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Tageblatt für Rh§» M- Vogelsberg Zul-a- und tzcmaetal-Zul-aer Kreisblatt Reâaküoa m»ö Gesthastsstelle: Mühlenstraße 1 Zemfprech-Msthlag Qr.^

Sachdrme »er alt * mstfrtneq flâl m« «tt chsâwsga^ .;»«>«« ftAzets»r'g-fiv««1.

Fulda, Samstag, 14. April

MtzAgrnpreis: §Sr VehSrSen, Genossensth«^ trv, Banken usw. beträgt die Kieinzcile 030!HL, für auswärtige Auftraggeber 0.25 Mk., für die Reklamrzeile 0.90 Mk. u. alle «nSeren 0.15 M^ ReÄamezeile 0.60 Mark Bei Rechnungsstet» long hat Zahlung innerhalb 8 Tagen zu erfol­gen Tag» und plahvorsthristrn unverbindlich.

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5. Jahrgang

Kleine Zeitung für eilige Leser.

* Die deutschen Flieger haben kurz vor dem Ziel auf Aeenly Island notlanden müssen.

* Eine Versammlung deutscher Katholiken der Ostgrenzmark Wc eine nach Berlin übermittelte Entschließung gegen die Mligionszwistigkeiten in Mexiko.

* Für deutsch-englische Verständigung sprach in Berlin der ks.stlischc Staatssekretär Lord Birkenhead.

* Die Opfer des in Mailand unternommenen Attentats» scrsuches gegen den König von Italien werden aus Staats- füften beerdigt..

Wallfahrt.

Mussolinis Oftergüste. Italienische Frühttngsträume.

Die Mailänder Höllenmaschine, <

' Mussolini, rief und alle, alle kamen die Autzen- uiinifter von Ungarn und von Rumänien, von der Türkei Md von Griechenland, und wenn jetzt sogar auch Herr Zaleski nach Rom pilgert, so gilt auch dieser Besuch dem Stober des neuen Italiens, der nach langen Jahren des Lichens und Tastens aus deut Gebiete der auswärtigen Politik nun zu gestalten beginnt, was ihm, dem ossen- timdigen Gegner der Verträge von Versailles und Tria- m, dem spöttischen Beobachter der Bemühungen des ALibundes um eine wirklich endgültige Beruhigung der modischen Verhältnisse, als ernsthaft tragsähiges und Lauerndes Staatengefüge der alten Welt vorschwebt.

Daß sein Respekt vor den Männern in Genf nicht i chu groß ist, daraus hat der italienische Diktator meumls Mi Hehl gemacht. Aber jetzt scheint er die Zeit für g«- lmmen zu halten, um der Welt eine Staatskunst zu MN, die es besser zu machen versteht als die Völkev- W und Abrüstungsdiplomatie. Als bald nach dem Kriege die Mächte der Kleinen Entente sich verbündeten, 3bem schmählich niedergetretenen Ungarn die Kandare Ziegen, war Italien sozusagen mit von der Partie. N aber scheint Mussolini die Initiative zugunsten ^dieses zerstückelten Ungarns ergreifen zu wollen. Es N ihm auch gar nicht darauf an, zu diesem Zweck Atzt Polnische Republik an sich heranzuziehen, in der ^r-ikjch den zuverlässigsten Bundesgenossen int Kamps ^unverbrüchliche Heiligkeit" der berüchtigten Veo- WZ besitzen glaubt.

