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fir.

195 -1928

Fulda, Montag, 20. August

5. Jahrgang

905 Prumm der KellüW-MerMiiliW.

Empfänge und Diners.

Die französische offizielleAgentur Havas" gibt das «f^ranlnr der anläßlich der Unterzeichnung des Kriegs- âlisvaktes vorgesehenen Veranstaltungen, das aller- EU von dem am 23. August stattfindenden sranzö' Mn Ministerrat endgültig festgesetzt werden wird, bc- L Danach wird am Vorabend der Unterzeichnung, â W 26. August, der amerikanische Staatssekretär dcn Bevollmächtigen ein Diner geben. Nach der ilckneichnung des Paktes, die am Nachmittag des 27 tauft stattfindet, wird am Quai d'Orsay ein Diner mit anschließendem diplomatischen Empfang stattfinden. Laas daraus wird der Präsident der Republik die Be- »Mächtigen im Schloß von Rambouillet empfangen. W gleichen Tage wird die Stadt Paris im Rathaus einen Empfang veranstalten. Alle zur Unterzeichnung eingcladenen Mächte haben diese Einladung angenommen.

Nach den bisher in Paris vorliegenden Meldungen leird der Kellogg-Pakt von folgenden Staatsmännern unterzeichnet werden:

China durch Deutschland anerkannt.

Mertrag Wna^SeuWlaud.

Äon beiden Seiten unterzeichnet. '

Der deutsche Gesandte für China, Dr. v. B o r ch , und ier Außenminister der nationalistischen Regierung in China, Dr. C. T. W a n g, haben im Namen ihrer Regie­rungen einen Vertrag unterzeichnet, durch den sich beide »äiiiicr völlige Gleichstellung in Zoll und verwandten Angelegenheiten zusichcrn und verpflichten, sobald als möglich in Verhandlnngen über den Abschluß eines end­gültigen Handelsvertrages auf der gleichen Grundlage »nznireten.

Der unterzeichnete Vertrag ist eine Ergänzung zum dachch-chinesischen Vertrag vom 20. Mai 1921, sein Text ^ird alsbald veröffentlicht werden. Die Verhandlungen öc-- deutschen Gesandten in China in dieser Beziehung Wen bereits kürzlich angekündigt und zogen sich einige 'Nen hin, haben nun also zu dem sicher wünschens« vrten Resultat geführt.

Die Bedeutung des Abkommens.

Wenn in der Mitteilung über den Vertrag auch nicht Wahnt, so ist die tatsächliche Anerkennung der neuen chinesischen oder Nankingregicrung, wie man sie

Sozialdemokraten und Panzerkreuzer.

^Uließung des sozialdemokra-| tiftzen Parteiausschusses.

^^'ausschuß und Reichstagsfraktion der Sozial- waren nach Berlin einberufen Wörden, um "âerschiffbau Stellung zu nehmen, dem auch die ..^âidcmokratischcn Reichsminister ihre Zustimmung ge- iJl'Men. Nach mehrstündigen Beratungen wurde mit L ^Miel Mehrheit folgender Beschluß gefaßt:

. sozialdemokratische Reichstagsfraktion und der sozial- Parteiausschutz treten dem am 15. August ge- bie^M des Partei- und Fraktionsausschusies über

»"N ber der Reichsregierung angehörenden Partei» AM» 511 der Inangriffnahme des eigentlichen Baues des rro(iL A bei. Sie bedauern, daß die sozialdemo- »ui hn 6 ^'"^" dem Beschlutz des Kabinetts unter Verzicht schuss--^^"w Befragung dèr Fraktion und des Parteiaus- Wen s- 5URcfünuut haben. Fraktion und Parteiausschutz ^co!kn.»b ^^ Fühlungnahme zwischen ihnen und den der i Hit ein» "»gehörenden Genossen in allen politischen Fragen * Hüfdul""^iSfcore Notwendigkeit. Fraktion und Partei- bic Beteiligung an der Regierung °chr°rv. !^ baS Gesamtintercsse der Arbeiterschaft für ^eibtmn k ^ *10- Sie leiten daher aus der Ent- k^ichston ^5l??"E, die die Ausführung eines vom letzten bch abwkii-»^lossenen Gesetzes betraf, trotz ihrer grundsâtz- ^«8 über den Ersatzbau des Panzer-

