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Kleine Zeitung für eilige Leser
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' Im Reichstag fand die Wahl des Präsidiums statt Zum Mswgspräsidenten wurde wieder Abg. Löbe (Soz.) gewählt-
- 5er Preußische Landtag hat das gegen die Regierung von „ Kommunisten enigebrachte Mißtrauensvotum abaelcb.it 1 Landtag vertagte sich aus den 10. Juli.
«Jet bereits mehrmals totgesagte PMauMoiè in einer iféaft an seine Truppen, daß er 'sich auf dem Wege der ie|uiig befinde.
' Hoover ist in der ersten Abstimmung des repuWitanMen Wmlkoiivcnts zum PrästdeutschLftsNndidaten nominiert *it.
Ä $ Verhandlungen «Sein-
Wer die Regiernngsbildong.
5mc Erklärung des preußischen Ministerpräsidenten.
Der vom Reichspräsidenten mit der Neubildung der egierung beauftragte sozialdemokratische Abg. Müller- anlen hat seine Besprechungen mit den Parteien sort- W. An den Verhandlungen nahmen die Führer der ii bie Neubildung der Regierung in Aussicht genommen Parteien teil. Im Mittelpunkt der Erörterungen ich das Problem der Regierungsumbildung in Preußen, ins bie vor allem die Deutsche Volkspartei großen °ni legt. ' '
Abg. Müller-Franken hat dem preußischen Minister- Äsidenten Dr. Braun den Wunsch der Deutschen Volks- Min vorgetragen. Wie es heißt, soll auch er sich für
NN kl. M Umbildung der preußischen Regierung ausgesprochen cherzi! Ilibrn. Dagegen steht der preußische Ministerpräsident
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Smun auf dem Standpunkt, daß die preußische Regierung es grunbfäglid) ablehne, sich von den Parteien des Reichs- PO eine Umbildung des neuen preußischen Kabinetts vorschiübm zu lassen. Damit würde ein verhängnisvoller Präzedenzfall geschaffen. Etwas anderes sei es ‘ ^tätlich, aus staatspolitischen Gründen die Große Koa- Mon <nidj in Preußen herzustellen, woraus er bereits in ' der Regierungserklärung auch im Landtag hingewiesen iw.
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. jur Überwindung der jetzt vorli-genden Lchiyierrg- mten wurde es als zweckmäßigster Weg bezeichnet, wenn ’lc Parteien des Reichstags sich mit den Fraktionen des. preußischen Landtages in Verbindung setzen würden, um
bett preußischen Regierungsparteien Erklärungen zu meichen, die keinen Zweifel an dem ernsten Willen der Achisch enRegierung aufkommen lassen. Diese Schritte "Menn auch tatsächlich erfolgt und man glaubt, daß der Punkt in der Regierungsbildung des Reiches bereits schritten ist. Die Deutsche Volkspartei wird sich, wie Mt, mit der Erklärung zufriedengeben, daß eine Um« , m9 der Regierung in Preußen für den Herbst in Aus- genommen ist.
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Eine Lltlndgebupg des Stahlhelms.
-ie Buudesleitung des Stahlhelms hat eine Kund- ^n9 erlassen, in der sie die Erwartung ausdrückt, daß ^i den. Verbände gehörenden Abgeordneten der Parole “ âmdeslèiWng folgen, d. h. sich nicht an einer Regie- "Moalitiou mit den Sozialdemokraten beteiligen. Die E'^tags- und die Landtagsabgeordneten, die Mitglieder Stahlhelms sind, haben eine kurze Besprechung ab- M^j, in der sie sich mit der erwähnten Kundgebung Astigen. Es wurde beschlossen, zunächst mit der '"wesleitung in Verbindung zu treten und den Versuch wachen, eine Klärung dieser Angelegenheit hcrbei- "wylcg.
U U V er «<- -fette» rtvvkt, I, eine Stadt rna^ Porter, Ruia-
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Die Stimme aus der Eiswüste.
