i Zul-aer Anzeiger
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„ w ,-ân Werktag. Bezugspreis: monat- ^äp Bei Lieferungsbehinderungen durch Streiks, Aussperrungen, Mfâ £ erwachsen dem Bezieher keine ^?" â vÄag Friedrich Chrenklau, Zulüa, Vereins Deutscher Zektungsver- ^°LL»L- s--»-« °- m. »-.«-->-
Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Iulöa- und Haunetal »Zulöaer Kreisblatt
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Fulda, Donnerstag, 23. Äugust
5. Jahrgang
^eine Zeitung für eilige Leser
^jkuna am Mittwoch faßte das Reichskabinett . «kWülie' über die Reise Dr. Stresemanns nach ■ lü ^ k bi,- öslltimq der deutschen Vertreter bei der Genfer ^Üuna des Völkerbundes.
Verlängerung der Krisenfürsorge auf 39 Wochen mit <!M vom 17. September d. J. wurde vom Reichskabinett
[ das italienische Konsulat in Lüttich wurde ein verübt, der glücklicherweise nur Material-
- Veranschlagung des fr
I 'M» enthält eine Milliarde . _ .
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des französischen Staatshaus- lUiarde Mehrausgabe zu mili-
Wäscher des Völkerrechts.
Ai 2WNg der Interparlamentarischen Union in Berlin.
I ^ Reichstagsgebäude beginnt am Donnerstag die I,; M der Interparlamentarischen Union. Für die K «n der Hauptkonferenz sind sechs Tage in Aussicht |"Lnllen Eine Reihe von Kommissionen haben sich I» vor dein eigentlichen Tagungsbeginn gebildet, die unerhebliche Vorarbeit leisten, damit die Vollsitzun- ' fl M nicht mit unnützen Einzelheiten aufzuhalten Wmchen. Daß man gerade die 25. Tagung nach Berlin I «erlegte, kann man als eine Ehrung für Deutsch- k land ansehen. Deutschland wird von den Parlamenten Per M nach seinem tiefen Fall wieder für gleichberechtigt Malten. Man hat es deshalb für würdig befunden, diese i Mläun^tamma in der deutschen Reichshauvtstadt abzu-
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Prof. Dr. Schücking, in Leiter der deutschen Gruppe der Interparlamentarischen Union.
IM Deutschland und die Reichshauptstadt enttneten dm Mitgliedern der Interparlamentarischen »Amemherzliches Willkommen, das, wie aus I ^^Michen Programm ersichtlich ist, mehr als nur höflicher Gastlichkeit ist. , „
Wâ!» viele Vereinigungen, die jetzt Weltgeltung diese Union eigentlich einem Zufall zu Jm Fahre 1888 sprachen in einem Pariser k englische und französische Journalisten über ; o^„ ^lEmnale Förderung des Schiedsgerrchts-
t Das war gewissermaßen die Geb u r t s - i ^v Interparlamentarischen Union, die schnell I M sie bei Ausbruch des Weltkrieges bereits mit 3500 Mitgliedern umfaßte. Der kviâ Union wurde ja in der Vorkriegszeit vielfach k genommen und namentlich von denen bekrittelt, Rerw. F^ einer internationalen Zusammenarbeit Bit ein Greuel war. Trotzdem verstand es
SÄ1' M durchzusetzen Die Bedeutung ihrer M Ä man am besten aus der Tatsache ermessen, 11907 Friedenskonferenzen von 1899 und
h .''^tiaftbe zurückzuführen sind. .
