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JLf Sei Lieferungsbehmöcrungen Lurch Gewalten", Streiks, Tlusfpercungea, Sverre usw. erwachsen dem Bezieher keine Verlag ZrieLrich Ehrenklau, Zulüa, â» 6« Vereins Deutscher Zeitungsve». £ peMeckkonto: Zrankfurt a. HL Hr. 1600a ^4-1928

Tageblatt Mr Rhön im- Vogelsdre-' Zul-a- va- Hauaetal IMser Kreisblâ

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Fulda, Dienstag, 29. Mai

5. Jahrgang

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Kleine Zeitung für eilige Leser

... mugewählte Reichstag tritt nach den letzten Be- Btuitgen erst am 13. Ium zusammen.

Stettiner Fcmemordprozcß wurde der Angeklagte motb zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die An-' « Heyn und Schulz wurden freigesprochen.

Glesien ist zu Pfingsten von einem Unwetter heimgesucht tu Die Flüsse sind über die Ufer getreten.

-!» Litauen ist durch Erlaß des Ministerpräsidenten mit iiiiiiiuug des Kabinetts eine neue Verfassung erlassen kn.

Zischelt Afghanistan und der Türkei ist ein Freundschafts-- G abgeschlossen worden.

Reichstagseröffnung 13. Juni

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IV

Getäuschte Hoffnungen.

Von der Internationalen Arbeitskonferenz.

Am 30. Mai hält das Internationale Arbeitsamt in ijbie 11. Internationale Arbeitskonferenz ab durch- ini^t unter glücklichen Voraussetzungen. Sein Direk- Albert Thomas, der französischer Munitions- Her im Weltkrieg gewesen war und erfolgreich nach Russischen Revolution vom März 1917 in Petersburg Fortsetzung des Krieges betrieben hatte, ist der Vor­der des Washingtoner Abkommens über den Acht- idenarbeitstag. Er muß sich heute aber selbst sagen md er tut dies auch ganz offen, daß er von dem lin gesteckten Ziel weiter entfernt ist denn je. Eng­is Regierung hat erklärt, das Abkomincn nicht rati- itreii zu wollen, weil seine wirtschaftliche Lage eine tc Ratifikation glatt verbiete. Eine Revision sei nöt­hig und die ist auch schon bei der Januarberatung -Verwaltungsrates dieses Arbeitsamtes beantragt und t Zustimmung der Arbeitnehmervertreter auch zuge- Mben worden.

Die Regierungsbildung.

Reichstagspräsident Löbes Wiederwahl wahrscheinlich.

Der neue Reichstag wird, wie jetzt bestimmt feststehen soll, nicht, wie anfänglich geplant, am 12., sondern am 13. Juni einberusen werden. Der frühere Zusammentritt hat sich nicht ermöglichen lassen, da die Prüfungsarbeiten des Reichswahlkommissars erst am 12. Juni abgeschloffen werden können.

Früher als an diesem Tage werden auch die Ver­handlungen der maßgebenden Parteien über die Bildung des neuen Kabinetts nicht zum Schlußergebnis gelangen.

Im allgemeinen soll man der Ansicht sein, daß eine Erschwerung der Regierungsbildung durch Fraktionsver- Handlungen, Fraktionsforderungen und Fraktionsbedin­gungen vermieden werden müsse. Im Gegenteil will man die baldige Ernennung eines Kanzlers durch den Reichspräsidenten anstreben. Der neue Reichskanzler soll dann seine Ministerliste zusammenstellen und an den Reichstag die Vertrauensfrage stellen. In der ersten Sitzung des Reichstages wird der älteste Volksvertreter, der Zentrumsabgeordnete Herold, den Vorsitz als Alterspräsident führen. An der Wiederwahl des bis­herigen sozialdemokratischen Reichstagspräsidenten Löbe ist wohl kaum zu zweifeln.

Die3W noch immer überfällig.

Vis gestern abend keine Nachricht.

Das letzte aus Kingsbay am Montag abend 6,24 Uhr in Oslo eingegangene Telegramm stellt entgegen m Um­lauf befindlichen Meldungen fe^ daß keinerlei Nachrichten von derZtalia" vorliegen.

Entgegen Gerüchten über eine angebliche Landung der Italia" in Alaska, ist, wie aus Cordova in Alaska gemel­det wird, dort lediglich ein Funkspruch derCitta di Milano" aufgefangen worden, wonach das Expedi.'.ons- schiff versuchen will, nördlich von Point Barren ost värts vorzudringen. Ueber den Verbleib des Luftschiffes lagen keinerlei Nachrichten vor.

