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uldaer Anzeiger k*»*- Tageblatt Mr Rhön und Vogelsberg ÄÄÄ Iulöa» tmö hauneèal »Zul-aer KreisblaS SeaamcgEittO.^ M. «Le mOe«n o/rmr' ^7^«â: mwos.1. ^„«.^M n^«* %^t*$
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^Nark. Bef Lieferungsbehrnöerungen durch ■''N â Gewalten", Streiks, Kusfperrungea, PL Sperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Ä s-rüche. Verlag Friedrich «khrenklau, Kulda, N1 jMlieö des Vereins Deutscher Zeitungsvrv- len; |& Postscheckkonto: Aranksurt a. BL St46o»
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105 - 1928
Fulda, Freitag, 4. Mai
5. Jahrgang
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Kleine Zeitung für eilige Leser.
Die „Italia" ist über Finnland gesichtet und wird heute
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-cm Stettiner Fememordprozeß wurden vom Staatsanwalt Todesurteile beantragt.
Die in amerikanischem Besitz befindlichen Eoldbergwerke Inj und Bonanza in Nikaragua sind von Anhängern des tato Sandino in die Luft gesprengt und zerstört worden.
Set Kohlenpreis ist mit Rückwirkung vom 1. Mai um Mark je Tonne für den Inlandsabsatz erhöht worden.
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le Kohlen werden teurer.
■ Der Rcichskohlcnverband und der Große Ausschuß des W^cichskohlcu cs haben folgenden Beschluß gefaßt: Das ■ teinifdhä&Mcilifrifc Kohlensyndikat darf seine Kohlen- ■ Mise ab 1. Mai in dem Grade erhöhen, daß der Durch- I Wnttserlös je Tonne des gesamten Syndikatsabsatzes W sich um eine Mark erhöht. Tas Syndikat wird die ■ innerhalb dieser Grenze festzusetzendcn Preise unver- ■ Mich dem Vorstand des Ruhrkohlcnverbandes vor- ■ legen, der sie nach Prüfung im Reichsanzeiger vcröffent- ■ licht. Das Rheinisch Westfälische Kohlensyndikat wird ■ den Drganc« der Kohlenwirtschaft den monatlichen ■ Turchschnittserlös jeweils Mitteilen. Nach der Lage des I Marktes wird das Rheinisch-Westfälische Kohlensyndikat 1 Preiserhöhung für Kols und Briketts zurzeit über- ■ Haupt nicht vornehmen. Für den unbestrittenen Absatz ■ wird eine Erhöhung des Fettförderkohlenpreises um I «Sa zwei Mark je Tonne eintreten. Der gesamte I hculschc Jnlandsabsatz des Syndikats wird dadurch um I cliva eine Mark durchschnittlich je Tonne im Preise er= I hicht. — Die gleiche Regelmig hinsichtlich der Prcis- I trhèhung wurde für den sächsischen Kohlciibcrgbai« I getroffen. Die Preise des Sächsische« Steinkohlen- I syndikats wurden um 1,10 Mart je Tonne hcraufgrsctzt. ■ Sie sofortige Antwort des Kohlcnzechenverbandcs ■ bit Veräusserung der Bergarbeiterlöhne war die - Mi ziveimal abgelehnte — Forderung, der Reichs- Mi.it solle eine Preiserhöhung im Steinkohlenberg-- Mj«!assen. Diesem Ersuchen ist also
■ Nrücf) hat man die Folgen einer solchen Prers- reiflich und nach allen Seiten hin erwogen. Mi bit Tatsache blieb nicht zu leugnen und zu unl- dem Gutachten einer unabhängigen Unter- WMommission gemäß die Unrentabilität deut s ch e n Kohlenbergbaus weitesten ^llnc- WiWnoinmen hat, was auch jetzt wieder durch Still- mehrerer Zeckten unter behördlicher Genehmigung W deutlich bewiesen wurde. Wenu wirklich die Preis- WlWg nicht dringend geboten wäre — dann hätte in solchen Beschlüssen immer sehr „zurückhaltende
WAohlenrat, wo die Verbraucher und die Regierungs-- Mcter gegenüber denen der Unternehmer die Mehr- W mm, ganz sicherlich nicht bewilligt. Denn auch daS Mrrgutachten eines Mitgliedes jener AmMsion eine Perlustberechnung bei einer achtprozentigen Witslohnerhöhuug und gleichbleibenden Komenpreljen W So wird auch der Reichswirtschaftslninister nicht Mttsprechen.
