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1^1928
^ulda, Freitag, 16. März
5. Jahrgang
Meine Zeitung für eklige Leser
, -»eichstabinett befaßte sich mit der Frage der in »„tianö verhafteten deutschen Ingenieure. Wie es heißt, ist ^Unterbrechung der russisch-deutschen Handelsvertragsver- Mngen nicht unmögliche
U^m Reichstage erklärte Reichswehrminister Gröner, daß du Vorbildung bei der Beförderung zum Offizier maß- Kenb sein dürfe
■ ^n Schulkreuzer „Emden" ist von seiner Weltreise nach Wilhelmshaven zurückgekehrt.
eie Vorbereitende Abrüstungskonferenz trat erneut in Mus zusammen. Entscheidende Verhandlungen wurden bis Kirtag vertagt. ----
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Wahrheit und Klarheit.
| W war in den Jahren nach dem großen Zusammen-
$ Deutschlands wirklich kein „reines Vergnügen", in fnischland Reichswehrminister zu sein. Man weiß, mit Kty unglaublichen Schwierigkeiten einst Roske, der sic Reichswehrminister, zu kämpfen hatte, Schwierigen, die nicht bloß innenpolitischer Natur waren. Es .tif, gegen den Ansturm von ganz links her eine Wehr- ich erst zu schaffen, umwittert von dem Mißtrauen der (liierten, gehemmt auch durch den inneren Widerstand liier Kreise, die der neuen Republik stärkstes Wider- fcilen entgegenbrachten. Allzu stark wirkte Tradition, Mchast von draußen und drinnen. Nur mit Mühe e in rücksichtsloser Verwendung aller nur möglichen M gelang es, einigermaßen Ordnung zu schaffen, und kiKapp ° Putsch bedeutete nur eine vorübergehende èicmz, die allerdings Noske vom Gessel des Wehr- ■W herunterwarft
W minder groß waren die äußeren und die inneren terigleiten, denen sein Nachfolger Geßler zu be- M hâ. Die Entwaffnlingsbestimmungen pes Ver- W Friedens hatten den deutschen Wehrgedanken bis MW getroffen und aus der berechtigten Empörung ASdurde alles versucht, ihn lebendig zu erhalten. ®Ä geschah vieles in dem Bestreben, es vor den - fchmWn, alles verbietenden Augen der E n t e u t e-
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He« ol» Hl G -57, ■85, -56, -54.
»Wjtn, alles verbietenden Aug .
»iftolleure zu verbergen. Wieweit „hinter den kN»!«« dabei das Reichswehrministerium und die Wwehr beteiligt waren, ist nicht mehr festzustellen, '-»Wenig in der nun ganz wirren Zeit des Rhein- »A-SampftS. Und — es soll auch gar nicht mehr fest- W werden, weil eS sich um Dinge handelt, die jen-
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MS jeder juristisch zu umgrenzenden Schuld und Ün- lagen. Als damals das Anormale, als der Krieg einfachen Denkens und Handelns sprengte und M ««regeln führte oder sie als Abwehr erzwang, die "gezeichneten Gleise verließen. Dort liegt ja auch K "Sprung der „Affäre n", die in den letzten » W und Wochen so eifrig erörtert wurden und die 31t Auseinandersetzungen im Reichstag führten, lfüe der jetzige Rcichswehrminister äußerte, U Zuruckliegerr und deren geistiger und moralischer ul überwundenen Zeiten zu suchen ist; es sind Ausstrahlungen von Verwirrungen des
Zeit liegt hinter uns, aber nur schwer und lang- ■ih™ V5' diese „Ausstrahlungen" allmählich zu über- ^^^ iut ja die Entente, es uns so schwer wie M8^u machen. Alles tut sie, uns die Entwaffnung so M^Wnd wie nur irgend denkbar und weit über die K*7 Bedingungen hinaus zu gestalten. Das Kto» u nutzte es tragen, mußte sich fügen, aber — i " dvn einem kleinen Kreise — man war doch ein- K? ,m Willen, unsere kleine, nur auf die Verteidi- lo™ Wehrmacht bis zu den äußersten uns gè- h^ « $ctt auszugestalten. Daraus ergaben sich w « "^iktsstoffe, man glaubte so manches in aller W or c ?"d veranlassen zu