Zulöaer MZeiger
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Fulda, Mittwoch, 8. August
5. Jahrgang
Meine Zeitung für eilige Leser
* Die Entscheidung darüber, ob Reichsaußenminister Dr. ^„âiaim nach Paris zur Unterzeichnung des-Kellogg-Pakts I wirb erst nach seiner Rückkehr nach Berlin getroffen.
k Ms größte Flugboot der Welt, das deutsche Flugzeug lolnbach-Romar", startete im Flughafen Lübeck-Travemünde I 3 glänzendem Erfolg.
? * ger Streit um die Untersuchung der Nobile-Expedition | mW fort. Der Papst hat General Nobile seinen Segen und I § goldene Medaille übersandt.
^n. Jugoslawien ist die Erregung zwischen Serben und ww derartig gestiegen, daß man den Ausbruch einer - it^ Erhebung befürchtet.
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Msn wird doch gegeben!
S/eiicramnestie des Reichsfinanzministerrums.
Auf jedenr Steuerzettel, den der darob nicht gerade «ciiehm berührte Staatsbürger erhält, sind am Schlüsse dki zahllosen Fragen auch noch ein paar Sätze angefügt, dir allerhand wenig Liebliches in Aussicht stellen, wenn die Angaben des Steuerpflichtigen nicht wirklich „nach bestem Mn" gemacht sind, sondern sich als bewußt falsch her- ^Men. Und jedermann weiß, daß er tief in das Wriemonnaie greifen muë, wenn auf die Frage: „Was haben Sie zu verzollen?" ein wahrheitswidriges „Nichts!" die Antwort ist, der „Zöllner" aber dem Sünder auf die mgeblich gemachten Sprünge kommt. Hohe, höhere, W Strafen, Konfiskation — der Staat spart damit nicht,um zu dem zu kommen, was das Gesetz ihm nfpricht.
Es lohnt sich für ihn. 1927 hatte das Reich über 257 Millionen Einnahmen allein aus rechtskräftig festgesetzten Aldfirasen dieser Art — theoretisch wenigstens. Als Liderungen sozusagen, die aber wohl vielfach wegen ihm Höhe nicht eintreibbar sind. Denn für große Betrügereien — man denke z. B. an die bekannten Sprit- Mulgsprozesse - müssen und wurden ja Geldstrafen UMut. die vielfach in die Hunderttausende, bisweilen Me Mionen gehen. Bezeichnend ist hierfür z. B. Umstadt, wo zwar nur 14 Bestrafungen ausgesprochen Kurden, diese Geldstrafen aber eine Summe von über 76Mionen Mark darstellten. Das sind allein über zwei TM der Gesamtsumme aller Strafen für Hinterziehun- ßen bei den Zöllen, den Ein- und Ausfuhrverboten.
Aber auch „die Singe macht' s". Kein Mensch Im behaupten, daß das deutsche Abgabensystem gerade als ich durchsichtig bezeichnet werden kann; doch am kompli- zikitesten liegen die Dinge Wohl auf dem Gebiete der Ver- tmqèabgaben, also bei der Tabak-, Bier-, Zucker- usw.- Scfaerung. 131 Millionen bei rund 19 500 Einzelfällen Wiegen hier die Geldstrafen, die verhängt wurden, also "ich: als die Hälfte der Gesamtsumme. Dagegen verbindet der Fischzug, den das Reich gegen die Hinter- äieijunqen auf dem Gebiete der direkten Steuern gemacht tot Zwar zappelten über 31 000 Sünder im Netz, aber c» waren doch im allgemeinen, nur kleine Fische, denn das ^Mbnté betrug etwa 13,5 Millionen. Am — zahlen- Wg - ertragreichsten war es noch im Bezirk des Lan- Waanzamtes Stuttgart; nicht das „Sündenbabel" Min steht also hier an erster Stelle, sondern beträchtlich An etwa dem Bezirk Münster, der an steuerlicher Mäßigkeit den Stuttgartern nicht viel nadjfpbt. Freist O für die Aufdeckungsarbeit der Behörden und M Ergebnis auch der alte treffliche Spruch: Die Nürn- henken keinen, wenn sie ihn nicht vorher haben! ^w Abneigüntz gegen das Steuerzahler! soll nämlich ein M chemèin verbreitetes Laster sein.
