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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Möa- und Haunetal Zulöaer Kreisblatt

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Fulda, Dienstag, 21. August

5. Jahrgang

Vor Paris und Genf.

MsemalUl libermmmt die GeschWe

I Mittwoch Kabinettssitzung. ' Michsaußenminister Dr. Stresemann ist auS - .Jn nach Berlin zurückgekehrt und hat bereits die Ge- k â eines Amtes wieder übernommen. Wie es heißt, I ® Gesundheit völlig wiederhergestellt, doch soll er den Rat der Ärzte hin für die nächste Zeit noch ' &JL auferlegen. Er beabsichtigt deshalb, während dimmenden Aufenthaltes in Paris aus Anlaß der »«chnung des Kellogg-Paktes sich möglichst von fest- Kranstaltungen fernzuhalten, ebenso bei der bevar- Lm Tagung des Völkerbundrates in Genf. Dr. Smattii wird den Kellog-Pakt als Erster unter- .ten, da nach der alphabetischen Reihenfolge Deutsch- i Lj lAllemagnes voransteht. Für Mittwoch ist das Ka» I illctt iU einer Sitzung einberufen, in der die letzten Be- k Mse in bezug auf die wichtigen außenpolitischen Ereig­ne nefaßt werden sollen.

1 Für die Reise Dr. Stresemanns nach Paris und Genf ' tob die Vorbereitungen getroffen. Dr. Stresemann ver- M am Sonnabend Berlin und trifft am Sonntag in Paris ein. Am Montag, dem 27. August, findet die feier­liche Unterzeichnung des Kriegsverzichtspaktes statt. Dr. Stresemann, der allein nach Paris reist, wird am p August die französische Hauptstadt verlassen, um nach k èens'zu fahren, wo am 29. die Tagung des Völkerbund- I wies beginnt.

Amerikas Verstimmung.

Nicht als besonders glückliche Einleitung für die Nerzeichnung des Friedenspaktes kann man die mittler- | Heile in den Vereinigten Staaten entstandene Verstim- lmng über das im geheimen abgeschlossene englisch-fran- s iisif^e Flotten- und Rüstungsabkommen ansehen, dessen l Pest noch immer nicht bekanntgegeben ist. In Amerika ' vertieft sich das Empfinden, die Vereinbarung richte sich wn die Vereinigten Staaten und bedeute sogar unter

Wolle Gleichberechtigung Deutschland-China.

Der deutsch-chinesische Vertrag.

I Der Wortlaut des zwischen Deutschland und China I ""geschlossenen neuen Vertrages wird amtlich bekannt- I gegeben.

Der Vertrag umfaßt vier Artikel. Vereinbart wird 1 "/ volle Gleichberechtigung beider Vertragsparteien in I -Angelegenheiten. Keiner der beiden soll in dem Ge- I anderen irgendwie gegenüber der Behandlung ir- I anderen Landes benachteiligt werden. Weiter I . vereinbart, daß die beiden vertragschließenden Isobald als möglich in Verhandlungen zwecks Ab- I Eines Handels- und Schisfahrtsvertrages auf der I Gleichberechtigung und Gleich-

1 tritt in Kraft mit dem Tage, an dem die

I . ^Verungen einander mitgeteilt haben, daß die 1 "'"atmen vollzogen worden sind.

OZeMlesier an den Völkerbund.

Die ungerechte Trennung.

I ân^âuban fand am Sonntag eine eindrucksvolle Kund- I J Drutschen Oberschlesiens statt, an der sich I vereine beteiligten. In einer Ansprache erinnerte I «rmeister Kaschny- Ratibor an die schweren Zeiten stimm,,^ Das Vertrauen auf das glänzende Ab-

I kiâ^Vsbnis, das mit 700 000 deutschen gegen 470 000 1 Summen einen einwandfreien deutschen Sieg er- I ^urch den Genfer Fehlspruch schwer enttäuscht

I oraae h«.Ve begonnene internationale Aussprache über diese use nicht wieder ins Stocken geraten.