müssen, was, hätte man ^km wäre ^ Selan, auf äußere und innere Gegnerschaft Reichswehrminister will nun versuchen, hier au “J*Cn zu heischen, will Wahrheit und Klarheit wo ^^"tretcrn des Volkes gegenüber sprechen lassen, [em ^^ die letzten so vielerörterten Dinge wie vor ehr s' 1" Zukunft. Keine Sonder- oder Geheimfonds e$t uns ? unbedingtes Festhalten am Etats- etttt anv»,- u daraus entspringenden Verpflichtungen, ihren Uv ^"d die Zeiten geworden gegenüber jenen Seimri»,^Anormalität alle diese Fesseln sprengte und iS abftnJ, tn\ und Unklarheiten verleitete. Wir haben ib bei w^Ulüsson mit dem, was und auferlegt wurde, '"lal aen-s ^^ehrminister ist entschlossen, aus der nun 'Men ff« Situation die notwendigen Folgerungen W berhn^ ^'"^ nichts mehr zu verbergen, braucht nichts it stirb nirff11 zu bleiben. Und es ist auch das beste so. 15 Heinis, "'elw ein Volk wie das Preußen von 1813, ? ^ic ^cl^um Befreiungskampf rüsten konnte. Anders !^l, urit sP geworden und anders die Welt, anders die - n boifPll£ncLlt,ir unsere einstige Befreiung herbeizu- Än @ ‘ âir sind kein Machtfaktor mehr im mili« uund unsere Wehrmacht ist nur dazu Anden ® re-nzen zu sch ü V c n gegen über, ^un« n>^. ^ bis der Völkerbuud handelnd cingrelst. ^ilfe bl-j^^^^u Endes doch nur „das Wcltgcwissen" .An nnZ hl;;J^ die Welt auch erfahren, daß wir in der. O"n. ' vervlrebenen Wehrmacht nichts zu verbergen
i^fin.' ^'^ Fernsprechverkehr mit Amerika.
' ^V IY \®r Wertteile des RciPspostministeriums ir uj'il ètm.- 3 an nehmen am Fernsprechverkehr mit Mtn,r 'n tAA Düsseldorf, Köln und Mannheim. Bis- I "^ivkt ^Wlai'b nur bie Städte Berlin, Hamburg Amerika telephonisch verkehren.
Russisch-deutsche Schwierigkeiten
Unterbrechung der Verhandlungen mit Rußland.
Kabinettssitzung mit Marx. *
Das Reichskabinett befaßte sich in seiner DonnerZtagS- Htzung auch mit der Verhaftung der druèscheu Ingenieure im russischen Donezgebiet. Nach der Beschlußfassung deS Kabinetts dürfte in den uächsten Tagen eine Unterbrechung der fett mehreren Woche« geführten Handelsvertragövrr- Handlungen mit Rußland infolge der Verhaftungen Deutscher eintreten. Tie beteiligten deutschen Wirtschafts- kreife sollen wenig Neigung zeigen, in weitere Verhandlungen mit der Sowielregierung einzutreten, da die Sicherheit von Vertretern deutscher Firmen in Rußland nicht gewährleistet erscheint.
Reichskanzler Dr. Marx präsidierte nach seiner Wiederherstellung zum erstenmal wieder dem Kabinett. Reichsaußenminister Dr. Stresemann besprach den Verlauf und das Ergebnis der letzten Tagung des Völkerbundrates in Genf, worauf der Leiter der deutschen, Delegation
Wieder Friedensberatungen in Genf
Eröffnung der Abrüstungskonferenz. I
Vorschlag des Grafen Bernstorfs.
Die Vorbereitende Abrüstungskommission trat Donnerstag in Gens unter dem Vorsitz des holländischen Gesandten in Paris, L 0 u d 0 n, zu ihrer fünften ordentlichen Tagung zusammen. Der Vorsitzende begrüßte die türkische Mitarbeit und besprach sodann bie " "
dr^TagrSorÄnung stehenden Ergeb
begrüßte die türkische
Mitarbeit und besprach sodann die als ersten Punkt auf drr^Tagrrordnurrg stehenden
Sicherheitskomitees. Die zweite Tagung dieses Komitees im Juni müsse endgültig über ihre Beschlüsse entscheiden: auch müßten in dieser Junitagung die deutschen Vorschläge über kriegverhütende Maßnahmen des Rates behandelt
werden.
Zum Abrüstungsantrag der Sowjetdelegation bemerkte der Vorsitzende, die Kommission müsse mit realpolitischem Sinn untersuchen, ob er praktisch durchführbar sei. Nach dem Vorsitzenden äußerte sich der türkische Gesandte in Gens, her die Friedenspolitik der Türkei betonte.
