Lul-aer /lnzeiger
S z Mar?. Bel Lieferungsbehrnöernngen -Mch Mere Heroalten', Streiks, Aussperrungen, ^sperrt usw. erwachsen Sem Bezieher keine 2rücht. Verlag Kriedrich Ehrenklau, M-a, Aled -es Vereins Deutscher Zeitungsver« ,^ Postscheckkonto: Krankfurt a. BL B&4 6om JTW2 -1928
Tageblatt für Rhö« mr- Vogelsberg» Zal-a. unö Haunetal-Zuiöaer KrersblaS
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Fulda, Dienstag, 1. Mai
Mrxrtgenprels: §ür BehSr-en, GenoffeaMaf. ten^arrkev usw. beträgt die Kleinzeile 0^0M^ Mr auswärtige Tlustraggeber 0.25 M., für die Reklamezeile 0.90 Mk. u. alle anderen 0.15 M., Reklamezeile 0.60 Mark ♦ Bei Rechnungsstel« fang hat Zahlung innerhalb 8 Tagen zu er folgte ♦ Tag- end Platzvorfchristen uoverbinölich.
5. Jahrgang
Kleine Zeitung für eilige Leser.
«Das Unwetter in Westdeutschland hat in der Gegend der Kratze durch Vernichtung der Obsternte großen Schaden ^richtet.
«Die „Vremew'-Flieaer sind in Rewyork Gegenstand zahl- ^ Ehrungen. Ihre Frauen sind jetzt ebenfalls in Amerika tingetroffen.
* Die englische Regierung hat ein Ultimatum an Aegypten Pichler unö gleichzeitig Kriegsschiffe nach Alexandrien- ^chnLl.
Bahlrecht - Wahlpflicht.
I Ter deutsche Staatsbürger bekommt allmählich etwast
» Wahlkampf zu verspüren. Nicht bloß, daß die Zahl N Versammlungen sich mehrt, sondern an ihn ist jetzt ich die Aufforderung ergingen, sich davon zu über- Agm, ob sein Name in die W a h l l i st e n eingetragen z Das ist sehr notwendig, denn jedesmal kommt es bei N Wahlen zu Konflikten, weil dieser oder jener bei bet Stimmabgabe zu seinem Leidwesen feststellen muß, daß er Min die Wahlliste eingetragen ist und, daher nicht IHle» kann. Dies nachzuprüfen, ist eine selbstver- 1 finbl i d) c Pflicht ganz besonders jener Wähler, die 1 hi bet letzten Reichstagswahl vor vier Jahren oder bei in letzten Reichsprüsidentcnwahl noch nicht wahlberechtigt M, also aller jener, die in der Zwischenzeit das L Lebensjahr erreicht haben. Außerdem muß man ja, A wählen zu können, deutscher Reichsangehöriger und KÄichsgcbict wohnhaft sein, ein Umstand, der nament- 5: in den Grenzgebieten von besonderer Bedeutung ist.
! ki Wb eine Zeit, da man die Ansicht äußerte, auch den . Ailmdsdentschen, die ihre Staatsangehörigkeit nicht Wgevcn hätten, sollte das Wahlrecht eingeräumt MM; so würde man auch besser die Stimmen derer Mm, die im Ausland an ihrem Deutschtum festhalten; I M« ist aber nichts geworden.