I ®n bas Auswärtige Amt und den Reichstag

I befenntn^ ^"tschließung gesandt, in der es nach einem Treu- I "^ie Iver1-»?^!^^"be zur oberschlesischen Heimat heißt: ioiefene bte praktisch schon so oft als unsinnig er-

; hinfoca "7p Lu9 Zu Recht anerkennen. Über die Grenzpfähle Hand.' re 0)611 tvrr unseren Brüdern und Schwestern die

wurde ^'! ben Völkerbund in Gens

E «ui 20 M»r-^^^"8 gerichtet, in der betont wird:Wie "ach in â ^-1 be, der Abstimmung sehen wir auch heute I ^^ ein nach Geschichte, Kultur und Gutsches nt überwiegender Mehrheit einheitlich ^itige, bhipr l>Ä' welchen Röten und Widersprüchen die der- ha» in diei7n E widersprechende Grenzziehung geführt Mutier wiedcrk/s^?^^^" der Völkerbund aus den zahlreichen,, n^hmueit ®e^ und oft genug von ihm als berechtigt Ellien Gebiewi "den der Deutschen in den Polen unter- nragen einnebm^^" Oberschlesien in Schul- und anderen Zechend, dem s^u,^?"früund, seiner hohen Aufgabe cnt- U »' Siege tiettofp^ der Völker auch hier ^-rer MnnB'^ ? e einst gemachten Fehler nach 1115 und Erfahrung beseitigen."

Ein 650r& Hasane gestorben.

Am g 9 ne 1 des Versailler Vertrages.

auf seinem Gut in Cloan ^"ister der frühere englische Kriegs- ^ Salbane (Jl PnL^ hoher Regierungsämter Fabre alt aeworden.

Umständen ein Zusammenwirken der vereinigten Flotten Englands und Frankreichs gegen die amerikanische.

Coolidge äußert sich.

In Washington wird von maßgebender Stelle mit­geteilt, Präsident Coolidge glaube, daß die französisch-- britische Flottenvereinbarung die Vereinigten Staaten möglicherweise ernstlich in Mitleidenschaft ziehen werde, und habe deshalb beschlossen, sich mit der Angelegenheit persönlich zu befassen.

Coolidge sei der Meinung, daß das Abkommen mög­licherweise für die Stellung der Vereinigten Staaten zur See eine Gefahr bedeuten könne, indem es die amerikanische Flotte in eine Stellung bringe, die der der vereinigten französisch-britischen Flotte unterlegen wäre.

Wenn die Franzosen und die Engländer unnachgiebig auf ihrem Abkommen beharren, dann wird nach Ansicht der amerikanischen amtlichen Stellen die weitere Herab­setzung der Seerüstungen verhindert werden. Der Prä­sident könnte gezwungen werden, dem Kongreß anzuemp­fehlen, ein großes Flottenbauprogramm zu bewilligen, um der Gefahr vonassoziierten" französisch-britischen Flotten zu begegnen.

*

Aettestenrai des Reichstags eènberufen

Die Panzerkreuzerfrage.

Der Präsident des Deutschen Reichstages, Löbe, hat den Ältestenrat des Reichstages für nächsten Montag ein­berufen, um über den komnlunistischen Antrag auf Ein­berufung des Reichstages wegen der Inangriffnahme des Panzerkreuzerbaues zu entscheiden.

Daß der Ältestenrat zu dem Anträge eine andere Stel­lung einnehmen wird, als wie sie dem Wollen der Re­gierung entspricht, die Sache als vorläufig abgeschlossen zu betrachten, ist sehr fraglich. Anscheinend wollen die sozialdemokratischen Minister das in der Partei ent­standene Mißbehagen mit ihrem Eintreten für eine Ver­längerung der K r i s e n f ü r k 0 r a e besänftigen.