: Süntritt m a l blc Notwendigkeit ab, unsere Genossen zum stbeX 5°binett aufzufordern.

ben noA -Verhandlungen, die vertraulich waren, wer- Klungen iinhmnbe Einzelheiten bekannt: An den Be- Rt Debatte etwa 170 Parteifunktionäre teil. In Inlett Rickt»»^^'isttt wiederholt die Vertreter der radi- ^ß die sa-;^^ Wort, um die Forderung aufzustellen, Ausscheiden s^^o^tischen Minister aus dem Kabinett ieren Teile <L Demgegenüber lehnten die gemäßig- !0$ialbemotrltiW n^Wrun9 ab, auf Grund deren den J1 Kabinett ein längeres Verbleiben 'aus der gemacht wäre. Im weiteren Ver- , ganze 93ühiPJ?Urbe bann der Vorschlag gemacht, daß i â^i werden soll/^^^rangelegenheit bis zum Herbst ber* v'^ung des beutw^D^äuntlich ohnedies eine Konsoli- ZK!a° nZA WLânetts erfolgen soll. Zu diesem Stellung,derüw ^besondere Reichstagsprästdent Löbe ..egen thu aysgefprochen haSsn.soll. Auch

Für Deutschland: Außenminister Dr. Stresemann,

die Vereinigten Staaten: Kellogg,

Belgien: Außenminister Hymans,

Frankreich: Außenminister Briand,

Großbritannien und Indien: Lord Cushendun,

Australien: Maclan,

Südafrika: Smith,

Kanada: Mackenzie King,

Neuseeland: Sir Parr,

Irland: Gilligan,

, Japan: Ushida,

die Tschechoslowakei: Außenminister Dr. Benesch.

Von Polen und Italien liegen die Antworten noch nicht vor, doch erwartet man den polnischen Außenminister Zaleski und den italienischen Unterstaatssekretär Grandi.

Nach Meldungen aus Newyork hat Staatssekretär Kellogg auf der Reise nach Europa, die er auf dem Schiff ,.Jsle de France" unternimmt, eine große Zahl politischer Persönlichkeiten um sich. Bei der Änkerlichtung kam es zu Kundgebungen der antiimperialistischen Liga.

nach ihrem Sitz auch nennt, durch Deutschland durch dieses Abkommen vollzogen. Die Beziehungen der beiden Mächte in politischer und wirtschaftlicher Beziehung wer­den auf die Basis völliger Gleichberechtigung ge-- bracht. Wir haben das erfüllt, was das neue China von den übrigen Mächten verlangt, die Abkehr von u n - gleichen Verträgen. Es wird zum Ausdruck gebracht, daß bei beiden Ländern die gegenseitigen Einfuhrwaren nicht schlechter gestellt werden als bei anderen Staaten. Die steuerliche und zolltechnische Behandlung ist gleich für Inländer und Angehörige des Vertragskontrahenten. Bei der Unterzeichnung wurde von dem chinesischen Außen­minister der baldige Eintritt in endgültige Handels­vertragsverhandlungen zugesichert und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß das bisherige vertrauensvolle Verhältnis zwischen beiden Ländern sich noch vertiefen möge.

China will nach den schweren Nöten, durch die es in den letzten Jahren gegangen ist, sein eigenes Leben wiedergewinnen, und wir Deutsche befinden uns nach den Erfahrungen, die wir nach dem Kriege machen mußten, sicher unter ben ersten, die diese Notwendigkeit für eine Nation anerkennen. Der Weg zu friedlicher Zusammen­arbeit, zu kulturförderndem Gedanken- und Güteraus­tausch ist gegeben, möge das Werk gute Früchte bringen.

die Frage der früheren Einberufung des Reichstags wurde besprochen. Diesen Vorschlag lehnten jedoch eben­falls verschiedene führende Vertreter der Partei ab. Nach­dem der Reichskanzler mehrere Male in die Debatte eiu- gegriffeu hatte. nahm schließlich noch der Neichsfinanz-" minister Dr. Hilferding das Wort, um zur geplanten Er­weiterung der Krisenfürsorge die Erklärung abzugeben, daß er und seine sozialdemokratischen Ministcrkollegen im Reichskabinett den Antrag stellen werden, die Kriseu- fürsorge allgemein von 26 Wochen auf 39 Wochen aus- * zudebneu. . _

Man wird immerhin gefvannt sein dürfen, wie stch der radikale Flügel der Sozialdemokraten, der namentlich in Sachsen zu suchen ist, mit den Berliner Beschlüssen ab- finben wird.

