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Zul-aer Anzeiger
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Fulda, Dienstao, 24. Juli
5. Jahrgang
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Kleine Zeitung für eilige Leser
* In Stralsund begann die 300-Jahr-Feier zur Erinnerung an die Befreiung von der Wallensteinschen Belagerung. Zur Feier sind Vertreter der Reichsregrerung und der schwedischen Regierung erschienen.
* In Köln hat das Deutsche Turnfest mit der Enthüll,«ng eines Jahn-Denkmals offiziell begonnen.
* Mit einem imposanten Festzug und einem Empfang im Rathause wurde das Deutsche Sängerfest in Wien beendet.
* Der französische Leutnant Paris startete mit zwei Begleitern zu einem Ozeanflug in Etappen von Brest aus und traf glücklich auf den Azoren ein.
* Japan sandte eine scharfe Protestnote an die chinesische Eildregierung, der schärfste Maßnahmen angedroht werden.
„Düs Volk M gesprochen."
Erfreulicherweise sind bei dem Vorbeimarsch i deutschen Sängervereine in Wien auch die Gesandten [ sremder Staaten dabei gewesen, haben beobachten können, [ wie aus allen deutschen Gauen die Tausende vorbeigezogen I sind, UM eine m Gedanken Ausdruck zu geben: Alles k wa s d e u t s ch i st, gehört zusammen. Nicht bloß I uwa, daß die Deutschen in jenen Ländern, die der Ver- I Mr Vertrag abgerissen hat vom Leibe deutschen Volks- I ums, daß auch in Südtirol, in den polnisch gewordenen
der
' Teilen Deutschlands und anderswo deutsches Volkstum I erhalten bleibt und lebt, sondern vor allem ist es ein I nacktes Machtdiktat, wenn das Deutsche Reich und ß Teutsch-Ost erreich auseinandergczerrt bleiben I sollen. Es war die erste Tat der in Wien neugeschaffenen I Staatsgewalt, in der Verfassung sestzulegen, daß Deutsch- I Österreich ein Teil des Groß-Deutschlands werden sollte. I ^ Versailles und in St. Germain hat das Diktat d a g e - I gen gesprochen, hat für die Zukunft festgelegt, daß I Deutschland und Dentsch-Osterreich getrennt seien. Wenn I der deutsche Reichslagspräsident Löbe auf dem Wiener 8 AiMfest erklärte, es wäre nicht mehr notwendig, daß E in Kien ein deutscher Gesandter säße, weil Wien eine su k Tmlschland gehörende Stadt sei. so hat er im Sinne von
''.'n Deutschland gesprochen. Es ist gleichgültig, ob ein timlWes Sängersest in einer Stadt gefeiert wiro, die in Iben Augen der Welt innerhalb der Grenzen Deutschlands kliegt oder nicht. Ob deutsches Sängersest, ob deutsches iTurnersest. ob sonst irgendeine Veranstaltung, die Deutsche musemmenführt, — e§ ist gleichgültig, ob der Ort der Per- Mnstaltung diesseits oder jenseits jener Grenzen liegt, die den Mächten gezogen worden sind, von denen der frerfaiUcr Vertrag und so vieles andere diktiert wurde. Weichstagsprüsidem Löbe hat mit Recht daran erinnert, Matz auch die italienische Einigungsbewegung nicht ge- fremmt wurde durch willkürlich oder historisch gezogene iGrenzen, sondern, daß der Drang eines Volkes hinaus »höchst und hinausstürmt über solche Schranken, die nn- »lüstonsch werben. Die Hnnderttausende, die über die »Straßen Wiens marschierten und die die Straßen Wiens »umsäumten, sind der Ausdruck der grüßten Anschluß-
11 d E i n h e i t s k u n d g e b u n g , die je gesehen wurde, alle sind Gesandte im Dienste dieser Idee. „Das Molk hat gesprochen über Anschluß und Einheit." Und Mian kann es auf die Dauer einem 70-Millionen-Volk nicht Mcrbieten, was jedem anderen auch noch so kleinen Polke MUwährt wird: das Recht der Selbstbestimmung. Man hat Mm Polen ein Reich geschaffen, den Tschechen und den WCnben ward die Erfüllung der Wünsche ihrer Völker, — ■ An wird dem deutschen Volke dieses Recht nicht ver- W biete^ die Magna Charta ihrer eigenen Bestimmung nicht »verhzen können".
