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Zul-aer Anzeiger
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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg» Zulba- und Haunetal * Zulöaer Kreisblatt Redctooe and ^rfthästssteüe: Mühlenstraße 1 ♦ Zernfprrch-ftnsthlaß Nr. 98*
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k. 128— 1928
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Kleine Zeitung für eilige Leser
* Mehrere Länder wollen General Nobile Hilfe bringen. ki Polarforscher Amundsen rüstet eine Hilfsexpedttion für
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i Sie größeren deutschen Verkebrsverbânde haben sich gegen ( geplante Erhöhung der Eisenbahntarife ausgesprochen.
* Der italienisch-türkische Vertrag ist jetzt im Wortlaut ver-
Mlichi worden.
Ein Flugzeug startet von San Franzisko nach Honolulu, den ersten Amerika—Australienflug auSzuführen.
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Ltnrub'ge Zeiten.
Fälsche 2P' ' lzüge. — Der alte Brandherd. — Das schwerhörige Gens.
S Man hat einmal, als die Retchshauptstadt sich nach A- mcrikanischem Muster mit täglich wachsendem Straßen- Mti |jtKl 1U füllen begann und die Nerven der 'roßstädter <> ? d-durch einer argen Belastungsprobe ausgesetzt wurden, eh w der Gründung eines A n t i l ä r m v c r e i n s ge- W sprachen. Das rasende Tempo der Entwicklung ist auch über diese altväterliche Absicht hinweggestürmt, was in . hem Lande der unendlichen Vereinsgründungen und )r5 Organisationen schon etwas heißen will. Ebenso könnte -E» Iran jetzt vielleicht an die Bildung einer internationalen 'P: Milärmliga denken, denn die Luft über Europa ist M wieder einmal von höchst unliebsamen Geräuschen aller
Ati erfüllt. Die internationale Nervosität läßt bald gar nichts mehr zu wünschen übrig und wenn die Dinge so weiterlausen wie in diesen aufregenden Frühlingswochen, kann man nicht wissen, was der Sommer uns noch für Unerfreulichkeiten und Überraschungen bescheren
wird.
Xn her Spitze stehen, wie gewöhnlich, wenn es sich nm Erscheinungen von Unruhe und Unordnung handelt, bis Polen. Schon dreimal haben sie in der ober»
S â MMn Schulfrage in Gens und im Haag unrecht ve- â »ommeN. Trotzdem wollen sie auch jetzt die klare Ent» M Mvidung des Internationalen Schiedsgerichtshofs zu- Wnsten der sich für deutsche Schulen erklärenden Eltern IM ^ltcn lassen, sondern finden immer wieder neue Pir üge, um sich der Anerkennung der ergangenen Illiteilssprüche zu entziehen. Bewunderungswürdig fast, bis welcher Geduld man diese ungeratenen Kinder be» iHeft.
I Aber auch mit anderen Nachbarn verstehen die Polen âch nicht zu vertragen. In Litauen ist eine neue Ver- [tonn in Kraft getreten, die selbstverständlich Wllna die H a u p t st a d t des Landes bezeichnet. Das Wie alte Verfassung natürlich auch intb Herr Wolde- W wäre ja ein Tor ohnegleichen, wenn er den durch Men mutwillig heraufbeschworenen 5konfliikt bet dieser Wesenheit durch einen Akt feiger Schwäche einfach rm Ne einseitigen Verzichts auf eine der nationalen ^rundsorderungen des ganzen litauischen Volkes aus dem Ne geräumt hätte. Aber die edlen Polen schäumen vor N über die litauische Regierung, die es „gewagt hat, N Stadt als ihre Hauptstadt zu bezeichnen, in der fett ’^r und Tag polnische Truppen. Polnische Behörden sj>-d polnische — „Kulturträaer" residieren. Auf welche «eise diese Sendlinge Warschaus nach Wilna biuem- kommen sind, dar, natürlich nach volnifcher Auffassung Nie gar keine Rolle mehr spielen: sie selber klagen zwar mit Vorliebe über „tauseudiähriges" Unrecht das Pp ihnen hier und da und überall angetan habe, ®vi| mit dem stillen Hintergedanken, was so weft zuruck- W. iei heute nicht mehr gut geschichtlich nachzupritten. P könne man sich sühn darauf berufen. Daß dieser "Meral Zeligoivski aber vor wenigen Zähren das MnUe Wilna mitten im Frieden überfallen und semem ^mäßigen Besitzer geraubt hat, das sollen d.e arme, !^uer heute schon möglichst mit dem Mantel tthrrW Mfienliebc überdecken. Bloß damit bte empfindlichen Men nicht ewig an das schmerzliche Unrecht, das sie fangen haben, erinnert werden. So aber kam sich d, M-geschichte wohl doch nicht tommanbteren. ^ehon stn- « von Genf aus augeordneten Verhandlungen zwftchen !ck 4!pn Regierungen über die Wiederherstellung f ^ j Beziehungen uuterbrochen. Der Volkerbundra , -> den ersten Funitaaen am Genfer sec toerfammrft Isc« Mb, hat alle llrsgche, in dieser inte res, anten G-g.m --^or einmal nach dem Rechten zu sehen.
