Möaer Anzeiger
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[r. 127 - 1928
Fulda, FreUa^, 1. Juni
5. Jahrgang
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Kleine Zeitung für eilige Leser
* Iicichstagspräsident Löbe wurde vom Reichspräsidenten N k n einer Besprechung über die durch die Wahlen geschaffene !n,) Mische Lage empfangen.
Belgrad fanden große Straßenkundgebungen gegen ff Mn statt. Italien fordert Genugtuung.
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» Präsident Coolidge hielt anläßlich des amerikanischen MlienuMdeuktages eine Rede, in der er die Völker der W aussorderte, den Frieden mit allen Kräften zu fördern. * 3ii Guatemala richtete ein Erdbeben großen Schaden an.
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polnische Knebel.
I Welch' ein Unterschied zwischen den Ergebnissen 'bër butschen und der polnischen Parlamentswahlen Hinsicht-, des Auftretens der nationalen Minderheiten in beiden Mutiern ! In Deutschland ging die Zahl der Stimmen,
ul Sie für diese Liste abgegeben wurden, im großen Ausmaß ee® zurück, insgesamt etwa — gegenüber der letzten Wahl von n W 1824 — um 25 Prozent und mit dem Resultat, daß weder hm M Reichstag noch im Preußischen Landtag ein Vertreter I M liefet Minderheiten einen Sitz erhalten konnte. Ganz idjtfi Montiert scharf war dieser Rückgang bei den Wenden und doch Säuen. Die jetzigen 71060 Stimmen, die z. B. für ben jfein Kcichstag auf dieser Liste abgegeben wurden, sind restlos „Himmtergefallen".
Drüben aber, jenseits der deutschen Ostgrenzen, schwoll die Zahl der auf die deutsche Liste abgegebenen Stimmen Wz gewaltig an, trotz eines amtlichen Terrors, über den im soeben zusammengetretenen Sejm der deutsche Abgeordnete Baumann eine Fülle von Beweisen vorbrachte. Was bedeutet dies anderes, als daß der dem Deutschtum
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Löbe beim Reichspräsidenten
Die neue innenpolitische Lage.
Dortrag des Reichstagspräsidenten bei Hindenburg.
Reichspräsident von Hindenburg hat am Donnerstag den Reichstagspräsidenten Löbe empfangen, der ihm einen Bortrag über die durch die Wahlen geschaffene innenpolitische Lage hielt. Es handelt sich bei diesem Empfang um eine vorläufige Information des Reichspräsidenten, bei der auch die in der Sozialdemokratie vorhandenen Strömungen besprochen wurden, eventuell in der Opposition zu bleiben. Der Reichstagspräsident hat den Reichspräsidenten auf die Möglichkeit einer Bildung der Weimarer Koalition unter Hinzunahme der Deutschen Bauernpartei und der Bayerischen Bolköpartei ansmcrkfam gemacht, wodurch eine Regierungsmehrheit ermöglicht werde. Auf die Große Koalition hat Löbe nicht h i n g e w i e s e n.
Reichstagspräsident Löbe wird nach seiner Rückkehr aus Köln, wo die Sozialdemokratische Partei eine Besprechung der obersten Parteiinstanzen abhält, nochmals vom Reichspräsidenten empfangen werden, um ihn von dem Ergebnis dieser Beratungen zu unterrichten. Die Ernennung eines neuen Kanzlers durch den Reichspräsidenten wird erst nach dem 12. Juni möglich sein, da erst an diesem Tage das jetzige Reichskabinett seinen Rück' tritt nehmen wird.
Im Reichstag versammelte sich am Donnerstag der Reichsparteivorstand des Zentrums. Man sah u. a. Reichskanzler Dr. Marx, die Abgeordneten Dr. Stegerwald, Dr. Wirth ünd den Fraktionsvorsttzenden. von
Guèrard. Die Aussprache war in erster Linie dem Ergebnis der Reichstagswahlen gewidmet. Außerdem b»- sprach man die Haltung der Partei bei der kommenden Regierungsbildung. Wie es heißt, will das Zentrum sich mit zwei Ministersttzen statt wie bisher mit drei in der neuen Neichsregierung zufriedengeben.