■ Man sollte das tun —, aber das Echo, das aus »E^ris kommt, klingt ganz anders. Dort bedauert man wenn die „alliierten und assoziierten Mächte" es Mulden, daß der Anschli'.ßgedanke einen so starken Aus- W^uck findet, Deutschland und Österreich den Augenblick Mähe glauben, den Anschluß verwirklichen zu können. Es so schreibt sogar ein politisch durchaus rechtsstehendes M'latt, wirklich an der Zeit, daß Frankreich in Wien und M Berlin wissen lasse, der Anschluß würde von den Imitierten nicht geduldet werden. Sogar das offizielle Msgan der Sozialdemokratischen Partei in Frankreich er- Deutschland habe nicht das Recht, im Namen aller Meutschsprechenden zu reden —, und dies, obwohl man doch selbst zugeben muß, daß es in Österreich keine Mistet gibt, die nicht auf den Anschluß hinstrebt! Die ■Mutierten hätten die Aufgabe, zu „prüfen", wie es mit Anschluß frage bestellt sei! Und solche Ansichten werden â^kvickelt in einem Altgenblick, da beispielsweise in Meinel die sogenannten Interessen der Litauer vom Molkerbund aufs ängstlichste gewahrt werden!
L Der jetzige deutsche Reichskanzler Müller hat er- Mtttlicherweise trotz Hinblick auf die außenpolitische Kon- M^ütivn bei einer kürzlichen Unterredung ausdrücklich Mklärt: „Wie sich aber auch immer die Parteien des Mmchstages zu der Regierungsarbeit verhalten mögen, so Mcheint mir doch das eine über alle Zweifel erhaben zu daß sie nämlich in ihrer Einstellung zu unseren Merreichischen Brüdern einig sind; zu den vornehmsten Musgaben der jetzigen Regierung wird es gehören, die lE?ölehungen zu Österreich nicht nur in der bisherigen zu erhalten, sondern sie auch noch enger zu gestalten, das Bewußtsein der Z u s a m m e n g e h ö r i g k e i t Mvi^I w^r Gemeingut des gesamten deutschen Volkes
Deutsche Sängerfest in Wien hat daran mit- daß nicht bloß in der Stadt dieser Feier selbst 1 selbstverständliche Gedanke des Anschlusses Gemeingut M und wird und bleibt, sondern die Scharen, die â'k Deutschland dorthin gefahren sind und für diesen Mus», n demonstrierten, werden dieses Gemeingut hin» "ach Deutschland, über die Grenzen hinweg, ■ Willkür und Kurzsichtigkeit gezogen haben,
Schluß des Deutschen Süngerfestes
Der imposante Fesizug in Wien.
Empfang der Sänger im Rathaus.
Das 10. Deutsche Sängerbundesfest in Wien erreichte bei strahlenden, Sonnenschein seinen Höhepunkt mit dem Aufmarsch des gewaltigen Festzuges von fast 200 000 Sängern aus aller Welt. Neun Stunden lang dauerte dieser Festzug, der sich über den Ning an den Tribünen der Ehrengäste nach dem Prater bewegte. Eingeleitet wurde die großartige Sängerheerschau mit einer H u l d i - g u n g für Franz Schubert, die vor dem Burgtor stattsand. Unter den Festgästen sah man hier den B u ndesp räs i dent en Dr. H a i n isch, der in Be- gleitung des deutschen Gesandten Grafen Lerchenfeld erschienen war, den deutschen Reichstags- Präsidenten Löbe, den Präsidenten des Österreichischen Nationalrats M i k l a s» den Wiener Bürgermeister Seitz, den bulgarischen Gesandten u. a.
Der Vorstand des Festausschusses, Schulrat I a k s ch hieß den Bundespräsidenten namens der ganzen deutschen Sängerschaft willkommen. Bundespräsident H a i n i s ch erwiderte mit einer Ansprache, in der er ansführte:
„Die musikalische Begabung unseres Volkes fommf heute darin zum Ausdruck, daß wir hier eine Armee von Sängern aus allen deutschen Gauen, ja ans fernem Lande, soweit dort Deutsche malmen, versammelt sehen.
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Die Südtiroler Gruppe im Festzug.
