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erk n Mspri'iche. Verlag Friedrich Ehrenklau, §ulöa, ion^l !n[tg|jed des Vereins Deutscher Feitungsver»

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Meine Zeitung für eilige Leser.

* Das Reichskabinett hielt am Freitag nachmittag eine i^ung ab, um laufende Angelegenheiten, darunter deutsch- nianW Fragen, zu behandeln.

* Der Preußische Staat begibt eine 6prozentia che von 80 Millionen Mark; die Mittel sollen fi wecke verwende« werden.

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* Auf dein chinesischen Gesandtschaftsgebäude in Berlin ^&e aus Weisung der Nationalregierung in Nanking die ^fische Nationalflagge gehißt.

Im Polargcbic« hat die große Kälte etwas nachgelassen, & saß Nobile im Augenblick weniger gefährdet erscheint.

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* Nach einem Funkspruch aus Lissabon soll die Polizei «in den Vorbereitungen eines neuen Staatsstreiches Kenntnis falten und den früheren Ministerpräsidenten Antonio da ... , ' ite Politiker Dr. Alfred Quesada und Dr. abal verhaftet haben.

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Präsidentenwahlen.

cr Ocntlemanpräsident. Unerfreuliche Aussichten. -^ Hoover in Front

In keinem Lande der Welt wird so viel Gewicht auf Innehaltung äußerer Tradition gelegt wie in England, ilocij heute umwallt jedes höheren englischen Richters iaiipt die gewaltige weiße Lockenperücke, noch heute ragen die englischen Regimenter Uniformen aus längst Zergangener Zeit mit Bärenmützen und in buntester

Farbenpracht. Noch heute sitzt der Präsident des Eng­lischen Unterhauses, derSpeaker" (Sprecher), auf dem Vollsack, die weiße Perücke auf dem Haupt und in der Tracht des 17. Jahrhunderts. Dazu paßt es, daß auch heute noch im Englischen Unterhaus der Zylinder als Kopfbedeckung dominiert und nur abgesetzt wird, wenn der Betreffende das Wort ergreift.

Jetzt ist Neuwahl des Präsidenten gewesen und

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! natürlich stellte hierfür die stärkste Partei, die Konserva- biven, - §landidaten. Aber auch die Arbeiterpartei ihn, nicht deswegen, weil er der stärksten Partei

1 engehört, sondern als Menschen. Als Gentleman, der Blicht mehr einer Partei angehört, wenn er sich auf den Mollsack setzt. Für den alle nur Mitglieder des Parla- Ments sind, nicht Mitglieder der Regierungspartei ober ber Opposition. Nur für die Würde des Hauses sorgt er Hub für glatte Erledigung der parlamentarischen Ge­schäfte. Seine Geschicklichkeit und Überparteilichkeit über- Wnd einmal schwerste Hindernisse, als die Gemüter zum Sieden erhitzt waren und die Opposition zur Obstruktion fourbc.

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I Ihn, den Konservativen, wählte jetzt dieselbe Oppo- silion. die er damals mit fester, aber schonender Hand in die Wege normaler Betätigung zurückgeleitet hatte; die an j Arbeiterpartei wählte den Mann, der sein Adelsgeschlecht ,ai urüüführen kann auf die normannischen Barone, die vor ast 900 Jahren unter Wilhelm dem Eroberer nach Eng- and kamen.

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Und in Deutschland? Da entbrannte jetzt bei der 8ahl des Neichstagspräsidiums erbitterter Kampf. Siän- liger, nur selten durchbrochener Brauch ist es, daß die mckste Partei den Präsidenten stellt, die Posten der Vize-

' residenten besetzt werden gemäß der Stärke der Parteien. . W üohlgemerkt: der einzelnen Parteien, und kommende 1 'tber vorhandene Koalitionsgruppierungen spielen dabei

Pbcr vorhandene Koalitionsgruppierungen spielen dabei seine Rolle. Nur 1912 hat man es anders gehandhabt. Dieser rein mechanische Gesichtspunkt schaltet also partei­politische Strömungen aus wenn er allseits beachtet Pürbc. Aber das geschah bei der jetzigen Neuwahl nicht, kchon daß die Kommunisten gegenüber dem Kandidaten per stärksten Partei, der Sozialdemokratie, durch Anf- tellung eines Sonderkandidaten demonstrierten, war eine

