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M-aer /Anzeiger

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5^701528 Fulda, Donnerstag, 22. März 5. Jahrgang

Kleine Zeitung für eilige Leser.

* 5m deutschen Reichstag wurde gestern das Kriegsschäden- lÄnhaksth angenommen.

* «eicbsaußenminister Dr. Stresemann legte im Auswär- E Ausschuß des Reichstages den Standpunkt der Regierung Alle Parteien außer den Verhalten der Regierung.

Kommunisten billigten das V ,

i R« der Mittwochsttzung des Preußischen Landtages wurde W Dr von Kries, der infolge eines Mißverständnisses ««Amt im Präsidium niedergelegt hatte, erneut zum Vrse- Wisenten des Hauses gewählt.

-Eine Förderbrücke der Braunkohlen- und Brikettindufme lt-G inahe Lauchhammer) stürzte durch den Sturmwind ein hi begrub viele Arbeiter unter sich. Elf Personen wurde»

. General Nobile hat von Spezia (Italien) auS seine» Wpolslug angetreten.

Sie Schraube ohne Ende.

Wir sind ja jetzt mitten drin in den Kämpfen um die Überhöhung und vorläufig ist ein Ende der Massen- wigung von Tarifverträgen noch gar nicht abzusehen. Mn hat sich bisher im allgemeinen leidlich geeinigt; und IW ist überaus erfreulich. Der bayerische Sozialmmister ICMb hat nun gerade in den letzten Tagen eine ent- Kiechende Mahnung zu einer solchen friedlichen Einigung dnèsfmtlicht, aber auch gleichzeitig darauf hingewtesen, «eiche Gefahren in einer Überspannung der Lohnforde- MM liegen. Das Wort von derSchraube ohne Ende" 8 ja hierfür schon oft genug gebraucht worden, ist fast chebraucht, verliert aber dadurch keineswegs an Berechti- i SR. Der einstige Schöpfer der deutschen Arbeiter- I Eichung, Ferdinand Lassalle, gebrauchte für die in jenem

sm liegende wirtschaftliche Selbstverständlichkeit den i «W vomehernen Lohngesetz". Wenn ein Teil der ( ^Aschaft Lohnerhöhungen herbeiMrt, so tritt sie ' M.-!k!gs in den tatsächlichen Vollgenuß des erzielten ^Ä sondern die Preise steigen, aber nicht bloß «Mrn Industriezweig, der die Lohnerhöhung tragen sondern auch das allgemeine Preis-- Wean wird dadurch in die Höhe gedrückt; Mit wieder zu Lohnforderungen auch auf diesen «ren Gebieten der Wirtschaft und so treiben sich L o h n ""Preis wechselseitig in die Höhe.

. W Anschauung ist aber nicht u n beb i n g t richtig, dann nicht, wenn der Unternehmergewinn einen wnboti zwischen Lohn- und Preisgestaltung darzustellen Mag. Eine kleine wirtschaftliche Überlegung: der End- ^..'klaes Erzeugnisses setzt sich zusammen aus demRoh- J .Men Kosten der Verarbeitung, dem Lohnfaktor, ^ auf die Erzeugung gelegten öffentlichen und sonstigen Rii und schließlich dem Unternetzmergewinn. Nun ist Wirtschaft leider in der schlimmen Lage, als èoisarnns Land angewiesen zu sein auf die Preise, die »i 7 ausländischen Rohstofflieferanten diktieren, so daß etwas zu ändern ist. Ebensowenig lassen sich Hoa Wirtschaft aus die öffentlichen Lasten vermindern, orta a 5 bewegliche Faktoren nur die eigentlichen Ber- L^skostcn, die Lohnhöhe und der Unternehmer- >^ ^bleiben. Niemand wird bestreiten können, daß ixRNe Wirtschaft vor allem in ihren wichtigsten ib" aufs schärfste und mit Erfolg bemüht war, durch ita^ ihrer Betriebe die Verarbeilnngskosten herunterzudrücken, so daß weitere Einschr^

hiw o uoch möglich zu sein scheinen. Bleibt also s^°w die Auseinandersetzung zwischen Lohnhöhe und kbita. Unternehmergewinn, den man auch als S^ta*6 bezeichnen kann. In der kapitalistischen Wirt- likk - °,,wlung verlangt nun das Kapttal eine angemessene