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«i» t en entstanden ist, ivirb gewiß die ^ren diese è'ögendeu Herren erreichen. Aber sie werde, , 'Weilen für staatsmännischer halten, so zutun,, al ° "' a«r Nichts auf der Welt los wäre wenigsten^ ich
diesem alten Brandherd im Sudoste,1- Europas, ton Cllt aus die Menschheit schon io viel Unheil criamnen "<■ Wieder S d?r serbischen Hauptstadt bi AnNeu Studenten in Scharen durch d'«. ^raß £ ’Wn ihre ungestümen Kräfte "" ..^schäinnende ^darmerE die auftragsgemäß ^e uberichamne^ i Zonale Opposition gegen den italienischen "E'dienn
^Ä, ÄÄft««»« '« »»Ute. “' S S »™ sch-nli-» Vorwand zur jZ°'»chm Entfaltung seiner vi-lg-Pri-s-n-n »curu
Großzügige Hilfsaktion für Nobile.
Allgemeine Suche nach der „Ma" Amundsen und andere Polsorscher rüsten Expeditionen aus.
Von der „Italia" fehlt auch weiterhin jegliche Spur. Es sollen jetzt mehrere großzügige Hilfsexpeditionen ausgerüstet werden, die nach dem Verbleib der „Italia" forschen sollen. Der bekannte Forscher Roald Amund- f e n will seinem früheren Freunde Nobile (mit dem er sich in letzter Zeit aus sachlichen Gründen etwas verfeindet hatte) selbst zu Hilfe kommen. Die Finanzierung dieses Planes übernimmt der reiche Erbe und Polforscher Ellsworth, der seinerzeit die Amundsensche Expedition nach dem Nordpol im Flugzeug mitgemacht hat. Als Flugzeug wird man eine deutsche Dornier-Super- wal-Maschine verwenden. Eine Anzahl von Piloten hat sich bereits Amundsen zur Verfügung gestellt, um ihn zu begleiten. Unter ihnen wird vielleicht auch der Nordpol- und Atlantikflieger Kommander Byrd sein. Am 11. Juni wollen diese Piloten nach Spitzbergr-i starten.
Nach Amundsens fachkundiger Meinung muß die Besatzung der „Italia" noch am Leben sein, selbst wenn das Luftschiff gegen einen Eisberg ober einen Felsen geflogen wäre. Es besteht auch die Möglichkeit, daß Nobile eine reguläre Notlandung vorgenommen hat und ihm der Start dann mißlungen ist. Infolge der Schneestürme sind aber die Spuren einer eventuellen Landung bereits heute schon verwischt, so daß natürlich sehr viel Glück dazu gehört, um die Mannschaft ver „Italia" zu finden.
Recht optimistisch äußerte sich Frithjof Nansen über die Möglichkeit für Nobile, sich aus der großen weißen Wüste wieder in eine bewohnte Gegeüd zu retten. Er selbst habe ein volles Jahr ganz allein, ohne jeden Mangel, nur mit einem Gewehr bewaffnet auf Franz-Ioseph-Land zu- . âacht. „^n ber aW" ^
dem Nordpol gäbe es Baren, Vogel und E,er in Hülle und Fülle. Es genüge allerdings nicht, ein guter Alpinist zu fein, man muß auch besondere Kenntnisie des Polareises besitzen, um sich durch das Packeis durchzuschlagen.