Nan muß aber auch im Besitz der bürger - NN ii- Ehrenrechte sein, um seit Wahlrecht aus- f Nm dürfen. Gewiß wird so mancher darüber P ’N, aber es liegt doch ein tiefer Sinn in dieser i dwlsch übersehenen Bestimmung. Auch die Unter« I ^unbefangenen dürfen ebensowenig wählen wie alle 1 M bit im Gefängnis sitzen oder die wegen Geisteskrank- N interniert sind. Merkwürdigerweise sind sie aber — Wta, wenn ihnen die Ehrenrechte nicht aberkannt M Das gilt also vor allem von den „politischen Wingen. '
. Genau so, wie das Wahlrecht eigentlich eine Wahl- glicht darstellt, hat der Wahlberechtigte die Pflicht, da- >7 Zu sorgen, daß er auch dann wählen kann, wenn er auf Reisen befindet. Die Einrichtung des ^nannten Wahlscheins macht dies ja ohne Nerej möglich und schon darum ist die Einsichtnahme die Wählerlisten eine Pflicht, ganz besonders in dem Hindern der Wahlberechtigte am 20. Mar an seinem jNtort nicht wählen kann. Stellt man bei der Prulung Misten fest, daß man nicht eingetragen ist, so mup wort ."Megungslokal Protest erhoben werden, aber ein Mr Protest ist nur möglich in der Zeit, in der amtum Misten aufgelegt sind; nur in Ausnahmefallen, namlrw W, wenn der Wahlberechtigte nachzuwersèw rmstand« i ? daß er aus zwingenden Gründen nicht die Moglrchicr I 'N die Listen pünktlich einzusehen, wird nachträglich f 31 Einspruch stattgcqeben werden.. '
’ , Man muß also die M a h n u n g der Behörde und de. Minen, die Wahllisten einzusehen, ganz dick unter. ! Ren. Und zwar aus vor allem überparteilichen, aus ^politischen Gründen. Darin sind sich alle Parteien M so uneinig sic sonst sind. Leider bedeutet es em- M’Mnc, wenn, wie in .Köln, sich die Führer der l olr> a>en Parteien — allerdings mit Ausnahme der Kommu- In >>ud der Nationalsozialisten - vor dem Regierung^. Identen dahin geeinigt haben, jede planmäßige L RWefje Störung oder Sprengung von Pèrsammlunge , ^s^ohlgcgne^s zu unterlassen und die 2lbgeorbnctcn, Rer und Führer der Gegner nicht pctsonlich Ü"^u setzen. Auch der bisher so beliebte Sport, 2? M anderen Parteien abzureißcn oder zu uber- iii"Z- soll ebenso unterbleiben, wie man sich überbaut liMungsartikeln, Flugblättern und Plakaten der K mengen und Verleumdungen enthalten will. Alcht 2 Erfreulich an dieser Vereinbarung ist, dap mau es ijbeit wird, durch die künstlerisch bisweilen "ich & fairen Plakate die Häuser 3» verunzieren oder W'?!?^nbild zu verunstalten, sondern war,- werd lw a^m begnügen, diese Plakate nur an geeigneten Platzen hm,!’^ Man möchte nur wünschen, daß solche I ^S* an noch recht zahlreichen Orten gctroflen a^ V'« unerfreuliche Vorkommnisse, ^He iie bniMc - Wt r ^' Stresemann-Versammlung in München ge R ^uid, möglichst zu vermeiden. B«m X t 4M nur auf die ge isti gen W a s fen ankonuneu, Ry s!l ^" Lungenstärke oder die Muskelkraft. . J , hn'afc ie^t sagen kann, wird diesmal der Wahl kamt, 'N, w^chou sachlicher geführt, als es pj'Nj V . ? . ist auch würdiger als ine früher so 1 a[bmn?e ^orm eines politischen -^u^fe^ ^ . liti»t der Ausdruck der «p 0 l. t i s ch^ n D r e ck - »nb Unrecht hat ja doch nur der, Jet KW fiilf gaiiz besoiiders für bcu Wählkampf.
. ^^ des Reichspräsidenten an Griechenland.
Rc» s ^ Der Reichspräsident hat 6efM^
MüN , ou riwttge Anteilnahme anMuch ves ^ ^ 'ooiw b„ \ Griechenland ausgesprochen, t r^ Dani Ullktit t?..daraufhin seinen und des griechischen „pra*^ 11 "arm gehaltenen Telegramm zum Ausdruck gcoraw.
Die öhmgeii für die Aemeii"-Ilieger.
Zegeißerte Ovationen in Aeivtzork.
Die weiteren Pläne der Piloten.
Obwohl seit der Bezwingung des Atlantiks durch die drei „Dremcn"-Flicger nun schon einige Wochen vergangen sind, gestaltete sich der Empfang der drei Helden zu einem wahren Triumphzug. Der Bahnhof, auf dem der Zug aus Washington ankam, war von Zehntauscndcn umlagert, so daß selbst die bekannten Piloten Chamberlin und Byrd Mühe hatten, ihre deutschen Kollegen persönlich zu begrüßen.
Auf den Straßen stockte der Verkehr und die Menge jubelte, als Köhl, Hünefeld und Fitzmaurice vom Balkon ihres Hotels aus persönliche Ansprachen hielten. Ungeheurer Beifall brach aus, als die Flieger vor der Galavorstellung der Oper der Gattin des Bürgermeisters Walker, der selbst erst kürzlich in Deutschland weilte, die Hand küßten. Beim Eintritt der Piloten in das Parkett, erhoben sich alle Theaterbesucher von den Sitzen.
