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ul-aer Anzeiger

A^âint jeden Werktag. Bezugspreis: monat- A ? Mark. Bei Lieferungsbehinderungen durch Where Gewalten", Streiks, Aussperrungen, Ehnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine ^spräche. Verlag Zriedrich Ehren klau, Kulüa, ^tglieS des Vereins Deutscher Zeitungsver- ^. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Htaéooo

Tageblatt für Rhön unö Vogelsberg Zulöa- und Haunetal »Iulöaer Kreisblatt

Reöaktlon unö Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 §ernfprech-^nfchluß Nr. 989

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FuLva, Dienstag, 12. Juni

5. Sa^rgong

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Kleine Zeitung für eilige Leser.

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nen feinte morgen um 9.45 Uhr empfing Reichspräsident von i bot Kirburg den Reichskanzler Marx, der ihn formell von dem

le M stritt des aLnietts in Kenntnis letzte. Im Anschluß an âcigtci (yejpre^ung empfing der Reichspräsident Den Abg. Müller-

Die D-Zug-Katastrophe bei Fürth

ten und erteilte ihm den Auftrag zur Bildung der neuen

tronn» " llhive, -l"âg.

, «Die Zahl der Todesopfer bei Dein furchtbaren Eifenbahn- uffjiL iiilk in Bayern hat sich auf 24 erhöht.

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' Zn vielen Gegenden Deutschlands richteten Unwetter be tenben- Schaden an.

Die Funksprüche derCitta di Milano" mit der Besatzung verunglücktenItalia" werden fartgesetzt. General Nobile nit 6 Begleitern in Richtung auf dieBragunza" unterwegs.

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Dèe Fahrt in den Tod

hetzender, immer schneller ivird das Tempo des itiis und wie ein Lied aus längst verklungenen Zeiten fillio« U uns die Erzählungen einer uodj jetzt lebenden innen ^ralion über Postkutsche und Stellwagen an. Und

24 Tote- über 109 Verletzte. ]

Hierzu erfahren wir noch folgende Einzelheiten:

200 Meter hinter der Station Siegelsdors entgleiste der Schnellzug D 47 MünchenNürnbergWürzburg FrankfurtKöln auf freier Strecke und stürzte den Damm hinunter. Die Folgen waren entsetzlich. Die Lokomotive stürzte die 1 0 Meter hohe Böschung hinab, überschlug sich und blieb mitsamt dem Tender in Richtung Nürnberg, tief in das Erdreich eèngcbohrt, liegen. Der nachfolgende Gepäckwagen blieb auf dem Bahnkörper stehe»l, während die nächsten fünf Personenwagen um­fielen, zum Teil ineinandergcschoben und völlig zertrüm­mert wurden. Der mittlere Wagen ist gänzlich durch­geknickt, so daß die beiden Hälften nebeneinanderliegen.

Die Unfallstelle bietet ein Bild schrecklicher Ver- , Wüstung. Auf dem Bahnkörper steht noch ein Packwagen, der etwa 80 Meter in der Richtung nach Würzburg weiteraerollt ist.

daß die Katastrophe die Folge eines Eingriffs von außen her war und daß verbrecherische Hände bei der Herbeiführung des tragischen Ereignisses mitgespielt haben. Die Krinlinalbehörden haben nach dieser Richtung hin die Nachforschungen ausgenommen und stützen sich da­bei auf Wahrnehmungen bereits vernommener Augen­zeugen sowie auf die Aussagen des Eisenbahnpersonals, tvonach die Strecke vollkommen in Ordnung war.

Der Chef der Reichsbahndirektion Nürnberg, Reichs­bahnpräsident Käppel, äußerte sich dahin, daß man vor einem absoluten Rätsel stände. Der D-Zug darf auf der Strecke, auf der sich das Unglück ereignet hat, mit 80 Kilo­meter Geschwindigkeit fahren und hat diese Stelle in diesem Tempo täglich ohne die geringste Schwierigkeit passiert. Daher liegt der Gedanke an ein Attentat leider sehr nahe.