Duce, der sie zu Kampf und Sieg aufrufen soll. Ist eS die Sorge um die andere „Italia", die in den Stürmen des Nordpols verschollen ist und um deren Schicksal di», ganze Menschheit bangt, die den Diktator nicht zu to~ kräftiger Abwehr vorschreiteu läßt? Oder ist es berechnende Klugheit, die ihm rät, das Spiel nicht eher zu versuchen, als bis er die bestimmte Gewißheit sieht, daß er es auch gewinnen werde? Auch die Belgrader Regierung tut, von schweren inneren Sorgen bedrängt, nichts, was den Konflikt verschärfen könnte; sehr zur Befriedigung Englands, das in diesem Falle ausnahmsweise einmal sich als Hüter des Friedens bewährt. Nur in Gen^ wie gesagt, ist man schwerhörig und kümmert sich um gar nichts. Dann kann man allerdings die Gründung einer Antilärmliga als ein höchst überflüssiges Beginnen ablehnen. Dr. ^-Y.
Polens neuer Gesandter in Berlin.
Zum Nacdsolkier des jetzt fdicibcnben polnischen Gesandten in Berlin. Olzowski, ist der bisherige polnische Gesandte in Rom, Roman Knoll, ernannt worden. Der Gesandte Dr. Olzowski trug sich schon fett längerer Zeit mit Rücktritts- gebanten. Ob er in der aktiven polnischen Diplomatie verbleiben wird, steht noch nicht fest.
Das Vorgeplänkel der Parteien.
Der erweiterte Reichsparteivorstand des Zentrums beschäftigte sich mit dem Ausfall der Reichstagswahlen. Die Bcsprechuugcn drehten sich in erster Linie um die Möglichkeiten, die agitatorischen und organisatorischen Mängel, die bei der Wahl zutage getreten sind, abzustellèn.
Der Parteivorstand der Deutschen Volkspartei wird in der Mitte der nächsten Woche in Berlin zusammen- treten. Der genaue Zeitpunkt wird erst festgesetzt werden, wenn der Fraitionsführer der bisherigen Reichstags- fraktioii, Minister a. D. Dr. Scholz, uab der Reichswirt- schaftsminister Dr. Curtius nach Berlin zurückgekehrt sind.
Wie besannt wird, hat Reichstagspräsident Löbe nach seinem Besuch beim Reichspräsidenten auch dem Rcichsautzeumittistcr Dr. Stresemann, der noch immer das Bett hüten muß, einen Besuch abgestattet. Bei dieser Gelegenheit wurde auch — natürlich nur inoffiziell -•* über die Zusammensetzung der kommenden Reichs- reatcruna gesprochen.
In Mailand hat sich fernerhin ein Ansswuß ge- bildet, bei ein großes W a s s e r f l u g z e u g für die Suche nach der „Italia" ausrüsten will Das Flugzeug soll bereits in wenigen Tagen nach Spitzbergen starten Außerdem werden drei schwedische Marineflugzeuge b.reitgestellt, die gleichzeitig die „Italia" suchen sollen.
Der Klug Amerika—Australien.
Der größte Atlantikflug, der bisher versucht worden ist, wurde jetzt in San Franzisko unternommen. Es hanoelt sich um den Flug des Aeroplans „Kreuz des Südens" von der Westküste der Bereinigten Staaten nach Australien. Die Entfernung von San Franzisko nach Honolulu beträgt 2400 Kilometer. Von dort wollen die Piloten (zwei Amerikaner und zwei Australier) über die Fidschiinseln und Brisbane nach Sydney fliegen. Der Führer des Flugzeuges ist der Australier Kapitän Charles Kingsford Smith. Nach einer unbestätigten Meldung ist das Flugzeug über dem Pazifik verunglückt und in ein Luftloch geraten.
Oie Polarflieger beim Reichspräsidenten.