Diese Sänger bringen zum Ausdruck, daß das deutsche Volk eine Einheit bildet, die nicht zerrissen werden kann. In diesem Sinne begrüße ich die fremden Gäste und hoffe, daß die jetzige Feier ein Ansporn sein wird, für die Erhaltung deutscher Kultur und für die Entwicklung deut- schen Geisteslebens zu wirken."
Dann trat der Festzug, unter den Klängen des Deutschlandliede s, beim Geläut aller Glocken und dem Schmettern der Fanfaren, seinen Marsch an. Berittene Fanfarenbläser, Reiterscharen, Festwaqen und Fahnenträger bildeten die Spitze des Zuges. Auf dem ganzen Weg wurden den Teilnehmern des Festzuges ununterbrochen Huldigungen der Zuschauer bereitet. Immer wieder wurden einzelne Gruppen besonders herzlich begrüßt und mit Blumen beworfen. Der Eindruck, den der Vorbeimarsch der Gruppen
! aus den bedrängten deutschen Gebieten
auf die Zuschauermenge machte, wird jedem unvergessen bleiben. Dies gilt in ganz besonderem Maße von den Vertretrlngen der Gesangvereine aus dem Rhein- lande, aus der Rheinpfalz, aus bem Saarland, den Städten Saarbrücken, Ludwigshafen, Zweibrücken, Pirmasens und aus Trier. Fast ausnahmslos sangen die Vereine aus dieser Gegend beim Vorbeiziehen an der Tribüne mit den Ehrengästen und auch im weiteren Verlauf ihres Marsches die „Wacht am R h e i n" und den Rheinischen Sangergruß „Deutsch das Lied und deutsch der Wein, deutsch das Herz am deutschen Rhein!". Die S a a r l ä n d e r trugen Tafeln mit der Aufschrift: „Das Saargebiet zurück zum Vaterland!" n ,
Tiefe Bewegung rief die Gruppe Südtrrol hervor. Inmitten eines weiten Zwischenraumes schritten bret ältere Männer in Volkstracht, den Südtiroler Adler in ihrer Mitte, stumm vorüber. Schweigend saßen bie Zuschauer, bis das innige Mitgefühl sich in einem leidenschaftlichen Ausbruch von Heil- und Hochrufen für Südtirol Luft wackle. Diese Stimmuna wurde noch verstärkt
durch die schwermütige Weise des Andrcas-Hoser-Ltedcs, das die Nordtiroler sangen.
Das Gefühl der Zusammengehörigkeit mit den Deutschen in den verlorene!: G Zielen zeigte sich auch in den stürmischen Zurufen, die die m großer Zahl im Festzuge vertretenen sudetendeutschen Sänger begrüßten. Auch den Danziger und Marienburger Sangesbrüdern, die mit ihrer Gruppe der Ordensritter ein wirkungsvolles Bild boten, sowie den Schlesiern aus dem Abstimmungsgebiet galten herzliche Grüße und Zukunftswünsche. Den Gefühlen, die die Zuschauer beim Anblick alter Volksgenossen aus den abgetretenen Gebieten erfüllte, verlieh der Wagen des Deutschen Schulvereins mit seiner Mahnung
„Hände weg von deutscher Erde!" würdigen Ausdruck. Stürmischen Jubel erweckten auch die deutschen Sängerscharen aus Amerika und Afrika, aus den baltischen Staaten, aus Poln.-Oberschlesien, aus Rumänien, aus Siebenbürgen, aus Jugoslawien usw. Einen prächtigen Eindruck machten einige der
Festwagen.