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Haldane hatte auch in Deutschland, und zwar in Göt­tingen studiert. Er wurde in seiner Heimat Rechtsanwalt und 1885 in das Unterhaus gewählt. Als die Liberalen 1905 in England zur Herrschaft kamen, übernahm er den Posten des Kriegsministers. Seiner Arbeit verdankte England die Umwandlung des früheren ziemlich primi- tiven Söldnerheeres in eine moderne und technisch auf der 5?öhe stehende 9lrmee. Dieser gliederte Haldane die Terri­torialarmee, die eine äußerst brauchbare Reserve von 200 000 Mann darstellte, an. Im Zahre 1912 wurde Ha-- dane geadelt unb übernahm das Amt des Lordkanzlers-, -das er im Mai 1915 niederleale, weil England im Verein

mit den Alliierten und um Italien in den Krieg zu ziehen, die Kriegsziele weit über den Rahmen des Verteidigungs­krieges hinaus erweiterte.

?tach Beendigung des Krieges trat Haldane von den Liberalen zur Arbeiterpartei über, weil er der An­sicht war. der Vertrau von Versailles fei eine ungerechte und verhängnisvolle Verlängerung des Kriegszustandes. Er übernahm die Führung der nur sieben Mann starken Gruppe der Arbeiterpartei im Overhause und im Kabinett Macdonald wurde ihm abermals das Lordkanzleramt übertragen. Beim Londoner Reparationsab- k 0 m m e n wirkte er wesentlich zum Ausgleich mit, getreu seiner stets innegehaltenen Richtlinie in seiner verschiedent- Heben Wirksamkeit als Minister, England und Deutschland einander anzunähern. Im Jahre 1912 besuchte Haldane >B c r l i n und führte diplomatische Verhandlungen in de^. gleichen Richtung, die aber an der Flottensrage scheiterten.

Deutsch-russischer Ausschuß.

Zur Förderung der Wirtschaftsbeziehungen.

Eine Anzahl wirtschaftlicher Organisationen haben zur einheitlichen Bearbeitung grundsätzlicher Fragen der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen einen gemein­samen Ausschuß gebildet. Der Vereinigung gehören an der Reichsverband der deutschen Industrie, der Deutsche In-- dustrie- und Handelslag, der Reichsverband des deutschew Groß- und Überseehandels, der Zentralverband des beut»

Kleine Zeitung für eilige Leser

* Reichsaußenminister Dr. Stresemann ist nach Berlin zu^ rückgekehrt und hat die Amisgeschäfte wieder übernommen. Am 27. August wird er in Paris an der Unterzeichnung deS Kellogg-Paktes teilnehmen.

* Reichslagspräsident Löbe hat den Ältestenrat des Reichs­tages einberufen, um über den kommunistischen Antrag auf Einberufung des Parlaments in der Panzerkreuzerfrage zu entscheiden.

* Lord Haldane, der frühere englische Kriegsminister unb zweimal Lordkanzler, ist im Alter von 72 Jahren gestorben.

* Bei den Parlamentswahlen in Griechenland siegten mit großer Mehrheit die Anhänger des republikanischen Führers Venizelos.

schen Bank- und Bankiergewèrbes und der Deutsch- Russische Verein. Die Geschäftsführung des Ausschusses liegt beim Reichsverband der deutschen Industrie. Das Abkommen enthält auch Bestimmungen über eine Arbeits­teilung zwischen den Spitzenorganisationen und dem "Deutsch-Russischen Verein, dessen Einrichtungen und Cr--- -sahrungen bei der Bearbeitung der Fragen des deutsch-- russischen Handelsverkehrs nutzbar gemacht werden. Die Bildung des gemeinsamen deutsch-russischen Ausschusses erfolgte in der Absicht, die deutsch-russischen Wirtschafts­beziehungen zu fördern und zu erleichtern.

politische Rundschau.

Deutsches Reich.

Reichsversicherung für Angestellte.

Zu den veröffentlichten Angaben über die neue Höchst­grenze von 8400 Mark bei der Reichsversicherung für A n g e st e l l 1 e ist zu bemerken, daß die wegen Über­schreitung der alten Höchstgrenze von 6000 Mark aus­geschiedenen Versicherten ab 1. September 1928 wieder versicherungspflichtig werden. Falls ihre Anwartschaft nicht aufrechterhalten wurde, können sie für die Jahre 1926, 1927 und 1928 freiwillige Beiträge nachzahlen. Die An­wartschaft gilt ohne Rücksicht auf die gezahlten Beiträge bis zum 31. Dezember 1 9 2 5 als aufrechterhalten».

