Einzelbild herunterladen
 

d b0«

leitagj ng, bt ;i N »nei ^fessel

Frembt hier ji 111 bh

' >^ey

M-aer Anzeiger

Erscheint jeden Werktag. Bezugspreis: monat. I[jj 2 Mark. Bei Lieferungsbehinderungen -urch höhere Gewalten", Streiks, Aussperrungen, Lahnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Ansprüche. Verlag Arieörich Chrenklau, §ul-a, Mitglied des Vereins Deutscher Zângsvrr- , leget. Postscheckkonto: Krankfurt 0. M. Nr.^äos»

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg M-a- und hMmetal * Zul-arr Kreisblatt Re-â« und Geschäftsstelle: Mühlenstraßr 1 Zerufprech-Ansthluß Ar.»--

Aazrigenprets: §ür Behörden, GenoffenMaf- ten,Danken usw. beträgt die Kleinzeile OJO IRL, für auswärtige Auftraggeber 0.25 ML, für -le Rettamezeile 0.90 ML u. alle endeten 0.15 Mk* Râmezeile 0.60 Mark Bei Rechnnngsstel» lang hat Zahlung innerhalb 8 Togen 3a erfol­gen Tag- und Plahvorfchrsste« mwerbinöllch.

Fulda, Donnerstag, 2. August

5. Jahrgang

hr.

San

-rs m ah

Schutz für die Reisenden!

Kleine Zeitung für eilige Leser

$ In Berlin trat unter dem Vorsitz des Neichsverkehrs- ^inisters v. Guèrard der parlamentarische Beirat zusammen, über Abwehrmaßregeln gegen die überhandnehmenden wunfätte zu beraten.

J * Als Vorsitzende des Reichslandbundes wurden gewählt L ehemalige Reichsernährungsminister Schiele sowie die treu Dr. Hepp und Bethge.

nid c 11 Ce h bli iemii

nliL tniotfe weife ern ii ei bei ahr»

* Der Gau Mecklenburg-Lübeck der Nationalsozialistischen Merpartei hat beim Staatsgerichtshof auft Schließung des Menburg-Schwerinschen Landtages und Neuwahlen geklagt.

Südöstliche Brandherde

L Run hat zwar Jugoslawien endlich sein neues VchliMum, dafür hat aber Rumänien infolge des Rücktritts seines Außenministers Titulescu auch schon lieber seine Ministerkrise. Und man kann nicht gerade sagen, daß das neue Kabinett in B e l g r a d sich irgendwie wesentlich von seinem Vorgänger unterscheidet. Das r L " Wissen auch die Kroaten ganz genau und infolgedessen ist " " Jugoslawien die innere Krise ebensowenig wirklich be­ben, wie dies in Rumänien gegenüber der Bauernpartei i Fall ist, die ja kürzlich Beschlüsse gefaßt hat im Sinne sm Verschärfung der Opposition gegen die regierenden raten, also vor allem gegen Bratianu.

Mch Uniei

- 3111

iäimit

l

)ie )ie

T,

st in

ißer): kam ion.) : tro! anen PA ir , 11116

Mf tin P (in r

in t: in

du 1187, ter Si iljrenl 8«» taute ei bei md ii >enw mA rstch stei

Es zeigen sich überhaupt zahlreiche Parallelen in der ren Entwicklung und der inneren Struktur dieser süd- wpäischen Neubildungen nach dem Weltkrieg, also in KichRumänien und in Groß-Serbien. In Belgrad wie .in Bukarest sitzen dort die serbischen Radikalen, hier die Änmänifdjen Liberalen am Ruder und verstehen es, mit allen Mitteln halborientalischer Negierungskunst sich M bei Macht zu erhalten, auch wenn man Wahlen nicht zumgehen kann. Man verstopft dann einfach das üi, man macht Wahlen, und vor allem, wenn wirk- ich M Strife entsteht, dann versandet sie durch Verhand- , verspricht der wild gewordenen Opposition alles che, nur allerdings hinterher keine der Versprechun

11 zu halten. So war es in Rumänien, als die Oppo- ionsführer 150 000 Bauern in Karlsburg zusammen- cii und der Marsch auf Bukarest eingentlich nur von Willen dieser Führer abhing; in dem Augenblick