Die deutschnationale Reichstagssrak- 1 i 0 n ist zum 11. Juni zu ihrer ersten Fraktionssttznng nach Berlin zusammenberufen worden.
Preuß. Regierungsettlärung am 9.3unf.
Nach der ersten formellen Sitzung des Preußischen Landtages am Freitag, den 8. Juni, die nur von kurzer Dauer sein wird, wird sich der Landtag auf Sonnabend, den 9. Juni vertagen, um die Wahl des Präsidiums di chzuführen und eine Erklärung des preußischen Staats- m uisteriums entgegenzunehmen. In dieser Erklärung w rd der preußische Ministerpräsident Braun darlegen, daß nach dem Ausfall der Wahlen keine Veranlassung be eht, die bisherige Politik in Preußen oder die Regis- ri 'gsbasis zunächst zu ändern. Am Montag, den 11. Juni w rd der Landtag in die Aussprache über diese Neais- ru rgserklärung eintreten, an deren Schluß über ein Ves- Ire ensvotum für die Regierung abgestimmt werden wird, in t dessen Annahme in parlamentarischen Kreisen bestimmt gerechnet wird, da die bisherige Koalition über eine ausreichende Mehrheit verfügt. Die erste Sitzung des Landtags wird durch den neuen Alterspräsidenten Grafen Posadowsky eröffnet werden.
in Polen aufgezwungene Abwehr- und Erhaltungskampf euch die gleichgültigen Elemente aufrüttelte? Daß, bar»
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Deutschtum s in P o l e n die natürliche Reaktion auf die Regierungspolitik der Deutschenverfolgung ist? In Tcinemr/war die Entwicklung ähnlich; auch hier war ein Ä#n der deutschen Stimmen zu verzeichnen, hier, wie £moa 1 ein Beweis dafür, daß Lie dortigen Demschcn. 'Kampf um ihr Volkstum zusämmenfteheu "iTen.
Aber in Deutschland — dort beweist der Rückgang der Jütischen, dänischen, masurischen, wendischen Stimmen wr zweifellos, daß all diesen Minderheiten in Deutsch- W eine solche Abwehraktion, ein Erhaltungskampf nicht ^'gezwungen wird, daß vielmehr bei uns der Gedanke ^nationalen Toleranz gegenüber den Minderheiten —- ” übrigens auch in der Rerchsverfassung festgelegt ist — «ne Wirkung ausübt. Unsere Minderheiten haben es "^t nötig, wegen Verletzung ihrer Rechte an den Völker- zu appellieren, wie das jetzt wieder in Ostober- wefien erfolgt.
Immer natürlich wegen der S ch u l f r a g e. Mit Een Mitteln amtlicher Beeinflussung wird versucht, tue Went an der Einschulung ihrer Kinder in die deutschen mnderhcitenschulen zu verhindern. Terror oder Geldver- Aechungen — alles wird eingesetzt. Und am wenigsten Mt die neue polnische Regierung, die nach den letzten Mlsudskt--Wahlen eingesetzt wurde, nun etwa daran, die Mema tische E n t d e n t s ch u n g s p 0 l it i k trotz Eer Entscheidungen des Völkerbundes auch nur int ge» Men abzublasen. Auch hierüber brachte der deutsche ^jmabgcordnete Vastmann eine endlose Liste von Einzelnen vor. Genau wie in der Tschechoslowakei richtet ft«) ch, in Polen die „Bodenreform" ausschließlich gegen üsche Großgrundbesitzer und die Bestimmung, dan dem Grundbesitzer von über 750 Hektar der Rest seines Ützes enteignet werden kann, wird nur auf Deutsche "geivendet, während polnische Besitzungen von 10 000 b “0 000 Hektar unangetastet bleiben.
Das alles geschieht auf dem Verwaltungswege und S denkt daran zurück, daß dieses Mittel auch einst im Weren Rußland sehr beliebt war für den Zweck, „Miß- ^ige" zu beseitigen. Einer derartigen Betätigung boluischen Verwaltungsbehörden hat ja die bekannte '^ionenberorbnung die Tore besonders wert geöffnet das ist schon jetzt weidlich ausgenutzt worden.