Schlesien z. B. zeigte den Bunzlauer Topf und eine Rübezahlgruppe. Der Ostmärkische Sängerbund, zu dem Wien, Niederösterreich und das Burgenland gehören, erschien mit einigen Festwagen „Die Königin des Liedes". Die Hauptfigur war ein Wiener Mädchen, umgeben von zwei anderen Wienerinnen im Biedermeierkostüm, einer Niederösterreicherin und einer Burgenländerin. Die Gruppe „Volkstum und Heimat" bot eine vollständige Schau österreichischer Volkstrachten von einst und jetzt. Man sah eine Altwiener Ausfahrt, einen Erntefestzug und anderes mehr. Die in Wien ansässigen Egerländer zeigten eine ganze Spinnstube. Die Abkömmlinge der Sprachinseln aus Mähren, dem früheren Osterreichisch-Schlesien und die in Wien wohnenden Siebenbürger Sachsen saßen einträchtig auf den Bärenfellen eines gemeinsamen Fest-
wagens. Die Oberösterreicher zeigten eine goldene Hochzeit vor hundert Jahren, eine Dreschergruppe und eine Mostpresse. Sehr schön waren auch die Salzburg, Trachtenwagen und ganz besonders beachtenswert d Tiroler Gruppen, unter denen sich eine alte Landsturm-
er de
gruppe aus der Ändreas-Hofer-Zeit befand. Dann kamen die Vorarlberger, die Kärntner mit einer Bauernhochzeit, steiermärkische Scheibenschützen, burgenländische Bischofsreiter usw. Von den vielen Darbietungen kann natürlich nur eine Auswahl aenannt werden.
Pariser Blätter zum Wiener LänAerbundesfest.
wtb. Paris, 24. Juli. Die Presse bespricht auch heute wieder den Zusammenhang mit dem Wiener Sängerfest, die Anschlußfrage. „Oeuvre" erklärt unter anderem: Geräuschvolle Kundgebungen, wie diejenige in Wien können im übrigen Europa nur nationalistische und kriegerische Eeaenkundgebungen hervorrufen. Wir müssen die deutschen Republikaner warnen. Wenn es sich darum handelt, ein einigeres Europa zu schaffen, so sind wir mit ihnen. Wenn es sich aber darum handelt, ein größeres Deutschland wiederherzustellen, so machen wir nicht mit. Gegenüber vielen in den Rechtsblättern noch schärfer betonten Standpunkt schreibt „Populaire", das offizielle Organ der sozialistischen Partei: Unsere Nationalisten sollen die Letzten sein, die
sich über die Anschlußkundgebungen aufregen. Wenn Nationalismus und Patriotismus die ersten Tugenden des franzöfi- - —^-'ten auf der
scheu Bürgers sind, warum sollten diese Eigenschafb anderen Seite der Grenze zu Lastern werden? Aber sich gar nicht um Nationalismus. Die Deutschen wünschen den Anschluß fast einstimmig. Der Fall ist dankbar normal, denn der Vertrag ist doch wohl auf den 14 Punkten Wilsons aufgebaut, zu denen auch das Selbstbeftimmungsrecht der Völker gehört. Allerdings haben die Urheber des Vertrages in Anwendung dieses Grundsatzes die Grenzen so gezogen, daß außer den Siegerstaaten niemand damit zufrieden ist. Man hat einen ganz unmöglichen Staat geschaffen, der nicht lebensfähig ist: Oestreich. Die Berichtigung der Grenzen, so fährt das Blatt fort, ist ein Werk auf lange Sicht. Aber man dars sich nicht wundern, wenn die Beteiligten einstweilen friedlich ihre Wünsche bekunden. Wenn man diese Kundgebung nicht wollte, durfte man das Selbstbeftimmungsrecht der Völker nicht ver-
es handelt
letzen.
Japans Drohung an China,
Scharfe Maßnahmen an gekündigt.
Die japanische Regierung hat eine in den entschiedensten Wendungen gehaltene Protestnote gegen die Aufhebung des chinesisch-japanischen Vertrages an den nationalistischen Außenminister Dr. Wang durch den japanischen Gesandten in Peking überreichen lassen. Darin wird die chinesische Erklärung als ein Vertragsbruch bezeichnet. Am Schlüsse heißt es: „Wenn die Nationalisten ihr gegenwärtiges Vorgehen fortsetzen, dann wird die japanische Regierung gezwungen sein, selbständig Maßnahmen zum Schutze ihrer Rechte und Interessen zu ergreifen." Der Diktator der Nordmandschurei, Tschang- Hsueliang, hat die japanische Forderung angenomtuen, keine Verhandlungen mit der Nankingregicrung über die Bildung einer Union zu führen. In diesem Zusammenhang soll er an Tschiangkaischck ein Telegramm gesandt haben, in dem er erklärt, sich durch die Intervention der japanischen Regierung zum Abbruch der Verhandlungen über einen Ausgleich zwischen dem Süden und dem Norden veranlasst au sehen. e