I t-ie Preiserhöhung — das weiß auch die deutsche r-eninbuftric — ist ein sehr z lv e i s ch n c i d i fl c s Duel, aus der Krise hexauszukommen: Henn der letzte für diese Krise in den kohlenerzeugeuden Ländern MWand, Deutschland, Amerika — ist ja die übersteige- E'x ^ohlenfordernug und die stark gesunkene Absatz- Mlchkeit. Die Wärmewirtschaft in Industrie und Ver- E 1,11 sich zu sehr großein Teil von der .Kobleuvcrwett- M Z abgekehrt, nahm Elektrizität oder Öl in Anspruch I ?tc bic Dampfmaschine durch den Motor. Trotzdem bie de u ts ch c Eisen inb u st r i e noch ein fein r Abnehmer der deutschen — und ausländischen!
aber angeblich sott für sie die KohlcnprciS- ltu,.*n& bic daun sicherlich auch eine EisenpreiSerh ohn na laiM?^nMi Hütte, zum mindesten bei Massen- und E ^m'e keine Geltung haben Natürlich nur aus
^"ade, weil man es der e n g 1 i i ch« n K oh l e n» M > n 5 nicht noch leichter machen will, in Dcutich- W.z, ^udringen, wie dies jetzt schon allenthalben gc- k L^Üenfoiventq wird die Preiserhöhung für di- Ochch'ttenen Gebiete Platz greifen, wo ja die Kamp,- LenL,,,^ englischen Konkurrenz die deutsche Kocsiew einer Zubuße zu jeder dort abgefetzt,.» Itt bfuKpöl- Daß bei einem erhöhten Preis außerdem Äeri!^ Iohlenexport leiben wird, ist überall bon In Handlich, wo nicht die unmittelbare Angrenzung kAinai^^ilch^vestfälische Kohlenrevier oder, wie n» fühlci?.^en Eisenrevier, die Notwendigkeit, deutsch« ’ WjZ" berbrachen, zum Weiterbezug nötigt.
mc> »^.a'>a die Preiserhöhung zweifellos vielfach ^ Pier 11 ^ berminberung und damit wohl in awev- n unter -u1'^ Z" einer Fördcruugs emiwraunii. r Steuber ? E^lung and) jetzt noch stark unrentabel ar- übereil - ^en — führen, so zieht auch noch »an eint eine» ^° schwere Gefahr / i ne r allge- hlHt if, greise r höh u N g herauf. Die Elfen ^uftri? Zweite Großabnehmer der deutschen Kohlen- ^rhüL drängt schon seit längerer Zeit M eu er M bie»nd wird zwecks Erreichung fiejci b- hieb js?^.durch Einwilligung der Nerchspegterung die Steigerung der Kohlenpreise beu tu. - ^bsakr?,^, neuen' Grund geltend machen, weil der ^ febr Dt bei der Höhe der Transportkosten natui uch 5 Löbliche Ä spielt Wird der Reichsbahn N^ so âM Umständen die Tarifhcraufietzuilg ve- Mtfifiait v ’^eit sich wohl für alle Teile der bcui|d)cn '*«<» . ®c'“iS V il «ui eriiii» stuh-l-l M- buch bie Preise für die Komumauter. .
Die „Italia" über Finnland.
Die Fahrt nach Spitzbergen.
Nachdem das Luftschiff „Italia" den Bottnischen Meerbusen passiert hatte, nahm es über den Wäldern und Hügeln Finnlands Kurs auf Vardö. Die Funkstation Vardö erreichte heute früh Verbindung mit der „Italia". Von Bord des Luftschiffes wurde berichtet, daß die Ankunft in Vardö gegen 8.30 Uhr vormittags erfolgen dürfte. Es herrscht ruhiges, schönes Wetter.
Wenn dieser Flug mehr beachtet wird als frühere derartige Unternehmungen, so liegt das daran, daß es sich nicht mehr um ein sportliches Experiment handelt, sondern um eine Reise, deren wissenschaftliche Ergebnisse für sie Menschheit wertvoll sein werden, überdies hat sich dieser Forscher schnell die
Sympathien des deutschen Volkes erworben.