Durchbrechung jenes stillschweigenden Übereinkommens, Iber auch die Deutschnationalen gaben nur weiße Zettel lb, enthielten sich also der Stimmabgabe für Löbe. Beides lat dann zu einem parteipolitischen Wirrwarr bei den strahlen der Vizepräsidenten geführt, die deswegen un- efreulich ist, weil sie nur eben die Wahl eines Partei- »ânnes, nicht aber des überparteilichen, allseits an» »kanntenGentleman" veranlaßte. Weil schon jetzt und bedauerlicherweise bei dieser sonst nur formal behandelten Angelegenheit die Gegensätze aufeinanderplatzten. Das r gibt unerfreuliche Ayssichten auf die Zukunft des »ieichstages und seiner politischen Arbeit. Gerade im Deutschen Parlament ist das Parteimäßige überhaupt zum Selbstzweck geworden, verschwindet der Abgeordnete Hs Mensch in der Parteimaschine. Auch 1924 gaben die kozialdemokraten dem Kandidaten der damals stärksten Fraktion, der dentschnationalen, bei der Präsidentenwahl ihre Stimmen nicht aus politischen und persönlichen piüiiben. Der Deutsche hat ja int parteipolitischen Leben »loch niemals die beste politische Tugend gezeigt, vergessen »>> können.

*

L Wir haben ebenWeltanschauungs"parteien mit allen »Vorzügen, aber auch mit allen Nachteilen dieses Begriffs.

Nordamerika ist's ganz anders und nicht bloß Per Außenstehende kommt in Verlegenheit, zu sagen, worin kMntlich der Unterschied zwischen den beiden Dortigen koorteien, den Demokraten und den Republikanern, be» cht. Auch dort gibt es jetzt eine Präsidentenwahl, aber kHe Wahl des Staatspräsidenten, des N a ch f o l g e r s oolidges. Sie erfolgt durch die Parteien, die in Anier besonderen Zusammenkunft ihrer Delegierten die Mlnndidaten nominieren. Jetzt haben die Republi- n e r, in deren Händen zurzeit die größere Macht im k'chrasLntantenhaus liegt, die also wohl auch die'Mehrheit

"merikanischen Volkes hinter sich haben, den auch in ^"Uschland nicht unbekannten H o o v e r als ihren Kandi-

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg» Zul-a- und Haunetal »Zulöaer Kreisblatt Redaktion und Gefthästsstelle: Mühlenstraße 1 Zernsprech-^nschluß Kr.-S- Nachdruck der mit * versehenen flrtikel nur mit (llueUenangabe guldorr Fnzeiger^geftattet.

Fulda, Samviag, 16. Juni

Die

Die Schwierigkeiten

für Müller-Franken.

Das Reichstagspräsidiuuc bei Hindenburg.

Das neugewählte Präsidium des Reichstages, die Abgeordneten Löbe, Graef-Thüringen, Esser und von Kardorss, statteten dem Reichspräsidenten einen Besuch ab. Reichstagspräsident Löbe berichtete hierbei über die Präsi­dentenwahl und stellte das Reichstagsprästdium in seiner neuen Form vor. Reichspräsident von Hindenburg gab, wie amtlich mitgeteilt wird, seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß der bisherige Reichstagspräsident auch weiter die Leitung des Reichstages inne habe, begrüßte die anderen Herren und sprach seine guten Wünsche für den Fortgang der Arbeiten des Reichstages aus.

Inzwischen hat sich der Abgeordnete Muller-Franken weiter um das Zustandekommen einer neuen Reichsregie­rung auf Grundlage der großen Koalition bemüht. Da die Fraktionen der Deutschen Volksvarlei des Reichstages

Abg. Dr. ». Campe.

und des Preußischen Landtages nach rote vor darauf zu bestehen scheinen, daß init einem Eintritt der Volksvarte^- <u die Reichsregierung auch volksparteiliche Minister in wie preußische Regierung einziehen, wogegen sich wiederum der preußische Ministerpräsident Dr. Braun im aeaen«

baten aufgestellt. Einst hat er die Verproviantierung namentlich des durch Krieg und Rachkrregsblockade fast verhungerten Deutschlands in die Wege geleitet und als Staatssekretär brachte er jene Aktion in Gang, Die schließ­lich zum Dawes-Pakt führte. Krach hat es öabc' auch genügend gegeben, weil Die y a r m e r in nnnullua» rischer Weise gegen die Kandidatur des ihnen aus wirt­schaftspolitischen Gründen sehr mißliebigen ^ooDer vor- ainaen Aber ob Republikaner oder Demokrat der Staatspräsident Amerikas, ist nicht mehr Parteimann wenn er sein Amt antritt. Wohl umgibt er, der an Macht stärker ist als jeder König, sich dann mit Mannern seines politischen Vertrauens, aber auch seine politischen Gegner sehen in ihm nur den Repräsentanten des Landes, aller Bürger, deren oberster er ist. r . , .