, als dieser Wille erlosch und statt dessen Verhand- n mit der Regierung in Bukarest angeknüpft wurden, ii der Stoß der Opposition schon abgebogen und un- rksanl gemacht. Die Bauern gingen auf ihre Felder und Bratianu konnte wieder einmal aufatmen. Die eie Krise besteht natürlich weiter, aber man dankt in ii Regierungspaläften einfach nur Gott dafür, daß man edereinmal ein paar Wochen oder Monate b'Z zu einem cuausbruch der Krise, die ja bestehenbleibt, ungestört rttvursteln kann. Denn es scheint fast, als ob dieses kannte Wort aus der altösterreichischen Regierungs- raxis die Parole geworden ist auch für die Regierungs- ste in den habsburgischen Nachfolgestaaten wenn nur it böse Geldfrage nicht wäre. Rumänien hat seine An- ihe gegenüber allen großen Worten der Bukarester Re- ierung nämlich noch immer nicht erhalten, auch nicht trotz »heißesten Bemühungen vor allem auch Titulescus, der »über zu Fall kam. Denn das ausländische Kapital hat eßige Bedenken, seine Millionen und aber Millionen in lesen Topf hineinzuiverfeu, aus dem vor allem die Re- lerenden und ihre Partei schöpfen, in einem Topf außer» ein, unter dem eben das Feuer der ständigen inneren us^bald höher, bald niedriger lodert.

In Serbien ist es in allen diesen Punkten gerade so.

die Schüsse in der Sobranje knallten und der Pulver- Mch sich verzogen hatte, dafür aber drei kroatische Ab- eordnete auf der Strecke blieben und ein vierter, der berste Führer. Raditsch nämlich, jetzt noch in höchster ebensgefahr schwebt und vielleicht auch Opfer wird, hat 'n natürlich auch wieder mit Versprechungen nicht ge- '»t Und ebenso natürlich denkt das neue Kabinett gar t daran, diese Versprechungen zu erfüllen. Für alle hält man Truppen bereit, läßt bisweilen auch Zen, aber versucht gar nicht, die Ventile zu öffnen, »bliche Ausgleiche zu finden. Allzu süß ist es, allein t»;f Macht zu sitzen, sie mit keiner anderen Partei zu und man bleibt auch fest entschlossen, sie mit nieman- 5 w teilen. Infolgedessen liegen die Belgrader An- 'Mplane noch unberücksichtigt auf den Schreibtischen der europäischen Bankiers, die sich hüten werden, ihr gutes einer so unklaren Situation anzuvertraueu. Diese raaten haben eben bei den Friedensschlüssen 1919 Brocken geworfen erhalten, die ihnen jetzt im Halse stecken und die wUden nationalistischen Schluckens' nicht hin- ^t' Das frühere Rumänien und das frühere suhlen sich beide als Nutznießer des Krieges, °us von ihnen im Kampf gegen die Mittelmächte fiihu, r Blut bis zum letzten Tropfen ausnutzen und 'lch gerissen""^ ^err^er über die Gebiete, die sie an .^^ kann den Vergleich noch weiter ziehen. Vor den m 'Jugoslawiens steht der Gegensatz zu Italien njL ^^"-'^r^its hat Sswjetrußland noch längst ls m-Ä^N' daß ihm die Rumänen Beßarabien raubten, eb»n 4 .Moskauer Regierung in größter Not war. So- SnfäJit c/ 'st eine scharfe russische Protestnote nach siswo^ /x.Uesandt worden, weil man dort ursprünglich rns- Revon,^?^^â^u, üor allem Schiffe, die in den Wirren der berfânn V,1^ Hände der Rumänen fielen, jetzt einfach für C/ 4^1 $1 * f $ e r i n, der russische Volkskommissar Metth4 «ä^kvärtige, macht in durchaus nicht mißzuver-- t ,W darauf aufmerksam, daß schon 1921 die ^Gat^iL1 ?9,erun9 liegen jede Verfügung über russisches

Protestiert hat, und kündigt Vergeltungs- ium q'L'V.v^ Moskauer Regierung rumänischen Eigen-- »"lber an. So gesellen sich iu jenen innenvoli-.

Der parlamentarische Beirat über die Eisenbahnkatasirophen.

Beratung beim Reichsverkehrsmini ster.