, â einsamen Norden treiben Nobile und die Seiiren. « Natur erhob ihre Hand, griff nach seinem Luftschiff w zerdrückte es. Die Wunderwerke moderner Technik fochten es nicht, Herr 31t werden über die Hindernisse, i ^llcn die Polarnatur entgegentürmte. Jetzt kämpfen / 'vrdpolfahrer auf treibenden Eisschollen um ihr J"- Nur von einer der drei Gruppen, in die sie da-- auscinanderwarf, weiß die Wett. Wrc tauge « leiser und immer leiser ivirb die Stimme de - Apparates, der allein noch eine Brücke darstellt von ^^reibenden Eisscholle hinüber jur warmen, fühlen- hilfsbereiten, aber vorläufig immer noch »licht Mich hilfebringenden Welt. Es gcschleht allerlei aber 2 nichts Entscheidendes. Und jeder Tag macht das h . "ngswcrk schwieriger, die Lage der, Schrffbruchlqen Totter. Man versucht zu helfen, nber umner lauter M en bte Stimmen der Sachverständigen, daß bt •- Ä völlig systemlos und ohne Emsetzungder .lleck- U NNgsteu und wirklichen Erfolg bcrfprccbcnben Mitteler
®nn- der „allein" das Retttingswerk die Weg è'vollte. rasch zum Schweigen gebracht und die Re ^nngm aller dafür in Frage kommenden Volker haben 2(^11 die Mittel der modernen ^e,f versagen und man zu jenenprimitiven HUsswerk- ^B^ ülè 9eben unb ^ob 'erÄüserforscher von ber %!? der vor den Schlittert gespannten Hunde abhura. Aber ist alles was für Nobile und die Sernen gejchah, 36” «>--!-» -u.d darum -rsch-».' » »• ^' ^«?^um zu seiner Rettung nicht zweckmäßigere ^unasvollere Mittel eingesetzt Wfrb<n w u
Tageblatt für Rhön unö Vogelsberg Zulüa- unö Haunetal ♦ Zulöaer Kreisblatt
Redaktion und Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 ❖ Zernsprech-Mnschluß Nr. 989 NachüruL -er mit * versehenen Artikel nur mit citzrellenangobe.IulSaer ffnzrigrr'gessottct.
r^ulda, Freitag, 15. Juni
SchViknze Wahl des MßsttMëMns
Die neuen Reichslassprâsidenten
Kampf m i t dem Stimmzettel
(2. Sitzung.)
CB. Berlin, 14. Juni.
f _ Die Sitzung wurde wieder von dem Alterspräsidenten Bock eröffnet. Das Haus schritt sofort zur P r ä s i d e n t e n w a h l. Abg. Dittmann (Soz.) schlug als Reichstagspräsidenten den sozialistischen Abgeordneten Löbe vor.
Abg. von Guèrard (Ztr.) beantragte Wahl durch Zuruf.
Abg. Stöcker (Komm.) verwies auf den Anspruch der !kommunisten auf den Posten des dritten Vizepräsidenten und tvarf den Sozialdemokraten vor, daß sie diesen Älnspruch entgegen ihrer Haltung in früheren Fällen streitig machen wollten. Die kommunistische Fraktion werde deshalb den Vorschlägen der übrigen Parteien als Protest demonstrativ eigene Vorschläge entgegenstellen.
Abg. Dr. Frick (Nat.-Soz.) erhob Widerspruch gegen eine Wahl durch Zuruf. Es mußte also die Wahl durch Stimmzettel erfolgen.
Die Herren des Hauses.
3. Vizepräsident Graef (Dtn.).
2. Vizepräsident von Kardorff (D. Vp.k
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Die Abstimmung ergab die Wahl des Abg. Löbe R e i ch s t a g s p r ä s i d c n t c » mit 318 Stimmen. 46 ich waren auf den Abg. Thälmann (Komm.), 11 Stim-
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Stimmen waren auf den Abg. Thölinaun (Komm.), 11 Stimmen auf den Abg. Dr. Frick (Nat.-Soz.) entfallen. 70 Stimmen waren ungültig, da die Deutschnationalcn weiße Zettel abgegeben hatten.
Abg. Löbe übernahm sofort das Präsidium und begann mit dem Danke für die Wahl die Versicherung zu verbinden, daß er sich bemühen werde, die ihm übertragene Aufgabe vollkommen zu lösen. Als solche sehe er an die
Wahrung der Wurde des Parlaments
(lebhafter Beifall und Zurufe bei den Kommunisten), Förderung seiner Arbeiten und Unparteilichkeit nach allen Seiten. Die Zusammensetzung des Hauses, so fuhr der Präsident fort, hätte wesentliche Änderungen erfahren. 130
alles nach der „Los Angeles', dem früheren „Z. R. UI", der allein imstande sei, infolge seines großen Aktionsradius und seiner Motorenkraft den Weg zu den Ober- lebenden der „Jtalia' zu finden. Sonderbar ist es ge« wiß. daß gerade Amerika wenig oder nichts tut, um den Schiffbrüchigen im Eismeer zu helfen. Angeblich sollen jetzt auch englische Großflugzeuge, namentlich solche deutschen Ursprungs, eingesetzt werden, aber das geschieht auch erste viele Wochen, nachdem die Gewißheit vorlag. daß Nobiles Expedition in den Schneewüsten ber _ Arktis gescheitert war.