. Natürlich werden die Klagen und Proteste des deut- N Sejmabgeordneten Naumann nicht das geringste. W finden. Deutsche Zeitungen, namentlich in Ost- . ^schienen, pje nüchtern den Terror schildern, werden und immer wieder beschlagnahmt. Die Prehefrei- bt ebenso geknechtet wie beispielsweise der Wille der M Bevölkerung, die sich eine in der Mehrheit Wie Stadtverordnetenversammlung wählte, es aber mußte, daß die polnischen Behörden biete ans- liicS^ eine vorwiegend polnische, „rommifsg' !Versammlung einsetzten und von dreier letzt einen natürlich polnischen Stadtpräsidenten wählen iDcii'v^ie deutschen Vertreter enthielten sich der Stimme, ) ganze Aktion gegen die Rechte der ^clbstver- verstieß.
und Gesetz gelten in Polen eben immer nur fieber den Polen; aber der Deutsche bleibt so gut wie Nichts Besseres wünscht er sich, als daß er -niim, dieselbe Behandlung erführe nne der Pole in ""ichland. Aber darauf wird er vergeblich Warren.^
,n'Q[l auch die gleichgültigen Elemente aufrüttelte? Daß, dar , jg über hinaus, die sich f e st c r s ch l i e ß e n deFrontdet
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^hwid) der Volksrecht-artei gegen hic Maudatzuteilung. â Volksrechtpartei hat beim Staatsgerichtshof für te .Ätsche Reich Einspruch gegen die Bestimmungen » er und 32 des Rcichswahlgcsetzes erhoben. Auch die 2°u Kommunisten und der Bölkischâtionale Block, ine Ä Mandat geblieben sind, werden sich der Germania
'°^ dem Vorgehen der Älksrechtpartei anschließen,
Die Gkagerrakfeier der Marine.
»Vorbild t r e me st e r Pflichterfüllung."
Auf dem Ma linear itifo^ in Kiel fand vor
dem mit Blumen und Kränzen reich geschmückten Ehren-, mal für die Gefallenen in der Skagerrakschlacht eüu- Gedenkfeier statt, zu der Abordnungen der Marine und Lahlreich- Angehörige der unteraeganaenen Besatzungen
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Auszichcn der Marineivachtruppcn vor dem Rcichspräsidentcn- Palais in Berlin
' anläßlich des 12. Jahrestages der Skagerrakschkacht.
Die 50. Tagung des Völkerbundrates.
Eine umfangreiche Tagesordnung.
Die ant s, Juni bLMueir^Taaung des Völkerbund- rares ist die fünfzigste seit dem Bestehen des Völkerbundes. Die erste Tagung des Rates fand am 16. Januar 1920 in Paris unter dem Vorsitz des französischen Delegierten Lëon Bourgeois statt. Ursprünglich waren für die bevorstehende Jubiläumstagung des RateS umfangreiche Feierlichkeiten vorgesehen, die jedoch im Hinblick auf die Abwesenheit Dr. Stresemanns und Briands auf ein geringes Maß herabgesetzt worden sind. Den Vorsitz führt diesmal der Vertreter von Kuba im Rat, der Berliner Gesandte Kubas, Betaenco urt. Der englische Außenminister Chamberlain wird nach den bisher vorliegenden Mitteilungen an der Ratstagung teilnehmen. In den leitenden Völkerbundkreisen legt man auf die Anwesenheit Chamberlains diesmal besonderes Gewicht, um den Ratstagungen nicht den Charakter einer einseitigen Zusammenkunft der Großmächte zu geben, ein Eindruck, der im Falls des Ausbleibens Chamberlains leicht entstehen könnte.
Auf der Tagesordnung stehen 34 Punkte, von denen einige internationale Bedeutung haben. Es gehören dazu füns PetitionenüberoberschlestscheSchul- fragen, weiter ein Bericht des holländischen Außenministers über den Stand der litauisch-polnischen Verhandlungen. Der japanisch-chinestscho Konflikt wird vom Völkerbundrat nicht erörtert werden, da ein dahingehender Antrag bisher noch nicht vorliegt.
erschienen waren. Nach dem Vortrag des Chorals „Die Himmel rühmen des Ewigen Ebre" durch die Kapelle der Küstcnwehr hielten der katholische und der evangelische Marinepfarrcr Ansprachen, in denen sie des Heldentums .der Gefallenen gedachten. Auch der infolge eines Zusammenstoßes mit dem Panzerschiff „König Wilhelm" bei Folkestone untergegangenen Besatzung des Panzerschiffes „Großer Kurfürst" wurde aus Anlaß der 50. Wiederkehr des Unglückstages in einer schlichten Feier gebaut. Vizeadmiral Dr. ehrenhalber Räder nahm dann auf dem Exerzierplatz in der Wik die Parade ab. In einer kurzen Ansprache feierte er die tapferen Besatzungen als Vorbild treuester Pflichterfüllung.