/sittlich befinden wir unö augenblicklich erst noch int « einer Bewegung, die vielleicht den europäischen WiiegSgestaltungen ein völlig verändertes Gesicht Arn wird. Aber man entfaltet schließlich nicht eine so DHeure Geschäftigkeit, wenn nachher alles unverändert alten bleiben soll, und Mussolini ist wohl auch nicht ^Mann dazu, alle seine lieben Ostergäste, die gläubigen Wiens zu ihm nach Rom gewallfahrtet sind, unter* "Wer Sache nach Hause zurückkehren zu lassen. ,

" Auch Deutschland befindet sich unter den Romfahrertt M Frühlings. Unser Reichsfinanzminister Dr. ^hlè r weilt in der Ewigen Stadt, wozufällig" auch ^Parker Gilbert gerade seine Osterferien »er» Ät Aber kann man sich einen amerikanischen Ge- Wftsmann vorstellen, der nur zu feinem Vergnügen in ^^opa herumreist? Zumal einen solchen wie den groß- «achtigen Herrn Reparationsagenten, von dem doch die M einigermaßen begründete Sage geht, daß er die Ren finanziellen Probleme, die auf Europa lasten, im # dieses Jahres irgendwie zu einer neuen, zu einer »Wen und für alle Beteiligten einigermaßen tragbaren ^iung bringen wolle. Wenn also Herr Mussolini aus er einen Seite am politischen Webstuhl der Zeit, M Yerr Parker Gilbert auf der anderen Seite am gor- Ä finanziellen Knoten Versailler Angedenkens her- .Altert, dann könnte man ja beinahe hoffnungssreudlg ün?« Zukunft blicken. Sollte der italienische Fruh-

Blütenträume reifen lassen, die bisher immer noch flattert sn/d?en nörbü^en Luftströmungen kläglich zer- b, ^ schon künden die Höllenmaschine von ÄS " lländer Ausstellung, der verbrecherische i «egen den Eisenbahnzug, mit dem Mustolml N.M nach Rom zurückkchrte, von neuem die Hm- tz^§ / âllen menschlichen Wesens und Trachten», dre ii>,'"^Uttdenheit aller hochfliegenden Pläne, mit denen l>èv ^e und tatensreudige Einzelmenschen ihr Zeit- >L überraschen wollen. Wer weiß, welche neuen Er- Aila-n^W« Italien entgcgcngeht, gerade ut dem beÂSM da sein Herr und Meister sich anschicken ivollte, ^itzeiE ^n Europas einen neuen Weg ins ^reie zu

Die Sachverständigenkommission für St Gotthard.

Ä Die Pariser Nachrichten über die bevorstehende Ab- «Lz? ' Sachverständigen an die österreichisch-ungartsche ft Gvn^? weiterer Erhebungen über den Zwischenfall W. ^slicl r ^ werden im Völkerbundsekretariat bestätigt. Cm ^chttn» EMeinungsaustausch zwischen den Mitgliedern de.' °"d "L' » «s des Rates, dem bekanntlich die Vertreter Hm ° S und Chiles angeboren. Hat zu dem Beschluß Sm L^wet Rüstuilgssachvetständige. einen Engländer und ^' 'n Begleitung des leitenden Beamten der zu- ^Xe zu <.»^^ung des Völkerbundsekretäriats an Ort und M ffMenden. Die Sachverstäirdigen verlassen heute abend Mitteilung des Pölkerbundsckrelariats uber die ^^^"'di^ ^Ct Abrüstungssachverständigen ist für heute abend

Der Ozeanflug geglückt!

Mz osr dem Ziel sstgelsadet.

DieBremen" auf der Insel Ereenly Island.

Die ganze Welt war gestern bis spät in die Nacht hinein in angespanntester Erwartung. Der Funk und Draht arbeitete dauernd, um die Bevölkerung von dem Verlauf des Ozeanfluges zu unterrichten. Eine Meldung überstürzte die andere. Große Freude löste es aus, als dieBremen" nach kanadischen Pressemeldungen über Kringsport gesichtet wurde. Von dort hatten die Flieger noch 500 Kilometer zurückzulegen. Endlich traf gegen 9 Ubr ein Funkspruch ein, der meldete, daß dieBremen" in Milchellfield glücklich gelandet sei. Diese Meldung bestätigte sich aber ni ch.t.

