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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg
Verlag Friedrich Ehrenklau, $ul6a, . Ke- Vereins Deutscher Aeltungsvrv» lO ° psDcheckkonto: Kraoksurt a. EL Nr.-1-ovs
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Fulda, Mittwoch, 11. April
5. Jahrgang
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Kleine Zeitung für eilige Leser
- Rom werden wichtige Besprechungen in
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den nächsten mgelegenheit
N '!itct mit Bezug aus die Reparcuionsangelegenhèit 8 Sie Kriegsschuldenregelung.
; / Aman Ullah von Afghanistan und Gemahlin sind « . ^ in Berlin eingetroffen. Der König unterzieht sich im °fo § einer ärztlichen Behandlung.
^« Kifjteitb der Osterfeiertage ereigneten sich in vielen Ge-
Reparatims-esprechuilgeu in Rom
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^ Europas eine außergewöhnlich große Anzahl von Auto- Kotorravunsällen. -
aroßc kommunistische Verschwörung gegen das Sebert
Mikados ist angeblich in Japan entdeckt worden^.
Bündnisse
ber großen Londoner Zeitung „Daily Herald"' Meinen interessanten Satz: „Geheimbündnisse sind, iit die englische" Diplomatie in Frage kommt, un- int geworden. Schon vor dem Kriege wurden die Mn der Ententen und des Meinungsaustausches ^ der beteiligten Generalstäbe vorgezogen. Das Klivie es den Staatsmänner, mit verhältnismäßig a Gewissen abzuleugnen, daß verbindliche Ab- fangen zustande gekommen feien." Für die Richtig- l tirses Satzes haben ja gerade wir Deutsche einen M mitten drastischen Beweis erlebt, als 1914 der ™ Miige englische Staatssekretär Lord Grey das Be- Mii lines englisch-französischen Bündnisses ableugnete, Miftzen aber längst genau genug bekanntgeworSen ist, tatsächlich die Zusammenarbeit der beiderseitigen ■iiiljiäbc gewesen ist.
I Sir haben auch jetzt wieder eine Zeit eifrigster
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Parker Gilberts Sendung.
. 1 Dr. Köhler beim Papst.
Der in Rom weilende deutsche Reichssinanzminister, Dr. Köhler, wurde in privater Audienz von Papst Pius XI. empfangen. Der Papst liest sich eingehend über die allgemeinen politischen Verhältnisse in Deutschland unterrichten. Vorher hatte Köhler den Kardinalstants- sekretär Gasparri besucht. Beim deutschen Botschafter fand ein Frühstück zu Ehren des Reichssinanzminifters statt, an dem neben dem bayerischen Gesandten, Baron von Ritter, u. a. auch die früheren Staatssekretäre von Hintze und von Kühlmann teilnahmen. Für die nächsten Tage erwartet man wichtige Besprechungen mit Bezug auf die Reparationsangelegenheiten und die Gesamtrege- lung der Kriegsschuldenfrage.
Man nimmt an, daß der gleichzeitig in Rom weilends Neparationsagent Parker Gilbert versuchen wird, Mussolini zu seiner Ansicht einer Revision des Reparationsplanes zu bekehren. Die Vorschläge Gilberts sollen aber in Rom vorläufig nur mit starker Zurückhaltung in Betracht gezogen werden.
Englischer Widerstand.
In England zeigt die Presse sich ziemlich beunruhigt über die Revisionspläne für Deutschlands Zahlungen. Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Telegraph" erklärt heute, der Zweck des Besuches von Gilbert in Rom sei zweifellos der, die italienische öffentliche Meinung für eine Revision des Dawes-Planes zu gewinnen. Weder
Mussolini noch Volpi würden jedoch einwilligen, dkS deutschen Jahresleistungen zu vermindern, wenn die Vereinigten Staaten nicht offiziell eine Herabsetzung dec italienischen Kriegsschuld anregen würden. Der Anteil Italiens an den deutschen Zahlungen sei klein, und sein größerer Anteil an den österreichischen, ungarischen und bulgarischen Zahlungen sei illusorisch, da Italien praktisch keine Reparationszahlungen von Österreich odèr nugarn erhalte, während die bulgarischen Zahlungen sehr gering seien. Nach Mitteilungen des Korrespondenten des „Daily Telegraph" in Paris strebe Gilbert auch eine Revision des Dawes-Vertrages an, ohne daß Amerika seine eigenen Forderungen herabsetzen werde. Hierdurch würde jedoch dem englischen Steuerzahler eine neue Belastung von rund 20 Millionen Pfund jährlich erwachsen^
Mißtrauen auch in Frankreich.