Der erste Besuch der Flieger galt der K i r ch e. Von Hünefeld besuchte auch einen Kinoergottesdienst in einer protestantischen Schule und erzählte den Kleinen von seinen Erlebnissen während des Fluges. Köhl und Fitzmaurice statteten dem Kardinal Hayes einen Besuch ab und erhielten seinen S e g e n.
Köhl erklärte, daß er mit seiner Maschine bereits in zehn Tagen nach Newyork fliegen wolle, wenn die Reparaturen in dieser Zeit bewerkstelligt werden könnten Dann würde außerdem der
Die WllhlenWiiMg in Amkreilh. Nationale Minderheiten in Deutschland.
Autonomistenerfolg im Elsaß.
In Elsaß-Lothringen haben die Vorkämpfer für bie Selbständigkeitsbewegung in Paris seyr unangenehm empfundene Erfolge gehabt. Sie haben drei Mandate er« runaen, während sie bisher in der Kammer überhaupt , nicht vertreten waren. Gewählt sind die im Gefangn!» auf den Beginn des großen Autonomistenprozestes wartenden Ricklin, Rosso und Brogly. ferner wurde der der heimatlichen Bewegung nahestehende Dalket in Zabern und der Kommunist Dr. Maurer m Straßburg gewählt. Die unangenehme Überraschung, die dieses Resultat bei der Regierung in Paris^»vMufen hat, drückt sich in den Kommentaren der Presie deutlich aur».
Neue Kammerzusammenfetzung.
Ein Vergleich mit der bisherigen Verteilung der Kammersitze fällt, bis auf mögliche kleine Richtigstellungen, “" ÄSSine und R-n°W°u 18 (»«»er 15). R-PU- b,!I»ui,».II°-,!n>- «-«-- «»r »> .!a3lli,a’.,;S, revublilaner (Poincarö-Louchcur) lyp (13o), Habnai 113 (135), Sozialistische Radikale 47 (48), Sozralistcn 1 (102). Kommunisten 15 (27). ~ilhr.y= Die Sozialisten beklagen ben Verl »ist ihre» b»W -, i s venu Blu M der lilcht wiedergewäblt wurde Die Nachfolge Blums an der Spitze der Sozialisten fefretär der Partei, übernehmen. Die Führer der Recuc n sind jedoch alle wiedcrgcwahlt worden.
Zur Landtagswahl in Schaumburg-Lippe.
Die Sozialdemokraten in der Mehrheit.
Nach dem bisher ermittelten Stimmciwerhültnis der Wahlen zum Schaumburg-Lippischen Landtag verteilen si>q die Sitze wie folgt: Sozialdemokraten 8, Landbund und Deutschnationale Volkspartei 3, Deutsche Volkspartei 1, Handwerker 1 Demokraten 1, Kommunisten 0, Nationaler Block (völkischer Richtung) 1. Es stehen also acht Sozialdemokraten sieben Abgeordneten anderer Parteien gegenüber Im bisherigen Landtag war das Verhältnis umgekehrt,acht Bürgerliche gegenüber sieben Sozialdemokraten.
Die deutsche Aote in Washington.
i Kriegs äch tu « gsv 0 rschläge.
Die deutsche Antwortnote auf die amerikaniswcn ari-.âcr'iâ ^Vorschläge soll im Staatsdepartement M &Sn^ otaKiw« ®»»™> 6="”:
SM» ®« nwmUidK »Wit -n R°t- « r»° mmip ätdidic EmverstândinsexNSrung der dcutichcn SeS«« mit den «meritomtom Bor,« a«-n -»-> ». fdiiiir eines zunächst die Großmächte rimfastenden Krieg». ver'icbtsvakteö Es wird ferner, wie verlautet, die Hofs- uung ausgedrückt, daß es gelingen möge, in absehbarer •leit alte Einzelheiten sowie die endgültige ^ormulict ig As Kriegs Ju. beraten und ,0 bic am^ konischen Vorschläge zu verwirklichen.
einer Rede des amerikanischen Staat»>ekretar. Kcl^ogg wird festgestellt, daß nach Auffassung.der Unionsreaierung sämtliche von Frankreich gegenüber Kelloggs Antikriegspakt gemachten Vorbehalte unerheblich seien ^in den Vertragstext nicht ausgenommen zu werden Luchttn "nd iedellsaNö ein b°'d>-°ö 3«--°« des Kriegsverzichtvertrages nicht aufhalten bürten.
Rückflug nach Deutfchland erwogen werden. Man gebrauche für Ozeanüberquerungen eine technische Neuerung, einen Sextanten, der die magnetischen Störungen anzeigt. Auf ihrem Fluge sind sie kilometerweit abgetrieben worden, da ihnen dieses wichtige Instrument fehlte.
