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Lul-aer Anzeiger

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Fulda, Freitag, 27. Juli

5. Jahrgang

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<Tte(ne Reifung für eilige Leser.

* oer Reichspräsident von Hindenburg sandte eln Be- j^chigstelegramn, an die Deutsche Turnerschaft.

$ Am 97. August soll in Paris in Anwesenheit des deutschen «-iäisaiißcnministers Dr. Stresemann die Unterzeichnung des MM-Paktes stattfinden.

* wn Bayern haben sich die Regierungsparteien auf die Kiterfiihrung der bisherigen Koalition geeinigt.

* -^ie Ozeanflieger Köhl und von Hünefeld sollen nun doch ^"in Dessau offiziell einpsanaen werden.

Geist von gestern

Rückfall in den Geist von gestern und vorgestern anders kann man das Echo leider nicht bezeichnest, das Miiieutlid) in der Pariser Presse durch den Deut­schen (Sängertag in Wien, die dort gehaltenen Reden und die Betonung des Anschlußwillens hervor- gerufen wurde. Man muß dabei auch das zweite fest- siellen: die zum Teil sehr scharfen Erklärungen in dieser Presse beschränken sich nicht etwa auf die politisch rechts stehenden Boulevardblätter, sondern die unbedingte Ab­lehnung jedes Anschlusses Deutsch-Osterreichs an Deutfch- M geht bis tief in die Kreise der Linken, ja bis zur radikalen Linken hinüber. Im Grunde genommen ist man sich eben in Frankreich zwischen rechts und links darüber völlig einig, die Verträge von 1919 unbedingt und bis >11111 letzten Buchstaben hin aufrechterhalten zu wissen, leinen Stein, auch den geringsten nicht, aus ihnen heraus­stechen zu lassen. Das ist dâs A und O der ganzen fran- Mchen Politik. Bemerkenswert ist es, wie gerade die Rede Lëbes, also eines deutschen Sozialdemokraten, schärfste Angriffe auch von der Pariser Linkspresse erfährt, wie man dort alles nur unter dem einen Gesichtspunkt be­trachtet: Was in Wien geschah und gesprochen wurde, das richtet sich lediglichgegen die Friedensverträge und den durch die politische Neuordnung Europas geschaffenen Mud".

Man sieht überall nur das Werkalldeutscher Propa- Ha". Man sieht aber nicht, daß hier eine geschichtliche Entwicklung im Gange ist, die ja gar nicht neuesten Datums ist. Wenn man im Ausland die deutsche Ge­schichte besser kennen würde, so wüßte man dort, daß vor chtzig Jahren, in der deutschen Revolution 1848, schon einmal die Gründung eines Großdeutschlands unmittel- dar vor der Türe stand, ein Großdeutschland, das das Ziel der Sehnsucht bester deutscher Männer war. Man

hnn also auch hier nur wieder die Berechtigung des Aortes unterst-reichen, das Löbern Wien sagte:So­wenig wie die Einigung Italiens, sowenig wie die Selbständigkeit der slawischen Völker verhindert werden konnte, ebensowenig wird man auf die Dauer einem lb-Millionen-Volk verbieten können, was jedem anderen Volke gewährt wird."

Richtig mag es auch sein, wenn die französische Presse in ihrer Gesamtheit behauptet, die Haltung der Entente- miidjte zur Frage des Anschlusses seifür immer unver­änderlich und ablehnend". Im politischen Leben und noch wehr im geschichtlichen gilt aber der bekannte Satz, daß Wan niemalsNiemals" sagen soll. Kein Bündnis hält »ns ewig und die politische Lage ändert sich oft über­wachend schnell. Deutschland und Deutsch-Osterreich können warten; beide werden aber in dieser Wartezeit den Aus­bau des innigen Zusammenschlusses immer weiter fort- etzen, bis das äußere Zusammenfinden nur noch mehr iw Selbstverständlichkeit geworden ist, als wir das jetzt schon sehen. Daß hierfür eine andere außenpolitische Lage notwendig ist als heute, wissen wir, aber wir hoffen darauf, daß sie einmal kommt. Auch Polen hat über "rädert Jahre auf die Neugründung seines Reiches ge- 'W und Italien mußte eine ganze Reihe von Jahr- sehnten warten, ehe es seine Einigung vollziehen konnte; "uch Hier war Frankreich der letzte Hemmschuh, der erst durch das Ereignis des Deutsch-Französischen Krieges und surch die deutschen Siege beseitigt wurde. Freilich sträubt >ch Italien jetzt genau so gegen die großdeutsche Einigung chle es die französische Politik tut. Trotzdem: man kann