Die Prüfungen der Eisenbahnsicherheit.

Der Arbeitsausschuß zur Prüfung der Betriebssicher­heit der Reichsbahn hat bei Fortsetzung seiner Besichti­gungsreise am 18. und 19. August den Bezirk der Reichs­bahndirektion Stuttgart besucht. Auf Betriebsstellen feder Größe und verschiedenster Belastung wurden bei Beob­achtung von Werktag-, Sonntag- und Nachtdienstschichten den Aufgaben des Ausschusses dienlich- Unterlagen ge­wonnen, wobei sich Mitglieder d-r Reichsbahndirektton und der Reichsbahnämtèr sowie die Vertreter der Per- sonalorganisationen beteiligten.

Christlich-Soziale Reichsvereinigung

Der Christlich-Soziale Verein, Berlin, die Christlich- Soziale Gesellschaft, die Christlich-Soziale Vereinigung Westdeutschlands, Sitz Siegen, und die Christlich-Soziale Vereinigung, Sitz Breslau, traten in Berlin zu einer aus allen Teilen des Reiches stark besuchten Versammlung zu­sammen. Einstimmig wurde im Hinblick auf die politische Gesamtlage die Gründung einer Christlich-Sozialen Reichsvereinigung beschlossen. Zum 1. Vorsitzenden der Reichsvereinigung wurde Dr. v. V i e b a h n - Spandau, zum 2. Vorsitzenden Reichstagsabgeordneter D. Mumm gewählt.

Griechenland.

Wahlausfall für Venizelos.

Die Wahlen zum Parlament gingen am Sonntag km allgemeinen ruhig vor sich. Nach amtlichen Mitteilungen hat Venizelos in Athen, im Piräus, in Saloniki, Maze­donien und Thrazien eine sehr große Mehrheit erlangt: die Gesamtzahl der venizelistischen Mandate wird auf 170 von insgesamt 250 geschätzt. Der Umschwung zugunsten Venizelos' ist auch in den Gebieten, wo die Flüchtlinge, deren er sich besonders angenommen hat, nicht wahl­berechtigt waren, sehr groß. Man deutet das Ergebnis in dem Sinne, daß das griechische Volk das Ergebnis der letzten Wahlen habe korrigieren wollen, auf Grund besten ,30mg Konstantin vorübergehend den Thron habe br lfeigen können und das zum Ausscheiden Venizelos' aus dem politischen Leben geführt hatte.

Aus In- und Ausland

Berlin. Als 153. sozialdemokratischer Abgeordneter zieht für den Wahlkreis Ostpreußen der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Bauernbundes, Albert Falkenberg, in beh Reichstag ein. Das Mandat war anfänglich infolge irriger Berechnung den Sozialdemokraten nicht zugezählt worden.

Paris. Am 20. August beging Ministerpräsident Poincarö auf seinem Landsitz in Sampignv seinen 68. Ge­burtstag. Poincarè begann seine Ministerlaufbahn im Jahre 1893 mit der Übernahme des Unterrichtsministeriums. Bis 1912 hatte PoincarS die verschiedensten Ministerien inne. 1923 wurde er vorübergehend Präsident der Republik.

Quito (Ekuador). Die Behörden von Ekuador geben bte Niederschlagung einer Aufstandsbewegung bekannt. Zahlreiche Führer -der Liberalen Partei sind verhaftet und hingerichtet worden.

Moskau. Die Sowjetregierung hat ein Gesetz über die soziale Altersfürsorge für Bauern beiderlei Geschlechts an­genommen. Die Altersfürsorge wird Bauern gewährt, dentn die zum Lebensunterhalt notwendigen Mittel fehlen, oder in Fällen, wo der Ertrag ihrer Wirtschaft zur Deckung der not­wendigsten Bedürfnisse ihrer Familie nicht ausreicht.