Aber bisweilen läßt der Staat Gnade vor Recht Men, namentlich dann, wenn es ihn nichts kostet. Doch Win soll ihm nicht ganz unrecht tun: bisweilen läßt er ^nabe walten, wenn die Höhe der Strafe in einem NA krassen Mißverhältnis zum Vergehen steht. Denn «csetzesparagraphen messen mit der Elle und nicht ' dem Zentimetermaß und das führt dazu, daß dabei Mr über das gewollte Ziel allzu weit hinaus- Wn wird und bei dem Vergehen gegen einen nicht ZU Schuldigen vielleicht dessen ganze wirtschaftliche Mz zum Opfer fällt. Wie vor kurzem die politische « Wie erfolgt ist, so hat auch die Steuerbehörde Eichen Schuldigen „p a r d 0 n n i e r t". In unge- W Fällen, und zwar für 10,6 Millionen ver- Bi.et Geldstrafen, wurde Amnestie gewährt, verhältnis- Ä ^" Wenigsten noch bei den größten Posten, den ^iwhungen von Verbrauchsabgaben. Köln, das bei I . Versündigungen gegen die Zölle, die Ein- und Aus- i^verbote zahlenmäßig mit an der Spitze marschierte, der Amnestie am besten weggekommen, überhaupt ^.gerade bei dieser Art der Steuervergehen verhält- "vtg am meisten Gnade gewährt.
tz.O^.wird mancher aufatmen, dem der Versuch, den ^'e.n bißche» oder erheblich zu benrogeln, übel miß- Ä und der dabei erwischt wurde, daß er nicht dem jene v ^r' ^uas des Staates ist. Schließlich haben aber auch linWi 0' ^^nen die Struktur unseres Steuersystems es das n,U"Nlöglich macht, derartiges auch nur zu versuchen, es J'^Bte, weil das egoistischste Interesse daran, daß eu andern nicht besser geht als ihnen selbst.
SU( Wdenburg bei der Reichsmarine.
?^Üm>,ch^Ul>''wehrminister Dr. Gröner und der Chef der ^uleqfchis-UUg, Admiral Zenker, wohnten an Bord des ^iitaHt.. ^Schleswig-Holstein" dem Artillericschießen der Mil „ajjâ bei, wobei auch Übungen mit dem Fernlenkziel- U^ster tlW« ausgeführt wurden. Der Reichswehr- kMdeim^ ' ------ ‘Sen -
^t, wobei auch Übungen mit dem Fernlenkziel- ien" ausgeführt wurden. Der Reichswehr- „.urtneleiWng werden den Reichs- '^Men an ^m ^"ldenburg zur Teilnahme an den Flotten- Met^ «n Bord des Linienschiffes „Schleswig-Holstein"
Jugoslawien vor der Revolution.
Kroaten gegen Gerben.
Bedrohliche Steigerung der Gegensätze-
Seit dem Attentat im Belgrader Parlament, bei ber.r der Bauernsührer Raditsch schwer verwundet wurde, während einige andere Abgeordnete seiner Partei als Todesopfer sielen, haben sich die Gegensätze in diesem nach
Der Bauernführer Stephan Raditsch, der jetzt ernst erkrankt ist.
dem Weltkrieg zusammengeschweissten Balkanköyigreich aus das äußerste verschärft. Das Fieber und der zum Ausbruch drängende Haß der aneinandergekoppelten Serben und Kroaten sind jetzt auf die Nachricht vom zu erwarten- den Ableben des an seinen Wunden daniederliegenden Ptaditsch zu einer Höhe gestiegen, die jeden Augenblick zu -<4ner Explosion führen kann. König Alexander ist ganz überraschend von seinem Svmmerurlaub aus Bosnien nach Belgrad zurückgekehrt und der Ernst der SituQ.