ier- "» verzögern, man kann sie hemmen, aber man kann sie

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Cemals für die Ewigkeit verbieten; aber dieses Blicken "ach rückwärts, dieser Geist von gestern und vorgestern ist vorläufig noch da und sein Vorhandensein konnte nur po- »tlsch Blinde überraschen.

In England ist man viel weniger aufgeregt, be­trachtet man die Wiener Ereignisse sehr viel kühler und in liberalen Presse fehlt es dort nicht an Hinweisen dar­auf, daß den großdeutschen Zusammenschlußwillen durch- "^ nicht derPangermanismus" oder derdeutsche Nationalismus" zum Ausdruck bringe. Es kommt sogar "'m Ausdruck, daß die Nichterfüllung dieses deutschen Ahnens eine fortdauernde Friedensstörung für Europa ^deute. Denn die gemeinsame Zivilisation und die ge- 1 zwinge n einfach Ä-i^uhu uiiu Deutsch-Osterreich zusammen.Der Zu- M^suenschluß beider Länder sollte schließlich nur eine For- Msttät werden, die der Völkerbundrat aus allgemeiner vvjlichkeit nicht ablehnen kann."

i! Tas darf überhaupt nicht verschwiegen werden: dieser Moe Ansturm der öffentlichen Meinung in Frankreich |BCH das, was in Wien zum Ausdruck fam, wirft zweifel- Schatten auf die sich langsam bessernden dentsch- sHMZöstschen Beziehungen. Und diesen wurde dadurch ein Ml-rau^ schlechter Dienst erwiesen. Jedenfalls haben alle Entrüstllugsrufe es nicht vermocht, im Osten Deutsch- eben im Bürge n l a n d , ebenso wie in seiner xWnsten Südecke, in Klagenfurt, bei dem Besuch deutscher i^Wss^Wsabgeordneter die Kundgebungen des Zusam- K^Wchlubwillens weniger deutlich und weniger begeistert Denn darin sind sich alle einig. gleichgültig.

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Pwiifanien materiellen Interessen Mutschland und Deutsch-Osterreich ,

Hindenburgs Gruß an die Turner

Seierliche lledemichmg des Buudesbmners.

Begrüßungstelegramm des Reichspräsidenten.

Am Mittwoch abend um sechs Uhr wurde das Bundesbanner der Deutschen Turner­schaft, das seit dem letzten Deutschen Turnfest die Stadt M ü n ch e n in Verwahrung hatte, der Stadt Köln auf dem Neumarkt feierlich zu treuen Händen übergeben. Schon lange vor Beginn der Feier waren der Neumarkt und die Zugangsstraße von einer nach Tausenden zählenden Menge besetzt. Der Vorsitzende der Deutschen Turnerschaft, Pro­fessor Dr. Berger, bat den Kölner Oberbürger­meister, das Banner der Deutschen Turnerschaft für die Dauer des Turnfestes in die Obhut der Stadt zu über­nehmen. Darauf überbrachte Oberbürgermeister D r. S ch a r n a g l die Grüße und Wünsche der Stadt München. Oberbürger nie ist er Dr. Adenauer wies im Anschluß daran auf die reichen Beziehungen zwi­schen Köln und München hin und befestigte ein seidenes Fahnenband an dem das Bundesbanner zierenden Adler.

