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Zulöaer /lnzeiger

ja 2 Mark. Del Lieferungsbehinderungen durch Mere Gewalten*, Streiks, Kussperrungen, ^hnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Mrüche. Verlag Krieörich Ehrenklau, §ulLa, Mitglied des Vereins Deutscher Zeitungsver- leatt. Postscheckkonto: Krankfurt a. M. Nr.^doss 57 991928

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Fulda, Frettag, 27. April

TiorAgenpreio: M SchSrüen, GevosseaMaß. tea,Danken usw. beträgt die Kleinzeile 0.30 für auswärtige Auftraggeber 0.25 Mk., für dir Reklamezeile 0.90 Mk. u. alle anderen 0.15 Mk., Reklamezeilr 0.60 Mark Del Rechnungsftel» dmg hat Zahlung innerhalb 8 Tagen zu erfol­ge« Tag- und Plahvorfchristen «p -din-lich.

5. 2ah ga 8

Kleine Zeitung für eilige Leser.

* Der Internationale Gerichtshof im Haag entschied in in ostobcrschlesischen Schulsprachenfrage zugunsten des deut­en Standpunktes.

* Die Berufunasverbandlung gegen die Magdeburger Achter Kölling und Hoffmann rst auf unbestimmte Zeit ver- M worden.

* Das Befinden des französischen Ministerpräsidenten Iiiand hatte sich in den letzten Tagen nach Pariser Mcl- tagen stark verschlimmert. Aus der anfänglichen Grippe Ple sich eine Lungenentzündung entwickelt.

* DieBrcmen"-Flieger sind mit einem Ford-Flugzena [ton Greenly Island abgeflogen.

Pionierarbeit.

Die Flüge über den Ozean, ebenso Lindberghs wie K Tat der beiden deutschen Flieger, waren nicht bloß (in sportliches Unternehmen. Sie dienten auch weiter- ttcnden Zwecken: der Transozeanflugverkehr ist bamitl inben Bereich der Möglichkeit gerückt und die Flüge Habens Mr die notwendige vorbereitende Pionierarbeit! geleistet. Noch steckt freilich alles in den Kinderschuhen^ 65 ist bekannt, daß der Flug Köhls und Wünfelds Vomj SorddeutschenLloyd und von der H ap a g finan»! worden ist. Die L u f t h a n s a, also die offizielle üMisalion der zusammengefaßten deutschen Fluggesell- 'Nen, war nicht daran beteiligt, will aber auch nicht müdbleiben; der Flieger Risticz will baldmöglichst den Silben Versuch machen wie Köhl und Hünefeld. Vor- bereitenbe Studien sind von ihr ja schon im vergangenen sch gemacht worden: nur legte man damals das Haupt- Micht auf die sog. südliche Linie, also auf den Versuch, IrlandNeufundland als Zwischenstationen zu »en, sondern die Azoren.

", Daß die deutschen Schiffsreedereien sich des Trans- smslugverkehrs intensiv aunehmen, wird man ihnen A andere als verdenken können; denn ihre Interessen

W durch ihn sehr stark berührt. Tritt dieser Verkehr Actzmal aus dem Stab tuet der Versuche heraus, wird wunb zuverlässig, dann wird er zunächst einmal ^Verkehr für L u xu s p a ssa g i c r e sein. Es l Wik den, der es sich leisten kann oder für den Zeit ist, doch ein erheblicher Unterschied, ob er in zwei chüe bisher erst in acht Tagen von Bremen oder nach Newyork zu gelangen vermag. Erfreu- Mise sind aber unsere Reedereien längst nicht mehr ;:® Ausmaß auf Riesenluxusdampfer eingestellt wie Mein Kriege, sondern pflegen mehr das Massengeschäft E^jütspassagiere. Aber trotzdem würde ihnen ein âÄ der Luxuspassagiere sehr unangenehm sein. Mein hat man gerade in letzter Zeit auch wieder mit

«oh von Luxusdampfern begonnen.

Das zweite ist die Frage der Postbeförderung, "atiirsich den Transozeanflug aus Gründen der Zeit- Amis weitgehend bevorzugen würde. Dadurch würden 7 Manziellen Interessen der Schiffsreedereien ganz Mdns berührt werden und vielleicht gerade aus jietn Grunde haben schon vor mehreren Jahren Ham- Ker und Bremer Schiffahrtskreise eine Versuchsgesell- gegründet zu dem Zweck, seetüchtige Ser«

^u gzeuge auszuproben und eine entsprechende Kanlsation vorzubereiten. Man ist auf diesem Wege i,^ 'chr weit gekommen und der Flug derBremen" M dcn ersten, also gut vorbereiteten Versuch auf diesem *te dar.