Gegenüber der Meldung eines Berliner Morgenblattes über die mutmaßliche Ursache wird an zustairdiger Stelle der Reichsbahndirektion Nürnberg betont, daß bis jetzt eine mutmaßliche oder bestimmte Ursache der Zugentgleisung

K füllt mitten hinein in dieses Hetzen und Vorwärts- Wien über Länder und Meere die Kunde von einem

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MN Verkehrsunglück. Mitten hinein greift der Tod d zerschmettert ein paar Dutzend Menschenleben, schlägt liilcinbeé Eisen, brühend heißer Dampf tiefe Wunden, ei ist es nicht aufgeklärt, wodurch das jüngste Eisern ungliirf verursacht wurde, ob ein Attentat wie bei iietbe, ob Unvorsichtigkeit oder einBetriebsunfall" vci Nutzend Menschen dem Tod in die Arme warf. In ii Wn Monaten haben ja auch verschiedentlich Flug- iiflfüÄe Menschenleben vernichtet, nur in viel revteui Ausmaß krachte der Zug bei Siegelsfeld die iösMbes Eisenbahndammes hinunter.

i fas Zeitalter der Technik machte den Menschen zum

Anin i M Mm H i M. rauft

^A' ac^altigeten Beherrscher der Naturkräfte aber

M unbedingten Gebieter. .Immer und immer ter rech sich vir Natur eurppr und trifft in hartem, .lsmem Schlage jene, die ihr die Fesseln des Sklaven liegen wollen. Ein Zufall vielleicht nur, eine kleine Süssigkeit macht den Sklaven frei und die Leichen ir Menschen, die er vernichtete, liegen ant Wege.

In Harter Konkurrenz kämpfen heute Eisen- >hl, Auto, Luftfahrzeug gegeneinander, sucht jeder den ton 8U überbieten, nicht zuletzt durch Schnelligkeit. Die Asanten Zeiten der Vorkriegsjahre sind vorbei, als es ^n der Eisenbahn ein irgendwie konkurrierendes Ver» Rittet noch nicht gab und die Einnahmen des Stagtes eii M ie ihr eine breit dahinfließende Geldquelle waren. Das aus bi! rnders geworden, auch die Eisenbahn muß m i t a l l e n ; Atteln den Konkurrenzkampf mitmachen.

"bist dabei belastet durch die Riesenverpflichtungen des lNvcs-Vertrages, der ihr enge finanzielle Fesseln anlegt. « mit Mühe konnte sie es z. B. durchsetzen, daß endlich tBerliner Stadtbahn elektrifiziert wird, und die Auscin- - -, Ersetzungen mit dem Reichskabinett über die T a r i f»

Höhung sind längst noch nicht abgeschlossen. Früher !" die Reichsbahn der größte Auftraggeber im deutschen «schaftsleben; damit ist es jetzt längst vorbei, weil zu ^oft die Verpflichtung steht, 650 Millionen an Re- 'lelionsleistungen aufzubringen und dazu 290 Millionen ber Verkehrssteuer. Wieviel dann noch für eine Mernisierung des Verkehrsapparates übrigbleibt, kann 1011 aus dem Plan der Tariferhöhung entnehmen, der ja w das drohende Defizit vermeiden lassen nnd neue "ltel zum Ausbau, und zwar zu einem dringend not- das' Wigen Aitsbau des Betriebes hereinbringen will.

1 Aufs tiefste erschüttert die Kunde von dem furchtbaren Mil bei Siegelsdorf, aber das soll doch auch nicht ber- M machen, daß auf den deutschen Eisenbahnen der- ^e Uttglücksfälle angesichts der Riesengröße des ganzen 'Uebes und der Dichtigkeit des Eisenbahnnetzes gottlob dcu g r ö ß t e n Seltenheiten gehören. Alles ist ' Menschenwerk und Menschen sind es und bomben es, k m der Leitung und Durchführung dleses Botrrebes 7"fig ganz unentbehrlich sind. Atenschen mit extern âiO »enblicklichen Schwächen. Meist bleiben sie ra auch rt bK ersten Opfer.Vieles Gewaltige lebt, singt ein

' griechischer Dichter,und nichts ist gewaltiger als Keusch" vis sich einmal die Natur ivider ihn erhebt.