DieCitta di Milano" hat auf der Amsterdam-Insel I einen norwegischen Jäger an Bord genommen. Es ist ge- ' plant, ihn und die Alpenjäger in der Red Bay aa Land

Aber nach welcher Richtung ?

Man kam, es dem Direktor Thomas fvirklich nicht ver- aken, daß er in seinem Bericht erregt verlangt:Man f â enb l i ch einmal offen spreche n und das f* l^ ârsleckspicl anfgeben, bei dem man sich immer wie« Mwcigert hat, zn sagen, wogegen sich die Einwcndun- Wttd Widerstände richten." Aber das wirb er wohl verlangen und derLeidensweg des Achtstun- Mitstages" und derKalvarienberg des überein« MS von Washington", wie sich Thomas ausdrückt, >;war auf der Konferenz eifrigst diskutiert werden, man aber dabei viel weiterkommen wird. Bis- wn dieses Abkommen von den 55 Staaten, die beim Mitsamt vertreten sind, nur ganze fünf wirklich ratifi- Mb darunter befindet sich kein Staat, dessen Industrie Mßercr Bedeutung ist.

und für sich bedeutet die englische Forderung nach "Revision des Abkommens eigentlich einen Fort- Menn die ganze Entwicklung war das gibt übri- -Thomas selbst zu auf einem toten Punkt an- wnen. Es ging nicht mehr vorwärts. Kein größerer u wollte dieses Abkommen in seiner bisherigen Form Dingslos ratifizieren.Niemand wird sich wirtlich Ästen Änderungen und Klarstellungen widersetzen," i Thomas, denn man wolle sich nicht einklainmern .^Ü'chen einem unabänderlichen Übereinkommen, W ratifiziert werde, und mit Drohungen fchwer- jiber Änderungen seinerschon Gemeingut gcwor- , wimbfäfcc. Allzuviel Zutrauen auf diemoralische ' j bte der Glaube der Arbeiterschaft der Welt an das ^iiloinmen barftelle undmit der gerechnet werden ^ scheint Thomas aber doch nicht mehr zu haben, Dtumsmus ist stark gesunken und er zweifelt daran, bestehenden Hindernisse in absehbarer Zeit über« M .de" können. Denn nun müssen erst einmal

Arbeitsamt vertretenen Staaten nach ihrer Ansicht "Utgestoltung des Abkommens gefragt werden ! erst ist zu versuchen, wie man die sicherlich recht ^u-einandergehenden Meinungen unter einen Hut

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IV

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Einschränkung bei der Reich-Verwaltung.

4 0 bayerische Finanzämter aufgehoben.

Nachdem im Laufe der letzten Jahre im Reiche bereits eine Reihe kleinerer Hauptzollämter, Finanzämter usw. mit benachbarten Bezirken vereinigt worden ist, werden nach einer Verordnung des Reichsfinanzministers D r. Köhler. letzt Jm rco hebti ' wen B . r . und zwar im Einvernehmen mit der bayerischen Staats­regierung, eine größere Zahl von Finanzämtern, insge­samt 40 aufgehoben, deren Weiterbestehen mit den Grund­sätzen einer sparsamen Wirtschaftsführung nicht vereinbar erscheint. Im Landesfinanzamtsbezirk München werden 11, im Bezirk Nürnberg 22 und im Bezirk Würzburg sieben Finanzämter aufgehoben. Die Aufhebung der ein­zelnen Finanzämter wird schrittweise erfolgen. Sie be­ginnt am 1. Juli 1928 und soll längstens bis zum 31. De­zember 1929 durchgeführt sein. Wegen Aufhebung weiterer Bczirksstcllc« der Reichsfinanzverwaltung auch in anderen, Teilen des Reiches sind Verhandlungen im Gange.

zu setzen.

Wie aus Spitzbergen gemeldet wird, hat die Verwal­tung der dortigen Kohlengrubengesellschaft ihre ausgezeich­neten Hundegespanne für die Hilfsexpedition zur Auffin­dung Nobiles zur Verfügung gestellt.

Der norwegische Marineflieger Lützow Holm, der nach Spitzbergen unterwegs ist, um von dort aus die anliegen­den Teile des Polarmeeres nach dem Verbleib des Luft­schiffes mit dem Flugzeug abzusuchcn, ist um 6.20 Uhr morgens in Bodoe eingetroffen und wird so rasch wie mög­lich nach Tromsoe weiterfliegen, wo sein Apparat auf den DampferHobby" verladen werden soll.