L W Lufthansa, die tatsächlich ein Unternehmen des Mes ist und erhebliche Subventionen erhält, will es ? natürlich auch nicht nehmen lassen, die Trägerin

$ künftigen Transozeanflugvevkebrs '""den, hat bei für auch schon weitgehend Propaganda W Aber sie ist längst nicht so weit wie die Reedc- M da ja das eigentliche Feld ihrer Tätigkeit der ' Mustaatliche Verkehr in Europa ist und sic natürlich weltumspannende Organisation besitzt wie die .Schiffahrtsgesellschaften. Sie würde natürlich [,/. jlU£«1)nMn ihres Verkehrs, die ihr mcht

«° "ne eventuelle Erhöhung ihrer Subventionen, vor 5; Mr sicherlich eine steigende Rentabiltat sichern bon Herzen begrüßen und auszunutzen versuchen. iw?0 liegt hier vorläufig noch die nnerfreullckst: Tat- W-'"" gewissen Rivalität zwischen Ree- W^ >i und Lufthansa vor, allerdings nur MMg noch, denn schon haben die Versuche eingesetzt, ! beiden Teilen eine Einigung Herbelzufichren Leiter ACtt künftigen Transozeanflugverkehr gcmemiam siii ^,?^Iubereiten und dann zu organisieren. Es wlt tu Ä Zweck eine neue Gesellschaft gegründet werden. WVx - Lnfthansa itnb die Reeder nen in gleicher ^terc^ ^wl sind. Natürlich wäre das im deutschen Nh-'n^ zu begrüßen; es muß der Welt em so '^ 'ü>cs Schauspiel inncndentscher Revalitaten er« ^\^- Das wäre die beste Fortsetzung

151 deutschen Transozeanfluges.

^" «ükrerMschlSPvf ben König non Alien?

aus der Schweiz'befagcn, die italicnisch- Aisiii^^ außer dem Anschlag auf den König bei bet Mbz?" Mustermesse und beut Attentatsversuch auf den t^bSa? Mussolinis noch einen weiteren Anichlag

.König aufgcdeckt. Aus der Eisenbahnlinie von ^NoK^ Lecco, die der König benutzen sollte, wurden M vvu m?ufgcftlnden. Der König hat daraufhin die » ilaiic^iunh nach Lecco im Automobil ausgeftchrt. A°in^S-Polizei nimmt an, daß alle Anschläge das^

weitverbreiteten Organisaton [inbi ------"

Abflug von Greenly Island.

DieVremkn^flieger gestartet.

Zwischenlandung in Murray-Bay vorgesehen.

Nach einer kanadischen Meldung sind die deutschen Ozeanflieger Kohl und v. Hünefeld und ihr irischer Reisegefährte Fitzmaurice Donnerstag früh 7.45 Uhr amerikanischer Zeit unacfähr 13.45 Uhr deutscher Zeit gestartet, mit der Absicht, in der Murray-Bay eine Zwrschenlandttng vorrunehmen. Aber nicht mit der ..Bremen", wie man bis zuletzt noch hoffen und erwarten rennte, sind^pie wagemutigen Flieger von Greenly Fstand ghg-floaen. sondern mit dem von Balchen gefübrt-n Ford - Dreimotorenflugzeng, das die Ersatzteile auf die rasch berühmt gewordene Insel gebracht batte. Es erwies sich Webs als zu schwer, dieBremen" von dem an der Oberftâche getanten Eis hochznbringcn. da sie infolge eines Versehens keine Schnepfufen und ansterdem eif"n spät festaestellten Motordefekt hatte. Nach der Eis­schmelze erst dürfte sie durch einen Dampfer von Greenly Island abgeholt werden können.

Mit dem Eintreffen des Ford-Flugzeuges in Newyork wird für Freitag abend acrechnet. Die Ozeanftieaer haben den Wunsch, an der Beisetzung ihres verstorbenen Kameraden B e n n e t t. die am Sonntag auf dem Helden­friedhof in Arlinaton stattlinden soll, teilznnebmen. Bennett, der durch seine 1926 mit Byrd durchgeführte Nordpolttberslieaung bekanntaeworden ist, war an Lungenentzündung erkrankt, als er nach Greenly Island flieaen wollte, und ist im Kranlenbause zu Quebecs ge­storben. Es war nichts unverü'cht qebli»ben, was zu seiner Rettung hätte beitraaen können, aber auch das Antivneumonieserum. das ihm Lindberab im Flugzeug zuführte, vermochte ihm nicht mehr zu helfen.