PiMm ^ie Interparlamentarische Union vielfach
Wich lkerbunde verglichen. Dieser Ver-
richtig. Der Völkerbund ist eine Ver- r$)räfih^ deren Abgesandte, wie Reichs-
F einem Vortrage treffend bemerkte,
gebunden sind. Die Jnterparla- ist eine Konferenz der Volks- [N ober S* 5^ar keine gesetzgeberischen Vollmachten [bietet, ein N £te Empfehlungen, die sie den Regierungen leiden i "^.r echer des Völkerrechtes ge- B ^ntervarl^" ^esem Gesichtspunkte aus betrachtet ist Wlkerbun^^ Union eine Ergänzung des $um Fvi^"^ Zivar eine sehr notwendige. Da der uvion ist ' Zen der Vater der Interparlamentarischen hksabe darin statutengemäß seine Haupt-
Möglichkeit alle Kriegseventuali- in Sb' können beide Institutionen gut D" kann und ».^"ken. Die Interparlamentarische LtWn sollte Völkerbünde, wenn er einmal
^ Ut zwar an d^'?bu.Weisungen geben. Der Völker- Iini^arlameniam gebunden. Aber durch die Par '"soweit ^inaâ^"n kann doch auf den Völker- I&^te, dukm^^Ä werden, als die betreffenden MK ^okkerbuudver^^ Beschlüsse der Union beeinflußt, I ^" Weg geben "wrn hie nötige Rückenstärkung mit
Stresemann und Poincarè
Meinlandaussprache in Paris.
Verlängerung der Krisenfürsorge.
Die mit Spannung erwartete Sitzung des Reichskabinetts, in der die letzten Beschlüsse zur Reise Dr. Stresemanns nach Paris und zu der damit in engstem Zu- sammenhang stehenden außenpolitischen Lage sowie über die Haltung der deutschen Vertreter bei der Völkerbundtagung in Genf gefaßt werden sollten, hat Mittwoch stattgefunden. Die über die Beratung verbreitete amtliche Mitteilung besagt:
In der unter Vorsitz des Reichskanzlers abgehaltenen Kabinettssitzung gaben Reichsaußenminister Dr. Stre- semann und Staatssekretär v. Schubert einen Überblick über die außenpolitische Lage und über die Probleme, die in der bevorstehenden Völkerbundtagung zur Erörterung stehen. An die erwähnten Darlegungen schloß sich eine eingehende Aussprach?, welche die völlige Einmütigkeit des Kabinetts über die Behandlung der aktuellen außenpolitischen Fragen ergab.
Die weiteren Verhandlungen des Kabinetts galten der Krisensürsorge. Das Kabinett beschloß, von einer Zwischenlösung abzusehen und die Verlängerung der Unterstützungsdauer auf 39 Wochen, die der Reichstag vor seinem Auseinandergehen gewünscht hatte, mit Wirkung vom 17. September d. J. in Kraft zu setzen.
Obwohl bisher mit der Frage: „Wird die Räumung des Rheinlandes in Paris zur Sprache kommen?" andauernd ein Versteckspiel getrieben worden ist in der Weise, daß einem „Ja" von heute morgen zwei „Nein" folgten, so herrscht doch in diplomatischen Kreisen die Meinung vor, in Paris könne die Angelegenheit kaum umgangen werden.
Die französische Regierung soll ein deutsches Vorgehen sogar ziemlich bestimmt erwarten. Poincarè habe die Vorschläge des Reparationsagenten Parker Gilbert über die endgültige Festsetzung der Schuldsumme Deutschlands mit Incerene zur Kenntnis geuommeu.
Man hält es für wahrscheinlich, daß bei dem Zusammentreffen zwischen Poincaro und Dr. Stresemann Professor HesNard von der französischen Botschaft in Berlin als Dolmetscher zugegen sein werde, um das gegenseitige Verständnis der Staatsmänner zu erleichtern.
Unterredung poincarè —Stresemann.
Der französische Ministerpräsident Poincars soll ae- fonnest sein, bei dem Zusammentreffen mit Dr. Strese- mamt diesen um genaue Angabe der deutschen Wünsche bezüglich der Rheinlandräumung und der noch zu leistenden Restreparationen zu ersuchen.
Daß er dann auch die so vielfältig angebeuteten neuen Forderungen seiner Regierung zur Sprache bringen wird, unterliegt wohl keinem Zweifel. Eine endgültige Aussprache ist dabei wohl kaum vorauszusetzen, wahrscheinlicher erscheint die oft erwähnte Möglichkeit, nach der Pariser Fühlungnahme die Entscheidung nach Genf in die Völkerbundberatungen zu verschieben.
Frankreich rüstet.
Eine Milliarde militärischen Mehraufwands.