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. Der Aeichshaushalt

an5el (jeiten des Rechnungsabschlusses. UM einer Übersicht des Reichsfinanzministeri,uns leg N e i ch s e i n n a h,n e n u n d - a u S g a b e n un ivn^Miahr 1927, die einen Überschuß von 338 MU ^sj 1 Äèark ergeben setzen sich die E i N N a h m e N nc E^vn 9 677,3 Millionen Mark wie folgt zuwmmen. pr gAeuern, Zöllen und Abgaben 8 490 3, aus der Munz-

iHKHÄwmjÄ Hy,4 D . sachliche Ausgaben " I^I ' «r o Anleihe- ife 's^Ä

'"' Acharationszahlu^ 831,7, Sonst, ges 60j.

Das Chaos an der Unglücksstelle.

Neun Personen wurden sofort getötet. Weitere fünf­zehn erlagen ihren Verletzungen nach der Einlieferung in die Krankenhäuser. Die Zahl der Schwerverletzten be­trägt fünf und elf Leichtverletzte wurden in Kranken- bäuser gebracht. Außerdem hatten gegen 115 Personen Schnittwunden, kleinere Prellungen und Quetschungen davongetragen; diese konnten nach Anlegung von Not­verbänden an Ort und Stelle ihre Reise fortsetzerr.

Die Verunglückten stammen zum größten Teil and Bayern In dem Zuge befände» sich zahlreiche Enen- bahubeamte, die einen Lehrkursus mitgemacht hatten und ben schnellen v-Zug zur Heimfahrt benutzen wollten.

Das Unglück, das zur Nachtzeit erfolgte, loste eine vollkommene Panik aus. Aus dem uubeschadlgten, aus dem Gleise stehenden Schlafwagen sprang ein Rcl,cnver im Hemd heraus und irrte wie geistesabwesend vor Schreck umher. Eine Frau sprang mit ihrem Kinde aus einem der Wagen nnd lief wie wahnsinnig davon Zu­nächst vermutete man sie unter den Toten, doch stellte sie sich später wieder ein.

Der Rettungsdienst

bzw das Herbeirufen der Hilfs- und Gerälewagen hat tadcUos funktioniert. Die zu her, Unsallstelle führenden Straßen und Wege sind mit Antos, Motorradfahrern und Tausenden von Neugierigen bevölkert. Landespolizei und Gendarmerie haben die Slbfperrung der Unsallstelle übernommen. Groß ist natürlich die Zahi der nach der Unsallstelle eilenden Berufs- und Amatcurphotographen.

Oie Ursache ungeklärt.

Eine aus Beamten der Staatsanwaltschaft und aus technischen Beratern der Reichsbahn bestehende Kom­mission ist zurzeit an der Stätte des erschütternden Un- olücks damit beschäftigt, Ermittlungen anzustellen. E» ist die Annahme noch immer nicht von der Hand zu toetjen,

3m Packeis gefesselt.

DieItalia" -Mannschaft funkt weiter.