Vor der Abfahrt sprach Nobile dem deutschen Volke für die Anteilnahme und die Unterstützung seinen Dank aus. „Ich hoffe," so sagte er, „daß ich mit reicher wissenschaftlicher Ausbeute Deutschland wieder erreichen werde." Auch der zweite Kommandant und der erste Navigationsoffizier sprachen noch einige Worte des Dankes.
Der Weg, den das Luftschiff zurückzulegen hat, führt über die Ostsee, dann über Finnland und Lappland bis nach Vadsö, wo eine Zwischenlandung zur Ergänzung der Benzin- und Gasvorräte vorgenommen werden soll. Ter Landungspunft von Vadsö liegt östlich vom Nordkap im äußersten Norden von Norwegen. Von Vadsö soll es dann bis Spitzbergen weiteraehcn.
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Nobile hat auf seinem Fluge ausgezeichnetes Wetter gehabt, während er bei dem bongen Startversuch bekanntlich wegen der Ungunst des Wetters zurückkehrte. Über Stockholm wurde die „Italia" von sechs schwedischen Fliegern eskortiert.
Der zweite deutsche Ozeanflug.
Köhl und Hünefeld werden bald ihre Nachfolger gefunden haben; der zweite deutsche Atlantikflug wird demnächst vonstatten gehen. Die Maschine wird von dem Piloten R i st i c z geführt werden und als zweiter Pilot wird voraussichtlich der Flugzeugführer Bader an dem Unternehmen teilnehmen. Bader versieht zurzeit den regelmäßigen Luftverkehr auf der Strecke Rudolstadt- Nürnberg. Tie Initiative zu diesem neuen Ozeanflug geht bekanntlich von der
Wiener Schauspielerin Frau Dillenz aus, die bereits im vorigen Jahre den Azorenflug mit- gemacht hat. Als Startort ist der Flugplatz Rudolstadt- Saalfeld (Schwarzatal) in Aussicht genommen.
Das Reiseprogramm der „Bremen"-Flieger.
Das Junkersflugzeug „F. 13" ist in Washington eingetroffen und wird die „Bremen"-Flieger nach Newyork zurückbringen. Es wurde außerdem folgender Flugplan festgelegt: Am 9. Mai Empfang in Philadelphia, am 10. Mai Flug nach Chikago, am 11. Mai Empfang dort, am 13. Mai Besuch Milwaukees, am 14. Mai Flug nach St. Louis, am 15. Mai Empfang daselbst, am 17. Mai Empfang in Detroit, am 18. Mai Flug nach Boston, am 19. Mai Empfang in Boston. Der Flug soll entweder mit der „Bremen" oder mit der „F. 13" ausgeführt werden.
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Oer Auionomistenprozeß.
Kolmar, im Mai.
In der fortgesetzten Vernehmung des Führers der elsässischen Hcimatbewegung, des zum französischen Abgeordneten gewählten und aus dem Gefängnis vorgeführten Dr. Ricklin, in der er sich in energischer Weise über die fehlerhaften Wege der französischen Regierung aussprach, kam es zu einem
interessanten Zwischenfall.
Der Verteidiger Berthou machte darauf aufmerksam, daß der mit am Richtertische sitzende Appellationsrat Coen als damaliger deutscher Oberleutnant ber Reserve zum Geburtstage des Deutschen Kaisers eine begeisterte Rede gehalten habe. In dieser Rede wird der Kaiser in schönen Worten als FriedenS- fürst gefeiert und der Versicherung Ausdruck gegeben, daß auch Deutschlands westliche Grenzmark fest zum Kaiser stehe und
Dr. Ricklin, der Hauptangcklagtc im Autonomistcnprozctz.
keine Erlösung durch die Feinde wünsche. Der Oberstaatsanwalt erregt sich lebhaft gegenüber dieser unbestreitbaren Tatsache, doch schließlich wird der Zwischenfall einstweilen bei- gelegt.
Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen erklärte Dr. Ricklin, sich zum Vorsitzenden wendend, er warne davor, den übertriebenen Patriotismus, den jetzt manche Elsässer zeigten, zu überschätzen. Wie sollten Elsaß-Lothringer, die in deutschen Verhältnissen ausgewachsen seien, Patriotismus für Frankreich zeigen! Patriotismus sei nicht ein Dogma, das ausgezwungen werden könne. Mit bestem Gewissen könne er behaupten, daß er nicht an der Spitze eines Komplotts gegen die Sicherheit des Staates stehe, denn ein solches Komplott bestehe überhaupt nicht. Durch den gegen ihn ausgeübten Bovkott von französischer Seite sei er schwer geschädigt worden. Er sei noch beute der festen Überzeugung, daß, wenn Frankreich die Beibehaltung der Sprache und der religiösen Einrichtungen, die Wahrung der kulturellen Traditionen und die Freiheit der wirtschaftlichen Entwicklung gewährt hatte, in der Folgezeit alle Schwierigkeiten ausgeschlossen gewesen wären und er heute nicht aus der Anklagebank sitzen würde.
„Bochcs-Kandidatcn."
Kaum hat die Donnerstagssitzung begonnen, so entwickelt sich ein neuer Zusammenstoß zwischen Verteidigung unb Richtern. Diesmal ist cs Rechtsanwalt Fournier, der scharf das Wort führt Die Stimmung ist äußerst gereizt Es handelt sich um einen Ausruf, der in fast allen elsässischen Städten angeschlagen und aus Belfort datiert ist, in dem gegen die Wahl Ricklins und Rosses zu Abgeordneten protestiert wird. Beide werden als „Boches-Kandidaten" bezeichnet. Fournier verlangt vom Staatsanwalt sofortiges Eingreifen gegen den Ausruf Es sei eine Minderheit von Franzosen, die hinter diesem Aufruf stehe. Außerdem sei eS feige und hinterhältig, gegen Menschen vorzugehen, die fett Monaten im Gefängnis säßen Das Gericht müsse sich gegen jede Beeinflussung von außen schützen. Der Vorsitzende lehnte diesen Antrag ab. Darauf bittet die Verteidigung den Generalstaatsânwalt, zu dein Vorfall Stellung zu nehmen Auch dieser lehnte den Antrag ab.
Ricklin sagt im weiteren Verlauf, er sei ein guter Franzose. aber nicht in dem Sinne, daß er andere Rationen hasse; er sei Pazifist und trete für die Versöhnung der Völker ein. Man habe ihn aber nicht als guten Franzosen behandelt.
höben sich aber auch die Kosten der bcut|d)eit Exportguter und unsere Außenhandelsbilanz wird das dann recht bald Nachweisen. Ob auch solche Industrien, die mit der Kohle besonders zu rechnen haben, wie die Gas- und die Elektrizitätserzeugung, die also S ch l ü s s c l i n d u - st r i c n sind, nun nicht auch zu der gleichfalls schon lange ersehnten Tariferhöhung schreiten werden, dürfte kaum jemand bezweifeln. Das treibt wieder die Produktionskosten, die Preise, die — Löhne höher und wir sitzen mitten drin in dieser sich gegenseitig beeinflussenden Ent- lvicklrtng.
Anfang einer neuen deutschen Wirtschaftskrise? Man mag nicht daran glauben, aber zu größerem Optimismus ist keine Veranlassung. Aber auch zur Panik noch längst ebensowenig!
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Reichskabineit und RoLfront.
Keiire weiteren Folgerungen.
Nach der Entscheidung des Reichsgerichts, die d»K vom Neichsinncnministcr v. Kcudell erlassene Verbot des Rotfrontkämpfcrbundes als nicht rechtsverbindlich zurück- wies, mürbe verschiedentlich die Vermutung geäußert, Herr v. Kcudell werde uunmehr von seinem Posten zurück - treten. Wie man erfährt, sind derartige Annahmen vollständig grundlos. Herr v. Kcudell wird sein Amt ata Reichsminister des Innern nach wie vor welLerverwaltei^.
Das Reichskabinett wird, dem Vernehmen nach, sich in den nächsten Tagen mit der Entscheidung des Reichsgerichts befassen, es ist aber nicht anzunehmen, daß gegenüber dem endgültigen Spruch noch irgendwelche Folgerungen aus der Angelegenheit gezogen werden.