Die französische Presse veröffentlicht die Begründung zum nächstjährigen Staatshaushalt. Besouderes Gewicht wird in der Begründung auf die Befestigung der O st grenzen itnb den Ausbau des Flotten- Programms gelegt. Die Vermehrung der militärischen Ausgaben gegenüber 1928 beträgt eine Milliarde. Die Ausgaben für soziale Reformen betragen nur annähernd die Hälfte (500 Millionen).
Die Milliarde mehr für Rüstungen bildet eine eigentümliche Begleiterscheinung zu den Friedensbestrebungen in aller Welt und eine drastische Einleitung zur bevorstehenden Unterzeichnung des Antikriegspaktes. Was dabei von dem guten Willen Frankreichs zur
endlichen Räumung des Rheinlandes
zu halten ist, braucht nicht erst gesagt zu werden. Angeb- Uch sind nach der „New York Times" die Bedingungen für die Räumung die Mitwirkung Deutschlands bei der
Die inzwischen zusammen getretenen Kommissionen haben schon gezeigt, wie sich die Wege vorbereiten lassen, ..... aeinHfe Gesahreumomente aus der Welt zu schassen. $«6?( tocrefftcren unè in «fier Sinie die Minder- bei teuf raae und das System der Kolonial- in a n d a t e Es ist erfreulich, daß sich auch diesmal wieder die Kommission der Union zu dem Entschlusse durch- aerunaen hat, daß die K 0 l 0 n i a l m a n d a t e n u r Treuhänder sind und daß gegen Treu unb Glauben verstoßen wird, wenn eine Mandatsmacht ihr Amt zu Annerionszwecken mißbraucht. Allerdings wird diese Frage diesmal vom Kongreß selbst nicht behandelt werden Es ist aber in Aussicht genommen, zukünftig, m nicht zu ferner Zeit, eine allgemeine K olo ni a l -
4 a zu veranstalten, wobei dann Deutschland ge= Gelegenheit haben wird, seinen Standpunkt in der
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^rslae der Kolonialmandate zu vertreten. Ähnlich ist es in der Minderheitenfrage, die gerade uns Deutschen mit am meisten am Herzen liegt. In beiden Fragen hat der Völkerbund bisher wenig geleistet.
ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem großen tAobiete auf dem die Union Anregung geben kann. Es darum selbstverständlich, daß das deutsche Volk den VerhaiMungen der Union mit größtem Interesse folgt.
baldigen Unterbringung der durch den Dawes-Plan vorgesehenen Eisenbahn- und Jndustriebonds, ferner verlangt Frankreich:
Die Zusicherung der Aufgabe der Pläne eines Anschlusses Österreichs an Deutschland, die internationale Kontrolle des Rheinlandes zwecks Sicherung der neutralen Zone, eine Verständigung zwischen Deutschland und Polen und schließlich die Leistung einer Entschädigung für die sieben Milliarden Mark aus der Okkupation Belgiens.
Sollte das Herrn P 0 i n c a r é nicht als zuwenig erscheinen. Was macht es demgegenüber aus, daß der frühere belgische Außenminister Vandervelde soeben erklärte, „die Besetzung des Rheinlandes ist weder dem Rechte noch der Sache nach zu verteidigen. Sie dient beispielsweise in Belgien nur noch dazu, die Stärke der Rüstungen zu verteidigen, und bedeutet ein Hindernis für den Frieden und eine ständige Ursache der Erregung. Deshalb vor allem muß man mit ihr Schluß machen."
In Paris rüstet man zu mancherlei Feierlichkeiten beim Abschluß des Friedenspakles. Solange man dort nicht auch an T a t e n für die Befriedung der Völker denkt, wird der Pakt ein Papier bleiben, das ebensogut unbeschrieben bleiben könnte.
Entschiedene deutsche Ablehnung.
Wie man übrigens in Berlin über solche seltsamen französischen Forderungen denken würde, erhellt aus einer Äußerung der Nationalliberalen Korrespondenz dazu, die enge Beziehungen zu Dr. Stresemann unterhält. Sie schreibt:
- „Wir halten diese Meldung für erfunden, weil man an allen maßgebenden Stellen Belgiens und Frankreichs genau weiß, "daß sich in Deutschland keine wie immer zusammengesetzte Regierung finden würde, die bereit wäre, aus einer derartigen Basis auch nur zu diskutieren; nicht fünf Minuten.",
FwiiMM LochLltMüst m Europa.