*

DieBremen"-Flieger in Lake St. Agnes

Die Bremenflicger. die gestern früh in einem Ford-

Flugzeug Greenly Zsland verließen, sind nachmittags 3,52

Uhr amerikanischer Zeit in Lake St. Agnes gelandet. Sie werden heute früh zur Beisetzung Bennetts nach Washing­ton fliegen. An der Tranerfeierlichkeit wird auch der deutsche Botschafter von Prittwitz und Gaftron teilnehmen.

'Kur^Zwischenlandung in Brainardfield.

Auf dem Flugplatz Brainardfield traf aus Lake St. Agnes die Nachricht ein, daß das Ford-Flugzeug mit den Bremen"-Fliegern am Freitag für einige Mrnuten landen werde, um Benzol einzunehmen und dann nach Washington weiterfliegen werde.

Verschiebung des Newyorker Empfanges?

Wie der Ausschuß für die Vorbereitungen zum Empfang der Ozeanflieger mitteilt, bürsten die Emvfan-rs- feierl'chkeiten in Newyork wegen des Ablebens Sennett-.- verschoben werden. An der Begrüßung auf Mitchellfield dürfte sich aber nichts ändern. .

^n Washington haben inzwischen die Vorsitzenden d-s Hccresausschusses des Kongreffes, Senator Reed lPennsylvanienl und das Mitglied des Rcpraientanten- haitfcS James, den Entwurf eines Gesetzes eingebracht. d-rs den Präsidenten ermächtigen soll, der Besatzung der Bremen" die höchste Auszeichnung s u r Flngleistttngen. das F l i - g e r k r e u z , ur verleihen. Diese Auszeichnung rst ursprünglich nur f it Flieger bestimmt, die dem amerikanischen Heer oder der anierikanische» Marine angehören.

Briand schwer erkrankt.

Befinden besorgniserregend.

Die Nachrichten über den Gesundheitszustand des fron« zösischen Ministers des Äußern, Brmnd, lauten neuer, dings ziemlich ernst, nachdem einige Tage lang d-e Rede von einer leichten Erkrankung gewesen war. Allst de Briands Grippe hat sich anscheinend zu einer Lungcnent Zündung entwickelt, als deren Begleiter,chelming heftrge. lieber sich einstcUtc. Die Pariser Blätter beschäftigen sich Kn bin Bolarn einer möglicherweise elntretcndcn SwÄe uV °"', w« als -u«

^SXS- ist w°r nie »on W^

Institution obwohl man von ernsteren Leiden S9^ Blatt meldete Donnerstag atÄans ^B der Gesundheitszustand Briands tat» säckltck weit ernster sei, als allgemein angenommen wurde.

unmittelbaren Umgebung Briands zeige man sich be mal Man rechne damit, daß Briand unbedingt Erholungsurlaubs benötige. Inzwischen würve di^Leltima der auswärtigen Angelegenheiten ent­weder auf den Ministerpräsidenten PoincarS oder motz. tiAertoeik auf Andrö Tardieu übergeheil, der bereits leit eittiacr Zeit in der Bearbeitung außenpoliti,chcr Fragen c ®.CJ g-Avscrarunb getreten wäre. Tardieu gehört bc» Sa w S der Haupturheber und Mitarbeiter an ber SaSc Ls Versailler Vertrages.

Besserung des Gesundheitszustandes Briands.

Ueber den Gesundheitszustand des Außenministers rung/ E? wird ein leichtes Sinken des Fiebers festgestellt,

DieBremen"besatzung an Löbe.

Reichstagspräsident Löbe erhielt in Regensburg, VL ?iner Wählerversammlung sprach, vom Postamt oes Reichstages nachstehendes Telegramm aus Greenly Island nachgesandt:

Bewegten Herzens empfangen wir Ihre uns be­sonders hoch erfreuenden Glückwünsche. Seien Sie ver­sichert, Herr Präsident, daß es das heißeste Bemühen jedes einzelnen von uns bleiben wird, d en I nteresse n de r über alles geliebten Heimat zu dienen in bem Sebanten, daß Dienst am eigenen Volke Dienst an der Menichheit bedeutet. Das geniale Erzeugnis Professor Dunkers , dem wir nächst Gottes Hilfe den Erfolg unseres Fluges verdanken, wird in diesem Sinne jenseits des Ozeans dazu beitragen, dem die Völker näherbringenden Welftlugverkehr neue Kraft zuzuführen.

gez. Köhl, Fitzmaurice, Hünefeld. â

Rifikoverminderung der Oz^onflüge.

Umwälzung im Flugzeugbau.

Mit aller Deutlichkeit hat die Notlandung derBremen" wegen Benzinmangels auf der entlegenen Insel Greenly der Welt klar gemacht, welchem Risiko derartige Flüge ausgesetzt sind. Obgleich die Flieger auf alles irgendwie entbehrliche Gewicht verzichtet hatten, um nur mehr Be- ; triebsstoff mitnehmen $u können, reichte infolge der außer- j ordentlich ungünstigen Windverhältnisse die Brennstoff- menge doch nur eben aus, um derBremen" die Landung I auf der entlegenen Insel gerade noch zu ermöglichen.

