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Fulda, Donnerstag, 15. März
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5. Jahrgang
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Deutschlands Wehrmacht
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General Gröner vor dem Reichstag.
Berlin, 14. März.
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Felten hat wohl eine Reichslagssitz,ing, von der man Millies erwartete, stimmungsloser und mit geringerer Be- begonnen als die heutige. Und doch stand der tn n (löten Wochen reichlich besprochen« und »telgewendere L unserer Webrmach' —* ^ »---»—
La6 Beachtung in der Vollversammlung d«s Parlaments [säet zum Teil daran, daß eS mehr und mehr Sitt- gc- Wn ist, den Kernpunkt derartiger Beratungen in den Wuß 8» verlegen, wo ja auch der neue Reichswehr- Eier Kröner feine Meinungen und Absichten ju ber k jhm anzustrebenden Art der Heeres- und Marinever- d«g schon wiederholt dargelegt hat Wider Erwarten ht er aber heute schon das Rednerpod'uni, nachdem der bâmokratische Abgeordnete H ü n l i ch als Bericht- Lttti bekanntgcgcben hatte, der Ausschuß ersuche um mög- M Sparsamkeit und namentlich um das Zurückgaben der überhöhen Preise für die Waffen- und LriaUieferungen ■ ,
Gröner stimmte dem Pnnzlp der Spanamkeit zu. L dürfe die Beschränkung nicht so weit gehen, um den fed unserer kleinen Armee überhaupt illusorisch zu machen. L und Marine müßten eine Einheit bilden, eines ohne •Mitbcn sei undenkbar und ohne genügende Stütze Jede,r- W lehne er, Gröner, ohne weiteres jede Überordnung der Müschen Gesichtspunkte über Die politischen ab Tw hbtning bei Streichung des projektierten Panzer- iitiizeiè „A" aber könne er nicht unterschreiben, der Bau te klhlssts bedeute weder Verschwendung noch Leichtfertig- Itr; Cè fei bestimmt, den besseren Schutz der Grenzen, nament-
Lhprr uH» u S, zu gewährleisten. Deutschlands an Ml jtrinfit. Wehrmacht müsse das Beste vom Besten sein M Khmtn der Möglichkeit. Selbstverständlich solle r Mi Garheit und Wahrheit gegenüber dem Reichs- WL Zukunft über die Verwendung der Mittel herrschen. iS« K-chörigen der Reichswehr müßten zum Staals-- »Mâ und zur Treue für die versassungsmâtzige Reichs- rW«I erzogen werden. Kein Reichswehrangehöriger H ivtnttljtii mehr Anlaß zu f c n s a k io » ellrr Ki tut («Masur werde er als Muttster mit aller Entschiedenheit MM - der vorliegende Haushaltsplan jebenfalle vertrage Kit Wrzungen — der Reichstag möge ihn genehmigen, s ae Rede Gröners wurde vom Hause, das sich inzwischen W eine Kleinigkeit besser besetzt zeigte, achtungsvoll angehört W bann und wann durch BeifaS, abwechselnd von rechts den links, je nach den Umständen, unterstricht. In der r^raebt legte »er Redner »er Sozialdemokratie, der Ab- itnbnete Künstler, zwar strenge Maßstäbe an, betonte F d»r Asohlwoven seiner Partei hlr das Heer und zeigte M "eucn Herru keineswegs die kalte Schulter der Ab- rW fonbern erhoffte weitere Fortschritte im guten von unter Heiterkeit im Hause und aus bett diesmal vou Uni» strotzenden RegierungSbänkctr. Abg. G r a.f von der prw "bürg von den Deutschnationalen charakterisierte ich i be von der allgemeinen Abrüstung, das bisher nur r™ und Rauch geblieben sei und Deutschland zu wach- LLP’nW mahne. Deshalb müßten wir alles tun. uni i JwMtH uns verbliebenen Wehrmöglichkeiten zu erhalten. l vorliegenden Anschlag sei wirklich nichts mehr zu IS Zentrumsredner E r s i N g sang dem geschiedenen
® c6Ier ein hohes Loblied und erhoffte von Gröner FMe Nachsolgeschast. io.
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chl aus der Tagesordnung. Vollversammlung des Parla
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■ Sitzungsbericht.
.Ätzung.). CB. Berlin,.11. März
Bl*1™ Tagesordnung der Reichstagssitzung steht die Wi»i« ratung des Haushalts des Reichswchr- MUerrums.