Sie Wichtigkeit der llnsallverhütung.
Aussprache auf der internationalen Arbcitskonfcrenz
Die internationale Arbeitskonfercnz in Gens hat mit der allgemeinen Aussprache über die llnsallverhütung begonnen. Der beutfdic Arbeitgebervertreter, Kommerzienrat Vogel- Chemnitz, bezeichnete die Unfallverhiltung als eine der vornehmsten Aufgaben der modernen Wirtschaftsführung und der praktischen Sozialpolitik. Die Mitwirkung des Unternehmers bei der Unfallverhütung sei nicht zu entbehren; sie müsse führend bleiben, wenn auch andererseits die Unterstützung durch die Arbeitnehmer für eine wirksame Herabsetzung der Unfallziffern unentbehrlich sei.
Der deutsche Arbcitnchmcrvcrtrctcr Sachs will die llnsallverhütung vor allem als Sache praktischer Zusammenarbeit aller Beteiligten, der Behörden, der Unternehmer und der Arbeiter, angesehen wissen. Die erforderlichen Maßnahmen müßten in den Betriebsstätten selbst einsctzen. Die Arbeiterschaft wolle dabei nicht länger nur das Objekt der unfallverhürenden Maßnahmen sein, sondern lege Wert darauf, als gleichberechtigter aktiver Faktor bei der Lösung dieses wichtigen Problems mitzu- Wirten,
Ein Friedensaufruf
des prasidenien Coolidge.
Anläßlich des amerikanischen Gefallenengedenktages.
Aus Anlaß des Nationalgedenktages (Memorial Day) für die im Kriege gefallenen Amerikaner hielt PräsidentCoolidgeinGettysburg eine Rede, in der er alle Länder der Welt aufforderte, die Bestrebung gen zur Verhütung eines Krieges durch den Beitritt zum Kelloggscken Kriegsächtungspakt zu unterstützen.
Coolidge erklärte, daß die Vereinigten Staaten infolge ihrer über die ganze Welt ausgedehnten Interessen mit Mißbilligung auf jede Kriegsgefahr blickten, da die amerikanischen Kapitalsanlagen und Handelsbeziehungen so weit verzweigt seien, daß es unmöglich sei, sich einen Konflikt irgendwo in der Welt vorzustellen, bei dem die Vereinigten Staaten nicht Leid zu tragen hätten. Was sic für sich selbst wie auch für die anderen Völker vor allem wünschten, sei die Fortdauer des Friedens.
Der Präsident verteidigte dann das militärische Vorgehen der Vereinigten Staaten in Nikaragua, in China und in Haiti und erklärte, die amerikanischen Truppen seien dorthin gesandt worden, um den Frieden zu fördern. Er ermahnte im weiteren Verlauf seiner Ausführungen die Amerikaner im Auslande, die Gesetze und Vorschriften der Länder, in denen sie sich aufhielten, zu achten. Di- freundschaftlichen Beziehungen Amerikas zum Ausland könnten durch ein fahrlässiges Verhalten gegenüber den Gesetzen des betreffenden Landes gefährdet werden.
Die Gefallenengedächtnisrede wurde von Coolidge zum erstenmal nicht auf dem Nationalfricdhof in Arling- ion am Grabe des Unbekannten Soldaten gehalten, sondern in Gettvsburg. wo vom 1. bis 3. Juli 1863 die entscheidende Schlackt des amerikanischen Bürgerkrieges geschlagen wurde. Die Verlegung des Ortes der Feier soll, amerikanischen Äußerungen zufolge, dem Wunsck entsprungen sein, die Erinnerung an den Weltkrieg zu löschen.