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Fulva, Donnerstag, 7. Juni
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5. Iahrstany
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Kieme Zeitung für eilige Leser
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je Reichsregierung hat die von der Reichsbahngesell- ,„^beantragte Erhöhung der Eisenbahntarife abgelehnt. »-?er Parteiausschuß der S. P. D., der in Köln zu einer «fraulichen Beratung zusammentrat, soll den Beschluß gefaßt in für die Große Koalition im Reiche einzutreten.
5 lauf , ^n Genf richteten bei der Besprechung der polnisch- lmschf „Mchcn Streitfragen die Vertreter Großbritanniens, Frank- chaukrl «und Deutschlands an die beiden streitenden Parteien ein- e L SlW Mahnungen zur Einigung.
. einen Versicherungsbetrugsprozeß will die Staatsanwalt- imd -ii Arnsberg gegen den Arbeiter Kuhr durchfechten, der sich m 40 000 Mark gegen Unfall versichert hat und dem bald ' unter merkwürdigen Umständen ein Bein abgefahren t lorben ist.
™ * Aus die italienische Botschaft in Berlin wurde gestern Md ein Anschlag verübt: es scheint sich um einen kommunisti- I jen Protestakt zu handeln.
lange
* Reichsaußenminister Dr. Stresemann beabsichtigt bereits M Zuni einen Erholungsurlaub anzutreten.
Der sanfte Muffolini.
Zieht man von den Reden Mussolinis über aus- Mge Politik alles ab, was faschistische Stimmungs- Mck oder südliches Temperament ihn sprechen heißen, bleibt ein Rest, der den Vorzug hat, überaus klar und M;veideuüg, gar nicht dunkel, gar nicht „diplomatisch" 5iisein. Unbekümmert um das, was Freund oder Gegner Mt, sagt er feine Meinung. Das hat er auch jetzt wieder getan,als er im Senat seine große Rede über die aué wärti0e Politik und die Stellung Italiens in in Welt gehalten hat. Man kann es verstehen, daß er mit mMeidentigem Stolz daraus hinweist, wie gut diese Lâr>g Italiens sich in den letzten Jahren entwickelt bat. M überallhin sind die Fäden gesponnen, teils Myikils loser, aber Italien ist wirklich eine Weltmacht, bie *bent noch auf eine ziemlich unbedingte Rücken-
durch England verfügen kann.
WmuZ Deutsche an der Rede Mussolinis hefonbere MW; sind natürlich seine Ausführungen über das V™* Verhältnis Italiens zu Deutschland. Er neidet es dabei, die harten und lauten Töne zu 1 - Ehlen, die er namentlich bei dem letzten Konflikt mit ; -Ech-Lsterreich angeschlagen hat und die auch aus -Äschland gemünzt waren. Jetzt klingt es leiser: „Die Ziehungen zwischen den beiden Völkern könnten un- ; Ach viel besser sein, wenn die Sympathie, die in frühe- -«Zeiten zwischen ihnen herrschte und die sozusagen angegeben war, heute nicht eine Einbuße erlitten hätte - H die Handlungsweise gewisser unverantwortlicher ifife, die den grotesken Anspruch erheben, sich in innen« gäsche Fragen entmisten zu wollen." Keine Drohung ji», ivie noch vor kurzem, sondern nur eine Mahnung,
freilich ganz unberechtigt ist. Hierin stößt eben der ■ Attische Chauvinismus zusammen mit der ^dee des - iiderheitenrechts namentlich auf kulturpolitischem Gelcie, ein Recht, das man ja auch als eine Frucht — und als eine gute — des Weltkrieges betrachten sollte, snn e n p o l i t i sch e n Fragen Italiens gehen uns âiß nichts an und ob nicht die Sympathie, die zwischen beiden Völkern in früherer Zeit wirklich bestanden eine tiefe, immer noch nicht verharschende Wunde ' M Wagen erhielt durch den Treu bruch Italiens /3ei, Wend des Weltkrieges und den Griff nach den beut« Le Siu ?en Gebieten Südtirols, darauf hinzuweisen ist für enischland ja selbstverständlich, wird aber bei dem Wittwen Italien niemals auf Verständnis stoßen.