Heute morgen lief folgende Meldung ein:

Newyork, 13. April. (8.41 U^r amerikanischer Zeit.) Die Bremen mußte in Ereenly Island, einer Insel an der Nordrocstküste von Neufundland, eine Notlandung vor­nehmen. Das Flugzeug wurde leicht beschädigt. Die Be­satzung befindet sich wohlauf.

Nicht ganz ist es Len wagemutigen Deutschen gelungen, ihr Ziel zu erreichen, aber trotzdem bleibt es eine wackere Tat und ein Verdienst um die Fortentwicklung des Flug­wesens.

9C? KtzWMPdant der irischen Luftstreitkräfte Wihmnurice. Wer den M-anflug mitmach»

Die Bremen" lanbete am Freitag mittag auf Greenly Zstaird. Die erste Nachricht, daß dieBremen" etwa 400 Meilen nördlich des sorg es ebenen Kurses zur Landung gezwungen war, erfolgte durch die Radioange- stellten in Point Arrow, ein Platz, der etwa 10 Meilen von Greenly Island entfernt liegt. Dieser Meldung folgte rasch eine zweite durch die kanadische Regrerungs- funkstation in Louisburg. Diese 7 Uhr abends (amenta= nische Zeit) bekannt gewordenen Nachrichten wurden durch aufgefangene FunknreUrungen über die Bremen flieg er, dre an die LondonerTimes" gerichtet war-en, werter bestä­tigt. Endlich erhielt auch der Nordd. Lloyd spat abends eine Funtnachrichi von Hünefeld in ber dre gelungene Landung bestätigt wurde und außerdem bemerkt wurde, daß die Erschöpfung der Flieger, der Verbrauch des Ben- zinvorrats sowie widrige Winde dre ^antung rrolwcndrg machten Diese letztere Nachricht ist anscheinend von einem Amateurfunker ausgefangen worden, und wurde von die­sem an die ZeitungManchester Union" in New 5mmp- shire weitergegeben. *

Abholung durch einen kanarischen Dampfer.

Ottawa, 14. April. Die kanadische Regierung hat den PatrouillendampserMontcalm" nach Greenly Island beordert, um die deutschen Flieger abzuholen.

Die einzige Unterkunft in Greenly Island, wo die ist, sind außer dem Haus des 'omichtturm würters Fischereitöume, die Neufundländern gehören Die kanadische Regierung wird wahrscheinlich einen Sonderdampfer zur Beförderung der Fliegerent- scnden Der regelmäßige Dampfer, der die Nordknstc -.c. Golks von St Lorenz bis zu einem Punkt innerhalb schätzungsweise 150 Meilen von Greenly Island entfernt bedient^verließ Quebec auf seiner ersten Fahrt der Saison vor einigen Tagen. Er kann vielleicht bei einem An- laufbâ en der von dem amtlichen. TelegraphenMem er. reicht werden kann, aufgehalten und nach Greenly Island aesandt werden. Abgesehen von diesem Schiff weiß man S fdn^ m der Nähe befindlichen Schifs. Die Meer­engen sind von Eis blockiert. 1

Emer von den Blättern veröffentlichten Agcnturmel- | duna aus St. Johns zufolae erfolgte die Landung der I Bremen" auf Greenly Island im Schneesturm.

wtb. Newyork, 14. April. Der Zeitunterschied zwischen der gestern mittag erfolgten Landung derBremen" und der Absendung der ersten Funkmeldungen über die Lan­dung gegen 7 Uhr abends nach amerikanischer Zeit erklärt sich aus der großen Entfernung zwischen Greenly Island und den nächsten Funkstationen daraus, daß die Nach­richten mit Hundeschlitten oder Boten dorthin übermittelt werden mußten. Die neusundländischen Behörden erklär­ten, daß von St. Johns ein Dampfer nach Greenly Island geschickt werden müsse, falls dieBremen" zu stark be­schädigt sei, um weiterfliegen zu können. Einstweilen liegt dieBremen" auf einem Felsen der kleinen Insel. Die drei Flieger sind Gäste des Leuchtturmwärters. Nach Eintreffen der Landungsmeldung an den Nordd. Lloyd, erklärte der Vertreter der Junkers-Gesellschaft, Fred Mel­cher, daß möglicherweise heute das in Mitchellfield bereit- stehende Schwesterflugzeug derBremen" nach Greenly Island abfliegen werde, um die Bremen-Flieger abzuholen.,