Im Anschluß daran ergriff Prof. Dr. Berger das Wort zu einer Festrede, in der er sagte, daß man mit aller Kraft darangehen müsse, das Fest durchzuführen als eine würdige Erinnerungsfeier an die 1 50. Wie­derkehr des Geburtstages Friedrich Ludwig Jahns. Wie die ganze Arbeit seit ihrem Be­stehen. so stelle die Deutsche Turnerschaft das 14. Deutsche Turnfest in den Dienst des Volkes und des Vaterlandes. Der Redner verlas sodann das

Begrüßungstelegramm des Reichspräsidenten, des Schutzherrn des Turnfestes, der den Wunsch ans- svricht, daß das Fest nicht nur die Pflege körperlicher Übungen, sondern auch das Gefühl der Zusammengehörig­keit aller Deutkâien und die Liebe wm Vaterlande ver-

tiefen möge. Dr. B e r g e r schlug die Absendung eines Danktelegramms an den Reichspräsidenten vor. in dem festgestellt wird, daß das Fest und alle künftige Arbeit der Deutschen Turnerschaft der Einigung des deutschen Volkes und der Stärkung des deutschen Volkstums gelte. Mit einemGut Heil" auf Volk und Vaterland, auf den Zu­sammenhalt des Deutschtums aller Länder und auf Hindenburg schloß der Redner. Darauf marschierten die Turner unter den Klängen des neuen Turnfestmarsches vom Festplatz ab.

*

Begrüßungsfeier in der Feßhalle derPreffa"'.

Nach der Bannerüberreichuna fand in der großen Festhalle derPressg" unter großer Beteiligung eine Begrüßungsfeier der Deutschen Turnerschaft statt. Nachdem Dr. Adenauer und Prof. Dr. Berger den Turnern und Turnerinnen ein herzliches Willkommen zugerufen hatten, überbrachte der Vor­sitzende des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen, Lewald, der zur Eröffnungsfeier des 14. Deutschen Turn­festes mit einem Flugzeug von Amsterdam nach Köln ge­kommen war, herzliche Grütze von den deutschen Sportlern. Nach ihm überbrachte der preußische Minister für Volkswohl­fahrt, Dr. H i r 1 s i e f e r , die besten Wünsche der Neichs- regierung, der preußischen Staatsregierung, der Länder­regierungen usw., für das gute Gelingen des Turnfestes.

Nach Vorführungen der Turnerinnen des Kölner Turn- gaues fand die Aufführung des Festspieles des 14. Deutschen Turnfestes

Feuer am Rhein"

von E. Reinacher durch den Sprechchor von 300 Turnern und Turnerinnen sowie 100 Knaben und Mädchen statt. Das Deutschlandlied beschloß den Abend. Die Kölner, Studenten­schaft brachte dann den Turnern einen Fackelzug, der mit dem Zusammenwersen der Fackeln aus der Festwiese derPressa" endete.

Litauen und

Der englische Druck.

Der englische Außenminister Ehamverlain erklärte auf eine Anfrage im Unlerhause, der britische Gesandte in Riga, der gleichzeitig in Kowno akkreditiert ist, sei an­gewiesen worden, dem litauischen Außenminister gegen­über nachdrücklichst zu betonen, es sei wünschenswert, daß Litauen den Empfehlungen des Pölkerbundrates bezüglich der polnisch-litauischen Streitfälle stattgebe. Wie er unterrichtet sei, wären ähnliche Vorstellungen erfolgt oder würden noch erfolgen durch die Gesandten Frankreichs und Deutschlands.

Hierzu wird deutscherseits amtlich erklärt, daß Deutschland keinen Kollektivschritt unternommen hat, sondern daß der deutsche Gesandte in Kowno sich von der litauischen Regierung über den Standpunkt der litauischen Regierung in dem litauisch-polnischen Konflikt hat infor-

die Mächte.

mieren lagen. ioei Dieter Geregenyen yar ver oeurscye Gesandte Moraht die Gelegenheit genommen, auf den deutschen Standpunkt in der litauisch-polnischen An­gelegenheit hinzuweisen, der bekanntlich dahin geht, daß eine Kriegsgefahr im Osten infolge des polnisch­litauischen Streites für die gesamte europäische Lage Ge­fahren in sich trüge und daß infolgedessen alles vermieden werden muß, was zu einem derartigen Ausgang des Streites führen könnte. Es ist jedoch unrichtig, wenn behauptet wird, daß Deutschland einen Druck autz Litauen in dieser Angelegenheit ausgeübt habe.