Die Sozialdemokraten in Hessen gegen den Panzerkreuzer.

Darmstadt, 18. Aug. Der Landesvorstand der Sozialdemo­kratischen Partei in Hessen hat in seiner gestrigen Sitzung nach eingehender Aussprache, die volle Einmütigkeit in der Beurtei­lung der durch den Kabinettsbeschluß über den Bau des Pan­zerkreuzers geschaffenen Situation ergab, eine Entschließung an­genommen, in der die Zustimmung der sozialdemokratischen Mitglieder im Neichskabinett zu der Inangriffnahme des Baues des Panzerkreuzers nicht gebilligt wird. Diese Gegner­schaft war und sei um so mehr begründet, als dringende so­ziale Aufgaben des Reiches nicht erfüllt werden konnten, weil angeblich die dazu notwendigen Mittel nicht vorhanden seien. Eine Belastung der Partei mit der Verantwortung für den Panzerkreuzer müsse als untragbar bezeichnet werden. Der Landesvorstnnd. erwarte von Parteiausschuß und Rcichstags- fraktion, daß alles geschehe, um eine nochmalige Entscheidung des Reichstags in dieser Frage herbeizuführen. Die in Aus­sicht genommenen Verbesserungen in der KrisenfUrforge seien nicht zureichend. Die Beschränkung der Bezugsdâuer müsse be­seitigt und die Gewährung der Unterstützung unabhängig von der.'Berufszugehörigkeit auf alle Erwerbslosen ausgedehnt werden. Sollte es nicht möglich sein, in der Regierungskoali- iinn wesentliche Verbesserungen in den sozialen Verpflichtun­gen des Reiches zu erreichen, so sei zu prüfen, ob die Mitar- bsit in der Regierung für die volle Entwicklung der Partei noch tragbar erscheine.

Kleine Zeitung für eilige Leser

* Zwischen Deutfs>md und der neuen chinesischen Regie­rung in Nanking ist ein Zollvertrag auf gegenseitige Gleich­berechtigung abgeschlossen worden.

* Reichspräsident von Hindenburg hat seinen sommerlichen Urlaub in Dietramszell (Oberbayern) angetreten, wo er sich schon seit sechs Jahren regelmäßig um diese Jahreszeit auf« hält.

* Die Mitteilung über die Zusage des deutschen Reichs- außenmintsters Dr. Stresemann, an der Unterzeichnung des Kellogg-Paktes in Paris teilzunehmen, wurde von der franzö- .flschen Regierung veröffentlicht.

* Der braunschweigische Kultusminister hat ein Verbot er- lassen, nach dem Schüler an Sonnabenden und Sonntagen nicht mehr mit häuslichen Arbeiten für die Schule belastet werden dürfen.

Oie Verarmung des Miiielstanöes.

Die Frauenerwerbsarbeit. Die Lage der Techniker.

In Breslau tagte der 4. Ordentliche Bundestag des Gewerkschaftsbundes der Angestellten. Auf der Tagung wur­den von führenden Gewerkschaftlern Vorträge über aktuelle Angestelltenfragen gehalten. So sprach über das Thema:

-Der Techniker im sozialen Recht"

das Bundesvorstandsmttglied Emil Fromholz. Er führte u. a. aus: Die gesetzlichen Bestimmungen über die Stellung des Technikers itn sozialen Recht seien von größter Buntscheckigkeit. Diese Mannigfaltigkeit dränge mehr und mehr zur Vereinheitlichung und zur Schaffung eines all­gemeinen Angestelltenrechtes Ganz besonders verlangten die Techniker die schnellste Regelung der Wettbewerbsabrcde, die gänzlich abgeschafft werden müßte, die Regelung des Er­finderschutzes und die Belassung des geistigen Eigentums zu ihrer eigenen Verfügung, bte Regelung etner angemessenen Abgangsentschädigung bei Betriebseinschränkungen, Still­legungen und Kündigungen, weil erfahrungsgemäß die beruf­liche Umstellung eines Technikers mit großen Schwierigkeiten verknüpft sei. Die Techniker des Bergbaues verlangten den alsbaldigen Erlaß eines einheitlichen Reichsberggesetzes, über