In Paris ist man mißtrauisch. Man spricht dia Meinung aus, daß Mussolini ein „Komplott gegen den europäischen Frieden" schmiede. Obwohl Mussolini sich als Pazifist ausgegeben habe, habe er doch Entscheidungen getroffen, .die nicht dem Frieden dienten. Auch seins Reden über den Brenner seien kriegerischer Natur gewesen. Die Anwesenheit Köhlers in Rom und die Unterredungen zwischen Mussolini und dem polnischen Außenminister Zaleski könnten dunkle Pläne bedeuten — natürlich zum Schaden Frankreichs, auf den man in Deutschland fortwährend sinne. Die Franzosen kommen nun einmal aus ihren hysterischen Angstzuständen nicht heraus — oder stellen sich wenigstens so.
luiüèrvethandlungen, auch der Besuch des »Wen Königs in Londotl soll zu solchen Berhand- M.unter vier Augen" geführt haben. Man umgibt WA dem Schleier des Geheimnisses, spart nicht die aber es gibt immer noch genug Leute, die trotz- ptügë Bestehen bestimmter Abmachungen glauben. Montan Ullah, der jetzt wieder zu Berüu ist, hat es offenbar verstanden, sich den eng» WAm Gegensatz zunutze 31t machen. Beide Staaten MsHrenznachbarn, und es würde sich schon für die Regierung lohnen, wenn man den Afghanen- e%e Seite herüberziehen könnte. Angeblich soll i^ÄMig wird er sich sicherlich nicht verkaufen —* Om Anleihe von England bewilligt erhalten, r^-$ nur durch einige „unmißverständliche Hand- englischen Seite nähern würde. Daß er nach (greifen will, wurde in London recht unangenehm und von dort aus flogen auch die ersten Zei- auf, die mit lautem Geschnatter von einer an-
L . -lufstandsbewegung in Afghanistan und einer Ringen Abreise des Königs in seine Heimat Kunde K Aber diese Enten verfielen einem raschen Abschuß;
Klangt mau in London als erste dieser „un- Handlungen" die Aufgabe der Reise des nach Moskau. Offenbar hat sich hier irgend ^gebahnt, das aber lediglich Gegenstand nur von -Zungen ist unb vermutlich geheimbleiben wird. «• hat M n s s 0 l i n i in den letzten Wochen eine L -^außenpolitische Tätigkeit entwickelt, j von einer Annäherung zwischen der (und Italien, sogar von einem bevorstehen-- r '»Witalienifeben Sicherheitspakt, dem sich Griechen- k schließen solle. An ^Reibuugsflächen fehlt es dort U ^^öuerschaft zwischen der Türkei und Griechen- ^^bekannt genug und die Besetzung der klein- führte die Italiener vor die Tore der < 7?» spricht sogar v i einem Balkanpakt, vor allem auf das östliche Mittelmeer er-
U und selbstverständlich dem dort stark iuter- «<>. i^unkreich alles andere als gleichgültig sein ^»'„^^salls ist man in Paris darüber auch des- 'gestimmt, weil dabei die drei Staaten der ?W«, also Rumänien, Jugoslawien und die vor der Tür stehenbleibcu müssen, andererseits liiert stark mit den beargwöhnten Ungarn sym- ^" kommen schließlich noch bevorstehende zwischen Mussolini und bem polnischen ich» &' tef Zaleski, die nun wieder allen mög» . Es jrVMen und Kombinationen Raum geben.