Verkannt werden darf natürlich nicht, daß die Hilfeleistung außerordentlich schwierig ist. Selbst mit den guten Hilfsmitteln, die von der russischen Regierung zur Verfügung gestellt werden. Auch das stärkste Stahlschiss, auch der eisengepanzerte Eisbrecher können zermalmt werden durch die drückende, mahlende Kraft des Polareises. Hub jeder Tag führt Nobile und die Seinen weiter ins Ungewisse hinaus. Die Brücke zur Welt bricht ab, weil die Akkumulatoren seiner kleinen Funkstation schon jetzt so schwach sind, daß die Stimme ans der Eiswüste nur noch bauchartig tönt. Bald wird die Fahrt der russischen Eisbrecher ein Vorgehen ins Ungewisse hinaus sein. Flugzeug und Luftschiff sind immer mehr zur einzigen Rcttuugsmöglichkeit geworden. Aber Deutschland, das mit seinen Zeppelinen vör allem in der Lage gewesen wäre, zu helfen, hat ja fefne Zeppelmo mehr: den Neubau
Anzeigenpreis: Kür Behörden, Genossenschaf, ten,Banken usw. beträgt die Kleinzeile o.Zo Mk., für auswärtige Mustraggeber 0.25 Mk., für die Reklamezeile 0.90 Mk. u. alle anderen 0.15 Mk., Reklamezeile 0.60 Mark * Bei Rechnungsstel» lung hat Zahlung innerhalb 8 Tagen zu erfolgen * Tag. und plahoorsthriften unverbindlich.
5. Jahrgang
neue Abgeordnete seien tn den Reichstag etngetreten Lioy» dem bestunden die alten Probleme weiter. Der Präsident wies dann darauf hin, daß Deutschland seit 1920, als der erste Teutsche Reichstag eröffnet worden wäre, jeden Augenblick
sichtbar vorwärtsgekommen
ist Wesentliche Aufbauarbeit steht aber noch bevor, verknüpft mit außenpolitischen Verpflichtungen, mit den Reparationsabgaben, die in diesem Jahre die höchste Summe erreichten, und mit der Frage der Räumung der besetzten Gebiete.
Harte Kriegslasten
in der Vergangenheit hätten die Erfüllung dieser Wünsche ar» hindert und hinderten sie noch heute Die Ausländer bekämen
bindert und hi
ein falsches Bild von der Lage des deutschen Volkes, wenn sie cs zu gewinnen suchten auf den üblichen großen Straßen des Weltverkehrs. Die Maste dieser Kriegstribute werde an anderer Stelle und von anderen Schichten erarbeitet und ge
tragen, von den Angestellten und Arbeitern und von den Bauern. Er hoffe, es werde im Laufe dieser Sitzungsperiode möglich sein, mit der
Begrenzung der Reparationen
und mit der Kürzung der Räumungsfristen die Grundlage für eine innenpolitische Konsolidierung zu gewinnen. Dann werde die Fortsetzung jener Politik der Völkerver- f ö h n u n g ermöglicht werden, wofür die Wahlen die Voraussetzung geschaffen hätten. Der Präsident gedachte darauf, während die Abgeordneten sich von ihren Sitzen erhoben, der in der Zwischenzeit verstorbenen Abgeordneten des neuen Reichstages, dankte dann dem Alterspräsidenten Bock und teilte mit, daß zahlreiche Glückwünsche von Ausländsdeutschen beim Reichstag eingegangen seien.
Oie Wahl der Dizeprâsideniea.
Für den Posten des ersten Vizepräsidenten schlug dann Abg. Schultz-Bromberg (Dtn.) den Abg. Graef (Dtn.) vor.
Abg. Dittmann (Soz.) erklärte, da die deutfchnationala Fraktion bei der Wahl des Präsidenten weiße Zettel abgegeben hätte, so würde die sozialdemokratische Frakrion bereits im ersten Wahlgange für den Zentrumskandidate» Esser stimmen.