, Zurückhaltend äußert sich Mussolini dann auch noch °« die zukünftige Gestaltung des deutsch-italie- M Wit Verhältnisses. Er wünsche, daß jene „Wolken" stm H Weiten hiögen, denn bann könnte die Zusammenarbeit M Eschen den beiden Völkern schon allein auf wiAschaft- W Gebiete ausgezeichnete Ergebnisse herbeiführcn. U W der Verbeugung, die er dabei Deutschland auch Ul Wh des her glichen Empfanges des Gene - I : "'s Nobile in Stolp macht, ändert dies nichts an r ? Tatsache, daß gerade in den deutsch-italienischen Wirt- ^Beziehungen Deutschland weit mehr der gebende als ) ^ nehmende Teil ist und daß unserer Ausfuhr nach
8 , 'èn immer stärkere Hemmnisse in den Weg gelegt wer-
A ? Zielt doch die gesamte italienische Wirtschaftspolitik
, W eine weitestmögliche Ausschaltung jeder Abhanglg- vom Ausland und das führte zu immer neuen Aus- Versetzungen selbst mit solchen Staaten, mit denen M Handelsverträge abgeschlossen hat. „ _ f zweierlei noch ist bemerkenswert bei der Rede Musso- Uber die Beziehungen zu Deutsch-Österreich gleitet L' emc: kurzen Handbewegung hinweg, obwohl man r gartet hatte, er würde auf die jüngsten Vorkomm- S Juèbruck noch näher eingehen. ..
L hM auffallender aber ist seine unzweloeutlge A Verklärung gegen die 8^ledensver- ? o n Trianon, die einst die Entente den wichen Staat auferlegte. Gleich damit im I !t S”^11^ sprach Mussolini auch mit stark betonter ■ lito' 1 ^^it über die „greifbaren Beweise der Italic« L Frenndschaft" d e den Bul "ren erwiesen 4 Bulgarien könne auf diese breunbfW auch ♦ Ä 1 st rechnen. Dort der Vertrag von Trianon und , oiL / von Neuilly - da liegt die entsprechende Schluß- o»\^ auf Versailles denn doch allzu nahe, und ichnin ^^sschluß allzusehr ins lebendige Fleisch gc- S l'abe und "das èin besseres Schicksal verdiene, kbZLML
1 den anderen Ententestaaten viel Aufsehen machen
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Erregung in Genf
Der ewige Streit um Wilna. I
A u s s ch u ß b e r i ch t über Szt. Gotthardt.
In der dritten öffentlichen Sitzung des Völkerbund-
rates verlas nach einem kurzen Geplänkel, das Zaleskis Ernennung zum Berichterstatter in der albanischen Minderheitsbeschwerde betraf, der holländische Außenminister B e e l a e r t s seinen Bericht über dèn Stand der polnisch-litauischen Verhandlungen. Der Bericht besagt im wesentlichen, daß trotz der erfreulichen Aufnahme direkter Verhandlungen leider festgestellt werden müsse, daß diese Verhandlungen, die der Rat für das gute Einvernehmen und den davon abhängigen Frieden zwischen den beiden Ländern als un- | erläßlich bezeichnet habe, noch zu keinem Ergebnis geführt hätten und sich ohne nennenswerte Fortschritte hinzögen. ; Im Anschluß daran nahm Litauens Ministerpräsident Woldemaras das Wort, um sich wieder über polnische Schikanen zu beschweren, worauf, was vorauszusehèn war, der poluifche Außenminister Zaleski alle diese Beschwerden als unbegründet zurückwies. Und nun kam
der große Moment:
Chamberlain erhob sich.
Zuerst floß seine Rede sanft und milde dahin. Väterlich mahnend und nur ein bißchen strafend wandte er sich ab die streitenden Parteien, denen er freundlich zur Einigung und Einigkeit zuredete. Der Bericht des holländischen Berichterstatters über die Verhandlungen Hütte ihm eine schwere Enttäuschung bereitet. Man sei ja eigentlich nach so langen Verhandlungen noch nicht einen einzigen Schritt weitergekommen. Nach dieser resignierten Einleitung donnerte Austen Chamberlain, an Woldemaras persönlich sich wendend, los:
. „Ich möchte Herrn Woldemaras dringend bitten, etwas mehr Mäßigung und Versöhnlichkeit zu beweisen, und zwar jene Versöhnlichkeit, ohne die bet Völkerbund nicht bestehen kann. Gewiß ist Litauen eine kleine Natron und hat deshalb doppelten Anspruch aus die Sympathien aller Ratsmitgkieder. Aber ein kleines Land darf auch diese Sympathien nicht mißbrauchen, um sich Provokationen gegenüber größeren Ländern ungestraft zu leisten. Die Enttäuschung des Rates müßte sehr groß sein, wenn er nach abermals drei Monaten erfahren sollte, day wiederum in den Verhandlungen kein Fortschritt erzielt worden sei. Denn der Rat hat doch schließlich die Aufgabe, auch in jener Gegend der Welt den Frieden herber- zuführen und zu stabilisieren "
Nach Chamberlain sprach in noch schärferem Tone der französische Natsdeleaierte Paul-Bo ucour, der eine Art „befristeten Ultimatums" empfahl und, wenn auch das nichts nützen sollte, eine „andere Lösung" als Menetekel an die Wand malte.
