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M-aer Anzeiger

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A gMe. Verlag Zrieörich Ehrenklan, Kulda, L^ öc« Vereins Deutscher Zeitungsvev- ^, posycheckkouto: §r<mksart a. EL Ht.i6ew

503-1928

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I Kleine Zeitung für eilige Leser

Wortlaut der deutschen Antwort aus Amerikas Kriegs« gigsvorschlag ist veröffentlicht worden.

. ZN Kolmar t. Els. begann der große Prozeß gegen 22 An-

' f die von der französischen Staalsanwaltschast als nomisten (Selbständigkeitsbewegung) bezeichnet werden.

Piloten derBremen" sind Ehrenbürger der Stadt "orf geworden.

6 ^ von den chinesischen Nordtruppen angeblich zurück- liiitc Hauptstadt der Provinz Schantung, Tsinansu, ist von ^eit Peking vordringenden nationalen Südarmec wieder-

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Die Kriegsächiung.

Deutschlands A n t w o r t n o t e.

\ Auf die von Amerika erfolgte Anregung eines allgemeinen Kriegsächtungspaktes ist jetzt der Wortlaut der deutschen Antwort­note veröffentlicht worden. Der Inhalt der deutschen Note deckt sich mit den bereits be­kannt gewordenen Meldungen, nach denen Deutschland zu dem amerikanischen Äch- tungsvorfchlag seine Zustimmung erklärt. In politischen Kreisen wird der Stolen* wechsel folgendermaßen beurteilt:

Angesichts der deutschen Entwaffnuug ist es für Wnd eine Selbstverständlichkeit, alle Bestrebungen Bierstuben, die auch nur im entferntesten dazu geeignet & uns unsere Wehrlosigkeit weniger ge- chlich zu machen. Ob durch einen bloßen Vertrag iniilieg aus der Welt geschafft werden kann, mag man , iseln, aber solch ein Vertrag hat znm mindesten den Sri, den Krieg z u erschweren. Nicht umsonst ist von Frankreich der Vorschlag zur Kriegs- iéüinrj ausgegangen; denn dieser Staat hat kaum te zu gewinnen durch irgendein kriegerisches Experi- k höchstens nur viel zu verlieren. Ebenso ist es mit teiln. Die Verhandlungen zwischen dem französischen Äininistcr Briand und dem Staatssekretär des Aus- n der Vereinigten Staaten, Kellogg, über eine ,ende Vereinbarung, die jeden Krieg bei jevenl Missall ausschalten will, waren daher ursprünglich Brechungen zwischen Staaten, die an der Erhaltung ^gWvärtigen Weltbildes selbst das allergrößte Inter- V Daher wirkte es überraschend, daß eine ein» Mge Vereinbarung mit Frankreich, die leicht nach außen M den Anschein eines Bündnisses, intimerer Beziehungen Mei, hätte, durch die amerikanische Regierung âegedehnt wurde zu einem weit umfassendere n 'lai! England, Deutschland, Italien und Japan wurden m den Verhandlungen der beiden Regierungen in Mnijton und Paris in Kenntnis gesetzt und daran die Mi geknüpft, ob die betreffenden Regiernngen geneigt Meinen internationalen Pakt zur Achtung ^Krieges abzuschsießen gemäß den Vorschlägen, die in 'M Entwurf der amerikanischen Regierung nicdcrgelcgi PHO.

.. Ätzt hat die deutsche Regierung daraufhin erklärt, y einen solchen Pakt anfs wärm st e b c a r ü ß e. Achland hätte sein höheres Interesse, als die Möglich- Mnecicrischcr Konflikte ausqeschaltct nud im Leben der eine Entwicklung gesichert zu scheu, die den fried- Mn Ausgleich aller Gegensätze zwischen den Men gewährleistet.

Sie Antwortnote der deutschen Regierung vcrweisi * M die Bindungen, die deutscherseits ciu- S'ficn worden sind und die sich aus dem Beitritt zum Erblind und aus der Vereinbarung von Locarno Die deutsche Regierung ist der Überzeugung, Mese Verpflichtungen nichts enthalten, was mit den ^Rtuiiflen, die der Paktentwurf der Vereinigten vorsieht, irgendwie in Widerstreit geraten könnte", allerdings wohl in Frankreich bestreiten wird, m» der Völkerbundvakt sieht ja ausdrücklich mllrtanfche ,. Achaftliche Maßnahme vor, die unbedingt als solche Alscher Natur aufzufassen sind. Andcrericits ist " bc§ Völkerbundpaktes ebenso wie der der Überträge doch nur der, den Krieg überhaupt aus- u; Außerdem macht die deutsche Antwortnote ^^verständlichen Vorbehalt, daß der von Amerika j^Wagene Pakt das souveräne Recht e i n c * liix Staates zur Selbstverteidigung besonders dann . Geisel stellen könnte, wenn ein Staat den Pan llttl deswegen die anderen aus Gründen der ^elbst- inr Ä^ geradezu zwingt, sich gegen den Fricdcnsbrcchcr zu setzen.