Die Fmilsprüche des HilfsschisscsCitta bi Milano" mit General Nobile haben nun den Standort der zwangs- weisen Landung derItalia" mit ziemlicher Sicherheit er­geben. Danach befindet sich dieJtalia"-Mannschast auf dem 80. Grad 15 Minuten nördlicher Breite und 22 Grad östlicher Länge. Aus einem weitcrell Funkspruch hat man erfahren, daß die Besatzung in z w e i Gruppen geteilt mit dem Eise treibt und alles tut, um näher ans Land zu kommen. DieItalia" ist durch Eisbildung an der Außenhaut nach ihrer Rückkehr vom Nordpol zum Niedergehen gezwuuge,l und bei dem Lendungsversuch vollkommen zerstört worden. Die Stützen der Gondel, ht der sich Nobile und sieben weitere Mitglieve'- der Besatzung befanden, schlugen auf daS Eis auf. Hiccbcc' wurden Mei Pcrsoueu verletzt. Die übrigen Mitglieder der Besatzung, die sich während diesdr Zen in den Mo-

noch nicht habe festgestellt werden können. Die in der Mel­dung ausgesprochene Vermutung, daß ein Erdrutsch die Katastrophe herbeigeführt habe, liege außerhalb des Bereichs der Möglichkeit. An der llnfaUftelle wurden am Sonnabend noch Ausbefferungsarbeiten vorgenommen. Als letzter Zug vor dem verunglückten D. 47 passierte der Luxuszug die Unglücksstelle, ohne daß irgend etwas bemerkt worden wäre, was auf eine schadhafte Stelle im Gleis oder Bahndamm hätte schließen lassen können.

Nach einer weiteren Meldung liegt doch ein Dam m« rutsch im Bereiche der Möglichkeit. Das in dem drei Stationen von Siegelsdorf gelegenen Neustadt a. d. Aifch erscheinendeNeustädter Anzeigsblutt" schreibt über die Ursache folgendes: In verschiedenen Berichten ist zu lesen, daß das Unglück möglicherweise auf ein Attentat zurück­zuführen sei. Demgegenüber stellen wir fest, daß eine An­zahl Personen von hier und Umgebung, die am Samstag nachmittag mit dem beschleunigten Perionenzug die Strecke befuhren, übereinstimmend zum Teil schon am Samstag nachmittagerzählten, daß an der UnMcksstellc von den Fahrgästen ein starkes Schwanken und stoßen des Zuges bemerkt wurde, sc daß die Gepäckstücke aus den Netzen ge­worfen wurden. Es ist sogar daran gedacht worden, die Notbremse zu ziehen, und die Passagiere waren heilfroh, als sie an ihrem Bestimmungsort Neustadt angekommen waren. Der Damm wurde vor einem Jahre verbreitert, um, wie man hört, die Kurve zu verflachen. Vielleicht hängt das Unglück mit den Arbeiten an dieser Stelle zu­sammen.

Der Neichspräsideirt, der R-ttchsverkehrsmln.ister und zahlreiche andere hohe Beamte haben Dr. DorpmMer als dem Generaldirektor der Reichsbahn ihr Beileid zu der Eiscnbahnkatastrophe cmsgedrückt.

torcugondcln aufhieltcn, trieben einige Kilometer weit nach Osten ab. Eine Verständigung der beiden Gruppen untereinander war aber bald nach dem Unfall möglich.

Kapitän R i j s e r Larsen ist zu dem Dampfer Hobby" geflogen und wird mit Lützow-Holm versuchen, dieItalia"-Mannschaft zu finden. Er hat zunächst einen russischen Eisbrecher dringend angefordert, der der Mann­schaft gleichfalls zu Hilfe kommen soll.

Die schwedische Hilfs expediti on hat ihre ursprünglichen Dispositionen trotz der Funksprüche Nobiles nicht geändert, da sie sich gegenüber allen bis- berigen Meldungen sehr skeptisch verhält. Das italienische Lüftfahrtministerium hat die sofortige Entsendung eines zweiten Flugzeuges nach Kingsbay angeordnet. Für die nächste Zeit ist cs, selbst wenn die Mannschaft auf­gefunden werden sollte, nur möglich, ihr Lebensmittel, Schlitten und wichtiges Rüstzeug vom Flugzeug aus ab- zuwerfen, derer sie.für eine Rettung benötigt. Eine Landung des Flugzeuges auf dem Packeis erscheint als. zu schwierig.