Ebenso dementiert die Moskauer Regierung, daß' zwischen ihr und den Locarnomächten über einen Ver­mittlungsschritt in Kowno im polnisch-litauischen Streit­fall verhandelt worden sei. Die Meldung über die Be­teiligung der Sowjetregierung an dieseu.Verhandlungen, entbehre jeder Grundlage.

B380

Lèon Blum über die Anschlutzbewegung

wtb. Paris, 27. Juli. ImPopulaire" antwortet Lèon Blum auf die gestern vomTemps" gestellte Frage über die Haltung der französischen Sozialisten gegenüber der Anschlutzbewegung. Er weist auf das vom französischen und vom internationalen Sozialismus vertretene Selbst- bestimmungsrecht der Völker hin und führt dann weiter aus: Zweifellos setzt der Vertrag für Oesterreich in ande­rer Form eine Ausnahmebestimmung fest, aber der Ver­trag selbst sieht seine Revision vor, mit der er den Völker­bund beauftragt. Die Bestimmung über Oesterreich ge­hört zu derjenigen, deren Revision in einer vielleicht nahen Zukunft unausbleiblich ist.

Die schlimmste Heuchelei unserer Presse in dieser Ange­legenheit besteht darin, datz sie stets von dem Vorkriegs­österreich spricht und nicht von dem schwachen Kleinstaat, den der Versailler Vertrag auf der Karte hat stehen lassen. Die Bevölkerung Deutschlands würde bei einer etwas stär­keren Geburtenzahl in 15 Jahren einen gleichen Zuwachs erhalten. Will man die deutsche Geburtenziffer etwa auch einschränken?

DeutscherSerMiigungSdampser" in Seenot.

Die Gefahr sofort beseitigt.

Der DampferM o n t e Cervantes" der Ham« 'vurg-Südamerikanischen Dampffchiffahrts-Gesellschaft, der sich zurzeit auf einer Vergnügungsfahrt nach Spitzbergen befindet, ist im Bell fund (Spitzbergen) auf einen Felsen gelaufen, wobei ein Loch in den Schiffs­boden gerissen wurde und in einige Schotten Wasser ein­drang. Vorsichtshalber lief das Schiff die Glockenbucht an der Südwestküste Spitzbergens an und ging dort vor Anker. Der Kapitän bat drahtlos den in der Nähe be­findlichen EisbrecherK r a s s i n", ihm einen Taucher zur Verfügung zu stellen, um den Schaden zu untersuchen Der Krassin" traf wenige Stunden später bei demMonte Cervantes" ein. 1

Die Passagiere blieben, da keine Gefahr bestand, an Bord, und die Reparaturen wurden so rasch ausgeführt, daß derMonte Cervantes" nnd derKrassin" ihre Fahrt schneller als man anfangs angenommen hatte, fortsetzen konnten.

ob Sozialdemokraten, Christtichsoziale oder Großdeutsche, einig mit deu gleichen Parteien in Deutschland. ES ist falsch, wenn die französische Presse aus der Zurückhaltung der deutschen Regierung entsprechende Schlußfolgerungen zieht; diese Regierung hat eben praktische Politik zu treiben und ans den Augenblick nicht bloß zu harren, fon^ dern ihn zu nutzen, wenn es möglich sein wird, den Willen der beiden Völker zur Durchführung zu bringen.

Doch noch Ozeanfiiegerempfang in Dessau.

Der Dessauer Bürgermeister hat an die Ozeanflieger Köhl und v. Hünefeld nach Danzig ein Telegramm gerichtet, in bem es heißt:Die Stadt Dessau legt größten Wert darauf, die Ozeauflieger im Rathaus begrüßen zu dürfen und hierbei Herrn Professor Junkers den Ehrenbürgerbrief überreichen zu können. Die Bevölkerung der Stadt hat den dringenden Wunsch, den kühnen Ve-. Zwingern des Ozeans den Dank abznstatten für ihre ge­waltige Leistung, durch die sie auch den Namen der Junkersstadt Dessau in alle Welt getragen haben. Für diese VolkSkundgebung wird der Empfang im Rathaus den geeigneten Rahmen geben." ____