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!«^.la auch die Grundlw

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reinst ,® verlangt nun das Kaprtal eine angemessene Ws»^?'. ^^t wandert es ab. Diese angemessene Ver- Phu .1^ die Grundlage zu einer wirklichen und wS Deutschland unbedingt notwendigen Kapital- kw^. Und das alles ist abhängig von den Strö- MR i,"" Weltkapital, also in der Hauptsache unab- Rt&i^ lutschen Wünschen, weil wir in diesem Strom K^ oder untergehen müssen. So bleibt für die [Hirn ^^? vine geringe Ausdehnungsmöglichkeit, wenn Rife So, ? ^er ja nur allzusehr der Fall ist die Maus^- putschen Erzeugnisse über die des Auslandes mit 6chV^ werden sollen. Das geschieht aber, wenn pitb u etne angemessene Lohnerhöhung erzwungen Ml spr^, unerhörte Passivität unserer Handelsbilanz ist Hofs« Beweis dafür. Wir sind zu teuer Aigens-für den Weltabsatz; das macht sich M forta?}^ Inland durch eine zwar allmähliche, aber pRfostf Steigerung der Lebenshaltungskosten !^slch er??^âst des errungenen Mehrlohnes verwirk- Men au - ^""eswegs in ihrem gesamten Ausmaß; ivir Alisch n^^rfahrung, )vie Preiserhöhungen fast auto- L'WiW i Lohnerhöhungen antworten. Das ist die giftet Ende", von der der bayerische Sozlal- k.ksibiel f-z^.nnd vor der er warnt. Ein flaffiidje« di, m °w Richtigkeit dieses Ausdrucks war nicht k^kgarbcj^rlleschichte und der Ursprung des englischen h ArbWrerks, bcr ja JU einer schweren Niederlag« ^'M^^rsvite geführt hat; trotzdem ist dort aber Btt ÄWr Ausgleich immer noch nicht herbei.

bi lden und die Wunden, die er beiden gelten L Sm B1®^ immer sehr stark.

l^n, mic; '^toc^cit Geschehen, namentlich dann, iGÄ^st 2kâ" Gegenwart, alles zu einer großen Welt- IL^,g^ engste verknüpft ist, walten eben eherne M^Ar an/ ?tc anzurennen völlig vergeblich ist und I B was ivirtschaftlich, also auch lohnpolitisch ' rangst nicht alles, was wünschenswert ist

Einsturzkatastrophe einer Förderbrücke.

Schweres Aglüü bei der Miag.

Elf Tote und sieben Verletzte.

Infolge des heftigen Sturmes stürzte die bei der Braunkohlen- und Brikettindustrie A.-G. (Mttckenberg) im Bau befindliche Abraumförderbrücke zusammen. Els Bergleute sind dabei umgekommen, weitere sieben wurden verletzt.

Der Sturm hat zunächst das Montagegerüst umge­worfen, wodurch die Eisenkonstruktion mitgerissen wurde. Als die Schwankungen des Gerüstes im Sturm immer stärker wurden, gab der Richtmeister an die Montage­arbeiter Anweisung, es zu verlassen. Noch in der Aus­führung dieser Anordnung wurden die Leute von dem Einsturz überrascht.

Die Bergungsarbeiten waren bei dem außerordent­lich sandigen Gelände infolge des heftigen Sturmes sehr erschwert. Von allen Seiten eilten sofort Grubenarbeiter hinzu, die die Verunglückten aus ihrer gefahrvollen Lage befreien wollten. Die Feuerwehren der umliegenden Ortschaften, darunter Liebenwerda und Lauchhammer, beteiligten sich an dem Rettungswerk.

Der Bau der Förderbrücke.

Auf der Grube Bubiag bei Mückenberg im Kreise Liebenwerda wird im Tagebau Braunkohle gewonnen. Seit mehreren Wochen wird dort durch die Mitteldeutsche Stahlwerke A.-G.« Lauchhammerwerk, eine große Förder­

Me deutsch-ruMchen Beziehungen.