Des deutschen Botschafters Gruß.

Der deutsche Botschafter in Washington von Prittwitz u. Eaffron übermittelte der amerikanischen Presse folgende! Erklärung:Ich höre mit großer Freude, daß bas; deutsche FlugzeugBremen" diesseits des Atlantik glück-! lich gelanbet ist. Ich grüße die tapfere Besatzung, bie Wind und Wetter meisterte und durch ihren Trans-' atlantikflug von Osten nach Westen die Luftschiffsfahrt ihrem Ziele, eine Verbindung beider Kontinente herzu-s stellen, einen Schritt näher gebracht hat. -

An Hauptmann a. D. Köhl in Greenly Island hat der deutsche Botschafter folgende Drahtung gerichtet: ,Özhnen allen ein herzliches Willkommen diesseits des, Mlantiks." I

Der Newyerker Bürgermeister Walker über den Flug. 1

Bürgermeister Walker verweilte mehrere Stunden auf dem hiesigen Flugplatz. Trotz der ungünstigen Nach­richten über das Schicksal derBremen" weigerte er sich, den Glauben an das Gelingen des Fluges derBremen" aufzugeben.Mögen auch die deutschen Flieger," so er­klärte er,Newyork nicht erreichen, ich fühle dennoch, daß die Flieger derBremen" auf diesem Kontinent weilen." Später gab Bürgermeister Walker durch den Rundfunk­sender folgende Erklärung ab:Die Loyalität und Treue der vielen 1000 Männer und Frauen, bie hier seit dem frühen Morgen in Erwartung der Ankunft derBremen" versammelt sind, ist die schönste Kundgebung, die ich je erlebt habe. Das Vertrauen auf die Männer im Flugzeug und ihr Glaube an die allmächtige Vorsehung ist ein großer Tribut an die Menschheit. Ich weiß, daß die Flieger kommen werden, und ich bleibe hier, bis sie kom­men. Dies ist mein persönlicher Entschluß und ich be­trachte dies für meine offizielle Pflicht. Bürgermeister Walker trug bei seinem Aufenthalt in Mitchellfield die deutsche Rote-Kreuz-Medaille an der Brust.

Glückwunsch der kanadischen Regierung.

Als die Nachricht von der Landung derBremen" auf Greenly Island eintraf, unterbrach das kanadische Unter­haus seine Beratungen, um die Meldung im Hause be­kannt zugeben. Das Haus nahm die Mitteilung mit großem Beifall auf.

Ministerpräsident Mac Kenzie King sandte an die Flieger Köhl, Frhr. von Hünefeld und Fitz Maurice namens der kanadischen Regierung eine Botschaft, in der er den Fliegern die Glückwünsche des kanadischen Volkes und der Regierung anläßlich ihres wohlbehaltenen Ein- treffens auf kanadischem Gebiete und zur Vollendung des ersten Ostwest-Atlantikfluges ausspricht, der einen her­vorragenden Fortschritt in der Entwicklung des Flug­wesens bedeutet, und durch die Ueberbrückung des Ozeans eine engere Freundschaft zwischen den Völkern herbeiführe.

Ein Sul^man Frhrn. von Hünefelds

ein aoldener Schutzgott, den ihm eine junge Dame für den Atlantikflug geschenkt hat und der den <5lug über den Ozean mitmachte.