Ltt^«upt an diesem ganzen Spinnennetz von ’ Verträgen, Besprechungen und dergl., die stsuweg auf der einen Seite bis nach "" anderen Seite bis nach Asien hinüber- U Charakteristische, daß diese sogenannten litten und Antikriegsvorschläge zwischen be^
Gcsji^en immer wieder nach anderen Richtungen We^tiS ö stärkster Unsicherheit auslösen, ein ^!â^nnttvi>^„ Erscheinung erfolgen dann sofort bei ihrem ^^n (lu.,?^11 laute Versicherungen in der Presse ^nli^ ^^llgten Länder, daß sich durch solche Be- iintoyE^fiit ^^? Verträge niemand in seinen Interessen ‘ °"z°s?Mu solle. So sollen plötzlich auch die i^b ci ii ' 0 nrcrikauischen Antikr , egs - k® kille qriniLr'? e.n wieder ins Laufen kommen, angev« i^on prl™!1^ Einigung zwischen beiden Ländern ?W^ ^'U' so daß man den Notenaustausch
Milchten N anderen, bisher nicht daran beteiligten kb^r aurffelbftberftänblidb England und ^apan, K Via. S Deutschland und Italien, zur Kenntnis li- ^!ühl â/U dürfte aber wohl nicht sehlgehen in Listen iS die Massenhaftigkeit all dieser Bündnisse lÄ 8u be ^. Dauerhaftigkeit und ihres inneren hAt FZ"erlen ist. Schließlich gilt ja immer noch W^^» ^â des Großen, daß Bündnisse zwischen I ^ als bLHt§ "Ur so lange Dauer und Geltung ^ den beiderseitigen Interessen entspricht.
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Stadl hat sich hierbei von der Idee (fiten lassen, für jetzt und alle Zukunft eine Burg deutscher Kultur und Sitte an der Ostgrenze unseres Vaterlandes zu fein und zu bleiben. Unser Bild zeigt gas Krieaerdenkinal von Treuburg.
Frankreichs Ansprüche an das Sowsetgold.
Neue Note Rußlands.
Die Sowjetunion hat der französischen Regierung eine neue Note überreichen llassen, in der in Erinnerung gebracht wird, daß die Sowjets bereits im vorigen Monat eine Anfrage wegen der Ansprüche der Banque de France auf die nach den Vereinigten Staaten eingeführte Gold- sendung der Moskauer Staatsbank gerichtet habe. Die damalige Note teilte mit, daß der französische Botschafter in Moskau sowohl die Tatsache der Überreichung einer französischen Note in Washington, durch die die Ansprüche der Banque de France unterstützt wurden, als auch die Tatsache einer seitens der Banque de France bei einem amerikanischen Gericht angestrengten Klage in Abrede stellte, ^ie Moskauer Regierung verlangte jedoch nanere Erklärungen vom französischen Ministerium des Auswärtigen. Diese Erklärungen blieben aus und so erging jetzt die zweite Anfrage.
Es handelt sich bekanntlich um die Goldsendung im Werte von fünf Millionen Dollar, die Rußland nach den Vereinigten Staaten sandte und auf die dann von französischer Seite Anspruch erhoben ,wurde. Nach neueren Nachrichten soll das Gold zu größerer ^icycrbut nach Deutschland verschifft worden sein.
Deutsch-russische Beziehungen.
Die verhafteten Deutschen.
Fn Moskau berichtete Litwinow auf einer erweitere ten Siüuna des politischen Bureaus über die Bcratrm- acn d"r Abrüstungskonferenz und über seine Bcrhand- hnmen mit dem türkischen Außenminister. Besondere Bedeutung legte Litwinow seiner Unterredung mit Reichsaustenminister Dr. Stresemann in Berlm über die Dcutschenvcrhaftungen bet. Litwmow verbreitete ach über die Einstellung der ReichSregierung zu den Bcr- Haftunaen und betonte die Notwendigkeit der Regelung der deutsch-russischen Beziehungen.
Der Volkskommissar für Auswärtiges, Tschitscherin, teilte dem deutschen Botschafter Grafen Brockdorfs- Rantzau mit, daß der Prozeß gegen die im Donezgebipt verhafteten deutschen Ingenieure bereits Mitte April stattfinden wird. Der Prozeß werde in Moskau gejuhrt, die Verhafteten befänden sich schon auf dem Wege nach Moskau.
politische Rundschau.