Ein englischer „Verrat".
Der diplomatische Berichterstatter des englischen Blattes „Manchester Guardian" bestätigt, daß Großbritannien als Preis für das vorläufige Flottenüberein- kommen mit Frankreich diesem die unbedingte militärische Vorherrschaft auf dem Festlande zu- gesagt hat. Während die englische Aufsasiung bisher dahin ging, daß die Landabrüstung nur dann wirksam durchgeführt werden könne, wenn neben den unter den Waffen besindlichen Soldaten auch die ausgebildeten Reserven in die Verteidigungsmacht eines Landes eiube- zogen würden, habe man nun diesen Standpunkt vollständig aufgegeben und der gegenteiligen französischen Auffassung zugestimmt.
Dieses Zugeständnis wird nach dem Blatt damit begründet, daß Großbritannien sich seinerzeit in dieser Frage vor dem Genfer Abrüstungskomitee in einer kleinen Minderheit befand und nun nachgab mit dem Wunsch, die Begrenzung der Abrüstung bis zu einem gewissen Grade möglich zu machen, anstatt durch ein beharrliches Bestehen auf dem bisherigen Standpunkt lediglich die Kommission zu sprengen. Während bisher in England von allen berufenen Stellen und ziemlich einheitlich ein militärisches Übereinkommen abgestritten wurde, zeigt sich jetzt, daß diese Erklärung lediglich formale Bedeutung hatte, da England vielleicht keine schriftliche, wohl aber eine tatsächliche Vereinbarung eingegangen ist, die Frankreichs militärische Vorherrschaft auf dem Festland für lange Zeit unbedingt sichert.
Der „Manchester Guardian" ist der Auffassung, daß die Aufgabe des bisher von England vertretenen Grundsatzes der Einbeziehung der ausgebildeten Reserven in die militärische Kampfstärke einer Macht mehr als ein Zuaeständilis darstelle und tatsächlich ein V e r r a t fei. .
GinÄMt für Sandwerkswirtschast.
Deutscher Handwerks- und Gewerbekammertag.
Die Verhandlungen des Deutschen Handwerks- und Ge- Werbekammertages in Köln begannen unter dem Vorsitz von Präsident Plate- Hannover, Ehrennieister des deutschen Handwerks, mit einer geschloffenen Mitgliederversammlung. Präsident Welter- Köln referierte über die Errichtung des Instituts für Handwerkswirtschaft. In seinen Ausführungen ging er davon aus, daß die Entwicklung der Technik, der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse nach dem Kriege eine planmäßige Umgestaltung der Arbeitsmethoden im Handwerk erforderlich machte und ebenso eine Umstellung auf die neuen wirtschaftlichen Vorbedingungen für das handwerkliche Schaffen hervorrief. Diese Bestrebungen führten zur Gründung der drei Institute des Deutschen Handwerks- unb Gewerbekammertages: des Forschungsinstituts für rationelle Betriebsführung im Handwerk E V., Karlsruhe, der Arbeitsgemeinschaft für Deutsche Handwerkskultur E. V., Hannover, und des Wirt- schaftswirtschaftlichen Instituts für Handwerkerpolitik E. V. in Hannover. Auf Grund eines Beschlusses wurde grundsätzlich der Errichtung eines Instituts für Handwerkswirtschaft mit dem Sitz in Berlin zugestimint. Die neue Anstalt soll die Tätigkeit der bisherigen Jnsttute auf erweiterter Grundlage und mit einheitlicher Zielsetzung sortführen. Nach den vor- gelegten Satzungen wird das Institut für Handwerkswirtschaft als eine rechtsfähige Stiftung errichtet mit dem Zweck, durch wissenschaftliche Förderung und praktische Tätigkeit das gesamte Handwerk zu pflegen und zu fördern und für die Erhaltung und Weiterbildung des handwerklichen Schaffens zu wirken. Die Mitgliederversammlung gab ihre. Zustimmung für die weitere Mitarbeit des Deutschen Handwerks- und Ge- Werbekammertages,