Die Newyorker Bevölkerung überschüttet die Flieger . mit allen erdenkbaren Ehrungen. 18 Schneider erboten sich, den Piloten gratis Anzüge nach Maß zu liefern. Geschenke aller Art, vor allem natürlich prächtige Blumenarrangements, laufen stündlich in dem Ritz-Carlton-Hotel, in dem die Flieger wohnen, ein.
Am Montag wurden sie in feierlichem Zuge zum Rathaus geleitet, wo eigentlich erst
die offizielle Begrüßung stattfand. Dort wurde ihnen die goldene Ehrenmedaille überreicht. Anschließend fand eine große Parade statt
Die Hauptfreude für die Flieger wird aber zweifellos das Wiedersehen mit ihren Frauen
sein. Mit dem Lloyddampfer „Dresden" sind sie ihren Männern nachgefahren und werden sie am Montag haben umarmen können.
Die Feierlichkeiten werden noch einige Tage andauern und die Flieger voll in Anspruch nehmen. In Gedanken sind sie aber schon, wie Köhl sagte, auf dem Rückfluge nach Europa, hoch in den Lüften, wo nur Winde und Wellen ihnen Beifall klatschen.
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Vorschläge zur Regelung.
Durch die zuständigen Regierungsstellen in Reich und Ländern war .eüfe Zâvmilsmrm wn e in gesetzt wo cd. n zu dem Zweck, Vorarbeiten für eine Regelung de» Minder- beitenwssens zu leisten, die in Betracht kommenen Fragen eingehend zu prüfen und zu praktuchen Vorschlägen zusammenzufassen. Die Stu^ienkommmion bat ihre eingehenden Beratungen, in deren Verlaus sie auch mit Minderheitenvertretern Fühlung genommen bat, an- geschlossen, itnb dem preußischen Slaatsministerlum uber die Ergebnisse ihrer Arbeiten Bericht erstattet. Gleichzeitig reichte sie den Entwurf einer Ordnung zur Regelung ** $bprÄ nrtm »orläufi, zu bem Entwurf Stellung und bezeichnete ihn als äee-gnete Grundlage für weiteres Voraehen. Es soll zunawn sur die zahlenmäßig bedeutendste Minderheit, die P o l n , s i e, erfolgen Der Entwurf geht von dem Grund,ay aus, daß das Bekenntnis zur Minderheit in ^ ^Mm^der- irhticKiina des einzelnen gestellt wird und daß der -l„n.S_, SÄK»=r ihr ™««Ä^ÄÄ 5 SiWniS' Sm «Ä «tww w. fefffiÄSÄ
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PotiiLsche Rundschau.
Deutsches Reich.
Politische Zusammenstöße.
In Essen kam es anläßlich einer Stahlhelmtagung zu heftigen Zusanllncnstößen mit Rotfrontleuten, bei denen die Polizei cinareifen mußte und mehrfach gescyopen wurde. Zwei Natioualsozialisten wurden schwer verletzt, einer ist gestorben. Weiter kam es in Templin zu dämmen zwischen Kommunisten und Schülern der dortigen Forstschule. Mehrere Schüler wurden verletzt, eine Anzahl Kommunisten verhaftet. Ferner entstanden Zwistigleiterc in Hennigsdorf zwischen Stahlhelmern und Kommumstcu,
Polen.
Aman Ullah in Warschau.
König Aman Ullah traf Sonntag auf dem mit Fahnen geschmückten Warschauer Hauptbahnhof ein. wo er vom Staatspräsidenten empfangen wurde. Das Komgspaar, dem zu Ehren mehrere militärische Ehrenkompagnren aui dem Bahnhof Aufstellung genommen hatten, begab sich m die zum Aufenthalt hcrgcrichtelcn Räume im Mnusterrats- präsidium. Um die Mittagszeit legte der König einen Kranz am Grabe des Unbekannten Soldaten nieder und stattete dann dem Staatspräsidenten im Schloß einen Besuch ab. Am Nachmittag fand im alten Park von Lazienli in Anwesenheit des Königs ein Pferderennen statt. Abends war ein Empfang beim Staatspräsidenten und ein Galadiner vorgesehen. — Der noch immer leidende Marschall Pilsudski mutzte den Feierlichkeiten fern- bleiben Er soll nach neueren Nachrichten einen bedrohlichen Schlaganfall erlitten haben.