Deutschlands Delegierter, Staatssekretär von Schubert, schloß sich zwar dem allgemeinen Bedauern über die geringen Fortschritte der polnisch-litauischen Ver- Handlungen an, wollte aber auch die Schwierigkeiten anerkannt wissen, die gerade bei neugegründeten Staaten und angesichts der ganzen Vorgeschichte in diesem Falle zweifellos bestünden. Er gab dann der Hoffnung Ausdruck, daß es in nicht zu langer Zeit gelingen werde, die Schwierigkeiten wenigstens teilweise zu überwinden.
Zum Schluß gab es dann noch lebhafte Wortgefechte, an denen Chamberlain. Belaerts, Woldemaras und Zaleski beteiligt waren und die damit endeten, daß der Rat beschloß, die Beschlußfassung über die ganze polnisch-litauische Angelegenheit auf feine nächste Sitzung zu vertagen.
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AeberrafchendesIniermezzo imSzt -Gotihard-Fall
Der Bericht des Dreierausschusses des Völkerbund- rates über die Ergebnisse der Untersuchung des S z e n t - G o t t h a r d - Z w i sch e n f a l l e s, der vom Generalsekretariat des Völkerbundes streng geheim- gehalten wurde und erst bei Beginn der Erörterung deÄ Berichtes im Rat veröffentlicht werden sollte, ist zur allgemeinen Überraschung von einem Genfer Blatt i m Wortlaut veröffentlicht worden.
Wie aus der Veröffentlichung ersichtlich ist, ergaben hie Erhebungen der Rüstungssachverständigen, daß die Maschinengewehrbestandteile der beschlagnahmten Sendung von Maschinengewehren von der Firma Schwarzlose herrühren, daß jedoch wesentliche Be-
standteile wie Läufe, Kühler usw. fehlen. Es handelt sich um Material, das bereits vor oder während des Krieges bergestellt wurde. Der Bericht stellt fest, daß die Zerstörung in ausreichendem Maße erfolgt und jedes praktische Risiko der Verwendun
zu Kriegszwecken ausge- . .eRegierung habe sich bei ihrem Vorgehen streng nach den Vorschriften des Bahnverkehrs und der Verzollung gerichtet, jedoch anscheinend die Feststellung des wirklichen Empfängers des Materials nicht für notwendig gehalten. Die Erhebungen hätten nicht den Beweis dafür ergeben, daß das Material nicht dazu bestimmt gewesen sei, das ungarische Gebiet stiieder au verlassen.
schaltet sei. Die u n g a r
und ein entsprechendes Echo finden. Die besonders scharf betonte ungarisch-italienische Freundschaft in einem Augenblick, da in Genf die Optantenfrage und die „tragikomische ezpisode der Zerstörung der Maschinengewehre" behandel- werden soll, wirkt womöglich noch auffallender, kenn- zeichnet aber die Stellung, die Mussolini dem Völkerbund gegenüber einnimmt. *
Das Berliner Scho der Mussolini-Rede.
Die letzte Rede Mussolinis vor dem Senat hat in Berliner politischen Kreisen beträchtliches Aufsehen erregt. Der allgemeine Eindruck der Rede wird als befriedigend bezeichnet und es wird darauf hingewiesen, daß ihr Ton sich durch Voranstellung staatspolitischer Erwägungen auszeichne. Allerdings glaubt man den Teil der Rede der sich offensichtlich auf Südtirol bezieht und in dem Mussolini davon spricht, daß unverantwortliche Kreise in Deutschland sich in innenpolitische Angelegen^ heiten Italiens einmischten, nicht unerwidert lassen zu dürfen. Es wird darauf hingewiesen, daß mit dieser Südtiroler Frage, wie Mussolini bekannt sein dürfte, nicht nur unverantwortliche Kreise Deutschlands sich beschäftigen. Die italienische Regierung Pflege ja auch für ihre Minderheiten amtlich einzutreten. Man brauche habet nur an das Eintreten der italienischen Regierung für ihre Minderheiten in Malta, Tunis, Algier, Cypern und sonstwo zu denken.