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J'$ sicht es mit einer anderen Frage, die die beschäftigen soll, nämlich mit dem Verfahren '^stsetzung von Mindest löhnen. Hier «it . ßc in den einzelnen Ländern und den ein- '^Üchaftszweigcn womöglich noch viel verschie- , uNd infolgedessen noch viel schwieriger zu be- t bei der Arbeitszeitfrage. Selbst wenn man - Versuch macht, lediglich das Verfahren Atzung von Mindcstlöhnen zum Beratungsgegen.

so stehen sich hier die Meinungen selbst > urbeitilch^ergruppe sehr schroff gegenüber und die ^^8>erungen lehnen es vor allem ab, sich eine he 2 9 für alle Länder geltende Uniform in bietet in zu lassen, da man die freie Selbstbestun- i s beiden Parteien, also der Arbeitgeber auf der ter L?beiter auf der anderen Seite, denn doch nicht c L einschränken lassen will. 1

»n«h über meist theoretische Wünsche und Dis- h^trb auch diesmal die Arbcitskonferenz nicht »»auskoinnien.

'Deckung geheimer Zusammenkünfte in Kiel.

Ät. ?c Polizei hat in einem Hause i" der Gerhards Hme5»1^

I b Jobcliiifti, wurde dem Untersuchungsrichter vm^ hub beschlagnahmt.

AmsKulduirgsanIeHe der Landesbanken.

Für landwirtschaftliche Kredite. i

Die Deutsche Landesbankenzentrale hat die zur Festi­gung landwirtschaftlicher Kredite bestimmte Anleihe von 25 Millionen Dollar (die sogenannte Umschuldungsan- reihe) abgeschlossen. Die Anteile der einzelnen Banken sind im Einvernehmen mit den zuständigen Ministerien festgesetzt worden. Der weitaus größte Anteil von mehr als 30 Millionen Mark entfällt auf O st p r e u ß c n. j.

Der Auszahlungskurs des Einzeldarlehns an den Landwirt wird etwas über 93 Prozent betragen. Ein­schließlich des von den Instituten zu erhebenden laufenden Verwaltungskostenbeitrages ergibt sich eine Effcktiv- vcrzinsnng von etwa 7,9 Prozent. Der jährliche- gungssatz beträgt 1,15 Prozent, so daß die gesamte Essektivbelastung an Zinsen und Tilgung rund 9 Prozent für den Landwirt ausmacht. Da die auf die einzelnen Provinzen entfallenden Anteile im Verhältnis zu dem Kreditbedarf klein sind, wird auch nur ein kleiner Teil von Kreditanträgen berücksichtigt werden können. Die Weiter­führung der durch die Aufnahme der Anleihe eingeleiteten Kreditaktion erfolgt im übrigen nach Maßgabe der vom Reichsernährungsministerium gegebenen Richtlinien vom 3. Mai 1928.

Nitti gegen Mussolini.

Ein Manifest gegen den faschistischen Staat.

Der jetzt in Paris lebende frühere italienische Minister- präsiLent Nmi yar an seme Freunde ül ^alâ eine.. Kundgebung gerichtet, in der er gegen die Abschaffung der aus freien Wahlen hervorgehenden Deputiertenkammer frotestiert. Das Volk, so heißt es in dem Aufruf weiter, ist seiner sämtlichen Rechte und sämtlichen verfassungs­mäßigen Garantien beraubt worden. 11

Nach einer lchigeren, außerordentlich scharf gehaltenen Kritik der faschistischen Methoden in Italien Nitti sagte u. a., daß Italien ein WeitesGefängnis geworden fei, in dem man nicht mehr lache und in dem das Elend trotz aller gegenteiligen offiziellen Behauptungen fast immer unerträglicher werde schließt Nitti seinen Auf­ruf: Angesichts der von nun ab für jedermann offen­kundigen Tatsache, daß die Verfassung abgeschafft ist, muß man bereits jetzt der gesamten Welt erklären, daß iede Regierung, die auf das gegenwärtige Regime folgen wird, von diesem Tage ab keine internationale Verpflichtung, keine Staatsschuld, keine Konzession, die auf die faschistische Regierung zurückgeht, anerkennen wird. Alles, was von einer Regierung getan oder zugestanden wird, die die Verfassung abgeschafft hat, wird als Handlung einer, illegalen Partei angesehen werden.