Im Reichsverkehrsministerium fand Mittwoch die schon nach dem Eisenbahnunglück aus dem Münchener Hauptbahnhof in Aussicht genommene Konferenz des Reichsverkehrsministers von Gusrard mit den Vertretern der Reichstagsparteien unter Teilnahme des Generaldirektors der Reichsbahn, Dr. D 0 r p m ü l l e r, statt. Nicht vertreten war die Bayerische Volks- Partei. Gegenstand der Erörterung waren die zahl- reicken Eisenbabnkatastrovben der letzten Seit besonders

auch das neue Unglück bei Dinkelscherben, über das jedoch amtliches Material noch nicht mitgeteilt werden konnte.

Bei der Erörterung der einzelnen Fälle kam unter anderem zur Sprache, daß in Bayern andere

.Ruhezeiten für das Personal bestehen als in I Preußen, da das Personal in Bayern Wert auf längere zusammenhängende Ruhepausen legt. Bei Besprechung der technischen Fragen wurde festgestellt, daß die Zentralisierung der Blocksignale des Münchener Haupt­bahnhofes beschleunigt durchgeführt werden soll. Man hofft, in etwa zwölf Tagen damit fertig zu sein. Zwischen dem Reichsverkehrsministerium und der Reichsbahn­direktion sind Richtlinien vereinbart worden, die be­schleunigt zur Durchführung gebracht werden sollen,

*

Als praktisches Ergebnis der parlamentarischen Ber­kehrskonferenz ist sestzustellen, daß der Reichsverkehrs- minister einen Ausschuß berufen wird, der nicht nur die einzelnen Unfälle und ihre Ursachen untersuchen, sondern auch grundsätzlich prüfen soll, wie es mit der Sicherheit auf der Deutschen Reichsbahn im allgemeinen bestellt ist. Es wird sich hier nicht um einen Parlamen­tär i s ch en Ausschuß handeln, sondern um einen Aus­schuß von Sachverständigen, dem natürlich auch Parla­mentarier angehören können,

Deileidskundgebung des Reichspräsidenten.

Das ganze Reich steht unter dem niederschmetternden Eindruck der Katastrophe. Besonders groß aber ist die Trauer in Bayern. In Augsburg wehen auf den öffentlichen Gebäuden die Reichs- und die Landesflaggen auf Halbmast. Der Reichspräsident sandte an den Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellschaft ein herzliches Beileidstelegramm. Beileidsschreiben schickten auch der Reichsverkehrsminister v. Guèrard, Reichs­minister Dr. G r ö n e r als Vertreter des Reichskanzlei

Harte Kämpfe in Amsterdam.

Ehrenvolles Abschneiden der Deutschen.

Wenn man bedenkt, daß Deutschland zuletzt 1912 an einer Olympiade teilnahm, dazwischen aber die Zeit be3« Krieges und die für sportliche Betätigung wohl noch we^ schwerere Nachkriegszeit liegt, so ist es ebenso erstaunlich wie erfreulich, welch ungeahnte Erfolge die Vertreter Deutschlands in Amsterdam davon tragen. Die Folgen der Nachkriegszeit sind insofern noch nicht ganz über­wunden, als unsere sportlichen Größen noch immer nicht eine gleichmäßige Höhe zeigen, sondern wie Houben und Dr. Peltzer ein Auf und Ab aufweisen, das ihnen oft den Sieg raubt. Dafür tauchen plötzlich andere, weniger Bekannte auf, die die deutschen Farben zum Triumph führen.

Dr. Peltzer war im 800-Meter-Lauf ausgefallen und Engelhardt -Darmstadt war in den Zwischen­läufen als einâiaer deutscher Vertreter für die Endent-

Der deutsche Olympiakämpfer Engelhardt.

scheidung übrsggeblieben. Unter geradezu atemloser Stille traten die Konkurrenten an, unter denen Lloyd Hahn, der in Amerika selbst Dr. Peltzer geschlagen hatte, Favorit war. Nach dem Startschuß hat er auch bald die Spitze, doch ein paar hundert Meter vor dem Ziel zieht der Engländer Low einfach davon, gefolgt von dem Schweden B y l é n und dahinter das Rudel der anderen, darunter Engelhardt, der bis zur siebenten Stelle zurückgefallen war. Nach erbittertem Kamps ringt Engel- Hardt nicht mehr weit vom Ziel einen Gegner nach dem anderen nieder, kommt an den Schweden aber nicht mehr heran, so daß er als Dritter durchs Ziel geht. Wieder steigt die R e i ch s s l a g g c am Siegesmast empor.