h^{ sich also die deutsche Regierung unbedingt au, Zientekn des amerikanischen Vorschlages, so wird dwie Mer r erfreulicherweise auch dazu benutzt, um bei senden Antwort nicht nur stèhcnzubletbcn, lag... den Gedanken weiter a u s z u d e h n e n.

"^ch zwei Richtungen hin. Aus der einen è^v darauf hingewiesen, daß ein solcher Kriegs- möglichst alle Staaten der Welt umfassen ^klës "d andererseits ist die logische Folge eines solchen lte ."Ais anderes als die D u r ch f u h r u n g e t n e Ä V " e." A b r ü st 11 n g. In Genf sind ja die Klüften Deutschlands, hierüber zu Zwingenden CnC kommen, vergeblich geblieben. Vielleicht ist i WiiÖ's- dem anderen Wege möglich. Bindungen cm« ?*c nicht Rechte bringen, wäre zum mindesten IS*. Aber die Möglichkeit erscheint doch nicht ^eMâ ^sseu, daß der amerikanische Gedanke e ne -r viit "ung lW auf dem Wege über den Völkerbund, starken Bindungen und hlstorlichcn - c. beschwert ist, sondern durch eine freie Vei - " u â der Völker verwirklicht werden kann.

Rr-â»a « ^rfthâstssteür: MuhlsnftraZe 1 Setefptt^ftafäta^ 8<« W

Fulda, Mittwoch, 2. Mai

ElfäUchs Eelbstänbigkeitsbewegung

Der Aulonomisien-rozeß.

2 2 Angeklagte.

Vor dem französischen Schwurgericht in Kolmar be­gann Dienstag früh der seit längerer Zeit mit der größten Spannung erwartete Prozeß gegen 22 Autonomisten, das heißt Anhänger der Bewegung, die mit der französischen Verwaltung des Landes, wie sie seit der Besitzergreifung sich vollzog, nicht zufrieden sind, vielmehr Selbstverwal­tung und eigene Entscheidung über das, was dem Lande und seinem Volke gebührt, verlangen. Dieser Prozeß ist in seiner grundsätzlichen Bedeutung im Augenblick noch gesteigert worden durch den Umstand, daß die Selbstândig- keitsbewegung erhebliche Vorteile bei den soeben voll­zogenen französischen Kammerwahlen errang, mehrere Ab­geordnete ins Parlament entsenden kann, von denen einige sich im Gefängnis und unter den Angeklagten befinden, demnächst aber in die Pariser Deputiertenkammer einziehen sollen.

Die Angeklagten, von denen sich ein anderer Teil im Ausland befindet, dem direkten Zufassen also entzogen ist, werden beschuldigt, wie die Anklage sagt,in Über­einstimmung miteinander den Entschluß gefaßt zu haben, das Ziel zu verfolgen, sei es, die Regierung zu stürzen oder zu ändern, sei es, die Bürger oder Ein­wohner aufzureizen, sich gegen die Autorität zu be­waffnen". Das ist dem französischen Strafgesetzbuch an» gepaßt, weil man anderswie die Anklage nicht recht zu stützen vermochte. Die Verteidiger erklären schon die An­klage wegen ihrer recht gekünstelten Begründung als vollkommen unhaltbar. Die gesamte Anklage geht im Grunde gar nicht auf Handlungen hinaus, sondern auf Gesinnungen. So wird dem Schriftsteller Solveen vorge­worfen, daß er,belebt von g e r m a n o p h i l e n Ge­fühlen",seine ganze Kraft einer aktiven Propaganda zu­gunsten der deutschen Kultur widmete unter dem Deck-

mantel küttjtlrrischer - lüeia iif$er Tätigtest."Er

widmete sich der Verbreitung separatistischer Ideen durch genügend französisch versiebt, um den Berhandsnn- ii folgen Veröffentlichung von Kalendern, die die Kultur von m können. Ein Dolmetscher wird zur Verfügnua lh. Der jenseits des Rheins verherrlichen." Oder es beißt bei ' Gerichtsschreiber verliest die Anklageschrift.

Der Triumphzug der Flieger.

Newyorks Ovationen

für dieBrcmen"-Vesatzung.