Parteien sind etwas ganz Schones und sie wird und muß es immer geben im politischen Leben; aber oft sind allzuviel Parteien, namentlich in Deutichland, etwas sehr wenig Schönes.

Wim und Rosse vor der

Französischen Kammer.

Poincard erhält ein Vertrauensvotum.

Die Französische Kammer beschäftigte sich mit der Frage der Amnestierung der zu Gefängnis verurteilten elsässischen Abgeordneten Ricklin und Rosso auf Grund eines ' Antrages des Abgeordneten Walter. Justiz­minister B a r t h o u erklärte, daß die Angelegenheit aus­schließlich die Justiz angehe und daß jede parlamentarische Entscheidung als inopportun bezeichnet werden müsse, zu­mal da ein Nichtigkeitsverfahren vor dem Kassationshof vorliege. Die Regierung st e l l e die Ver - 1 r a u e n s f r a g e.

In seiner Antwort schilderte der Abgeordnete W a l t e r die ernste Lage im Elsas? und verteidigte Ricklin und Rossè gegen den Vorwurf, daß sie vom Auslande be­zahlte Verschwörer seien. Schliesslich aber zog er bis zur Gültigkeitserklärung der Wah! Ricklins und RossLs seinen Antrag zurück. f

Es wurde dann ein Antrag Uhry, der daraus ab- zielte, sämtliche verurteilten Abgeordneten zu amnestie- rien, zur Debatte gestellt. Bart Hou stellte wiederum die Vertrauensfrage und erklärte, daß es sich bei den in Frage kommenden kommunistischen Abgeordneten um Politiker, die Militärpersonen zum Ungehorsam aufge- fordcrt hätten, handle.

Nach unwesentlicher Debatte wurde der Antrag der Negierung, den Antrag Uhry nicht in Erwägung zu ziehen, mit 342 gegen 167 Stimmen angenommen.

Mzelgenpreis: §ür Behörden, Genossenschaf­ten,Banken usw. beträgt die KIe«nze«le 0.30 H1F., für auswärtige Auftraggeber 0.25 Mk., für die Reklamezelle 0.90 Mk. u. alle anderen 0.15 M., Rekiamezeile 0.60 Mark > Bei Rechnungsstel» hing hat Zahlung innerhalb 8 Tagen zu erfol­gen * Tag- und Plahvorfchristen unverbindlich.

5. Johr porig

im Reiche

wärtigen Augenblick wehrt, suchte der Abg. Müller den volksparteilichen Fübier Dr. Stresemann auf, um mit ihm die politische Lage zu besprechen. Wie es heißt, wird Dr. Stresemann nunmehr persönlich in die Verhandlungen cingreifen. um die Große Koalition zustande zu bringen.

Die H a u p t s ch w i e r i g k e i t soll gerade die Um­bildung der Regierung in Preußen sein. Man will dir jetzigen Regierungsparteien in Preußen zu der G>» klärung bringen, die vom preußischen Ministerpräsidenten in Aussicht gestellte Umbildung der Regierung dahin zu interpretieren, daß sie spätestens beim Zusammentritt des Preußischen Landtages im Herbst erfolgen wird. Wie es heißt, sollen die Regierungsparteien in Preußen mit diesem Wunsche der Deutschen Volkspartei sich einver­standen erklärt haben.

Ziemliches Aufsehen hat es in parlamentarischen Kreisen erregt, daß der Führer der Fraktion der Deutschen Polkspartei im Preußischen Landtage, Dr. von Campe, plötzlich diesen Posten niedergelegt hat. Politische Kreise wollen wissen, daß dieser Schritt Dr. v. Campes mit den Verhandlungen über die Regierungsbildung Zusammen­hänge, da er ein Gegner der Großen Koalition sei. Weiter wird behauptet, daß sich Dr. v. Campe darüber empört habe, daß er der von der Volkspartei eingesetzten Kom­mission, die über die Regierungsumbildung verhandeln soll, nicht angehöre. Die Landtâgsfraktion der Deutschen Volkspartei teilt zu den Gerüchten mit, daß Dr. v. Campe bereits am Schluß der letzten Session auf Parteiveranstal- tungen und auch sonst zum Ausdruck gebracht habe, er werde mit Rücksicht auf sein Alter (68 Jahre) den Vorsitz der Landtagsfraktion nicht wieder übernehmen. Nachdem die Arbeiten im neuen Landtag in Fluß gekommen seien, habe er seinen Entschluß verwirklicht. In der Verlaut­barung werden weiterhin die oben angegebenen Rück- Irittsgründe auf das bestimmteste in Abrede gestellt.