Steinwürfe auf die Berliner italienische Botschaft.
Gestern abend wurden im Hause der italienischen Botschaft von Unbekannten, die in einem Auto vorfuhren, 5 Fensterscheiben eingeworfen. Von den Polizeibehörden wurde sofort Polizeischutz für die Botschaft und für das Konsulat gestellt.
Ueber den Zwischenfall vor der italienischen Botschaft ergaben die Ermittlungen, daß gegen 9.30 Uhr ein Privatkraftwagen, in dem 6—7 junge Männer von südländischem Typus saßen, vor dem Botschaftsgebäude hielt. Im selben Augenblick sprangen die Insassen aus dem Auto heraus und warfen mitgebrachte Steine gegen die Fenster des Botschaftsgebäudes, worauf das Auto davonfuhr. Nach der Bekundung eines Passanten soll sich auch eine Gruppe von fremdländischen Fußgängern, sämtlich mit grünen Hemden bekleidet, an dem Steinewerfen beteiligt haben.
Der Anschlag ein kommunistischer Protestakt?
Die „Rote Fahne" überschreibt ihren Bericht über den Anschlag auf das Gebäude der italienischen Botschaft mit den Worten: „Die Fenster der Mussolini-Botschaft zum Protest zertrümmert!" Das kommunistische Organ, das
den Anschlag mit der
___kommunistische Organ, das Verurteilung von italienischen langjährigen Zuchthausstrafen in
Kommunistenführen zu
Zusammenhang bringt, berichtet, daß man nach der Tat am Boden Flugzettel mit einem Aufruf „Rieder mit Mussolini!" und der Aufforderung fand, sich am Freitag an der Amnestie-Kundgebung im voortpalast zu beteiligen.
Tagung öes sozialhemskraiLschen Marieiausschuffes.
Für die Koalitionspolitik.
Der Parteiausschuß der Sozialdemokratischen gartet trat im Volkshause in Köln zu einer vertraulichen Sitzung zusammen. Die Verhandlungen, über deren Ergebnis eine parteiamtliche Verlautbarung ausgegeben werden soll, wurden durch ein Referat von Hermann Müller- Franken eingeleitet Der Parteiausschuß befaßte sich, wie es heißt, mit der Frage, ob die Voraussetzungen für eine K o a l i t i o n s p o l i t i k der S. P. D. gegeben seien. Auf Grund der Beschlüsse des Ausschusses wird die Reichstagsfraktion der S. P. D. endgültig beschließen, in welcher Form und von welchen Persönlichkeiten die Koalitionspolitik geführt werden soll für den Fall, daß der Reichspräsident die Sozialdemokratie mit der Regierungsbildung beauftragen sollte.
Es wird behauptet, daß die S. P. D. die Absicht habe, Hermann Müller als Reichskanzler, Severing als Reichsinnenminister und Hilferding als Reichsfinanzminister vorzuschlagen, und daß sie darüber hinaus noch zwei weitere Ministersitze beanspruche.
S. P. D. zur RegierunObildung bereit.
Köln Der sozialdemokratische Partciausschufr nahm narb mehrstündiger Beratung folgende Entschließung an: In dem Ergebnis der NcichstagSwahlen hat das deutsche Boll den B-lllen bekundet, daß die Sozialdemokratie die Führung 6c* der Regierungsbildung übernimmt. Der ParteiauSschuü er- klär, sich damit einverstanden, daß die Fraktion die notwendigen Verhandlungen hierfür einleitet.
Wie die „Vossische Zeitung" meldet, wird Reichstagspräsident Löbe, der an der Kölner Tagung des sozialdemokratischen Parteiausschusses teilgenommen hat, am Freitag vom Reichspräsidenten neuerlich empfangen werden. Der Empfang Müller-Frankons durch den Reichspräsidenten ist erst auf Sonnabend angesetzt.