Die Flieger Ehrenbürger der Stadt.

Newyork, heute die größte Stadt bey Welt, hat zu'dem Empfang der drei Atlantikbezwinger mehr Leute auf die Beine gebracht als selbst zu dem Einzug des amerikanischen Nationalhelden Lindbergh.

7 2% Millionen Menschen wollten die Helden sehen.

Die Flieger nahmen also den größten Triumphzug der größten Stadt, ja sogar den größten Triumphzug in der Geschichte der Menschheit entgegen. Aber nicht nur riesige Mengen von Menschen waren zu sehen, sondern auch ein buntes Bild, bestehend aus Luftschlangen, Flaggen aller Nationen, Feuerlöschbooten und Flugapparaten. Die Flieger erklärten, daß die Eindrücke dieses Tages alles hinter sich ließen, was sie bereits an Begeisterung bet der ersten Ankunft am Pennsylvaniabahnhof erfahren hätten.

Seit den Tagen des alten Roms dürfte kaum mehr ein so überwältigender Anblick geboten worden sein wie der ihnen von Ncwyork bereitete' Empfang.

Die Flieger besuchten unter anderem auf ihrer Rund­fahrt durch Newyork auch den Boxkampf SharkeyDela­ney, der von Sharkey gewonnen wurde. Es war von vornherein klar, daß die Schaustellung darunter zu leiven hatte, daß die Zufchauermasse von 12 000 Personen offen­bar mehr zu dem Zweck gekommen war, die Helden des atlantischen Fluges zu sehen, als wegen des Boxkampfes. Die beiden Kämpfer bestiegen den Ring beinahe unbemerkt, während die drei Flieger, Hauptmann Köhl, Baron von Hünefeld und Major Fitzmaurice, mit einer überwältigenden Kundgebung empfangen wurden. Sie waren begleitet von Bürger-

Die Aufnahme in Washington.

Das Staatsdepartement in Washington läßt in­offiziell mitteilen, daß die Regierung der Vereinigten Staatensehr erfreut" über die deutschen Ausführungen sei, die in sehr glücklicher Form die hauptsächlichen, tv Frankreich offenbar bisher zweifelhaft geivcscnen Punkte- klarstelltcn und sich auf der gleichen Linie bewegten, die Staatssekretär Kellogg einschlug, um Frankreich davon zu überzeugen, daß seine Vorbehalte unnötig seien.

Bevorstehender Start derMia*. _

Stolp i. P o m m. Alle Teilnehmer der Nordpolsahrr haben ihre Quartiere abbestelst. Da die Wetterberichte des Meteorologischen Instituts von Troursö günstig lauten, so wird als sicher angenommen, daß der Start derItalia" unmittelbar bevorsteht. ----

M^lgrnprei«: §âr VehSröen, Genofferlftha^ tm, Sanken usw. beträgt öie Kleinzeile 0^0 Hit., ffc auswärtige slustraggeber 0.25 M.,für 6« Rsklamezeile O.oo Mk. u. alle «nöeren 0.15 Mk., Reklamezeile 0/0 Mark Bei Rechnungsstel- tung hat Zahlung innerhalb 8 tragen zu erfol­ge« Tag- and Plcchvvrjcheisten «uverbmölich.

5. Jahrgang

dem früheren Lehrer Würtz,er habe eine evangelische Ver- sandbuchhandlung gegründet mit dem Zweck, in den wiedergefundenen Provinzen die germanische Kultur zu verbreiten, durch Gründung von Bibliotheken, die aus­schließlich aus deutschen oder prodeutschen Büchern «^ stehen."

Beginn der Verhandlung.

Seit dem frühen Morgen ist am 1. Mai das Kalmarer Schwurgerichlsgebäude von einem starken Militärkordon ab­gesperrt. Sämtliche Eingänge zum Schwurgerichtssaal werden von Soldaten im Stahlhelm und mit Karabinern bewacht. Auch im Saale selbst sind umfassende Kontrollmaßnahmen ge­troffen worden. Der Andrang des Publikums ist ungeheuer. Auf der Angeklagtenbank haben die 15 des Komplotts gegen die Sicherheit des Staates angeklagien Elsässer Platz ge­nommen. Tie übrigen sieben befinden sich, wie erwähnt, im Ausland. Ununterbrochen werden Angeklagte, Verteidiger und Zeugen mit Zwischenrufen und Händewinken begrüßt.