Jedenfalls zeigt das Hin und Her, das auch bei dieser RegierungsneubUvung wieder in Augenschein tritt, daß sich der Abg. Müller seine Funktion doch viel leichter gedacht hat. Von einigen Seiten wird ihm auch schon der Vorwurf gemacht, daß er bei seinen Verhandlungen die alte Taktik anwendet, zunächst mit den Fraktionen sich in langwierige Verhandlungen einzulassen, anstatt einfach mit einem Kabinett, dessen Mitglieder den Parteien zu entnehmen wären, auf die sich seine Regierung stützen würde, vor das Plenum des Reichstages zu treten und dort nach Abgabe der Regierungserklärung die Ver­trauensfrage zu stellen. Natürlich hat die Durchführung dieses Vorschlages auch ihre Schwierigkeiten, da sich kaum Parlamentarier finden dürften, die ohne Zustimmung ihrer Fraktion einen Ministerposten annehmen.

Eisbären bedrohen Nobile.

NachlassendesFrostesimPolargebiet.

Nobile und seine Leute, die augenblicklich auf der Eis­scholle nach Nordwesten getrieben werden, haben die Insel Foyn überholt und befinden sich nach den letzten Meldun­gen 15 Kilometer östlich der Karl-Xll.-Jnsel. Sie haben Flinten verlangt, da Gsbären in ihre Nähe gekommen sind

Trotzdem ist Nobile, dessen Mitteilungen nur schwach gehört wurden, zuversichtlich. Sein Vertrauen stützt sich auf den Fortschritt der Rettungsexpeditionen als auch dar- auf, eine in der Nähe gelegene Insel zu erreichen, sobald ihm mit Flugzeug Faltboote gebracht werden.

Nach einer bisher noch unbestätigten Meldung des Berichterstatters der ZeitungPolitiken" soll die von der Hobby" ausgesetzte Hundeschlittenhilfsexpedition die aus drer Mann bestehende Malmgreen-Gruppe, die sich nach dem Schiffbruch derItalia" in südlicher Richtung in Marsch gesetzt hatte, gefunden haben.

Der Forscher der Arktis Gunnar Jsachsen äußerte sich über die gegenwärtige Lage derJtalia"- Mannschaft folgendermaßen: Tie Gruppe, die sich unter­wegs nach dem Lande befindet, ist in einer besseren Lage, denn die Hilfsexpeditionen können sie erreichen. Die Gruppe Nobile befindet sich auf Packeis, das gerade nach südwestlicher Richtung treibt. Die dritte Gruppe landete wahrscheinlich so weit im Osten, daß sie durch das schwilnmende Eis in südlicher Richtung zum offenen Meer getrieben werden wird.

Die Kälte ist augenblicklich nicht störend, denn die Temperatur beträgt nur ein Grad unter Null während der Nacht.

DieV r a g a n $ a" hat auf der Fahrt nach Nordosten die Norwegerinsel passiert. Nördlich der Moffengruppe hat das Schiff starkes Eis gefunden und macht jetzt den Versuch, die Eismassen zu durchbrechen. Der russische Eis- brecher steuert direkt auf Kap Smyth zu. Riiser Larsen hat gemeldet, daß er ein Hundegespann mit zwei Begleitern an Land gesetzt habe. Sie sollen durch das Nordostland vordringen und dort Depots auslegen.

DieCitta di Milano" meldet, daß dieHobby" uno dieBraganza", die gcrneinschaftlich mit Nordostwind, der die Eisschollen ein wenig auseinandertreibt, dahin fahren, sich in der Nähe vom Nordkap befinden. Die norwegi­schen Flugzeuge versuchten von derHobby" aus einen Flug, wurden aber durch den dichten Nebel zur Rückkehr gezwungen. In Kingsbay herrscht sehr schönes Wetter.

Das italienische, von Ntajor Maddalena gesteuerte Flnazena startete um Mitternacht in Vadsoe zum Fluge nach Spitzbergen, wo es die Suche nach Nobile aufnehmen Way,