Gefährdung des Noiprogrâmms?
Um das Gefrierfleisch.
Die deutschnationale Pressestelle teilt mit: Von verschiedenen Parteien wird neuerdings der Versuch gemacht, das Notprogramm durch Abänderungsanträge zu belasten. Wir können keinen Zweifel darüber lassen, daß der Versuch, den mühsam gewonnenen Ausgleich durch einseitige Znrücksetzung der landwirtschaftlichen Mindestforderungen zu stören, einer klaren und eindeutigen Ablehnung des Gesamtprogramms gleichzusetzen ist. Die Deutschnationaie Volkspartei kann keinerlei Verantwortung für eine Zerstückelung des Notprogramms übernehmen. Sie mutz die volle Verantwortung für ein daraus entstehendes Scheitern der Regierungsvorschläge demjenigen zuschreiben, welcher mH Ahänderungsanträgen die Verabschiedung der Vorlagen stört.
Es handelt sich bei diesen Andeutungen zur Hauptsache um die Beschränkung der G e f r i e r f l e i s ch e i n - fuhr, über die man im Zentrum nicht einhelliger Auffassung ist und über deren Zweckmäßigkeit augenblicklich innerhalb der Fraktion die Meinungen noch schwanken.
Eupen und Malmsöy.
Mini sterpräsidcntJasparimErobererton.
Die Anfrage deS katholischen Senators Esser von Malinedh im Senat über die bedrängte Lage der von Deutschland abgetrennten deutschen Kreise wurde von dem belgischen Ministerpräsidenten beantwortet. Herr Jaspar schlug dabei einen erheblich forschen Ton an, der in den tatsächlichen Verhältnissen wohl raum begründet erscheint. Er legte dar, daß seit 1925 die Kreise wie andere belgische Kreise verwaltet werden. Es handele sich um eine Frage der Gewöhnung an die Unterschiede zwischen der neuen unb ber früheren Vcrwaltuugsmcthodc. Die Grenzfrage werde in freundschaftlichem Geist geregelt werden. Der Ministerpräsident machte dann einige Versprechungen an die unzufriedene Bevölkerung von Euperr und Malmedy und fuhr fort: „Den Bitten, die auf eine Revision der Volksäbstimmung in den beiden Kreisen abzielen, antwortet die. Regierung mit einem Nein. Die Vex- cinigutlg der Kreise mit Belgien ist endgültig. Diese Angelegenheit ist also beendet und es ist unzulässig, daß belgische Staatsangehörige, ob sie nun aus Eupen- Malmcdy oder aus Brüssel stammen, auf einen Gegenstand zurückkommen wollen, über den die Diskussion gc- schlosseu ist. Die belgische Regierung ist in dieser Beziehung unerschütterlich."
Die beiden von urdeutscher Bevölkerung bewohnten Kreise werden sich kaum je an die nun einmal in Belgien maßgebenden, von Paris abhängigen und alles Französische angeblich kopierenden Kräfte gewöhnen. Daran ändern auch die großspurigsten Worte des Herrn Minister- aränbenten nichts.
für die deutsch-polnischen Handelsvertragsverhandlungen, Reichsminister i. R. Dr. Hermes, über seine Tätigkeit dem Kabinett Bericht erstattete. Dann kam die russische Angelegenheit zur Sprache. Wie verlautet, besprach das Kabinett auch die Fragen, die mit der weiteren parlamentarischen Entwicklung zusammenhängen. Auch Reichs- sparkommissar Dr. Samisch war zu der Sitzung eingeladen.
Neue Verhaftungen im Donezgebiet.
Wie aus Moskau gemeldet wird, sind im Donezbecken neue Verhaftungen vorgenommen worden. Unter den Verhafteten befindet sich der Leiter des chemischen Trustes im Donezbecken. Die Verhaftung wird damit begründet, daß die Trustverwaltung die Werke wissentlich falsch geleitet habe. *
Die Auseinandersetzung zwischen Berlin und Mos^- , • k»> über die Verhaftung der deutschen Ingenieure wird in London mit der größten Aufmerksamkeit verfolgt. Man glaubt, dieser Auseinandersetzung besondere Poli- tische Bedeutung beimeffen zu müssen.
Es gereiche ihr zur hohen Befriedigung, f?^t an den tnler- nationalen Verhandlungen teilzunehmen. Ihre Delegierten würden am Montag eintreffen.