Stresemann Mr len Dmez- Konflikt.

Im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages berichtete Reichsautzenminister Dr. Stresemann über die augen­blickliche Unterbrechung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Rutzland. Der Minister ging dabei auch aus die Verhaftung der Deutschen im Donez- gcbiet ein. Die Haltung der Reichsregierung wurde von allen Parteien mit Ausnahme der Kommunisten gebilligt. In Moskau hat der deutsche Gesandte Graf Brockdorff- Rantzau erneut bei dem Volkskommissar Tschitscherin vor­gesprochen und erneut die deutsche Auffassung betont In der Unterredung wurde festgestcllt, daß der verhaftete Koster irrtümlich, seines Namens wegen, für einen Deutschen gehalten worden, in Wirklichkeit aber Russe sei. Es sind also nur noch drei Deutsche in Hast. Nach Mit­teilung Tschitscherins wird die Untersuchung gegen die drei verhafteten Deuffchen beschleunigt durchgeführt; sie werde voraussichtlich in Zwei bis drei Wochen beendigt sein.

Nach Meldungen aus Charkow ist der freigelassene Ingenieur Goldstein von Charkow nach Deutschland ab­gereist. Die von dem Generalkonsulat in Charkow für den aus der Haft entlassenen Monteur Wagner nach- gesuchte Ausreisegenehmigung ist nicht bewilligt worden,

Die Vorgänge in Langenöls

Mhlttlilg 6« LmdSaildes zur Ruhe.

M»»Ä

mit den Vertretern der Landwirtschaft und des Land- bundes im Kreise Niurptsch Die Verhandlungen hatten das Ergebnis, daß sich die Vertreter der landwrr chaft- lichen Kreise der Bevölkerung bereit erklärten, auf die ihnen nahestehenden Schichten cinzuwrrken, um ähnliche Vorkommnisse tu verhindern. Die Vertreter der Land- Wirtschaft verpflichteten sich, dafür Zu sorgen, daß weitere Bersteigerungeu in Langenöls ohne Störung verlaitfcn werdens so daß es nicht notwendig fern wird, Polizei ^"^Dc^^Landbuud des Kreises Nimptsch hat eine Be- kannwrachttng erlassen, in der es heißt:Wir weyen noch­mals daraufhin, daß unsere bekannigemachte Aufforde­rung, sich von jeder ungesetzlichen Handlung ftruzu )alten, nachdrücklichst aufrechterhalten wird. Unbesonnenheiten gegen Vertreter staatlicher Autorität dürfen tn unserem C1!Xn &"'ÄV^^ gibt ferner te- schwkrdw der Regierungspräsident Gelegenheit genom­men bat an Ort und Stelle in eine Prüfung der Be­schwerden einzutreten. Sofern die Nachprüfung eine Be- rechtigung der vorgetragenen Beschwerden ergeben l ottte, wird selbstverständlich dem Rechnung getragen werden.

^nt übriaen wurde amtlich festgestellt, daß die Sieb dungeu über Verletzungen bei,^®°n\^ öls nicht richtig waren. Die te$u$poliaci hat Zwar von Gummiknüppeln Gebrauch machen müssen, aber Verletzte hat es nicht gegeben. Ev ist ferner unrichtig, daß Maschinengewehre aufgefahren Würben.

brücke gebaut. Die Brücke sollte zur Kohlenförderung beim Tagebau dienen und war ungefähr

50 Meter hoch und mehrere 100 Meter lang. Das gewaltige Bauwerk war freistehend konstruiert.

Die Brücke war bereits so weit fertiggeltellt, daß die Montagearbeiten unmittelbar vor ihrem Abschluß standen. Das große Eisengerüst war fahrbar auf einer Schienen- bahn aufgebaut. Tausende von Zentnern Eisen waren nötg, um den Bau fertigstellen zu können. Etwa fünfzig Arbeiter waren damit beschäftigt, die letzten Arbeiten au dieser Förderbrücke vorzunehmen, als die Katastrophe ein- trat. Die Opfer stammen sämtlich aus dem Mückenberger Ländchen.