Die Notwendigkeit der Fraueneriverbsarbeit" sprach Maria H e l l e r s b e r g, die u. a. aussührtc, daß wir in Deutschland setzt 11,5 Millionen erwerbstätiger Frauen haben, das sei seit der Zählung von 1907 ein Anwachsen um mehr als 30 Prozent. Eine nicht unbeträchtliche Zahl dieser Frauen sei verheiratet. Den überwiegenden Anteil an ver­heirateten berufstätigen Frauen stelle allerdings die Land­wirtschaft, dort seien mehr als ein Drittel aller Erwerbs­tätigen weiblich. Die Zahl der verheirateten Frauen sei in der Angestelltenschaft wesentlich kleiner als bei den Arbeiterinnen. Den stärksten Anteil habe die weibliche Angestellte an der Zahl der Angestellten im Einzelhandel. Die Ursachen für die Ent-. ioicklung der außerhäuslichen Erwerbsarbeit der Frauen als Angestellte lägen in der Verarmung des Mittel­standes, der steigenden Technisierung, der Arbeitsteilung m Industrie und Handel und in dem großen Frauenüberschuß.

Notrufe der Landwirischast.

Schleswig-Holsteins Bauern vor dem Zusammenbruchs-

Angesichts der bedrohlichen Entwicklung der Markt­preise in der jüngsten Zeit hat der Schleswig-Holsteinische Bauernverein ein Eilschreiben an das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft gerichtet, in dem vor allem auf die fallenden Preise für Roggen sowie für Rm- der und Schweine hingewiesen wird. Wenn nicht lm Rahmen des Notprogramms beschleunigt eingegrtffen werde, sei zu befürchten, daß die Notverkäuse der nächsten Wochen an den schleswig-holsteinischen Märkten für bic Bauernbevölkernng der Provinz eine Katastrophe herbei- führen und Zahlirngseinstellungen in großem Ausmaße verursachen würden.

Die Unmöglichkeit, die in Erwartung auf den Herbst­erlös verlängerten Wechsel abzudecken, würde Pfändungen und Zwangsversteigerungen nach sich ziehen und ebenso die Unmöglichkeit zur Abdeckung gestundeter und fällig werdender Steuern mit sich bringen. Der Schleswig-Hol­steinische Bauernverein bittet dringend, die im Rahmen des Notprogramms bereitstehenden Mittel zweckent­sprechend einzusetzen, ehe es zu spät ist.

I *

* Der Tiroler Bauernbund erläßt einen Not­ruf wegen der katastrophalen Lage der Tiroler Landwirt­schaft, die hauptsächlich durch die schrankenlose Einfuhr ausländischer Erzeugnisse hervorgerufen worden sei, wo­durch der Absatz einheimischer Erzeugnisse nahezu unmög­lich geworden sei. Dies müsse im Verein mit den großen Wetterschäden dieses Jahres, wenn nicht ausreichend und rasch geholfen werde, zu einer großen Katastrophe führen. Es wurden Forderungen nach völliger Drosselung der Einfuhr, Förderung des Absatzes heimischer landwirt­schaftlicher Erzeugnisse durch Prämiengewährung, Not- standsmaßnabmeu und Steuerherabsetzungen gefordert.

Oeuifche Schafe für Rußland.

16 500 Zuchtschafe geliefert.

Die Exportgesellschaft für deutsche Hochzuchten m.b.H., Berlin, die sich in der Hauptsache mit dem Export von hochwertigem Zuchtvieh und Saatgut befaßt, hat mit der Handelsvertretung der U. b. S. S. R. einen größeren Vertrag auf Lieferung von Zuchtschafen abgeschlossen. Seit November vorigen Jahres war es möglich, insgesamt etwa 16 500 Zuchtschafe nach Rußland auszuführeu: da­von wurden in den Wintermonaten des vergangenen Jahres etwa 5000 Merinoschafe, im Frühjahr dieses Jahres etwa 1500 Württembergerschafe und seit dem >zuli weitere 10 000 Merinoschafe an die Russen abqe- ^efert. Die Tiere sind -für die russischen staatlichen ^bestimmt. Sie Lieferungen nehmen ihren