»Ito6' Hünlich (Soz.) berichtet über die Ausschußverhand- ■wLfc Ausschuß ersucht die Rcichsregicruug in einer MWleßung, eine genaue
Wim ß Prüfung aller Spnrmöglichkeitcn
.Mii^r^r^ Reichswehrministeriums vorzuuehmeu. Jus- .Wodia», gegebenenfalls im Benehmen mit Sachver-
6t U °“s, der Wirtschaft die Fragen geprüft Werben, ob »öijfl f protze Lieferungen der verschiedensten Akt Preise ‘cit —n’ die die berechtigten Ansprüche
1 ubei|chrciten.
'M ^i ns Reichswehrminister Gröner
stetig a» n^^/ache über den Etat ein und betont, daß er Mimose ’$u& zu den meisten Fragen der Wehrmacht Gliche AV,;N'"^"..habe. Er wolle ichs ir seine grund- ^ U^! ^,uU«g über bic Hauptprobleme darlegen. Heer 'i Sanh^ eine Einheit dar. Die Notwendigkeit ""dkèsch,,^ , tzes ist allerseits anerkannt worden. Der “Men sh“?, ™n» nicht Sache einer Partei, sondern nur des F die B„ - sein, über den Umfang des Landesschutzes Rüster 1SPaJ",u9 gewisse Instanzen zu befragen. Der "hiftetbrÄns d/üennber einer Äußerung des preutzlschcu "'scheu jj^cnteu fest, daß er die Überordnung der null- ^ d>e Politischen Gesichtspunkte ablchnc.
i' tcinc ®:* ^"der,lng des Panzerschiffes „A“
^"'MtRärii» bes Rcichswehrmiilistcriums, sondern der Mt der könne aber nicht einseheu, daß bic
^Meibenh , -'süßlichen Regierung in der Pgnzerschiffragc ^ertroiunn". folte- Für den Reichswehrmintster ist bei » Fassung ^ einer Regierungsvorlage allein maßgeblich die 8»^^ H>^j,-.A^<chsregicrung. Im Landtag sagte der
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löticu -â' ^rusidcnt daß sich bic Ansichten der mtlt- MB"- raq , ^lgcn in den letzten zwei Jahren geändert Ausjallia^" 5" sich bei dem Fortschritt der Technik u ist gelungen,
rinc Ruk Konstruktion
zu finden, und es besteht gar Mnd ^i"schjM dieser Erfolg auch erreicht wird. Senn «Mit bereit?^ Eiligen Jahren zuriickgestellt worden i|t Mill , - sa bed,,.?^Eigte Torpedoboote nickt gebaut wor W°Nd.. 'glich,„utct das. daß die Marinelcittinfl nicht bauen I Mm- )"‘” »eit Vertrag von Versailles auszuschöpfen,
Kleine Zeitung für eilige Leser.
* Neichswcbrminister Gröner hirlt bei der Beratung des Reichswehretats eine Rede, in der er die Aufgaben und Pflichten der Reichswehr entwickelte und nochmals für den Bau des Panzerkreuzers „A" eintrat.
* Die Leipziger Messe haben mehr als 175099 Einkäufer besucht.
* Der Tammbruch in Kalifornien hat sich zu einer Katastrophe größten Ausmaßes entwickelt. 270 Tote sind bereits identifiziert, über 800 Personen sind vermißt.
ein Kraftzuwachs für die Secstreltkrâste
:. Bedeutet eine im Rahmen des Versailler ... ~ - v modernen Gesichtspunkten aufgebaute Flotte
für das Landheer einen Zuwachs oder nicht? Diese _ ist mit ja zu beantworten. Unsere kleine Wehrmacht kommt nicht mehr in Betracht für Operationen wie in der Vergangenheit. Sie tomwt aber in Betracku für die
zu erwarten Vertrages w
rage
- Abwehr von GrerrzLhersällen.