Eine Erklärung der Direktion.

Die Direktion der Bubiag in Lauchhammer gibt über Hergang und Ursache des Unglücksfalles auf der Grube Friedländer folgende Darstellung: Der außerordentlich heftige Sturm hat das hölzerne Montagegerüst der in Bau befindlichen Abraumbrücke in der Grube Fried­länder der Bubiag eingestürzt, wodurch der geringe Teil der bereits aufgelegten Eisenkonstruktion zusammen­brach. Die Gewalt des Sturmes hat das Unglück trotz aller Vorsichtsmaßregeln herbeigeführt. Das Montage­gerüst ist neu verseilt worden, so daß

nach menschlicher Voraussicht nichts passieren konnte. Auf Weisung des Richtmeisters waren «lle 24 bei der Montage beschäftigten Leute im Begriff, den Pan zu verlassen.

da dle russischen Behörden dem Vernehmen nach darauf bestehen, daß Wagner bis zum Beginn des Prozesses in Charkow verbleibt.

über den unmittelbaren Anlaß zur Verhaftung ver­lautet in Berlin, daß eine nicht zustande gekommene Dampfprobe bei einer vor kurzem gekauften Turbine die Ursache gebildet habe. Die deutschen Ingenieure haben es angeblich abgelehnt, diese in völlig unbenutzbarem Zustande vorgefundene Turbine einer Dampfprobe zu unterziehen, was ihnen alsSabotageakt" ausgelegt wurde.

*

Eine Verhaftung in Anhalt.

Im Anhaltischen Landtage teilte ein Vertreter der Regierung auf eine Anfrage mit, daß die kürzlich bei den Deutschen Solvay-Werke in Bernburg wegen des Ver­dachts der Handelsspionage zugunsten Rußlands er­folgte Verhaftung des Laboranten Meyer aus freiem Ermessen der Staatsanwaltschaft und nicht als Ver­geltungsmaßnahme wegen der Deutschenverhaftungen in Rußland erfolgt sei. Weder der Staat noch das Reich hätten dabei irgendwie mitgewirkt. Meyer war im Be­griff, nach Rußland auszuwandern, und hatte sich bereits zahlreiche chemische Rezepte der Solvay-Werke anaeeianet.

Zauernkundgebungen in Nahem.

Ministerpräsident Held für Sonderhilfe.

In, verschiedenen Städten Bayerns fanden neue von den Bezirksbarrernkammern veranstaltete Kundgebungen der Bauern statt, in denen Entschließungen angenommen wurden, die auf die Notlage der Landwirtschaft hinweisen. Bei Nichtverwirklichung ihrer Forderungen wollen die Bauern alle Zukäufe für ihren Betrieb unterlassen.

Der Bauernversammlung in München, die von 7000 Bauern besucht war, wohnten Ministerpräsident Dr. Held und Landwirtschaftsminister Dr. Fehr bei. Der Minister­präsident betonte in einer Ansprache, daß er das Not- progrmnm der Reichsregierung zugunsten der Landwirt­schaft für unzureichend halte, und stellte in Aussicht, daß im Anschluß an die Verabschiedung dieses Notprogramms im Reichstag die bayerische Negierung eine Sonderaktion für die bayerische Landwirtschaft durchführen werde.

Smtfib-belgisches Ausgleichsablommen.

Ein zwischen der deutschen und der belgischen Regie­rung im Dezember v. I. geschlossenes Abkommen über pre Regelung der beiderseitigen kleinen Ausgleichsforde« rustgen ist nunmehr in Kraft gesetzt worden. Durch dieses Abkömmen sind im Wege der Pauschalgutschriften etwa 85 Prozent aller noch im deutsch-belgischen Ausgleichsver­fahren schwebenden Forderungsposten (runb insgesamt 46 000) mit einem Schlage erledigt worden. Danach kann mit einer Beendigung dieses Verfahrens, dessen Abwicke­lung bisher im Verhältnis zu dem Ausgleichsverfahren mit den übrigen beteiligten alliierten Staaten am stärksten im Rückstände war, in absehbarer Zeit gerechnet werden.