Drehen sich daher nun unter dem Eindruck der Berichte der wagemutigen Flieger Kohl, von Hünefeld und Fitz­maurice die Erörterungen um die Berbefierung der Flug­zeuge, so sollte dabei vor allem der Kernpunkt, d. h. die Verminderung des Eigengewichts der Flugzeuge, in den Vordergrund gestellt werden. Dies um so mehr, als in Deutschland seit Jahren an einem neuen Leichimetall, dem von der J. E. Farbeninduftrie A. G. hergestellten Elek­tronmetall, gearbeitet wird, das bei gleicher Festigkeit wie die seither benutzten Aluminium-Legierungen noch um rund 1 40 Prozent leichter ist als diese. Bei'gleich hoher Trag­fähigkeit können daher unter seiner Verwendung Flug- ; zeuge mit erheblich geringerem Eigengewicht oder bei glei- i chem Gewicht, solche mit wesentlich höherer Tragfähigkeit gebaut werden. Die Nutzanwendung daraus ist im Falle I derBremen" leicht zu ziehen: Wären die in Frage kom­menden Teile des Flugzeuges um 40 Prozent leichter ge­wesen, so hätte dieBremen" in demselben Verhältnis mehr Brennstoff mitnehmen und entsprechend länger in der Luft bleiben können. Einstweilen haben sich die unter j dem SammelnamenElektronmetall" entwickelten ver­schiedenen Magnesiumlegierungen bereits wichtige Absatz- I gebiete in der deutschen Automobilindustrie gesichert. Neu­erdings ist aber die Entwicklung der für den Flugzeugbau erforderlichen hochqualifizierten Legierungen schon so weit vorgeicbritten, daß Einzelteile aus dem neuen Metall schon erfolgreich im Flugzeugbau verwendet worden sind und demnächst die Erprobung wesentlicher Teile, sowie ganzer Flugzeugkonstruktionen sich anschließen wird. Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß der Italiener de Pinedo bei seiner doppelten Ozeanüberquerung 1927 schon ein zweimotoriges Flugzeug benutzt hat, dessen Motors in ihren Einzelteilen weitgehend mit Elektronmetall ausgestattet waren. Das neue Leichtmetall hat sonach seine Feuer­probe im Flugzeugbau bereits bestanden und seine aus­giebigere Verwendung rückt die Möglichkeit einer wesent­lichen Verringerung des Risikos der Ozeanflüge tu nahe Aussicht.

DenWr Sieg in btt oftobetMWe» CHupragk.

In einem umfangreichen Urteil hat der Ständige Internationale Gerichtshof im Haag ferne Etttfcherdung in der Streitfrage um das Recht der rm polm,chen Ober sMesien wohnenden Deutschen auf ihre Muttersprache ge­troffen Das Urteil bedeutet restlose Anerkennung des deutschen Standpunktes und Abweisung der polnischen Bergewaltigungsversuche. ht

Im juristischen Aufbau weicht der Gerichtz-Hos ur einigen Punkten insbesondere insofern von dem deutschen Klageantrag ab, als er die Erklärung der Erziehung^- berechtigten gemäß der Genfer Konvention alv Erklärung über die sprgchliche Zugehörigkeit des Kindes aunaßi. <>m der Praktisch wichtigen Frage, bte zur Entstehung des Pro­pstes Anlaß gab, bestätigt der Gerichtshof aber m vollem Umfang die erstinstanzliche Entscheidung des Prasrdenterr C a l o n d e r. Weder dürfen Erklärungen über die Zuge­hörigkeit zur Minderheit nachgeprüft werden, noch dürfen bei zu den deutschenSchulen angenisldetenKrndcrn irgend­wie und von irgendwelchen Behörden S p r a K p ruf u n- g e n bar genommen werden. Damit wird bte polnische Behauptung, daß sogenannte falsche Erklärungen über bie Sprocke eines Kindes von den Behörden wegen Rechts- mißbrauchs nicht anerkannt werden müssen, zurua­gewiesen und die Vertragswldrtgteit der von den polnischen Behörden in den Jahren 1926/27 durch- geführten allgemeinen Vernehmungen über die Sprache der Kinder und der Erziehungsberechtigten festgestellt. Auch werden sich nach diesem Urteil bte zeitweilig vom Völkerbundrat angeordneten Sprachpruzungen der: für die deutschen Minderheitsschulen angemeldeten Kinder, nicht wiederholen.