ZnternattmaleLandwirffchastsSeratungen

Zusammenarbeit für die Weltwirtschaft.

Am Schluß ihrer Beratungen beschäftigte sich die Internationale Landwirtschaftstagung in Wien mit dem Internationalen Institut für wissenschaftliche Organl- sation der Arbeit. Professor Dr. Laur (St. Blayen) begrüßte die Zusammenarbeit der Landwirtschaft mit dem Arbeitsamt und sagte, es seien allerdings noch nationale Vorarbeiten für den landwirtschaftlichen Arbeiterschuh zu leisten und cs müsse die Berücksichtigung der besonderen Vekhältnisse der Landwirtschaft in der gesamten sozialen Gesetzgebung gefordert werden.

Die Internationale Landwirtschaftliche Tagung stellte dann in einer Entschließung fest, daß auf der Weltwirt- schaftskonfcrcnz und auf der Tagung des beratenden Wirtschaftsausschusses des Völkerbundes die grund­legende Bedeutung der Landwirtschaft in der Weltwirt­schaft unbestritten anerkannt sei. Der Völkerbund möge nach dem Beschluß des Komitees die zweckmäßige Zu­sammenarbeit aller landwirtschaftlichen Organe sicher- stellen.

Nach einem von Professor von Franges (Agrams ausgesprochenen Dank für den Empfang in Wien schloß Marquis de Voguet die Tagung mit dem Wunsche, daß die Arbeit dem Frieden der Welt gedient haben möge.

Das Urteil im Stettiner Zemeprozeß.

Oberleutnant Schulz freigesprochen.

' Im Revisionsprozesr Klapproth und Genoffen wegen versuchten Mordes an dem Feldwebel Gödicke im Jahre 1923 wurde nach elftägiger Verhandlung folgendes Urteil gefällt: Das Schwurgericht erkannte gegen den Angeklag­ten Klapproth wegen Körperverletzung mit einer das Leben gefährdenden Behandlung auf ein Jahr Gefängnis. Diese Strafe wird mit der im Urteil des Schwurgerichts zu Landsberg a. d. Warthe vom 3. November 1926 gegen den Angeklagten Klapproth erkannten Strafe von fünfzehn Jahren Zuchthaus aus eine Gesamtstrafe von fünfzehn Jahren zusammengezogen. Die Al^eklaglen Schulz und Heyn wurden freigesprochen. Die Kosten des Verfahrens fallen, soweit Verurteilung erfolgte, den An­geklagten, im anderen Falle der Staatskasse zur Last.

Das Stettiner Urteil ist genau dasselbe, das im No­vember des vorigen Jahres das Schwurgericht in Lands­berg a. d. Warthe gefällt hat; auch damals erhielte Klapp­roth ein Jahr Gefängnis, Oberleutnant Schul; und Heyn wurden freigesprochen. Inzwischen hatte das Reichsgericht der Revision der Staatsanwaltschaft stattgegeben und das Landsberger Urteil wegen der zahlreichen in der Verhand­lung begangenen Formfehler aufgehoben. Die neue Ge­richtsverhandlung ist aber zu keinem anderen Ergebnis gelangt.

In ber- Urteilsbegründung wird n. a. ausge- führt: Zu diesem Urteil ist das Gericht aus Grund der ein« gehenden Würdigung der Beweisausnahmc gelangt. Als Hauptstütze der Anklage lag das Geständnis des Angeklagten Heyn Vor. Andererseits war EntlastungsmomeM für den Angeklagten Schulz insbesondere der Umstand, daß er seiner­seits daraus gedrungen hatte, daß Gödicke vom Kommandan­ten verhaftet und dem ordentlichen Strafverfahren zugcsührt Werben sollte. ES hat sich kein genügender Beweis dafür er­geben, daß Schiil; das ihm zur Last gelegte Komplott ge­schmiedet bat. Es ist nicht erwiesen, daß Klapproth auf Ver­anlassung des Schulz nach Tschernow gefahren ist, umGädicke zu töten. Es fehlt der Beweis dafür, daß Klapproth den t^ädicke mit Überlegung Hai töten wollen. Seine Tat stellt sich als ein Affekthandlung dar. Zu dieser Überzeugung ist das Schwurgericht getommen auf Grund der Ortsbesichtigung. Es ist Klapproth nicht widerlegt, daß er in plötzlich aufsteigen­der Wut den Gödicke geschlagen hat. Es ist auch nicht erwiesen, daß er ihn mit dem Vorsatz geschlagen hat, ihm das Leben zu nehmen.