DaS kommt in Betracht mrr für die Abwehr von Grenz» überfüllen, für die Aufrechterhaltung der RlMtralitöt und für die Erhaltung der Ordnung bei politischen Wirren. Wenn Ostpreußen und Oberschlefien etwa zu gleicher Zeit überfallen werden, so werden z. B. die verfügbaren L«ndkräfte sunt Schutze Schlesiens eingesetzt. Für den Schutz Ostpreußens bleibt" nur die Seemacht. Insofern können bk Seestreitlrüfte erheblich zur Erhaltung Ostpreußens beitragen. Wenn eS Heer und Flotte auch nur gelingt, die Grenzen zu schützen, bis das sogenannte Weltgcwisscn sich regt, so würde» beide ihren Zweck voll erfüllt haben. Sei deutsches Gebiet erst verloren- gegangen, dann sei cs sehr schwer, eS wiedcrzuerringen. Die Schutzlosigkeit der Grenzen sei ein Anretz für untätige Geister. Durch wirtschaftliche Maßnahmen könne wohl der wirtschaftliche Druck, der auf Ostpreußen liegt, gemildert werden, er vermöge aber nicht einzusehen, wie die Sicherheit Ostpreußens dadurch irgendwie gewinne» könne. Diese Auffassung hätte mit MilÄ«rismus nicht das mindeste zu tun. Er bekenne sich, wie die Mehrzahl der Kriegsteilnehmer, zu
icn. Sei deutsches Gebiet erst verloren-
einem
gesunden und vernünftigen Pazifismus, allerdings nicht zu einem Pazifismus, der aus reiner Kncckst- schaftSgefinnung entspringe. Gegenüber Einwänden, daß die Wehrpolitik der Außenpolitik Schwierigkeiten bereite, erklärte der Minister, er könne sich nicht denken, daß die lleime deutsche Wehrmacht irgendwo als Druck empfunden werde. Der Minister betonte dann, daß sich an seiner Auffassung über die Flottenpslitik vor dem Kriege auch nach der Kritik in der Presse nichts geändert habe. Heute bedeute aber eine Vernachlässigung der deutschen Seestreitkräfte keine Kanone mehr für das Landlteer.
i« bezug auf Ausbildung und Bewaffnung im Rahmen der gezogenen Grenze. Er danke seinem Amtsvorgänger und dem ersten Chef der HcereNeituug für ihre Leistungen auf diesem Gebiete.
Auch die Versorgung nach Ablauf der Dienstzelt gehöre d«zu. Die Borkommniffe der letzten Jahre, so fuhr der Minister fort, könnten nicht gerade anregend auf die BcwilligungS- freubigteit der Parlamente wirken. Nach Lage der Dinge seien aber die Ausgaben auf die äußerste Rotwendigkctt beschränkt. Bei der Verwendung der Mittel lege er allergrößten Wert darauf, daß gegenüber dem Reichstage stets
Klarheit und Wahrheit
an den Tag gelegt wird. Tie Erhaltung und innere Entwicklung der dcutfchcn kleinen Wehrmacht gehöre zweifellos zu den absoluten Lebensnotwendigkeiten Deutschlands, r-es- hM, bäte er, den Wehretal in der geforderten Höhe anzu- nehmèn. Bon bet politischen Haltung der Reichswehr l;a«ge die Einstellung des Parlaments zur Reichswehr und ihr Ansehen in der Bevölkerung ab. Deshalb würde cs seine größte Sorge sein, die Angehörigen der Reichswehr
zum Staatsgedanken zu erziehen
und zur Treue gegen die vcrsassungsmäßigc NcichSrcglcrung. Er iDcrbr rücksichtlos einschreitcn gegen jede Entgleffung und gegen febe Übertretung dieses Prinzips. Die deutsche Reichs- wehr solle bei der ganzen Bevölkerung in höchstem Ansehen stellen, nicht, weil sie etwa kriegcrischc Lorbeeren ernten mvchic, sondern, weil man beu dringenden Wunsch habe, daß sie
nur dem Frieden diene.
Er bedürfe dazu, so meinte der Minister weiter, noch der Mitwirkung des Parlaments. Er werde stets bereit fein, aus vernünftige Vorschläge einstigeren und berechtigten Klagen nach- zygehen. Das Zeitalter der Sensationen muge aber für bie Reichswehr vorüber sein. Sein Angehöriger der Reichswehr dürfe Anlast geben zu einer sensationellen öffentlichen uritu, wie dies in der Bcrgangcnl«it häufiger der Fall gewesen sei. Ein Reichswehrangehöriger» der zu solchen Kritiken Veranlassung gäbe, versündige sich an der Reichswehr ichwcr, versündige sich am ganzen Volk. Sein Wunsch sei ein Einmütiges Zusammenwirken von Parlament und Presse mit der Reichswehr, und schärfste Kritik sei am Platze, um vorwartszukommcn. aber keine Kritik, die scharf nradjc. Die Bevölkerung solle freudigen Auteil nehmen und nehmen können an ihrer »r-chr- macht, und so klein sie sei, stolz aus sic sein.