Reichspräsident von Hindenburg empfing die Polar- flieger Kapitän Wilkins und Leutnant E y e l s o n. An dem Empfang nahmen der amerikanische Botschafter Schur man und, da der Flieger Witkins britischer Staatsangehöriger ist, der britische Geschäftsträger Yenken sowie Staatssekretär Dr. Meißner teil. Der Reichspräsident beglückwünschte die Flieger zu ihrem großen Erfolg und ihrer bewunderungswürdigen Leistung und ließ sich an Hand von Karten über die Einzelheiten des Fluges und das Ergebnis desselben für die geographische und meteorologische Forschung eingehend b»- richten. Am Schluß der etwa.halbtzündigen Unterhaltung sprach der Reichspräsident den beiden Fliegern den Wunsch und die Hoffnung aus, daß ihnen noch w e i te r e erfolgreiche Flug le istungen und Forschungen beschieden sein mögen.
Gegen die Eisenbahntariserhöhuvg.
Die Fremdenverlehrsorganisationen nehmen Stellung
In Berlin fand anläßlich der Verhandlungen über die Tariferhöhung bei der Reichsbahn eine Sitzung des AuSschusies der größeren deutschen Verkehrsverbände statt.
Der Ausschuß betonte seine grundsätzlichen Bedenken gegen eine Tariferhöhung int allgemeinen, wandte sich dann aber besonders dagegen, daß die beschleunigten Personenzüge und die Eilzüge künftig zuschlagpflichtig sein sollten. Das bedeute für den Pcrsonenkreis, der jetzt die vierte Wagenklaffe benutze, und auf die künftige Holzwagenklasse angewiesen sei, teilweise eine Tariferhöhung von 50 Prozent. Hervorgehoben wurde, daß, nach der Denkschrift der Reichsbahn, die Preise für Zeitkarten der künftigen HolzNaffe nicht höher sein sollten als nie der jetzigen vierten Wagenklaffe. Es dürsten aber, so wurde gesagt, die Zeitkartenpreise der künftigen Polsterklaffe dann auch nicht höher sein als die der jetzigen dritten Wagenklaffe.
Reichsverkehrsminister a. D. Dr. Krohne, Präsident des Bundes Deutscher Verkehrsvereine, wies darauf hin, daß die Frage der Tariferhöhung noch von einem anderen Gesichtspunkte aus bewertet werden müsse. Die Reichsbahn sei verantwortlich für die Tilgung der ihr auferlegten Reparationssumme. Die Tatsache der Tariferhöhung sei für die Frage entscheidend, ob der Dawes-Plan durchführbar sei oder nicht. Deswegen sei seines Erachtens für die Reichsregierung der Zeitpunkt gekommen, sich schlüssig zu werden darüber, ob nicht Schritte mit dem Ziele einer Revision des Dawes- Plancs unternommen werden müßten.
Die Klagen des Ruhrbergbaues.
Tagung in Essen.
In der Generalversammlung des Bergbanvereins und Zechenverbandes in Essen wurde von dem Geschäftsführer Bergasseffor v. Löwenstein ausgeführt, es sei angesichts der Tatsache, daß dem Ruhrkohlenbergbau in den Jahren 1924 bis 1928 eine
achtmalige Lohncrhöhun ohne jeden Preisausgleich ausgezwungen wurde, die eine Mehrbelastung von 1018 Millionen Mark an Löhnen erbracht habe, nicht verwunderlich, daß während dieser Zeit nicht weniger als 6 9 Zechen zum Erliegen gekommen seien.
Im übrigen wäre zu erwarten, daß für die Folge
nur Persönlichkeiten als Schlichter
eingesetzt würden, die frei von politischer Gebundenheit auch das Verständnis für die komplizierten Zusammenhänge deS wirtschaftlichen Organismus besäßen.
Auf dem Gebiete deS Verkehrswesens kam der Referent auf den folgenschweren und enttäuschenden Beschluß des Verwaltungsrates der Reichs bahngesellschaft betreffend Erhöhung dcr Tarife zu sprechen. Man besorge ernstlich, daß die geplante Tariferhöhung, die für die Wirtschaft eine Erhöhung der Selbstkosten und eine weitere Beschränkung der Absatzntöglichkeiien bringen müsse, zu einem Rückgang des Eisenbahnverkehrs und so auch naturnotwendig zu verminderten Einnahmen führen werde. Aus eigener Kraft vermöge die Ruhrkohle den weiteren Kampf gegen die englische Konkurrenz nicht zu bestehen und so sei neben dem Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals auch der Bau des Hansa- kanals heute geradezu eine Lebensfrage für das Ruhrkohlen- gcbiet geworden.