Die Auszählung ergab, daß für Graef (Dtn.) 191 Stimmen, für Ester (Ztr.) 187 Stimmen, für Thälmann (Komm.) 48 Stimmen und für Frick (Nat. Soz.) 11 Stimmen abgegeben wurde». ES mutzte also Stichwahl zwischen Graef und Gßnr fta^tfinben, ^u» der Abg. Ester, als Sieger hervorglng. Esser ist somit erster Vizepräsident des
Reichstages.
Für den Posten deS zweiten Vizepräsidenten wurde Abg. @roi( (Dtn.), vom Abg. Dittmann (Soz.) der Abg. v. Kardorff <D. Bp.) vorgeschlagen. Insgesamt wurden 405 gültige Stimmen abgegeben. Es erhielten Abg. Graef (Dtn.) 142, Abg. v. Kardorff 203, Abg. Thälmann (Komm.) 47 Stimmen. Da die Mehrheit von 405 genau 203 beträgt, trug Abg. v. Kar« borst (D. Vp > den Sieg davon.
Abg. Scholz (D. Vp.) schlägt für den Posten des dritten Vizepräsidenten den deutschnationalen Abg. Graef vor, der somit zum drittenmal genannt wurde. Abg. Stöcker (Komm.) beantragt die Wahl des Abg. Geschke (Komm.). Abg. Koch- Weser (Dem.) schlägt Frau Dr. Bäumer als dritte Vizepräsidentin vor. Dieser Antrag wurde auch von dem Abg. Dittmann (Soz.) unterstützt.
Bei der Wahl für den dritten Vizepräsidenten wurden 439 Zettel abgegeben, davon 199 für den Abg. Graef (Tin.), 150 für die Abg. Frau Dr. Bäumer (Dem.), 54 für den Abg. Geschke (Komm ), 12 für den Abg. Frick (Nat.-Soz.), 22 Stimmen sind ungültig, 2 zersplittert. Da kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichte, mußte Stichwahl zwischen dem Abg. Graef und Frau Dr. Bäunier stattfinden, wobei der Abg. Graef mit 205 gegen 167 Stimmen bei 56 ungültigen Stimmen zum dritten Vizepräsidenten gewählt wurde. Abg. Graef ist nicht anwesend. Die Erklärung über Annahme oder Ablehnung seiner Wahl kann demnach erst später erfolgen, .^e Wahl der zwölf Schriftführer wurde in einem Wahlgang twrgenommen, das Ergebnis erst nach der Sitzung festgestellt.
Als der Präsident bett nächsten Punkt der Tagesordmwsi aufrufen wollte, kam es zu einem
Zwischenfall, indem ein Besucher der Tribüne etwas hinunterrief nnd cnH fernt werden mutzte. — Gegen die Deutschnattonalen, die Deutsche Volkspartei und die Ehristlichnationalen wurde dann der komnnmistischc Antrag angenommen, wonach der kommunistische Abg. Kippenberger während der Sitzungsdauer des Reichstages aus der Haff zu entlassen ist.
Darauf vertagt sich das Haus auf Freilag.
verbot ihm der Versailler Friedensvertrag, und jene Luftschiffe, die den Ententestaaten geliefert werden mußten, sind in ihren Hallen verrostet und verrottet. Wir können nur raten, können aber mit diesem Mittel leider nicht helfen.
Gerüchte gehen um. daß die Großflugzeuge der Lufthansa nicht eingesetzt werden, weil entsprechende Ersuchen an der Kostenfrage gescheitert seien. Man darf nur hoffen, daß diese Gerüchte unwahr sind, denn hier gilt es, edelstes Menschenwerk zu tun, nämlich Menschenleben zu retten, auch wenn der Vorwurf nicht ganz unterdrückt Hierbcn kann, daß an dem Unglück eigenes Verschulden wegen mangelhafter Vorbereitung nicht ganz unbeteiligt ist. Der Gedanke ist untragbar, daß Nobile und die Seinen zugrunde gehen sollten bloß deswegen, weil ein paar tausend Mark fehlen. Gewiß darf die Rettungs- aktion nicht unvorbereitet an das Werk Herangehen, denn dann wäre die Aktion nutzlos. Aber es sind schon Wochen vergangen, ohne daß man diese entscheidende Vorbereitung getroffen.hat.
Und jede Welle im Eismeer nagt an der Scholle, auf der die Unglücklichen auf die Rettung durch die Welt hoffen.