Oie Aussprache.
Abg Künstler (Soz.) forderte Abstriche von insgesamt '>0 Millionen am Wehretat. Auch eine Verkleinerung des Reichs- wehrministerillMs sei notwendig. Der Redner verlangte bann Aufklärung über die Art, wie die Kieler Munitionsafläre zur gerichtlichen Klärung gebracht werden solle. Er betonte nxürer, daß für bic Mannschaften gute Verpflegung und gute Behandlung notwendig sei. Der Redner trat schlienlich iur bessere Vcrsorgungsmögttchkeitcn für die cmlalsenen Rcickswegr- anychörigcn unb bessere Bedingungen für die Arbeiter der Heeresverwaltung ein. Die ehemaligen Fvtnditaalen sollten nach der Enttvaffnung Deutschlands auch ihrerietts mit der Abrüstung beginnen. x
Abg Gras von der Schulenburg (Dtn.) führte u. a aus: Allster allein Zweifel stebl cs. daß ein Berufsheer unendlich viel teurer ist als ein Wehrpslicküheer. Die für die Manöver und Übungen aller Art anseforderten Mittels erscheinen für unser kleines Heer unverhältnismäßig doch. Fm Hinblick auf die schwere Aufgabe, bte von der Reichswehr einmal gefordert werden kann, sind sie aber notwendig. Im dienstlichen Zntcr- effe müssen bic Truppcneinbeitcn zusammengelegt werden. Vom Vorgesetzten und vom Offizier muß heute uow viel mehr verlangt werden als früher. Ze kleiner das Heer ist, um so einheitlicher, geschlossener muß das X intterkorps sem. Der Adel soll nichts voraus haben. er soll aber auch nicht schlechter behandelt werden. Ohne die Pflege der Tradition kann unser Heer nicht bestellen.
Monarchie oder Republik ist nicht die Tagesfrage.
Aus Gottesfurcht und Mannesehre hält der deutsche Soldat seinen Eid bis zum Tode — ohne Besinnen — um des Vaterlandes willen. Unser Vertrauen zur Reichswehr genügt aber nicht; die Truppe muß auch zu uns Vertrauen haben Die bisherigen Abrüstungsverhandlungen haben uns belehrt, daß nirgends ernste Neigung besteht, uns auf dem Wege der Allrüstung zu folgen. Auch meine Partei stimmt einer friedlichen Verständigung durchaus zu. Dieser schwierige und langwierige Weg wird für uns aber nur dann zu Erfolgen führen, wenn unser Volk dabei seine politische, seine nationale Freiheit auf dem Boden voller Gleichheit zurückgewinnt.
Abg.Ersing (Ztr.) dankte namens des Zentrums dem auS dem Amte geschiedenen Minister Dr. Geßler, der die schwierige Aufgabe des Neuaufbaues der Reichswehr zu bewältigen gehabt hatte und dieser Aufgabe gerecht geworden sei. Wenn seine Amtsführung manchmal scharfe Kritik gefunden habe, so sei das erklärlich durch die besonderen Verhältnisse. die in der schwierigen Übergangszeit bestanden hätten. Da aller guten Dinge drei seien, hoffe das Zentrum, daß Dr Gröner als diitttr Wehrminister das Werk der Ausgestaltung der kleinen deutschen Wehrmacht mit dem gleichen Pflichtbewußtsein wie sein Vorgänger fortsetzen werde. Die vom Reichsrat unter preußischem Einfluß beantragten Abstriche am Wehrgesetz seien in der Hauptsache wohl nicht auf den Willen zur Sparsamkett surückzusühren.
Die preußische Regierung sei im eigenen Hause auch nicht sehr sparsam. Die Behauptungen der Ententenationalisten von geheimen deutschen Aufrüstungsabfichten müßten als völlig haltlos zurückgewiesen werden. Nachdem Deutschland die Abrüstung vollkommen durckgeführr habe, müßten auch Frankreich und die anderen Länder endlich einen Anfang damit machen. Die sottalMstheu MezchutzâMrLge wurden den Erfolg haben, daß die Reichswehr schlecht ausgerüstet sei Dann wäre es konfeguenter, überhaupt die Abschaffung der Reichswehr zu beantragen. Der Redner begrüßt das Bekenntnis des Ministers zur Erziehung der Reichswehr zur Staatsgesinnung.