Auch im 200-Meter-Lauf gab es ganz hervorragende Erfolge für die Deutschen. S ch ü l l e r, der im Zwischen­lauf geradezu verhalten gesiegt hatte, hatte es nicht so

tischen diese außenpolitischen Schwierigkeiten und durch­dringen einander, dazu kommen die finanziellen Hemm­nisse, die wieder aus beiden entspringen, kurz, von einer wirklichen Festigung des Südoftens Europas ist man him­melweit entfernt. Durch eigene Schuld: denn mit Gewalt, roher, brutaler Gewalt, scheint man selbst auf dem Balkan nicht mehr so ganz allein regieren zu können.

schwer wie Körnig, der gegen den Olympiasieger chom Vortage Williams und den auf 200 Meter überhaupt noch nie geschlagenen Amerikaner Borah antreten mußte. Beide Gegner aber schlug er in blendendem Stil, dazu noch in der olympischen Rekordzeit von 21,6,, aus dem Felde; Borah, die amerikanische Kanone, scheidet damit für die weiteren Läufe aus.

Die beiden Deutschen, Meier und Köchermann, die sich für das Weitspringen qualifiziert hatten, blieben, beide mit 7,35 Meter, gegenüber dem unbesieglichen Ameri­kaner Hamm (7,73 Meter) Vierter und Fünfter; auch beim 100-Meter-Hürdenlauf kam der deutsche Vertreter Stein- bardt über den Zwischenlauf nicht hinaus. Vollkommen fielen die Damen aus. Im 100-Meter-Lauf wurde die eine deutsche Vertreterin. Fräulein Schmidt, vom Starter herausgestellt und die zweite, Fräulein Steinberg, endete an vierter Stelle. Ebenso vermochten im Damen- Diskuswerfen die deutschen Kämpferinnen nicht die Leistung der Siegerin zu erreichen und blieben Vierte bzw. Fünfte. Bei den Vorläufen für das 5000-Meter-Rennen schieden die beiden deutschen Vertreter erfolglos aus. Wieder einen Erfolg für Deutschland gab es aber im modernen Fünfkampf. Dort erreichte Oberleutnant Hax beim Pistolenschießen 196 Punkte und steht somit an erster Stelle.

Beim Mannschaftsfechten für Florett gewann Italien vor Frankreich und Argentinien; außerdem wurde eine Reihe Entscheidungen im freien Ringkampf ausgefochten, ohne daß ein Deutscher dabei bisher in Betracht kam.

WMiüMs Sieger im 200-Meter-Lauf.

Amsterdam. Der 260-Metcr-Endlaus, zu dem von den deutschen Läufern Körnig und Schüller starteten, wurde von dem Kanadier Williams gewonnen, der damit nach de» 100 Metern seinen zweiten großen Erfolg erzielte. Er brauchte 21,8 Sekunden Körnig belegte in totem Rennen mit dem Amerikaner Scholz den dritten Platz. Hinter ihnen kam Schüller.

Der österreichische Olympia-Ausschuß gab ein Festmahl, an dem außer den Mitgliedern des Internationalen Aus­schusses und der verschiedenen nationalen Ausschüsse auch Prinz Heinrich und der Bürgermeister von Amsterdam sowie der österreichische Gesandte teilnahmen. Der Präsi­dent des Internationalen Olympia-Ausschusses sprach den Österreichern seinen Glückwunsch zu der Meisterschaft im Gewichtheben aus.

politische Rundschau.

Deuffcheö Reich.

Klage beim Staatsgerichtshof gegenMecklenburg-Schwerin.

Der Gau Mecklenburg-Lübeck der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei, der seinen Sitz in Parchim hat, hat beim Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich durch seinen Rechtsvertreter den Antrag gestellt, das Land Mecklenburg- Schwerin zu verurteilen, den am 22. Mai 1927 gewählten Mecklenburgischen Landtag aufzulösen und Neuwahlen auszuschreiben. In der Klagebegründung wird aus» gefübrt, daß die Staatsregierung und der Landtag in- Mecklenburg-Schwerin trotz der festgestellten Verfassungs- Widrigkeit der Wahlbestimmungen nicht die Folgen aus diesem Beschluß gezogen und den Landtag aufgelöst haben.