Deutsch-siamesischer Handelsvertrag.
Am 7. April ist in Bangkok ein Freunoschatts-, Ham dels- und Schiffahrtsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und dem Königreich Siam von den Bevollmächtigten beider Regierungen unterzeichnet worden. Der neue Vertrag soll an die Stelle des vorläufigen deutsch-siamesischen Wirtschaftsabkommens vom 28. Februar 1924 treten. Er gewährt beiden Staaten die Meistbegünstigung für Handel, Schiffahrt und Niederlassung, enthält eine Schiedsgerichtsklausel für die Auslegung seiner Bestimmungen unb stellt die Handelsbeziehungen zwischen beiden Staaten auf eine gesicherte rechtliche Grundlage. Der Vertrag wird am Tage des Austausches der RatttUatwLS-- urkundcn in Kraft treten.
Unbefugte Grenzübertritte aus Polen.
In einer der letzten Nächte versuchten etwa 16 bl» 18 Personen aus Polen die deutsch-polnische Grenze bei Pokowen, Kreis Lyck, zu überschreiten. Sie wurden von vier polnischen Schleppern bis zur Grenze gebracht, stießen hier aber auf einen polnischen Posten, der aus seinem Karabiner sofort Alarmschüsse abgab. Er wurde aber von den Überläufern überwältigt, die ihm den Karabiner entrissen uni) ihn mit diesem verprügelten. Die Überläufer sind dann unerkannt über die Grenze gelangt. Auf polnischem Boden ist inzwischen einer der vier Schlepper verhaftet wordem
Japan.
Verschwörung gegen den Mikado aufgedeckt.
In Tokio ist eine kommunistische Verschwörung, dlö gegen den Kaiser von Japan gerichtet ist, entdeckt worden. Die Entdeckung der Verschwörung hat im ganzen Lande große Erregung hervorgerufen. Die verhafteten kommunistischen Agitatoren werden sämtlich beschuldigt, an bem Komplott gegen den Kaiser beteiligt zu sein. Auch Moskau soll die Hand hierbei im Spiele haben, da die Radikalen bei den letzten Parlamentswahlen Wahlgelder von Rußlaird erhalten hätten.
Aus In- und Ausland
Berlin. Der hiesige italienische Botschafter Aldroi Vandi hat sich zur Eröffnung der Dürer-Feier, an der Jtaliey offiziell beteiligt ist, nach Nürnberg begeben.
Berlin. In den Ostertagen, vom 6. bis 8. April, fand in Berlin der siebente Parteitag der Kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands statt. Es wurden Resolu- Honen angenommen, welche die Ablehnung der Kampfmethoden der gewerkschaftlichen (sozialdemokratischen) Arbeiter- dewegung begründeten.
Chemnitz. Bei einer k 0 m m u n i ft i f d) e n Reichs- jugendveranstaltnng kam es mehrmals zu Zusammenstößen mit der Polizei. Ungefähr 20 Personen wurden in Haft genommen.
München. Während der Ostcrfciertage fand in München eine große deutsch-österreichische Frontkämpfer- kundgebung statt, die sich entschieden für den Zusammen- schluß âussprach.
Luxemburg. Subkow und seine Gattin haben, wie verlautet, bei der luxemburgischen Regierung anfragen lassen, ob ihrer Niederlassung im Großherzoglum Luxemburg nichts im Wege stehe.
Paris. Wie man aus Caracas meldet, teilt eine Veröffenb lichung der Regierung von Venezuela mit, daß eine militärische Revolte am Ostersonntag in der Hauptstadt ausbrach, aber rasch erstickt werden konnte.
London. Im März sind nach Berichten aus Tokio drei neue 10 WO-Tonnen-Kreuzer, ein Zerstörer und ein Unterseeboot auf japanischen Werften vom Stapel gelassen worden. Sie verfügen über eine außerordentliche Geschwindigkeit.
Angora. Die Kammer nahm einstimmig mit 269 Stimmen den von Ismet Pascha und 121 Genossen eingebtachten Antrag auf Trennung von Kirche und Staat an. Danach ist u. a. aus Artikel 2 der Verfassung der Paragraph „die StaatsreUgion ist der Islam" zu streichen.