In und auf
Die Sportarbert in Amsterdam.
In A m st e r d a m ging es am Montag und Dienstag wesentlich ruhiger zu als in den vorhergehenden Tagen; die Schwimmkämpfe sind es, die jetzt im Vordergrund des Interesses stehen. Der auf längere Strecken anscheinend unbesiegliche Arne Borg (Schweden) siegte denn auch im 1500-Meter-Freistil-Schwimmen vor den Amerikanern und einem Australier. Dafür sicherte sich aber in der Entscheidung über 400 Meter die Amerikanerin Fräulein N 0 r e l i u s mit einem neuen Weltrekord den ersten Preis. Nachdem am Montag nachmittag noch eine Reihe von Ausschreibungen im Wasserballspiel erfolgt waren, folgte Dienstag ein erbittertes Treffen zwischen Deutschland und England. Hier war es in der Hauptsache Rademacher, der Tor um Tor für die Deutschen herausholte; nur dadurch, daß er und noch ein anderer Deutscher herausgestellt wurden, hatten die Engländer die Möglichkeit, wenigstens fünf Tore gegenüber den acht der Deutschen hcrauszuholcn. Die Sieger
Rademacher, der best Vorlaus im WO Meter-Bru stschw i in in m in Amsterdam glänzend gewann.
treffen nun im Schlrißkampf entweder auf Ungarn oder Frankreich, das seinen Kampf noch auszufechten hat.. Für die Entscheidungen im 100-Meter-Rückenschwimmen qualifizierte sich nur Küppers von den Deutschen ohne viel Aussicht, da der Amerikaner K 0 j a c zur Erreichung des Zieles in neuer Weltrekordzeit 5 Sekunden weniger gebrauchte.
Beim Segeln und Rudern
steht Deutschland jn der IZ Fuß Jollenklasse immer noch
sinn ist nicht mehr zu verkennen. Das kürzlich etwas gewaltsam installierte Ministerium Ko r 0 s ch e tz scheint nicht stark genug zu sein, um die Dinge meistern zu können. Die kroatische Bevölkerung, die in Raditsch ihren Vorkämpfer sieht, ist in wilder Erregung und die Abneigung gegen das serbische Regiment äußert sich tagtäglich in Überfällen und Angriffen auf die unter ihnen lebenden Altserben, die als rücksichtslose Eroberer und Schuldige an einer unwillig ertragenen Fremdherrschaft be- trachtet werden. So wurde bekanntlich in Agram soeben erst ein besonders bei den politischen Auseinandersetzungen hervorgetretener serbischer Zeitungsvertreter meuchlings erschossen.
Die Leitung der Kroatischen Partei, auch Bauernpartei genannt, hat einen Aufruf veröffentlicht, in der die Bevölkerung aufgefordert wird, völlige Ruhe zu bewahren, sich insbesondere aller Kundgebungen zu enthalten. Es dürfe nicht geschehen, daß den dunklen Mächten Handhaben geboten würden, durch die sie den nationalen Kampf der Kroaten zu ihren eigenen Zwecken mißbrauchen könnten.
Raditsch auf dem Sterbelager.
Soeben ist auf die telephonische Bitte der Angehörigen Raditfchs hin Professor Wenckebach aus Wien an das Krankenlager Raditschs nach Agram geeilt. Profellor Wenckebach versuchte die sehr geschwächte Herztätigkeit Raditschs zu beleben, doch ist der Zustand des Kranken infolge der verschiedenen bisher eingetretenen Komplikationen äußerst bedrohlich. Die Ärzte haben keine Hoff nung mehr âuf Rettung.