Abg. Brüninghaus (D Vp.) schloß sich dem Danke für Gèßler und Seeckt an. Der Redner tritt dafür ein, daß die Reichswehr im gegebenen Rahmen so gut wie möglich gestellt werde. Gegenüber dem Vorjahr seien bereits erhebliche Abstriche erfolgt. Einen Angriffskrieg könnte Deutschland in keiner Weise führen. Es sei nicht einmal sicher, ob es seine Neutralität ansrechterbalten könnte. Die Rheinlandbesctzung hätte unter tiefen Umständen jeden Sinn verloren. Der Redner fordert, daß die Militäranwürter mehr entsprechend ihrem Bildungsgänge untergebracht würden und dadurch Gelegenheit erhielten, weiter dem Staate zu dienen. Parteipolitik müsse der RcichSwcbr fernblciben. Auch in der Beurteilung der Reichswehr durch die Sozialdemokraten sei ein erfreulicher Fortschritt gegenüber dem Vorjahre zu verzeichnen.
Abg. Dr. Haas (Dem.) erklärte, er hege trotz scharfer sachlicher Gegensätze große Verehrung für den ausgcschiedenen Minister Dr. Geßler. Diesem sei es leider nicht gelungen, sein bei der Amtsübernahme im März 1920 verkündetes Programm zu verwirklichen. Dem neuen Minister Gröner brächten seine Freunde hohes Vertrauen entgegen, weil er in schwerer Zeit sich als ganzer Mann bewährt und sich Verdienste um Volk und Vaterland erworben habe Der Abgeordnete tritt für eine Verständigungspolitik zwischen Deutschland und Frankreich ein. Erste Voraussetzung hierfür sei aber, daß daS offizielle Frankreich seine Haltung Deutschland gegenüber ändere.
Kulturfragen im Preuß. Landtag
(355. Sitzung.)
tt. Berlin, 14. März
DaS Haus beginnt mit der zweiten Lesung des » Haushalts des Kultusministeriums.
Kultusminister Dr. Becker betont einleitend, in einem parteipolitisch und weltanschaulich so zerrissenen Volk wie dem deutschen müsse versucht werden, das allen Parteien und Weltanschauungen gleichmäßig heilige Gut der deutschen Bildung vor einseitiger Vergewaltigung zu schützen. _aw aufrechterhaltung der Höhenlage
unserer nationalen Bildung
sei stets die erste seiner Richtlinien gewesen. Unsere Bildung könne ihre Höhenlage nur dann wahren, wenn sie nicht her fteinert am Vergangenen klebe, sondern sich dem Wollen einer neuen Generation anpasse. Entscheidend sei dabei der Wille zum Niveau. Nicht gleiche Bildung für alle, sondern gleiche Entwicklunasmöglichkciten für alle sei die Parole, liniere Kulturpolitik kau«, da unser Staat eine Republik ist, nur eine republikanische Politik fein. Sehr schwierig sei auch das
Problem der Schulbücher,
weil Hunderte von Büchern nun nach einheitlichen Gcsichts- pmrftcH durchgcsehcu werden müßten. Es solle ein ^!luS- schuß gebildet werden, der den Minister in dieser Frage ' Außerordentlich gestiegen sei die
berate.
durch
Belastung besonders der Landgemeinden
Volkssckullasten. Vorkricgssündcii müßten ausgc- werden. Tic Staatsregicruug habe gerade den
glichen -....... ,„ ,
weiten landwirtschaftlichen Bezirken im Osten ihre bcimtdcrc Berücksichtigung zukommen lassen und die ländlichen Schul- vcrbändc durch Darlehen unterstützt.
Der Minister geht dann weiter aus die Behandlung des
Sexuallebens der Jugendlichen durch die Schule ein. Bekannte Jugendpsycholegen haben an Hand des amtlichen Gesamtmaterials über die Bestrafung von Schülern wegen Sexualvergoheus in den letzten sunt Fahren ein Gutachten über dieses Zentralproblein der Iuaendcrziehuug ausgearbeitct. Dieses Gutachten wird den Lebrerlollegien zur Behandlung in Konferenzen übermittelt wcrdctu ----