Der Prozeß beginnt zunächst mit den üblichen Formali­täten. Der Gencralstaatsanwalt hat 40 Zeugen geladen, die Verteidigung 230. Der Großindustrielle des Saargebiets, Kommerzienrat Röchling, soll es abgelehnt haben, als Zeuge zu erscheinen: er hat sich jedoch bereit erklärt, unter Eid zu erklären, daß er niemals irgendwelche finanzielle Mittel für die Propaganda in Elsaß-Lothringen zur Verfügung ge­stellt habe.

Stresemann geladen.

Von der Verteidigung ist u. a. Reichsaußenminister Dr. Stresemann als Zeuge geladen worden. Tie Mitteilung wird vom Publikuni und den Zeugen mit lautem Beifall und mit Zurufen begrüßt. Zuerst wird der neugewählte Kammer- abgeordnete Dr. R i cf 11 it aus dem Gefängnis vorgeführt und vernommen. In schärsstcr Tonart gibt der Vorsitzende sofort die Erklärung ab, daß er jegliche Manifestation, für welche Seite sie auch erfolgen möge, mit einer sofortigen zwangs­weisen Räumung des Saales erwidern werde. Der Reihe

nach geben sodann die Angeklagten teils in

I, teils

in elsässischem Deutsch kurz ihre allgemeinen Lebensdaten bc-

sannt. Es zeigt sich sogleich, mb nur eine geringe Anzahl der Angellagtcn sowie auw der ZèNgen und der Mschworeuen A^nii Anti h fr Ais *nitf/4i Y\orf4«^t tritt hott QJetrfa Anhfttrt A/ni fo^A^Tt

meister Walker und wurden mit stürmischem Beifall emp­fangen. Hauptmann Köhl und Baron von Hünefeld trugen Gesellschaftskleidung und Major Fitzmaurice seine irische Uniform. Nachdem der Kampf zu Ende war,

mußten

die drei Unerschrockenen"

auf Verlangen der Menge in den Ring kommen, wo sie mit erneuten Kundgebungen begrüßt wurden. Die drei Flieger schienen sich bei diesem Erlebnis ziemlich unbe­haglich zu fühlen. Der Ankündiger folgte den Fliegern und erhob gegen jeden von ihnen nacheinander die Hand, um der Menge zu verstehen zu geben, daß ein jeder von ihnen als

Sieger über den Atlantischen Ozean zu betrachten sei. Die Huldigung war so stürmisch, daß cs mehrere Minuten dauerte, bevor die Gefeierten den Ring verlassen konnten.

Im Namen des Gouverneurs Smith überreichte Brigadegeneral Haskell den Fliegern die Goldenen Medaillen des Staates Ncwyork. Hektor Fuller, Mitglied des Staatsrates, überreichte ihnen hierauf

die Ehrenbürgerurkunden.

Von Hünefeld antwortete englisch, dankte bewegt für bett Empfang und überbrachte unter donnerndem Beifalls­sturm Grüße des deutschen Volkes. Köhl sprach dann gleichfalls seinen Dank aus. Das Deutschlandlied klang mächtig über den City-Hall-Platz, während sich die Anwesenden von den Plätzen erhoben. Nachdem dann auch Fitzmaurice kurz gesprochen hatte, ertönte die irische Natio- ualhyiunc. Stundenlang nach den Feierlichkeiten und Umzügen blieben die Leute noch zusammen und gaben ihrer Bewunderung für die Deutschen und ihren Wage­mut Ausdruck. Ein Beweis dafür, daß ihre Kriegs­psychose gegen Deutschland weicht. Wie sollte das bei den Glanztaten des deutschen Volkes auch anders möglich fein.

Arbeiter und Angestellte

Berlin. (Die L o h u st r c i t i g k c i t e n t m fach-, fifdicit Sterlikohlenbergbau.) In der Lohnstrciüg- feit im sächsischen Steinkohlenbergbau wurde unter dem Vor­sitz des sächsischen Landcsschlichlcrs ein Sch iedsspruch gefällt, der mit Wirkung vom 1. Mai ab eine Lohnerhöhung von 7 Prozent Vorsicht. Auf Wunsch beider Parteien haben die Rachvcrhandlungen über diesen Schiedsspruch, der von Arbcitnehmerscitc angenommen, von Mbcitgcbcrseitc ab» gelehnt worden ist, bereits im Rcichsarbeitsministerium be­gonnen. Am 2. Mai stehen im R e i ch s k o h l e n r a t Preis» crhöhungöanträgc für den Steinkohlenbergbau zur Bcrhand- luna. Mit Rücksicht hierauf Hal der Reichsarbeitsminister sich entschlossen, seine etwa notwendig werdende Entscheidung über eine Vcrbindlichkeilscrklärung des Schiedsspruches bis zur, weiteren Klärung der Preisfrage aufzuschicbcn.