Allgemein wird erwartet, das Hinscheiden von Raditsch werde das Signal 3111 Losbrechen der kroatischen Bewegung zur Befreiung von der serbischen Herrschaft sein.
Ein neuer Anschlag auf Raditsch vereitelt?
Wie die Agramer Blätter melden, bemerkten Dienstag früh Kriminalbeamte im Garten der Villa Stephan Raditschs zwei ihnen verdächtig erscheinende Männer. Als die Kriminalbeamten sich den beiden Verdächtigen näherten, ergriffen diese die Flucht. Die Beamten schossen, trafen jedoch niemand. Trotz eifriger Verfolgung konnten die beiden Männer nicht eingeholt werden. Man nimmt an, daß sie einen Anschlag auf Raditsch beabsichtigten.
dem Wasser.
an erster Stelle. Dagegen haben die deutschen Teilnehmer am Kunstspringen sich zwar für die Entscheidung qualifiziert, aber ihr Abschneiden ist gegenüber den weitaus führenden Amerikanern ein recht mäßiges. Bester waren wieder die deutschen Erfolge bei den Ruderwettbewerben; im Vierer mit Steuermann konnte üch Deutschland durch Sieg im zweiten Hoffnungslauf wieder die Berechtigung zur Teilnahme am Endlauf sichern, ebenso waren im Doppelskuller und Riemenzweier ohne Steuermann die deutschen Vertreter erfolgreich. Auch die Endentscheidungen im Radfahrwettbewerb sahen den Deutschen Bernhardt im lOO-Meter-Hauptfahren nur auf dem vierten Platz; im Zweisitzerfahren wurde dir deutsche Vertretung Dritter.
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Königin Wilhelmine gibt ein Festesten.
Montag abend gab die Königin Wilhelmine km Palais zu Amsterdam aus Anlaß der Wettkämpfe ein Festessen. Die Königin war in Begleitung von Prinz Heinrich und der Kronprinzessin erschienen. Unter den 220 Gästen sah man Kronprinz Olaf von Norwegen, Erzherzog Albrecht von Ungarn, Erzherzog Adolf Friedrich von Mecklenburg sowie die Mitglieder des Diplomatischen Korps, des Internationalen Olympischen Komitees und die Vorsitzenden der verschiedenen olympischen Ausschüsse. Der Saal wurde in historischer Weise durch Kerzen und Öllampen beleuchtet.
David und Goliath in der Luft.
Bei den Segel wettflügen, die, wie alljährlich, seit Anfang des Monats auf der Wasterkuppe in der Rhön stattfinden, gelang es dem in letzter Zeit stark in die Öffentlichkeit getretenen Wiener Segelflieger Kronfeld, einen neuen Rhöu-Höhenrekord aufzustellen. Er blieb 3 Stunden 3 Minuten in der Luft und erreichte dabei eine Höhe von etwa 540 Metern.
Das zurzeit größte Flugboot der Welt, „Rohrbach-Romar", startete im Flughafen Lübeck-Travemünde zum ersten Brobeflug, der ein glänzender Erfolg war. Das etwa 300 Zentner schwere Boot kam nach einem kurzen Anlauf schnell vom Wasser frei und erhob sich in die Lüfte. In ungefähr 150 bis 200 Meter Höhe führte dann der Pilot Steindorf verschiedene Kurvenflüge aus und bewies damit die große Manövrier- f ä h i g k e i t der Maschine. Das Boot ist später für den Pustdienst über dem südlichen Atlantik bestimmt.
Der Ingenieur Luster aus Stuttgart landete mit einem 40pferdigen Klemm-Daimler-Sportflugzeug gla.t auf dem I u n g f r a u j 0 ch in 3450 Meter Höhe. Der Start erfolgte in Thun bereits auf Kufen an Stelle von Rädern. Vom Joch aus führte Luster am Nachmittag eine Reihe gelungener Flüge aus, die er in den nächsten Tagen zu wiederholen gedenkt.