Auf Vorschlag des deutschen Vertreters, des Grafen Bernstorff, der von dem Russen Litwinow unterstützt wurde, werden die Verhandlungen über die auf der Tagesordnung stehenden politischen Fragen bis zu dem Eintreffen der türkischen Delegation verschoben.
^ OKnlegyns des Mstungspiäue.
Graf Bernstorff hat im Vorbereitenden Abrüstungsausschuß schriftlich einen Antrag über die vollkommene Offenlegung aller die Abrüstung betreffenden Zahlen als einzige Möglichkeit zur schrittweisen Verwirklichung der Abrüstung eingebracht. Dieser Antrag, der sich auf Art. 6 der Völkerbundsatzung über die allgemeine, aber bis heute noch nicht erfüllte Verpflichtung zur Offenlegung der Rüstungszahlen bezieht, wird bei Behandlung des Dritten Punktes der Tagesordnung des Abrüstungsausschusses zur Debatte al stellt werden.
Die „Emden" in der germal
Ankunft in Wilhelmshaven.
Wilhelmshaven hatte einen großen Tag. Der Kreuzer ,Omden", der durch seine 16monatige Weltreise viel von sich reden machte, ist nun nach dem Ansgangshafen zurückgekehrt. Die „Emden" war das erste deutsche Kriegsschiff, das eine Weltreise nach dem Kriege angetreten hat. Unter der Mannschaft befanden sich über 100 Kadetten, die ihren schweren Dienst mustergültig versahen.
Reichspräsident v. H i n d e n b u r g hat an den heim.- kchrenden Kreuzer „Emden" folgendes Begrüßungstelc- Ktm geschickt: „Kommandant, Offizieren und Mann-
t des Kreuzers „Emden" rufe ich bei ihrer Rückkehr nach langer Fahrt ein herzliches Willkommen in der Heimat zu. Zugleich spreche ich der Besatzung meine Anerkennung für ihr musterhaftes Verhalten während der großen Reise aus."
Oie WLrischastslage Hannovers.
Eine Rede Noskes auf dem Provinziallandtag.
Bei der Eröffnung des Prsvinziallanvtagcs der Provinz Hannover hielt Oberpräsident N o S k c eine Ansprache, in der er auf die Hochwasserkataftrophen hinwies, die die Provinz Hannover im letzten Jahre betroffen haben. Weiter führte der Oberpräsident u. a. aus: „Die allgemeine Wirtschaftslage ist wie in ganz Deutschland so auch in der Provinz Hannover noch keineswegs rosig. Zehntausendc von Familien leben in bitterer Not und geben der völligen Verelendung entgegen, wenn das Wirtschaftsleben sich nicht bessert. Durch das ganze Land und auch durch unsere Provinz hallten in den letzten Wochen Klagen. Zehntausendc von Landwirten haben in einer Reihe von Städten sich zu Demonstrationen zusam- mcngcsunden. Ich will noch darauf Hinweisen, daß leider noch" immer in der Provinz völlig Besitzlose, die nur ihre Arbeitskraft anzubieten haben, zu Zehntausenden vergeblich aus Arbeit warten. Die Demonstrationen des bannoverschen Landvolks verdienen ernstliche, Beachtung. Unzweifelhaft haben wesentlich erhöhte steuerliche Belastung in Verbindung mit unbefriedigenden Ernten viele Landwirte in arge Schwierigkeiten gebracht. Agitatorische Übertreibungen, die in Pro- testversammlungen in den letzten Wochen laut geworden sind, müssen so bewertet werden, wie sic cs verdienen.
Mit der Frühjahrsbestellung und der Hoffentlich bald ein* setzenden Wirksamkeit der in Aussicht gestellten Hilssmaß- nahmen, wird die Stimmung in den landwirtschaftlichen Kreisen ruhiger werden. Weitere Beruhigung würde ein- treten, wenn wahrheitsgemäß besprochen würde, was die preußische Staatsregicrüng in den letzten Jahren schon getan hat und in den nächsten Jahren tun wird. Im benachbarten Gebieten ist von dem Anschluß an Hannover gesprochen worden. Das hört man hier nich: ungern. Aber cs sind auch Wünsche nach hannoverschen Gebieten laut geworden. Dabei handelt cs sich um ganz unverbindliche Meinungsäußerungerr." Beseitigung von Exklaven unb Enklaven, Anschluß nicht mehr voll leistungsfähiger kleiner Länder an die sie einschlietzenden großen Wirtschaftsgebiete werden die nächsten Aufgaben einer mit nüchternem Verstand betriebenen Resormarbeit sein. __,