun, um die Arbeiten des Komitees zu unterstützen. Ohne weitere Debatc wurde der Vorschlag des Komitees vom Völkerbundrat einstimmig angenommen.

Hestzustellen ist, daß der Völkerbundrat mit dieser Spezialuntersuchung an Stelle eines offiziellen Jnvesti- gationsverfahrens einen Präzedenzfall geschaffen hat. Es dürfte sich hieraus die Frage ergeben, ob der Rat auch künftig eine ähnliche Maßnahme ergreifen kann, wenn in Genf eine Klage wegen Nichteinhaltung der Militärbcstimmungen der Friedensverträge erhoben wird.

Chamberlain über die Ergebnisse der Ratstagung.

Bei einem Empfang der Weltpresse erklärte Chamberlain, die abgelausene Ratstagung sei ein Beweis für die von Tagung zu Tagung zunehmende Kraft des Völlerbundrates. Wenn dieser seine Entscheidungen den Staaten auch nicht mit Gewalt aufzwingen könne, so werde es doch für einen Staat immer schwerer, sich einer einmütigen Willenskundgebung des Rates zu widersetzen. Trotz der Erweiterung des Rates und trotz des Wechselns der ihm angehörenden Personen werde er immer einhelliger und immer mehr von dem Gedanken an seine gegenüber der ganzen Welt übernommenen Pflichten erfüllt

Zur Entscheidung über den ungarisch-rumäni­schen O p i a n t e n st r e i t erklärte Chamberlain, daß Die jetzt vom Völkerbundrat einstimmig angenommene Entschlie­ßung im wohlverstandenen Interesse der beiden Länder von diesen angenommen werden sollte. Ungarn hätte vielleicht besser daran getan, die Empfehlungen vom letzten September anzunchmcn, aber Rumänien dürfe überzeugt sein, daß der Rat sich niemals zu einer neuen Empfehlung entschlossen haben würde, die nicht ebenso sorgfältig aus die Interessen Rumä­niens bedacht wäre wie die früheren. Das Hauptinteresse der beiden Länder sei nach seiner Auffassung der endgültige Ab­schluß eines Streites, der die politische Atmosphäre seit Jahren vergifte.

Für Zurückziehung der englischen Vesatzungstruppen.

London. General Sir Jan Hamilton sprach sich in einer Rede anläßlich der Enthüllung eines Denkmals für die Zurück­ziehung der britischen Truppen vom Rhein aus und fügte hinzu, wenn England diesen Schritt täte, dann wurden die an­deren Besatzungsmächte notivendigerweise das gleiche tun müssen.